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NACHRICHTEN UND EREIGNISSE AUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE
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03.02.2012 Vatikan: In Vatikankreisen kursieren Gerüchte bezüglich eines möglichen Rücktritts von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Der Kardinal scheint maßgeblich für die Versetzung des ehemaligen Vatikan-Verwalters Carlo Maria Viganó als Nuntius in die Vereinigten Staaten verantwortlich zu sein.
Erzbischof Viganó hatte Bertone und Papst Benedikt XVI. Briefe geschrieben, in denen er sich über Misswirtschaft und Korruption im Vatikan beklagt hatte. Die Versetzung Viganós war als verschleierte Strafversetzung empfunden worden, da der Erzbischof als zuständiger Verwaltungschef für Gärten, Gebäude, Straßen und Museen aktiv gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Vatikan vorgegangen war.
Er hatte den Papst gebeten, im Vatikan bleiben zu dürfen, um seine Maßnahmen gegen die Übervorteilungen fortführen zu können. In der vergangenen Woche waren die Briefe Viganós an den Papst und Bertone vom italienischen Sender "La 7" veröffentlicht worden.
Nachdem der Vatikan deren Authentizität bestätigt hatte, steht Kardinal Bertone unter öffentlichem Druck. Ihm werden eigenmächtige Entscheidungen und eine ungeschickte Diplomatie vorgeworfen.
Dazu: Bischof prangert Korruption im Vatikan an. (Spiegel Online, 27.01.2012) (kath.de Infoservice, 03.02.2012).
26.01.2012 Vatikan: Sonderregierungssitzung im Vatikan – Papst Benedikt XVI. reformiert die Römische Kurie
Papst Benedikt XVI. reformiert die Römische Kurie. Es herrsche zuwenig Zusammenarbeit und Abstimmung der Tätigkeiten. Aus diesem Grund will der Papst die Leiter aller Dikasterien, wie die kirchlichen Ministerien genannt werden, zu einer außerordentlichen „Regierungssitzung“ zusammenrufen, um den Weg aufzuzeigen, wie die Teilreform der Kurie aussehen soll. Dabei soll es unter anderem um die zentrale Frage, welche Sprachregelungen und welche internen Abläufe einzuhalten sind, gehen.
Alles andere als eine kleine Sache, wenn man um die geringe Koordination zwischen den verschiedenen Kongregationen und päpstlichen Räten und Kommissionen weiß. Gerade dieser Mangel verursachte in der Vergangenheit nicht geringe Probleme. Papst Benedikt XVI. möchte vor allem die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Dikasterien und dem Staatssekretariat verstärken, das für das Funktionieren des Uhrwerkes zuständig sein sollte. Vatikanisten wollen deshalb hinter der Reform vor allem die Handschrift des einflssreichen Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone erkennen.
Die Einladung zur „Regierungssitzung“ wurde den zuständigen Kurdienkardinälen und Kurienerzbischöfen vor wenigen Tagen zugestellt. Im versiegelten Umschlag befand sich ein weiterer Umschlag mit der deutlichen Aufschrift „Geheim“. Doch die Zeiten, in denen Disziplin und Gehorsam in der Kirche so selbstverständlich waren, um jeden Geheimdienst der Welt vor Neid erblassen zu lassen, scheinen im Zeitalter der Massenmedien und der neuen sozialen Netzwerke der Vergangenheit anzugehören. Die Geheimhaltung dauerte keine 48 Stunden, bis die erste Tageszeitung darüber berichtete.
Die Sitzung findet am 28. Januar, dem Gedenktag des heiligen Kirchenlehrers Thomas von Aquin, im Bologna-Saal statt. Solche Regierungssitzungen finden ausgesprochen selten statt. In der Regel nur einmal im Jahr. Im Dezember ruft der Papst zudem die gesamte Römische Kurie zum traditionellen Weihnachtstreffen. Ein wegen der programmatischen Aussagen in den Reden des Papstes stets mit Spannung erwartetes Ereignis.
Das Thema der drei letzten Regierungssitzungen war dem Ordensleben gewidmet und den damit verbundenen Schwierigkeiten, vor allem der Autoritätsausübung in einigen Orden. Zuvor dem Pädophilieskandal unter Klerikern und noch früher der Reevangelisierung Europas.
Die beabsichtigte Reform der kurialen Arbeitsabläufe soll „Betriebsunfälle“ verhindern, wie einer zuletzt im Oktober 2011 vorgefallen ist. Der Päpstliche Rat Iustitia et Pax veröffentlichte ein Dokument zur globalen Finanzkrise. Darin forderte der Rat die Schaffung einer Weltzentralbank. Kardinalstaatssekretär Bertone erfuhr erst aus den Medien davon. Die im Dokument zum Ausdruck gebrachte Linie entsprach weder der Position des Staatssekretariats noch jener des Papstes, weshalb eine Reihe von Dementi notwendig wurden. Der Kardinalstaatssekretär beklagte sich intern, das Schlussdokument nie zu Gesicht bekommen zu haben. Zudem widersprach das Papier von Iustitia et Pax der päpstlichen Sozialenzyklika Caritas in Veritate. -
Solche unangenehmen Situationen sollen künftig vermieden werden. Dazu dient die einberufene „Regierungssitzung“, der ein entsprechendes Dokument mit den neuen Regeln folgen wird. (Text: Il Messaggero/Giuseppe Nardi) (Katholisches.info, 26.01.2012).
15.01.2012 Vatikan:
Eine Gruppe meist spanischer und französischer „Indignados“ hat am Samstagnachmittag auf dem Petersplatz demonstriert. Die rund 30 Personen hatten den Platz wie Touristen betreten, hatten dann aber neben dem Obelisken und der Krippe in der Mitte des Ovals ein Zelt aufgebaut und sich niedergelassen. Neben Slogans gegen den „ungerechten Reichtum in der Welt“ attackierten sie auch den „korrupten Vatikan“. Nachdem ein Demonstrant auf den Weihnachtsbaum kletterte, kam es zu einem Handgemenge mit den vatikanischen und italienischen Ordnungskräften. Die Demonstranten wurden schließlich des Platzes verwiesen, drei Personen wurden festgenommen. Vatikansprecher Federico Lombardi verteidigte das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die Aktionen und Äußerungen der Indignados seien unangemessen gewesen und hätten der Natur des Platzes widersprochen, erklärte er gegenüber Journalisten. Daher sei es richtig und angemessen gewesen, sie zu entfernen. Für die Ordnung und Sicherheit auf dem Petersplatz ist laut Konkordat zwischen Italien und dem Vatikan die italienische Polizei zuständig. Sie unterhält für diese Aufgabe außerhalb der Vatikanmauern ein eigenes Inspektorat. (apic) (NL Radio Vatikan, 15.01.2012).
06.01.2012 Vatikan: Konsistorium angesagt: zwei neue deutsche Kardinäle
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Freitag nach dem Angelus-Gebet die Einberufung eines Konsistoriums zur Kreierung neuer Kardinäle bekanntgegeben. Am kommenden 18. Februar wird er 22 Männer der Kirche zu Kardinälen erheben, gab der Papst mit „großer Freude” bekannt. Kreiert werden die neuen Kardinäle durch ein Dekret des Papstes, das er bei dem Konsistorium verkündet. Dabei erhalten die neuen Würdenträger zu ihrem leuchtendroten Gewand das Kardinalsbirett aus der Hand des Papstes. Unter den Nominierten sind auch zwei Deutsche. Es handelt sich um den Berliner Erzbischof, Rainer Maria Woelki, und um den Jesuiten und Theologen Karl Josef Becker. Derzeit gibt es 192 Kardinäle, darunter 7 Deutsche. Papstwahlberechtigt sind 108. Das Kardinalskollegium ist das wichtigste Beratungsgremium des Papstes, die unter 80-jährigen Kardinäle wählen das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der 55-jährige Woelki wird mit dem angekündigten Konsistorium der jüngste Kardinal der katholischen Kirche. Bislang war es der 58-jährige Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx. (rv/kna).
Von den 22 neuen Würdenträgern stammen 16 aus Europa; unter diesen sind sieben Italiener und die zwei Deutschen. Zwei kommen aus Asien - der syro-malabarische Großerzbischof George Alencherry sowie John Tong Hon aus Hongkong -, vier aus Amerika. Zehn der neuen Kardinäle bekleiden Leitungsämter an der römischen Kurie, wie die Präfekten der Missions- sowie der Ordenskongregation, Fernando Filoni und Joao Braz de Aviz. Aus großen Diözesen der Weltkirche berief Benedikt XVI. für das „Heilige Kollegium” neben dem Berliner Woelki auch die Erzbischöfe von Toronto, Prag, Utrecht, Florenz und New York.
Wie bei früheren Konsistorien wird Papst Benedikt XVI. am 18. Februar auch einige Kirchenmänner über 80 ins Kardinalskollegium aufnehmen und damit für ihr Lebenswerk ehren. Neben dem deutschen Jesuitenpater Karl Josef Becker (83), der langjähriger Berater der Glaubenskongregation ist, sind unter ihnen der rumänisch-katholische Großerzbischof Lucian Muresan von Fagaras si Alba Julia (80), der belgische Kirchenhistoriker Julien Ries (91) und der aus Malta gebürtige Theologe Prosper Grech. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.01.2012).
04.01.2012 Vatikan: Weiter gestiegen ist die Zahl der Besucher bei Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011, wenn man sie mit den Zahlen der drei Jahre zuvor vergleicht. Das geht aus einer Statistik der Präfektur des Päpstlichen Hauses hervor, die am Dienstag öffentlich gemacht wurde. Danach kamen mehr als zweieinhalb Millionen Menschen zu den verschiedenen Audienzen, Gottesdiensten oder Angelus-Gebeten mit Benedikt XVI.: 400.000 Besucher waren es bei den Generalaudienzen, fast 102.000 bei Sonderaudienzen, 846.000 bei Gottesdiensten. Als Teilnehmer am sonn- und festtäglichen Mittagsgebet (Angelus) des Papstes zählte der Vatikan 1.206.000 Menschen. (apic/rv) (NL Radio Vatikan, 04.01.2012).
02.01.2012: Die Sternsinger und die Frohe Botschaft
Alle Christen im deutschen Sprachraum kennen sie, und sogar die meisten, die sonst nichts mit der Kirche zu tun haben: Die Sternsinger. 700.000 Mädchen und Jungen sind in diesen Tagen als die biblischen Heiligen Drei Könige in Städten und Dörfern Europas unterwegs. Sie gehen von Haus zu Haus, singen und verkünden die Frohe Botschaft, schreiben den Segen Gottes mit geweihter Kreide an die Haustüren und sammeln Geld für eine gerechtere Welt, 2012 für Nicaragua. Der Brauch des Sternsingens ist schon seit dem 16. Jahrhundert belegt. Heute sind die Sternsinger die größte Solidaritätsinitiative von Kindern in der Welt. (pm) (NL Radio Vatikan, 02.01.2012). 31.10.2011 Der katholische Fernsehsender EWTN (Eternal Word Television Network) startet am 6. November einen neuen deutschen Fernsehkanal. Nach Jahren kontinuierlichen Aufbaus sende er unter dem neuen Namen „EWTN katholisches TV“ auf der neuen Frequenz 12.460 MHz über den Satelliten Astra rund um die Uhr deutsches Programm, teilte der Sender in Bonn mit. „Dadurch sind wir für Millionen von Menschen leichter zu empfangen und zu entdecken“, so Martin Rothweiler, Geschäftsführer von EWTN in Deutschland. Allein über Satellit erreiche EWTN damit mehr als 35 Millionen Menschen im deutschsprachigen Europa. Der Sender übernimmt u.a. auch die Direktübertragungen mit deutschem Kommentar von Radio Vatikan. Wer bislang „EWTN Europe“ geschaut habe, müsse spätestens bis 14. Dezember sein Empfangsgerät auf den neuen EWTN-Kanal umstellen. EWTN besteht seit 1980. (pm/kna) (NL Radio Vatikan, 31.10.2011).
06.09.2011 Vietnam:
Vor einer möglichen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Vietnam besucht der Vatikandiplomat Erzbischof Leopoldo Girelli das Land bereits zum dritten Mal. Girelli ist seit Beginn des Jahres der erste offizielle Gesandte des Papstes für Vietnam und damit beauftragt, die beiderseitigen Beziehungen zu stärken. Bei seiner aktuellen Visite bis zum 18. September besucht der italienische Erzbischof verschiedene katholische Einrichtungen. Für die Zukunft Vietnams wünscht er sich einen in Vietnam ansässigen Repräsentanten des Heiligen Stuhles, mehr priesterliche Berufungen sowie eine Versöhnung unter den Menschen. Außerdem regt Girelli eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in dem asiatischen Land und Behörden an. (asianews) (NL Radio Vatikan, 06.09.2011).
06.04.2011 Vatikan:
Die sterblichen Überreste von Papst Johannes Paul II. werden nach seiner Seligsprechung in die Sebastianuskapelle des Petersdoms umgebettet. Das hat der Vatikan jetzt bestätigt. Die Vorbereitungen in der Kapelle, die nahe am Eingang zum Petersdom liegt, sind demnach abgeschlossen. Der Vatikan präzisiert, dass der Sarg Johannes Pauls am 1. Mai, dem Tag seiner Seligsprechung, in den Petersdom vor den Hauptaltar überführt wird. In den Stunden davor ist er in den Grotten unter St. Peter unweit der jetzigen Grabstätte des polnischen Papstes zu sehen. Am Tag der Seligsprechung können die Gläubigen in St. Peter am Sarg des neuen Seligen beten; später findet der Sarg dann in der Sebastianuskapelle seinen endgültigen Platz. (rv) (NL Radio Vatikan, 06.04.2011).
06.04.2011 Deutschland: Beinahe 180.000 Katholiken haben 2010 die katholische Kirche verlassen. Das entspricht einem Anstieg um fast 40 Prozent oder gut 50.000 Austritte mehr als noch 2009. Das geht aus einem Bericht der Wochenzeitung „Christ und Welt“ hervor. Für die Untersuchungen startete die Wochenzeitung eine Umfrage unter den 27 deutschen Bistümern. 24 von ihnen gaben endgültige Zahlen und Schätzungen bekannt. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik könnte damit die Zahl der Austritte von Katholiken über der Zahl der ausgetretenen Protestanten liegen. Mit Berufung auf Schätzungen der Evangelischen Kirche in Deutschland lägen diese leicht unter 150.000, so das Blatt. Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp sieht vor allem die Missbrauchsskandale als Ursache für die erhöhte Zahl an Kirchenaustritten. „Das ist schmerzlich für uns, weil offenbar viele Menschen den Kirchenaustritt als ihre persönliche Form des Protestes und des Abscheus vor diesem Skandal gewählt haben“, so Schwaderlapp. (kna) (NL Radio VAtikan, 06.04.2011).
15.01.2011 Der Vatikan hat, wie angekündigt, für konvertierte Anglikaner eigene kirchliche Strukturen innerhalb der katholischen Kirche errichtet. Am Samstag hat die vatikanische Glaubenskongregation auf dem Gebiet der Bischofskonferenz von England und Wales ein so genanntes „Personalordinariat“ errichtet. Es soll Anglikanern, die zur katholischen Kirche übertreten, dabei helfen, weiterhin vertraute kirchliche Traditionen zu bewahren. Den Weg dazu hatte Papst Benedikt vor über einem Jahr mit einer so genannten „Apostolischen Verfügung“ freigemacht.
Das Personalordinariat "Unserer Lieben Frau von Walshingham“ (benannt nach einem traditionellen Wallfahrtsort in Südengland) erhält als ersten Leiter Keith Newton: Das ist einer von den drei früher anglikanischen Bischöfen, die zum ersten Januar in die katholische Kirche aufgenommen worden sind. Newton und die zwei anderen Übergetretenen haben an diesem Samstag in London die katholische Priesterweihe empfangen. Der Feier in der „Westminster Cathedral“ stand der Londoner Erzbischof Vincent Nichols vor, der auch die Bischofskonferenz von England und Wales leitet. Alle drei früheren anglikanischen Bischöfe sind verheiratet und haben Kinder. (rv) (NL Radio Vatikan, 15.01.2011).
14.01.2011 Vatikan: Johannes Paul II. wird am 1. Mai seliggesprochen
Papst Benedikt XVI. wird selbst die Feier im Vatikan leiten. Das kündigte der Vatikan heute (Freitag) an. Das Dekret bestätigt die medizinisch unerklärliche Heilung einer Ordensfrau. Prozess nach allen kirchenrechtlichen Normen

Johannes Paul II. war am 2. April 2005 nach über 26-jährigem Pontifikat gestorben, dem zweitlängsten der Kirchengeschichte.
Mit dem Dekret bestätigte der Vatikan die medizinisch unerklärliche Heilung der Französin Sr. Marie Simon-Pierre. Die seit 2001 an Parkinson erkrankte Ordensfrau hatte nach dem Tod des Wojtyla-Papstes gemeinsam mit ihren Mitschwestern um dessen Fürsprache für eine Heilung gebetet. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juni 2005 verschwanden plötzlich die Schmerzen und die Symptome. Der Prozess wegen des Wunders war von der zuständigen Mediziner-Kommission zweimal aufgerollt worden.
Papst Benedikt XVI. selbst wird die Seligsprechung seines Vorgängers am 1. Mai im Vatikan vornehmen, bestätigte Vatikansprecher P. Federico Lombardi. Die Feier findet am "Sonntag der Barmherzigkeit" statt. -
Bei einer Audienz für den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, unterzeichnete Benedikt XVI. am Freitag insgesamt neun Dekrete. In drei Fällen bestätigte er ein Heilungswunder, in fünf weiteren erkannte er den Heroischen Tugendgrad an, darunter ist der Gründer des Salvatorianer-Ordens, Johann Baptist Jordan (1848-1918). Zudem bestätigte der Papst das Martyrium von fünf im Dezember 1941 in Bosnien ermordeten Ordensfrauen. -
Prozess nach allen kirchenrechtlichen Normen
Der "Barmherzigkeitssonntag" war von Johannes Paul II. selbst eingeführt worden. Am Vorabend dieses Festtags war Papst Wojtyla 2005 gestorben; damals war dieses vom Kalender her "bewegliche" Fest auf den 3. April gefallen. Polnische Kirchenvertreter hatten daher den 1. Mai 2011 als Termin favorisiert. -
In einer am Freitag veröffentlichten Note betonte die Heiligsprechungskongregation, dass das Verfahren für Johannes Paul II. nach den üblichen strengen kirchlichen Normen erfolgt sei. Zwar habe Benedikt XVI. die vorgesehene fünfjährige Wartefrist zu Prozessbeginn verkürzt, weil Johannes Paul II. "zu Lebzeiten, bei und nach seinem Tod in hohem Ruf der Heiligkeit" stand. Ansonsten seien die kanonischen Vorschriften aber "vollständig beachtet" worden. -
Von Juni 2005 bis Anfang 2007 war das Seligsprechungsverfahren parallel auf Diözesanebene in Rom und in Krakau geführt worden. Im Mai 2007 nahm die Heiligsprechungskongregation der Römischen Kurie den Prozess auf. Im Juni 2009 wurde die "Positio" mit dem Untersuchungs- und Zeugenmaterial von der zuständigen Theologenkommission und im November 2009 von der Kardinalskommission akzeptiert. Am 19. Dezember 2009 hatte Benedikt XVI. seinem Vorgänger den heroischen Tugendgrad zuerkannt. -
Grabstätte in den Petersdom verlegt
Die Grabstätte von Johannes Paul II. wird von den Grotten des Petersdoms in die Basilika selbst verlegt. Dies teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag nach der Bekanntgabe der Seligsprechung des Papstes aus Polen mit. Johannes Paul II. werde seine künftige Ruhestätte unter dem Altar der St.-Sebastianus-Kapelle, der zweiten Kapelle rechts im Petersdom, erhalten.
Der Sarg Wojtylas werde jedoch nicht geöffnet, eine Exhumierung werde es nicht geben, hob Lombardi hervor. Der Leichnam des Papstes werde in einem geschlossenen Sarg aus einfachem Marmor aufbewahrt werden und nicht ausgestellt. Der Sarg werde die Aufschrift "Beatus Ioannes Paulus II" tragen. Die sterblichen Überreste von Papst Innozenz XI. (1676-1689), die bisher in der Kapelle aufbewahrt werden, sollen nach vatikanischen Angaben in die Transfigurationskapelle umgebettet werden. (KAP; katholisch.at, 14.01.2011).
02.01.2011 Großbritannien:
Drei bisher anglikanische Bischöfe der Kirche von England haben am Neujahrstag in der Londoner Westminster-Kathedrale die Kommunion empfangen und sind in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen worden. Auch die Ehefrauen der drei Geistlichen sowie drei anglikanische Ordensfrauen vollzogen den Schritt in die katholische Kirche. Es ist die erste Gruppe von anglikanischen Bischöfen, die sich nach einem Papstdokument vom November 2009 von ihrer bisherigen Gemeinschaft trennten und ihren Übertritt zur römisch-katholischen Kirche ankündigten. (kipa) (NL Radio Vatikan, 02.01.2011.
23.12.2010 Vatikan: Neuer Streaming-Dienst
Eine Pressemitteilung von Radio Vatikan: Ab dem 24. Dezember sind die liturgischen Feiern des Heiligen Vaters auf den Internetseiten von Radio Vatikan (evtl. Ladezeit!) und den Seiten des Päpstlichen Rates für soziale Kommunikationsmittel verfügbar.
Der Streaming-Dienst ist dank einer Vereinbarung mit Telecom Italia möglich, die die technologische Plattform für die Versorgung mit Inhalten ausgestattet hat, was den Gläubigen erlaubt, die Heiligen Messen von jedem Punkt der Welt aus mit einer garantiert erhöhten Geschwindigkeit und einem perfekten Bild zu verfolgen.
Rom, 22. Dezember 2010:
Anlässlich der weihnachtlichen Festtage bieten die Internetseiten von Radio Vatikan (www.radiovaticana.org), des Päpstlichen Rates für Soziale Kommunikationsmittel, in enger Zusammenarbeit mit CTV (Vatikanisches Fernsehzentrum) und dank einer Vereinbarung mit der Telecom Italia, einen neuen Dienst für Internetnutzer an.
Die liturgischen Feiern unter Vorsitz des Heiligen Vaters Benedikt XVI.: die Christmette, am Freitag, 24. Dezember, ab 22:00 Uhr, die Weihnachtsbotschaft mit dem Segen „Urbi et Orbi“, am 25. Dezember um 12:00 Uhr, und die Heilige Messe für den Weltfriedenstag, am 1. Januar um 10:00 Uhr, werden als Video- und als Audio-Stream live im Internet (evtl. Ladezeit beachten!) übertragen. Die Kommentare der Live-Übertragungen werden in sechs Sprachen verfügbar sein: Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch. Für die Christmette am 24. Dezember wird es außerdem einen Kommentar in chinesischer Sprache und für die Feierlichkeiten am 1. Januar einen Kommentar in arabischer Sprache geben. Darüber hinaus wird es einen Audio-Kanal ohne Kommentar geben, nur mit dem Ton der Live-Aufnahme.
Der Dienst funktioniert mit der technologischen Plattform Content Delivery Network von Telecom Italia, die eine schnelle und effiziente Versorgung mit multimedialen Inhalten für den Abruf im Internet und auf dem iPhone möglich macht. Die Benutzung der Plattform beinhaltet außerdem die optimale Verbreitung der multimedialen Inhalte an eine erhöhte Anzahl von Personen, auch zeitgleich. Dies garantiert neben optimaler Bildqualität die Kontinuität des Dienstes. -
Eine weitere Neuheit, die durch den neuen Player hinzukommt, ist die Technologie des „Smooth Streaming“, die dazu dient, Video-Events im Internet zu verbreiten. Das Smooth Streaming erlaubt Zuschauern, die Zeremonien live anschauen, die Video-Übertragung in bestmöglicher Qualität (abhängig von Faktoren wie Internetzugang, Geschwindigkeit des Computers etc.) zu sehen. Dieselbe Technologie erlaubt die Versorgung mit flüssigen Videos bis hin zu höchsten Auflösung (High Definition).
Der Player, der mit Silverlight entwickelt wurde, macht das Hören der Audio-Kanäle von Radio Vatikan und, mithilfe eines On-Demand-Angebots, die Visualisierung von Video-News möglich, die man aus einer Zeittafel auswählen oder mit einer internen Suchmaschine nachhören kann. (rv 22.12.2010 idt) (NL Radio Vatikan, 23.12.2010).
Zum Interview (Buch) von Peter Seewald mit Papst Benedikt XVI.:
[1] 21.11.2010 Vatikan: Lockert der Papst das Kondom-Verbot?
Hohe Wellen schlagen Meldungen, dass der Papst die Benutzung von Kondomen erlaubt haben soll. Tatsache ist: An diesem Sonntag zitieren L’Osservatore Romano und andere Medien aus dem Interviewbuch „Licht der Welt“, das offiziell erst am Dienstag vorgestellt wird. Darin sagt Benedikt XVI., „Es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann, ein erstes Stück Verantwortung, um wieder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles gestattet ist und man nicht alles tun kann (gemeint ist: tun darf), was man will“, so zitiert der „Osservatore“ aus dem Interview-Buch. Dies sei aber nicht die „eigentliche Art, das Übel der HIV-Infektion zu besiegen“, so der Papst. Sich auf Kondome zu konzentrieren, bedeute eine Banalisierung der Sexualität. Diese Banalisierung sei genau die gefährliche Ursache für viele Personen, die Sexualität nicht mehr als Ausdruck ihrer Liebe zu sehen, sondern nur noch als eine Art Droge, die sie sich selbst verabreichen. Der Kampf gegen die Banalisierung der Sexualität sei Teil der großen Bemühungen, damit Sexualität positiv gewertet werde und eine positive Auswirkung auf die Gesamtheit des Menschseins ausüben könne. (diverse)
[2] P. Lombardi: „Keine Revolution, sondern mutiger Schritt“
In einer ersten Reaktion würdigte Vatikansprecher P. Federico Lombardi die Äußerungen als klärenden Beitrag in der Frage der Nutzung von Kondomen. Die Überlegungen seien nicht neu und könnten keineswegs als „revolutionär“ bezeichnet werden. Gleichwohl habe erstmals ein Papst diese Überlegungen auch öffentlich geäußert:
„Zahlreiche Theologen und angesehene kirchliche Würdenträger vertraten und vertreten weiterhin ähnliche Positionen. Es ist allerdings wahr, dass wir das noch nie mit solcher Klarheit aus dem Mund eines Papstes gehört haben, auch wenn es in einer Unterhaltung geschah und nicht in einer lehramtlichen Äußerung.“
Benedikt XVI. schenke also mutig einen wichtigen und klärenden Beitrag in einer Frage, die schon lange diskutiert werde.
„Es ist ein ganz besonderer Beitrag, denn auf der einen Seite bleibt er den Moralprinzipien treu und verwirft hellsichtig einen illusorischen Weg wie allein auf das Präservativ zu vertrauen. Auf der anderen Seite zeigt er Weitsicht und Verständnis, und ist aufmerksam für die kleinen Schritte – auch wenn sie noch anfanghaft sind und konfus – einer spirituell und kulturell armen Menschheit hin zu einer menschlicheren und verantwortungsbewussteren Ausübung der Sexualität.“ (rv)
[3] Sexualität und Verantwortung: ein Kommentar von Pater Bernd Hagenkord SJ
Dass es ausgerechnet der Osservatore Romano ist, der noch vor der Buchvorstellung lange Passagen aus dem neuen Interviewbuch mit Benedikt XVI. veröffentlicht, ist überraschend. Weniger überraschend ist aber vielleicht, dass der Papst seine Überlegungen wieder in den Zusammenhang von Sexualität und Verantwortung stellt. Denn da gehören sie hin.
Neu ist jetzt allerdings, dass der Papst das Kondom in seinen Aussagen nicht mit einem absoluten und strikten „Nein“ belegt. Es kann Mittel sein, zu einem ganz bestimmten Ziel. Damit leistet Benedikt XVI. seinen Beitrag, damit wieder mehr über Menschlichkeit und Hilfe, und weniger über verhärtete Positionen gesprochen werden kann. Was das moraltheologisch bedeutet und was das für die innerkirchliche Diskussion bedeutet, dazu werden wir mit Sicherheit in den nächsten Tagen und Wochen noch viel hören. (rv)
Papstbuch: Williamson, Missbrauchsfälle und ein Drittes Vaticanum
In den Auszügen des Interviewbuches „Licht der Welt“ mit Papst Benedikt XVI., die an diesem Sonntag der Osservatore Romano und das Magazin Focus in ihren Vorabdrucken zitieren, geht der Papst auf eine ganze Reihe von Themen ein. Offiziell wird das Buch am Dienstag im Vatikan vorgestellt. Hier das Wichtigste auf den Punkt gebracht:
[4] Die Affäre Williamson
Wenn Benedikt XVI. gewusst hätte, dass Richard Williamson – Bischof der Piusbruderschaft – die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern leugne, hätte er ihn nicht von der Exkommunikation befreit. Sein Fall hätte getrennt behandelt werden müssen. Die Leugnung oder Verharmlosung der Shoa sei unakzeptabel. In dem Konflikt um die Affäre Williamson sei Bundeskanzlerin Merkel offenbar nicht vollständig darüber informiert gewesen, was die katholische Kirche sage und tue. Merkel hatte öffentlich eine Klarstellung zum katholisch-jüdischen Verhältnis gefordert.
[5] Der Schock der Missbrauchsfälle
Durch die Behandlung der Missbrauchsfälle in den USA und in Irland war Benedikt XVI. vorbereitet, aber die Ausmaße waren ein Schock. Bereits 2006 habe er von den Bischöfen Irlands gefordert, dass die Wahrheit ans Licht müsse, dass Prävention geschaffen werden müsse und vor allem dass den Opfern zu helfen sei. Gleichzeitig dürfe man nicht den Blick dafür verlieren, dass es in der Kirche auch das Gute gibt. -
Die Medien und die Missbrauchsfälle
Es sei nicht zu übersehen gewesen, dass es in den Medien auch Freude darüber gab, die Kirche bloßzustellen und sie zu diskreditieren. Gleichzeitig sei Benedikt XVI. aber auch dankbar für jede Hilfe bei der Aufklärung. Schließlich sei das Böse, das gegen die Kirche ausgespielt wurde, Teil der Kirche gewesen.
[6] Papst Pius XII. und die Juden
Pius XII. habe sehr viele Menschen gerettet, aber auch die Konsequenzen eines öffentlichen Protestes gekannt. Er selbst habe sprechen wollen, aber die Situation habe es verboten.
[7] Die Verantwortung der westlichen Welt
Sextourismus und Drogenanbau und –missbrauch: das seien zwei Übel, für die die westliche Welt erhebliche Mitverantwortung trage. Die Zerstörungen, die etwa durch den Sextourismus angerichtet würden, seien aus dem Überdruss und der falschen Freiheit des Westens geboren. Es sei eine Gier des Glücks entstanden, die sich mit dem Bestehenden nicht begnügen könne.
[8] Die Priesterweihe von Frauen
Benedikt XVI. betont, dass der Kirche nicht die Vollmacht gegeben sei, Frauen zu Priestern zu weihen. Dies sei keine willkürliche Entscheidung der Kirche, sondern Konsequenz der unverrückbaren Gestalt, die Christus der Kirche gegeben habe.
[9] Religionsunterricht in Deutschland
Der Papst übt Kritik an der Art des Unterrichts. Die Bischöfe müssten sich Gedanken machen, wie sie die Katechese neu und besser ausrichten könnten. Er selber wundere sich [nicht(?)], dass bei den Kindern wenig hängen bliebe.
[10] Das Dritte Vatikanische Konzil
Voraussetzungen für ein solches Konzil sieht der Papst derzeit nicht. Stattdessen sei es das Instrument der Synoden, durch das die Kirche geführt werde. Was das Zweite Vatikanische Konzil angehe, so müssten die Ergebnisse erst noch umgesetzt werden. In der Öffentlichkeit existiere eine sehr einseitige Interpretation, die Texte selbst würden kaum gelesen. (or) (1-10: NL Radio Vatikan, 21.11.2010). --
21.11.2010 Deutschland:
Dem unerlaubt geweihten Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson droht der Rauswurf aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. Das gab der Leiter der Lefèbvre-Organisation, Bernard Fellay, in einer Pressemeldung bekannt. Man habe durch die Presse erfahren, dass Williamson für den Prozess gegen ihn in Regensburg den Anwalt gewechselt habe und sich nun durch jemanden vertreten lasse, der offen Verbindungen zur Neonazi-Szene in Deutschland habe. Fellay hat Williamson befohlen, diese Entscheidung zurückzunehmen, so die Pressemitteilung. „Sollte er diesem Befehl nicht gehorchen, muss er mit dem Ausschluss aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. rechnen.“ (pm) (NL Radio Vatikan, 21.11.2010).
20.11.2010 Großbritannien:
Fünf anglikanische Bischöfe werden Anfang Januar in einem eigens für sie eingerichteten Ordinariat in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche eintreten. Das hat die katholische Bischofskonferenz von England und Wales am Freitag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. Die Bischöfe waren unzufrieden mit einigen Entwicklungen in der anglikanischen Kirche, wie zum Beispiel der Weihe von Frauen und Homosexuellen. Unterdessen hat der bekennend homosexuelle Bischof von New Hampshire in den USA, Gene Robinson, den Führungsstil des Erzbischofs von Canterbury, Rowan Williams, kritisiert. Es sei dem anglikanischen Primas nicht gelungen, den Streit über Homosexuelle in seiner Kirche zu lösen, so der Bischof im Interview mit der britischen Zeitung „The Times“. (rv/times-online) (NL Radio Vatikan, 20.11.2010).
15.11.2010 Polen:
Der Erzbischof von Wroclaw (Breslau), Kardinal Henryk Gulbinowicz, weiht am Christkönig-Sonntag die im schlesischen Swiebodzin [deutsch: Schwiebus] errichtete größte Christusstatue der Welt.

08.11.2010 Vatikan: Fünf Bischöfe der anglikanischen Kirche wollen tatsächlich zur katholischen Kirche übertreten. Das bestätigte jetzt die katholische Bischofskonferenz von England und Wales. Genau ein Jahr nach einer entsprechenden Entscheidung des Papstes setzen die Bischöfe Andrew Burnham, Keith Newton, John Broadhurst, Edwin Barnes und David Silk darauf, dass die katholische Kirche eigene Strukturen für frühere Anglikaner einrichten will. Diese erlauben es ihnen, auch innerhalb der katholischen Kirche bisherige anglikanische Traditionen zu behalten. Die katholischen Bischöfe wollen nächste Woche über die Schaffung eigener Strukturen für übergetretene Anglikaner beraten; auch Vatikansprecher Federico Lombardi bestätigte von Rom aus entsprechende Überlegungen. Drei der fünf übertrittswilligen Bischöfe leiten anglikanische Bistümer; zwei von ihnen, nämlich Burnham und Newton, sind so genannte „fliegende Bischöfe“, die sich um Pfarreien kümmern, welche keine Priesterinnen anerkennen. Zwei weitere der übertrittswilligen Bischöfe sind bereits emeritiert. (rv) (NL Radio Vatikan, 08.11.2010).
20.10.2010 Vatikan: Papst kündigt Konsistorium an
Am Ende seiner heutigen Mittwochsausdienz hat Papst Benedikt XVI. das schon länger erwartete Konsistorium zur Kreierung 24 neuer Kardinäle aus der ganzen Welt angekündigt, darunter viele Mitarbeiter der Kurie, aber auch der Münchener Erzbischof Reinhard Marx und die anderen in der Meldung vom 14.10.2010 bereits erwähnten Geistlichen. 20 von ihnen sind papstwahlberechtigt. Das Konsistorium findet am 20.November statt (Gerd Hagedorn, 20.10.2010).
14.10.2010 (vorläufig noch ein Gerücht aus dem Vatikan):
Walter Brandmüller, Kurt Koch und Reinhard Marx unter den neuen Kardinälen – ebenso die Erzbischöfe Ranjith und Burke
Am kommenden Mittwoch (20.10.10) soll ein Konsistorium zur Ernennung neuer
Kardinäle bekanntgegeben werden. Wie Katholisches – das Magazin für
Kultur und Kirche bereits berichtete, dürfte das Konsistorium am 20.
November stattfinden. Papst Benedikt XVI. plant die Kreierung von mehr
als 20 neuen Kardinälen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
daher in einem möglichen Konklave wahlberechtigt sein werden. Darüber
hinaus beabsichtigt das Oberhaupt der Katholischen Kirche drei
verdiente, über achtzigjährige Priester in den Kardinalsstand zu erheben
und sie damit persönlich auf besondere Weise zu ehren. Der Vatikanist Paolo Rodari gab unter Berufung auf “glaubwürdige
Quellen” bekannt, dass es sich um den ehemaligen Chormeister der
Sixtinischen Kapelle, Msgr. Domenico Bartolucci, um Bischof Elio
Sgreccia und um den bekannten deutschen Kirchenhistoriker Prälat Professor Dr. Walter
Brandmüller handeln soll. Die Namen der drei müssen erst noch offiziell
bestätigt werden. Msgr. Domenico Bartolucci, ab 1956 Leiter des für die Kirchenmusik
bedeutenden Chors der Sixtinischen Kapelle, war 1997 abgelöst worden,
obwohl die Ernennung durch Papst Pius XII. ad vitam erfolgt war. Dieser
Vorgang missfiel dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph
Kardinal Ratzinger. Die Erhebung in den Kardinalsstand wäre eine späte
Rehabilitierung des “geistigen Sohns” von Giovanni Pierluigi Palestrina,
einem der ersten Chormeister und damit Vorgänger Bartoluccis an der
Sixtinischen Kapelle. Der Theologe und Bioethiker Bischof Elio Sgreccia war von Papst
Johannes Paul II. zum ersten Präsidenten der damals neuerrichteten
Akademie für das Leben ernannt worden, die er mehrere Jahre hindurch
leitete. Seine Auszeichnung mit dem Kardinalspupur wäre eine
Bekräftigung der katholischen Positionen im Bereich des Lebensschutzes. Prälat Walter Brandmüller, ein Bayer wie Papst Benedikt XVI., war von
1998 bis 2009 Präsident des Päpstlichen Komitees für
Geschichtswissenschaft und damit der ranghöchste Kirchenhistoriker der
katholischen Kirche. Prälat Brandmüller ist Priester der Erzdiözese
Bamberg und Domkapitular am Petersdom in Rom. Er erwarb sich besondere
Verdienste in einer profunden Aufarbeitung des Falls Galileo Galilei
und der Richtigstellung damit verbundener haltloser Vorwürfe gegen die
katholische Kirche. Unter den neuen Kardinälen, die hingegen auch Wähler im Konklave sein
werden, sollen sich der Erzbischof von München und Freising, Msgr.
Reinhard Marx, und der frühere Bischof von Basel und nunmehrige
Präsident des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, Msgr. Kurt
Koch, befinden. Zu weiteren Kardinälen sollen folgende katholische
Persönlichkeiten ernannt werden: Erzbischof Malcolm Ranjith Patabendige
von Colombo (Sri Lanka), der Präfekt der Apostolischen Signatur, Msgr.
Raymond Leo Burke, Erzbischof Donald William Wuerl von Washington (USA),
Erzbischof Laurent Monsengwo Pasinya von Kinshasa (Kongo), der
“Kulturminister” des Heiligen Stuhls, Msgr. Gianfranco Ravasi (Italien),
Erzbischof Kaszimierz Nycz von Warschau (Polen), der Präfekt der
Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Msgr. Angelo
Amato, der Präfekt der Kleruskongregation, Msgr. Mauro Piacenza, der
Leiter der Präfektur für die Ökonomischen Angelegenheiten des Heiligen
Stuhls, Msgr. Velasio De Polis sowie die Erzbischöfe von Florenz und
Palermo Msgr. Giuseppe Betori und Msgr. Paolo Romeo. Anzeichen sprechen dafür, dass in diesem Konsistorium die Regel
angewandt wird, derzufolge kein regierender Erzbischof den Kardinalshut
erhält, wenn in dem betreffenden Erzbistum noch ein emeritierter
Vorgänger im Kardinalsrang lebt. Sollte dem so sein, würden die
Erzbischöfe von Brüssel-Malines, von Prag, New York, Rio de Janeiro,
Bogota und Turin nicht berücksichtigt, obwohl die Erzbischofsstühle
traditionell mit dem Kardinalspurpur verbunden sind. (Il Foglio/Giuseppe Nardi, Bild: ratzingerbenedettoxvi) (Katholisches, 14.10.2010).
Die deutschen Bischöfe wollen die Falschübersetzung der Wandlungsworte auch gegen den Willen des Papstes beibehalten. So berichtet die KNA unter der Überschrift „Bischöfe gegen fundamentale Änderungen am Messbuch“: „Die neuen deutschsprachigen Messbuchtexte sollen sich nach dem Willen der deutschen Bischöfe nicht wesentlich von den bisher geltenden Texten unterscheiden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, erklärte am Freitag in Fulda, die bisherigen Texte genügten bereits den römischen Anforderungen nach einer authentischen Übersetzung der lateinischen Texte. Die Bischöfe seien dagegen, die bei den Priestern und Gläubigen bewährten liturgischen Texte ohne Not durch fundamental neue Übersetzungen zu verändern und ihre Akzeptanz in den Gemeinden zu gefährden. Dies gelte auch für die Einsetzungsworte bei der Wandlung. Hier seien die deutschen Bischöfe dafür, die theologisch korrekte Aussage ‚für alle’ beizubehalten und sie nicht durch die enger am lateinischen Text liegende Variante ‚für viele’ zu ersetzen. Eine unter Leitung des Kölner Kardinals Joachim Meisner erarbeitete behutsame Neufassung der Messtexte werde nun Rom zur Genehmigung vorgelegt, so Zollitsch.“
Rom hatte im Oktober 2006 die Richtigstellung der falschen Übersetzung „für alle“ verlangt, die auf die inzwischen eindeutig widerlegte Behauptung des protestantischen Exegeten Joachim Jeremias zurückgeht, „für viele“ bedeute in Wirklichkeit „für alle“, da es im Hebräischen bzw. Aramäischen kein Wort für „alle“ gebe.
Christus ist zwar für alle Menschen gestorben, insofern als alle Menschen die Möglichkeit haben, das Heil zu erlangen. In der Heiligen Messe geht es aber um den Neuen Bund („Dies ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut ...“), und zu diesem Bund gehören nach dem Urtext nun einmal nicht "alle", sondern nur "viele", nämlich diejenigen, die das Heil annehmen. In der Heiligen Messe geht es also nicht um das Heilsangebot, sondern um die wirksame Heilsvermittlung.
Nach unseren Informationen hatte die unter der Leitung von Kardinal Meisner arbeitende Kommission die von Rom gewünschte Verbesserung tatsächlich vorgesehen. Das scheint aber von der Mehrheit der deutschen Bischöfe abgelehnt worden zu sein. Bedeutsam ist nun, dass Erzbischof Zollitsch die Zurückweisung der Korrektur damit begründet, man wolle Priestern und Gemeinden keine fundamental neue Übersetzung zumuten. Damit gibt er zu, dass durch das „für alle“ tatsächlich etwas anderes ausgedrückt wird als durch das „für viele“. Der tiefere Grund für die falsche Übersetzung liegt nämlich in der modernen Annahme der All-Erlösung, also in dem Glauben, dass alle in den Himmel kommen und kein Mensch verlorengeht. Nun befürchtet man, dass Priester und Laien die korrekte Übersetzung „für viele“ nicht akzeptieren . . .
Es bleibt abzuwarten, ob Rom der Deutschen Bischofskonferenz nachgibt, wie es so oft seit dem Konzil geschehen ist, oder fest bleibt. (Priesterbruderschaft St. Pius X., aktuell/4581). [GH: Wo die Pius-Bruderschaft Recht hat, hat sie Recht. "Viele" sind nun einmal nicht "alle", und sie waren es nicht durch alle Jahrhunderte, übrigens in Ost und West! Nur um dieses Wort geht es hier. Der lateinische Text der Wandlungsworte geht zurück auf den griechischen Urtext der Evangelien und auf die ursprüngliche Liturgie der Kirche und ist richtig übersetzt. Ein angebliches aramäisches Evangelium gibt es nicht bzw. ist nicht auf uns gekommen. Wenn, dann könnte es höchstens das nach Matthäus sein, aber dort steht im griechischen Text ganz eindeutig wegen "vieler" (Mt 26,28). Wegen dieses Befundes kann auch die Übersetzung "für alle", entgegen der obigen sprachwissenschaftlichen Behauptung, theologisch nicht korrekt sein, auch wenn wir uns nun schon seit Jahrzehnten daran "gewöhnt" haben. Gewohnheiten sind nur dann gut, wenn sie gute Gewohnheiten sind.].
09.07.2010 Deutschland/Österreich:
Das neue katholische Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob II“ wird nach Angaben des Münchner Liturgiewissenschaftlers Winfried Haunerland nicht vor 2013 erscheinen. Zur Begründung verwies er in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ (Juli) auf die ausstehenden kirchlichen Genehmigungen sowie auf den notwendigen Vorlauf bei der Herstellung. Das vorgesehene Spezialpapier könne nicht lange gelagert und erst bestellt werden, wenn der konkrete Drucktermin feststehe. So sei „noch manche Hürde zu nehmen“. Haunerland leitet eine der im Jahr 2004 errichteten Arbeitsgruppen der Unterkommission „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“, die die 2001 begründete Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzt hatte. Wie er erläuterte, soll das „Gotteslob II“ auch ein Modell für selbstständige Wort-Gottes-Feiern beinhalten. Sie seien heute vielfach eine Notlösung, wenn an einem Sonntag in einer Kirche keine Eucharistiefeier möglich sei. – Das „Gotteslob II“ für die deutschsprachigen Katholiken in Deutschland, Österreich, Ostbelgien und Südtirol [nicht für Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg?? GH] soll das 1975 eingeführte Einheitsgesangsbuch "Gotteslob" ersetzen. Nach 2001 war zunächst davon die Rede, dass die Neuerarbeitung des Buches mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Der Liturgiewissenschaftler führte als Grund für die lange Dauer der Erarbeitung die gleichfalls im Jahr 2001 vom Vatikan angekündigte Revision des Messbuchs sowie die Überarbeitung der sogenannten Einheitsübersetzung der Bibel an. (kap) (NL Radio Vatikan,09.07.2010).
08.07.2010 Bischof Dr. Konrad Zdarsa folgt auf Bischof Walter Mixa
Von Michaela Koller
AUGSBURG/ROM, 8. Juli 2010 (ZENIT.org).- Augsburg hat einen neuen Bischof: Wie das zuständige Ordinariat gleichzeitig mit dem Vatikan am Donnerstagmittag bekanntgab, hat Papst Benedikt XVI. den Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa zum Nachfolger von Bischof Walter Mixa ernannt.

Der Stuhl des heiligen Ulrich war nur kurz vakant. Am 21. April 2010 war Bischof Walter Mixa zurückgetreten, nachdem seit dem 30. März fortlaufend über die Medien aus verschiedenen Quellen unterschiedliche Vorwürfe gegen ihn erhoben worden waren, von denen sich einige widerlegen ließen, andere noch der detaillierten Aufklärung harren und wieder andere wohl nie mehr eindeutig geklärt werden können. Verwirrung stifteten auch kirchenrechtliche Fragen rund um die Gültigkeit von Mixas Rücktritt. Erst eine gemeinsame Erklärung der Augsburger Bistumsleitung und des ehemaligen Hirten Bischof Mixa sowie eine Audienz am 1. Juli bei Papst Benedikt XVI. brachten Ruhe in die Situation.
Der 66-jährige Bischof Konrad Zdarsa dürfte mit Unvoreingenommenheit an die Probleme im Augsburger Bistum herangehen: In der ehemaligen DDR mit sechs Geschwistern aufgewachsen, wo er zunächst das Handwerk des Drehers erlernte. Sein Vater stammt aus der Steiermark, seine Mutter aus Sachsen. Im thüringischen Erfurt studierte er Theologie und Philosophie. Am 16. März 1974 wurde Zdarsa in Dresden zum Priester geweiht.
Seine weiteren Stationen: 1974 Kaplan in Dresden-Neustadt, 1976 Domvikar, Bischöflicher Sekretär und Ordinariatsassessor. Von 1977 bis 1982 ging er nach Rom, studierte im Campo Santo Teutonico in den Mauern des Vatikans und promovierte in Kirchenrecht über das Firmungsalter. Nach seiner Rückkehr war er zunächst wieder als Ordinariatsassessor tätig, zugleich betreute Konrad Zdarsa die Pfarrvikarie Dresden-Pillnitz. Dann folgte 1983 die Ernennung zum Ordinariatsrat und die Tätigkeit als Kanzler im Bischöflichen Ordinariat.
Ab 1985 sammelte Zdarsa wieder intensivere pastorale Erfahrungen als Pfarrer in Freital. Ab dem Jahr der Wiedervereinigung war er zugleich Vorsitzender des Caritasverbandes. Ein Jahr später wurde er Propst in Chemnitz, 1993 zugleich Pfarradministrator der Chemnitzer Pfarrei Maria Hilf. Dann ging es wieder zurück in die Verwaltung: Ab 2001 war Zdarsa Leiter der Personalabteilung des Bischöflichen Ordinariats und zugleich Beauftragter für den Ständigen Diakonat.
Von 2001 bis 2003 war er zusätzlich als Diözesandirektor des Päpstlichen Werks für Geistliche Berufe tätig. Im Februar 2004 begann er als Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen, während er gleichzeitig die Personalabteilung weiter leitete. Zdarsa wurde am 23. Juni 2007 zum Bischof des Bistums Görlitz geweiht und in sein Amt eingeführt. Sein Wahlspruch lautet: Ipse est enim pax nostra („Denn Er ist unser Friede"). Seine Amtseinführung als Diözesanbischof von Augsburg wird am 23. Oktober stattfinden. [ZG100708 Meldung vom 08.07.2010; Foto: Gerd Hagedorn, 2010]. -- Voll Freude füge ich noch etwas Persönliches hinzu: Dr. Konrad Zdarsa ist ein alter Freund von mir noch aus DDR-Zeiten (70-er Jahre). Erst im März 2010 haben wir uns in Rom getroffen. Dabei entstand auch das Foto in Subiaco. Aus ganzem Herzen wünsche ich ihm Gottes Segen für sein neues Amt "auf viele Jahre". AXIOS AXIOS AXIOS !
03.07.2010 Vatikan: NEUER PÄPSTLICHER RAT für die Neu-Evangelisierung errichtet -
„Aus dieser Perspektive heraus habe ich entschieden, ein neues Organ in der Form eines Päpstlichen Rates ins Leben zu rufen, der die Aufgabe hat, eine erneuerte Evangelisation in den Ländern zu fördern, in denen die erste Verkündigung des Evangeliums schon erklungen ist und die Kirchen von alter Gründung sind, aber unter einer fortgeschrittenen Säkularisierung der Gesellschaft und einer Art von Verdunkelung des Sinnes für Gott leiden. Das ist die Herausforderung, angemessene Mittel zu finden, um die ewige Wahrheit des Evangeliums Jesu Christi neu zu verkünden.“ -
Mit diesen Worten kündigte Benedikt XVI. am Fest Peter und Paul den neuen Päpstlichen Rat an, der sich um das Projekt der erneuerten Evangelisierung kümmern wird. Die Idee dieser Institution ist nicht neu, sie hat sich in den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt entwickelt. (NL Radio Vatikan, 03.07.2010).
06.06.2010 Polen: Der Priester Popieluszko heute seliggesprochen
Fast 26 Jahre nach seiner Ermordung durch den kommunistischen Geheimdienst ist der polnische Priester Jerzy Popieluszko seliggesprochen worden. Die Zeremonie nahm am Sonntag, den 6. Juni, in Warschau der Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Erzbischof Angelo Amato, vor. Rund 250.000 Gläubige nahmen bei strahlendem Sonnenschein an dem feierlichen Gottesdienst auf dem Pilsudski-Platz im Stadtzentrum teil. Unter ihnen war die hundertjährige Mutter Popieluszkos, aber auch rund 100 Bischöfe und die höchsten Politiker des Landes.
In dem von Kardinal Amato verlesenen Seligsprechungsdekret von Papst Benedikt XVI. heißt es, Popieluszko habe „beharrlich und unermüdlich Zeugnis von Christus“ abgelegt. Zum kirchlichen Gedenktag des neuen Seligen bestimmte Benedikt XVI. den 19. Oktober, den Todestag Popieluszkos. Er gilt als Symbolfigur des kirchlichen Widerstands gegen die einstigen kommunistischen Machthaber in Warschau. In seinen Predigten prangerte er die Menschenrechtsverletzungen des Regimes an und unterstützte die verbotene Gewerkschaft und Freiheitsbewegung Solidarnosc. Besondere Aufmerksamkeit bei der Feier fand die Mutter des neuen Seligen, Marianna Popieluszko. Amato hieß sie eigens willkommen und sprach mehrere Minuten mit ihr. Das Altarpodium war mit Popieluszkos Leitspruch „Besiege das Böse durch das Gute“ geschmückt. Nach dem Gottesdienst wurde eine Reliquie Popieluszkos in einer zwölf Kilometer langen Prozession zur Nationalkirche „Tempel der Göttlichen Vorsehung“ im Außenbezirk Wilanow überführt. (kipa) (NL Radio Vatikan, 06.06.2010).
27.04.2010 Vatikan:
Papst Benedikt XVI. schafft neues Dikasterium an der Kurie für die Neuevangelisierung
Benedikt XVI. wird in den nächsten Wochen mit einem Apostolischen Schreiben die Errichtung eines neues Dikasteriums für die Neuevangelsieriung bekanntgeben. Dies berichtet die italienischen Tageszeitung Il Giornale in seiner heutigen Ausgabe. Das neue „Ministerium“ des Heiligen Stuhls soll als Päpstlicher Rat errichtet werden. Mit der Leitung soll Kurienerzbischof Rino Fisichella beauftragt werden. Msgr. Fisichella ist Rektor der Lateranuniversität und Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben.
Der Päpstliche Rat wird sich der Missionierung der Ersten und der Zweiten Welt widmen, also jenen Ländern, in denen die Evangelisierung bereits vor vielen Jahrhunderten erfolgte, doch der Glaube heute verloren zu gehen scheint. Europa, die Vereinigten Staaten von Amerika und Lateinamerika werden im Zentrum der Neuevangelisierung stehen.
Die Errichtung des neuen Ministeriums ist der bisher tiefgreifendste Eingriff in die römische Kurie im Pontifikat Benedikts XVI. Das Verhältnis zwischen dem inzwischen sich entchristlichenden Westen und dem Glauben steht in besonderer Weise im Zentrum der Aufmerksamkeit Joseph Ratzingers. „Die Kirche evangelisiert immer und hat ihren Weg der Evangelisierung nie unterbrochen, dennoch beobachten wir einen fortschreitenden Prozeß der Entchristlichung und des Verlusts der grundlegendsten menschlichen Werte, und das ist beunruhigend“, zitiert Il Giornale den damaligen Kardinal Ratzinger bei der Tagung im Jahr 2000. Deshalb suchen wir jenseits der kontinuierlichen, nie unterbrochenen und nie zu unterbrechenden Evangelisierung eine neue Evangelisierung, die imstande ist, sich jener Welt hörbar zu machen, die keinen Zugang zur ‚klassischen‘ Evangelisierung findet. Alle brauchen das Evangelium; das Evangelium ist für alle bestimmt und nicht nur für einen bestimmten Kreis und deshalb sind wir verpflichtet, neue Wege zu suchen, um das Evangelium allen zu bringen.“
Das neue Dikasterium entspringt dem genuinen Denken Papst Benedikts XVI.. Erzbischof Fisichella wird seine beiden bisherigen Aufgaben abgeben, um den neuen Rat zu leiten. Als Rektor an der berühmten Lateranuniversität wird ihm der Salesianerpater Enrico Dal Covolo nachfolgen. (http://www.katholisches.info/?p=8204)
13.01.2010 Vatikan:
Papst Benedikt hat sich mit seiner Angreiferin getroffen. Wie der Vatikanische Pressesaal berichtet, unterhielt er sich nach seiner Generalaudienz mit der Italo-Schweizerin Susanna Maiolo. Die Frau war zu Beginn der Christmette im Petersdom über die Absperrung auf ihn zugesprungen und hatte ihn zu Boden gerissen. Jetzt drückte sie dem Papst laut Vatikan-Statement „ihr Bedauern über das Vorgefallene“ aus; Benedikt wiederum habe ihr vergeben und sich nach ihrer Gesundheit erkundigt. Maiolo war eine Weile in einer Klinik in Subiaco bei Rom auf ihren Geisteszustand untersucht worden. Beim Gespräch mit dem Papst sei sie von zwei Angehörigen begleitet worden. (rv) (NL Radio Vatikan, 13.01.2010).
24.12.2009 Angriff auf Papst Benedikt XVI.: HEILIGABEND im Petersdom: Die Christmette des Papstes beginnt dieses Jahr mit Rücksicht auf sein Alter schon um 22:00 Uhr statt um Mitternacht. Pünktlich setzt sich die Prozession zum Einzug in St. Peter in Bewegung.
Nach wenigen Metern ein tausendstimmiger, entsetzter Aufschrei: Eine angeblich geistig verwirrte Frau aus der Schweiz, die das im Vorjahr schon einmal versucht hatte, springt plötzlich über die Abtrennung des Gangs, stürzt sich auf den Papst und reißt ihn zu Boden. Er bleibt unverletzt. Kardinal Etchegaray erleidet bei dem Überfall einen Oberschenkelhalsbruch. Dann beginnt die Christmette . . .
Wie wäre es denn mit der Reaktivierung der Sedia Gestatoria? Dann wäre der Papst zwar nicht ganz so nahe bei den Menschen, aber er wäre sicherer und alle könnten ihn sehr viel besser sehen [GH, aus eigener Erfahrung].

An Weihnachten feiern wir die Geburt des Gottmenschen Jesus Christus, sein Kommen in die Welt, als den Anfang unserer Erlösung. Aber, wie schon die Umstände der Geburt in einem Stall zeigen, war er nicht willkommen. Gott ist in der Welt - seiner eigenen Welt - nicht willkommen! Das erleben wir heute wieder mehr denn je. Die konkrete, hasserfüllte Ablehnung wird auf seine Diener, auf seine Gläubigen, auf die katholische Kirche übertragen. "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf", heißt es schon bei Johannes (1,11). Am Ende hängten sie ihn in Jerusalem ans Kreuz und waschen bis heute ihre Hände in Unschuld [GH].
Bericht und Video: Rheinische Post, 25.12.2009
30.11.2009 Rom: Zum Fest des orthodoxen Kirchenpatrons Andreas hat Papst Benedikt XVI. eine Grußbotschaft an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel gerichtet. In einem von Walter Kardinal Kasper persönlich überbrachten Brief an Bartholomaios I. würdigte der Papst die Fortschritte im Dialog beider Kirchen. Dabei hob er besonders die Bemühungen der internationalen katholisch-orthodoxen Theologenkommission hervor. Angesichts der gegenwärtigen globalen Herausforderungen sei es wichtig, dass beide Kirchen das ökumenische Gespräch weiter förderten. „Unsere Kirchen haben sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten aufrichtig bemüht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine vollständige Gemeinschaft anzustreben“, schreibt der Papst weiter. In Bezug auf seinen eigenen Leitungsanspruch rief der Papst dazu auf, das Petrusamt nicht „unter dem Aspekt der Macht“, sondern als „Dienst für die Einheit“ in der Gemeinschaft zu verstehen. (rv/kna) (NL Radio Vatikan, 30.11.2009).
09.11.2009 Vatikanstadt: Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern "Anglicanorum Coetibus" Am 4. November hat Papst Benedikt XVI. die angekündigte Apostolische Konstitution unterschrieben, die es Anglikanern unter Beibehaltung ihrer Tradition ermöglicht, katholisch zu werden. An diesem Montag wurde diese Konstitution mit dem Titel „Anglicanorum Coetibus“ der Öffentlichkeit vorgestellt.-
Gemeinsam mit der Apostolischen Konstitution hat Papst Benedikt die ergänzenden Normen in Kraft gesetzt, die die Umsetzung des Dokuments festlegen. Damit ergibt sich ein rechtlicher Rahmen für die Entstehung der geplanten Personalordinariate für ehemalige Anglikaner. Die Regeln legen fest, dass die (noch zu gründenden) Ordinariate zwar direkt der Glaubenskongregation unterstehen. Doch in ihren Aktivitäten und Zulassungen zu den Weihen sollten und müssen sie eng mit den Ortsbistümern zusammenarbeiten. Die ehemaligen Anglikaner sind auch in ihrer pastoralen Arbeit den katholischen Ortsbischöfen unterstellt. Ebenso können auch katholische Geistliche oder Ordensangehörige in den Ordinariaten pastoral arbeiten, aber ebenfalls unter der Leitung des Ortsbischofs. Mit allen diesen Regelungen wird gewährleistet, dass keine Sonderbistümer neben den katholischen Bistümern entstehen.
„Keine parallelen Bistümer“:
Ähnliche Absichten haben die Regelungen über die Kleriker, die in den Ordinariaten geweiht werden. Die Normen schließen aus, dass in der katholischen Kirche geweihte Priester das Priesteramt in den neuen Ordinariaten ausüben. Diese Regelung betrifft unter anderem den Primas der so genannten „Traditional Anglican Communion“, Erzbischof John Hepworth. Er war 1968 in der katholischen Kirche zum Priester geweiht worden, bevor er 1976 zur anglikanischen Kirche übertrat. Hepworth hatte die Ankündigung der Konstitution begrüßt und seinen Willen bekundet, [wieder] katholisch zu werden. Doch er wird in den zu gründenden Ordinariaten nicht als Priester wirken können.
Ebenso wird katholisch getauften Christen, wenn sie nicht in eine anglikanische Familie eingeheiratet haben, die Mitgliedschaft in den Ordinariaten verwehrt. Auch hier soll so vermieden werden, dass eine Parallelkirche zur katholischen Kirche entsteht.-
Die anglikanischen Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch wenn die Priesterkandidaten im Ordinariat gemeinsam mit den katholischen Seminaristen ausgebildet werden, so sollen sie eine eigene Zusatzausbildung bekommen. Ziel der Initiative des Papstes ist es, den geistlichen, liturgischen und pastoralen Reichtum der anglikanischen Tradition zu erhalten und gleichzeitig eine sichtbare Einheit mit der katholischen Kirche zu schaffen. So werden weiterhin Eucharistie, Stundengebet und andere liturgische Feiern nach dem anglikanischen Ritus möglich sein.-
Zölibatsregel bleibt bestehen:
Komplizierter werden die Regelungen, wenn es um verheiratete anglikanische Bischöfe und Priester geht. Alle anglikanischen Priester müssen sich weihen lassen, wenn sie das Amt auch in den Ordinariaten ausüben wollen [GH: Nach einer schon vor langer Zeit durchgeführten Untersuchung steht nicht fest, dass die anglikanischen Weihen durch die Jahrhunderte der Trennung hindurch in der apostolischen Sukzession erteilt wurden. Deshalb kann die katholische Kirche diese Weihen nicht anerkennen. Vorsichtshalber müssen sich deshalb die betreffenden Priester und Bischöfe in der kath. Kirche neu weihen lassen, falls sie in der kath. Kirche ein Amt ausüben wollen und dem keine anderen Hindernisse entgegenstehen]. Verheiratete Priester dürfen grundsätzlich Mitglied der Ordinariate werden. Auch verheiratete anglikanische Bischöfe dürfen katholisch werden; aber wollen sie innerhalb des anglikanischen Ordinariats ein Leitungsamt ausüben, so ist ihnen das nur als Priester und nicht als Bischof gestattet [weil nach den Kanones der Alten Kirche ein Bischof unverheiratet sein muss. GH]. Obwohl ihre Weihe offiziell nicht anerkannt wird, können ehemalige anglikanische Bischöfe vom Papst die Erlaubnis erbitten, weiterhin die Zeichen der Bischofswürde [wohl im Sinne der Epikie! GH] tragen zu dürfen, also Brustkreuz, Mitra, Ring und Krummstab. Grundsätzlich solle es aber möglich sein, im Einzelfall auch als verheirateter Mann in den Ordinariaten Priester werden zu können, auch wenn die katholischen Zölibatsbestimmungen in Zukunft auch für die ehemaligen Anglikaner die Regel sein sollen. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 09.11.2009).
16.07.2009 Rumänien:
Über 4.000 Menschen haben in Bukarest für die Erhaltung der lateinischen Kathedrale St. Joseph demonstriert. Die Grundmauern des katholischen Gotteshauses sind durch den Bau eines nur 75 Meter entfernten Hochhauses gefährdet. Da sich die Kathedrale in einem Erdbebengebiet befindet, droht sie einzustürzen, wenn die Bauarbeiten weitergehen. Seit zehn Jahren ist das Hochhaus Objekt eines Streits zwischen dem Erzbischof von Bukarest und der Baufirma. Zunächst hatte das Erzbistum einen einstweiligen Baustopp erlangt, vor kurzem aber gaben die Stadtbehörden dann doch den Forderungen des Bauunternehmens nach. Die rumänischen Katholiken haben angekündigt, in der kommenden Woche mit ihren Protestaktionen fortzufahren. (apic) (NL Radio Vatikan, 16.07.2009).
17.04.2009 Vatikan: Belgien überreicht Protestnote
Belgiens Botschafter beim Heiligen Stuhl hat den Protest des belgischen Parlaments gegen die Aussagen Papst Benedikts über Kondome offiziell im Vatikan überreicht. Das Treffen auf rein diplomatischer Ebene fand bereits am Mittwoch statt, teilte das Staatssekretariat an diesem Freitag mit. Der belgische Botschafter, Frank de Coninck, übergab das Protestschreiben dem vatikanischen „Außenminister“, Erzbischof Dominique Mamberti.
Das belgische Parlament bezeichnet in einer offiziellen Entschließung die Äußerungen Papst Benedikts über Kondome bei seiner Afrikareise als „inakzeptabel“. Das Staatssekretariat nehme den Protest des belgischen Abgeordnetenhauses „mit Bedauern zur Kenntnis“, heißt es in der Mitteilung aus dem Vatikan. Insbesondere sei schade, dass ein Parlament es für angemessen halte, „auf der Grundlage eines isolierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Interviewausschnitts“ den Papst zu kritisieren. Einige Gruppen hätten dieses Zitat „mit der klaren Absicht zur Einschüchterung benutzt, quasi um den Papst davon abhalten, sich über gewisse Themen von moralischer Tragweite zu äußern“, so das Kommunique in ungewöhnlich scharfen Worten.
Benedikt XVI. hatte bei seiner Afrikareise gesagt, das Aids-Problem lasse sich nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln, vielmehr verschlimmere ihre Benutzung das Problem. Die Lösung für Aids sei in zwei Richtungen zu suchen, einerseits in der Humanisierung der Sexualität, andererseits in einer wahren Freundschaft zu den Betroffenen. „Ohne diese moralische und erzieherische Dimension wird der Kampf gegen Aids nicht gelingen“, hält das Schreiben aus dem Staatssekretariat fest.
In einigen Ländern hätten die Aussagen des Papstes „eine beispiellose Medienkampagne entfesselt“, die sich fast ausschließlich auf das Präservativ bezog. Tröstlicherweise hätten aber die Afrikaner, die „wahren Freunde Afrikas“ und „einige Angehörige der wissenschaftlichen Gemeinde“ die Aussagen des Papstes verstanden und geschätzt. Ausdrücklich würdigt das Staatssekretariat die regionale Bischofskonferenz von Westafrika (CERAO). Diese hatte dem Papst für seine „Botschaft der Hoffnung“ gedankt. (rv) (NL Radio Vatikan, 17.04.2009). -- Da fehlen einem die Worte [GH]!
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Zum Vergleich hier der offizielle Text der Stellungnahme des Staatssekretariats Seiner Heiligkeit:
17.04.2009 COMUNICATO DELLA SEGRETERIA DI STATO:
CITTA' DEL VATICANO, 17 APR. 2009 (VIS). Di seguito riportiamo un Comunicato della Segreteria di Stato, diffuso nella tarda mattinata di oggi:
"L'Ambasciatore del Regno del Belgio, dietro istruzioni del Ministro degli Affari Esteri, ha fatto parte all'Eccellentissimo Monsignor Segretario per i Rapporti con gli Stati della Risoluzione con cui la Camera dei Rappresentanti del proprio Paese ha chiesto al governo belga di 'condannare le dichiarazioni inaccettabili del Papa in occasione del suo viaggio in Africa e di protestare ufficialmente presso la Santa Sede'. L'incontro si è svolto il 15 aprile c.m".
"La Segretaria di Stato prende atto con rammarico di tale passo, inconsueto nelle relazioni diplomatiche tra la Santa Sede e il Regno del Belgio. Deplora che una Assemblea Parlamentare abbia creduto opportuno di criticare il Santo Padre, sulla base di un estratto d'intervista troncato e isolato dal contesto, che è stato usato da alcuni gruppi con un chiaro intento intimidatorio, quasi a dissuadere il Papa dall'esprimersi in merito ad alcuni temi, la cui rilevanza morale è ovvia, e di insegnare la dottrina della Chiesa".
"Come si sa, il Santo Padre, rispondendo ad una domanda circa l'efficacia e il carattere realista delle posizioni della Chiesa in materia di lotta all'AIDS, ha dichiarato che la soluzione è da ricercare in due direzioni: da una parte nell'umanizzazione della sessualità e, dall'altra, in una autentica amicizia e disponibilità nei confronti delle persone sofferenti, sottolineando anche l'impegno della Chiesa in ambedue gli ambiti. Senza tale dimensione morale ed educativa la battaglia contro l'AIDS non sarà vinta".
"Mentre, in alcuni Paesi d'Europa, si scatenava una campagna mediatica senza precedenti sul valore preponderante, per non dire esclusivo, del profilattico nella lotta contro l'AIDS, è confortante costatare che le considerazioni di ordine morale sviluppate dal Santo Padre sono state capite e apprezzate, in particolare dagli africani e dai veri amici dell'Africa, nonché da alcuni membri della comunità scientifica. Come si può leggere in una recente dichiarazione della Conferenza Episcopale Regionale dell'Africa dell'Ovest (CERAO): 'Siamo grati per il messaggio di speranza che [il Santo Padre] è venuto ad affidarci in Camerun e in Angola. E' venuto ad incoraggiarci a vivere uniti, riconciliati nella giustizia e la pace, affinché la Chiesa in Africa sia lei stessa una fiamma ardente di speranza per la vita di tutto il continente. E lo ringraziamo per aver riproposto a tutti, con sfumatura, chiarezza e acume, l'insegnamento comune della Chiesa in materia di pastorale dei malati di AIDS".
SS/…/... VIS 090417 (430) (Vatican Information Service, 17.04.2009).
07.04.2009 Russland:
Der jetzige Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Bischof Hilarion (Alfejew), unterstützt den Papst in der Kondomdebatte. Der frühere Wiener russisch-orthodoxe Bischof ist erfreut, dass sich Benedikt XVI. in seinen öffentlichen Äußerungen nicht an der „political correctness“ orientiert. In einem Interview im russischen Fernsehen sagte Bischof Hilarion auf die Frage, was er von der westlichen Aufregung über die Kondom-Äußerung des Papstes auf dem Flug nach Afrika halte: „Die Leute sind offensichtlich nicht gewöhnt, dass das Oberhaupt der Kirche den traditionellen kirchlichen Standpunkt vertritt“. Weil der Papst sich nicht von der „political correctness“ leiten lasse, würden manche seiner Statements einen „Schockeffekt“ für die westliche Gesellschaft hervorrufen. Diese Haltung sei positiv zu bewerten, so Hilarion. Denn gerade das Oberhaupt der größten christlichen Kirche sollte sich nicht der „politisch korrekten“ Sprache anpassen, sondern den Menschen sagen, was seine Kirche lehrt. (kap) (NL Radio Vatikan, 07.04.2009).
25.03.2009 Rom: Eine Solidaritätsaktion für den Papst planen die afrikanischen Studenten in Rom. Sie richten sich gegen eine „Instrumentalisierung der Papstbotschaft für Afrika“. Der Kontinent sei nicht der Hauptabsatzmarkt für Kondome, heißt es in einem an diesem Mittwoch verbreiteten Aufruf. Die internationale Gemeinschaft solle vielmehr die Hauptprobleme Afrikas wahrnehmen: Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung, Grundeinkommen für Familien, ein Wirtschaftssystem, das Afrika nicht ausbeutet. Benedikt XVI. habe während seiner Pastoralreise zahlreiche Wege und Lösungen aufgezeigt, damit die Afrikaner selbst ihre Entwicklung in die Hand nehmen könnten. Die Kundgebung der afrikanischen Studenten ist für kommenden Sonntag vor dem Angelusgebet auf dem Petersplatz geplant. (rv) (NL Radio Vatikan, 25.03.2009).
25,03.2009 Kamerun: „Medien verdunkeln Papst-Botschaft für Afrika“
Die Debatte über die Afrikareise des Papstes und die ablehnende Haltung des Vatikans zu Kondomen als scheinbar allein erfolgreiche Methode im Kampf gegen die Ausbreitung von Aids hält an. Jetzt haben die Bischöfe Kameruns die westliche Berichterstattung über die Afrikareise des Papstes kritisiert. Der Umgang bestimmter Pressevertreter mit den Aussagen des Papstes über den Kampf gegen Aids und den Gebrauch von Kondomen sei „unverantwortlich“ und habe versucht, die Mission der Reise in den Schatten zu stellen, heißt es in einer an diesem Mittwoch verbreiteten Erklärung der Bischofskonferenz. Gleichzeitig rufen die Oberhirten Kameruns die Christen zu einem verantwortlichen Umgang mit der Sexualität und die Kirche zum vielfältigen Einsatz im Kampf gegen Aids auf.
Die westlichen Medien hätten die wesentlichen Aspekte der Reise Benedikts XVI. nach Afrika nicht beachtet, kritisieren die Bischöfe und benennen Papstworte zu Armut, Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden. Das fehlende Medienecho in diesen Fragen sei umso tragischer, da bekannt sei, wie viele Menschen Opfer von Bürgerkriegen und Hungersnöten oder Krankheiten würden; diese Dramen würden in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Mit ihrer verkürzten Berichterstattung hätten die Medien überdies das Engagement der Kirche für die Kranken auf die Kondomfrage reduziert und die Worte des Papstes in ein falsches Licht gestellt, so die Bischöfe weiter.
Der Papst stelle „den Menschen in den Mittelpunkt seiner Sorge“ und erinnere „an die Lehre Christi und der Kirche“. Diese Lehre spreche von der Würde eines jeden Menschen als Adoptivkind Gottes. Die katholische Kirche kämpfe daher täglich und auf vielfältige Weise gegen die Ausbreitung von Aids, versorge die Kranken, begleite sie und ihre Familien. Das sei die erste Botschaft des Papstes gewesen.
Der zweite Aspekt: Die Kirche könne sich nicht aus ihrer Pflicht stehlen, als moralische Kraft zu ehelicher Treue und zu Abstinenz aufzurufen. Jeder außereheliche Geschlechtsverkehr sei gefährlich und unterstütze die Ausbreitung des HI-Virus, so die Bischöfe weiter. Die Menschen in Kamerun hätten die Botschaften des Papstes - anders als die westlichen Medien - sehr wohl verstanden und das Kirchenoberhaupt mit Freude und Enthusiasmus aufgenommen. (rv) (NL Radio Vatikan, 25.03.2009).
24.03.2009 Wien: Scharfe Kritik an der Berichterstattung der westlichen Medien über die Afrikareise des Papstes hat Kardinal Christoph Schönborn am Montag am Rand einer Pressekonferenz in Wien geübt. Wie die Nachrichtenagentur „Kathpress“ berichtet, nannte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz die Berichterstattung vieler Medien über den Pastoralbesuch des Papstes in Kamerun und Angola „schlichtweg inakzeptabel“. „Es grenzt an einen Skandal“, so Kardinal Schönborn wörtlich, „wie extrem selektiv die Wahrnehmung dieser Reise war. In Europa habe man oft nur das hören und lesen können was, laut Schönborn, „verfälscht herausgefiltert wurde“. Dies habe nichts mit seriöser Informationsvermittlung zu tun. Die Botschaften des Papstes seien „essenziell“ gewesen und „eine große Ermahnung an die wohlhabenden Länder“, unterstrich der Kardinal. Man müsse sich die Mühe machen, diese Botschaften genau zu lesen. (kap) (NL Radio Vatikan, 24.03.2009).
16.03.2009 Die offizielle Webseite des Heiligen Stuhls gibt es in Kürze auch auf Chinesisch. Das teilte der Vatikanische Pressesaal am Montag mit. Ab Donnerstag wird der Heilige Stuhl auch in der meistgesprochenen Sprache der Welt online gehen. Durch den neuen Service können Nutzer aus aller Welt die Texte von Papst Benedikt XVI. auch in klassischem und vereinfachtem Chinesisch abrufen. Nach Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Portugiesisch und Latein ist die Seite www.vatican.va damit in insgesamt acht Sprachen verfügbar. (rv) (NL Radio Vatikan, 16.03.2009).
21.02.2009 Vatikan:
Der aus Belgien stammende „Apostel der Lepra-Kranken", P. Damian de Veuster (1840-1889), wird am 11. Oktober von Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz heiliggesprochen.
Das gab der Vatikan am Samstag nach einem Konsistorium im Apostolischen Palast bekannt. Bei der Kardinalsversammlung erließ der Papst Dekrete für insgesamt zehn Selige, die er im Laufe dieses Jahres zur höchsten Ehre der Altäre erheben will. Über die Heiligsprechung de Veusters, des Apostels der Aussätzigen, der später selbst aussätzig wurde, freut sich insbesondere die Ordensgemeinschaft „von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens“, dem der bald Heiliggesprochene angehörte. Auch die deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe begrüßte die Nachricht aus dem Vatikan. Die künftigen Heiligen sind fast ausnahmslos Ordensgründer und Ordensgründerinnen aus verschiedenen Nationen. Die anderen fünf Seligen sollen bereits am 26. April heiliggesprochen werden. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 21.02.2009).
05.02.2009 Papst-Kritik: Merkel erfährt Würdigung Kanzlerin Merkel bekommt für ihre klaren Worte im Streit um den Holocaust-Leugner Williamson auch Zuspruch. Der Zentralrat der Juden und Auschwitz-Überlebende dankten ihr.
"Wir empfinden ihre eindeutige Stellungnahme auch als menschliche Zuwendung den Opfern gegenüber“, hieß es in einer Erklärung des Internationalen Auschwitz Komitees vom Donnerstag. Die Stellungnahme habe darüber hinaus für die Auschwitz-Überlebenden „von deutschem Boden aus und von einer deutschen Bundeskanzlerin ausgesprochen“ einen hohen symbolischen Wert. Zugleich stellte die Organisation klar, dass für einen bekennenden Holocaust-Leugner kein Platz am Tisch der katholischen Kirche sein dürfe. „Die begonnene klare Distanzierung durch Worte muss durch Handeln verdeutlicht werden“, hieß es.
Dieter Graumann, Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte im NDR, Angela Merkel gebühre Respekt „für ihre sagenhafte Erklärung“. Als Kanzlerin und CDU-Vorsitzende habe sie „kolossale Courage gezeigt und einen sagenhaften Mut“. Merkel habe gezeigt, „dass ihre Einstellung zu Fragen von Juden und Holocaust wirklich moralisch begründet ist“. Auch der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering habe sich sehr klar geäußert. „Das tut uns schon mal sehr gut“, sagte Graumann.
Merkel hatte Papst Benedikt XVI. am Dienstag ungewöhnlich scharf kritisiert und ihn zu einer Klarstellung in der Debatte über die Rehabilitierung des Holocaust-Leugners Richard Williamson aufgefordert. Der Papst müsse „sehr eindeutig“ erklären, dass es keine Leugnung des Holocaust geben dürfe, sagte sie. „Diese Klarstellungen sind aus meiner Sicht noch nicht ausreichend erfolgt." (FOCUS Online, 05.02.2009).
Kommentar [GH]: Der Beifall von bestimmter und interessierten Seite ist signifikativ und zeigt zugleich auf traurige Weise, worum es dem Zentralkomitee und der Presse wirklich geht: Die katholische Kirche weiter zu diffamieren und zu inkriminieren, nachdem ihr dies schon bei dem großen Papst Pius XII. so prächtig zu gelingen scheint. Der mündige Christ sollte dies zum Anlass nehmen, die Methoden der Medien zu durchschauen, ihre Äußerungen schon rein logisch zu prüfen und sich dann erst ein Urteil zu bilden. Die Methoden der Propaganda sind immer dieselben: Chronologisch und sachlich falsche Zusammenhänge herstellen, von persönlichen Vorurteilen gefärbte Kommentare abgeben, diffamierende Schuldzuweisungen nach Gutdünken diktieren und in die gewünschte Richtung lenken, Vorverurteilung ohne Rücksicht auf die Wahrheit, "moralische" Entrüstung, gewissenlose Äußerungen mit der Absicht zu schaden und zu mobben, Verdummung der Massen, Mitläufertum und Selbstüberschätzung wie zuletzt bei Frau Merkel. Wer das auch noch unterstützt, zeigt, wes Geistes Kind er in Wirklichkeit ist. Der Papst, der jetzt so furios demoralisiert wird, kann einem leid tun, selbst wenn da der Kurie zurechenbare Fehler gemacht wurden. Das einzig Positive ist, dass die meisten Medien mal wieder zeigen, wozu sie fähig sind, wenn sie ihre Macht missbrauchen. Deshalb gibt es in Wahrheit keinen Grund, als Katholik nicht mit Papst Benedikt XVI. solidarisch zu sein.
28.01.2009 Papst: „Traditionalisten müssen Konzil anerkennen“
Papst Benedikt XVI. hat die Bischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft Sankt Pius X. dazu ermahnt, die Lehren des II. Vatikanischen Konzils anzuerkennen. Er tat dies in einem ungewöhnlichen Schritt, nämlich mit der Verlesung einer kurzen öffentlichen Erklärung gegen Ende der Generalaudienz:
„Ich habe vor einigen Tagen über die Aufhebung der Exkommunikation für die vier Bischöfe entschieden, die 1988 von Erzbischof Lefebvre ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren. Ich habe diesen Akt der väterlichen Barmherzigkeit gesetzt, weil diese Bischöfe mir wiederholt ihr tiefes Leiden an der Situation bekundeten, in der sie sich befanden. Ich wünsche, dass auf diese meine Geste das umgehende Bemühen von ihrer Seite folgt, die weiteren notwendigen Schritte zu tun, um die volle Einheit mit der Kirche herzustellen. So sollen sie echte Treue und wahrhafte Anerkennung des Lehramtes und der Autorität des Papstes und des II. Vatikanischen Konzils bezeugen.“ (rv) (Nach NL Radio Vatikan, 289.01.2009).
24.01.2009 Vatikan: Exkommunikation aufgehoben
Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation der vier Bischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgehoben. Ein entsprechendes Dekret des Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, hat der Vatikan an diesem Samstag bekanntgegeben. Der Papst reagiere damit auf ein entsprechendes Gesuch des Generalsuperiors der Gemeinschaft, heißt es darin.
Bischof Bernard Fellay hatte sich am 15. Dezember 2008 neuerlich an die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei” gewandt, die für die Aussöhnung mit traditionsorientierten Gruppen zuständig ist. In diesem Schreiben versicherte der Prälat auch im Namen der übrigen drei Bischöfe der Gemeinschaft, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta, „alle unsere Kräfte in den Dienst der Kirche Unseres Herrn Jesus Christus zu stellen, die die katholische Kirche ist”, ihre Lehren zu akzeptieren und an den Primat Petri und seine Vorrechte zu glauben.
Die [wegen der unerlaubten Weihe von selbst eingetretene] Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft bestand seit 21 Jahren. Die vatikanische Bischofskongregation hatte sie am 1. Juli 1988 festgestellt, einen Tag nach der unerlaubten Weihe der Bischöfe durch den Gründer der Bruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre. Dieser argumentierte in der Folge, er habe aus einer Notlage heraus gehandelt, um den Glauben der Kirche zu bewahren.
Benedikt XVI. habe beschlossen, die kirchenrechtliche Situation der Bischöfe zu überdenken, weil er ihrem „spirituellen Unbehagen” infolge der Strafe der Exkommunikation mit „väterlicher Einfühlsamkeit” begegne, heißt es in dem Dekret. Auch glaube er ihren schriftlichen Versicherungen, mit den Autoritäten des Heiligen Stuhles ernsthaft über die bestehenden Differenzen reden zu wollen, um „bald zu einer vollen und zufrieden stellenden Lösung des zugrunde liegenden Problems” gelangen zu können.
Mit der Aufhebung der Exkommunikation wolle man den Beziehungen zu der Bruderschaft „Stabilität geben”. Dieses „Geschenk des Friedens” zum Ende der Weihnachtszeit solle auch ein Zeichen sein, die „Einheit in der Barmherzigkeit der Universalkirche” zu fördern und „den Skandal der Spaltung” zu überwinden, heißt es in dem Dokument. (NL Radio Vatikan, 24.01.2009). [Weder die Exkommunikation noch deren Aufhebung hat irgendetwas mit den umstrittenen Äußerungen des englischen Bischofs Richard Williamson zu tun, die erst nach der Unterzeichnung des päpstlichen Dekrets bekannt wurden - auch wenn jüdische und andere Medien dies anders darstellen. GH].
19.01.2009 Vatikan: Der Heilige Stuhl plant seine Teilnahme an einem „kirchlichen und bürgerlichen Großereignis von ökumenischem und interreligiösem Charakter“. Es soll im Jahr 2013 in Mailand den 1700. Jahrestag des so genannten „Edikts von Mailand“ [besser: Mailänder Toleranzreskript (GH)] markieren und ein Fest der Religionsfreiheit sein. Das erklärte der Präsident des vatikanischen Familienrates, Kardinal Ennio Antonelli, jetzt vor Journalisten. Das von Kaiser Konstantin d.Gr. erlassene „Edikt von Mailand“ aus dem Jahr 313 beendete die Christenverfolgungen im Alten Rom und proklamierte die Neutralität des Römischen Reiches in Glaubensfragen. (ansa) (nach NL Radio Vatikan, 19.01.2009).
22.12.2008 China:
Die Bischöfe in der Volksrepublik brauchen die Ermutigung von Papst Benedikt XVI. Das hat der Erzbischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, betont. Nach 50 Jahren der Religionsunterdrückung leisteten sie einen heroischen Dienst, brauchten allerdings die Unterstützung aus Rom und klare Vorgaben für ihre Arbeit. Im April dieses Jahres hatte der Vatikan 90 chinesische Bischöfe in ihrem Amt bestätigt, nachdem Unklarheiten über die Gültigkeit einiger nicht von Rom erteilten Weihen aufgetreten waren. Das Schreiben hatte die kirchlichen Prinzipien und die Verbundenheit mit dem Papst ins Zentrum des bischöflichen Hirtenamtes gestellt. (ucanews) (NL Radio Vatikan, 22.12.2008).
19.12.2008 Rom/Münster/Essen/Trier:
„Münster bekommt einen sehr guten Bischof“
Der Bischof von Essen und frühere Trierer Weihbischof Felix Genn wird Bischof von Münster und Nachfolger von Reinhard Lettmann (1980-2008). Der ehemalige Trierer Weihbischof Dr. Felix Genn (58) ist von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Münster ernannt worden. Das wurde am 19. Dezember in Rom und Münster bekanntgegeben. Felix Genn war seit 2003 Bischof von Essen. Der Trierer Diözesanadministrator Bischof Robert Brahm hat Felix Genn und dem Bistum Münster gratuliert: „Das Bistum Münster kann sich freuen: Es bekommt einen sehr guten Bischof."
Bischof Brahm: „Schon als Weihbischof im Bistum Trier hat Felix Genn schnell die Herzen und den Respekt der Menschen gewonnen. Das lag vor allem an seiner Fähigkeit des aufmerksamen Wahrnehmens. Felix Genn besitzt eine sensible Beobachtungsgabe und eine gute Menschen- und Weltkenntnis. Ihm geht es immer um eins: Leben aus und in der Verbundenheit mit Gott und den Menschen. Ich wünsche Felix Genn, auch im Namen aller Gläubigen im Bistum Trier, für seine neue Aufgabe alles Gute und Gottes Segen."
Felix Genn wurde 1950 in Burgbrohl, einer rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde 30 Kilometer nordwestlich von Koblenz geboren. Aufgewachsen ist er im benachbarten Wassenach. 1976 wurde er in Trier zum Priester geweiht. Als Subregens – Stellvertretender Leiter – des Trierer Priesterseminars war er ab 1978 für die Ausbildung des Priesternachwuchses zuständig. Als Lehrbeauftragter für christliche Spiritualität an der Theologischen Fakultät vermittelte er ab 1994 das Wissen der alten Meister und die Erkenntnisse und Methoden der Gottesbegegnung. Im Bistum Trier und darüber hinaus bekannt wurde Felix Genn als Leiter der großen Christuswallfahrt zum Heiligen Rock 1996. Dabei war ihm wichtig: die Wallfahrt sollte kein internationaler „Event" werden, sondern die Menschen zur Begegnung mit Christus führen.
Nach der Wallfahrt übernahm er die Leitung des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen, einem Institut für spätberufene Priesteramtskandidaten. Nur anderthalb Jahre später wurde Felix Genn am 16. April 1999 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof für das Bistum Trier ernannt. Unter großer Beteiligung der Gläubigen aus dem gesamten Bistum wurde er sechs Wochen später am 30. Mai 1999 im Hohen Dom zu Trier zum Bischof geweiht. Als Weihbischof war er für den Visitationsbezirk Saar mit etwa 650.000 Katholiken zuständig. Hier ging er stets mit großer Offenheit auf die Menschen zu. Schnell spürten die Saarländerinnen und Saarländer: hier kommt ein Weihbischof, der wissen will, was die Menschen alltäglich bewegt, bevor er zu ihnen spricht.
Vier Jahre nach seiner Bischofsweihe wurde Felix Genn am 4. April 2003 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Essen ernannt. Am 6. Juli 2003 wurde er in sein Amt als „Ruhrbischof" eingeführt. Ein Jahr später wurde er zum Ehrenkapitular an der Hohen Domkirche in Trier ernannt.
Weitere Informationen, auch eine Glückwunschseite, gibt es im Internet unter www.bistum-trier.de (Bistums-Newsletter Pressedienst 19.12.2008).
21.11.2008 UNO/Vatikan: Vatikan weist Kritik zurück. Der Vatikan wehrt sich gegen „scharfe Kritik“ auf internationaler Bühne. Sie war laut geworden, weil der Heilige Stuhl nicht die französische Homosexuellen-Initiative bei der UNO unterstützt und nicht die Behinderten-konvention unterzeichnet. In einem Leitartikel seiner Zeitung „L’Osservatore Romano“ vom Dienstag geht der Vatikan nun auf die Kritik ein.
Vorab betont die Autorin Lucetta Scaraffia: Die Kirche hat sich in einem Gutteil ihrer Geschichte als Institution der Nächstenliebe bewährt, die die Rechte der Schwächsten schützt. Wer das übersehe, zeichne ein Zerrbild. Der Heilige Stuhl leugne auch gar nicht, dass sowohl die französische Initiative für Homosexuelle als auch die Behindertenkonvention 'viele positive Elemente' enthielten. Warum also trotzdem das Nein aus dem Vatikan? Weil die Homosexuellen-Initiative durch die Hintertür (sprich: durch eine „zweideutige Formulierung“) eine „Ehe zwischen Homosexuellen“ einführe – „und damit auch das Recht auf Adoption von Kindern durch solche Paare und auf künstliche Befruchtung für sie“. Und weil die Behindertenkonvention „die Möglichkeit zur Abtreibung für Behinderte“ festschreibe.
Dagegen stelle sich die Kirche, auch wenn sie im Gegenzug wüst beschimpft und ihr Bild in der Öffentlichkeit „manipuliert“ [verzerrt] und „schwer beschädigt“ werde. Der Artikel wörtlich: „Das ist der Preis, den die katholische Kirche dafür zahlt, dass sie weltweit die einzige wichtige Institution ist, die sich in vernünftiger Weise gegen Praktiken wendet, die der Würde des Menschen widersprechen“. Die Kirche sei auch die einzige, die „stets und ohne Furcht die wahren Opfer benennt“: „Nicht nur die Homosexuellen, sondern auch die Kinder, die diese zu haben wünschen; nicht nur die Frauen, die abtreiben oder dazu gezwungen werden, sondern auch die Föten, denen das Recht verwehrt wird, zur Welt zu kommen; nicht nur die Kranken, sondern auch die Embryonen, denen man die Entfaltung ihres Lebens verweigert.“
Nach dem Zusammenbruch der Ideologien sei der Glaube an die Zukunft mittlerweile von einer „ohnmächtigen Tyrannei des richtigen Fühlens“ abgelöst worden, analysiert der Aufsatz in Anlehnung an den französischen Philosophen Marcel Gauchet. Gesucht werde heute nicht mehr nach Gerechtigkeit und Wahrheit, sondern nach der „Fähigkeit, sich als Opfer zu sehen“. Der „Wettlauf um das Opfersein“ aber – so das Vatikan-Urteil, das dem Essay seinen Titel gibt – „verdunkelt die Realität.“ (or) (NL Radio Vatikan, 10.12.2008).
Papst Benedikt wird in den Tagen von Weihnachten und Neujahr allen großen Feiern im Vatikan selbst vorstehen. Das bestätigte das liturgische Büro des Vatikans an diesem Freitag. Zum ersten Advent wird der Papst in St. Peter die Erste Vesper halten, am Sonntag außerdem eine hl. Messe in der römischen Basilika San Lorenzo fuori le Mura. Höhepunkte in seinem Terminkalender sind die Mitternachtsmesse am 24. Dezember und der Segen Urbi et Orbi am Ersten Weihnachtstag. Bestätigt wurden auch die traditionellen Termine wie der Besuch an der Mariensäule bei der Spanischen Treppe am 8. Dezember, die Papstmesse mit Taufe in der Sixtinischen Kapelle am 11. Januar und der Vespergottesdienst zum Abschluss der Gebetswoche der Einheit der Christen in Sankt Paul vor den Mauern am Fest der Bekehrung des Apostels Paulus (25. Januar). (rv) (NL Radio Vatikan, 21.11.2008).
24.10.2008 Römische Synode: Abschlussbotschaft gegen biblischen Fundamentalismus Erkenntnisse der Bibelwissenschaft und spirituelle wie theologische Tradition müssen „unauflösbar verbunden sein“. Das haben die Teilnehmer der 12., nach drei Wochen jetzt zu Ende gehenden Weltbischofssynode im Vatikan unterstrichen und gleichzeitig jede Form des Fundamentalismus zurückgewiesen. Die Bibel erfordere eine historische und literarische Analyse. Um den vollen Sinn der Texte zu verstehen, brauche es jedoch die Überlieferung der Gesamtkirche und den Glauben, heißt es in der an diesem Freitag veröffentlichten „Botschaft an das Volk Gottes“ zum Abschluss der 12. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode. (NL Radio Vatikan, 24.10.2008).
09.10.2008: Pius XII., Papst in schwerer Zeit

Vor fünfzig Jahren, am 9. Oktober 1958, starb Pius XII. Als „Pastor Angelicus” steuerte Papst Eugenio Pacelli die Kirche mit Gottvertrauen und Diplomatie durch schwierige Zeiten. Der italienische und deutsche Faschismus, die Tragödie des Zweiten Weltkriegs und der Ost - West - Konflikt nach 1945 waren die dramatischen Ereignisse, die sein neunzehnjähriges Pontifikat prägten. Dennoch veranlasste Pius Reformen, deren Erfolg noch heute sichtbar ist. Die Kirche würdigt ihn an diesem Donnerstag als fürsorglichen Oberhirten und Intellektuellen, der im Rahmen der Tradition auch für moderne Entwicklungen offen war... (rv) (nach NL Radio Vatikan, 08.10.2008).
20.07.2007 Sydney: Großes Finale des Weltjugendtags

Mit dem größten Gottesdienst in der Geschichte Australiens ist in Sydney der katholische Weltjugendtag zu Ende gegangen. Vor rund 400.000 Menschen rief Papst Benedikt XVI. am Sonntagmorgen (Ortszeit) zu einer Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Dabei prangerte er die neuen „geistlichen Wüsten” des Materialismus an, die sich überall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine „neue Ära”, in der Egoismus, Habgier und Oberflächlichkeit durch Solidarität, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft des Heiligen Geistes. Während des Gottesdienstes spendete das Kirchenoberhaupt 24 jungen Katholiken aus allen Kontinenten das Firmsakrament. – Zu dem fünftägigen Treffen waren auf Einladung des Papstes katholische Jugendliche aus 170 Nationen nach Australien gekommen. Der nächste Weltjugendtag soll 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden, wie Benedikt XVI. am Ende der Messe ankündigte.
Papst Benedikt XVI verabschiedet sich am Montagmorgen (Ortszeit) aus Sydney. Nach 20-stündigem Flug und technischem Zwischenstopp in Darwin im Norden Australiens wird er gegen 23.00 Uhr in Rom-Ciampino zurückerwartet. Von dort fährt er zurück in die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo. (rv/kna) (Nach Radio Vatikan, 20.07.2008).
30.06.2008 Frankreich
Keine Einigung mit den Traditionalisten. Die von dem exkommunizierten Schweizer Bischof Bernard Fellay geführte weltweite Priesterbruderschaft Pius X. geht nicht auf die Vorschläge des Vatikans ein, die es erlauben sollten, die Traditionalisten wieder in die Kirche zu integrieren. Bevor die Fragen der Glaubenslehre, die sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil stellten, nicht geklärt seien, werde es keinerlei praktische oder kirchenrechtliche Abmachungen mit dem Vatikan geben können, bekräftigte Abbé Alain Lorans, Sprecher der Priesterbruderschaft Pius X. in Ecône, am 27. Juni gegenüber der französischen Nachrichtenagentur afp. - Der zuständige Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos hatte die Priesterbruderschaft am 4. Juni aufgefordert, bis zum 28. Juni eine fünf Punkte umfassende Erklärung zu unterzeichnen. Darin fordert der Vatikan die Traditionalisten unter anderem zur Anerkennung auf, dass es keine über dem Papst stehende Lehrautorität gibt; auch sollten sie sich nicht öffentlich in Gegensatz zum Papst stellen. Erst dann könne man über das Ende der Exkommunikation reden. (kipa) (NL Radio Vatikan, 30.06.2008).
28.06.2008 Italien:
Die „Pius-Bruderschaft” lehnt eine Vereinigung mit Rom kategorisch ab. „Die Geste des Papstes, dessen guten Willen wir anerkennen, hat uns gefallen, aber sie reicht nicht aus.” Das sagte Richard Williamson gegenüber der italienischen Online-Zeitung „Petrus”. Williamson ist einer der vier Weihbischöfe der „Pius-Bruderschaft”. Sie wird weltweit vom exkommunizierten Schweizer Bischof Bernard Fellay geführt. Weiter sagte Williamson wörtlich, in der Kirche herrsche „ein Krieg zwischen dem gesunden Traditionalismus und dem nachkonziliaren Modernismus”. Niemals werde die Bruderschaft das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 28.06.2008).
27.06.2008 Vatikan: Papst Benedikt XVI. hat Agostino Vallini zum neuen römischen Kardinalvikar ernannt. Dieser vertritt den Papst in seiner Eigenschaft als Bischof von Rom. Der 68-jährige tritt die Nachfolge von Kardinal Camillo Ruini an, der auch lange Jahre Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz war. Vallini leitete bisher die Apostolische Signatur, den obersten Gerichtshof der katholischen Kirche. Neuer Präfekt der Signatur wird der US-Amerikaner Raymond Leo Burke, bislang Erzbischof von Saint Louis. (rv) (NL Radio Vatikan, 27.06.2008).
24.06.2008 Vatikan/Schweiz:
Keine Bestätigung gibt es im Vatikan bisher für ein angebliches „Ultimatum” an die Traditionalisten des früheren Erzbischofs Marcel Lefebvre. Laut der italienischen Tageszeitung „Il Giornale” soll der zuständige Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos die traditionalistische Priesterbruderschaft „Pius X.” aufgefordert haben, bis zum 28. Juni 2008 eine fünf Punkte umfassende Erklärung zu unterzeichnen. Die Priesterbruderschaft hat den Kontakt gegenüber Kipa bestätigt. Mit dieser Erklärung soll die Bewegung, die die letzte Liturgiereform wie auch andere Kirchenreformen der vergangenen 50 Jahr ablehnt, das Zwewite Vatikanische Konzil anerkennen und die Gültigkeit des neuen Messritus bestätigen, schreibt die Zeitung. Für den Fall einer Einigung könnte die Priesterbruderschaft in der Kirche den Status einer Personalprälatur, analog zum „Opus Dei” erhalten, so das in Mailand erscheinende Blatt. Abbé Alain-Marc Nély von der traditionalistischen Priesterbruderschaft Pius X. mit Sitz im schweizerischen Menzingen (Kanton Zug) hat an diesem Montag gegenüber der Presseagentur Kipa bestätigt, dass der Vatikan Anfang Juni mit entsprechenden Vorschlägen an die Priesterbruderschaft herangetreten ist. Man werde dem Vatikan bis zum 28. Juni eine Antwort zukommen lassen und diese auch öffentlich zugänglich machen. Wie diese inhaltlich ausfallen wird, wollte Nély nicht sagen. Alain-Marc Nély ist zweiter Assistent von Bischof Bernard Fellay, dem Leiter der Priesterbruderschaft. Im Frühjahr 1988 war eine vom damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger in mehreren Gesprächen mit Erzbischof Lefebvre geplante Einigung im letzten Moment geplatzt. Lefebvre weihte daraufhin vier Priester ohne die Zustimmung und gegen die Warnung von Papst Johannes Paul II. zu Bischöfen. Dieser selbst und die vier Geweihten wurden daraufhin exkommuniziert. Bernard Fellay, einer dieser vier Bischöfe und Leiter der Priesterbruderschaft, hatte den Vatikan wiederholt um Rücknahme der Exkommunikation gebeten. In den vergangenen Jahren wandte er sich mehrfach an Kardinal Castrillon Hoyos, den Präsidenten der Kommission „Ecclesia Dei”, die der letzte Papst 1988 für den Kontakt zu den Traditionalisten eingesetzt hatte. (kipa) (NL Radio Vatikan, 24.06.2008).
21.06.2008 Weißrussland:
Weißrussland will seine Beziehungen zum Vatikan verbessern. Präsident Alexander Lukaschenko hat deshalb Papst Benedikt XVI. zu einem Besuch eingeladen. Auch äußerte er die Bereitschaft zu einem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl. Lukaschenko traf am Freitag in Minsk mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zusammen. Bertone hatte sich für ein Konkordat mit der ehemaligen Sowjetrepublik ausgesprochen. Beobachter glauben, dass der autoritär regierende Lukaschenko vor der Parlamentswahl im September verstärktes Interesse daran hat, sein Image im Westen zu verbessern. Die Gesetze zur Religion in Weißrussland zählen zu den repressivsten in Europa. 80 Prozent der Bewohner bekennen sich zum orthodoxen Glauben, 15 Prozent sind Katholiken. (ap) (NL Radio Vatikan, 21.06.2008).
20.06.2008 Vatikan/Weißrussland
Der Heilige Stuhl ist an engerer Zusammenarbeit mit Weißrussland interessiert. Das sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bei einer Begegnung mit dem weißrussischen Außenminister Sergei Martyno. Man wolle der Regierung sowohl bilaterale Beziehungen als auch gemeinsames internationales Engagement für den Frieden und den Fortschritt der Menschheit vorschlagen. Staat und Kirche müssten auch innerhalb des Landes mit Respekt und Achtung der jeweiligen Kompetenz eng zusammenarbeiten, so Bertone, der sich bis Sonntag in dem ehemaligen Sowjetstaat aufhält. Er besucht die Diözesen Minsk, Pinsk und das Priesterseminar in Grodno. An der staatlichen Universität von Weißrussland wird Bertone einen Vortrag zum Thema „Glaube und Vernunft: Wege der Gottesrede für den modernen Menschen“ halten. - Der weißrussische Regierungsbevollmächtigte für religiöse Angelegenheit en, Leonid Gulaka, hatte einen Monat vor der Reise bestätigt, dass der Abschluss eines Konkordats mit dem Vatikan in Vorbereitung sei. Gulaka hat die Initiative für das Konkordat nach eigenen Angaben mit dem Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz vereinbart. (rv/zenit) (NL Radio Vatikan, 20.06.2008).
08.06.2008 Vatikan:
Die Vatikanische Gendarmerie wird nächstens eine „Schnelle Eingreiftruppe“ aufstellen. Auch erhalten die Vatikan-Polizisten demnächst eine neue Uniform. Das gab der vatikanische Polizeidienst jetzt in „L`Osservatore Romano“ vom Sonntag bekannt. Die neuen Einsatztruppen sollen die Sicherheitsmaßnahmen gegen terroristische Anschläge im kleinsten Staat der Welt verstärken. Die Gendarmerie habe hierzu zwei Sondereinheiten eingerichtet. Neben der „Schnellen Eingreifgruppe“ soll zusätzlich eine „Anti-Sabotage-Abteilung“ eingerichtet werden. Das erklärte der Kommandant des Wach-Corps, Domenico Giani, in dem Interview der Vatikan-Zeitung. Die Gendarmerie besteht heute aus rund 150 Italienern. Zurzeit gebe es aber keine akute Gefahr, hieß es im Vatikan. Beide Abteilungen verfügten über die notwendige technische Ausstattung, ihre Mitglieder seien speziell ausgebildet und könnten in einem Ernstfall sofort eingreifen, so Giani. Zudem verfügten sie über die Einbindung in Informations- systeme und -kanäle, auch von Interpol, um Gefahrenmomente analysieren zu können. Die Abteilungen seien im Zuge der wachsenden weltweiten terroristischen Bedrohungen eingerichtet worden. (or) (NL Radio Vatikan, 08.06.2008).
05.06.2008 Kardinal Tarcisio Bertone reist nach Weißrussland.
Der vatikanische Kardinalstaatssekretär wird sich vom 18. bis 22. Juni in dem Land aufhalten und dort auch mit Regierungsmitgliedern sprechen. Das gab der Vatikan am Donnerstag bekannt. Bertone plane Gottesdienste im Erzbistum Minsk sowie den Bistümern Pinsk und Grodno; auch eine Begegnung mit den weißrussischen Bischöfen stehe auf seinem Programm. Die Details sind noch nicht sicher. Wie die meisten Staaten des früheren Ostblocks gilt Weißrussland als mehrheitlich atheistisch; die Kirchen, vor allem die orthodoxe, aber auch die katholische, gewinnen dort jedoch an Boden. (ansa) (NL Radio Vatikan, 05.06.2008).
01.06.2008 Vatikan:
Der vatikanische Fernsehdienst „Vatican Service News“ stellt sein Programm jetzt auch ins Internet. Auf der Seite www.vaticanservicenews.org sind zunächst die 30-minütigen Wochenschauen mit Nachrichten über den Papst und die Kurie auf Italienisch zu sehen. Die Beiträge werden jeden Freitag aktualisiert. In Zukunft soll das Angebot auch Aufzeichnungen aus dem Archiv umfassen und in mehreren Sprachen angeboten werden. Bislang verbreitete „Vatican Service News“ seine Produktionen über verschiedene Lokalsender. (kna) (NL Radio Vatikan, 01.06.2008).
10.05.2008 Deutschland:
Kirchliche Trauungen sind ab 2009 ausnahms- weise auch ohne vorherige standesamtliche Eheschließung möglich.
Möglich wird das durch ein neues Personenstandsrecht, das der Bundestag im vergangenen Jahr verabschiedet hatte. Die Deutsche Bischofskonferenz arbeitet dazu derzeit eine kirchenrechtliche Regelung aus. Danach sollen kirchliche Heiraten ohne staatlichen Trauschein nur mit Ausnahmegenehmigung des Bischofs möglich sein. Gedacht sei vor allem an die sogenannte Rentnerehe, bei der zwei Hinterbliebene den kirchlichen Segen wünschen, ohne ihre Witwenrente zu verlieren. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe im Februar in Würzburg hatte Kardinal Karl Lehmann bereits darauf hingewiesen, dass die seelsorgerischen und gesellschaftlichen Folgen der Neuregelung genau zu bedenken seien. Grundsätzlich sei die Freigabe der kirchlichen Trauung eine alte Forderung der katholischen K irche. - Die rund 120 Jahre alte bestehende Regelung entstammt dem Kulturkampf zwischen Preußen und der katholischen Kirche. Iin anderen EU-Staaten wie Österreich gibt es keine solche Koppelung. Diese schreibt für Deutschland aber auch das Reichskonkordat von 1933 fest. Es gestattet die kirchliche Einsegnung der Ehe vor der Ziviltrauung nur „im Falle einer lebensgefährlichen, einen Aufschub nicht gestattenden Erkrankung eines Verlobten“ sowie „im Falle schweren sittlichen Notstandes“. Der Pfarrer ist in solchen Fällen verpflichtet, dem Standesamt „unverzüglich Anzeige zu erstatten“. Abgesehen davon gilt im alten Personenstandsgesetz eine kirchliche Vorabtrauung als Ordnungswidrigkeit. (pm/kna/rv) (NL Radio Vatikan, 10.05.2008).
08.05.2008 Rom:
Die römische Kirche „Santa Maria dei Pellegrini” wird Personalpfarrei der Priesterbruderschaft Sankt Petrus, die die Liturgie im außer- ordentlichen Ritus feiert. Die Einführung des ersten Pfarrers Joseph Kramer findet am 8. Juni statt. Die Kirche soll nach Angaben der Priesterbruderschaft nicht nur Anlaufstelle für die römische Bevölkerung sein, sondern auch für Pilger aus der ganzen Welt. Es handelt sich um die erste Personalpfarrei dieser Art in Europa. Das Motu Proprio „Summorum Pontificum” Benedikts XVI. sieht ausdrücklich die Einrichtung solcher Pfarreien vor. Weltweit führt die Priesterbruderschaft nunmehr zehn Personalpfarreien. (apic) (NL Radio Vatikan, 08.05.2008).
Endlich einmal eine notwendige Klarstellung:
04.04.2008 Schweiz:
Die Kirche ist hierarchisch, aber nicht monarchisch [im absolutistischen Sinne, GH]; und sie ist synodal, aber nicht demokratisch. Das sagte der Basler Bischof Koch am Mittwoch bei einem Vortrag in Luzern. Er betonte die Schwierigkeit, die katholische Kirche in diese [weltlichen] Kategorien einzuordnen: Es gebe keine passende Analogie aus dem Staat oder anderen weltlichen Institutionen. In dem Vortrag – im Rahmen einer Ringvorlesung der Theologischen Fakultät in Luzern – ging es um das Spannungsfeld zwischen staatskirchenrechtlichen Systemen und dem Selbstverständnis der katholischen Kirche. (kipa) (NL Radio Vatikan, 04.04.2008).
30.03.2008 Erstmals gibt es auf der Welt mehr Moslems als Katholiken. Das geht aus neuen Zahlen des statistischen Büros im Vatikan hervor. Sie wurden jetzt in der Vatikan-Zeitung „L'Osservatore Romano“ veröffentlicht. Während die Katholiken 17,4 Prozent der Weltbevölkerung stellen, kommen die Moslems auf 19,2 Prozent. Alle Christen zusammen machen hingegen ca. 33 Prozent der Weltbevölkerung aus. Der Vatikan macht darauf aufmerksam, dass die Zahlen aus der islamischen Welt allerdings auf Schätzungen beruhen. - Aus den neuen Statistiken geht auch hervor, dass mittlerweile fast die Hälfte aller Katholiken der Welt in Amerika lebt. Die Zahl der Priester weltweit ist nach den neuen Berechnungen um siebenhundert gestiegen. Damit verstärkt sich der Trend einer langsamen Steigerung der Priesterzahlen, der 1998 begonnen hat. Zu verdanken ist dies vor allem der asiatischen Kirche. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 30.03.2008).
06.03.2008 Vatikan:
Zum dritten Mal sind sich an diesem Freitag Papst Benedikt XVI. und das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen begegnet, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel. Bartholomaios ist in Rom, um an den Feiern zum 90. Geburtstag des Päpstlichen Ostkircheninstituts „Orientale” teilzunehmen, an dem er vor etwa 40 Jahren ein Zusatzstudium absolviert hatte. Papst und Patriarch haben sich Ende 2006 zum ersten Mal in Istanbul getroffen; letztes Jahr im Oktober kam es zu einer Begegnung der beiden in Neapel. Nach ihrem Gespräch im Apostolischen Palast haben Benedikt und Bartholomaios in einer Kapelle des Gebäudes zusammen gebetet. Näheres zu der Begegnung wurde nicht bekannt. (rv) (NL Radio Vatikan, 06.03.2008).
01.03.2008 Benedikt XVI.: „Entsetzen über verabscheuungswürdigen Akt“
Noch am selben Freitagabend veröffentlichte der vatikanische Pressesaal ein Kommuniqué:
Papst Benedikt XVI. habe „mit Bitterkeit“ die Nachricht von der Entführung des chaldäischen Erzbischofs von Mossul, aufgenommen. Die Entführung sei ein „verabscheuungswürdiger Akt“, der die gesamte Kirche und besonders die chaldäische zutiefst treffe. Die Umstände der Entführung lassen – so die Mitteilung – vermuten, dass der kriminelle Akt von langer Hand vorbereitet worden ist.
Benedikt XVI. versichert dem chaldäischen Patriarchen Emmanuel III. Delly, allen leidgeprüften Christen im Irak sowie den Familienangehörigen seine Nähe. Zugleich fordert der Papst die Weltkirche zum Gebet auf, damit bei den Entführern Vernunft und Menschlichkeit siegen und der Erzbischof wieder freigelassen wird. Er hoffe auf Wege der Versöhnung und des Friedens für das irakische Volk.
Erzbischof Rahho war am Freitag von Unbekannten entführt worden. Er hatte in einer Kirche mit Gläubigen den Kreuzweg gebetet, einer für zahlreiche Gläubigen im Irak wichtigen Andachtsform, so die Pressemitteilung weiter. (rv) (NL Radio Vatikan, 01.03.2008).
29.02.2008 Osnabrück:
Countdown zum Weltjugendtag in Sydney läuft
"Die Vorbereitung beginnt jetzt!" Mit diesen Worten eröffnete der deutsche Jugendbichof Dr. Franz-Josef Bode die offizielle deutschsprachige Website zum XXIII. Weltjugendtag in Sydney/Australien. Rund 6000 Jugendliche aus Deutschland werden der Einladung von Papst Benedikt XVI. folgen und vom 15. bis 20. Juli in Sydney sein.
Ab sofort bietet das neue Internetportal zum Weltjugendtag allen Teilnehmern neben praktischen Informationen rund um das Glaubensfest Anregungen zur spirituellen Vorbereitung. Bischof Bode ermutigt alle zu einer geistlichen Pilgerreise. (nach Zenit.org und Pax-Korrespondenz Nr. 1/2008, 11).
29.02.2008 Vatikan: Die Zahl der Katholiken ist zwischen 2005 und 2006 weltweit um 1,4 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Päpstlichen Jahrbuch (Annuario Pontificio) hervor. Fast die Hälfte der gut 1,1 Milliarden Katholiken (49,8 Prozent) lebt in Amerika, ein Viertel in Europa. Asien stellt zwar 61 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch nur 10,5 Prozent der Katholiken. Die Gewichtung der verschiedenen Kontinente sei im Vergleich zu den Vorjahren unverändert, so die päpstlichen Statistiken. Bei den Priesterzahlen hält demnach der im Jahr 2000 begonnene Aufwärtstrend an: Weltweit gab es im Berichtsjahr 407.262 Diözesan- und Ordenspriester, 851 mehr als im Vorjahr. Mehr Berufungen gibt es vor allem in Afrika und Asien. Die erste Druckausgabe des mehrere tausend Seiten starken roten „Annuario Pontificio 2008“ wurde an diesem Freitag Papst Benedikt XVI. überreicht. (rv) (NL Radio Vatikan, 29.02.2008).
27.02.2008 Osnabrück:
Das Programm des 97. Deutschen Katholikentags vom 21. bis 25. Mai in Osnabrück steht jetzt im Internet bereit. Hier sind alle mehr als 1.000 Veranstaltungen als pdf-Dokumente abrufbar, wie die Pressestelle des Katholikentags am Mittwoch in Osnabrück bekanntgab. Viele Prominente aus Politik, Kirche, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft hätten ihre Mitwirkung am Katholikentag bereits zugesagt, erklärte die Pressestelle. Unter ihnen sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mitglieder des Bundeskabinetts, mehrere Ministerpräsidenten, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und SPD-Chef Kurt Beck. (pm/kna) (NL Radio Vatikan, 27.02.2008).
22.02.2008 China
China und der Heilige Stuhl sind bemüht, ihre Differenzen beizulegen. Es habe Kontakte mit dem Vatikan gegeben, bestätigte der chinesische Außenamtssprecher Liu Jianchao am Donnerstag in Peking. Einzelheiten nannte er nicht. China hoffe, dass sich der Vatikan „bewegen” werde. Der Heilige Stuhl unterhält nach wie vor – wenn auch auf „herabgestufter Ebene” – diplomatische Beziehungen zu Taiwan („Republik China”), was Peking verurteilt. Nach wie vor gibt es auch Auseinandersetzungen über Bischofsernennungen. Die katholische Kirche in der Volksrepublik China präsentiert sich in zwei „Strömungen”, deren Grenzen aber fließend sind: die Gruppe der bedingungslos papsttreuen Katholiken steht der staatlichen „Patriotischen Vereinigung Chinesischer Katholiken” gegenüber. In den vergangenen Jahren hat es sich eingebürgert, dass bei der Ernennung von Bischöfen zwar der „patriotische” Wahlmodus ein- gehalten, aber zugleich auch die Zustimmung des Heiligen Stuhls eingeholt wird. (kap) (NL Radio Vatikan, 22.02.2008).
21.02.2008 Vatikan: Seit einigen Tagen spekulieren internationale Medien über die aktuellen Beziehungen zwischen dem Vatikan und China. Wichtige Mitglieder der Pekinger Führung sollen nach diesen Angaben zu dem Schluss gekommen sein, dass es einen wichtigen außenpolitischen Erfolg Chinas bedeuten würde, wenn sich das Regime mit dem Vatikan einigte. Die Nachrichtenagentur „imedia” gibt an diesem Donnerstag hingegen an, substanziell sei zwischen beiden Staaten „alles wie immer”. Der Nuntius in den USA, Erzbischof Pietro Sambi, hat sich in Washington mit dem Leiter des staatlichen chinesischen Religionsbüros, Ye Xiaowen, getroffen. Letzterer [?? GH] erklärte anschließend, der Vatikan sei bereit, mit Taiwan zu brechen, wenn er dafür diplomatische Beziehungen zu China aufnehmen könne. Zuletzt war im November eine Vatikan-Delegation zu Gesprächen in Peking gewesen. (apic) (NL Radio Vatikan, 21.02.2008).
21.02.2008 Münster:
Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch des Münsteraner Bischofs Reinhard Lettmann angenommen. Das bestätigte der Bischof dem Online-Portal der Diözese „kirchensite.de“ am Donnerstag. Er hatte dem Papst Ende 2007 gemäß dem Kirchenrecht seinen Amtsverzicht zum 75. Geburtstag am 9. März angeboten. Der Rücktritt wird kurz nach Ostern erwartet. Lettmann wünsche sich das Festwochenende zum Geburtstag zugleich als Abschiedsfeier nach 28 Jahren im Bischofsamt, hieß es. Lettmann war seit 1980 Bischof von Münster. Von vatikanischer Seite ist die Annahme des Rücktrittsgesuchs noch nicht bestätigt. (pm) (Nl Radio Vatiklan, 21.02.2008).
31.01.2008 Vatikan:
Der Direktor des „Osservatore Romano” setzt neue Schwerpunkte. Er wünsche sich eine größere Präsenz weiblicher Autoren und wolle den Ostkirchen – auch den nicht-katholischen - mehr Aufmerksamkeit widmen, sagte der kürzlich ernannte neue Leiter der Vatikanzeitung, Giovanni Maria Vian, vor Journalisten. Der Osservatore solle übersichtlicher und schlanker werden. Es würden aber weiterhin alle Texte des Papstes vollständig und unverzüglich publiziert, Ansprachen und Aktivitäten des Papstes würden journalistisch dokumentiert, so Vian. (sir) (NL Radio Vatikan, 31.01.2008).
19.01.2008 Trier:
Erzbischof Reinhard Marx zur Audienz beim Papst
Der ernannte Münchener Erzbischof Reinhard Marx wird wenige Tage vor seinem Amtsantritt zu einer Papstaudienz nach Rom reisen. Das wurde heute aus Trierer Kirchenkreisen bekannt. Als mögliche Daten für die Begegnung mit Papst Benedikt XVI. werden der 28. und der 29. Januar genannt. Der Amtsantritt in München ist für den früheren Bischof von Trier am 2. Februar vorgesehen, dem Fest der Darstellung des Herrn. Beobachter vermuten, dass bei dem Gespräch im Vatikan die Lage des Erzbistums München und Freising ebenso zur Sprache kommt wie die Entwicklung der Deutschen Bischofskonferenz nach dem angekündigten Rücktritt des Mainzer Kardinals Karl Lehmann vom Amt des Vorsitzenden. Die deutschen Bischöfe werden ihren neuen Vorsitzenden Mitte Februar bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Würzburg wählen. (kna)
(NL Radio Vatikan, 19.01.2008).
[GH: Kardinal Karl Lehmann hatte vor kurzem frühzeitig, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt doch unerwartet, seinen Rücktritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz erklärt. Als Nachfolger wird u.a. Erzbischof Marx von München gehandelt, aber man sollte doch lieber die Wahl bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe abwarten. --
Ein mögliches Motiv für den jetzigen Rücktritt von Kardinal Lehmann, seines Stellvertreters und des Sekretärs der Bischofskonferenz dürften die im Frühjahr anstehenden heiklen Entscheidungen über die vom Papst verfügte Wiederzulassung des alten römischen Ritus der Heiligen Messe sein. Kardinal Lehmann wird ein zwiespältiges Verhältnis dazu nachgesagt.].
19.01.2008 Rom:
Jesuiten wählten einen spirituellen General- minister
Die Jesuiten haben eine neuen Generaloberen: Pater Adolfo Nicolás. Der gebürtige Spanier wurde heute in Rom gewählt und leitet künftig den mit 19.200 Mitgliedern größten katholischen Männerorden weltweit. P. Nicolas studierte Theologie in Tokio und Rom. Seit 1964 lebte er in Japan und auf den Philippinen, lehrte an der Sophia University in Tokio und ist Präsident der Vereinigung der Jesuiten-Hochschulen in Ostasien und Ozeanien. Seit 2004 leitete Nicolas die Jesuitenkonferenz Asiens und Ozeaniens. Künftig steht der 71-Jährige an der Spitze des größten katholischen Männerordens der Welt. Der bisherige Generalobere, der Niederländer Peter-Hans Kolvenbach, hat sein Amt nach 24 Jahren abgegeben, ein in der Geschichte der Jesuiten einmaliges Ereignis.
Im Vorfeld der Generalkongregation hatte Nicolas sich Realitätssinn, Transparenz und Effizienz erwartet. Die Gesellschaft Jesu brauche eine Neuentwicklung, müsse ihr Zeugnis für Kirche und Welt neu für diese Zeit ausrichten, schrieb Nicolas in einem Beitrag für die australische Jesuitenzeitung. Er hoffe, dass die Jesuitenversammlung in Rom damit beginne, „dynamisch und offen” über das religiöse Leben nachzudenken.
Beobachter hatten mit einem raschen Ausgang der Wahl gerechnet, die nach Art eines Papst-Konklaves streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit stattfindet. Die Wahl abzulehnen, verbietet dem Gewählten der Ordensgehorsam. Als erster wurde der Papst über den Ausgang der geheimen Abstimmung unterrichtet. Erst dann wurde der Name des neuen Generals auch der Öffentlichkeit bekannt gegeben und die Wahlaula geöffnet.
Am Sonntag feiert der neue Generalobere Nicolas in der römischen Kirche Il Gesu zusammen mit allen Delegierten der Generalkongregation eine Dankmesse. Nächste Woche setzt die Versammlung der Jesuiten ihre Arbeiten fort. (rv/pm) (NL Radio Vatikan, 19.01.2008).
02.01.2008 Vatikan:
Der Vatikan wird demnächst ein Folgedokument zum Schreiben „Summorum Pontificum” veröffentlichen. Das kündigte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einem Interview mit der italienischen Wochenzeitschrift „Famiglia Cristiana” an. Die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei” werde im neuen Dokument die Kriterien zur Anwendung des Motu Proprio zur Alten Messe klarstellen, so Bertone. Das Folgedokument sei notwendig, weil es nach der Veröffentlichung des Motu Proprio „Summorum Pontificum” einige Unklarheiten gegeben habe, sagte Bertone. So sei etwa die Behauptung falsch, Papst Benedikt XVI. wolle die nachkonziliare Messordnung abschaffen und die außerordentliche Form des Römischen Ritus als einzig gültigen Ritus erlauben. (kath.net) (NL Radio Vatikan, 02.01.2008).
19.11.2007 Vatikan / Speyer: Wiesemann wird Bischof von Speyer
Papst Benedikt hat den Paderborner Weihbischof Karl-Heinz Wiesemann zum Bischof von Speyer ernannt. Das wurde an diesem Mittwoch Mittag zeitgleich in Rom, Speyer und Paderborn bekannt gegeben. Wiesemann ist Jahrgang 1960 und wird mit seinen 47 Jahren der jüngste deutsche Diözesanbischof.
30.11.2007 Vatikan: Papst Benedikt XVI. veröffentlichte heute seine neue Enzyklika "Spe salvi" - "Auf Hoffnung hin gerettet". Es handelt sich um eine größere philosophisch-theologische Abhandlung über die atheistischen "Heils"-Systeme der Neuzeit seit der Franzö- sischen Revolution, denen der vertiefte Glaube der Kirche in der heutigen Zeit - und für die Zukunft - gegenübergestellt wird. Zum deutschen Text geht es hier.
30.11.2007 Vatikan und München: Nun ist es amtlich: Der bisherige Bischof von Trier, der ältesten Diözese Deutschlands, Dr. Reinhard Marx, wurde heute zum neuen Erzbischof von München und Freising mit dem Sitz in München ernannt. Damit ist er einer der Nachfolger des jetzigen Papstes Benedikt XVI., der als Kardinal Joseph Ratzinger selbst eine Zeitlang Erzbischof von München war. Trier lässt ihn nach nur sechs Jahren ungern ziehen, aber man muss, wie der Kölner sagt, auch "gönnen können". AD MULTOS ANNOS! (GH 30.11.2007).
29.11.2007 Dahnen/Trier: Reinhard Marx neuer Erzbischof von München-Freising
Wie man hört, soll der seit 2002 amtierende Bischof von Trier, Reinhard Marx, Nachfolger von Friedrich Kardinal Wetter in München werden. Der Trierische Volksfreund schreibt in seiner heutigen Ausgabe, dass die Ernennung zum Erzbischof von München und Freising bereits morgen, am 30. November 2007, bekanntgegeben werden soll. (GH). -- Die Veröfffentlichung erfolgt zeitgleich um 12:00 Uhr im Vatikan und im Ordinariat München. (Newsletter Radio Vatikan, 29.11.2007). - Im Bild: Kardinal Wetter.
28.11.2007: Papst ernennt neuen Limburger Bischof: Franz-Peter Tebartz van Elst
Franz-Peter Tebartz-van Elst ist von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Limburg ernannt worden. Tebartz-van Elst folgt auf Bischof Franz Kamphaus. Er ist mit 48 Jahren der jüngste deutsche Diözesanbischof. Tebartz-van Elst war zuvor Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Universität Passau und ab 2004 Weihbischof in Münster.
Die Amtseinführung im Dom zu Limburg findet am 20. Januar statt und wird vom Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz, Kardinal Joachim Meisner, vorgenommen. (Newsletter Radio Vatikan, 28.11.2007).
23.11.2007 Vatikan:
Das öffentliche Konsistorium zur Kardinalserhebung beginnt am Samstag um 10.30 Uhr in der Petersbasilika. Papst Benedikt XVI. überreicht 23 neuen Kardinälen, darunter dem deutschen Kurienerzbischof Paul Josef Cordes, das rote Seidenbirett. Am Nachmittag kann man den Purpurträgern an verschiedenen Orten Roms und des Vatikans die so genannten Höflichkeitsbesuche abstatten. Am Sonntag, dem Christkönigsfest, wird der Papst gemeinsam mit den neuen Kardinälen auf dem Petersplatz die heilige Messe feiern und ihnen dabei ihre Kardinalsringe überreichen. Radio Vatikan überträgt sowohl das Konsistorium als auch den Gottesdienst live mit deutschem Kommentar.
Beide Übertragungen beginnen jeweils um 10.20 Uhr und sind im Internet auf Audio-Kanal 3 (Rete Gialla) zu hören, außerdem auf KW 7.250 kHz und im Sendebereich Rom auf MW 1.611 kHz. (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 23.11.2007). - Das Bayerische Fernsehen überträgt das Konsistorium live am Samstag, 24.11.2007, von 10 bis 12 Uhr.
17.11.2007 Vatikan und Israel:
Vatikan: "Nur die Privatmeinung"
Es ist der Herbst des Missvergnügens in den Beziehungen zwischen dem Vatikan und Israel: Gestern war ein Interview bekannt geworden, in dem der frühere Nuntius des Papstes in Tel Aviv sein Herz ausschüttete. Nur Stunden danach rückte der Vatikan zurecht, dass es sich dabei nur um die Privatmeinung des Erzbischofs handle - eine Privatmeinung, die aber - so die Vatikan-Diplomaten - "von seiner persönlichen
Erfahrung vor Ort" gedeckt sei.
Erklärung des Vatikanischen Pressesaals von Freitag Abend 19 Uhr: "Das Interview mit Erzbischof Piero Sambi auf einer Homepage gibt seine Privatmeinung wieder und seine persönliche Erfahrung vor Ort, im Lauf seines Dienstes an der Apostolischen Delegation von Jerusalem sowie als Nuntius in Israel. Der Heilige Stuhl bekräftigt - wie schon vor kurzem beim Besuch des Präsidenten Shimon Peres beim Heiligen Vater - seinen Wunsch "nach einem schnellen Abschluss der wichtigen Verhandlungen, die immer noch andauern, und nach einer gemeinsamen Lösung der noch existierenden Probleme. Gezeichnet: Pater Federico Lombardi, Vatikanischer Pressesaal." Das Statement aus dem Palazzo Apostolico gibt den Link an, auf dem das entsprechende Interview zu finden ist. Und tatsächlich, in dem Text findet Nuntius Sambi, mittlerweile Vertreter des Papstes in Washington, sehr deutliche Worte in Richtung Tel Aviv. Die Beziehungen seien früher, als es noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan gab, "besser gewesen"; Israel halte sich nicht an das Grundlagenabkommen, das es 1993 mit dem Heiligen Stuhl geschlossen habe. Der Nuntius wörtlich: "Es liegt doch vor aller Augen zutage, wie wenig man auf die Zusagen Israels geben kann." So habe die Knesset das Grundlagenabkommen und eine juridische Vereinbarung immer noch nicht ratifiziert. Das führe zu dem Paradox, so Sambi, "dass die Verträge international gültig sind - aber nicht in Israel." Bei der israelischen Delegation, die mit dem Vatikan über Eigentumsfragen der Kirche im Heiligen Land verhandelt, kann der Erzbischof "keinen politischen Willen" zu einer Einigung erkennen. Sambi wörtlich: "Vertrauen kann man nun mal nicht auf dem Markt kaufen." So richtig distanziert hat sich das Vatikan-Statement von dieser Einschätzung des langjährigen Nuntius in Israel nicht. (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 1.11.2007).
06.11.2007 Vatikan / Saudi-Arabien: Papst empfängt König von Saudi-Arabien
Papst Benedikt XVI. hat heute Mittag König Abdullah von Saudi-Arabien in Audienz empfangen. Es war der erste Besuch des saudischen Monarchen und Hüters der heiligen Stätten des Islam beim Papst. Hauptthema des Gesprächs war der interreligiöse und interkulturelle Dialog für ein friedliches Zusammenleben zwischen den Völkern. Das teilte der vatikanische Pressesaal im Anschluss mit. Die Zusammenarbeit zwischen Christen, Moslems und Juden haben für die Ausbreitung von Frieden, Gerechtigkeit und moralischer Werte große Bedeutung. Bei dem Treffen, an dem auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und der vatikanische Außenminister Dominique Mamberti teilnahmen, habe man sich auch über die Konflikte im Nahen Osten ausgetauscht, heißt es in der Mitteilung des Pressesaals weiter. In dem wahhabitischen Königtum ist die öffentliche Ausübung nichtislamischer Religionen verboten. In den arabischen Medien nimmt der Besuch seit Tagen breiten Raum ein. Die Tageszeitung „Al-Hayat” erhofft sich von der Visite Impulse für den Dialog zwischen Moslems und Christen. Die Reise habe „historische Bedeutung” und stehe in einer Linie mit dem Moscheebesuch Johannes Pauls II. in Damaskus im Jahr 2001. Rom ist die dritte Station der Europareise des 83-jährigen Abdullah nach London und Genf. Morgen wird der König in Berlin erwartet, anschließend ist ein Aufenthalt in der Türkei geplant. (Newsletter Radio Vatikan, 06.11.2007).
05.11.2007: Die vatikanische Liturgie- kongregation lädt Seelsorger in aller Welt dazu ein, das Motu Proprio des Papstes zur alten Form der Messe wortgetreu umzusetzen. Im Gespräch mit einer Online-Zeitung sprach der Sekretär der Kongregation, Albert Malcolm Ranjith, von einer gewissen „Entfernung und sogar Rebellion” bei einigen Kardinälen und Bischöfen gegenüber Papst Benedikt XVI., was die alte Form der Messfeier betrifft. Er lade die Bischöfe, die dem Papst ja Gehorsam versprochen hätten, dazu ein, „konsequent zu sein und ihre Aufgabe wahrzunehmen”. Ranjith kritisierte auch, dass manche Bistümer in Ausführungsbestimmungen zum Motu Proprio versuchten, die Anordnungen des Papstes einzuschränken. Die Bischöfe sollten sich an den Text Benedikts halten „und ihren Stolz und ihre Vorurteile beiseite schieben”. (ansa) (Newsletter Radio Vatikan, 05.11.2007).
07.09.2007 Wien:
Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch in Österreich in der Wiener Hofburg eine bedeutende Grundsatzrede über Europa und die Menschenrechte gehalten.
26.07.2007: Der Privatsekretär des Papstes, Msgr. Georg Gänswein, hat der Süddeutschen Zeitung ein ungewöhnliches und ausführliches Interview gegeben, das international Aufsehen erregt. Darin spricht er über Papst Benedikt XVI., über Privates und sich selbst. Es erschien im Magazin Nr. 30 der SZ vom 26.7.2007. Den Originaltext finden Sie hier.
06.06.2007 Vatikan:
Papst Benedikt XVI. empfängt am 16. Juni das Oberhaupt der zyprischen orthodoxen Kirche, Erzbischof Chrysostomos II., in Audienz. Dabei steht auch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung auf dem Programm, wie der Vatikan heute bekannt gab. Außerdem wird sich der Erzbischof u.a. mit dem Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz, Erzbischof Angelo Bagnasco, und Kardinal Renato Raffaele Martino, dem Präsidenten des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, treffen. Chrysostomos war vergangenen November an die Spitze der zyprischen orthodoxen Kirche gewählt worden. (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 06.06.2007).
31.05.2007 Vatikanstadt: Diplomatische Beziehungen zu den Arabischen Emiraten
Der Heilige Stuhl hat diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. In Abu Dhabi wird ein Apostolischer Nuntius seinen Sitz haben, und der Ölstaat entsendet einen Botschafter nach Rom. Das gaben der Vatikan und der arabische Staat heute bekannt. Was dieser Schritt für die christlichen Gemeinden im Land bedeutet erklärt uns Bischof Paul Hinder, der Apostolische Vikar für Arabien in Abu Dhabi: „Für mich als Bischof ist das auch insofern wichtig, weil bis jetzt nicht immer ganz klar war, wie überhaupt die Stellung des Apostolischen Vikars in Bezug auf die Regierung hier im Lande zu definieren ist. Das hat natürlich sehr praktische Konsequenzen für die Fragen des Kirchenbaus, für gewisse vermögensrechtliche Fragen bezüglich der Schulen und so weiter. Ich hoffe nun, dass gerade mit der Eröffnung diplomatischer Beziehungen die Rechtsgrundlagen auch geklärt werden können für das Wirken der katholischen Kirche hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten.”
Mehr als eine Million Christen leben und arbeiten in den Emiraten, die meisten sind katholische Gastarbeiter aus aller Herren Länder. Die Leitung der Seelsorge liegt bei dem gebürtigen Schweizer Paul Hinder. Der aus dem Bistum Basel stammende Kapuziner übernahm seine Aufgabe mit Dienstsitz in Abu Dhabi im März 2005. Er ist neben den Vereinigten Arabischen Emiraten auch für Katar, Oman, Saudi-Arabien und den Jemen zuständig. Die Stellung der katholischen Kirche in den arabischen Ländern gilt als schwierig. (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 31.05.2007).
09.02.2006 Papst Benedikt XVI. besucht Konstantinopel und die Türkei. Wie zu erwarten war, nach dem "Wunsch" der Türkei und nicht des Ökumenischen Patriarchen, noch weniger dem des Papstes: "Papst Benedikt XVI. wird Ende November 2006 in die Türkei reisen. Das hat Vatikan-Sprecher Joaquìn Navarro-Valls heute bestätigt. In einer knappen Mitteilung des Vatikanischen Pressesaals heißt es, der türkische Präsident Ahmet Necdet Sezer habe Benedikt vom 28. bis zum 30. November zu einem Staatsbesuch in sein Land eingeladen. Der Papst habe die Einladung angenommen; die Modalitäten des Besuches würden jetzt abgeklärt. Das ganze Statement hat gerade mal drei Zeilen, und doch ist es ein Durchbruch. Eigentlich hatte Benedikt XVI. nämlich schon letzten Herbst am orthodoxen Andreasfest teilnehmen wollen, am Sitz des orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. Dem Papst liegt viel an einer Türkeireise - es geht ihm darum, die einheimischen Christen zu stärken, denen die Regierung das Leben immer noch schwer macht. Dass letzten Sonntag erstmals seit Jahrzehnten ein katholischer Priester in der Türkei erschossen wurde, macht eine päpstliche Visite jetzt noch dringender. Erst gestern hatte Benedikt bei seiner Generalaudienz enthüllt, dass ihn der mittlerweile ermordete Priester zu einem Besuch in seiner türkischen Pfarrei eingeladen hatte. (rv)" (Newsletter Radio Vatikan, 09.02.2006).
15.12.2005: Vatikan Neue Phase im katholisch-orthodoxen Dialog.
Papst Benedikt XVI. hat die Beziehungen zwischen der katholischen und den orthodoxen Kirchen gewürdigt. Nach fünfjähriger Pause (!) traf sich erstmals wieder eine Gruppe der so genannten Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen und der Gesamtheit der orthodoxen Kirchen. Papst Benedikt XVI. hat heute die Mitglieder der Kommission in Audienz empfangen. Im Jahr 2006 sollen die gemeinsamen Beratungen wieder neu beginnen.