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AUS DEN ORTHODOXEN KIRCHEN
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24.01.2012 Paris: Russische Orthodoxe Kirche spricht Weiße-Rose-Mitglied Schmorell heilig
Alexander Schmorell (1917-1943), Mitbegründer der NS-Widerstandsgruppe «Weiße Rose», wird von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Die Feiern sollten am 4. und 5. Februar in München stattfinden, berichtet der französischsprachige Internet-Informationsdienst «Orthodoxie.com» unter Berufung auf die russisch-orthodoxe Diözese Orenburg. Schmorell war 1917 in Orenburg zur Welt gekommen; seine Familie wanderte aber bereits 1921 nach München aus. Orenburg liegt im russischen Föderationskreis Wolga unweit der Grenze zu Kasachstan.
Nach Angaben des Informationsdienstes wurde Schmorells Martyrium bereits 2008 von der russisch-orthodoxen Kirche anerkannt. An der Feier in München sollen demnach Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe der russisch-orthodoxen Kirche aus Deutschland, Russland, den USA und der Ukraine teilnehmen.
Schmorell spielte eine Schlüsselrolle bei den Aktionen gegen die Nationalsozialisten. Im Sommer 1942 begannen er und Hans Scholl, die Bevölkerung in vier Flugblättern zum passiven Widerstand gegen das NS-Regime aufzurufen. Zwei weitere Flugblätter folgten im Zusammenwirken mit Professor Kurt Huber, Willi Graf, Christoph Probst und Sophie Scholl im Januar und Februar 1943. Im Alter von 25 Jahren wurde Schmorell von der NS-Justiz wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet. (kath.net/KNA) (Kath.net, 24.01.2012).
13.01.2012 Russland:
Die orthodoxe Kirche Russlands hat die Gründung einer orthodoxen Partei angeregt. Die Kirche stünde einer solchen Initiative positiv gegenüber, erklärte der Chef der kirchlichen Synodalabteilung für die Beziehungen zur Gesellschaft, Erzpriester Wsewolod Tschaplin, laut russischen Medienberichten vom Donnerstag. Er verwies darauf, dass sich in Westeuropa christdemokratische Parteien fest etabliert hätten. Tschaplin betonte zugleich, die Kirche würde mit einer möglichen orthodoxen Partei nicht exklusiv zusammenarbeiten oder ihr offiziell ihren Segen geben. Nach seinen Worten scheinen einige für christliche Werte eintretende Organisationen dazu bereit, die Gründung einer Partei zu versuchen. Ein hochrangiger Vertreter der Muslime in Russland lehnte unterdessen neue religiöse Parteien ab. - Anfang der 90er Jahre hatte es in Russland mehrere Parteien gegeben, die sich christlich-demokratisch nannten. Nach herben Wahlniederlagen lösten sie sich jedoch auf. (kna) (NL Radio Vatikan, 13.01.2012).
08.01.2012 Russland:
Ministerpräsident Wladimir Putin ist als Baby zu Stalins Zeiten heimlich getauft worden. Das sagte der Politiker nach dem Besuch des orthodoxen Weihnachtsgottesdienstes in der Kathedrale von Sankt Petersburg am 7. Januar. Diese Kirche habe eine besondere Bedeutung für ihn, weil ihn dort seine Mutter habe taufen lassen, als er sechs Wochen alt war, zitieren Medien den Ministerpräsidenten. Sein Vater sei als Mitglied der Kommunistischen Partei dagegen gewesen. Die Christi-Verklärungskirche, die Kathedrale von Sankt Petersburg, wird seit 1977 vom älteren Bruder des heutigen Moskauer Patriarchen Kyrill I. geleitet. Putin ist Favorit bei der im März anstehenden Wahl des russischen Präsidenten. (apic/kap) (NL Radio Vatikan, 08.01.2012).
01.12.2011 Paris: Orthodoxer Konflikt in Frankreich: Juristischer Sieg Moskaus.
Schlüssel der Kathedrale von Nizza müssen an Verantwortliche des Moskauer Patriarchats übergeben werden
Russland und das Moskauer Patriarchat haben im Streit um die Zukunft der bisher in der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchats gewesenen St.-Nikolaus-Kathedrale von Nizza einen weiteren juristischen Sieg erzielt. Ein Berufungsgericht entschied, der mit dem Ökumenischen Patriarchat verbundene Trägerverein "ACOR" (Association Culturelle Orthodoxe Russe) müsse die Schlüssel der Basilika an die Verantwortlichen des Moskauer Patriarchats übergeben. Das berichtete die Zeitung "Nice Matin" am Donnerstag. Andernfalls drohe eine Strafe von 6.000 Euro pro Tag.
"ACOR"-Verantwortlicher - und bisheriger Rektor von St. Nikolaus - ist Jean Gueit, ein Priester des dem Ökumenischen Patriarchen unterstellten Exarchats der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa. Laut dem aktuellen Zeitungsbericht hat der Trägerverein zugesagt, "demnächst" einen Satz Schlüssel an die Vertreter Russlands zu übergeben. Die Modalitäten dafür müssten noch geklärt werden.
Russland hatte verlangt, den bisherigen Trägerverein notfalls mit Polizeigewalt aus dem Gotteshaus entfernen zu lassen.
Vorausgegangen waren Monate ergebnisloser Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Die französische Justiz hatte im Mai nach einem Jahre dauernden Streit im Berufungsverfahren Russland die Eigentumsrechte an der Basilika zugesprochen. Dagegen ging die "ACOR" zwar erneut in Berufung; der Schritt hat aber keine aufschiebende Wirkung.
Ende August entsandte die russisch-orthodoxe Kirche Geistliche nach Nizza, die die Verwaltung und die liturgische Leitung der Kathedrale übernehmen sollten. Rektor Gueit wollte seinen Posten aber nicht aufgeben, es sei denn, das Ökumenische Patriarchat würde ihn dazu auffordern.
Russland machte geltend, als Rechtsnachfolger des Zaren Nikolaus II. zu handeln, der für den Bau 1912 ein Grundstück zur Verfügung stellte. Die "ACOR" betonte dagegen, der Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche habe in den 1920er Jahren Gebäude und Grundstück dem Verein übertragen, der sich in der Folge dem Ökumenischen Patriarchat anschloss. Die wertvolle Ausstattung der Kirche hätten vor allem Russen im Exil besorgt.
Das Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition, das dem Ökumenischen Patriarchen untersteht, wurde 1971 von Patriarch Athenagoras I. gegründet und hat seinen Sitz in Paris. Derzeitiger Exarch ist Erzbischof Gabriel von Komana (Guido de Vylder). Das Exarchat verfügt derzeit über mehrere Dekanate in Frankreich. Außerdem gibt es Dekanate für Belgien, die Niederlande, Italien, Deutschland, Spanien, Skandinavien sowie Großbritannien und Irland. (KAP, 01.12.2011) (KathWeb, 01.12.2011).
30.11.2011 Österreich:
Der neue griechisch-orthodoxe Metropolit von Österreich, Arsenios Kardamakis, ist am Mittwoch in der St.-Georgs-Kathedrale im Phanar zum Bischof geweiht worden.
Patriarch Bartholomaios I. sowie weitere Metropoliten des Ökumenischen Patriarchats weihten den 38-jährigen Kardamakis im Rahmen der Feier der Göttlichen Liturgie. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser nahm als Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz an der Bischofsweihe am Sitz des Ökumenischen Patriarchats teil. Kardinal Christoph Schönborn brachte in einem Grußwort an den neuen Bischof seine Zuversicht auf eine gute künftige Zusammenarbeit zum Ausdruck. Der Wiener Erzbischof wird am kommenden Sonntag in Wien in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskirche an der feierlichen Inthronisation von Metropolit Arsenios teilnehmen, mit der dieser seine Diözese offiziell in Besitz nimmt. Kardamakis, bisher Generalvikar der griechisch-orthodoxen Metropolie von Frankreich, folgt dem am 18. Oktober verstorbenen Metropoliten Michael Staikos nach. (kap) (NL Radio Vatikan, 30.11.2011).
22.11.2011 Moskau (Interfax):
Patriarch Kirill to hold some meetings in the Moscow Kremlin
Patriarch Kirill of Moscow and All Russia consecrated the Patriarchal Chambers in the Moscow Kremlin located on the ground floor of the Granovitaya Palata (Russian for the Faceted Chamber - IF).
"The chambers are given to the Patriarch of Moscow and All Russia for use by President of the Russian Federation Dmitry Medvedev and after restoration works are resumed they will be used for conducting official events with the Primate of the Russian Church, talks, receptions," the patriarchal press service reports.
Representatives of local Orthodox Churches who arrived in Moscow to celebrate Patriarch Kirill's 65th birthday have become the first visitors of the Patriarchal chambers.
Head of the patriarchal press service Archpriest Vladimir Vigilyansky told Interfax-Religion that the Patriarchal chambers in the Kremlin would become the Patriarch's residence.
"His Holiness the Patriarch will conduct various meetings in the new residence, when festival services are celebrated in the Moscow Kremlin cathedrals, he will meet with the country's leaders there," the priest said.
In present, the Primate of the Russian Church conducts all official meetings in his residence in Chisty Pereulok in downtown Moscow. (NFTU feed blitz, 23.11.2011). - Weitere Informationen.
20.11.2011 Moskau: Zum Priester geboren
Russisch-orthodoxer Patriarch Kyrill I. wird 65
Obwohl Kyrill I. erst seit 2009 die mit Abstand größte orthodoxe Nationalkirche leitet, kann er bereits eine Reihe von Erfolgen vorweisen. Dass der Moskauer Patriarch einmal ein unerschütterlicher Kirchenmann werden sollte, war ihm quasi in die Wiege gelegt.
Schon als er drei oder vier Jahre alt war, wollte der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. nach eigener Aussage zu Hause Gottesdienste zelebrieren. Dazu habe er ein extra für ihn genähtes Priestergewand angezogen. „Als ich sechs oder sieben Jahre war, konnte ich ohne einen einzigen Fehler Andachten und Totenmessen halten“, erzählte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche einmal. Diesen Enthusiasmus verkörpert der Patriarch, der am Sonntag 65 Jahre alt wird, bis heute.
Schon sein Großvater und sein Vater waren orthodoxe Priester - und ließen sich trotz brutaler Verfolgung durch die kommunistischen Machthaber nicht von ihrem christlichen Glauben abbringen. Voller Bewunderung erzählt Kyrill I., dass sein Großvater Wassilij Gundjajew (1879-1969) in den 1920er bis 40er Jahren gegen die Schließung von Kirchen und für das orthodoxe Christentum gekämpft habe. Selbst mehr als 20 Jahre Haft hätten seinen Großvater nicht gebrochen, sondern im Gegenteil darin bestärkt, seinem Enkel zu raten: „Fürchte dich vor keinem - außer vor Gott.“
Exzellenter Draht zur Politik
Das hat Kyrill I. zweifellos selbstsicher gemacht. So strotzt er auch als Patriarch der größten orthodoxen Nationalkirche vor Selbstbewusstsein. Kontinuierlich steigert er den Einfluss seiner Kirche auf Politik und Gesellschaft. Mit Staatspräsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin setzt er sich fast monatlich zusammen. Der exzellente Draht zu beiden hat sich für Kyrill I. bereits jetzt - gut zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt - längst ausgezahlt. Seine größten politischen Erfolge sind bislang, dass an allen russischen Schulen ab 2012 wieder orthodoxe Religion unterrichtet wird und die Kirche fast ihr gesamtes zu Sowjetzeiten verstaatlichtes Kircheneigentum zurückerhält.
Der Patriarch revanchierte sich auf seine Weise: Er lobte Putin über den grünen Klee. „Vor allem dank Ihrer Anstrengungen ist der Trend abgewendet, der unser Land an den Rand des Zusammenbruchs brachte“, gratulierte Kyrill I. Putin im Oktober zum 59. Geburtstag. Das Kirchenoberhaupt meidet bislang jede öffentliche Kritik am mächtigsten Politiker des Landes - obwohl dieser bislang alle Forderungen nach einer Verschärfung der Abtreibungsregelung ignoriert.
Deutlich intensiver als sein Vorgänger Alexij II. (1990-2008) bemüht sich Kyrill I. um die orthodoxen Gläubigen in der Ukraine und Moldawien. Schließlich ist er auch deren geistiges Oberhaupt. So besuchte er schon ein halbes Dutzend Mal die Ukraine, während Alexij II. in 18 Jahren nur einmal dort war.
Symbolisch zollt der orthodoxe Moskauer Patriarch beiden Ländern auch dadurch Respekt, dass die lange Zeit nur russische Internetseite des Patriarchates seit kurzem alle Meldungen ins Ukrainische und Moldawische übersetzt. Seit seinem Amtsantritt steht in der Moskauer Residenz außerdem nicht nur die russische Fahne, sondern auch die ukrainische und die moldawische. 20 Jahre nach dem Zerfall der UdSSR betont er die Gemeinsamkeiten der ehemaligen Sowjetrepubliken und wirbt für deren Zusammenhalt. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben betrachtet der Patriarch die weitere Stärkung der Kirchenstrukturen in Russland. Allein dieses Jahr gründete er hier mehr als ein Dutzend neue Diözesen. In Moskau wurde mit dem Bau von 200 neuen Kirchen begonnen.
Allianz mit der katholischen Kirche So sehr wie Kyrill I. hat wohl noch nie ein russisch-orthodoxer Patriarch seine Verbundenheit mit dem Papst bekundet. Benedikt XVI. vertrete zur Säkularisierung, Globalisierung und zu moralischen Normen eine „konsequente Position, die dem orthodoxen Standpunkt nahe ist“, betonte er. Kyrill I. setzt auf eine Allianz mit der katholischen Kirche zur Verteidigung christlicher Werte. Freilich gibt es noch theologische Unterschiede zwischen beiden Kirchen. Kyrill I. lehnt etwa die Todesstrafe - anders als der Papst - nicht total ab. Dennoch ist eine historische erste Begegnung eines Moskauer Patriarchen mit einem Papst unter Kyrill I. womöglich inzwischen in greifbare Nähe gerückt. (Oliver Hinz / kna) (Domradio.de, 20.11.2011).
16.11.2011 Moskau:
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat den vor 20 Jahren erfolgten Zusammenbruch der Sowjetunion bedauert. Die Auflösung der UdSSR sei für ihn gleichbedeutend mit dem „Sturz des historischen Russlands“, sagte der Moskauer Patriarch nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur „Interfax“. Verantwortlich für das Scheitern der Sowjetunion seien ein Niedergang des Nationalstolzes und ein mangelhaftes Verständnisses dafür, dass die historische Gemeinschaft von Völkern eine große Bedeutung für den materiellen und geistigen Wohlstand habe. Kyrill I. rief die russische Gesellschaft zu mehr „nationalem Selbstbewusstsein und Würde auf“, damit sich die Ereignisse von 1991 nicht wiederholten. Ärger über die Regierung und falsche Ideologien dürften die Bürger nie mehr zur Zerstörung der staatlichen Fundamente zwingen. Damals hätten die Menschen „auf das Regime gezielt, aber das historische Russland getroffen“. (kna) (NL Radio Vatikan, 16.11.2011).
Der griechisch-orthodoxe Metropolit Damaskinos ist vergangenen Freitag in Genf verstorben. Das teilte die Freiburger Theologieprofessorin Barbara Hallensleben Radio Vatikan mit. Damaskinos war ein wichtiger, im deutschen Sprachraum tätiger Ökumeniker, den eine langjährige Freundschaft mit Kardinal Josef Ratzinger verband. Bekannt wurde ein Briefwechsel zwischen den beiden aus dem Jahre 2000/2001 zur Erklärung „Dominus Iesus“ und die „Note über den Ausdruck Schwesterkirchen“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000.(pm 06.11.2011 mc)
Im folgenden ein Nachruf von Prof. Dr. Barbara Hallensleben:
Freund des Papstes und Wegbereiter der Verständigung unter Schwesterkirchen:
Metropolit Damaskinos (Papandreou) am 5. November in Genf verstorben
Geboren am 23. Februar 1936 in Kato Chryssovitsa in Ätolien/Griechenland als jüngstes Kind einer Priesterfamilie, besuchte Basil Papandreou von 1955 bis 1959 die Theologische Hochschule des Ökumenischen Patriarchats in Chalki. Nach der Diakonatsweihe 1959, bei der er den Namen Damaskinos annahm, erhielt er ein Stipendium des Ökumenischen Patriarchats für das Studium an den deutschen Universitäten Bonn und Marburg (1959–1965). Sein besonderes Interesse galt der Kirchengeschichte, den vergleichenden Religionswissenschaften und der Religionsphilosophie. 1966 promovierte er mit einer Arbeit über „Die Gründung und Organisation der armenischen Kirche bis zum IV. Ökumenischen Konzil“ an der Universität Athen (1994 ins Armenische übersetzt).
Mit der Priesterweihe 1961 erhielt er zugleich den Titel eines Archimandriten und übernahm die Betreuung der griechischen Gastarbeiter in der Region um Bonn. In dieser Zeit gründete er die ersten drei griechischen Volksschulen in Deutschland. 1963/64 war er an der Höheren Schule für griechische Sozialarbeiter in Michaelshofen (Rodenkirchen) bei Köln als wissenschaftlicher Leiter tätig.
Von 1965 bis 1969 wirkte der Archimandrit im Auftrag des Ökumenischen Patriarchen Athenagoras und der Synode des Ökumenischen Patriarchats als Vorsteher des neuen orthodoxen Mönchszentrums in Taizé/Frankreich.
Der besondere Einsatz von Archimandrit Damaskinos für die Verständigung der Kirchen führte dazu, dass er vom Ökumenischen Patriarchat immer wieder in diesem Aufgabenbereich eingesetzt wurde. 1968 nahm er als theologischer Berater an der 4. Vollversammlung des Weltkirchenrates in Uppsala teil. 1969 ernannte ihn der Ökumenische Patriarch Athenagoras zum Direktor des 1966 errichteten Orthodoxen Zentrums des Ökumenischen Patriarchats in Chambésy bei Genf und gleichzeitig zum Sekretär für die Vorbereitung des Heiligen und Großen Konzils der byzantinischen orthodoxen Kirchen. In dieser Eigenschaft war er für die Einberufung interorthodoxer Kommissionen und panorthodoxer Konferenzen zuständig. Im Alter von 34 Jahren wurde er am 6. Dezember 1970 zum Bischof geweiht und erhielt den Titel des Metropoliten von Tranoupolis. In den über 30 Jahren seines Wirkens in Chambésy wurde die Schweiz – oft unbemerkt – zur Schlüsselstelle für die innerorthodoxen Entwicklungen wie für die Beziehungen zwischen West- und Ostkirchen.-
Der Metropolit reflektierte seinen unermüdlichen Einsatz für die Verständigung der Kirchen auch auf theologischer Ebene. Seit 1971 war er Mitherausgeber der Zeitschrift „Una Sancta“. In der Kommission „Glauben und Kirchenverfassung“ des Weltkirchenrates war er als orthodoxer Vertreter tätig. Als Gastprofessor wirkte er an mehreren Universitäten wie auch am Ökumenischen Institut von Bossey bei Genf.
Den Ausbau des Orthodoxen Zentrums in Chambésy stellte der Metropolit in den Dienst seiner vielfältigen Aufgaben und seiner großen Visionen. 1975 erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Gebäude und des kirchlichen Zentrums mit der St. Pauls-Kirche. Das Zentrum entfaltete reichhaltige Aktivitäten und förderte unter der Leitung von Metropolit Damaskinos die innerorthodoxe Gemeinschaft, die innerchristliche Einheit und die interreligiöse Begegnung. Hier gründete der Metropolit 1996 das „Zentrum für höhere Studien in orthodoxer Theologie“, wo in Zusammenarbeit mit den Theologischen Fakultäten der Universitäten Genf und Freiburg bislang über 100 orthodoxe Studierende ein Aufbaustudium zur Vertiefung ihrer theologischen Kenntnisse im Horizont der Vielgestaltigkeit der christlichen Traditionen absolviert haben.
Am 2. Oktober 1982 erklärte die Synode des Ökumenischen Patriarchats das Territorium der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein zu einer unabhängigen Metropolie. Gleichzeitig wurde Metropolit Damaskinos zum „Metropoliten der Schweiz und Exarchen von Europa“ ernannt – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben. Die Inthronisation erfolgte am 21. November 1982 in Zürich. In den folgenden Jahren setzte sich der Metropolit erfolgreich für eine bessere pastorale Betreuung der griechischen orthodoxen Gläubigen ein, errichtete Gemeindezentren und andere pastorale Strukturen. Am 18. Juni 1995 konnten die neue Kirche und das Zentrum des hl. Dimitrios in Zürich eingeweiht und der griechischen Gemeinde übergeben werden.
In seinen Bemühungen um die Annäherung der Kirchen verfolgte Metropolit Damaskinos aufmerksam die Entstehung und Entwicklung der verschiedenen bilateralen Dialogkommissionen. Seit 1980 war er Kopräsident der gemischten Kommission für den orthodox-altkatholischen Dialog, seit 1988 Kopräsident des Dialogs der Byzantinischen Orthodoxen Kirchen mit den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen. Auch bei den Vorbereitungsarbeiten für den Dialog der Orthodoxen Kirche mit den Reformierten wirkte er mit (1986). Von 1986 bis 1992 war er Mitglied des Präsidiums der „Konferenz Europäischer Kirchen“. Mehrfach gehörte er zur Delegation des Ökumenischen Patriarchats, die am 29. Juni die Kirche von Rom anlässlich ihres Patronatsfestes besuchte. Ein großer Vertrauenserweis war die Einladung, am Vorabend des Pfingstfestes 1981 an Stelle des durch ein Attentat verwundeten Papstes im Petersdom zu Rom vor dem dort versammelten Episkopat anlässlich des 1600jährigen Jubiläums des Konzils von Konstantinopel (381) die Homilie zu halten
Aufgrund seiner theologisch-wissenschaftlichen Tätigkeit und als Förderer kirchlicher Dialoge sowie Initiator interreligiöser Gespräche wurde Metropolit Damaskinos Mitglied mehrerer Gremien von internationalem Renommée: 1974 wurde er in die „Académie Internationale des Sciences religieuses“ (AISR) aufgenommen und 1993 zu ihrem ersten Vizepräsidenten, 1999 zu ihrem Präsidenten gewählt. 1984 ernannte ihn die Stiftung „Pro Oriente“ in Wien zu ihrem Ehrenmitglied. 1987 wurde er Mitglied der „Société européenne de culture“ und 1991 korrespondierendes Mitglied der Akademie von Athen. 1999 war er Mitgründer der von Prinz Hassan von Jordanien ins Leben gerufenen „Foundation for Interreligious and Intercultural Research and Dialogue“.
Seine theologische Tätigkeit, die sich in zahlreichen Veröffentlichungen niederschlug, wurde durch mehrere Ehrendoktorate gewürdigt: Bukarest (1981), Belgrad (1982), Thessaloniki (1985), Bonn (1986), Bern (Christkatholische Fakultät, 1987), Prešov (1987), Athen (1990), Moskau (1992), Minsk (1995), Manila (1998), Sofia (1999), Genf (1999). 1992 wurde ihm der Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis der Abtei Niederaltaich verliehen.
Als sich Metropolit Damaskinos im Jahr 2003 aufgrund der Folgen eines Gehirnschlags von der Leitung der Metropolie zurückziehen musste, wurde er zum Metropoliten von Adrianupolis ernannt. Er lebte weiterhin zurückgezogen in Genf und nahm im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten an den Aktivitäten des Orthodoxen Zentrums teil. Im März 2011 hatte ihn in Genf Metropolit Philaret von Minsk besucht. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend.
Eine wegweisende Bedeutung hat der Briefwechsel zwischen Metropolit Damaskinos und Kardinal Joseph Ratzinger, die eine langjährige Freundschaft miteinander verband. Die offenen Briefe vom 30. Oktober 2000 (Damaskinos an Ratzinger) und vom 20. Februar 2001 (Ratzinger an Damaskinos) reagierten auf die Erklärung „Dominus Iesus“ und die „Note über den Ausdruck Schwesterkirchen“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000. Im Zentrum steht die Frage, ob der Rede von „unseren zwei Kirchen” im Plural, bezogen auf die jeweilige Gemeinschaft der katholischen und der orthodoxen Lokalkirchen, ein geschichtlich konkreter Singular der „einen Kirche” entspricht. Metropolit Damaskinos hält an der Formulierung fest, wonach die römisch-katholische Kirche und die orthodoxe Kirche „zwei Kirchen” sind, „die sich als Schwesterkirchen wieder entdeckt haben”. Demgegenüber betont Kardinal Ratzinger mit der „Note”: „Es gibt nur eine einzige Kirche, darum ist der Plural Kirchen nur auf die Partikularkirchen anwendbar“. In diesem Briefwechsel wurde anhand der Theologie der „Schwesterkirchen“ erstmals klar die ekklesiologische Problemstellung herausgearbeitet, die bis heute den Dialog zwischen Westkirchen und Ostkirchen bestimmt.
Kardinal Ratzinger und Metropolit Damaskinos reden sich gegenseitig als „Bruder und Freund“ an, und der Metropolit schließt seinen Brief: „In der Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe, die uns verbindet“. Diese Gemeinschaft besteht über seinen Tod hinaus. (NL Radio Vatikan, 06.11.2011).
05.11.2011 Russland/Österreich: Wie die Katholische Presseagentur Österreich www.kathweb.at berichtet, wird aus Anlass des "Tages des Heiligen Russland" am vergangenen Freitag im Moskauer Ausstellungskomplex "Manege" am Alexandergarten eine große Ausstellung des Moskauer Patriarchats über seine Aktivitäten eröffnet.
Themen der bis 8. November geöffneten Schau sind "Die russisch-orthodoxe Kirche und ihre Gemeinschaft", "Sozialprojekte und Caritas", "Moderne Kultur und Orthodoxie, "Aufklärung durch das Heilige Buch", "Orthodoxe Zentren Russlands und Pilgerwesen" sowie "Kirchliche Kunst und Kunsthandwerk", wie die Organisatoren auf ihrer Website www.restec.ru mitteilen.
Die Ausstellung will einen Überblick über die Aktivitäten der russisch-orthodoxen Kirche in den vergangenen 20 Jahren bieten. In der multimedial angelegten Ausstellung wird u. a. die Restaurierung von 30.000 Kirchen und Klöstern, der Ausbau der theologischen Bildung und die Ausweitung der kirchlichen Verlagstätigkeit, der Aufschwung der Ikonenmalerei illustriert. Bei der Eröffnung am Freitag werden Patriarch Kyrill I. und der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin anwesend sein
In den Jahren 2012/13 soll die Ausstellung in vielen Städten in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion gezeigt werden. Wladimir Legoida, der Leiter der Informationsabteilung des Heiligen Synods, sagte bei einer Pressekonferenz in Moskau, die russisch-orthodoxe Kirche habe in den beiden letzten Jahrzehnten bei ihrem Wiederaufbau nach 70 Jahren Staatsatheismus "kolossale Fortschritte" gemacht.
1991 habe das Moskauer Patriarchat 12.000 Pfarrgemeinden und 117 Klöster gehabt, heute seien es 30.675 Pfarrgemeinden und 805 Klöster. 29.324 Priester und 3.850 Diakone seien in der Seelsorge eingesetzt. Der "geistliche Wiederaufbau" stehe aber erst am Beginn. Die Ausstellung "Orthodox Russia" werde sich besonders mit diesem Aspekt befassen.
[russland.RU, 05.11.2011]
04.11.2011 Österreich:
Archimandrit Arsenios Kardamakis wird neuer griechisch-orthodoxer Metropolit von Österreich.
Das hat die Heilige Synode des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel am Donnerstag entschieden; bekannt gab die Nachricht die griechisch-orthodoxe Metropolie von Frankreich. Kardamakis, bisher Generalvikar der griechisch-orthodoxen Metropolie von Frankreich, folgt damit Michael Staikos nach. Der Metropolit war am 18. Oktober verstorben. Die Bischofsweihe empfängt Kardamakis am 30. November zum Hochfest des Apostels Andreas. Der neu gewählte orthodoxe Metropolit von Austria ist gleichzeitig der höchste Repräsentant der orthodoxen Kirche in Österreich, der bis zu 500.000 orthodoxe Christen in Österreich angehören. (kap) (NL Radio Vatikan, 04.11.2011).
06.10.2011 Russland:
Der Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion, leitet nun auch die theologische Kommission des Moskauer Patriarchats. Wie die Kirche am Donnerstag mitteilte, berief ihr oberstes Leitungsgremium, der Heilige Synod, Hilarion zum Chef des Synodalausschusses für Bibel und Theologie. Deren bisheriger Leiter, der 76-jährige Minsker Metropolit Filaret, habe zuvor um die Entpflichtung von dieser Aufgabe gebeten. Hilarion gehört seit 1996 dem 1993 gegründeten Theologieausschuss an. Das Gremium bereitet theologische und dogmatische Standpunkte des Patriarchats vor. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.10.2011).
06.10.2011 Das orthodoxe Moskauer Patriarchat gründet 13 neue Bistümer in Russland und Kasachstan. Zu den neuen Bischofssitzen gehören unter anderem die russischen Großstädte Irkutsk, Rjasan und Orenburg. Das habe das oberste Leitungsgremium der russisch-orthodoxen Kirche, der Heilige Synod, laut einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen. Damit hat die Kirche nun knapp 180 Diözesen. Erst im Frühjahr waren fünf neue Bistümer gegründet worden. Nach dem Willen des Heiligen Synods soll zudem das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Kasachstans ständiges Mitglied des Leitungsgremiums des Patriarchats werden. Eine Bischofssynode muss dies noch genehmigen. Bislang gehören dem Synod sieben ständige Mitglieder und sechs halbjährlich wechselnde Bischöfe an. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.10.2011).
26.08.2011 Istanbul: Bartholomaios I. beruft Synaxis der alten orthodoxen Kirchen ein. Moskau kritisiert: Neues Spaltungspotential
Von Inma Álvarez
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat eine Synaxis (religiöse Versammlung) einberufen, zu der er die Patriarchen der alten orthodoxen Kirchen eingeladen hat [sc. der byzantinischen Pentarchie, aber ohne den Bischof von Rom], und zwar die heutigen griech.-orthodoxen Patriarchen von Alexandrien, Antiochien und Jerusalem, und außerdem den Erzbischof von Zypern.
Bei diesem Treffen, das am 1. und 2. September in Istanbul stattfinden wird, sollen vorrangig zwei Themen behandelt werden: die Situation der Christen im Nahen Osten und der aktuelle Stand der interorthodoxen Beziehungen mit Blick auf ein zukünftiges Panorthodoxes Konzil.
Dabei sei man bestrebt, den „toten Punkt“ in der Vorbereitenden Kommission für dieses Panorthodoxe Konzil zu überwinden, das schon vor mehr als einem Jahr, im Juni 2010, von Patriarch Bartholomäus I. während seines historischen Besuchs in Russland angekündigt worden war (siehe www.zenit .org/article-35590? l = Spanisch).
Laut Berichten von „Orthodoxie.com“ sei die Entscheidung des Patriarchen, den Erzbischof von Zypern einzuladen, darin begründet, dass „die Autokephalie dieser Kirche ebenso wie die der drei Patriarchate von einem Ökumenischen Konzil bestätigt wurde“.
In dem Einladungsschreiben zur Synaxis erklärte Bartholomaios, dass diese Besonderheit nicht bezwecke, „die anderen orthodoxen Kirchen von panorthodoxen Entscheidungen auszuschließen, sondern im Gegenteil die Einheit zu unterstützen und zu erleichtern.“ -
Gerade einer der zehn wichtigsten Punkte, mit denen sich die Vorbereitungskommission beschäftigt, betrifft die Grundsätze für die Verleihung der Autonomie von orthodoxen Kirchen (Verkündigung des autokephalen Status), den größten Reibungspunkt zwischen den orthodoxen Kirchen, vor allem zwischen der Griechisch-orthodoxen und der Russisch-orthodoxen Kirche. Die letztere ist die mitgliederstärkste innerhalb der Orthodoxie und seit 1488 autokephal [durch unkanonische Selbsterklärung!].
Missfallen vonseiten Moskaus
Die Einberufung der Synaxis sei beim Moskauer Patriarchat auf heftige Kritik gestoßen, erklärte am 21. Juni Metropolit Hilarion, Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats.
Damals drückte der Metropolit aus, „nicht damit einverstanden zu sein, dass eine bestimmte Gruppe der Kirchen sich als die ‚Säule’ der orthodoxen Welt versteht und dies damit begründet, dass ihre Autokephalie älter sei als die der anderen Kirchen; auf diese Weise wird versucht, die Orthodoxie in ‚erste’ und ‚zweite’ Kirchen einzuteilen.“
„Wenn wir das Panorthodoxe Konzil würdig vorbereiten und durchführen wollen, müssen wir die ekklesiologischen Konzepte, die alle orthodoxen Kirchen vereinen, unterstützen und keine neuen Konzepte schaffen, die nur zu Spaltung und Unstimmigkeit führen“, sagte Metropolit Hilarion.
In den vergangenen Tagen habe allerdings ein persönliches Treffen zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., und dem Metropoliten Hilarion auf der türkischen Insel Imbros (und nicht im Phanar, dem Sitz des Patriarchen von Konstantinopel) stattgefunden, wie das russische Patriarchat bestätigte. Der Besuch wird als ein Zeichen der Entspannung zwischen beiden Seiten gesehen.
Das Treffen habe zwei Tage gedauert, vom 21. bis 22. August, gab gestern das Moskauer Patriarchat bekannt. Am Sonntag habe der Patriarch Bartholomäus, der gebürtig aus Imbros stammt, dem Metropoliten Hilarion die Orte seiner Kindheit und Jugend zeigen wollen.
Nach dem gemeinsamen Gebet der Vesper in der Kirche „Entschlafung der Gottesmutter“ dankte der Patriarch dem Metropoliten Hilarion öffentlich für die Arbeit seines Außenamtes, was die Beziehungen zwischen den beiden Patriarchaten betreffe.
„Dies bedeutet natürlich nicht, dass gelegentlich nicht auch mal eine Wolke aufzieht und keine Probleme auftreten, aber wir versuchen, sie zu überwinden und gemeinsam zu lösen, um unsere harmonische Zusammenarbeit fortzusetzen“, so Bartholomäus I. (ZENIT.org, 25.08.2011; ZENIT-Übersetzung des spanischen Originals; einige Verbesserungen von GH).
11.08.2011 München: Rumänischer Patriarch besucht München
Anlass ist die Teilnahme am Assisi-Folgetreffen und die Grundsteinlegung für ein neues rumänisch-orthodoxes Kirchenzentrum
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel (Ciobotea) wird vom 10. bis 13. September München besuchen. Der Patriarch nimmt am 25. Assisi-Folgetreffen teil, das von der Gemeinschaft Sant'Egidio veranstaltet wird. Das Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Kirche wird in der bayrischen Hauptstadt aber auch den Grundstein für ein neues rumänisches Kirchenzentrum legen. Das Zentrum umfasst eine Kirche, ein Kloster, die bischöfliche Residenz sowie kulturelle und soziale Einrichtungen. -
In München leben mehr als 20.000 orthodoxe Rumänen, mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Daher wurde im Jahr 2004 beschlossen, dass ein eigener Vikar-Bischof für die rumänisch-orthodoxe Seelsorge in der bayrischen Hauptstadt verantwortlich sein soll. Diese Funktion hat derzeit Bischof Sofian Brasoveanul inne. Patriarch Daniel wird am 11. September auf dem für das neue Kirchenzentrum vorgesehenen Grundstück die "Göttliche Liturgie" feiern und anschließend den Grundstein für das künftige Gotteshaus legen. -
Außer dem rumänisch-orthodoxen Patriarchen nehmen auch weitere prominente Repräsentanten der Ostkirchen am Assisi-Folgetreffen in München teil, so Metropolit Filaret von Minsk (autonome weißrussisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats), der Primas der orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Chrysostomos II., der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., und der äthiopisch-orthodoxe Patriarch Abuna Paulos. -
Die katholische Kirche ist durch mehrere Kardinäle repräsentiert: Kurt Koch (Päpstlicher Rat für die Einheit der Christen), Leonardo Sandri (vatikanische Ostkirchen-Kongregation), Roger Etchegaray (früherer Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden), Philippe Barbarin (Erzbischof von Lyon), Peter Erdö (Erzbischof von Esztergom-Budapest und Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen), Luis Maria Sistach (Erzbischof von Barcelona) und Crescenzio Sepe (Erzbischof von Neapel). Die jüdische Glaubensgemeinschaft ist u. a. durch Großrabbiner Yona Metzger und die Oberrabbiner von Rom (Riccardo di Segni), Köln (Jaron Engelmeyer) und Moskau (Berl Lazar) vertreten, der Islam durch den Sprecher der Al-Azhar-Universität, Mohammed Rifaah al-Tahtawi, und den Präsidenten des Islamischen Zentrums in New Delhi, Wahid-ud-din Khan. -
Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff wird das Assisi-Treffen am 11. September eröffnen, Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 12. September vor der Versammlung sprechen. Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat die Eröffnung des Treffens bewusst für den 11. September - den 10. Jahrestag des verheerenden Terroranschlags auf die "Twin Towers" des World Trade Centers in New York - angesetzt, um Terror und Hass die Botschaft des Dialogs der Religionen entgegenzusetzen. (KAP 10.08.2011; Kathweb 11.08.2011).
09.08.2011 Ukraine:
Auch die ukrainisch-orthodoxe Kirche (Metropolit Philaret) steht hinter Julia Timoschenko. Das berichten ukrainische Medien an diesem Dienstag. Timoschenko müsse freigelassen werden, so eine Note der orthodoxen Kirche in Kiew. Die ehemalige Premierministerin befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei untersagte nun ein Richter Kundgebungen für die Freilassung Timoschenkos vor dem Gerichtsgebäude. Die ehemalige Regierungschefin war am Freitag im Gerichtssaal in Untersuchungshaft genommen worden. Das Gericht hatte dies mit wiederholten Störmanövern Timoschenkos begründet. Timoschenko wird vorgeworfen, beim Abschluss der Gaslieferungsverträge mit Russland ihre Vollmachten überschritten und die Ukraine damit um mehr als 130 Millionen Euro geschädigt zu haben. (agenturen) (NL Radio Vatikan, 09.08.2011).
25.07.2011 Kaliningrad:
Orthodoxe Kathedrale am Bahnhof geplant
Orthodoxer Umbau einer einst protestantischen Region: Das Moskauer Patriarchat will am Kaliningrader Südbahnhof eine große Kathedrale bauen. Nicht alle sind begeistert von dem Plan, auch der Staatsanwalt nicht.
Die Kathedrale wird das 17. Gotteshaus der russischen Staatskirche im einst protestantischen Königsberg. Doch die Rechtgläubigen haben es nicht leicht in diesen Tagen in Kaliningrad.
Aneignung fremden Kircheneigentums
Seit die Russisch-Orthodoxe Kirche sich, ein neues Gesetz im Rücken, zahlreiche historische (deutsche) Gotteshäuser des alten Königsberg unter den Nagel riss und reihenweise Immobilien von „religiöser Bedeutung“ dazu, auf denen einst Kirchen, Kapellen oder Klöster standen, schlägt ihr in Kaliningrad offener Protest entgegen.
Mit dem Neubau einer Kathedrale auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof wollen die Staatspriester offenbar auch Befürchtungen entgegentreten, man plane die ehemalige katholische Kirche Königsbergs nach der gesetzlich erzwungenen Aneignung für eigene Zwecke umzubauen. Die historische Kirche „Zur Heiligen Familie“ birgt nicht nur eine berühmte Konzertorgel, sie ist seit den 1980er Jahren auch Sitz der Kaliningrader Philharmonie. Dessen Chefdirigent Arkadi Feldman geißelte die Okkupation seines Hauses durch die Orthodoxie öffentlich als „Raffgier“ und einen „Akt kultureller Barbarei“.
Die Orthodoxie besaß hier nie etwas
Die Wellen schlugen auch deshalb so hoch, weil die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) im Gebiet Kaliningrad nichts „wieder“zubekommen hatte, worauf die Intention des russischen Gesetzes ja eigentlich zielt. Denn im einstigen Nord-Ostpreußen hatte Russlands von den sowjetischen Kommunisten entrechtete Kirche historisch gesehen nie etwas besessen.
Mit orthodoxen Kirchenkuppeln verdeutlicht das Moskauer Patriarchat seinen Besitzanspruch auf Russlands westlichste Region.
Das Wiedergutmachungs-Gesetz so auszulegen, dass ehemals evangelische, katholische, baptistische deutsche Kirchen nun in orthodoxen Besitz gelangen, darunter berühmte Baudenkmäler wie der wieder aufgebaute Königsberger Dom, die Wallfahrtskirche Arnau mit ihren kunsthistorisch wertvollen mittelalterlichen Fresken sowie etliche lukrative Grundstücke im Stadtzentrum Kaliningrads, an der Küste und auf der Kurischen Nehrung – das nehmen den von der Moskauer Regierung hofierten Kyrill-Priestern viele Kaliningrader übel.
Vor allem in der Kulturszene flammte wütender, am Ende freilich hilfloser Protest auf. Nun bemüht sich die rechtgläubige Priesterschaft offenbar um Schadensbegrenzung. In dem sie eigene Kirchen bauen lässt.
Grundstein ist gelegt
Man betrachte die ehemalige katholische Kirche nicht als religiöses Objekt und habe auch nicht vor, sie in ein solches umzuwandeln, beeilte sich Viktor Wassiljew, Chef der Immobilienverwaltung in der Kaliningrader Eparchie der ROK, jüngst zu betonen. Darum baue man eine eigene neue Kirche in dem Stadtteil südlich des Pregel. Dort nämlich gäbe es zahlreiche kulturelle und religiöse Objekte von nichtrussischen Kirchen, aber kein einziges orthodoxes Gotteshaus.
Der Grundstein für ein patriotisches Symbol eigener Religiosität ist bereits gelegt. Bis Ende des Sommers soll auf dem Grundstück zwischen Südbahnhof und historischer Königsberger Stadtmauer eine kleine hölzerne Kapelle stehen.
Wann die eigentliche Kathedrale folgt, ist noch unklar: Laut der Eparchieverwaltung gibt es nicht einmal ein fertiges Projekt. Fest steht nur, dass es ein Kuppelbau im traditionellen Stil russischer Sakralarchitektur werden wird, der die städtebauliche Dominanz des Bahnhofsgebäudes wahren und achten soll.
Geplant ist – etappenweise innerhalb der nächsten zehn Jahre – ein ganzer Kirchenkomplex aus mehreren Gebäuden, ähnlich wie am zentralen Siegesplatz: mit orthodoxer Sonntagsschule, Kinderspielplatz und mehreren gestalteten Grünanlagen.
Statt Einkaufscenter nun Gotteshaus
Viele Kaliningrader sind trotzdem nicht begeistert von den göttlichen Plänen. „Warum gestaltet man die große Freifläche rings um den Bahnhof nicht als öffentliche Grünanlage mit Skulpturen und Springbrunnen um“, fragte sich jüngst jemand in einem Internet-Forum, eine durchaus exemplarische Frage: Die vielen Neubauprojekte in der Stadt zerstören Stück für Stück die ohnehin knappen grünen Erholungszonen.
Im städtebaulichen Rahmenplan Kaliningrads in seiner letzten Fassung von 2008 war auf der Grünfläche am Bahnhof ein Einkaufs- und Bürocenter vorgesehen. Gegen den hatten sich die Anwohner heftig gewehrt. Nun bekommen sie einen Kirchenkomplex.
Wenn die Staatsanwaltschaft dem nicht noch einen Riegel vorschiebt. Die hat gegen die Pläne der Gottesdiener Klage eingereicht – wegen zahlreicher juristischer Ungereimtheiten und Regelverstöße. Das ganze Verfahren wirkt verworren und kompliziert, doch es wirft ein bezeichnendes Licht auf das Projekt: Irdisch rechtlich scheinen es die Rechtgläubigen nicht allzu genau zu nehmen.
Wohin mit Herrn Kalinin?
Im Hintergrund freilich dämmert eine ganz andere Frage herauf, die Neuauflage eines Showdowns gewissermaßen: Was wird aus Michail Kalinin?
Der Namenspatron der Stadt, Stalins treuer Weggefährte, steht in Form eines kolossalen Denkmals gleich nebenan – nach ihm ist der Bahnhofsplatz offiziell sogar benannt. Sollte der 1946 gestorbene Erzkommunist und Gulag-Erfinder Kalinin künftig das Portal der Kathedrale des Heiligen Sergej bewachen? Eine seltsame Vorstellung.
Das delikate Szenario dürfte den Kaliningradern bekannt vorkommen. Schon einmal, im Vorfeld der 750-Jahrfeier Kaliningrads im Frühling 2005, stellte sich diese Frage am Siegesplatz: Lenin oder die Christus-Erlöser-Kathedrale? Heute kann es jeder sehen: Lenin hat verloren.
Versteckt Kaliningrad seinen Namensgeber
Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie der „Kampf“ am Bahnhofsplatz ausgeht. Die alten Geister haben ausgedient in Russlands westlichster Provinz, auch wenn es manchmal noch anders scheinen mag. Es ist eigentlich nur noch die Frage, wo „Väterchen“ Kalinin Asyl findet.
Doch ein Platz, wo er den Blick auf das orthodoxe Kreuz nicht stört und selbst nicht gleich verschwinden muss, wird sich schon finden. Der fand sich auch für Lenin.
(tp/.rufo/Kaliningrad; Russland Aktuell, 25.07.2011).
22.07.2011 Türkei:
Das staatliche Religionsamt will das Ökumenische Patriarchat unterstützen. Das sagte Amtsleiter Mehmet Görmez laut Presseberichten vom Freitag nach einem Treffen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. Namentlich gehe es um eine Unterstützung für das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Konstantinopel im Streit um die Priesterausbildung. Das Patriarchat und die EU verlangen die Wiedereröffnung des seit 40 Jahren geschlossenen Priesterseminars Halki bei Istanbul. Die türkische Regierung hat sich grundsätzlich dazu bereiterklärt, bisher aber keine konkreten Schritte in diese Richtung unternommen. (kna) (NL Radio Vatikan, 22.07.2011).
07.07.2011 Georgien:
In Georgien werden nun auch nicht-orthodoxe Religionsgemeinschaften rechtlich abgesichert. Ungeachtet der Proteste der orthodoxen Kirche des Landes setzte Staatspräsident Michail Saakaschwili mit seiner Unterschrift ein entsprechendes Religionsgesetz in Kraft. Das berichteten Medien der Kaukasusrepublik am Donnerstag. Religionsgemeinschaften können dem neuen Gesetz zufolge auf Antrag den Status einer juristischen Person erhalten, wenn sie eine historische Beziehung zu Georgien haben oder diesen Status in einem anderen Mitgliedstaat des Europarates besitzen. Rechtlich anerkannt werden dürften demnach die armenisch-apostolische und die katholische Kirche, die protestantischen Baptisten sowie muslimische und jüdische Gemeinden. (kna) (NL Radio Vatikan, 07.07.2011).
28.06.2011 Kiew (KAP) Die katholische Kirche in der Ukraine protestiert gegen die anti-ökumenische Politik der Hardliner in der Stadtregierung von Odessa. Anlass ist das Verbot der Abhaltung der diesjährigen Fronleichnamsprozession. Unter anderem sitzt ein hoher Würdenträger der mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen Orthodoxie - Metropolit Agafafel - im Stadtparlament der Millionenstadt. Er wird als die treibende Kraft des gegen die Katholiken gerichteten Verbots angesehen.
Am vergangenen Sonntag durften Odessas Katholiken zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Prozession rund um ihre Kirche durchführen. Offizielle Begründung für die Entscheidung war laut Stadtverwaltung die Sorge, dass die öffentliche Ruhe gestört würde. Im Gegensatz dazu wurde aber für eine gleichzeitig anberaumte, über die gleiche Strecke - nämlich an der katholischen Kirche vorbei - geführte orthodoxe Prozession ohne konkreten Anlass ("zur Ehre der Orthodoxie") sehr wohl eine Erlaubnis gewährt.
Der zur Zeit auf einer Dienstreise im Ausland weilende katholische Bischof von Odessa-Simferopol, Bronislaw Bernacki, reagierte mit Empörung auf diese Entscheidung. "Seit sieben Jahren hatten wir unsere Fronleichnamsprozession jedes Jahr um die Kirche geführt. Nie ist es zu einer Störung der öffentlichen Ordnung gekommen", so Bernacki. Gleichzeitig sei aber von vielen bemerkt worden, dass es in letzter Zeit immer wieder in der Südukraine zu Menschenrechtverletzungen gekommen sei.
Das Verbot, eine katholische Prozession abzuhalten, ist nach Meinung des Bischöflichen Ordinariats Odessa ein "gefährlicher Trend" und Signal dafür, dass in Südukraine ein Prozess beginne, in dem Rechte und Freiheiten der religiösen Gemeinschaften verletzt würden. "Odessa ist eine multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Stadt, was offensichtlich die Stadtverwaltung nicht achten möchte", so die Stellungnahme des katholischen Ordinariats. -
Wie Bischof Bernacki erklärte, sei Religion immer Fundament für die Entwicklung der Kultur, der Bildung und Verbesserung des moralischen Niveaus der Gesellschaft. Er forderte die Odessaer Verwaltung auf, die Rechte der Katholiken zu respektieren, weil diese in der ukrainischer Verfassung garantiert seien. -
Die Katholiken in Odessa bekamen auch Unterstützung vonseiten anderer christlicher Kirchen. Der evangelisch-lutherische Bischof der Ukraine, Uhland Shpalinger, äußerte Sorge, dass durch "einseitige Präferenzen" die Standards des an sich liberalen Gesetzes über die offiziell registrierten religiösen Organisationen unterminiert würden. (Kathweb, 28.06.2011).
24.06.2011 Moskau: Die Russisch-Orthodoxe Kirche will sich nach eigenen Angaben der Zeit anpassen und das als Bibel- und Liturgiesprache geltende Kirchenslawisch modernisieren.
Wie Archimandrit Kyrill, Erster Vize-Chef des Bildungskomitees der Russisch-Orthodoxen Kirche, am Montag in Moskau in einer Pressekonferenz in der Synodalen Informationsabteilung sagte, ist geplant, komplizierte kirchenslawische Wörter durch leichtere zu ersetzen sowie etliche syntaktische Konstruktionen zu vereinfachen.
Die allgemeine Tendenz bestehe darin, die Botschaft, die die Kirche in die moderne Gesellschaft trage, transparenter und verständlicher zu machen, sagte Archimandrit Kyrill.
Nach ihm wurde das Kirchenslawische, das durch die Ableitung von syntaktischen Strukturen aus dem Griechischen entstanden sei, von niemandem mehr im Alltag gebraucht. Die kirchenslawische Sprache sei bereits mehrmals als Ergebnis von Reformen - etwa unter dem Patriarchen Nikon, zur Regierungszeit von Zarin Jelisaweta [Elisabeth GH] und im Ergebnis der großen Landeskirchenversammlung von 1917/1918 - verändert worden, so der Archimandrit.
Der diesbezügliche Dokumententwurf „Die kirchenslawische Sprache im Leben der Russisch-Orthodoxen Kirche des 21. Jahrhunderts“ legitimiere die Entwicklung der kirchenslawischen Sprache für die Zukunft und spiegele das Bestreben der Russisch-Orthodoxen Kirche und der meisten anderen orthodoxen Kirchen der Welt wider, „die kirchliche Tradition an die modernen Menschen weiter zu geben“, sagte Archimandrit Kyrill.
Der Dokumententwurf ist inzwischen an alle Diözesen verschickt und zur Diskussion im Internet unterbreitet worden. (RIA Novosti, 20. Juni 2011).
08.06.2011 Moskau: Erste russisch-orthodoxe Kirche der arabischen Halbinsel eingeweiht:

Nach vier Jahren Bauzeit wurde die erste russisch-orthodoxe Kirche auf der arabischen Halbinsel eingeweiht. Die Kirche wurde in der Stadt Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet und ist dem Apostel Philippus geweiht. Wie die Internetseite des Moskauer Patriarchats bekanntgab, konnten auf der Spitze aller fünf Kuppel vergoldete Kreuze angebracht werden. In der Regel wird in islamischen Staaten die Anbringung christlicher Symbole wie das Kreuz im Äußeren nicht gestattet. Vor der Anbringung wurden die in Rußland gefertigten Kreuze durch den Pfarrer der Kirche, Alexander Zarkesher gesegnet. --
Zur Kirche gehört ein dreistöckiges Gebäude, das als Pfarrhaus und Kulturzentrum dient. Das Moskauer Patriarchat erinnert an die „Bedeutung des Ereignisses für die orthodoxe Gemeinschaft in der Gegend“. Möglich wurde der Kirchenbau durch Sultan bin Mohamed al-Qassimi III., des Emirs von Schardscha, der mit seiner Entscheidung die letzten Hürden beseitigte. Das Patriarchat von Antiochien, in dessen Zuständigkeit die arabische Halbinsel fällt, erteilte die Zustimmung, daß die russische Gemeinschaft durch einen Priester des Moskauer Patriarchats betreut wird. --
Die Grundsteinlegung im Jahr 2007 nahm der damalige Metropolit von Smolensk und Kaliningrad (Königsberg) vor, der heute amtierende russisch-orthodoxe Patriarch von Moskau, Kyrill I. (Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (Katholisches.info, 08.06.2011).
06.06.2011 Moskau: Fünf neue Diözesen – Moskauer Patriarch stärkt Russisch-Orthodoxe Kirche
Die russisch-orthodoxe Kirche verstärkt ihre Organisationsstruktur und ihre seelsorgliche Tätigkeit durch die Errichtung von fünf neuen Diözesen. Die Entscheidung fiel am 31. Mai beim Treffen des Heiligen Synods, des höchsten Organs der russisch-orthodoxen Kirche, das unter dem Vorsitz des Moskauer Patriarchen Kirill tagt. Die Neuordnung stärkt die Autorität des Patriarchen, der bereits im Vorjahr eine Zentralisierung der kirchlichen Aktivitäten, vor allem auch der Mission einleitete.
Patriarch Kirill erklärte am Beginn des Heiligen Synods, dass die „wichtigen Entscheidungen“ dazu dienen, damit „das kirchliche Leben in einer Reihe von Regionen intensiver und kohärenter mit den Vorgaben des Synods“ werde. Bereits beim letzten Treffen des Synods waren neue Diözesen im Nordkaukasus errichtet worden. Die fünf neuen Diözesen sind: Narwa als zweite orthodoxe Diözese in Estland sowie Krasnoslobodsk und Ardatow (in der Republik Mordwinien), Chanty-Mansijsk und Surgut (Autonomer Kreis der Chanten und Mansen), Salechard und Nowy Urengoi (Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen) und schließlich Jenisseisk und Norilsk (Region Krasnojarsk).
„In Griechenland hat jede Stadt einen Bischof, während wir noch mit den Strukturen der Sowjetherrschaft zurechtkommen müssen. Das bedeutet, dass in einer Diözese Städte zusammengeschlossen sind, die auch 1000 Kilometer und mehr voneinander entfernt liegen können. Manche Pfarreien wissen da nicht einmal, wer ihr Bischof ist“, sagte Wladimir Wigilianskii, der Leiter der Pressestelle des Moskauer Patriarchats in der Tageszeitung Kommersant. „Die Verkleinerung der Diözesen wird eine Reihe von Möglichkeiten bieten.“ -
Roman Lunkin, Direktor des Instituts "Religion und Recht", geht davon aus, dass die Neuordnung die Position des Patriarchen stärkt, „da die neuen Bischöfe Personen seiner Wahl“ sein werden. -
Die russisch-orthodoxe Kirche zählt damit 164 Diözesen, 217 Bischöfe, 30.675 Pfarreien, 29.324 Priester und 3850 Diakone, 805 Klöster, davon 398 männliche und 407 weibliche. Patriarch Kirill übernahm im vergangenen Jahr selbst die Leitung des Missionsbüros des Patriarchats und begann mit dessen Erweiterung.
(Asianews/Giuseppe Nardi) (Katholisches.nfo, 06.06.2011).
02.05.2011 Moskau: 200 neue Kirchen für Moskau – Größtes russisch-orthodoxes Kirchenbauprojekt
Die russisch-orthodoxe Kirche legte den Grundstein zum größten Kirchenbauprojekt ihrer Geschichte. In Moskau sollen 200 neue orthodoxe Kirchen gebaut werden. Am 29. April wurden die Fundamente der ersten Kirche gegosssen.
“Es wird keine Verzögerungen oder Hürden geben”, versicherte Moskaus Bürgermeister, Sergej Sobianin, dem Moskauer Patriarchat nach zahlreichen Polemiken, die der Erteilung der Baubewilligungen folgten. „Jetzt heißt es, die konkrete Phase zu beginnen mit der Planung für die zu errichtenden Kirchen“, sagte der Bürgermeister bei der Grundsteinlegung der ersten Kirche, die in der Näher des Dubrovka-Theaters entsteht, das 2002 traurige Berühmtheit als Schauplatz einer blutigen Geiselnahme durch tschetschenische Rebellen erlangte.Die Stadtverwaltung von Moskau wies dem Patriarchat bisher 15 Grundstücke für ebensoviele Kirchenneubauten zu. Weitere fünf werden demnächst folgen. Rund 80 weitere Baugrundstücke seien bereits in Vorbereitung, erklärte der Moskauer Bürgermeister. Bis Jahresende soll der Bau von acht oder neun Kirchen bereits im Gange sein, so Sobianin.
Der Moskauer Patriarch Kirill erklärte, dass „200 Kirchen nicht ausreichen, um alle Probleme zu lösen. Sie werden die Situation radikal verändern, weil wir mit den neuen Kirchen die Möglichkeit haben werden, mitten unter den Menschen, in der Nähe ihrer Häuser zu wirken“.
Der Staat betrachtet die Unterstützung durch die orthodoxe Kirche als große Hilfe im Kampf gegen soziale Probleme wie den Alkoholismus, ethnische Konflikte und die Abtreibung. Deshalb forderte Bürgermeister Sobianin das Patriarchat auf, die Kirchen nicht nur als Orte des Gebets und der Liturgie, sondern auch als Orte der Begegnung für die Jugend und die Hilfsbedürftigen zu betrachten.
Für Patriarch Kirill soll das Kirchenbauprojekt von Moskau den anderen Teilen Rußlands zum Vorbild dienen. „Wenn wir imstande sind, dieses Programm umzusetzen, wird sich das gesamte religiöse Bild Russlands ändern“, so der Patriarch.
Laut Angaben des Patriarchats komme derzeit in Moskau statistisch auf 35.000 Einwohner nur eine Kirche. In manchen Stadtteilen sogar nur auf 150.000 oder 200.000 Einwohner. (Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (Katholisches.info, 02.05.2011).
14.04.2011 Russisch-orthodoxe Kirche
Patriarchenluxus
Die russisch-orthodoxe Kirche tanzt ums Goldene Kalb. Patriarch Kyrill glaubt an teure Uhren und Autos als Bestandteil sakraler Repräsentation. Drei Priester sehen darin eine geistig-moralische Katastrophe. Jetzt sollen sie ihres Amtes enthoben werden.
Von Kerstin Holm
Die Russische Orthodoxe Kirche fühlt sich nicht verpflichtet, beim allgemeinen Tanz ums Goldene Kalb abseitszustehen. Drei Priester aus dem nordrussischen Udmurtien, die den Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kyrill I. wegen seiner Liebe zum Luxus kritisierten, wurden von ihrem Metropoliten umgehend aus ihren heiligen Ämtern entfernt. Die Gottesmänner, von denen einer der Alexander-Newski-Kathedrale von Ischewsk und die zwei anderen Dorfkirchen vorstanden, hatten in einer gemeinsamen Videoansprache gewarnt, Russland drohe eine geistig-moralische Katastrophe, wenn die Kirchenleitung weiter mit Heiligen geschmückte Orden an Vertreter der politischen und der Geschäftselite verteile. --
Das Volk benötige eine lebendige Predigt, erklärten Vater Alexander Malych, Vater Sergej Kondakow und Vater Michail Karpejew in ihrem übers Internet verbreiteten Clip, nicht Banker, Sportler oder Schauspieler als Seelenhirten. Sie kündigten an, sie würden im Gottesdienst Kyrills, der manchmal eine 36 000 Euro teure Breguet-Uhr trägt, einen Cadillac und einen gepanzerten S-Klasse-Mercedes in der Garage stehen hat, nicht mehr gedenken, bis der Patriarch bereue. Doch damit hätten sich die drei außerhalb der orthodoxen Kirche gestellt, befand Metropolit Nikolai, der jetzt von ihnen verlangt zu bereuen. Sonst würden sie aus dem Priesterstand entfernt. -- Unterdessen hat der im Patriarchat für die Beziehungen zur Öffentlichkeit zuständige Erzpriester Wsewolod Tschaplin erklärt, wenn hohe Kleriker im Luxus schwelgten, sei das segensreich. Darin spiegele sich ihr gesellschaftliches Prestige, erklärte Wsewolod. Die Gläubigen wünschten, dass ihre Kirchen und deren Diener möglichst schön und prächtig aussähen, behauptete Tschaplin. Obendrein würden Schmuck und Pracht in der Kirche gemeinhin nicht aus Kirchenmitteln bestritten, sondern durch Opfergaben. Leute, die Luxus am orthodoxen Klerus kritisierten, seien dessen Feinde, sagte der Kirchenideologe und verglich sie mit Judas. Die Kirchendissidenten aus Udmurtien führen die Moskauer Doktrin der reichen Kirche freilich auf die Sünde ihrer Verwestlichung zurück. Die drei Volkspriester haben angekündigt, sie seien bereit, für die Reinheit ihres christlichen Gewissens Verleumdung und Verfolgungen zu ertragen. (Text: F.A.Z.; FAZ.Net, 14.04.2011). --- Wenn die Behauptungen in dem Artikel korrekt sind - er stammt immerhin aus der allerdings bekannt kirchenfeindlichen FAZ - geben sie zu denken, besonders die inakzeptablen Äußerungen Tschaplins. Es ist nicht zu glauben! [GH].
13.04.2011 Russland:
Studenten und Professoren haben sich am Montag in einem Offenen Brief, an den Leiter der Universität Moskau, gegen den Bau einer neuen orthodoxen Kirche auf ihrem Campus ausgesprochen. Der Bau erhebe eine Konfession gegenüber anderen und sei damit das „Gegenteil einer pluralistischen Erziehung“. Die Autoren rufen in ihrem Schreiben die Trennung von Kirche und Staat in Russland in Erinnerung. Die Universität dürfe kein Ort religiöser Propaganda sein. Die Entscheidung des Bürgermeisters Sergei Sobianin weitere 60 orthodoxe Kirchen in Moskau zu bauen, stößt in der Bevölkerung auf Proteste. Der öffentliche Brief der Universität hatte am darauffolgenden Tag bereits 100 zustimmende Unterschriften. (asianews) (NL Radio Vatikan, 13.04.2011).
29.03.2011 Vatikanstadt: Moskauer Patriarchat bekommt Obersten Kirchenrat
Bereits vor der Oktoberrevolution 1917 war die Einrichtung eines kollegialen Koordinationsgremiums im Gespräch gewesen
(KAP) Im russisch-orthodoxen Patriarchat von Moskau wird demnächst ein Oberster Kirchenrat eingerichtet. Das Gremium solle regelmäßige Konsultationen zwischen den Präsidenten der verschiedenen Kommissionen des Heiligen Synods ermöglichen, berichtete die Vatikanzeitung "Osservatore Romano".-
Die Bildung eines solchen Gremiums geht demnach auf einen Vorschlag von Patriarch Kyrill I. zurück. Bereits vor der Oktoberrevolution 1917 sei ein solches kollegiales Koordinationsgremium im Gespräch gewesen, so der "Osservatore". In der Folge der Revolutionswirren und während der Verfolgungszeit der Kirche sei der Plan aber liegengeblieben.
Offiziell soll das Gremium bei der nächsten Sitzung des Heiligen Synods begründet und die Namen der 18 Mitglieder bekanntgegeben werden. Dem Kirchenrat unter Leitung des Patriarchen sollen laut Vatikanzeitung in jedem Fall der Außenbeauftragte des Patriarchates, Metropolit Hilarion, sowie Erzpriester Wsewolod Tschaplin, der die Beziehungen von Kirche und Gesellschaft koordiniert, angehören. Als einziger Laie sei der Leiter der Informationsabteilung des Patriarchats, Vladimir Legoida, vorgesehen. (Kathweb, 29.03.2011).
08.03.2011 Rom/ Zypern: Inter-orthodoxe Konsultation beginnt Diskussion über das Wesen der Kirche
Eine einwöchige inter-orthodoxe Konsultation hat am Dienstag, den 3. März in Ayia Napa, Zypern, seine Arbeit aufgenommen mit dem Ziel, das Dokument über Glauben und Kirchenverfassung mit dem Titel „Wesen und Auftrag der Kirche" zu studieren. Ziel dieser Konsultation ist, die ausgesprochen orthodoxen Einsichten als Teil einer weltweiten Diskussion über die Lehre der Kirche, oder „Ekklesiologie", anzubieten. Gastgeber dieses Treffens ist die orthodoxe Kirche von Zypern.
Fast vierzig Teilnehmer aus Ost- und orientalisch-orthodoxen Kirchen, die sich aus kirchlichen Verantwortlichen, Universitätsprofessoren, Theologen, Männer und Frauen sowie Jugendlichen zusammensetzen, von denen die meisten Mitglieder der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) sind, diskutierten das Dokument und erstellten eine gemeinsame orthodoxe Antwort auf diesen wichtigen theologischen Text.
Nach einem Te Deum [??], das von Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern im historischen Kloster von Ayia Napa zelebriert wurde, dankte Metropolit Prof. Dr. Gennadios von Sassima, Co-Moderator der Konsultation, dem Erzbischof für seine großzügige Gastfreundschaft bei den regelmäßigen inter-orthodoxen und ökumenischen Versammlungen, und hob die lebenslangen Bemühungen des Erzbischofs zur Überwindung der Trennlinien in seinem eigenen Land und anderswo in der Welt hervor.
Metropolit Gennadios bedauerte, dass „Mauern von Trennung und Spaltung in der Welt immer noch existieren", und betonte, dass es eine der Prioritäten sei, den „orthodoxen Kampf für Frieden, Versöhnung und Freundschaft zwischen den Völkern und Nationen fortzusetzen".
Erzbischof Chrysostomos unterstrich die Bedeutung des Themas. „Orthodoxe Theologie ist in erster Linie ekklesiologisch. Das Christentum kann nicht anders als Kirche verstanden werden. Durch seine Menschwerdung, hat Christus alle Menschen zum Teil seines eigenen Körpers gemacht." Orthodoxe Beiträge zur ökumenischen theologischen Reflexion bestehen darin, dass die Orthodoxie, mehr als Verteidigung einer „konfessionellen" Interpretation der Ekklesiologie, die existenzielle Erfahrung der Kirche teilen müsse, so der Erzbischof von Zypern.
Auch Pfr. Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des ÖRK, würdigte Erzbischof Chrysostomos und Metropolit Dr. Vasilios von Constantia-Ammochostos, Moderator der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, für ihre Gastfreundschaft, als sichtbares Zeichen für ihr ökumenisches Engagement, und für ihre vielen Beiträge zur Arbeit von "Glauben und Kirchenverfassung".
Der Generalsekretär verwies auf die Arbeit der Sonderkommission zur orthodoxen Mitarbeit im ÖRK vor zehn Jahren und betonte den orthodoxen Beitrag sowohl zur ekklesiologischen Reflexion im Allgemeinen als auch speziell zum kirchlichen Charakter der Gemeinschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen.
Abschließend erinnerte der Generalsekretär die Teilnehmer an die bevorstehende Internationale Ökumenische Friedenskonvokation in Kingston, Jamaika. „Unsere Aufgabe wird es sein, zu bekräftigen, dass unser Ziel die Einheit sei, damit die Welt glaube, dass ein gerechter Frieden möglich sei [?? GH]. Wir wissen, dass es auf dieser Insel einen Kampf für Gerechtigkeit und Frieden gibt. Es ist Teil unseres Weges hin zur Einheit und zum gemeinsamen Zeugnis, dass wir uns an diesem Kampf beteiligen." (ZENIT.org) (NL Radio Vatikan, 08.03.2011).
03.02.2011 Russland/Ukraine:
Russisch-orthodoxe Geistliche dürfen künftig in Ausnahmefällen offiziell für politische Ämter kandidieren. Das beschloss eine Bischofssynode am Donnerstag in Moskau. Eine Kandidatur soll dann erlaubt sein, wenn sie zur Verteidigung gegen „schismatische oder andersgläubige Kräfte“ notwendig sei. Eine Parteimitgliedschaft bleibt aber unzulässig. Der Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchates, Metropolit Hilarion, erklärte im Vorfeld der Synode, der Einzug von orthodoxen Geistlichen in Parlamente sei besonders in der Ukraine sinnvoll. Dadurch könne eine Beschädigung der Kirche durch schismatische Gruppen abgewendet werden. Mit der Kirche des Moskauer Patriarchats konkurrieren in der Ukraine zwei von Russland unabhängige orthodoxe Kirchen. Im vergangenen Jahr kam es dort erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder zu handfesten Konflikten zwischen Moskau und dem von der Weltorthodoxie nicht anerkannten Kiewer Patriarchat um Kirchengebäude. Im Gegensatz zur orthodoxen Kirche verbieten die römisch-katholische und griechisch-katholische Kirche, dass Geistliche politische Ämter übernehmen. (kna/risu) (NL Radio Vatikan, 03.02.2011).
17.12.2010 Stuttgart: Großes Taufbecken der Hagia Sophia ausgegraben
In Istanbul (Konstantinopel) wurde das Taufbecken der byzantinischen Hauptkirche Hagia Sophia ausgegraben.

Das gewaltige Becken ist 3,30 m lang, 2,50 m breit und wurde aus einem einzigen Marmorblock gefertigt, vermutlich bereits vor dem 6. Jahrhundert. Stufen an beiden Seiten des Beckens ermöglichten den [erwachsenen] Täuflingen - wie in anderen antiken Taufbecken auch - auf der einen Seite hinein- und auf der anderen Seite als getaufte Christen herauszusteigen. Das Becken war im Zuge der Umwandlung der Kirche in eine Moschee [nach der islamischen Eroberung] aus der Taufkapelle herausgehoben worden und überstand die Jahrhunderte im Innenhof des heutigen Museums unversehrt, da es bald mit Erde bedeckt worden war. Jetzt soll es restauriert und ab kommendem Frühjahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (Newsletter Kath. Bibelwerk, 17.12.2010; Foto: REU)
12.11.2010 Serbien:
Der abgesetzte serbisch-orthodoxe Bischof Artemije droht mit einem Schisma. Das berichtet die Belgrader Tageszeitung „Blic“. Der 75-jährige Vertreter der serbisch-orthodoxen Kirche im Kosovo war im Mai nach Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten von der Heiligen Synode abberufen worden. Jetzt droht er offenbar mit der Gründung einer neuen Kirche, die „Wahre Kirche des heiligen Saba“ heißen soll. Artemije wird nach Zeitungsangaben von einer Gruppe von Mönchen unterstützt. Der Kosovo ist die historische Wiege der serbischen Orthodoxie und Heimstatt zahlreicher Klöster. Die serbisch-orthodoxen Bischöfe treffen sich nächste Woche in Belgrad zu einer Vollversammlung. (ansa) NL Radio Vatikan, 12.11.2010).
14.10.2010 Moskau: Patriarch Kyrill kritisiert „Abbau des religiösen Bewusstseins in Europa“
Patriarch Kyrill I. von Moskau und ganz Russland appelliert an den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, die „Präsenz der christlichen Werte“ in der Öffentlichkeit zu verteidigen.
Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche zieht dabei Parallelen zwischen dem modernen Europa und der Sowjetunion. „Die russische Kirche hat jahrzehntelang in einem Staat existiert, wo der Atheismus als offizielle Ideologie galt… Das religiöse Leben war aus dem Gesellschaftsraum verdrängt… und konnte sich ausschließlich im engen Rahmen des reinen Privatlebens beziehungsweise Familienlebens manifestieren“, sagte das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche am Mittwoch in seinem Moskauer Amtssitz bei einem Treffen mit Wulff, der sich seit Montag zu einem offiziellen Besuch in Russland aufhält.
Zur Sowjetzeit sei die Religion eine Herausforderung an die offizielle Ideologie gewesen und habe im Widerspruch zu den im Menschenbewusstsein dominierenden philosophischen Systemen gestanden, so Kyrill. Der Patriarch ist darüber besorgt, dass gegenwärtig in vielen Ländern, darunter in Westeuropa, etwa das Gleiche geschehe. „Es wird nicht direkt gefordert, für eine lichte Zukunft die christliche Präsenz aus der Öffentlichkeit zu verbannen.“ Die Forderung laute anders: „Um der Menschenrechte willen müssen die Kreuze aus Schulen und die Religion aus der Öffentlichkeit verbannt werden.“
Kyrill dankte dem deutschen Staat für sein Engagement für „die Präsenz der christlichen Werte in Europa“. „Ich bete dafür, dass es auch so weitergeht“. Philosophische Systeme kommen und gehen, aber der christliche Glaube besteht seit 2000 Jahren. Er hat die geistige und kulturelle Grundlage Europas geschaffen, so der Patriarch. (© RIA Novosti. Sergey Pyatakov, 13.10.2010).
08.10.2010 Österreich: Orthodoxe organisieren sich
In Wien ist an diesem Freitag eine Orthodoxe Bischofskonferenz in Österreich begründet worden. Unter dem Vorsitz des griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel nahmen Vertreter der serbisch-orthodoxen, rumänisch-orthodoxen, bulgarisch-orthodoxen, russisch-orthodoxen und georgisch-orthodoxen Kirche an der konstituierenden Sitzung teil. Die orthodoxe Kirche in Österreich befinde sich in einer neuen Situation mit großen Herausforderungen, so Staikos. Er betonte in seiner Eröffnungsansprache, dass orthodoxe Christen keinen Nationalismus entwickeln sollten. (kap) (NL Radio Vatikan, 08.10.2010).
03.10.2010 Serbien:
Patriarch Irinej I. ist am Sonntag im Patriarchatskloster von Pec im Westen von Kosovo-Metohija inthronisiert worden. In einer Ansprache sagte der Patriarch mit Bezug auf das Kosovo, die internationale Gemeinschaft müsse bei der Suche nach einer Lösung des Kosovo-Problems auch die Belange der Serben berücksichtigen. Patriarch Irinej sprach dann ausdrücklich sowohl die Serben, als auch das „ehrenwerte albanische Volk“ und alle Bewohner Kosovos an und rief sie „zum Frieden und zur Einheit“ auf der Grundlage göttlicher und menschlicher Gerechtigkeit auf. Neben kirchlichen und staatlichen Gästen nahmen auch der neue Präsident des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Erzbischof Kurt Koch an den Feierlichkeiten teil, sowie Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern und Metropolit Christophor von Tschechien und der Slowakei. – Patriarch Irinej I. ist der Nachfolger des im November 2009 verstorbenen Patriarchen Pavle I. und wurde am 23. Januar 2010 in der Belgrader Kathedrale inthronisiert. Da das Patriarchatskloster von Pec seit 1253 Sitz der serbischen Erzbischöfe und seit 1346 auch der Patriarchen ist, findet die Zeremonie auch dort statt. (pm) (NL Radio Vatikan, 03.10.2010).
28.09.2010 Serbien:
Die Inthronisierung des neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej findet ohne Beteiligung der kosovarischen Regierung statt.

Die offizielle Feier ist am Sonntag im Patriarchalkloster von Peja (Pec). Wichtige Vertreter der serbischen Orthodoxie haben eine Anwesenheit des ehemaligen Staatspräsidenten des Kosovo, Fatmir Sejdiu, abgelehnt – so berichten es die Medien. Sejdiu war am Montag von seinem Amt zurückgetreten. Über 10.000 Menschen werden zu der Inthronisierung erwartet, darunter serbische Regierungsvertreter. Von Seiten des Vatikans wird der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Erzbischof Kurt Koch, dabei sein. Der 80-jährige Irinej war bereits im Januar zum Nachfolger des Verstorbenen Pavle gewählt worden. (kap) (NL Radio Vatikan, 28.09.2010).
28.09.2010 Russland:
Die Vollversammlung der katholisch-orthodoxen Dialogkommission, die letzte Woche in Wien tagte, hat keinen „Durchbruch“ in den ökumenischen Beziehungen gebracht. Das betonte der Vorsitzende des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), am Dienstag in einer Stellungnahme. Er widersprach damit Medienberichten über ein angeblich gutes Ergebnis der Gespräche. Beim Abschluss-Dokument der Dialogkommission, in dem die Rolle des Bischofs von Rom betrachtet wird, handle es sich lediglich um ein „Arbeitspapier“, so Hilarion. Dieses gebe allerdings nicht die Position der orthodoxen Kirche wieder: „Entgegen den Behauptungen der Presse kam es bei der Tagung der orthodox-katholischen theologischen Kommission zu keinen Durchbrüchen.“ Thema der Tagung war „Die Rolle des römischen Bischofs im ersten Jahrtausend“. Zu diesem Thema wurde auf Kreta ein Dokument vorbereitet, das bereits bei der Dialogtagung im Vorjahr auf Zypern vorbesprochen wurde. Dieses Dokument war danach in mehreren Medien verbreitet worden. (kap) (NL Radio Vatikan, 28.09.2010).
Aufschlussreicher Grundsatzartikel:
20.09.2010 Wien: Orthodoxe Kirchen auf dem Weg ins 3. Jahrtausend
Ob die Beratungen der katholisch-orthodoxen Dialogkommission in Wien nachhaltig erfolgreich sein werden, hängt auch davon ab, ob es der Orthodoxie gelingt, innerkirchliche Probleme und Strukturfragen zu lösen - Ein "Kathpress"-Hintergrundbericht von Georg Pulling
Wien, 19.09.2010 (KAP) In Wien ringen ab Montag die Mitglieder der katholisch-orthodoxen Dialogkommission auf ihrer nunmehr bereits zwölften Vollversammlung um ein gemeinsames Verständnis des Papstamtes, wie es im ersten Jahrtausend vorhanden war. Die vorangegangenen Vollversammlungen haben gezeigt, dass ein nachhaltiger Erfolg der Beratungen nicht zuletzt auch davon abhängen wird, ob es der Orthodoxie gelingt, innerkirchliche Probleme und Strukturfragen zu lösen: Dazu zählt u.a. die Stellung des Ökumenischen Patriarchen innerhalb der Orthodoxie sowie damit verbundene Fragen der kirchlichen orthodoxen Strukturen.-
Der russisch-orthodoxe Bischof Hilarion - er ist inzwischen Metropolit und Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats - hatte schon bei der Vollversammlung 2006 in Belgrad mit einer Attacke gegen den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., für Unmut gesorgt. 2007 hatte er schließlich - gemeinsam mit Erzpriester Igor Wyschanow vom Kirchlichen Außenamt in Moskau - schon am zweiten Tag die Vollversammlung in Ravenna verlassen. Damit potestierten die beiden russischen Delegierten gegen die Teilnahme der "Estnischen Apostolischen Kirche" an den Beratungen.
Diese Kirche wurde und wird vom Moskauer Patriarchat nicht anerkannt. Sie sei 1996 vom Ökumenischen Patriarchen auf dem kanonischen Territorium des Moskauer Patriarchats gegen dessen Willen errichtet worden, sagte Hilarion. Die Teilnahme von Vertretern der "Estnischen Apostolischen Kirche" an der Erarbeitung von gesamtorthodoxen Positionen würde implizit eine Anerkennung dieser Kirche durch Moskau bedeuten.-
Die Spannungen rund um die "Estnische Apostolische Kirche" zeigen deutlich das Problem der Orthodoxie: Aufgrund der großen gesellschaftspolitischen Veränderungen des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts mit der Entstehung neuer Staaten und großen Migrationsbewegungen sieht sich die orthodoxe Kirche gezwungen, ihre traditionelle jurisdiktionelle Einteilung zu reformieren.
So spalteten sich zum einen mit der Entstehung neuer Staaten orthodoxe Landeskirchen ab, die von den anderen aber nicht anerkannt wurden, zum anderen siedelten viele Orthodoxe in Länder aus, die nicht zum traditionellen Gebiet der orthodoxen Kirche gehören. Weiters haben auch in Gebieten, die seit langem zum Einzugsgebiet der Orthodoxie gehören, politische Veränderungen zu Spannungen geführt, beispielsweise in der Ukraine oder in Ex-Jugoslawien.
Inakzeptabler "Papst des Ostens"
Auch ohne russisch-orthodoxe Unterschrift verabschiedeten die orthodoxen (und katholischen) Delegierten in Ravenna schließlich am 13. Oktober 2007 das öffentlich viel beachtete "Ravenna-Dokument", in dem beide Seiten übereinstimmten, dass Rom in der Ordnung der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends "die erste Stellung einnahm und dass der Bischof von Rom deshalb der Erste unter den Patriarchen war". Als offizieller Veröffentlichungstermin war der 15. November vereinbart worden. Das hinderte freilich Bischof Hilarion nicht daran, das Dokument noch im Oktober 2007 öffentlich zugänglich ins Internet zu stellen.
Inhaltlich kritisierte Hilarion in Folge am Ravenna-Papier die Bemerkung, wonach die Kirchen des Ostens nach dem Schisma von 1054 ihre Konzilien "in Gemeinschaft mit dem Sitz von Konstantinopel" einberufen hätten. Das stilisiere den Ökumenischen Patriarchen auf inakzeptable Weise zu einem "Papst des Ostens". Von Seiten des Patriarchats wurde dieser Vorwurf freilich zurückgewiesen.
"Primus inter pares"
Dennoch nimmt das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel unter der orthodoxen Kirchen als "primus inter pares" unbestritten den ersten Platz ein. Der Ökumenische Patriarch ist somit "der Erste, aber nicht der Höchste", wie der griechisch-orthodoxe Theologe Prof. Grigorios Larentzakis betont. Die Patriarchen oder Erzbischöfe der einzelnen orthodoxen Kirchen stünden nicht unter der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen. Dieser dürfe sich nicht willkürlich in die inneren Angelegenheiten der Schwesterkirchen einmischen und hineinregieren. Larentzakis: "Er ist kein orthodoxer hierarchischer Monarch, auch kein Papst der Orthodoxie."-
Der Ökumenische Patriarch habe aber sehr wohl gesamtorthodoxe "Aufgaben, Dienste und Rechte" wahrzunehmen, die nur ihm zukommen würden. Das betreffe Koordinationsaufgaben, die alle orthodoxen Kirchen betreffen, die Überwindung von zeitweiligen Schwierigkeiten innerhalb einzelner orthodoxer Kirchen und schließlich die Gründung von neuen autokephalen Kirchen. Es sei daher nicht zulässig, die Stellung des Ökumenischen Patriarchen innerhalb der Gesamtorthodoxie bloß als "Ehrenprimat" zu bezeichnen, so Larentzakis.
Die Vorrangstellung des Ökumenischen Patriarchen müsse dabei auch völlig unabhängig von der geografischen Größe des Territoriums oder der Anzahl der Gläubigen gesehen werden. Larentzakis weist in diesem Zusammenhang auch Tendenzen in der russischen Kirche nach einem Vormachtsanspruch in der Orthodoxie zurück. Er macht darauf aufmerksam, dass die orthodoxe Kirche von Russland ursprünglich zur Kirche von Konstantinopel gehörte, bevor sie im 16. Jahrhundert vom Ökumenischen Patriarchen für selbstständig (autokephal) erklärt und zum Patriarchat erhoben wurde.
Es sei deshalb auch nicht zulässig, wenn "Größe und Macht" der gegenwärtigen Russischen Kirche als Argument dazu benutzt würden, um gegen das Ökumenische Patriarchat zu opponieren. Schließlich sei das Ökumenische Patriarchat zu einem nicht unerheblichen Teil deshalb kleiner, weil es die ehemalige Tochterkirche in die "Unabhängigkeit" entlassen habe.
Jerusalem: Bartholomaios I. greift durch
Was die Vorrangstellung des Ökumenischen Patriarchen in der Praxis bedeutet, illustrieren die Vorgänge rund um den umstrittenen Patriarchen von Jerusalem, Irinaios I., im Jahr 2005: Acht Bischöfe und rund 20 Archimandriten des orthodoxen Patriarchats von Jerusalem brachen Anfang Mai 2005 mit dem amtierenden Patriarch Irinaios I. und erklärten öffentlich, ihm "das Vertrauen entzogen" zu haben. Sie hätten sich wegen der Korruptionsvorwürfe gegen den Patriarchen im Zusammenhang mit - auch politisch umstrittenen - Grundstücksgeschäften zu diesem Schritt entschlossen, hieß es in der Erklärung der hochrangigen Kleriker.
In ihrem Offenen Brief warfen sie Irinaios I. vor, er sei in einem Gebilde von "Lüge, Erniedrigung der Rolle des Patriarchen und unverantwortlichem Umgehen mit Vermögen des Patriarchats" gefangen. Der Beschuldigte wiederum bezeichnete - wenig schmeichelhaft - seine Gegner im Patriarchat als "Würmer".
Bei einer kurzfristig einberufenen Kirchenversammlung (Heilige Synode) des Jerusalemer Patriarchats wurde Irinaios mit zwölf zu sechs Stimmen für abgesetzt erklärt. Dieser verwies aber darauf, dass die Sitzung illegitim war, weil nicht er sie einberufen hätte. Der Patriarch erklärte seine Widersacher formell zu "Schismatikern", die sich "von der Kirche getrennt haben".
Als die Situation zu eskalieren drohte, griff der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ein und lud Irinaios I. zu einem Krisen-Gesprächen nach Istanbul ein. Dieser weigerte sich allerdings zurückzutreten.
Schließlich berief der Patriarch für Ende Mai eine Panorthodoxe Synode ein, bei der über den Streit entschieden werden sollte. Bartholomaios I. hoffte auf eine einmütige Absetzung des Jerusalemer Patriarchen. Das Moskauer Patriarchat versucht dies vorerst aber zu verhindern. Der Vertreter des Moskauer Patriarchen Aleksij II., Metropolit Kyrill von Smolensk, - inzwischen selbst Patriarch - stellte sogar die Zuständigkeit der Kirchenversammlung generell in Frage. Beobachter vermuteten, dass die russische Orthodoxie das Treffen in Istanbul nutzen wollte, um ihren gesamtorthodoxen Führungsanspruch zu unterstreichen und das Patriarchat von Konstantinopel zu schwächen.-
Schließlich gelang es aber doch noch, ein Ergebnis herbeizuführen. Die panorthodoxe Kirchenversammlung beschloss mehrheitlich, den Patriarchen von Jerusalem nicht mehr anzuerkennen. Bei der Sitzung im Phanar waren zehn der selbstständigen (autokephalen) orthodoxen Kirchen vertreten. Die Repräsentanten von sieben Kirchen stimmten für die Absetzung von Irinaios I., die Vertreter von zwei Kirchen (Antiochien und Polen) enthielten sich der Stimme, nur die Kirche von Georgien unterstützte den Patriarchen. Auch das Moskauer Patriarchat stimmte schließlich mit dem Ökumenischen Patriarchen. Die Heilige Synode des Patriarchats von Jerusalem wurde beauftragt, für die Wahl eines "Locum tenens" (Statthalters) Sorge zu tragen, der die Neuwahl eines Patriarchen vorbereiten sollte, was dann auch geschah.
Panorthodoxes Konzil
Faktum ist, dass es zu den Aufgaben des Ökumenischen Patriarchen auch gehört, ein Panorthodoxes Konzil, die höchste kirchliche Autorität, einzuberufen. In der Praxis ein mehr als nur schwieriges Unterfangen: Das letzte derartige Konzil fand 879 in Konstantinopel statt. Danach versammelten sich die Kirchenoberhäupter nur noch zu Synoden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es überhaupt neue Vorstöße für ein "Heiliges und Großes Konzil der Orthodoxie".
Der konkrete Prozess zur Einberufung eines Panorthodoxen Konzils begann dann schließlich 1961 mit einer Panorthodoxen Konferenz auf Rhodos. Weitere Vorkonferenzen fanden 1963 und 1964 auf Rhodos und 1968 in Chambesy bei Genf statt. Dabei wurden die Themen festgelegt, mit denen sich das Panorthodoxe Konzil zu befassen habe.
Neben den bereits erwähnten Strukturfragen und der Frage der Anerkennung der Selbständigkeit (Autokephalie) oder Autonomie von Ortskirchen ging es u.a. auch um Veränderungen der Fastenvorschriften, um kirchenrechtliche Regeln für Heirat und Scheidung, das Osterdatum und die ökumenischen Beziehungen zu den anderen Christen.
In der Folge formierte sich die Interorthodoxe Vorbereitungskommission für das Konzil, die 1971, 1986, 1990 und 1993 in Chambesy tagte. 1976 versammelte sich zudem - ebenfalls in Chambesy - die erste vorkonziliare Panorthodoxe Konferenz, die auch nochmals 1982 und 1986 tagte, bevor wieder eine längere Paus eintrat.
Die nächste Sitzung der Interorthodoxen Vorbereitungskommission fand erst vom 9. bis 17. Dezember 2009 in Chambesy statt. Erst im Oktober 2008 hatte nach zwei Jahrzehnten Unterbrechung ein Treffen aller orthodoxen Kirchenoberhäupter aus Anlass des Paulus-Jubiläums in Istanbul den Weg für eine Wiederaufnahme der Vorbereitung des Panorthodoxen Konzils freigemacht. Rund 40 Vertreter aller kanonischen orthodoxen Kirchen nahmen schließlich an der Tagung teil.
Im Schlussdokument der Konferenz wurde ausdrücklich betont, dass der "gemeinsame Wille" aller orthodoxen Kirchen zum Ausdruck gekommen wäre, das Problem der kirchenrechtlichen Organisation der "orthodoxen Diaspora" im Einklang mit der orthodoxen Lehre von der Kirche, mit der Tradition und der kirchenrechtlichen Praxis zu lösen.
Orthodoxe Bischofskonferenzen
Die Lösung des jahrelangen Streites darüber, ob für die orthodoxe "Diaspora" das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel allein zuständig sein soll, wie das schon ein Beschluss des Konzils von Chalkedon 451 nahe legt, oder ob die heutige Praxis der Leitung jeder Diasporadiözese durch die jeweilige Mutterkirche beibehalten wird, wurde "salomonisch" gelöst: Konstantinopel akzeptiert die Diasporabischöfe der verschiedenen orthodoxen Kirchen. Doch werden diese in den Diasporaländern in Bischofsversammlungen zusammengefasst. Den Vorsitz in den neuen Bischofsversammlungen soll jeweils der örtlich dienstälteste Bischof des Ökumenischen Patriarchats übernehmen. Wenn es keinen solchen gibt, geht der Vorsitz an den jeweils dienstältesten Bischof des nächsten Patriarchats auf der orthodoxen Ehrenliste über.
Infolge der Beschlüsse von Chambesy gründeten die orthodoxen Bischöfe in Deutschland Ende Februar 2010 eine eigene Bischofskonferenz. Am 4. März schlossen sich auch die orthodoxen Bischöfe in der Schweiz zusammen. In Österreich soll es nun am 8. Oktober soweit sein, wie der orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, kürzlich bekanntgab. Er wird - als Vertreter des Ökumenischen Patriarchats - den Vorsitz in diesem Gremium führen.
Freilich bleiben davon die Rechte der einzelnen orthodoxen Kirchen unberührt. So beeilte sich der serbisch-orthodoxe Bischof für Mitteleuropa, Konstantin (Djokic), auch gleich am Tag nach der Bekanntgabe, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien darauf hinzuweisen, dass die Rechte der einzelnen orthodoxen Diözesanbischöfe durch die Bischofskonferenz nicht beschnitten würden. Das hatte freilich auch Metropolit Staikos schon mehrmals betont.
Autokephalie und Autonomie
Bei der Sitzung der Interorthodoxen Vorbereitungskommission in Chambesy wurden auch das Problem angegangen, wie es fortan zur Autokephalie bzw. Autonomie einer Kirche kommen kann und welches Prozedere einzuhalten ist.
Autokephale Kirchen (Kirchen "mit eigenem Haupt") regeln ihre inneren Angelegenheiten unabhängig und setzen ihr Oberhaupt eigenständig ein. Autonome Kirchen (Kirchen "mit eigenem Brauch") melden die Wahl ihres Oberhaupts an ihr autokephales Mutterpatriarchat, wo die Wahl bestätigt wird. Die inneren Angelegenheiten werden auch hier weitgehend selbst geregelt.-
Für den Fall, dass eine Ortskirche ihrer Mutterkirche den Wunsch nach Autokephalie vorlegt, schlug die Vorbereitungskommission das Prozedere vor, dass ein Landeskonzil der Mutterkirche dieses Ansuchen prüfen muss. Stimmt das Konzil zu, so setzt die Mutterkirche das Ökumenische Patriarchat darüber in Kenntnis. Dieses wiederum informiert die übrigen autokephalen Landeskirchen und klärt ab, ob zur angestrebten Autokephalie ein panorthodoxer Konsens besteht. Dieser ist gegeben, wenn jede der autokephalen Landeskirchen auf einem Landes- oder Bischofskonzil ihre Zustimmung erklärt.
Liegt der Konsens vor, so verkündet der Ökumenische Patriarch offiziell die neue Autokephalie und stellt darüber eine Urkunde, den sogenannten "Tomos", aus, welcher die Unterschrift des Ökumenischen Patriarchen trägt.
Der "Tomos" muss allerdings auch noch durch die Unterschriften der Oberhäupter aller orthodoxen Kirchen beglaubigt werden, die eigens dazu vom Ökumenischen Patriarchen eingeladen werden. Fragen zu Inhalt und Unterzeichnungsmodus des "Tomos" sollen auf der nächsten Sitzung der Interorthodoxen Vorbereitungskommission erörtert werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.-
Die Gewährung der Autonomie einer Ortskirche liegt hingegen ausschließlich in der Kompetenz der jeweiligen autokephalen Kirche, zu der die Ortskirche jurisdiktionell gehört. Die Mutterkirche nimmt das Gesuch um Autonomie entgegen und prüft es. Bei einem positiven Entscheid erlässt sie einen entsprechenden "Tomos", der die territorialen Grenzen der autonomen Kirche sowie ihre Beziehungen zur autokephalen Kirche festlegt, der sie gemäß den Kriterien der kirchlichen Tradition auch weiterhin angehört. Anschließend informiert das Oberhaupt der autokephalen Kirche das Ökumenische Patriarchat sowie die übrigen autokephalen Kirchen über die Proklamation der Autonomie.--
Noch ist nicht klar, wann es tatsächlich zu einem dringend notwendigen Panorthodoxen Konzil kommen wird. Im Januar 2011 wird in Chambesy abermals die Panorthodoxe Vorbereitungskonferenz zusammenkommen. Der orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, hofft, dass auf dieser Konferenz die letzten strittigen Punkte gelöst werden können und einem Konzil dann nichts mehr im Weg steht.
Als Veranstaltungsort für das Konzil werden Konstantinopel aber auch Rhodos genannt. Spätestens 2015 sollte es jedenfalls so weit sein, meint Metropolit Staikos, und er fügt hinzu: "Es hat sowieso schon viel zu lange gedauert."
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14.09.2010 Zypern:
Die Aufstockung der Bischofszahl von sieben auf siebzehn in der Heiligen Synode macht Zyperns orthodoxe Kirche handlungsfähiger. Darauf hat Erzbischof Chrysostomos II. am Montag hingewiesen. Die am Freitag bestätigte Erhöhung der Bischofszahl gebe der Kirche volle Autonomie, so der Erzbischof. Nach dem Kirchengesetz braucht eine Heilige Synode mindestens vierzehn Mitglieder, um bindende Entscheidungen in Schlüsselfragen treffen zu können. So musste Zyperns Kirche zum Beispiel vor vier Jahren andere orthodoxe Vertreter aus Syrien und Ägypten einladen, um über die Nachfolge des erkrankten zyprischen Erzbischofs zu entscheiden. Die neue Konstitution der Synode vereinfache auch die Art und Weise der Wahl von Erzbischöfen [d.h. der Leiter der Kirche von Zypern], so Chrysostomos weiter. (ap) (NL Radio Vatikan, 14.09.2010).
28.08.2010 Moskau: Historische Ikone an Kremlturm freigelegt
Moskau (dpa) - Eine seit Jahrzehnten zerstört geglaubte Ikone haben russische Wissenschaftler an einem Turm des Kreml in Moskau freigelegt. Es sei ein Wunder, dass die Tor-Ikone des Erlösers am Spasski-Turm entdeckt worden sei, sagte Kremlchef Dmitri Medwedew in einer Zeremonie am Samstag.
Das Staatsfernsehen zeigte, wie das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill I., das Bild aus dem 17. Jahrhundert mit Weihwasser segnete.-
Monatelang hatten Fachleute die Tor-Ikone aufwendig gesäubert, die in kommunistischer Zeit mit Stuck überzogen worden war. Der als sensationell eingestufte Fund war erst im Mai gemacht worden. Nun soll untersucht werden, ob auch in den anderen Kremltürmen noch Ikonen erhalten sind. Die Bilder waren einst in speziellen Nischen in den Eingängen zum Kreml-Komplex, dem russischen Machtzentrum, angebracht. (www.Ostsee-Zeitung.de, 28.08.2010).
28.8.2010 Belgrad: Hoffnung auf Papstbesuch in Serbien
Patriarch Irinej vonSerbien
Serbische Katholiken und Orthodoxe hoffen auf einen Besuch Papst Benedikts XVI. in dem Balkanland. Es sei „sein persönlicher Wunsch und der Wunsch der gesamten serbisch-orthodoxen Kirche“, dass es zu einem Besuch des Bischofs von Rom in Serbien kommt, sagte der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej (Gavrilovic) bei einer Begegnung mit österreichischen Journalisten in Belgrad. Ein möglicher Termin steht bereits seit einiger Zeit im Raum: das 1.700-Jahr-Jubiläum des Edikts von Mailand im Jahr 2013, mit dem die Christenverfolgung im Römischen Reich endgültig beendet wurde. Gegenüber unseren österreichischen Kollegen von studio omega sagte der katholische Bischof von Belgrad, Stanislav Hocevar:
„Beim Dialog mit der Orthodoxie geht es darum, nach einer neuen Synthese zu suchen, in der ein politisch und moralisch müder Westen und ein der Säkularisierung angstvoll entgegenblickender Osten zusammen an einer „Europäisierung Europas“ arbeiten. Das Christentum atmet nämlich mit zwei Lungenflügeln; aus dieser Tatsache gilt es auch die Kraft zu schöpfen, im gemeinsamen Dialog zwischen den Kirchen und den Staaten die Rolle des Christentums in Europa neu zu bestimmen. Wir brauchen eine neue Komplementarität.“ (kap) (NL Radio Vatikan, 28.08.2010).
13.08.2010 Türkei:
Mehrere tausend griechisch-orthodoxe Christen in der Türkei reisen nach Worten ihres Patriarchen Bartholomaios I. an diesem Sonntag als „Friedensbotschafter“ zum Sümela-Kloster im Osten des Landes. Die Christen hätten lange auf diesen Tag gewartet, sagte der Patriarch von Konstantinopel im Interview der Tageszeitung Sabah“ von diesem Freitag. Angesichts von Protesten türkischer Nationalisten gegen den Gottesdienst am Festtag Maria Himmelfahrt sagte Bartholomaios I., der das Ehrenoberhaupt von 300 Millionen orthodoxen Christen in aller Welt ist, er vertraue den Sicherheitsbehörden. Das uralte Sümela-Kloster südlich der Schwarzmeerstadt Trabzon war bis ins 20. Jahrhundert Aufbewahrungsort einer Marienikone, die nach der Legende vom Evangelisten Lukas gemalt wurde. Nach dem Wegzug der Griechen beim türkisch-griechischen Bevölkerungsaustausch in den 1920er Jahren verfiel das Kloster und wurde später zum Museum erklärt. Die orthodoxen Christen bemühen sich seit Jahren um eine Genehmigung für eine Liturgiefeier in dem Felsenkloster. (kna) (NL Radio Vatikan, 13.08.2010).
29.07.2010 Ukraine: Ordensfrau stirbt bei Anschlag auf orthodoxe Kirche
Eine orthodoxe Ordensfrau ist am Mittwoch in der Ukraine bei einem Anschlag getötet worden. Sie starb an den Folgen eines Sprengstoffattentats auf eine Kathedrale in der Ortschaft Saporoschje im Südosten der Ukraine. Nach bisherigem Kenntnisstand sind außerdem bei dem Anschlag auf das Gotteshaus mindestens neun weitere Menschen verletzt worden.-
Der Sprengsatz detonierte gegen 16.30 Uhr Ortszeit in einer Ecke der Kirche. Das berichtet der ukrainische TV-Sender „1+1“. Die Hintergründe des Anschlags sind weiterhin unklar. Die Kathedrale gehört zum Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche. Als sich die Tat ereignete, war der Moskauer Patriarch Kyrill I. gerade zu Besuch in Kiew. Der blutige Zwischenfall ereignete sich am letzten Reisetag des Moskauer Patriarchen. Der Besuch war heftig umstritten. Bisher ist aber nicht klar, ob der Anschlag mit Kyrills Besuch im Zusammenhang steht. (kipa/pm/ria novosti) (NL Radio Vatikan, 29.07.2010).
28.07.2010 Ukraine:
Mit Gottesdiensten im Kiewer Höhlenkloster und in der Wolodymyr-Kathedrale hat das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., am Mittwoch seinen Ukraine-Besuch beendet. Höhepunkte in den letzten neun Reisetagen waren die kirchlichen Feiern zum Gedenken an die Taufe von Wladimir I. dem Heiligen (980-1015), Großfürst der Kiewer Rus', am Dienstagabend und Mittwoch sowie die Ordensverleihung an den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch am Freitag auf der Halbinsel Krim. In einem Fernsehinterview am Dienstag rechtfertigte der Patriarch die Verleihung der höchsten Auszeichnung der russischen Orthodoxie an den nicht unumstrittenen pro-russischen Staatschef: Janukowitsch sei „ein wahrer christlicher Politiker, der viel für die Erziehung und die Kultur tut“. Wie eine russische Nachrichtenagentur berichtet, hätten Kyrill, der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow und Parlamentpräsident Wladimir Litwin in Kiew für die Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung in der Ukraine gebetet. (kap) (NL Radio Vatikan, 28.07.2010).
27.07.2010 Ukraine:
Die ukrainische Polizei hat am Montag in Kiew eine nicht genehmigte Demonstration gegen den Besuch des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. aufgelöst. Das berichtet die Nachrichtenagentur apic an diesem Dienstag. Die Anhänger der nationalistischen Bewegung Svoboda (Freiheit) hatten sich zum Protest vor der Sophienkathedrale in der Hauptstadt versammelt. Dort feierte der Patriarch von Moskau einen Gottesdienst. Einige der Demonstranten trugen Masken mit den Gesichtern von Kyrill und von Russlands Präsident Dmitri Medwedew. Sie skandierten: „Raus mit dem Priester von Moskau“. Teile der orthodoxen Kirche in der Ukraine wehren sich dagegen, die Autorität von Moskau anzuerkennen. Das so genannte Kiewer Patriarchat lehnt jeden Einfluss Russlands in dem seit 1991 unabhängigen Land ab. Patriarch Kyrill betrachtet die Ukraine hingegen als sein kanonisches Gebiet. Der Patriarch hält sich für neun Tage in der Ukraine auf. (apic) (NL Radio Vatikan, 27.07.2010).
20.07.2010 MOSKAU, 19. Juli (RIA Novosti): Russischer Patriarch Kyrill besucht die Ukraine –
Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., beginnt am morgigen Dienstag seine Reise durch die Ukraine, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Montag.
Der Patriarch wird Odessa, Dnepropetrowsk und Kiew besuchen. Obwohl es dabei um den Besuch eines Geistlichen geht, sollen viele Organisationsfragen geregelt werden, auf die sich die Russisch-Orthodoxe Kirche mit dem früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko nicht einigen konnte. Sein Nachfolger Viktor Janukowitsch ist dagegen daran interessiert, dass das Moskauer Patriarchat in der Ukraine stärker vertreten ist. Quellen zufolge ist ein informelles Treffen des Patriarchen mit Janukowitsch geplant.
Damit dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche nicht vorgeworfen wird, sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einzumischen, sind keine Treffen mit ukrainischen Politikern geplant. Quellen aus der Umgebung des ukrainischen Präsidialamtes behaupten allerdings, dass der Patriarch von Janukowitsch empfangen werden könnte. Patriarch Kyrill soll eine private Einladung von dem Staatschef erhalten haben, der auf der Krim urlaubt. Das Treffen sei für den 23. Juli geplant.
Diese Informationen wurden offiziell nicht bestätigt, aber das Besuchsprogramm des Kirchenoberhaupts sieht an diesem Tag vorläufig keine Veranstaltungen vor. In Odessa wird Patriarch Kyrill voraussichtlich drei Tage verbringen: am Dienstag ist ein Besuch in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale und im Mariä-Entschlafens-Mönchskloster geplant; für Mittwoch ist seine Beteiligung an der Taufe der Erlöser-Verklärungs-Kathedrale geplant; am Donnerstag wird sich der Patriarch mit Studenten der Nationalen Juristischen Akademie zu Odessa sowie mit den Gläubigen im Haus des Nationalen Opern- und Ballett-Theaters treffen. Am 24. Und 25. Juli wird Patriarch Kyrill Dnepropetrowsk besuchen, wo er am Sonntag die Göttliche Liturgie in der städtischen Erlöser-Verklärungs-Kathedrale feiert. Am Tag zuvor wird er die Universität der Stadt und das Werk Juschmasch (ein wichtiger Rüstungs-Industrie-Betrieb zu den Sowjetzeiten) besuchen und den Grundstein einer neuen Kirche auf dem Betriebsgelände legen. Nationalistische Organisationen in der Ukraine meinen allerdings, dass Kyrills Reise andere Zwecke verfolgt. Die politische Vereinigung „Swoboda" („Freiheit") warf dem Patriarchen eine „Kolonisationsmission" vor. „Er nutzt seine Besuche aus, um die von ihm entwickelte anti-ukrainische politische Konzeption der „russischen Welt" voranzubringen, die keinen Platz für die Ukraine vorsieht", sagte ein Sprecher dieser Organisation. Die Ansichten der Radikalen teilt die nichtkanonische und in der christlichen Welt nicht anerkannte Ukrainisch-orthodoxe Kirche, deren Vorsteher Filaret dem Patriarchen Kyrill vorwarf, er wolle der Ukraine „ihre Staatlichkeit und Unabhängigkeit wegnehmen."
Die meisten der sowohl russischen als auch ukrainischen Kirchen-Experten sind sich allerdings einig, dass die Förderung des kirchlichen Dialogs zwischen Moskau und Kiew, für den Patriarch Kyrill plädiert, eine der wichtigsten Bedingungen für die Festigung der Beziehungen zwischen beiden Ländern ist. (Nesawissimaja Gaseta, 19/ 07/ 2010).
01.06.2010 Russland:
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., will schon im kommenden Jahr ein gemeinsames Konzil der orthodoxen Kirchen einberufen. Das sagte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie am Montag im russischen Fernsehsender Vesti 24. Er habe mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. vereinbart, die Vorbereitungen für ein solches Bischofstreffen aller 14 anerkannten orthodoxen Kirchen zu beschleunigen, so Patriarch Bartholomaios. „Bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres schließen wir unsere Vorberatungen ab“, so der Patriarch. Das Konzil sei von herausragender Bedeutung für die gesamte orthodoxe Welt; als Themen seien unter anderem Fragen der Selbstständigkeit und Autonomie der orthodoxen Kirchen vorgesehen. – Bartholomaios I. beendete am Montag in Sankt Petersburg einen zehntägigen Besuch in Russland. Nach Einschätzung von Kommentatoren trug die Reise zu einer weiteren Verbesserung der Beziehungen zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel bei. Bislang galten 2012 oder 2013 als wahrscheinliche Termine für ein gesamtorthodoxes Konzil. Die Planungen hatten bereits in den 1960er Jahren begonnen, waren jedoch Anfang der 1990er Jahre wegen eines Streits zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel ausgesetzt worden. Dabei ging es um die Rechtshoheit über die orthodoxen Kirchen in Estland und der Ukraine. Erst im Sommer 2009 wurden die panorthodoxen Konferenzen zur Vorbereitung des Konzils wieder aufgenommen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 01.06.2010).
31.05.2010 Bartholomaios in Moskau: Die Orthodoxen rücken zusammen
Ein Quantensprung für die orthodoxen Kirchen: Konstantinopel und Moskau, also sozusagen das zweite und das dritte Rom, gehen aufeinander zu. Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel war in den letzten Tagen in Moskau. Das könnte der Anfang von umwälzenden Entwicklungen in den orthodoxen Kirchen sein. Eine Einschätzung von Thomas Bremer, Ökumene-Experte an der Universität Münster:
„Die Beziehungen zwischen dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel und der russischen orthodoxen Kirche sind in den letzten Jahren einigermaßen belastet gewesen; das hängt zusammen mit strittigen Fragen um die Zuerkennung von Autokephalie, also von Selbständigkeit. Die kirchliche Situation in der Ukraine ist davon besonders betroffen und auch einige andere Fragen... Insofern ist es nach einem Treffen des Ökumenischen Patriarchen mit dem verstorbenen Patriarchen Alexei und einem ersten Besuch des neuen russischen Patriarchen Kyrill in Konstantinopel jetzt ein Zeichen für eine langsame Verbesserung der Beziehungen, dass Patriarch Bartholomaios Moskau und Russland besucht. Und es ist auch interessant, dass er relativ lange bleibt: Es ist ein Besuch von einer Woche gewesen.“ (rv) (NL Radio Vatikan, 31.05.2010).
27.05.2010 Zypern:
Der katholische Generalvikar auf Zypern, Umberto Barato, hat die Kritik von orthodoxen Geistlichen am Papstbesuch auf der Insel scharf zurückgewiesen. Die betreffenden zyprischen Bischöfe diskreditierten sich selbst durch ihre „unqualifizierten Äußerungen“ über den Papst und die katholische Kirche, sagte der Franziskanerobere am Mittwoch. Dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Würde des Bischofsamtes abzusprechen, zeuge von wenig Sachkenntnis, meinte Barato, der auch Vertreter des Apostolischen Nuntius in Zypern ist. Die Leitung der zyprisch-orthodoxen Kirche unter Erzbischof Chrysostomos II. habe die „Abtrünnigen“ bereits aufgefordert, ihre Haltung zu korrigieren. Nach Informationen aus Kirchenkreisen sei ihnen sogar mit dem Ausschluss aus der Bischofssynode gedroht worden. - Die Gegner der Ökumene gelten auf Zypern als kleine, aber scharfe Minderheit. Vor allem Mönche vom griechischen Berg Athos führten zuletzt Proteste gegen eine katholisch-orthodoxe Annäherung an, wie etwa beim Treffen der vatikanisch-orthodoxen Dialogkommission im vergangenen Oktober in Paphos. Auch der Bischof Athanasios von Limassol erhielt seine Ausbildung auf dem Athos. Am Sonntag hatte der Kirchenführer der zweitgrößten zyprischen Stadt in einem Interview unter anderem das Papstamt der Häresie bezichtigt. Benedikt XVI. verursache „Gewissensprobleme für viele fromme Christen“, so Athanasios. Seiner Kritik hatten sich laut Medienberichten unter anderem die Bischöfe von Kyrenia und Amathus angeschlossen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 27.05.2010).
26.05.2010 Zypern:
Eklat auf der Insel: Der orthodoxe Bischof von Limassol, der zweitgrößten Stadt der Insel, sowie mehrere andere hohe Geistliche wollen dem Besuch von Papst Benedikt XVI. Anfang Juni fernbleiben. Wer immer in dogmatischen Fragen von der orthodoxen Lehre abweiche, sei als Häretiker anzusehen, sagte Metropolit Georgios von Paphos laut zyprischer Tageszeitung „Phileleftheros“ (Dienstag). Zudem betonen die Kirchenführer, Benedikt XVI. komme als Staatsoberhaupt auf Einladung von Präsident Dimitris Christofias; daher bestehe kein zwingender Grund für einen kirchlichen Empfang. Der Papst reist vom 4. bis 6. Juni nach Zypern. Bischof Athanasios von Limassol hatte sich bereits am Sonntag in einem Interview scharf gegen den Papstbesuch ausgesprochen. Das römische Papstamt sei einer von drei tragischen Sündenfällen der Menschheitsgeschichte nach dem Urvater Adam und Judas, dem Verräter Jesu. Mit Blick auf die Ökumene sagte der Bischof, ein Gespräch der Konfessionen sei keine schlechte Sache, müsse aber auf den richtigen Grundlage stattfinden. „Eine Sache ist das Dialogführen, eine andere, den Papst als gültigen Bischof zu empfangen“, so Athanasios. (kipa) (NL Radio Vatikan, 26.05.2010).
23.05.2010 Russland:
Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, ist am Samstag zu einem zehntägigen Besuch in Russland eingetroffen. Auf dem Flughafen von Moskau wurde er vom Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill I., und Russlands Kulturminister Alexander Awdejew begrüsst. Bartholomaios sagte bei der kurzen Zeremonie, Ziel seiner Reise sei eine „weitere Stärkung der brüderlichen Beziehungen“ beider Kirchen zum Wohle der Orthodoxie. Der Besuch findet auf Einladung von Kirill statt. Beide Kirchenoberhäupter wollen sowohl an diesem Pfingstsonntag im Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad bei Moskau als auch tags darauf in der Christus-Erlöser-Kathedrale in der russischen Hauptstadt gemeinsam den Gottesdienst feiern.
Auf dem Programm von Bartholomaios stehen zudem weitere Stationen in und um Moskau und Sankt Petersburg sowie ein Besuch der Klosterinsel Walaam im Ladogasee im Nordwesten des Landes. Auch ein Empfang durch die russische Regierung ist vorgesehen. Nach 1993 ist es der zweite offizielle Besuch von Bartholomaios in Russland. (kipa) (NL Radio Vatikan, 23.05.2010; Bild: RIA Novosti).
22.05.2010 Russland:
Das russische Parlament hat den Jahrestag der Christianisierung des Landes zum nationalen Gedenktag erhoben.
Wladimir-Denkmal für die Taufe der Rus' am Ufer des Dnjepr in Kiew
422 von 450 Abgeordneten stimmten dafür, dass der Staat künftig den 28. Juli als „Tag der Taufe Russlands" feiert. Der Tag hat damit denselben Rang wie etwa der Verfassungstag und der Tag der Oktoberrevolution, ist jedoch kein arbeitsfreier Feiertag. Die Feierlichkeiten am „Tag der Taufe Russlands“ finanziert dem Gesetz zufolge der Staat. Der Gedenktag geht auf eine entsprechende Initiative der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Jahr 2008 zurück. Ihr schlossen sich Staatspräsident Dmitri Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin an. Der Kiewer Großfürst Wladimir hatte sich am 28. Juli 988 nach byzantinischem Ritus taufen lassen und das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Der Überlieferung zufolge bekehrte sich der orthodoxe Heilige aus Anlass seiner Hochzeit mit Prinzessin Anna von Byzanz zum Christentum. In der Ukraine ist der Jahrestag der Christianisierung seit 2008 gesetzlicher Feiertag. (kipa) (NL Radio Vatikan, 22.05.2010).
05.05.2010 Serbien:
Die serbisch-orthodoxe Kirche hat Erzbischof Artemije aus dem Kosovo seines Amtes enthoben. Diese Entscheidung der Bischöfe wurde jetzt in Belgrad bekannt. Artemije ist in einen Finanzskandal verwickelt; deswegen war er schon Mitte Februar „befristet von seinem Amt suspendiert“ worden. Die serbisch-orthodoxe Kirche hat eine Untersuchung über den Verbleib von mehreren Millionen Euro Finanzhilfen und staatlichen Subventionen begonnen. Der 75-jährige Artemije war seit 1991 orthodoxer Metropolit im Kosovo, das die Wiege der serbischen Orthodoxie ist. Er wurde durch seine Opposition gegen eine Unabhängigkeitserklärung des Kosovo bekannt. (afp) (NL Radio Vatikan, 05.05.2010).
05.03.2010 Deutschland: Die orthodoxen Bischöfe in Deutschland haben sich zu einer eigenen Bischofskonferenz zusammengeschlossen. Die konstituierende Sitzung fand bereits am vergangenen Samstag in Nürnberg statt, wie nun bekannt wurde. Das Gremium aus zehn Bischöfen und fünf Weihbischöfen repräsentiert rund 1,5 Millionen in Deutschland lebende orthodoxe Christen verschiedener Herkunft, darunter der russischen, rumänischen, serbischen, georgischen und griechischen Tradition. Vorsitzender des Gremiums ist der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos von Deutschland. Zum Generalsekretär wurde Ipodiakon ("Subdiakon") Nikolaj Thon gewählt, ein deutscher Geistlicher der russisch-orthodoxen Kirche. Als Schatzmeister fungiert Radomir Kolundzic, serbisch-orthodoxer Pfarrer in Berlin. In Regensburg erklärte Metropolit Augoustinos dazu, künftig würden weltweit solche nationalen orthodoxen Bischofskonferenzen gegründet. Es werde auch nicht mehr lange dauern, bis ein Ökumenisches Konzil der orthodoxen Kirche zusammentrete. Bei dieser höchsten beschlussfassenden Kirchenversammlung werde es unter anderem darum gehen, wichtige christliche Feste wie Ostern nicht mehr nach dem alten julianischen Kalender und damit meist an anderen Terminen als die Kirchen des Westens zu feiern, so Augoustinos. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.03.2010).
02.03.2010 Serbien:
Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej muss noch etwas länger auf seine Inthronisierung warten. Durch terminliche Überschneidungen mit der nächsten Sitzung der serbisch-orthodoxen Synode im April muss die Zeremonie auf den kommenden Herbst verschoben werden. Irinej wurde am 22. Januar gewählt und bereits am Folgetag in der Belgrader Kathedrale liturgisch in sein neues Amt eingeführt. Die Inthronisierung wird im Patriarchatskloster von Pec im Kosovo gefeiert werden, da sich dort der traditionelle Sitz der Oberhäupter der serbischen Orthodoxie befindet. Der Besuch des Patriarchen in Wien wird nach derzeitigen Planungen wahrscheinlich trotzdem im Sommer stattfinden können. (kap) (NL Radio Vatikan, 02.03.2010).
30.01.2010 Vatikan: Ein Treffen des Papstes mit dem neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen wäre ein ermutigendes Zeichen. Das sagte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Einen entsprechenden Vorschlag hatte diese Woche der neue Patriarch in Belgrad bei einer Pressekonferenz gemacht. Der 79-jährige Patriarch Irinej Gavrilovic, der vergangenen Freitag gewählt worden war, schlug ein ökumenisches Ereignis zusammen mit dem Papst in Niš vor, dem Geburtsort Kaiser Konstantins. Bei dieser Begegnung sollte im Jahr 2013 des 1.700-jährigen Jubiläums des Mailänder Ediktes von Kaiser Licinius und Kaiser Konstantin gedacht werden. Pater Lombardi bestätigte gegenüber der Belgrader Zeitung Blic, dass dieser Vorschlag „mit großer Freude“ aufgenommen wurde. Es sei zwar noch zu früh, um über den Ablaufplan einer solchen Reise nach Serbien zu sprechen, aber der Vatikan verfolge die Situation mit großem Interesse. Die Pressekonferenz in Belgrad war ein außergewöhnliches Ereignis, da dieser Weg der Kommunikation von serbischen Patriarchen bisher nie beschritten worden war. (rv/zenit) (NL Radio Vatikan, 30.01.2010).
28.02.2010 Vatikan:
Papst Benedikt XVI. hat dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., offiziell zum 70. Geburtstag gratuliert. In der am Sonntag von der Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ veröffentlichten Grußbotschaft erinnerte Papst Benedikt insbesondere an die gemeinsame Feier des Hochfestes des Apostel Andreas in Istanbul während seiner Türkeireise 2006. Der Papst äußerte sich zuversichtlich, dass beide Kirchen den Weg zu einer vollständigen Gemeinschaft mit Gottes Hilfe fortsetzten. Zuvor hatte schon der vatikanische Ökumene-Minister Kardinal Walter Kasper den „unermüdlichen Einsatz“ des Patriarchen für die Zusammenarbeit zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche gewürdigt. (rv/or/kna) (NL Radio Vatikan, 28.02.2010).
23.01.2010 Papst Benedikt XVI. hat dem neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej von Nis zu seiner Wahl gratuliert.
In einem Schreiben wünschte er dem neu gewählten Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche „innere Stärke, um die Einheit und das geistliche Wachstum der Serbisch-Orthodoxen Kirche zu festigen, aber auch um brüderliche Beziehungen mit anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften aufzubauen“. Gleichzeitig würdigte er den Vorgänger Irinejs, den im vergangenen November verstorbenen Patriarchen Pavle [Bild unten].
Dieser habe ein reiches und tiefes spirituelles Erbe hinterlassen. Bischof Irinej von Nis war an diesem Freitag in Belgrad zum neuen Patriarchen gewählt worden. Neben der Ökumene warten auf ihn politische Herausforderungen wie die Kosovo-Frage und die europäische Integration Serbiens. (rv/kipa) (NL Radio Vatikan, 23.01.2010).
20.01.2010 Serbien:
Am kommenden Freitag kommen die Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirche in Belgrad zu einem „Wahlkonzil“ zusammen, um ein neues Oberhaupt zu wählen. Das gibt die Pressestelle der Kirche bekannt. Das Prozedere sieht vor, dass zunächst drei Kandidaten per Abstimmung durch die Bischöfe gewählt werden. Danach wird zwischen den dreien durch Losverfahren entschieden, wer der neue Patriarch sein wird. Es wird erwartet, dass der neue Patriarch am Freitag oder Samstag gewählt und bereits am Sonntag in Belgrad inthronisiert wird. Das letzte Oberhaupt der serbischen Orthodoxie, Patriarch Pavle I., war am 15. November in Belgrad gestorben. Nach seinem Tod hat Metropolit Amfilohije von Montenegro die patriarchalen Aufgaben vertretungsweise übernommen. Er wird sie bis zur Wahl des neuen Patriarchen wahrnehmen. (pm) (NL Radio Vatikan, 20.01.2010).
16.01.2010 Russland: Die Russisch-Orthodoxe Kirche plant unter ihrem neuen Patriarchen Kirill I. eine Neubelebung und Ausweitung ihrer missionarischen Aktivitäten. Die Ankündigung auf der Homepage des Patriarchats ist nach Angaben von Experten als „Kampfansage“ an andere christliche Konfessionen und Sekten zu verstehen. Das Vorhaben umfasst nach Angaben der Nachrichtenagentur asianews nicht nur die Zentralisierung der Missionsstrukturen, sondern auch die Eröffnung von Priesterseminaren in ganz Europa. Damit sollen künftig auch Priester aus Gebieten westlich des Einflussbereichs der russisch-orthodoxen Kirche angeworben und ausgebildet werden. (asianews) (NL Radio Vatikan, 16.01.2010).
12.01.2010 MOSKAU: Ein offizieller Besuch von Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel in Russland findet in der dritten Mai-Dekade dieses Jahres statt.
Wie der Chef der Abteilung Auslandsbeziehungen des Moskauer Patriarchates, Erzbischof Ilarion, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Moskau mitteilte, handelt es sich um die seit Jahren erste offizielle Visite des Oberhauptes der Kirche von Konstantinopel auf dem kanonischen Territorium der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Das Aufenthaltsprogramm des ökumenischen Patriarchen umfasst Besuche in Moskau, Wladimir, Susdal und Sankt Petersburg.
Dem Erzbischof zufolge ist dieser Besuch dank „der im Jahr 2009 erzielten wesentlichen Verbesserung der Beziehungen zum Patriarchat von Konstantinopel“ möglich geworden.
Die Russisch-Orthodoxe Kirche wolle das intensive Zusammenwirken mit der Kirche von Konstantinopel fortsetzen und dabei „an der Linie festhalten, die während der Visite von Patriarch Kyrill (von Moskau und ganz Russland) im Sommer 2009 (in Istanbul) ausgearbeitet wurde“, sagte Ilarion. (RIA Novosti, 12.01.2010).
11.01.2010 Vatikan/Russland:
Der Vatikan und Russland unterhalten seit dem 9. Dezember letzten Jahres volle diplomatische Beziehungen. Das teile der Pressesaal des Heiligen Stuhls an diesem Montag mit. Der Heilige Stuhl und Russland unterhielten bislang - mit Rücksicht auf die russisch-orthodoxe Kirche - nur Arbeitskontakte unter der Leitung eines Botschafters in Rom und eines Nuntius in Moskau. Beim Besuch Präsident Medwedews am 3. Dezember war vereinbart worden, diese Beziehungen aufzuwerten. Mit dem Austausch von Botschaftern werden es dann 178 Staaten, mit denen der Vatikan volle diplomatische Beziehungen unterhält. (rv) (NL Radio Vatikan, 11.01.2010).
11.01.2010 Vatikan/Russland:
Der Vatikan und Russland unterhalten seit dem 9. Dezember letzten Jahres volle diplomatische Beziehungen. Das teile der Pressesaal des Heiligen Stuhls an diesem Montag mit. Der Heilige Stuhl und Russland unterhielten bislang - mit Rücksicht auf die russisch-orthodoxe Kirche - nur Arbeitskontakte unter der Leitung eines Botschafters in Rom und eines Nuntius in Moskau. Beim Besuch Präsident Medwedews am 3. Dezember war vereinbart worden, diese Beziehungen aufzuwerten. Mit dem Austausch von Botschaftern werden es dann 178 Staaten, mit denen der Vatikan volle diplomatische Beziehungen unterhält. (rv) (NL Radio Vatikan, 11.01.2010).
08.01.2010 Russland:
Die Regierung will 12.000 beschlagnahmte Gebäude an die orthodoxe Kirche des Landes zurückgeben. Unter den Gebäuden, die unter dem Regime der Sowjetunion konfisziert worden waren, befinde sich auch das fast fünfhundert Jahre alte Nowodewitschi-Kloster in Moskau, wie orthodoxe Quellen berichten. Im Rahmen eines Gesprächs zwischen Premierminister Vladimir Putin und dem russischen Patriarchen Kirill I. zum orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar hätten sich die Neuerungen ergeben. Diese Entwicklung sei von großer historischer und spiritueller Bedeutung, betonte das orthodoxe Kirchenoberhaupt. Die Rückführungen an die orthodoxe Kirche seien für die kommenden Jahre geplant. Viele der Gebäude befänden sich allerdings in einem sehr schlechten Grundzustand, so die Berichte. (apic) (NL Radio Vatikan, 08.01.2010).
07.01.2010 Russland:
Der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, Kyrill, will Georgien besuchen. Damit möchte er dazu beitragen, die seit dem Krieg im vergangenen Jahr schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern, teilte ein russischer Bischof der Nachrichtenagentur Reuters mit. Es könne nicht darum gehen, die politisch Verantwortlichen zu beeinflussen. Doch könnten auch die Kirchen „einen starken Beitrag zur Befriedung der Situation leisten.“ Seit dem Krieg vor einem Jahr sind die offiziellen politischen Beziehungen zwischen Russland und Georgien eingefroren. Öffentliche Äußerungen der russisch-orthodoxen Kirche indes gelten im Normalfall als gut mit dem Kreml koordiniert. (reuters) (NL Radio Vatikan, 07.01.2010).
19.12.2009 Türkei/USA
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat die Behandlung der orthodoxen Kirche in der Türkei mit deutlichen Worten kritisiert. In einem Interview des US-Senders CBS bejahte der Patriarch die Frage, ob er sich „gekreuzigt“ fühle. Es sei kein Verbrechen, als Minderheit in der Türkei zu leben: Man fühle sich aber als zweitklassig. Wörtlich sagte er: „Wir haben nicht das Gefühl, die vollen Rechte als türkische Bürger zu haben.“ Der Patriarch sprach in der vielbeachteten TV-Sendung „60 Minuten“, die am Sonntag ausgestrahlt wird. Der türkischen Regierung wirft Bartholomaios I. nach Angaben des Senders vor, sie wolle das Patriarchat aufgelöst oder ins Ausland umziehen sehen. Das werde jedoch nicht geschehen. Die religiösen Minderheiten in der Türkei sehen sich zahlreichen juristischen Schwierigkeiten gegenüber, etwa in Eigentumsfragen oder beim Rechtsstatus. (kap) (NL Radio Vatikan, 19.12.2009).
13.12.2009 Die russisch-orthodoxe Kirche lehnt es laut einem Bericht des „Spiegel“ weiter ab, Kontakt zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufzunehmen. Man respektiere jene, die für Bischöfin Margot Käßmann gestimmt hätten. Doch könne sich das russische Kirchenoberhaupt Patriarch Kyrill I. mit keiner Bischöfin treffen. „Frauen können nicht in der Nachfolge der Apostel stehen“, zitiert das Nachrichtenmagazin das Antwortschreiben des Außenamtsleiters des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion, im Namen des Patriarchen. (kna) (NL Radio Vatikan, 13.12.2009).
06.12.2009 USA:
Der US-Senat behandelt eine Resolution zur "bedingungslosen und sofortigen" Wiedereröffnung des orthodoxen Priesterseminars und der angeschlossenen Theologischen Hochschule auf der türkischen Insel Chalki im Marmara-Meer. Mehrere Senatoren haben eine entsprechende Resolution ("Nr. 356") eingebracht, die derzeit von der Kommission für auswärtige Angelegenheiten behandelt wird. Unter den Proponenten der Resolution sind Harry Reid, der Vorsitzende der Senatsmehrheit, Ben Cardin, der Vorsitzende der Helsinki-Kommission, und Jeanne Shaheen, die Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten. Während seiner jüngsten US-Reise war der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. u.a. mit Präsident Barack Obama, Vizepräsident Joseph Biden und Außenministerin Hillary Clinton, aber auch mit führenden Parlamentariern beider Häuser zusammengetroffen. Dabei hatte der Patriarch von Konstantinopel die US-Politiker auf die unhaltbare Situation um Seminar und Hochschule auf Chalki aufmerksam gemacht, die seit fast 40 Jahren geschlossen sind. (kap) (NL Radio Vatikan, 06.12.2009).
02.12.2009 Russland: Russland plant eine „strategische Zusammenarbeit“ zwischen Staat und Kirche. Die Partnerschaft soll in einem Gesetz verankert werden. Das kündigten die Russisch-Orthodoxe Kirche und die Regierungspartei „Einiges Russland“ am Dienstag in Moskau gemeinsam an. Beide Seiten wollen künftig offen diskutieren, wo ihre gemeinsamen Werte liegen und welche Modernisierungsmaßnahmen vollzogen werden müssen. Die von Wladimir Putin geführte Partei „Einiges Russland“ hatte der Kirche bereits im vergangenen Juli ein Beratungsrecht bei Gesetzesprojekten zugestanden. Dem orthodoxen Moskauer Patriarchat sollten Gesetzesentwürfe vorgelegt werden, um Missverständnisse auszuschließen, hieß es damals. (kna) (NL Radio Vatikan, 02.12.2009).
01.12.2009 Vatikan/Albanien:
Papst Benedikt empfängt am kommenden Freitag den Erzbischof von Tirana und ganz Albanien.

Das Oberhaupt der autokephalen - also selbstständigen und nicht zu einer anderen Kirche gehörigen - orthodoxen Kirche Albaniens hält sich vom dritten bis achten Dezember mit einer Delegation in Rom auf. Anastasios Yannoulatos, der auch einer der Präsidenten des Weltrats der Kirchen ist, wird außer dem Papst den Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und heilige Stätten der Ewigen Stadt besuchen. (rv) (NL Radio Vatikan, 01.12.2009).
24.11.2009 Zypern:
Die griechisch-orthodoxe Kirche auf Zypern hat die türkische Regierung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt. Der Staat beschränke die Religionsfreiheit indem er Gläubigen den Zutritt zu religiösen Kultstätten im Norden der Insel verwehre. Medienberichten zufolge richtet sich die Klage vor allem gegen die Umwidmung der teils geplünderten und vom Verfall bedrohten Kirchengebäude. Treibende Kraft für die Klage beim Menschengerichtshof ist Erzbischof Chrysostomos II. Das Oberhaupt der Kirche von Zypern hatte diesen Schritt bereits im Januar 2008 angekündigt. Wichtig sei ihm, die Überreste der mehr als 500 griechisch-orthodoxen Gotteshäuser zu retten, die seit der Besetzung des Nordteils der Insel 1974 teilweise in Moscheen, Kasernen und Lagerräume umfunktioniert worden sind. (ansa) (NL Radio Vatikan, 24.11.2009).
19.11.2009 Serbisch-Orthodoxe Kirche: Neuer Patriarch erst im Februar(?)
Der Nachfolger des kürzlich verstorbenen Patriarchen Pavle I. wird erst im Februar gewählt werden - vermutlich per Losentscheid.
In Belgrad laufen die letzten Vorbereitungen für das Begräbnis des am Sonntag im Alter von 95 Jahren verstorbenen serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle. Am Donnerstag werden dazu rund 500.000 Menschen aus dem ganzen Land, aber auch aus Montenegro und der bosnisch-serbischen Republik erwartet. An der Spitze der Trauergäste wird sich der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, befinden. Der Vatikan ist durch Kardinal Angelo Sodano vertreten, die österreichische Bischofskonferenz sowie die Stiftung "Pro Oriente" durch den Ökumene-Fachmann und Liturgiewissenschafter Philipp Harnoncourt. 
Vor der Belgrader Domkirche, wohin der Sarg mit dem Leichnam des Patriarchen wenige Stunden nach dem Tod am Sonntag gebracht wurde, warten seither Menschen in langen Schlangen, um sich von dem bisherigen allgemein beliebten Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche zu verabschieden. Die Beisetzung findet in dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kloster Rakovica im gleichnamigen Belgrader Vorort statt. Die russische Kirche wird durch Metropolit Filaret, den Exarchen des Moskauer Patriarchats in Weißrussland, vertreten. Eine Delegation wird auch die von der Weltorthodoxie nicht anerkannte mazedonische Kirche entsenden. Die Totenliturgie und die Beisetzung werden der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der montenegrinische Metropolit Amfilohije leiten, der in den letzten zwei Jahren als Belgrader Patriarchatsverweser fungiert hat. Der serbische Präsident Boris Tadic wird Abschiedsworte sprechen.
Indes hat die serbisch-orthodoxe Kirchenführung vorerst noch keinen Termin für die Wahl eines Nachfolgers von Patriarch Pavle I. festgelegt. Entsprechend den derzeit geltenden Regeln soll ein neuer Patriarch spätestens bis zum 15. Februar gewählt werden. Aus Kirchenkreisen war in den letzten Tagen aber auch zu hören, dass die Wahl des neuen Kirchenoberhauptes womöglich erst zu einem späteren Termin erfolgen dürfte.
Der Wladika (Bischof) von Nis, Irinej, hatte bereits am Sonntag die regelmäßige Frühjahrstagung im kommenden Mai als eine gute Gelegenheit für die Patriarchenwahl bezeichnet. Die Herbsttagung der Kirchenversammlung war im Oktober angesichts des nahenden Todes des 95-jährigen Pavle verschoben worden. Andere hohe kirchliche Würdenträger ließen in den vergangenen Tagen wissen, dass ein Termin für die Patriarchenwahl erst 40 Tage nach dem Tod des bisherigen Amtsinhabers festgelegt werden dürfte.
Wahl per Losentscheid?
Es scheint festzustehen, dass der nächste, der 45. serbisch-orthodoxe Patriarch nach der sogenannten "Apostolischen Art der Wahl", d. h. durch das Los, bestimmt wird. Dabei werden drei Kuverts mit den Namen der drei zuvor in geheimer Abstimmung der Mitglieder der Kirchenversammlung bestplatzierten Kandidaten in eine Urne gegeben. Dann wird ein Name zur endgültigen Wahl des neuen Patriarchen gezogen.-
In der serbischen Kirche wurde diese Art der Patriarchenwahl im Jahre 1967 eingeführt. Die Kirche wollte sich damit vor dem Einfluss des damaligen Kommunistenregimes schützen. Patriarch Pavle war 1990 aber das erste Kirchenoberhaupt, das auf diese Art gewählt wurde. Im Jahre 2000 wurden die Wahlregeln vorübergehend abgeändert. Der Synod beschloss damals, einen künftigen Patriarchen mit der Stimmenmehrheit in der Kirchenversammlung zu wählen. Diese Regel wurde später wieder aufgehoben. Pavle selbst setzte sich bis zuletzt für die "apostolische Wahl" ein. (APA) (nach 18.11.2009, DiePresse.com)
15.11.2009 Serbien:
Der Belgrader Patriarch Pavle I. ist tot. Das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche starb an diesem Sonntag im Alter von 95 Jahren im Belgrader Militärkrankenhaus.
Patriarch Pavle I. stand seit der Absetzung seines Vorgängers German 1990 an der Spitze der serbischen Kirche. Zuvor wirkte er 33 Jahre lang als Bischof von Prizren und Raska im Kosovo. Pavle war seit Jahren schwer krank. Zeitweilig entbrannte ein heftiges Ringen um einen möglichen Rücktritt und die Nachfolge des Patriarchen.
Die serbische Regierung verordnete anlässlich des Todes des Kirchenoberhaupts drei Tage Staatstrauer. Staatschef Boris Tadic sagte: „Es gibt Menschen, die schon durch Ihre Existenz ein ganzes Volk verbinden. So war Patriarch Pavle. Sein Weggang ist mein persönlicher Verlust“, so der Präsident. – Pavle erlebte direkt nach Amtsantritt den politischen Zerfall Jugoslawiens. Während der Kriege der 90er Jahre sprach er sich – auch gegen Stimmen aus der eigenen Synode – gegen gewaltsame Lösungen aus. Kritiker warfen ihm eine ideelle Unterstützung des serbischen Nationalismus und fehlende Distanzierung vom damaligen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic sowie dem früheren Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, vor. Seine strenge Frömmigkeit und persönliche Bescheidenheit stand auch bei den anderen Konfessionen und Religionen außer Frage. (pm/kna) (NL Radio Vatikan, 15.11.2009).
14.11.2009 Moskau/Hannover. Die Russische Orthodoxe Kirche will ihre Kontakte zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aussetzen. Hintergrund sei die Wahl Margot Käßmanns zur Ratsvorsitzenden der EKD, berichteten mehrere russische Medien. Käßmann und das EKD-Kirchenamt reagierten mit Verwunderung auf die Äußerungen von Vertretern des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Die hannoversche Landesbischöfin war Ende Oktober zur Repräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland gewählt worden.
„Eine Frau als Bischöfin – das widerspricht den Prinzipien des Evangeliums“, sagte der Sprecher des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, der orthodoxe Geistliche Georgi Sawerschinski, laut der russischen Agentur „Ria Novosti“. Deshalb könne es keine Kirchenbeziehungen geben. Voraussichtlich würden neue Kommunikationsformen gefunden. Nach seinen Worten werden die Kirchen weiterhin als Gesellschaftsorganisationen Kontakt halten. Die für Ende November angesetzten Feiern zur Aufnahme des Dialogs zwischen russisch-orthodoxer Kirche und EKD vor 50 Jahren seien auch das Ende der Gespräche, kündigte der Leiter des kirchlichen Außenamtes, Erzbischof Hilarion, an.
Käßmann sagte, zum Grundverständnis der Ökumenischen Bewegung gehöre, dass es trotz des unterschiedlichen Kirchen- und Amtsverständnisses eine Gemeinschaft gebe. Das wisse auch die Russisch-Orthodoxe Kirche. Dieses Thema sei Gegenstand der Gespräche der vergangenen 50 Jahre gewesen. „Es ist ein Gebot des gegenseitigen Respekts, diese Verschiedenheit auszuhalten und doch zu wissen, was Paulus an die Epheser schreibt: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“, betonte die Bischöfin. [Trotz 1517 !! GH].
Der Orthodoxie-Experte des EKD-Kirchenamtes, Johann Schneider, sagte, bezüglich des geistlichen Dienstes von Frauen in der Kirche unterschieden sich die evangelischen, anglikanischen und altkatholischen Kirchen von den orthodoxen [und von der katholischen Kirche. GH]. Dieser Unterschied sei bisher kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen gewesen. Als Beispiel verwies Schneider auf die Partnerschaft zwischen der nordelbischen Kirche und der russisch-orthodoxen Metropolie St. Petersburg.
Die Begegnungen zwischen der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen und dem Petersburger Metropoliten Wladimir seien immer von geschwisterlicher Offenheit geprägt gewesen. „Die EKD ist sich sicher, dass sich den zum Teil sehr jungen russischen Theologen, die seit letztem Jahr im Moskauer Außenamt tätig sind, der reiche Erfahrunsgsschatz ihrer Kirche im Umgang mit den evangelischen Kirchen erschließen wird“, erklärte Oberkirchenrat Schneider. [!! GH].
Bereits Anfang November hatten orthodoxe Kirchenrepräsentanten angedeutet, dass Käßmanns Wahl die zwischenkirchlichen Beziehungen belasten könnte. Die Wahl von Käßmann zum Oberhaupt der EKD sei zweifellos eine innere Angelegenheit, sagte Mönchpriester Philipp, Vizechef der auswärtigen Abteilung des Moskauer Patriarchats. Er fügte hinzu: „Da es aber um die Geschicke des Christentums in Europa geht und da die deutsche evangelische Kirche zu den größten gehört, zeugt die Wahl einer Frau zum Oberhaupt dieser Kirche von einem weiteren Sieg der liberalen Strömung im Luthertum.“ Die Wahl lasse ernsthaft über die Zukunft der Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und der EKD nachdenken.
Auf Einladung der EKD hatte erstmals im Herbst 1959 eine hochrangige Delegation des Moskauer Patriarchats Landeskirchen in der Bundesrepublik besucht. Seither gab es regelmäßige Dialogtreffen. (EPD) (Hamburger Abendblatt, 14.11.2009).
08.11.2009 Griechenland:
Die orthodoxe Kirche hat das Gesetz zu einer höheren Besteuerung der Kirche scharf kritisiert. Die sozialistische Regierung hatte beschlossen, zur Sanierung der Staatsfinanzen die kirchlichen Abgaben zu verdreifachen. Die Kirche sei bereit, ihren Beitrag zu leisten, doch gehe die „Ungleichheit gegenüber anderen Institutionen“ zu weit und sei „ungerecht“. (ansa) (NL Radio Vatikan, 08.11.2009).
05.11.2009 Vereinigte Staaten/Türkei:
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat sich in Washington mit Barack Obama getroffen. Dabei habe der US-Präsident dem Patriarchen Unterstützung bei dem Versuch zugesagt, Ankara im Blick auf dessen Religionspolitik umzustimmen, hieß es im Anschluss. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach Wiedereröffnung der 1971 von Ankara zwangsgeschlossenen Theologischen Hochschule Chalki. Der Präsident habe darauf hingewiesen, dass eine funktionierende orthodoxe Hochschule auch für das Renommee der Türkei überaus wichtig wäre, wird Obama zitiert. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.11.2009).
13.10.2009 Griechenland
Eine „Entchristlichung“ der Gesellschaft hat der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Athen, Hieronymus II., beklagt. In seiner Rede zum Auftakt der griechisch-orthodoxen Synode, die derzeit in Athen tagt, hat Hieronymus die „Neuevangelisierung“ der griechischen Bevölkerung zur Priorität erklärt. Weiter beklagte das Oberhaupt der autokephalen griechisch-orthodoxen Kirche eine politische Instrumentalisierung der Diskussion um die Besteuerung des Kirchenbesitzes. Die Frage sei für propagandistische Zwecke missbraucht worden, so Hieronymus. Die neue Regierungspartei Panhellenische Sozialistische Bewegung, PASOK, unter Ministerpräsident Georgios Papandreou hatte die Kirchenbesteuerung zum Wahlkampfthema gemacht. Dabei hatte die PASOK eine Besteuerung von Großgrundbesitz und Kirchengütern zur Haushaltssanierung vorgeschlagen. (ansa) (NL Radio Vatikan, 13.10.2009).
11.10.2009 Istanbul: Patriarch Bartholomaios I. über Hoffnungszeichen für das Ökumenische Patriarchat
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., sieht "langsame, aber stetige Schritte" in Richtung EU und Etablierung der Menschenrechte in der Türkei.
Vorsichtig optimistisch über die Zukunft des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel in der Türkei ist Patriarch Bartholomaios I. Im Gespräch mit den Teilnehmern einer "Kathpress"-Journalistenreise nach Istanbul sprach Bartholomaios I. von einigen kleinen Schritten, die ihn hoffen ließen, dass sich die
Situation für die Minderheiten in der Türkei langsam bessern werde. Die Etablierung der Menschenrechte in der Türkei und die Schritte in Richtung EU gingen sehr langsam, aber stetig voran. Zugleich stellte
Bartholomaios I. klar: Was immer auch passieren wird und mit welchen Schwierigkeiten das Patriarchat auch immer konfrontiert wird, man werde am Bosporus bleiben.
Wie der Ökumenische Patriarch sagte, habe es im Stiftungsrecht einige Verbesserungen für die Kirchen im Land gegeben. Rechte, die den Kirchen vor Jahren entzogen wurden, seien nun wieder vorhanden. So etwa das Recht, Schenkungen anzunehmen. Früher sei es auch nicht möglich gewesen, dass Metropoliten ohne türkische Staatsbürgerschaft Mitglieder der Heiligen Synode des Patriarchats sind.
Aktuell verwies der Patriarch auf den sehr konstruktiven Besuch des neuen griechischen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou in der
Türkei am Freitag und die Unterzeichnung des türkisch-armenischen Abkommens in Zürich. Beides Zeichen, dass Ankara einen Kurs der politischen Entspannung fahren wolle. Vor allem die vielen
Auseinandersetzungen mit Griechenland, hauptsächlich bestimmt durch den vermeintlich unlösbaren Zypern-Konflikt, hätten dem Patriarchat sehr geschadet, da man zwischen die Fronten geraten sei, sagte der
Patriarch: "Die Zeche für den Konflikt haben wir bezahlt".
Bartholomaios I. ortete leichte Verbesserungen, was die Etablierung der Menschenrechte in der Türkei betrifft und wies auch darauf hin, dass sich die Stellung der Armee in den vergangenen Jahren ein wenig gewandelt habe. So seien inzwischen Armeeangehörige auch Zivilgerichten unterstellt und der Armeekommandant unterstehe dem Ministerpräsidenten.
Die aufgezeigten Reformen, räumte Bartholomaios I. ein, seien für Europa selbstverständlich, für die Türkei aber eine elementare Herausforderung. Lob kam vom Patriarchen für die Regierungspartei AKP. Diese sei die erste Regierungspartei, die sich für die Rechte der Minderheiten einsetzt, auch wenn starke Kräfte im Land einen anti-europäischen und minderheitenfeindlichen Kurs fahren würden.
Die Türkei brauche aber nicht nur Reformen von oben, sondern vor allem auch einen Mentalitätswechsel, betonte der Patriarch: Immer wieder versuche er im Gespräch mit Politikern die weit verbreitete
Einstellung zu entkräften, dass das Ökumenische Patriarchat gegen die Türkei arbeite. Das Gegenteil sei der Fall. Letztlich sollte es für die Türkei eine Auszeichnung und Ehre sein, das Ökumenische
Patriarchat im Land verankert zu wissen, so Bartholomaios I. Noch werde diese Ansicht aber nur von wenigen politischen Verantwortlichen und Intellektuellen geteilt, bedauerte der Patriarch.-
Wie Bartholomaios I. ankündigte, werde er die angesprochenen politischen Fragen auch bei seiner kommenden Reise in die USA zur Sprache bringen. Das Oberhaupt der Orthodoxie reist am 20. Oktober
in die Vereinigten Staaten und wird in New York und Washington u.a. mit US-Präsident Barack Obama, UN-Generalssekretär Ban Ki-Moon, US-Vizepräsident Joe Biden und Außenministerin Hillary Clinton sowie
Vertretern des US-Senats zusammentreffen.
Zuvor wird der Ökumenische Patriarch am 8. Symposion über "Religion, Wissenschaft und Umwelt" teilnehmen, das in New Orleans stattfindet.
Innerkirchlicher Hauptanlass der Reise ist der 10. Jahrestag der Amtseinführung von Metropolit Demetrios als Erzbischof der orthodoxen Erzdiözese von Amerika. Weiters wird der Patriarch in Washington an der Georgetown University und am "Center for American Progress" (einem der führenden Think-Tanks der Vereinigten Staaten) Vorträge halten.-
Der Patriarch hob ausdrücklich das Engagement der US-Regierung für die Sache des Ökumenischen Patriarchats hervor. Zuletzt hatte sich beispielsweise Präsident Obama bei seinem Türkei-Besuch im April
diesen Jahres für die Wiedereröffnung des Priesterseminars und der Theologischen Hochschule von Chalki ausgesprochen. Die einzige Priesterausbildungsstätte des Patriarchats in der Türkei war 1971 von den Behörden geschlossen worden.-
Während das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel in der Türkei nur mehr für eine Restminorität zuständig ist, unterstehen Bartholomaios I. in Griechenland, Westeuropa, Amerika, Australien
und Ostasien zahlreiche Diözesen. Die Bedeutung des Patriarchats wird durch den offiziellen Besuch des Patriarchen in den USA unterstrichen.
Versöhnung mit russischer Orthodoxie
Als Oberhaupt der Kirche von Konstantinopel hat Bartholomaios I. Vorrechte für die Gesamtorthodoxie, die rund 350 Millionen Christen umfasst. Diese Stellung wurde allerdings in den vergangenen Jahren
vor allem von Seiten der russisch-orthodoxen Kirche immer in Frage gestellt.
Massive Verstimmungen zwischen Moskau und Konstantinopel gab es auch deshalb, weil sich nach der politischen Wende in Osteuropa 1989 in Nachfolgestaaten der Sowjetunion orthodoxe Landeskirchen bildeten, die sich von der russisch-orthodoxen Kirche lossagten und dem Ökumenischen Patriarchat unterstellten, beispielsweise in Estland
oder der Ukraine.-
Wie der orthodoxe Metropolit von Österreich, Michael Staikos, im "Kathpress"-Gespräch sagte, hätten sich die Beziehungen zwischen Konstantinopel und Moskau in den vergangenen Monaten wieder verbessert: angefangen mit einem Kirchengipfel in Kiew im
vergangenen Jahr, wo Bartholomaios I. noch mit Patriarch Aleksij II. zusammengetroffen war, bis zum jüngsten Antrittsbesuch des neuen Patriarchen Kyrill I. im Phanar im Juli diesen Jahres.
Nach der Ordnung der orthodoxen Kirchen statten neu gewählte Patriarchen ihren ersten Auslandsbesuch dem Ökumenischen Patriarchen im Phanar ab. Dabei sprach Kyrill I. bei seiner Begegnung mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auch das Chalki-Problem an.
Erdogan sagte Kyrill zudem zu, dass die russisch-orthodoxe Seelsorge in der Türkei ausgebaut werden könne. Im Großraum Istanbul und an der türkischen Schwarzmeerküste leben inzwischen rund 150.000
Russen. Formell unterstehen diese dem Ökumenischen Patriarchat. Kyrill I. und Bartholomaios I. vereinbarten, dass zur Seelsorge russischsprachige Priester in die Türkei kommen werden.
Metropolit Staikos wertete die jüngste Annäherung zwischen Moskau und Konstantinopel als sehr positiv. Die Orthodoxie könne es sich angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen nicht mehr
leisten, uneinig aufzutreten. Es gelte vielmehr, ein
gesamtorthodoxes Zeugnis abzugeben, so der Metropolit gegenüber "Kathpress".
Staikos verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngste orthodoxe Konferenz von Chambésy, auf der die Gründung von gesamtorthodoxen
Bischofskonferenzen in den zentralen Diasporaländern der Orthodoxie beschlossen wurde. Im Dezember werde sich zudem eine panorthodoxe Konferenz mit den Kriterien für den autokephalen oder autonomen
Status einer orthodoxen Kirche beschäftigen. Die Frage, welche Voraussetzungen für den unabhängigen Status einer Kirche gegeben sein müssen bzw. wie der Weg zur Eigenständigkeit aussieht, sei äußerst schwierig aber umso notwendiger zu lösen, so der Metropolit. (utl; KAP, 11.10.2009).
05.10.2009 Ukraine: Zwei der orthodoxen Kirchen verhandeln über Wiedervereinigung
Fast 20 Jahre nach der Spaltung der Orthodoxen Kirche in der Ukraine haben am Freitag in Kiew Verhandlungen über eine Wiedervereinigung begonnen. Vertreter der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und des schismatischen "Kiewer Patriarchats" äußerten sich nach dem ersten Treffen im Höhlenkloster von Kiew zufrieden über den Gesprächsverlauf. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die hochrangigen Delegationen beider Kirchen die Bedeutung des Dialogs. Er fördere "das soziale Verständnis und den konfessionellen Frieden, die Überwindung von Konflikten und Feindseligkeiten".-
Ziel der Verhandlungen sei die Wiederherstellung der von Gott gewollten kirchlichen Einheit, heißt es weiter in dem Dokument. Die Gespräche seien "ohne Druck oder Einmischung von außen" zu Stande gekommen. Zunächst gehe es allerdings nur um die Vorbereitung des Dialogs und nicht um die Lösung von Problemen.
Im Zuge der Unabhängigkeit des Landes 1991 hatte sich ein Teil der Orthodoxen Kirche vom Moskauer Patriarchat abgespalten. Der frühere russisch-orthodoxe Metropolit und Exarch Filaret (Denisenko) - zu Beginn der sechziger Jahre russischer Bischof in Wien - gründete nach seiner Exkommunikation durch das Moskauer Patriarchat das "Kiewer Patriarchat". Patriarch Filaret knüpfte enge Beziehungen mit national gesinnten ukrainischen Politikern. Das Schisma löste einen erbitterten Kampf um Kirchengebäude im ganzen Land aus.-
Ukrainischen Regierungsangaben zufolge gibt es rund 12.000 Pfarrgemeinden der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, etwa 4.100 des "Kiewer Patriarchats" und 1.200 Pfarrgemeinden der sogenannten Autokephalen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche. (Kiew, 05.10.2009 [KAP] (NL Radio Vatikan, 06.10.2009).
03.10.2009 USA: PATRIARCHAL VISIT – NEW WEBSITE: His All Holiness Ecumenical Patriarch Bartholomew will visit the United States October 20 – November 6. He will be leading the Religion, Science, and Environmental Symposium: “Restoring Balance: The Great Mississippi River” from October 21-25. For information on the symposium, the schedule of events for the visit, and more on the Ecumenical Patriarch and his environmental efforts visit the special US visit site (Greek Orthodox Archdiocese E-bulletin - October 2, 2009).
03.09.2009 Türkei
Die Behörden untersuchen zurzeit die juristischen Voraussetzungen für eine mögliche Wiedereröffnung des griechisch-orthodoxen Priesterseminars auf der Prinzeninsel Chalki. Das sagte der türkische Europaminister Egemen Bagis jetzt bei einem Besuch im österreichischen Alpbach. „Schritte des guten Willens“ durch Griechenland gegenüber der türkischen Minderheit in Westthrazien könnten in dieser Angelegenheit „hilfreich“ sein. Er meine aber nicht, dass „diese Fragen oder Probleme im Sinne einer Gegenseitigkeit behandelt werden sollten“, fügte der Minister hinzu. Von griechischer Seite wird darauf verwiesen, dass in Westthrazien die Rechte der türkischen Minderheit geachtet würden, was auch an der zahlenmäßigen Zunahme der Minderheit ablesbar sei. Hingegen gebe es im türkischen Ostthrazien nicht einmal eine griechische Restminderheit, obwohl Städte wie Gallipoli (Gelibolu), Rodosto (Tekirdag) und Saranda Ekklesie (Kirklareli) bis Anfang der zwanziger Jahre eine griechische Mehrheit hatten. Das Priesterseminar auf Chalki war mit einer Theologischen Hochschule verbunden, die zu den wichtigsten theologischen Bildungsstätten der orthodoxen Welt zählte. Es wurde 1971 von den Behörden geschlossen. Für seine Wiedereröffnung haben sich u.a. die Europäische Union und auch US-Präsident Barack Obama eingesetzt. (kap) (NL Radio Vatikan, 03.09.2009).
29.08.2009 Russland:
Der Moskauer Patriarch Kyrill I. betont, wie wichtig Zusammenarbeit und Respekt der Glaubensgemeinschaften untereinander sind. Bei einem Besuch in der orthodoxen Diözese Archangelsk wurde er gefragt, was er vom Bau nicht-orthodoxer Kultorte auf russischem Boden halte. Kyrills Antwort: „Wir leben in einem freien Land, wo jeder seinen Glauben leben darf.” Allerdings müsse man sehr darauf achten, „dass dieser Ausdruck des Glaubens keinen Ärger bei anderen Konfessionen oder Religionen hervorruft“. Religion sei dazu da, „Menschen zusammenzuführen – auch die, die unterschiedlichen Religionen angehören“. (rv) (NL Radio Vatikan, 29.08.2009).
2009-08-25 Weißrussland:
Ein orthodoxer Bischof wurde am Sonntag in seiner Kathedrale niedergestochen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur „Interfax“. Bischof Sofronij Juschtschuk aus dem ostweißrussischen Bistum Mogilew und Mstislawl war am Morgen vor Beginn der Liturgie in die Kathedrale gekommen und hatte die Gläubigen gesegnet. In diesem Moment näherte sich ein Mann, zog ein Messer und stach auf den Bischof ein. Der Bischof wurde sofort in eine Klinik gebracht und operiert, ist aber bereits außer Lebensgefahr. Der Attentäter wurde von den Gläubigen festgehalten und der Polizei übergeben. Über die Hintergründe des Attentats gibt es bisher keine Vermutungen. (kap) (NL Radio Vatikan, 25.08.2009).
08.08.2009 Russland:
Die nächste Auslandsreise des Moskauer Patriarchen Kyrill I. geht nach Weißrussland. Geplant ist ein Besuch der orthodoxen Diözesen Minsk, Polotsk und Witebsk vom 25. bis 28. September. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur „Interfax“ am Freitag. Demnach will Kyrill I. in den nächsten Monaten auch weitere Staaten besuchen, die, wie es bei Interfax heißt, „Teil des kanonischen Territoriums des Moskauer Patriarchats sind“. Aus Sicht des Patriarchats gehören alle ehemaligen Teilrepubliken der ehemaligen Sowjetunion mit Ausnahme von Georgien und Armenien zu diesem Territorium. – Sehr positiv bewertete der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion Alfejew, die Ukraine-Reise Kyrills I., die er am vergangenen Mittwoch beendete. Es habe sich gezeigt, dass die Gegner des Patriarchen aus dem kirchlichen und politischen Bereich eine völlig unbedeutende Gruppe seien. (kap) (NL Radio Vatikan, 08.08.2009).
07.08.2009:
Moskauer Patriarch beendet umstrittenen Besuch in der Ukraine
Der Moskauer Patriarch Kirill hat während seiner zehntägigen Reise durch die Ukraine Kiew, Donezk, die Krim sowie die Westukraine besucht. Sein Aufenthalt machte eine tiefe Spaltung der Orthodoxie in der Ukraine deutlich.
Die meisten ukrainischen Experten sind sich einig: Der Besuch des Moskauer Patriarchen Kirill in der Ukraine hat der Russischen Orthodoxen Kirche die "Augen geöffnet", was die reale Lage im Lande betrifft. In der Ukraine bestehen seit Anfang der 90er Jahre aufgrund mehrerer Spaltungen neben der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats die von der Weltorthodoxie nicht anerkannte Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats sowie weitere unkanonische orthodoxe Kirchen. Kirill gestand, Moskau habe Fehler in seiner Ukraine-Politik gemacht. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass in einem gewissen Sinne die Spaltung eine Reaktion ist, darunter auch auf eine falsche Politik der Kirche Moskaus", so das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche.

Autokephalie strikt abgelehnt
Einen Dialog mit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats lehnt Kirill allerdings genauso ab wie eine Autokephalie, also eine volle Selbständigkeit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, die sich gegenwärtig unter dem Moskauer Patriarchat befindet. Eine Autokephalie bezeichnete Kirill als "unnötig". "Wenn man uns sagt: entweder Autokephalie oder nichts, also entweder Autokephalie oder Spaltung – dann ist das keine Gesprächsgrundlage", sagte das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche. Zum Abschluss seines Besuchs in der Ukraine wandte sich Kirill an die ukrainischen Behörden und an die Gläubigen: "Ich glaube, dass die Ukraine Gottes Barmherzigkeit erfahren wird, dass Gott die Staatsmacht und diejenigen belehren wird, die sich aus Unwissenheit, Vergessen und Erstarrung abgespalten haben."
Für eine von der Weltorthodoxie anerkannte Autokephalie der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, mit der die Spaltung der Orthodoxie im Lande überwunden werden könnte, treten Staatspräsident Wiktor Juschtschenko sowie die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats ein. Auch innerhalb der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gibt es einen Flügel, der eine Autokephalie befürwortet.
Politische Äußerungen umstritten
In Sewastopol, dem Sitz des russischen Schwarzmeerflotten-Kommandos, erklärte Kirill, "infolge historischer Ereignisse, die wir alle kennen und an die wir uns erinnern, ist es so gekommen, dass es hier zwei Flotten gibt und nicht eine". In einer Fernsehdiskussion warnte der Moskauer Patriarch davor, "historische Helden der Ukraine" zu beschwören. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Ukraine nicht mit Namen experimentieren sollte, die das Land selbst spalten", betonte er. Und seine Aussage, wonach Kiew die "südliche Hauptstadt der russischen Orthodoxie" sei, rief heftige Reaktionen nicht nur unter Gläubigen, sondern auch einer ganzen Reihe von Politikern hervor.
Die Partei "Volksbewegung der Ukraine" erklärte, der Besuch des Moskauer Patriarchen habe "die Feindseligkeiten zwischen den Orthodoxen nur verstärkt". Die Äußerungen des russischen Kirchenoberhaupts seien nicht "seelsorgerischer" Art, sie stünden vielmehr für "Moskauer Großmachtdenken". Die Partei "Swoboda" forderte sogar, den Patriarchen als unerwünschte Person des Landes zu verweisen. Das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche habe die Gefühle Millionen orthodoxer Ukrainer verletzt, die nicht der Moskauer Kirche angehörten, erläuterte die Partei.
Ukrainische Politiker uneins
Dennoch wurde Kirill von der ukrainischen Staatsmacht auf höchster Ebene empfangen. So fanden Treffen mit Präsident Wiktor Juschtschenko und Premierministerin Julija Tymoschenko statt. Parlamentspräsident Wolodymyr Lytwyn traf sich mit Kirill auf der Krim.
Einige Politiker in der Ukraine erklärten, der Besuch des Moskauer Patriarchen Kirill werde zur Verständigung zwischen der Ukraine und Russland beitragen. Der Führer der oppositionellen Partei der Regionen, Wiktor Janukowytsch, warf der ukrainischen Regierung vor, sich "auf inakzeptable Weise in die Angelegenheiten der Kirche einzumischen, Kirchen-Fragen zu politisieren und den Gläubigen zu diktieren, in welcher Kirche sie zu beten hätten." Janukowytsch begleitete Kirill bei allen Programmpunkten in Kiew, Donezk und auf der Krim.
(Autor: Oleksandr Sawyzkyj / Markian Ostaptschuk
Redaktion: Bernd Johann DW-WORLD.DE 06.08.2009).
03.08.2009 Ukraine: Verschiedene Reaktionen auf Kyrills Besuch
Aus Furcht vor Protesten von ukrainischen Nationalisten hat der Moskauer Patriarch Kyrill I. überraschend auf den Besuch der westukrainischen Stadt Riwne verzichtet. Der Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche, Wladimir Legoida, teilte am Sonntagabend, mit, auf dringende Empfehlung der ukrainischen Präsidentenkanzlei habe das orthodoxe Kirchenoberhaupt den Besuch der Stadt abgesagt. Von der Halbinsel Krim sei Kyrill I. deshalb nach Kiew statt nach Riwne geflogen. In der Ukraine gäbe es verschiedene Reaktionen auf den zehntägigen Besuch des Moskauer Patriarchen. Das erklärt gegenüber Radio Vatikan der ukrainische Kirchenhistoriker, Oleg Turiy. Er doziert an der Katholischen Universität in Lemberg.
„Unser Land besteht aus verschiedenen Regionen, die sehr verschiedene historische Schicksale erlebt haben. Deshalb ist die Positionierung der Menschen zu allen wichtigen Fragen wie politische Orientierungen oder nationale Identität verschieden. Für mich ist bei diesem Besuch ein Aspekt wichtig, der vielleicht bei vielen westlichen Beobachtern nicht bekannt ist, und zwar hat sich Patriarch Kyrill I. für die Rehabilitierung des Stalinismus ausgesprochen. Er hat nämlich gesagt, dass Nationalsozialismus eine schlimme Sache gewesen sei und auch der Stalinismus sei nicht gut gewesen, aber man dürfe die beiden totalitären Regimes nicht vergleichen. Diese Stellungnahme beweist eine enge Beziehung zur aktuellen russischen Staatspolitik. Denn in Russland ist ein Prozess der Wiederherstellung des sowjetischen Modells im Gange.“
In der Ukraine gibt es drei orthodoxe Kirchen. Die eine ist mit dem Moskauer Patriarchat verbunden, zwei weitere haben sich von ihr abgespalten und möchten selbstständig sein. Turiy:
„Die Haltung gegenüber dem Besuch Kyrills in der Ukraine hängt sehr stark davon ab, wie sich die Verhältnisse zwischen diesen Kirchen in den vergangenen Jahren gestaltet haben und auch künftig weiterentwickeln sollen. Für mich persönlich ist diese ganze Phraseologie über das Verständnis der Orthodoxie als etwas, was dem Katholizismus gegenübersteht, nicht verständlich. Das ist aber ein altes Konfessionsmodell, das noch in vielen Köpfen vorherrscht. Dieser Besuch richtet sich danach. Die Ideologie dieser Reise soll dazu dienen, der Welt zu zeigen, dass die Orthodoxen in der Ukraine Teil der großen russischen Zivilisation seien. Deshalb kann man diese Visite nicht nur als Pastoralbesuch sondern auch als politisches Unternehmen betrachten.“
Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat in der Ukraine zur Wiedervereinigung der orthodoxen Kirche im Land aufgerufen. Die Anhänger der beiden vom Moskauer Patriarchat abgespaltenen Kirchen sollten zur russisch-orthodoxen Kirche zurückkehren, sagte er bei einem Gottesdienst auf dem Platz vor dem berühmten Höhlenkloster von Kiew. Die ukrainische Hauptstadt sei das „Jerusalem“ der Orthodoxen, so Kyrill.
„Patriarch Kyrill spricht oft über solche Parallelen. Wenn wir das historisch überprüfen wollen, dann zeigt sich, dass solche Beispiele nicht ganz stimmen. Denn er bezieht sich auf das Pentarchiemodell, was aber nur für die römisch-byzantinischen Reichskirchen galt. Doch das Moskauer Patriarchat ist viele Jahrhunderte später entstanden – und das auf sehr fragwürdige Weise. Deshalb sind solche Parallelen nicht möglich. Hinter solchen Sätzen stehen im Grunde genommen sehr wichtige und, meiner Meinung nach, sehr konsequente Ideen Kyrills und zwar, dass für ihn das ganze Gebiet des ehemaligen russischen Imperiums und der späteren Sowjetunion das kanonische Territorium abdeckt. Das soll eine Basis für die Wiederherstellung einer neuen Großmacht sein, die man „Heiliges Russland“ oder „Orthodoxe Zivilisation“ nennt, es geht darum, ein altes Modell für das Verständnis der Kirche zu übernehmen.“ (rv/kipa) [Es sei noch angemerkt, dass Patriarch Kyrill I. bei dieser Reise sehr deutlich betont hat, dass Moskau als das fünfte Patriarchat in die [orthodoxe] Pentarchie eingetreten sei, weil Rom vom wahren Glauben abgefallen sei. --- Und am allerliebsten würde er an die Stelle Roms als des Ersten der Pentarchie treten, weil er wie kein anderer das Oberhaupt von Millionen Orthodoxen ist. Zusätzliche neue Patriarchate sind da eher hinderlich. Papst Benedikt XVI. hat ja unbegreiflicherweise den Platz des Ehrenprimats in der Pentarchie bereits 2006 unter einem Vorwand freigemacht. GH].
30.07.2009: Zur Zerstörung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine unter den Sowjets siehe unter "Aktuelles".
29.07.2009 Ukraine:
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wünscht sich eine Vereinigung der griechisch-katholischen Kirche und der drei orthodoxen Kirchen in ihrem Land. „Früher oder später wird Gott die organisatorische Einheit bringen“, sagte Timoschenko laut ukrainischen Presseberichten. Alle vier Kirchen des byzantinischen Ritus seien ukrainisch und in der Liebe zu Gott vereint, obwohl sie verschiedenen Jurisdiktionen angehörten. - Außer der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gibt es in der Ukraine das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstandene „Kiewer Patriarchat“ und die bereits in den 1920er Jahren von Moskau abgespaltene „autokephale ukrainisch-orthodoxe Kirche“. Zudem gibt es die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche. (kna) (NL Radio Vatikan, 29.07.2009).
28.07.2009 Ukraine:
Die Ukrainer wünschen sich eine von Moskau unabhängige orthodoxe Nationalkirche. Das bekräftigte der ukrainische Ministerpräsident Viktor Juschtschenko im Gespräch mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill. Zwei der drei konkurrierenden orthodoxen Kirchen des Landes werden von Moskau nicht anerkannt. Eine Nationalkirche sei für die Stabilität und die geistliche Einheit im Land nötig, so Juschtschenko. Kyrill wies den Vorstoß zurück: die dem Moskauer Patriarchat unterstehende ukrainische orthodoxe Kirche garantiere diese Einheit. Der Besuch des russischen Patriarchen in der Ukraine wird bislang von Protesten begleitet. Kyrill hält sich bis zum 5. August in der seit 1991 unabhängigen ehemaligen Sowjetrepublik auf. (asianews/apic/ria novosti) (NL Radio Vatikan, 28.07.2009).
Der Moskauer Patriarch Kyrill bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Kiev am 27.07.2009. Er besucht als "Pilger" für 10 Tage die Ukraine. In Kiew entstand das "russische" Christentum im Jahre 988 durch Missionare aus Konstantinopel
27.07.2009 Russland:
Eine orthodoxe Kirche soll das Lenin-Mausoleum in Moskau ersetzen. Dies kündigte der Vorsitzende der „Vereinigung der orthodoxen Fahnenträger“, Leonid Simonowitsch, gegenüber einer russischen Presseagentur an. Die Errichtung eines Gotteshauses solle zeigen, dass die göttliche Vorsehung über kurz oder lang den „Tempel Satans“, also Lenins, zerstöre, so Simonowitsch. Mit der Kirche solle die Grundlage für ein neues Russland geschaffen werden, sie werde deshalb den „Neuen Märtyrern und Geistlichen Vätern“ des Landes gewidmet. Für den Neubau ist eine Kopie der Kirche von Jekaterinburg vorgesehen. Hier war Zar Nikolaus II. mit seiner Familie 1918 ermordet worden. Der letzte Zar Russlands wird in der orthodoxen Kirche Russlands als Heiliger verehrt. (apic/rv) (NL Radio Vatikan, 27.07.2009).
24.07.2009 Georgien:
Um Familien in Georgien zu mehr Kindern zu ermuntern, hat sich der 76-jährige orthodoxe Patriarch Ilia II. zu einer außergewöhnlichen Aktion entschlossen. Das Kirchenoberhaupt hatte versprochen, jedes dritte und weitere Kind einer orthodoxen Familie persönlich zu taufen und sein Pate zu werden. Nach Medienberichten führt das Gesundheitsministerium Georgiens einen Anstieg der Geburten um über 7.000 auf das Versprechen des Patriarchen zurück. Bisher spendete Ilia II. bei sieben Massenveranstaltungen die Taufe an insgesamt mehr als 3.000 Babys, so die Berichte weiter. (pm) (NL Radio Vatikan, 24.07.2009).
13.07.2009 Türkei:
Die Seelsorge für russisch-orthodoxe Gläubige in der Türkei soll ausgebaut werden. Das hat der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. während seines jüngsten Türkeibesuches zugesichert, wie ein Sprecher des Patriarchats jetzt vor Journalisten sagte. Erdogan wolle sich „persönlich dafür einsetzen“, dass die russisch-orthodoxe Seelsorge in der Türkei ausgebaut werden kann. Bei seinem Treffen mit dem türkischen Regierungschef habe Kyrill auf die rund zwei Millionen russischer Touristen verwiesen, die jährlich die Türkei besuchten. Zudem lebten zahlreiche Arbeitsmigranten aus Russland und der Ukraine in der Türkei. Der Moskauer Patriarch war in der vergangenen Woche zum Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in die Türkei gereist. Bei dem Treffen wurden auch zwischenkirchliche Vereinbarungen über die Seelsorge für die russischsprachigen Gläubigen in dem Land getroffen. Demnach ist das Ökumenische Patriarchat für die Seelsorge für alle orthodoxen Christen in der Türkei zuständig; das Moskauer Patriarchat wird aber russischsprachige Priester zur Verfügung stellen und sich auch an der Restaurierung von Kirchen beteiligen. Als erster Schritt soll ein in St. Petersburg ausgebildeter Theologe als Seelsorger in den Großraum Antalya entsandt werden. (kap) (NL Radio Vatikan, 13.07.2009).
08.07.2009 Istanbul: Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., traf mit dem Oberhaupt der größten orthodoxen Landeskirche Patriarch Kirill I. von Moskau in Istanbul am 4. Juli zusammen
Von P. Sebastian Hacker
Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios, traf mit dem Oberhaupt der größten orthodoxen Landeskirche, Patriarch Kirill von Moskau, in Istanbul am 4. Juli 2009 zusammen. Das offene Zugehen aufeinander ist bemerkenswert, war es doch in den letzten Jahren immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und Moskau gekommen: wegen der Kirche in Estland, in der Ukraine und in der Diasporaseelsorge.
Der Phanar liegt in Istanbul, in einer rein muslimischen Umgebung. Das griechische Wort "Φανάρι" (Fanári) bedeutet "Leuchter". Heute ist er Sitz des Ökumenischen Patriarchen, des Ehrenoberhauptes der Orthodoxie. Seine Position ist nicht mit der Stellung des römischen Papstes vergleichbar, sondern hat durch das in der Orthodoxie besonders betonte Prinzip der Synodalität vermittelnden Charakter.
Patriarch Kirill ist in seiner Funktion als Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche das erste Mal in Konstantinopel, der "Mutterkirche" (Patr. Bartholomaios) der Russischen Kirche. Er wird von einer Delegation seiner engsten Mitarbeiter begleitet, darunter der Leiter des Außenamtes Erzbischof Ilarion von Volokolamsk und Bischof Sergij von Solnečnogorsk, Leiter des adminstrativen Sekretariats des Patriarchats. Es ist auch sein erster Besuch in einer der orthodoxen Landeskirchen.
Patriarch Bartholomaios ging in seiner Begrüßung im Thronsaal des Patriarchats von Konstantinopel auf die langjährige Bekanntschaft mit Patriarch Kirill noch vor dessen Wahl zum Patriarchen von Moskau und seinen wiederholten Besuchen im Phanar, auf seine Fähigkeiten in der Lösung schwieriger Fragen und theologische Kompetenz ein. Er erinnerte daran, dass genau vor 420 Jahren Patriarch Jeremias II. von Konstantinopel den Hl. Iov, den Moskauer Metropoliten, in den Rang eines Patriarchen erhob. Damit war die autokephale orthodoxe Landeskirche in Russland offiziell anerkannt worden. Bartholomaios sprach die Krise der modernen Welt an: den geistlichen, moralischen und finanziellen Aspekt. Obwohl der militante Atheismus verschwunden sei, blühe der praktische Atheismus der Selbstgenügsamkeit. In der Welt von heute seien vielfach Gewalt, Missbrauch und Abhängigkeiten gegenwärtig. Statt überzeugend gemeinsam aufzutreten, stünden die Christen durch Spaltungen gegeneinander. Das betreffe nicht nur die Christenheit als Ganze, sondern auch die Beziehungen innerhalb der Orthodoxie. Er unterstrich in diesem Prozess der Einigung die Bedeutung der laufenden Vorbereitungen für ein gesamtorthodoxes Konzil.
Patriarch Kirill erinnerte in seiner Antwort an die gemeinsame Geschichte, die Taufe der hl. Olga, der Großmutter des russischen Fürsten Vladimir, die Gesandten ihres Enkels, die voller Begeisterung über die Liturgie in Konstantinopel nach Kiev zurückgekehrt waren. Er unterstütze die Auffordung von Patriarch Bartholomaios beim Treffen der Oberhäupter der Landeskirchen in Konstantinopel 2008, sich der Einheit der Kirche bewusst zu werden und als Eine Kirche zu handeln. Er betonte die freundschaftliche Beziehung, die er zu Patriarch Bartholomaios unterhält, und die positive Wendung in den Beziehungen zwischen den Patriarchaten.
Patriarch Kirill nahm an einer Führung durch die Hagia Sophia teil, die bis zum Bau des Petersdoms die größte Kirche der Christenheit war und seit 1935 Museum des türkischen Staates ist.
Die Verhandlungen zwischen den Patriarchen Kirill und Bartholomaios verliefen laut Pressedienst des Moskauer Patriarchats in konstruktiver Atmosphäre. Dabei wurden einerseits die intensivierten Vorbereitungen für das Panorhodoxe Konzil bestätigt, so wie es im Oktober 2008 von den Oberhäuptern der Landeskirchen beschlossen worden war. Das Gespräch zwischen den Patriarchen Kirill und Bartholomaios behandelte auch die Frage der Seelsorge unter den 2 Millionen russischen Touristen und Pilgern, die im Sommer die Türkei besuchen, und den Zehntausenden von russischsprachigen Gläubigen, die ihren ständigen Wohnsitz in der Türkei haben. Die Seelsorge betreffe besonders die religionsverschiedenen Ehen und müsse gemeinsam bewältigt werden, da sich die erwähnten Gläubigen russischen Ursprungs auf dem kanonischen Territorium des Patriarchats von Konstantinopel befinden.
In der St.-Georgskathedrale feierten die Patriarchen Bartholomaios und Kirill gemeinsam und in Konzelebration mit Bischöfen der beiden Patriarchate die Sonntagsliturgie. In diesem Gottesdienst weihte Patriarch Bartholomaios einen Absolventen der St. Petersburger Geistlichen Akademie zum Priester. Patriarch Bartholomaios maß in seiner Predigt dem Besuch von Patriarch Kirill symbolische und ekklesiologische Bedeutung zu, da die gemeinsame Feier der Göttlichen Liturgie "der höchste Ausdruck unserer Einheit ist". Patriarch Kirill erinnerte in seiner Ansprache an den geistlichen Reichtum, den die russische Kirche im Mönchtum, in der Kunst, Musik und im Schrifttum von der Kirche Konstantinopels übernommen hatte.
Am 6. Juli weihte Patriarch Kirill die nach der bolschewistischen Revolution zweckentfremdete, nun aber renovierte Kapelle der Hll. Konstantin und Helena in der Sommerresidenz des Generalkonsuls der Russischen Föderation in der Nähe von Istanbul ein. In der Kapelle beteten mit dem russischen Patriarchen auch Patriarch Bartholomaios und Metropolit Staikos von Austria, ein Zeichen des brüderlichen Miteinanders der Landeskirchen, wie die Patriarchen betonten, zur Bewahrung und Weitergabe des Glaubens an die nächsten Generationen. (kath.net/univie, 07.07.2009).
03.07.2009 Moskau/Istanbul: Patriarch Kyrill weiht restaurierte russische Kirche

(KAP) Der Moskauer Patriarch Kyrill I. beginnt am Samstag [04.07.2009] seinen bis Montag dauernden Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul. Höhepunkte des Besuchs sind eine gemeinsame Festliturgie der Patriarchen in der Georgskathedrale im Phanar am Sonntag und die Weihe der restaurierten russischen St. Konstantin- und St. Helena-Kirche in Büyükdere am Bosporus, wo sich auch die Sommerresidenz des russischen Konsuls befindet. Details des Programms wurden am Donnerstag von der Moskauer Agentur "Interfax" bekanntgegeben.
Demnach findet am Sonntagabend auch ein großes Konzert des Moskauer Sretenskykloster-Chores in Anwesenheit beider Patriarchen in der heute als Konzertsaal verwendeten Hagia-Eirene-Kirche beim Topkapi-Palast statt. Weiters besucht der Moskauer Patriarch die Hagia Sophia und die Vertretung der türkischen Regierung in Istanbul. Auch ein Treffen mit der auslandsrussischen Gemeinschaft der Türkei ist vorgesehen.
Nach der Ordnung der orthodoxen Kirchen statten neu gewählte Patriarchen ihren ersten Auslandsbesuch jeweils dem Ökumenischen Patriarchen im Phanar ab. Das Verhältnis zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und von Moskau ist seit längerer Zeit belastet. Sowohl nach der Russischen Revolution 1917 als auch nach der "Wende" 1989 wurden in den aus dem Russischen Reich beziehungsweise aus der Sowjetunion herausgebrochenen Nationalstaaten in Randlage orthodoxe Landeskirchen begründet, die sich dem Ökumenischen Patriarchat unterstellten. Zentraler Streitpunkt ist dabei die seit 1996 in zwei Kirchen zerbrochene Orthodoxie in Estland. (Kathweb-Nachrichten, 03.07.2009). -- Der Streit um die Jurisdiktion der Mutterkirchen ist inzwischen Thema der kommenden Panorthodoxen Synode. Erste Schritte wie die Errichtung orthodoxer Bischofskonferenzen in der Diaspora sind bereits erfolgt[GH].
29.06.2009 Istanbul/Phanar: Der Moskauer Patriarch Kyrill I. wird in den nächsten Tagen zu seinem Antrittsbesuch im Phanar in Konstantinopel erwartet. Das teilte der Ökumenische Patriarch, Bartholomaios I., am Sonntag in Antiochien bei den Feiern zum Abschluss des Paulusjahres mit. Einen konkreten Termin nannte er nicht. Beobachter rechnen mit einem Istanbul-Besuch Kyrills I. am 6. Juli. Nach der Ordnung der orthodoxen Kirche statten neu gewählte Patriarchen ihren ersten Auslandsbesuch jeweils dem Ökumenischen Patriarchen im Phanar ab. Das Verhältnis zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und von Moskau ist seit längerer Zeit belastet: Sowohl nach der Russischen Revolution 1917 als auch nach der Wende 1989 wurden in den aus dem Russischen Reich beziehungsweise aus der Sowjetunion entstandenen Nationalstaaten in Randlage orthodoxe Landeskirchen begründet, die sich dem Ökumenischen Patriarchat unterstellten. Dessen Sitz ist der Phanar in Istanbul, dem früheren Konstantinopel. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.06.2009).
29.06.2009 Türkei: Das griechisch-orthodoxe Priesterseminar und die Theologische Hochschule auf der Insel Chalki werden möglicherweise doch wieder geöffnet. Die türkische Regierung schließt den Schritt nicht aus, sagte Kulturminister Ertugrul Gunay in einem Interview mit der türkischen Tageszeitung „Milliyet“. Zwar passe die Einrichtung auf Chalki nicht in das türkische Universitätssystem, aber man werde eine „entsprechende Formel“ finden, so der Minister. Es gebe keine politischen Probleme mehr. – Die türkischen Behörden hatten Seminar und Fakultät 1971 im Zuge eines Verbotes privater Hochschulen in der Türkei geschlossen. Chalki war zu jener Zeit eine der wichtigsten theologischen akademischen Einrichtungen der Weltorthodoxie. Inzwischen sind private Universitäten in der Türkei wieder erlaubt und verbreitet. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hält Chalki für grundlegend, um die Zukunft der Christen in der Türkei zu sichern. Weil das Priesterseminar des Patriarchats seit 1971 geschlossen ist, kann seither kein geistlicher Nachwuchs mehr in der Türkei ausgebildet werden. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.06.2009).
25.06.2009 Türkei:
Die Regierung in Ankara nennt Forderungen für die Wiedereröffnung der Theologischen Hochschule und des Priesterseminars auf der Insel Chalki. Die Bildungsstätte gehört dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Die Türkei möchte die Wiedereröffnung der Hochschule mit dem Wunsch nach „besserer Behandlung“ der türkischen Minderheit im griechischen Westthrazien verknüpfen. Zwar gebe es zwischen beiden Problemen keine direkte Wechselwirkung, sagte der türkische EU-Minister Egemen Bagis am Donnerstag in Brüssel. Allerdings wäre es gut, wenn beide Fragen gleichzeitig gelöst werden könnten. – Die türkischen Behörden hatten das Priesterseminar und die Theologische Hochschule Chalki 1971 im Zuge eines Verbots privater Hochschulen in der Türkei geschlossen. Die Wiedereröffnung von Seminar und Hochschule zählt zu den Forderungen der Europäischen Union an die Türkei. (kap) (NL Radio Vatikan, 25.06.2009).
16.06.2009 Österreich:
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel I. Ciobotea ist in Wien. Dort traf er sich am Montagnachmittag zu einem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer. Die Österreich-Visite ist Daniels erste Auslandsreise nach seinem Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., Anfang Juni. Eigentlicher Anlass des Österreich-Besuchs war die Weihe der beiden neuen rumänisch-orthodoxen Gotteshäuser in Wien und Salzburg am Wochenende. Er sei dankbar, dass diese beiden Kirchen von den hier lebenden rumänisch-orthodoxen Gläubigen mit Hilfe auch vieler Österreicher errichtet werden konnten, betonte der Patriarch. In Österreich leben rund 500.000 orthodoxe Christen (die damit die zweitgrößte Religionsgemeinschaft im Land sind). (kap)(NL Radio Vatikan, 16.06.2009).
02.06.2009 Genf-Istanbul: Nach 20 Jahren Pause neuer Anlauf für Panorthodoxes Konzil
Nach einem Unterbruch von mehr als zwanzig Jahren werden die Vorbereitungen für ein Panorthodoxes Konzil wieder aufgenommen. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel wird vom 6. bis 13. Juni im Orthodoxen Zentrum des Ökumenischen Patriarchats in Chambesy bei Genf eine vorkonziliare panorthodoxe Konferenz abhalten.
Die Vorbereitungen für ein panorthodoxes Konzil, in orthodoxen Kreisen auch "Heiliges und Grosses Konzil der Orthodoxie" genannt, begannen bereits in den siebziger Jahren, wurden jedoch in den neunziger Jahren wieder ausgesetzt. Die dritte und bislang letzte Konferenz dieser Art fand 1986 ebenfalls im schweizerischen Chambesy statt.
Hauptursache für die lange Unterbrechung ist die Auseinandersetzungen zwischen den orthodoxen Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel, bei denen es vor allem um die jurisdiktionelle Zugehörigkeit der orthodoxen Landeskirchen in einzelnen Nachfolgestaaten der Sowjetunion wie Estland oder der Ukraine ging. Erst im Oktober 2008 machte ein Treffen aller orthodoxen Kirchenoberhäupter in Istanbul den Weg frei für die Wiederaufnahme der Vorbereitungen für ein gesamtorthodoxes Konzil. Dieses Konzil sollte - ähnlich wie das Zweite Vatikanische Konzil für den Bereich der römisch-katholischen Kirche - auch in der Orthodoxie ein "Aggiornamento", eine "Verheutigung" des kirchlichen Lebens herbeiführen. Eines der heikelsten Probleme ist dabei die Organisation des kirchlichen Lebens in der heute weltweiten orthodoxen Diaspora.
Die orthodoxen Kirchen verstehen sich als die ursprüngliche christliche Kirche, von der sich alle übrigen Kirchen im Laufe der Geschichte abgespalten bzw. entfernt haben, so auch die römisch-katholische Kirche. Daher verstehen sich die orthodoxen Kirchen auch als geistliche Heimat aller Christen in ihren jeweiligen Gebieten und sehen mit Befremden auf die zahlreichen evangelischen Konfessionen, insbesondere, wenn diese auf dem eigenen Gebiet Parallelkirchen eröffnen. Auch für die Errichtung von papsttreuen Parallelkirchen (Unierte Kirchen) und neuerdings von (lateinischen) katholischen Bistümern in orthodoxen Ländern herrscht wenig Verständnis. Vor allem die russisch-orthodoxe Kirche verteidigt ihr kanonisches Territorium und wirft der römisch-katholischen Kirche Proselytismus vor. Aus katholischer Perspektive gesehen wird hingegen auf Anhänger der römischen Kirche Druck ausgeübt, damit sie sich der Orthodoxie zuwenden.
Die orthodoxen Kirchen betonen den Wert der Einheit des Christentums, fast alle von ihnen haben sich dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) angeschlossen und führen einen ökumenischen Dialog zwecks Annäherung mit der römisch-katholischen, den altkatholischen, den anglikanischen, und den anderen orientalischen Kirchen. Sie lehnen es andererseits ab, sich durch Mehrheitsbeschluss Werte und Praktiken aufzwingen zu lassen, die nicht ihren Traditionen entsprechen (beispielsweise von einer Priesterin geleiteter Gemeinschaftsgottesdienst, gemeinsame Eucharistie, inklusive Sprache in Liturgie, Befreiungstheologie). (APD Adventistischer Presedienst 02.06.2009).
27.05.2009 Schweiz: Nach mehr als 20 Jahren Unterbrechung werden die Vorbereitungen für ein Panorthodoxes Konzil wieder aufgenommen. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hat für den 6. bis 13. Juni eine vorkonziliare panorthodoxe Konferenz im schweizerischen Chambésy einberufen. Hintergrund der langen Unterbrechung sind die Auseinandersetzungen zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel, bei denen es vor allem um die Zugehörigkeit der orthodoxen Landeskirchen in einzelnen Nachfolgestaaten der Sowjetunion ging. Dieses Konzil soll, ähnlich wie das Zweite Vatikanische Konzil für die Katholiken, eine „Verheutigung“ des kirchlichen Lebens herbeiführen. (kap) (NL Radio Vatikan, 27.05.2009).
10.04.2009 Griechenland: In mehreren orthodoxen Gotteshäusern des Landes haben Anarchisten Brandsätze gelegt. Das berichteten Nachrichtenagenturen an diesem Freitag. Von den Anschlägen betroffen seien die orthodoxe Kathedrale in Athen, die orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im Hafen von Piräus und die beiden Zentralkirchen Hagia Sofia und Hagios Dimitrios in der nördlichen Stadt Thessaloniki. Allerdings sei lediglich einer der Brandsätze in der orthodoxen Kirche in Piräus explodiert. Größere Schäden seien nicht entstanden. Die anderen Brandsätze seien von der Polizei entschärft worden. Den Berichten zufolge waren den Angriffen mehrere telefonische Warnungen bei der Polizei und den örtlichen Medien vorausgegangen. Zu den Anschlägen bekannte sich im Internet die Gruppe „Nihilist Faction“. (ap) (NLN Radio Vatikan, 10.04.2009).
07.04.2009 Türkei: Obama trifft Bartholomaios
US-Präsident Barack Obama ist an diesem Dienstag in Istanbul mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., zusammengetroffen. Damit würdigte der Präsident demonstrativ die universalkirchliche Rolle des Ökumenischen Patriarchen als Oberhaupt der orthodoxen Christenheit. - Die Regierung in Ankara verweigert Bartholomaios I. nach wie vor diese Anerkennung und behandelt ihn lediglich als Oberhaupt der orthodoxen Christen in der Türkei (mit Ausnahme des einstigen Sandschaks von Alexandrette).
Bei dem Treffen ging es türkischen Medienberichten zufolge unter anderem um das Priesterseminar und die Theologische Hochschule des Patriarchats von Konstantinopel auf der Prinzeninsel Chalki. Diese Einrichtung hatte der türkische Staat vor 38 Jahren geschlossen. Eine Wiedereröffnung wurde bisher stets abgelehnt. Da das Patriarchat seitdem keine Priester mehr ausbilden kann, steht es vor einer ungewissen Zukunft.
Schon am Vortag hatte Obama vor dem türkischen Parlament in Ankara die Wiedereröffnung von Seminar und Hochschule gefordert. „Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit führen zu einer starken Zivilgesellschaft, die den Staat nur stärken kann“, sagte er in seiner Rede: „Deshalb würden Schritte wie die Wiedereröffnung des Chalki-Seminars ein wichtiges Signal in der Türkei und darüber hinaus sein“.
Die anderen in Istanbul ansässigen Religionsführer - den Großmufti Mustafa Çağrıcı, den Oberrabbiner Ishak Haleva, den syrisch-orthodoxen Metropoliten Yusuf Cetin und den armenisch-apostolischen Erzbischof Aram Atesyan (in Vertretung des schwerkranken armenischen Patriarchen von Konstantinopel, Mesrop Mutafyan) - empfing Obama in einer gemeinsamen Runde. (kap/dr)(NL Radio Vatikan, 07.04.2009).
01.04.2009 Russland/Österreich: Hilarion neuer orthodoxer „Außenminister“

Der russisch-orthodoxe Bischof von Wien und ganz Österreich, Hilarion Alfejew, wird neuer „Außenminister“ des Moskauer Patriarchats. Das beschloss der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche am Dienstag. Hilarion wird als neuer Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats Nachfolger des neuen Patriarchen Kyrill. Sein Nachfolger in Wien wird Bischof Mark Golowkow von Jegorjewsk; Alfejew wird künftig allgemein für die Diözesen, Pfarreien und Institutionen des Moskauer Patriarchats im Ausland zuständig sein. Die Nachfolge von Bischof Hilarion in seiner Eigenschaft als Leiter der Vertretung des Moskauer Patriarchats bei den EU-Institutionen in Brüssel übernimmt der Priester Antonij Iljin.
Der neue Außenamtsleiter Bischof Hilarion ist Jahrgang 1966. Er studierte zunächst am Moskauer Musik-Konservatorium; in den letzten Jahren ist der Bischof auch als Komponist großer sakraler Werke hervorgetreten, unter anderem. einer „Matthäus-Passion“ und eines „Weihnachtsoratoriums“. 1987 trat er in der litauischen Hauptstadt Vilnius ins Kloster ein und studierte anschließend Theologie in Sergijew Posad. Von 1993 bis 1995 studierte er in Oxford, wo er auch sein Doktorat in Philosophie erwarb; 1999 folgte ein theologisches Doktorat in Paris. Er habilitierte sich 2005 im Fach Dogmatik an der katholischen Universität Fribourg, wo er seither auch als Privatdozent wirkt. Von 1995 bis 2002 war Hilarion Pfarrseelsorger im Moskauer Gebiet und lehrte zugleich Patristik an den Seminaren in Kaluga und Smolensk. Von 1997 bis 2002 war er auch Leiter der Abteilung für zwischenkirchliche Beziehungen im Außenamt des Moskauer Patriarchats; in dieser Eigenschaft begleitete er Kardinal Christoph Schönborn während dessen Russland-Besuchs auf Einladung von Patriarch Alexij II. im September 1997.
Am 14. Januar 2002 wurde Hilarion Alfejew zum Bischof ernannt und wirkte zunächst als Vikarbischof des Londoner russisch-orthodoxen Metropoliten Anthony (Bloom). Im Juli 2002 wurde er zum Titularbischof von Podolsk und Leiter der Ständigen Delegation des Moskauer Patriarchats bei der Europäischen Union ernannt. Am 8. Mai 2003 ernannte ihn der Heilige Synod zum Bischof von Wien und Österreich. Er löste Bischof Pawel (Ponomarjow) ab, der Erzbischof von Rjasan wurde. Als neuer Leiter des Außenamtes zählt Bischof Hilarion jetzt zu den ständigen Mitgliedern des Heiligen Synods.
Im ökumenischen Dialog ist Bischof Hilarion seit langem engagiert. Seit vielen Jahren ist er mit der Wiener Stiftung „Pro Oriente“ verbunden, er gehört der offiziellen Internationalen Kommission für den Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche an und ist Mitglied des Zentralkomitees und des Exekutivausschusses des Weltkirchenrates sowie des Präsidiums der Weltkirchenrats-Kommission für Glaube und Kirchenverfassung. (rv/kap) (NL RadioVatikan, 01.04.2009).
31.03.2009 Vereinigte Staaten/Türkei:
US-Präsident Barack Obama wird im Rahmen seines Istanbul-Besuchs am 6. und 7. April auch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zusammentreffen. Außerdem hat Obama Bartholomaios I. für den 3. November zu einem Gegenbesuch im Weißen Haus eingeladen. Obama solle sich vor allem mit drei Themen beschäftigen: „Anerkennung der weltkirchlichen Funktion des Ökumenischen Patriarchats“, „Teilung Zyperns“ und „Namensstreit um Mazedonien“. Das sei der Wunsch der Orthodoxie und der griechischen Gemeinschaft in den USA, berichtete die griechische Online-Agentur „Ekathimerini.com“ am Montag. Anlass für den Besuch Obamas in der Bosporus-Metropole ist die für 6. und 7. April anberaumte Konferenz der „Allianz der Zivilisationen“. Das vom spanischen Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero und seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan ins Leben gerufene Forum bemüht sich um eine Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt. (kap) (NL Radio Vatikan, 31.03.2009).
23.03.2009 Zypern: Vorbereitungskomission für Panorthodoxe Synode tagt im Juni
(KAP) Die Vorbereitung der geplanten gemeinsamen Synode ("Konzils") der orthodoxen Kirchen schreitet fort. Mit der großen Kirchenversammlung will das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die Spannungen innerhalb der orthodoxen Kirchen überwinden. Wie der Sprecher des Patriarchats, Dositheos Anagnostopoulos, am Montag in Istanbul bestätigte, sind noch für dieses Jahr zwei Vorbereitungstreffen geplant, um die theologischen Weichen zu stellen. Die erste Konferenz soll voraussichtlich im Juni auf Zypern tagen, die zweite im Dezember an einem noch offenen Ort.
Für seine Initiative hatte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. im Oktober die Unterstützung aller orthodoxen Patriarchen und Erzbischöfe der selbstständigen Nationalkirchen erhalten. Dazu gehörte auch das Moskauer Patriarchat.
Ziel der panorthodoxen Synode werde es sein, bestehende Differenzen auszuräumen, hieß es. Dazu zählen politische Probleme wie die Anerkennung orthodoxer Kirchen, die zuletzt zum Streit zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel um die Kirche von Estland geführt hatten, technische Fragen wie die Angleichung der Termine für Weihnachten und Ostern zwischen allen orthodoxen Kirchen sowie einzelne theologische Fragen. Auch um das Verhältnis der Orthodoxie zu anderen Kirchen und um die Ökumene dürfte es auf der Versammlung gehen.
"Fernfernziel" seien Gespräche mit der katholischen Kirche und den übrigen westlichen Kirchen über eine Überwindung der 1.000-jährigen Kirchenspaltung, so der Sprecher des Ökumenischen Patriarchats: "Wenn die Panorthodoxe Synode steht und die inneren Probleme der Orthodoxie gelöst hat, dann haben wir eine solide Basis, damit wir in einen Einigungsprozess hineingehen können". Zwar seien die Probleme aus der jahrhundertelangen Trennung zwischen Ost- und Westkirche nicht in "9 oder 19 Jahren" zu lösen. "Aber ich glaube nicht, dass wir noch 1.000 Jahre warten, bis wir wieder eine Kirche sind", sagte Anagnostopoulos. (ende) (KAP 23.03.,2009).
04.03.3009 Russland: Patriarch nimmt kirchliche Außenpolitik in eigene Hand
Der neue russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. setzt neue Akzente in der kirchlichen Führung: Seinen Schwerpunkt legt er offenbar auf die Beziehung zum Ausland. So empfing er jüngst einen Schweizer Minister. Weitere Treffen mit politischen und kirchlichen Vertretern sind geplant.
In Moskau ist das lange und gespannte Warten auf den Nachfolger des neuen russischen Patriarchen Kyrill I. in seinem bisherigen Amt als mächtiger Leiter der kirchlichen Außenbeziehungen nun zu Ende. Am Patriarchensitz, dem Daniels-Kloster in Moskau, sind die Würfel gefallen: Es wird keinen Nachfolger des heutigen Patriarchen von Moskau und ganz Russland an der Spitze des kirchlichen Außenamtes geben. Keiner der Favoriten, weder der auf interorthodoxe Fragen spezialisierte Bischof Mark Golowkow von Jegorevsk bei Moskau noch der katholikenfreundliche Ilarion Alfejew haben das Rennen gemacht. Patriarch Kyrill I. wird dieses wichtige Amt selbst behalten und nur die Leiter der beiden Abteilungen interorthodoxe und zwischenchristliche Beziehungen aufwerten.
Inzwischen wurde auch bekannt, dass der neue Ersthierarch der Russischen Orthodoxen Kirche seine erste Auslandsreise demnächst in die Ukraine machen wird. Er will sich bemühen, die dort in drei orthodoxe und die griechisch-katholische Jurisdiktion aufgespaltene Ostkirche unter Moskauer Führung zu einen. Zwar hat Kyrill noch als Chef der kirchlichen russischen Außenpolitik einen Vorschlag des griechisch-katholischen Kirchenoberhaupts Lubomir Husar zurückgewiesen, der auf eine gleichzeitige Kirchengemeinschaft der Ukrainer mit Rom, Konstantinopel und Moskau hinauslief. Doch bleibt in Kiew kirchenpolitisch alles weiter in Bewegung, weshalb der Besuch des russischen Patriarchen dort mit Spannung erwartet wird. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 04.03.2009).
10.02.2009 Ukraine:
Ukraine will den Dialog mit dem russischen Patriarchen zur Wiederherstellung einer ukrainischen Orthodoxie.
Juschtschenko zielt auf die Schaffung einer einheitlichen orthodoxen Landeskirche.
Der ukrainische Staat ist an der Schaffung einer einheitlichen orthodoxen Landeskirche in der Ukraine interessiert. Das betonte der Präsident der Ukraine Wiktor Juschtschenko im Telefonat mit dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche Kirill I. Davon berichtet die offizielle Internetseite des Staatsoberhauptes der Ukraine. Wiktor Juschtschenko gratulierte Kirill zu seinem Amtsantritt als Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche. Der Präsident Juschtschenko schlug diesbezüglich einen Dialog zur Überwindung der aktuellen Spaltung der Orthodoxie in der Ukraine vor. Bekanntlich gibt es in der Ukraine derzeit drei orthodoxe Kirchen: Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats und die Ukrainische Autokephale Kirche. (Ukrainske Radio, 10.02.2009). [Hinzu kommt noch die zahlenmäßig bedeutende Griechisch-Katholische Ukrainische Kirche, die in Gemeinschaft mit Rom steht. GH].
05.02.2009 Russland/Montenegro:
Der neue russische Patriarch Kyrill I. hat sich für die Einheit der serbisch-orthodoxen Kirche auch in Montenegro ausgesprochen. Dies sagte der Patriarch bei einem Treffen mit dem montenegrinischen Metropoliten Amfilohije, der den erkrankten serbischen Patriarchen Pavle vertritt. Politische Gruppierungen in Montenegro unterstützen die kirchliche Spaltung, weil sie ihrer Ansicht nach den Interessen des jungen Staates förderlich ist. Die Kirche von Montenegro hatte im Jahr 1855 vom Ökumenischen Patriarchat die Selbständigkeit verliehen bekommen. Nach der Vereinigung mit Serbien 1920 war die montenegrinische Kirche aber wieder in die serbisch-orthodoxe Kirche integriert worden. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatte 1993 Serbien und Montenegro besucht und das Schisma eines Teils des montenegrinischen Klerus nach dem Zerfall Jugoslawiens missbilligt. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.02.2009).
03.02.2009 Moskau: Patriarch Kyrill will sich in Istanbul mit dem Patriarchen von Konstantinopel treffen
Der neugewählte Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kyrill, hat die Einladung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus von Konstantinopel dankend angenommen und will Istanbul besuchen. Der Besuchstermin wurde noch nicht besprochen.
Die Einladung wurde Patriarch Kyrill vom Erzbischof Irenäos von Kreta am Dienstag übergeben. Eine Delegation des ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel weilt anlässlich der Wahl und Inthronisierung des neuen Oberhaupts der Russisch-Orthodoxen Kirche zurzeit in Moskau.
"Ich werde unbedingt Konstantinopel besuchen, um beim brüderlichen Umgang mit seiner Hochheiligkeit, dem Patriarchen Bartholomäus, gemeinsam die Wege zum Dialog zwischen unseren Kirchen abzustecken", sagte der am 1. Februar inthronisierte Patriarch Kyrill am Dienstag. Ihm zufolge war dieser Dialog in der jüngsten Zeit besonders rege.
Das letzte Mal hatte Kyrill Istanbul noch als Metropolit von Smolensk und Kaliningrad sowie als Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats besucht, um den Gipfel der Orthodoxen Landeskirchen der Welt im Oktober 2008 in Istanbul vorzubereiten.
Patriarch Kyrill teilte Erzbischof Irenäos mit, dass er während des damaligen Besuchs ein sehr wichtiges Gespräch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus geführt habe.
In einem Gespräch mit Journalisten, das vor dem Treffen des Erzbischofs Irenäos von Kreta mit Patriarch Kyrill stattgefunden hatte, brachte der Erzbischof im Namen des Patriarchen Bartholomäus die Hoffnung auf Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchen zum Ausdruck. (RIA Novosti, 03.02.2009).
01.02.2009 Russland:
Der neue orthodoxe Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kyrill I., ist am Sonntag in sein Amt eingeführt worden. An der Feier in der Erlöserkathedrale am Roten Platz nahmen etwa 4.000 Menschen teil. Unter ihnen waren die führenden Politiker Dmitri Medvedev und Vladimir Putin. Aus dem Vatikan war Kurienkardinal Walter Kasper gekommen. Die Amtseinführung Kyrills wurde im russischen Fernsehen live übertragen. Das erste russische Landeskonzil seit Ende der Sowjetunion hatte den früheren Metropoliten von Smolensk am letzten Dienstag zum Nachfolger des verstorbenen Patriarchen Alexei II. gewählt. Damit führt der 62-jährige Kyrill die größte Nationalkirche innerhalb der orthodoxen Weltgemeinschaft. Zum Ritus gehörte an diesem Sonntag, dass Kyrill dreimal feierlich auf seinem Patriarchenthron Platz nahm. In Russland bezeichnen sich drei Viertel der Bevölkerung als orthodox. - In seiner Dankesrede rief das neue Kirchenoberhaupt die orthodoxen Schwesterkirchen zur Einheit auf. Die Ökumene mit den Katholiken und den Kirchen der Reformation erwähnte er nicht. Kyrill betonte lediglich, die „kanonischen Grenzen“ der russisch-orthodoxen Kirche müssten geschützt werden. Der Vatikan hatte vor einigen Jahren auf dem Gebiet der Ex-Sowjetunion vier katholische Bistümer gegründet. Das Moskauer Patriarchat wirft dem Vatikan vor, Gläubige abwerben zu wollen. – Präsident Medwedjew sprach von einem „großen Ereignis im Leben der orthodoxen Völker“. Er erwarte eine neue Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche in Russland. (ap/kna) (NL Radio Vatikan, 01.02.2009).
Zur Wahl erschien ein interessanter Überblicks-Artikel von Diethild Treffert in der TAGESPOST
Kyrill im Gespräch mit Präsident Medwedew
29.01.2009 Moskau: Manfred Quiring: Weltgewandter Kreml-Favorit Kirill wird 16. Patriarch
Kirill, Metropolit von Smolensk und Kaliningrad, wird am Sonntag in sein Amt als 16. Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche eingeführt. Er hatte die geheime Abstimmung auf dem Landeskonzil in Moskau am Dienstag mit großem Vorsprung gewonnen. 508 der 702 Teilnehmer des Konzils gaben ihm ihre Stimme. "Ich nehme an und danke dem Kirchenkonzil", sagte Kirill nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Bei der Verlesung des für ihn glänzenden Ergebnisses selbst verzog Kirill keine Miene, er dürfte die Kräfteverhältnisse vorab richtig eingeschätzt haben.
Dabei kam ihm die Tatsache entgegen, dass sein größter Widersacher in der Bewerbung um das Amt des Oberhaupts der orthodoxen Kirche, Filaret, Metropolit von Weißrussland, kurz vor dem entscheidenden Wahlgang aufgab und seine Anhänger aufforderte, ihre Stimme Kirill zu geben. Damit war aus der am Sonntag gewählten Bewerber-Troika ein Duo geworden, in dem Kliment, Metropolit von Kaluga, Borowsk und Verwaltungschef des Moskauer Patriarchats, keine realistische Chance hatte. Es siegte der weltgewandte, öffentlichen Auftritten nicht abgeneigte Kirill. Es siegte, wie in Russland üblich, der Favorit des Kreml, merkten die russischen Medien an.
Dass Kirill das Vertrauen der politischen Führung besitzt, wurde unmittelbar nach dem Ableben von Alexi II., dem 15. Patriarchen, am 5. Dezember 2008 deutlich. Als amtierendes Kirchenoberhaupt verging kein Tag, an dem das Staatsfernsehen Kirill nicht ausführlich ins Bild setzte. Die Teilnahme von Präsident Dmitri Medwedjew am Weihnachtsgottesdienst, der von Kirill zelebriert wurde, machte Gläubigen und Ungläubigen klar, wen der Kreml im höchsten Kirchenamt zu sehen wünscht. Dort weiß man sehr genau, dass die Wiedervereinigung der russisch-orthodoxen Kirche mit der seit 1926 getrennt agierenden orthodoxen Auslandskirche zwar in die Amtszeit von Alexi fiel, im Wesentlichen aber das Werk des für die internationalen Beziehungen zuständigen Kirill war. Die russische Führung begrüßte die Versöhnung, weil sie auch über die Kirche ihren Einfluss in der Welt ausbauen möchte.
Kirill wurde am 20. Januar 1946 in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, als Wladimir Gundjajew in die Familie eines Geistlichen geboren. Er besuchte - wie sein Amtsvorgänger Alexi - das Leningrader Geistliche Seminar. Nach seinem Abschluss im Jahr 1968 machte er eine zügige Karriere und wurde, noch nicht ganz 30-jährig, 1976 zum Metropoliten (Bischof) geweiht. Schon als junger Geistlicher durfte er zu internationalen Kirchenveranstaltungen reisen. 1971 wurde er Vertreter des Moskauer Patriarchats beim Weltkirchenrat in Genf. Nach und nach wuchs er in seine Rolle des "Außenministers" des Patriarchats hinein. Offiziell übernahm er das Außenamt 1989. (Die WELT Online, 29.01.2009). [Es war dies zweifellos die erste freie Wahl nach dem Ende der Sowjetunion, aber Kyrill gehört ebenso zweifellos noch zur "Alten Garde". GH].
28.01.2009 Im ersten Wahlgang gewählt
Der neue Patriarch von Moskau ist Kyrill I., bisher Metropolit von Smolensk und Kaliningrad und Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Das so genannte „Landeskonzil“ aus Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien wählte ihn am Dienstag abend in der Moskauer Erlöserkathedrale mit großer Mehrheit zum neuen Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche. Patriarch Kyrill (Gundyayev) tritt die Nachfolge des im Dezember verstorbenen Alexij II. (1990-2008) an. Die feierliche Amtseinführung des neuen Patriarchen ist für Sonntag, 1. Februar, vorgesehen. Vor der Erlöserkathedrale hatten tausende Menschen auf die Wahl des neuen Patriarchen gewartet. Die umliegenden Straßen waren für den Verkehr gesperrt. Die Glocken der Erlöserkathedrale gaben die Wahl des neuen Patriarchen mit 16 schweren Glockenschlägen bekannt.
Nach Angaben der Wahlkommission erhielt Kyrill 508 von 702 abgegebenen Stimmen. Metropolit Kliment (Kapalin), der Verwaltungschef des Patriarchats, kam auf 169 Stimmen. Unmittelbar vor der Wahl hatte der Metropolit von Minsk, Filaret (Wachromejew), seine Kandidatur zurückgezogen und zur Wahl Kyrills aufgerufen.
Der 62-jährige Kyrill wurde bereits im Vorfeld von vielen als Favorit gehandelt. Seit dem Tod von Alexij II. hatte er als Verweser das Moskauer Patriarchat geleitet. Es war die erste - und freie - Patriarchen-Wahl seit dem Ende der Sowjetunion. - Die russisch-orthodoxe Kirche ist mit 150-170 Millionen Mitgliedern die größte orthodoxe Nationalkirche. Kyrill betonte, dass ihr Patriarch ein schweres Kreuz zu tragen habe. „Ich nehme aus Ihren Händen diese Gnade Gottes an; ich bitte, meine menschlichen Schwächen zu verzeihen; ich bitte Sie um Ihre Hilfe beim Dienst für Gott. Beten Sie um Gottes Hilfe", sagte der neue Patriarch vor den Mitgliedern des Lokalkonzils. (kap) (Nach NL Radio Vatikan, 28.01.2009).
Vatikan: Glückwünsche an Kyrill – Dialog soll vertieft werden
Papst Benedikt XVI. hat dem neuen russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill gratuliert. Der 62-jährige Kyrill war beim Lokalkonzil in Moskau am Dienstag Nachmittag von den Delegierten des Moskauer Patriarchats aus mehr als 60 Ländern zum neuen Oberhaupt der größten orthodoxen Nationalkirche bestimmt worden. Er folgt dem im Dezember verstorbenen Patriarchen Alexij II. nach. Benedikt XVI. sagte am Ende der Generalaudienz (im ersten von drei Appellen):
„Mit Freude habe ich die Nachricht der Wahl Kyrills zum neuen Patriarchen von Moskau und ganz Russland empfangen. Mögen der Heilige Geist und die Gottesmutter über seinen neuen Dienst für die russisch-orthodoxe Kirche wachen.“
Als Vertreter des Vatikans reist der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper am Sonntag zu den Feierlichkeiten der Amtsübernahme nach Moskau. Derweil hat Benedikt XVI. dem neuen Patriarchen ein Glückwunsch-Telegramm geschickt. (rv) (NL Radio Vatikan, 28.01.200).
Kardinal Kasper: Neuer Patriarch, neue Phase im Dialog
Der Vatikan hat sich erfreut über die Wahl von Metropolit Kyrill zum neuen Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche gezeigt. „Wir sind froh, einen Patriarchen zu haben, mit dem wir seit vielen Jahren brüderliche Beziehungen unterhalten“, heißt es in einer Erklärung des für Ökumenefragen zuständigen vatikanischen Einheitsrates vom Mittwoch. Man hoffe, „den gemeinsamen Weg der Wiedervereinigung, den wir begonnen haben, fortzusetzen“. Der Vatikan biete stets seine Zusammenarbeit auf sozialer und kultureller Ebene und für die Festigung christlicher Werte an, doch der Dialog ziele immer „auf die Einheit aller Christen“, sagte der vatikanische Ökumeneminister Kardinal Walter Kasper an diesem Mittwoch gegenüber Radio Vatikan. (NL Radio Vatikan, 28.01.2009).
Einige Reaktionen auf Kyrills Wahl:
In Russland hat Staatspräsident Dmitri Medwedew dem neuen Patriarchen von Moskau und ganz Russland zu seiner Wahl gratuliert. In einem Telefonat habe er Kyrill die weitere Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche beim Aufbau moralischer Werte in der Gesellschaft angeboten, sagte eine Präsidentensprecherin laut russischen Medienberichten vom Mittwoch. Medwedew sei überzeugt, dass das neue Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche für ein gutes Auskommen zwischen den Religionen in Russland eintreten werde, wird die Sprecherin zitiert. Auch Ministerpräsident Wladimir Putin beglückwünschte Kyrill telefonisch. Das Moskauer Patriarchat zählt fast alle ehemaligen Sowjetrepubliken zu seinem "kanonischen" Territorium. 70 bis 80 Prozent der Russen gehören zur russisch-orthodoxen Kirche. (kna) (NL Radio Vatikan, 28.01.2009).
In Deutschland gratulierte der Vorsitzende der Bischofskonferenz dem neuen russischen Patriarchen. Kyrill übernehme das Amt in einer Zeit, in der die Kirche ihren festen Platz in der russischen Gesellschaft neu gefunden habe, erklärte Erzbischof Robert Zollitsch. Doch die Kirche in Russland spüre noch die Folgen der kommunistischen Herrschaft. Kyrill stehe damit vor der Herausforderung, das reiche innerkirchliche Leben zu konsolidieren. Er hoffe darauf, so Zollitsch, dass die Zusammenarbeit zwischen der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche in Zukunft noch enger werde. An der Inthronisationsfeier Kyrills am kommenden Sonntag in Moskau wird auch ein Vertreter der deutschen Bischofskonferenz teilnehmen. (pm) (NL Radio Vatikan, 28.01.2009).
„Kirche in Not“ hofft auf gute Zusammenarbeit mit dem neuen russischen Patriarchen. Das internationale katholische Hilfswerk begrüßte die Wahl von Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad. Der Präsident des Werkes, Pater Joaquín Alliende, erklärte, dass „Kirche in Not“ bereits seit vielen Jahren in einem „fruchtbaren Kontakt“ mit dem neuen Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche stehe. Er sei zuversichtlich, dass der Dialog zwischen der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche unter Patriarch Kyrill voranschreiten werde und sich die Zusammenarbeit intensivieren werde, um „gemeinsam den Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen, vor denen alle Christen stehen“. – Das Hilfswerk unterstützt die orthodoxe Kirche in Russland auf Wunsch Papst Johannes Pauls II. seit 1992. Papst Benedikt XVI. hatte 2007 in einer Privataudienz Vertretern von „Kirche in Not“ für ihren Einsatz für den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche gedankt und darin bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen. (pm) (NL Radio Vatikan, 28.01.2009).
27.01.2009 Moskau: Ein etwa 700köpfiges Wahlgremium hat heute erwartungsgemäß den Metropoliten von Smolensk und Kaliningrad, Kyrill I. (62), zum neuen Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) gewählt.
Zu dem Wahlgremium gehörten auch Laien. Die Kirchenordnung der Russisch-Orthodoxen inspiriert sich in vielem an der lutherischen Gemeinschaft in Deutschland.
Kyrill I. (Gundyayev) tritt die Nachfolge des im Dezember 2008 verstorbenen Patriarchen Alexij II. an.
Von den 702 Mitgliedern des Konzils stimmten über fünfhundert für Kyrill I. Der einzige Gegenkandidat, Metropolit Kliment (59) von Kaluga und Borowsk, erhielt 169 Stimmen.
Bisher war Kyrill als Metropolit von Smolensk und Kaliningrad der Leiter der Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten des Moskauer Patriarchats und auch zuständig für die ökumenischen Beziehungen.
Er trat in der Vergangenheit regelmäßig im russischen Staatsfernsehen auf und ist ein begabter Redner von großer Ausstrahlung.
Am kommenden Sonntag wird er als 16. Patriarch von Moskau und Oberhaupt der russischen orthodoxen Kirche in sein Amt eingeführt.
In der Eröffnungsrede des orthodoxen Konzils wandte sich Kyrill I. – vor seiner Wahl – gegen ökumenische Kompromisse in Glaubensfragen.
Die Gläubigen sollten protestantischem und katholischem angeblichen Proselytismus widerstehen – mahnte der Patriarch.
In Rußland sind neoprotestantische Gemeinschaften sehr aktiv und missionarisch. Dagegen bilden die Katholiken eine in sich gekehrte Kirche, die nach außen kaum missionarische Initiativen ergreift.
Ziel der Ökumene ist nach Kyrill I. nur der Kampf gegen das Verschwinden der Religion und die Verteidigung der Moral.
Das russische Fernsehen übertrug das bisher größte Landeskonzil der russischen Kirche live. Die Konzilsteilnehmer – Bischöfe, Priester, Mönche und auch Laien – reisten aus über sechzig Ländern an. Vier kamen aus Deutschland.
Nach der Wahl feierte Kyrill I. in der wiederaufgebauten Moskauer Erlöserkathedrale, wo die Delegierten zusammengetreten waren, die Göttliche Liturgie.
Zur russisch-orthodoxen Gemeinschaft gehören weltweit formell über 150 Millionen Gläubige. (Nach kreuz.net, 27.01.2009).
Kreuz.net gab seiner Nachricht die folgende, leider wohl berechtigte Überschrift und Einleitung:
"Kein Hoffnungsträger für Ökumeniker" "Der neue russisch-orthodoxe Patriarch will mit Katholiken höchstens vielleicht vor Abtreibungskliniken demonstrieren und den Atheisten die Stirne bieten – natürlich sofern die Katholiken das auch wollen."
Hoffentlich nimmt man die alte=neue Moskauer Realität endlich auch in Rom zur Kenntnis! [GH].
26.01.2009 Russland: Drei Kandidaten
Die russisch-orthodoxe Kirche hat das Verfahren für die Wahl des neuen Patriarchen von Moskau begonnen. Der Bischofsrat des Moskauer Patriarchats schlug am Sonntag drei Kandidaten für das Patriarchen-Amt vor: In geheimer Wahl wurden die Metropoliten Kyrill (Gundjajew) von Smolensk, Kliment (Kapalin) von Kaluga und Borowsk und Filaret (Wachromejew) von Minsk nominiert. Auf Kyrill entfielen 97 Stimmen, auf Kliment 32, auf Filaret 16. Der Nachfolger des im Dezember verstorbenen Patriarchen Alexij II. wird am kommenden Dienstag vom „Landeskonzil“ der russisch-orthodoxen Kirche gewählt. Am 1. Februar tritt der neue Patriarch sein Amt an. Alle drei Kandidaten gehören dem zwölfköpfigen Leitungsgremium der Kirche, dem Heiligen Synod, an. Metropolit Kyrill leitet seit 19 Jahren das kirchliche Außenamt des Moskauer Patriarchats. Metropolit Kliment ist Verwaltungschef des Patriarchats. Metropolit Filaret steht seit 30 Jahren an der Spitze der (heute autonomen) orthodoxen Kirche in Weißrussland. Die Mitglieder des Bischofsrates wählten die drei Anwärter aus 145 Bischöfen aus. In Frage kamen laut Statut nur Bischöfe, die mindestens 40 Jahre alt sind, Theologie studiert haben und Erfahrung in der Leitung einer Diözese haben. Es ist die erste Patriarchen-Wahl seit dem Ende der Sowjetunion. Die von den Diözesen entsandten Delegierten - je ein Geistlicher, ein Mönch und ein Laie - ließen sich meist keinem bestimmten Kandidaten zuordnen. Die Mehrheit der russischen Bevölkerung erwartet laut einer Meinungsumfrage die Wahl von Metropolit Kyrill. (kap) (NL Radio Vatikan, 26.01.2009).
25.01.2009 Russland:
Rund 200 Bischöfe der russisch-orthodoxen Kirche haben sich in Moskau versammelt, um zunächst drei Kandidaten für die Patriarchenwahl zu bestimmen. Dem Auftakt der Konferenz ist am Sonntagvormittag ein Gottesdienst in der Erlöser-Kathedrale vorausgegangen. In ihrem Gebet baten die kirchlichen Würdenträger, sie vor „Versuchungen und Konfrontationen“ zu bewahren. Am Dienstag beginnen dann Diskussionen und Abstimmungen des „Landeskonzils“ der russisch-orthodoxen Kirche: Über 700 Delegierte aus Russland, den ehemaligen Sowjetrepubliken und weiteren Ländern sollen den neuen Patriarchen von Moskau und ganz Russland wählen. Das bisherige Kirchenoberhaupt Alexij II. war am 5. Dezember im Alter von 79 Jahren gestorben. (ria novosti) (NL Radio Vatikan, 25.01.2009).
23.01.2009 Russland:
Der neue Moskauer Patriarch soll bereits Anfang nächster Woche gewählt werden. Der Bischofsrat des Moskauer Patriarchats (in dem alle Bischöfe und auch Laien vertreten sind) wird die Kandidaten für den Patriarchenstuhl am Sonntag bestimmen. Die Wahl ist für Dienstagnachmittag angesetzt, den ersten Tag des so genannten „Landeskonzils“. An der Versammlung nehmen insgesamt 711 Delegierte teil; sie kommen aus den 13 Nachfolgestaaten der Sowjetunion und weiteren 51 Staaten in aller Welt. Der Interimsleiter des Moskauer Patriarchats und mögliche Nachfolger des verstorbenen Alexij II., Metropolit Kyrill von Smolensk, betonte bei einem Gottesdienst dieser Tage, dass die Kirche immer den Verlockungen der Politik widersagen müsse. In den neunziger Jahren hätten Politiker die orthodoxe Kirche entweder zur Unterstützung oder Ablehnung bestimmter politischer Positionen veranlassen wollen. Die Kirche dürfe aber keine politische Position einnehmen. Kyrill wörtlich: „Wir dürfen den Leuten nicht sagen, was sie von uns erwarten, sondern wir müssen ihnen die Wahrheit Gottes sagen.“ (kap) (NL Radio Vatikan, 23.01.2009).
14.01.2009 Russland: Der zukünftige Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche wird durch geheime Wahl bestimmt. Dies bestätigte Metropolit Kyrill, der nach dem Tod Alexijs II. übergangsweise dessen Amtgeschäfte übernommen hat. Die für den 27. Januar angesetzte Synode soll den neuen Patriarchen aus drei Kandidaten in geheimer Abstimmung auswählen. Für die Synode in der Moskauer Erlöser-Kirche werden 700 Delegierte aus den über 150 Diözesen und den ausländischen Gemeinden erwartet. (asianews) (NL Radio Vatikan, 14.01.2009).
28.12.2008 Russland
In den russisch-orthodoxen Kirchen in aller Welt beten die Christen seit dem 25. Dezember täglich für die Wahl des neuen Patriarchen von Moskau. Der Heilige Synod des Moskauer Patriarchats hat ein besonderes Gebet für die Patriarchenwahl verfasst, das bei allen Gottesdiensten zur Anwendung kommen soll. In dem Gebet wird Gott angerufen, dass er die Mitglieder des Landeskonzils vor allen „Versuchungen und Spaltungen“ bewahren möge, damit der neue Patriarch „in Liebe und Harmonie“ gewählt werden kann. Die Wahl wird bei einem Landeskonzil erfolgen, das von 27. bis 29. Januar 2009 in der russischen Hauptstadt tagt. Der Verwalter des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kyrill von Smolensk, hat bei einem Gottesdienst in der Eliaskirche in Moskau neuerlich appelliert, keine „Techniken der säkularen Politik“ auf die Patriarchenwahl anzuwenden. „Menschliche Leidenschaften und Sünden sind die Quelle vieler Probleme. Es ist bekannt, wie viele Leidenschaften und Sünden bei politischen Wahlen an die Oberfläche kommen“, sagte der Metropolit. Eine der beliebtesten „Techniken der säkularen Politik“ sei es, Kandidaten „anzuschwärzen“. Davor müsse sich die Kirche angesichts einer so wichtigen Entscheidung wie der Wahl des neuen Patriarchen von Moskau hüten. Es gehe um die Bewahrung der kirchlichen Einheit. (kap) (NL Radio Vatikan, 28.12.2008).
12.12.2008 Russland:
Das neue Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche wird Ende Januar 2009 gewählt. Dem Wahlgremium, das am 27. bis 29. Januar zusammentritt, gehören neben den rund 200 Bischöfen auch Priester, Mönche, Nonnen und Laien an. Für die Nachfolge von Alexij II. sind verschiedene Nachfolger im Gespräch, so etwa Metropolit Kyrill, der Metropolit Kliment von Kaluga, der Exarch der autonomen Kirche von Weißrussland Burowsk, der Metropolit Filaret von Minsk und Slutsk, der Metropolit Juwenalij von Krutitsy und Kolomna sowie der Metropolit Wladimir von Taschkent. (kap) (NL Radio Vatikan, 12,12,2008).
05.12.2008 Vatikan/Russland: Trauer wegen Tod von Patriarch Alexij II.
Alexij II. ist tot. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche starb am Freitag im Alter von 79 Jahren. Dies teilte ein Sprecher seines Büros mit. Die Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Alexij starb in seiner Residenz nahe Moskau. Im Vatikan wird die Nachricht vom Tod des Moskauer Patriarchen mit Trauer aufgenommen. Die Meldung sei völlig unerwartet eingetroffen, sagte der vatikanische Ökumeneminister, Kurienkardinal Walter Kasper, gegenüber Radio Vatikan. Alexij II. habe die russisch-orthodoxe Kirche in einer Zeit großen Umbruchs geführt. Kardinal Kasper sandte sofort ein Beileidstelegramm nach Moskau. Wörtlich sagte er:
„Wir haben die Todesnachricht mit großer Betroffenheit und Traurigkeit erfahren. Patriarch Alexij war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Kirchenführer in der Zeit eines großen Übergangs vom Kommunismus zur gegenwärtigen Ordnung. Er hat deshalb ganz große Verdienste, was den Neuaufbau der Kirche in seinem Land betrifft: Er hat viele neue Diözesen, Pfarreien und Klöster geschaffen. So hat er der russisch-orthodoxen Kirche ein neues Leben vermittelt.”
Kasper, der Leiter des Päpstlichen Dialogrates war mit Patriarch Alexij II. noch im Mai zu einem ausführlichen Gedankenaustausch zusammengetroffen. Nach der Begegnung in Moskau zog er eine positive Bilanz und äußerte auch die Hoffnung auf ein Treffen zwischen Alexij II. und Papst Benedikt XVI.
„Persönlich bin ich ihm mehrmals begegnet. Bereits in meiner Zeit als Bischof von Rottenburg-Stuttgart... und inzwischen habe ich ihn oft getroffen. Ich hatte nie Zweifel, dass er das Interesse an einer Annäherung an die katholische Kirche hatte. Trotz all der gelegentlichen Spannungen, die es gab, hat sich insgesamt in seiner Zeit das Verhältnis zwischen Moskau und Rom eindeutig verbessert. Wir beten, dass Gott ihm alles vergelten möge, was er für die Kirche Jesu Christi getan hat.” (rv)
(NL Radio Vatikan, 05.12.2008).
05.12.2008 Vatikan: Papst-Beileid zum Tod des Moskauer Patriarchen Alexij II.
Auch Papst Benedikt kondoliert zum Tod von Patriarch Alexij. In einem Telegramm spricht er von „brüderlicher Anteilnahme am Schmerz der orthodoxen Kirche Russlands”. Der Verstorbene sei ein treuer „Diener Christi” gewesen. Der Papst betet darum, dass die Christen auf dem „Weg des Zeugnisses für das Evangelium in der Welt” weitergehen. (rv) (NL Radio Vatikan).
Lesen Sie hier das Beileidstelegramm auf Englisch.
05.12.2008 Der Moskauer Patriarch, Alexij II., ist heute Morgen im Alter von 79 Jahren plötzlich an Herzversagen gestorben, nachdem er noch am Vortag eine große Liturgie gefeiert hatte zum Fest von Mariä Tempelgang (nach altem Kalender am 21. November = 4. Dezember, in der kath. Kirche der Gedenktag U.L.F. in Jerusalem unter demselben Datum neuen Stils).-- R.I.P.
Die Wahl eines Nachfolgers soll dem Vernehmen nach erst in einigen Monaten erfolgen [GH].
29.11.2008 Griechenland/Athos:
Der Immobilienskandal hat weitere Folgen: Sein Protagonist, der Abt (Igoumenos) des Klosters Vatopädi der Mönchsrepublik auf dem Berg Athos, Ephraim, will nun sein Amt aufgeben. Über sein Angebot zum Rücktritt müsse am Dienstag die Mönchsgemeinschaft befinden, sagte der Igoumenos am Freitag. Ephraim war vorgeworfen worden, seinen Einfluss bei der Regierung für Immobiliengeschäfte ausgenutzt zu haben, bei denen Besitzungen weit über Wert an die öffentliche Hand verkauft worden waren. Dadurch war dem Staat ein großer finanzieller Schaden entstanden. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatte ihn – nach mehrstündigen Beratungen der Synode des Patriarchats – zu diesem Schritt gedrängt. (apic) (nach NL Radio Vatikan, 29.11.2008).
04.11.2008 Vatikan:
Das geplante Treffen des Papstes mit dem georgischen Katholikos-Patriarchen Elias II. ist abgesagt worden.

Das gab der vatikanische Pressesaal an diesem Dienstag bekannt. Das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche befindet sich derzeit in Deutschland und wurde dort notoperiert, ist nach Angaben der Pressestelle der georgischen Kirche nach der Herzoperation aber wohlauf. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Bei einer planmäßigen medizinischen Untersuchung in Deutschland stellte sich heraus, dass der Patriarch eine Bypass-Operation braucht. Der etwa einstündige Eingriff verlief reibungslos.“. Deutsche Ärzte empfahlen dem Würdenträger, noch etwa zehn Tage lang im Krankenhaus zu bleiben. Der Vatikanbesuch war für den kommenden Samstag geplant gewesen. Ob es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Treffen kommen wird, ist noch offen. (rv/ria novosti) (NL Radio Vatikan, 04.11.2008).
18.10.2008 Vatikan: Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I. spricht vor der Bischofssynode in Rom.
Erstmals spricht ein orthodoxer Patriarch vor einer katholischen Synode. Patriarch Bartholomaios I. wird an diesem Samstagabend in der Sixtinischen Kapelle in Gegenwart von Papst Benedikt und den Synodalen eine geistliche Ansprache halten. Es ist gleichzeitig das erste Mal, dass ein orthodoxes Kirchenoberhaupt an dem Ort auftritt, wo die Päpste gewählt werden. Bisher waren Beobachter anderer Kirchen immer nur stille Beobachter in den Bischofssynoden. (rv) (NL Radio Vatikan, 18.10.2008).
16.10.2008 Russland/Österreich: Hoher Besuch aus Moskau Der Moskauer Patriarch Alexij II. besucht vom 20. bis 23. Dezember Österreich. Anlass des Besuchs, der aufgrund einer Einladung von Kardinal Christoph Schönborn und des Wiener russischen Bischofs Hilarion (Alfejew) zustande kommt, ist die Weihe der in fast fünfjähriger Arbeit komplett restaurierten Wiener russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale, der größten russisch-orthodoxen Kathedrale im westlichen Europa. Bei einer Pressekonferenz in Wien erläuterte Bischof Hilarion am Donnerstag das Programm des Patriarchenbesuchs, das auch ökumenische, politische und musikalische Akzente setzt. Bischof Hilarion freut sich über den Aufschwung der russisch-orthodoxen Kirche in den vergangenen beiden Jahrzehnten. „Die russisch-orthodoxe Kirche stellt heute eine multinationale Kirche von Weltmaßstab dar. Sie ist nicht nur innerhalb der Russischen Föderation mit einem Anteil von rund 70 Prozent der Bevölkerung und mehr als 13.000 Gemeinden die mit Abstand größte Konfession. Die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit ihrer ideologischen Grundlage eines wissenschaftlichen Atheismus hat für die russisch-orthodoxe Kirche eine nie dagewesene religiöse Wiedergeburt bedeutet. Die Zahl der Gemeinden hat sich seit Anfang der neunziger Jahre verfünffacht, Klöster und Priesterseminare sind voll, von einer Krise der Berufungen ist bei uns nichts zu spüren.”
Über die aktuelle Diskussion um die estnisch-orthodoxe Kirche sowie den jüngsten Patriarchengipfel in Konstantinopel äußerte sich der russisch-orthodoxe Bischof nicht. (rv/kap) (NL Radio Vatikan, 16.10.2008).
16.10.2008 Russland:
Der russisch-orthodoxe Bischof Diomides von Chukot im nordöstlichen Sibirien wurde abgesetzt und zum Mönch zurückgestuft. Diomides hatte seiner Glaubensgemeinschaft in den vergangenen Monaten schwere Vorwürfe gemacht: Sie entferne sich von der Reinheit des Glaubens, indem sie mit den staatlichen Autoritäten zusammenarbeite und die Ökumene vorantreibe. Die Entscheidung für die Zurückstufung Diomides' fällte die russisch-orthodoxe Kirche in der vergangenen Woche. Diomides war seit 2000 Bischof von Chukot. (apic) (NL Radio Vatikan, 16.10.2008).
15.10.2008 Türkei: Wiederaufnahme der Vorbereitungen für eine panorthodoxe Synode geplant Im kommenden Jahr sollen mehrere Vorbereitungs-treffen für ein – seit Jahrzehnten geplantes – panorthodoxes Konzil stattfinden. Das haben die Vertreter der orthodoxen Kirchen beschlossen, die am vergangenen Wochenende zu Beratungen nach Istanbul gekommen waren. In ihrem Abschlussdokument betonen die Kirchenoberhäupter, an dem orthodoxen Prinzip der bischöflichen Kollegialität festhalten zu wollen. Zugleich beklagen sie, dass häufig nationalstaatliches Denken das christliche Zeugnis der orthodoxen Christen getrübt habe. Weitere Themen des Papiers sind bioethische, politische und soziale Fragen. So wurde u.a. die Gründung einer panorthodoxen (alle orthodoxen Kirchen umfassende) Bioethik-Kommission beschlossen. – Das Abschlussdokument redigierten nach Angaben der Agentur Asianews Metropolit Ioannis Zizioulas von Pergamon (griechisch-orthodox), Anastasios von Albanien (albanisch-orthodox) und Kyrill von Smolensk (russisch-orthodox). Überschattet war das Treffen am Patriarchatssitz im Phanar vom Streit zwischen Moskau und Konstantinopel über den Status der orthodoxen Kirchen Estlands. Die Russen beanspruchen Estland als ihr eigenes „kanonisches Territorium". (asianews) (nach NL Radio Vatikan, 15.10.2008). -- Einen ausführlicheren Bericht aus der Feder des Weltkirchenrats (WCC) in Genf finden Sie hier. Die dort genannten "Primasse" sind zu korrigieren in"Primaten" oder "Ersthierarchen". Zur Erläuterung: Dieser Anspruch steht im Gegensatz zum Titel des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, der seinerseits seit byzantinischer Zeit für die ganze Welt (d.h. die Ökumene!) zuständig ist in puncto Gründung neuer Kirchen (orthodoxe Mission) und Verleihung bzw. Anerkennung der Autokephalie bzw. Autonomie an neue Kirchen außerhalb der bereits bestehenden nationalstaatlich verfassten orthodoxen Kirchengebiete [GH].
13.10.2008 Russland:
Das Moskauer Patriarchat hat an diesem Montag seine Mitgliedschaft in der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ausgesetzt.
Grund ist das Vorhaben der KEK, die estnisch-orthodoxe Kirche als Mitglied aufzunehmen. Moskau betrachtet die estnische Kirche als ihr kirchliches Hoheitsgebiet, doch die Esten wollen vom Moskauer Patriarchat unabhängig bleiben. Deshalb ist nun der Streit neu entflammt. - An diesem Wochenende fand in Konstantinopel ein gesamtorthodoxes Treffen statt, auf dem über die künftige Einheit der orthodoxen Kirchen diskutiert wurde. Der russische Patriarch Alexij II. war dabei. Die Aussetzung der Mitgliedschaft in der KEK sei ein klares Zeichen für den Anspruch, den das Moskauer Patriarchat auf die orthodoxe Kirche Estlands erhebt, sagte der Ostkirchen-Experte des Instituts „Glauben in der Zweiten Welt“ in Zürich, Gerd Stricker: „Dem Moskauer Patriarchat ging es immer wieder darum, dass der gegenwärtige Status der estnischen Kirche – der zwar zähneknirschend auch von Moskau anerkannt worden war – nicht von internationalen kirchlichen Gremien akzeptiert werden sollte. Mit anderen Worten: Das Moskauer Patriarchat versucht mit allen Mitteln, die kleine estnische, unter der Jurisdiktion von Konstantinopel stehende orthodoxe Kirche von allen internationalen Institutionen fern zu halten.“
In Konstantinopel wurde erst am Wochenende vereinbart, dass sich die orthodoxen Kirchen künftig besser untereinander absprechen. Die Zukunft der orthodoxen Kirchen hängt aber auch vom Verhältnis zur katholischen Kirche ab. Gerd Stricker: „In dieser Hinsicht glaube ich, dass die Zeichen aus dem Treffen in Konstantinopel positiv zu bewerten sind. Nach der jahrelangen Reisediplomatie von Einheits-Kardinal Walter Kasper ist es gelungen, die Beziehungen zwischen Moskau und dem Heiligen Stuhl zu entspannen. Das hat auch das gesamte Verhältnis der katholischen Kirche zur Orthodoxie positiv verändert. Man muss zugeben, dass die Beziehung und der Einfluss der russisch-orthodoxen Kirche den Ton angeben. Wenn es dort Verbesserungen gibt, dann kann man zuversichtlich sein, dass in den nächsten Jahren die Annäherung zwischen Katholiken und Orthodoxen – die ja immer erträumt wird – nun näher kommt.“ (rv) (NL Radio Vatikan, 13.10.2008). --- [Trau - schau - wem!]
12.10.2008 Türkei: Bartholomaios beklagt orthodoxe Uneinigkeit:
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat die orthodoxe Uneinigkeit kritisiert. Er präsentierte in seiner Eröffnungsansprache am Freitag bei der „Synaxis“ (Zusammenkunft) im Phanar ein Fünf-Punkte-Programm zur Überwindung der innerorthodoxen Differenzen.
Wörtlich hieß es in dem Redetext des Patriarchen:
„Wir erscheinen den Nichtorthodoxen manchmal als gespalten, wenn wir nicht fähig sind, zur Verwirklichung eines Heiligen und Großen Konzils der orthodoxen Kirche zu gelangen und uns die einheitliche Stimme zu Fragen der Gegenwart fehlt. Wie können wir da das Entstehen des Bildes einer Gespaltenheit der Orthodoxie verhindern - insbesondere wenn nichttheologische, säkulare Kritierien angewendet werden?“
Bartholomaios I. verwies darauf, dass in der Orthodoxie seit dem Schisma von 1054 der „Dienst an der Einheit“ dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel zukomme. Die Einberufung von panorthodoxen Synoden sei Ausdruck dieses Dienstes. Dabei werde die Autokephalie (volle Selbstständigkeit) der einzelnen orthodoxen Kirchen respektiert, eine Ausuferung in einen „Autokephalismus“ werde aber abgelehnt. Dabei gehe es um ein „radikales Unabhängigkeitsstreben“, das ein Faktor der Trennung sei und die Einheit der Orthodoxie verhindere. Heute habe das Ökumenische Patriarchat keine Staatsmacht mehr hinter sich, so Bartholomaios I.: „Unsere Einigkeit hängt jetzt von unserem Gewissen ab. Die Einsicht in die Notwendigkeit und Verpflichtung, einen einzigen Leib zu bilden, eine Kirche, ist ausreichend, um unsere Einheit zu garantieren, ohne dass es eine externe Intervention braucht“.
Als die fünf wichtigsten Schritte für die nächsten Jahre bezeichnete Bartholomaios I. die Intensivierung der Vorbereitung der Panorthodoxen Synode, die Lösung der Diaspora-Streitigkeiten auf der Basis des nicht realisierten interorthodoxen Abkommens von 1993, das Mittragen aller an den gesamtorthodoxen theologischen Dialogen mit den nichtorthodoxen Kirchen, die gemeinsame Unterstützung der Initiative des Ökumenischen Patriarchats zur "Bewahrung der Schöpfung" sowie die Einrichtung eines interorthodoxen Bioethik-Studienkomitees. - Die „Synaxis“ ist dem bis 29. Juni 2009 dauernden Paulus-Jahr gewidmet. Das ökumenisch begangene Jahr im Gedenken an die Geburt des Völkerapostels vor 2.000 Jahren war im Juni in Rom von Papst Benedikt XVI. und Patriarch Bartholomaios I. gemeinsam eröffnet worden. (kap) (NL R Vatikan, 12.10.2008).
10.10.2008 Türkei:
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., lädt an diesem Freitag und Samstag alle orthodoxen Kirchenführer in die Sankt-Georgs-Kathedrale im Phanar ein.

Foto fast aller Oberhäupter orthodoxer Kirchen, die sich aus Anlass der Synaxis zum Weihnachtsfest nach altem Stil am 7. Januar 2000 auf Einladung des damaligen Patriarchen von Jerusalem, Diodoros (ganz vorn), im Heiligen Land versammelt hatten.
Diese Zusammenkunft geschieht aus Anlass des Paulus-Jahres 2008. Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. hat seine Teilnahme bestätigt. Als Vertreter des Papstes wird Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo anwesend sein. Er ist Erzpriester der römischen Papstbasilika Sankt Paul vor den Mauern. Auf die Feier im Phanar folgt ein Symposium über Paulus, das an den Wirkungsstätten des Völkerapostels stattfinden wird. (rv) (NL Radio Vatikan, 10.10.2008).
07.10.2008 Russland/Georgien:
Die Anerkennung von Südossetien und Abchasien als autonome Republiken von Seiten des Kreml hat kirchenrechtlich zunächst keine Folgen. Die russisch-orthodoxe Kirche, die sich gewöhnlich eng am Staat orientiert, will die Bistümer der beiden so genannten Republiken nicht in ihren Zuständigkeitsbereich aufnehmen. Das beschloss die Heilige Synode jetzt in Moskau. Danach verbleiben die beiden orthodoxen Kirchen der von Georgien abtrünnigen Republiken unter der Hoheit der georgischen orthodoxen Kirche. Nach Medienberichten hat die russisch-orthodoxe Kirche das Gesuch ihrer Schwesterkirchen aus Südossetien und Abchasien abgelehnt, um sich nicht das Wohlwollen der Orthodoxen in Georgien zu verscherzen. Diese seien nämlich, so Medienanalysen, die einzigen Verbündeten der russischen Orthodoxie in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). (ansa) (NL Radio Vatikan, 07.10.2008.
04.10.2008 Russland/Türkei:
Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. besucht demnächst den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Istanbul. Das bestätigte das Moskauer Patriarchat an diesem Freitag. Inhalt der Zusammenkunft vom 10. bis 12. Oktober wird die Besprechung der innerorthodoxen Beziehungen sein. Zu dem Treffen werden die Oberhäupter aller orthodoxen Kirchen erwartet. Im Juli hatten die Patriarch Bartholomaios I. und Alexij II. bei einem Treffen in Kiew vereinbart, einen Dialog zur Lösung der innerorthodoxen Jurisdiktionsprobleme zu führen. Der Moskauer Patriarch hatte erklärt, man sei übereingekommen, alle Kontroversen zwischen Moskau und Konstantinopel durch Diskussion und Dialog zu lösen. (kap) (NL Radio Vtikan, 04.10.2008).
28.09.2008 Kreta/Vatikan:
Am Samstag haben in Elouda die Beratungen der gemischten Kommission für den katholisch-orthodoxen Dialog begonnen. In Kreta soll an dem Dokument zum Thema „Die Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend“ weitergearbeitet werden, das auf Beratungen in Ravenna im Jahr 2007 zurückgeht und das möglichst bei der nächsten Vollversammlung 2009 verabschiedet werden soll. Den Vorsitz der Beratungen in Kreta führen der Metropolit von Pergamon, Ioannis Zizioulas, und der Präsident des vatikanischen Einheitsrates, Kardinal Walter Kasper. (rv) (Nl Radio Vatikan, 28.09.2008.
24.09.2008 Europäische Union/Türkei:
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel hat sich für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU ausgesprochen. Das Land müsse allerdings die Kriterien für einen Beitritt erfüllen, sagte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie am Mittwoch im Europaparlament. Dass es sich bei der Türkei um ein mehrheitlich muslimisches Land handele, dürfe kein Hinderungsgrund sein. Mit seiner Forderung nach einem vollen EU-Beitritt sei er sich mit der großen Mehrheit der türkischen Bevölkerung einig, so der Patriarch. Die großen Religionen könnten dazu beitragen, Nationalismus und Fundamentalismus zu überwinden. Bartholomaios I. bemängelte Defizite der Türkei bei den Menschenrechten und besonders der Religionsfreiheit. Vor allem verlangte er eine Wiedereröffnung des 1971 von den türkischen Behörden geschlossenen Priesterseminars Chalki und die Rückgabe von Kirchengütern. Trotz des neuen Stiftungsgesetzes sei noch nicht abzusehen, ob es dazu kommen wird. Ausdrücklich mahnte der Patriarch auch eine stärkere Beachtung der Orthodoxie in der EU an. – Das orthodoxe Ehrenoberhaupt sprach im Rahmen des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs zu den Europaabgeordneten. Im Januar hatte bereits der syrische Großmufti Scheich Ahmad Badr el Din Hassoun im Parlamentsplenum gesprochen. Im November wird sich der Londoner Oberrabbiner Jonathan Sacks in Straßburg an die Abgeordneten wenden. (kna) (NL Radio Vatikan, 24.09.2008).
12.09.2008 Türkei/Vereinigte Staaten:
Die Türkei soll dem Ökumenischen Patriarchat ein enteignetes Waisenhaus zurückgeben. Dazu hat die Menschenrechtskommission des US-amerikanischen Kongresses aufgefordert. Damit solle das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs umgesetzt werden. „Dies ist eine wegweisende Entscheidung für die Rechte aller religiösen Minderheiten in der Türkei, auch deshalb, weil es das Patriarchat als Rechtsperson anerkennt", erklärte die Kommission jetzt. Die US-Regierung müsse die Regierung in Ankara drängen, ihr Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit durch die Umsetzung des Urteils zu demonstrieren. Das Straßburger Menschenrechtsgericht hatte im Juli einer Klage des Patriarchats gegen die Enteignung des kirchlichen Waisenhauses auf der Prinzeninsel Büyük Ada stattgegeben, das 1996 vom Staat unter Vorwänden beschlagnahmt worden war. Die Richter verurteilten die Enteignung alsVerletzung des Rechts auf Eigentum. Die Straßburger Entscheidung löste bei den Kirchen in der Türkei Hoffnung aus, weil sie als Präzedenzentscheidung für zahlreiche ähnlich gelagert Fälle gilt. (kap) (NL Radio Vatikan, 12.09.2008).
29.08.2008 Serbien:
Die neue serbische Regierung hat mit der Rückgabe von Kirchengütern begonnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet worden waren. 2.700 Hektar Wald gingen vorerst in den Besitz der Eparchie Branicevo zurück. Es handelt sich um eines der größten laufenden Rückgabeverfahren. Die Eparchie erwartet die Rückgabe von weiteren 4.000 Hektar Wald. Der Bischof von Branicevo, Ignatije Midic, begrüßte den Schritt. Gleichzeitig betonte er, dass die serbisch-orthodoxe Kirche nicht nur Wälder, sondern auch anderes Eigentum zurückfordere. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.08.2008).
28.08.2008 Griechenland
Die orthodoxe Kirche im Land hat mit den Behörden vereinbart, dass nur nicht-orthodoxe Schüler vom Religionsunterricht befreit werden können. Eine Gesetzesinitiative der griechischen Regierung hatte ursprünglich vorgesehen, allen Schülern die Möglichkeit zu geben, dem Religionsunterricht fernzubleiben. Die griechisch-orthodoxen Bischöfe hatten daraufhin erklärt, ein solches Gesetz verstoße gegen die Verfassung. (ansa) (NL Radio Vatikan, 28.08.2008).
25.08.2008 Griechenland:
Der katholische Erzbischof der Diözese Naxos-Tinos setzt sich für eine offizielle Anerkennung der katholischen Kirche durch den Staat ein. In einem Interview mit der Tageszeitung Elefthérotypia beklagt Erzbischof Nikolaos die noch immer herrschende Voreingenommenheit der Politiker gegenüber der katholischen Kirche. Diese ist derzeit juristisch als „Faktum” anerkannt, jedoch existiert in Griechenland kein Gesetz, welches das Verhältnis der Kirche zum Staat regelt. Die Lage erschwere der Kirche besonders die Instandhaltung ihres reichen kulturellen Erbes in Griechenland, beklagt der Erzbischof. In Griechenland sind 90 Prozent der Bevölkerung orthodoxe Christen. Die orthodoxe Kirche ist gesetzlich nicht vom Staat getrennt. (afp) (NL Radio Vatikan, 25.08.2008).
25.08.2008 Georgien:
Katholikos-Patriarch Elias II. hat die georgische Bevölkerung ermutigt, die Folgen des Kaukasuskrieges im Vertrauen auf Gott zu meistern. „Das Land war noch nie so in Gefahr, doch die Menschen werden sie überwinden”, sagte das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche am 19. August in Tiflis. „Wir beten zu Gott, damit er uns Frieden schenkt und unser Land eint.” Unterdessen gingen die Friedens-bemühungen der orthodoxen Kirchen weiter. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sowie zahlreiche weitere Hilfsorganisationen verstärkten ihre Unterstützung für die Flüchtlinge in der Region. Ihre Zahl wird auf bis zu 220.000 geschätzt. Die katholische Kirche in Deutschland verlangte Aufklärung über mögliche Kriegsverbrechen während der tagelangen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und Georgien. (kna) (NL Radio Vatikan, 25.08.2008).
25.08.2008 Österreich:
Wien wird kurz vor Weihnachten Schauplatz eines ökumenischen Großereignisses sein. Auf Einladung von Kardinal Christoph Schönborn und des Wiener russischen Bischofs Hilarion Alfejew trifft der Moskauer Patriarch Alexij II. am 20. Dezember zu einem viertägigen Aufenthalt in der österreichischen Hauptstadt ein. Anlass des Besuches des Patriarchen ist die Weihe der in fast fünfjähriger Arbeit restaurierten Wiener russisch-orthodoxen Nikolauskathedrale. Sie ist die größte russisch-orthodoxe Kathedrale im westlichen Ausland. Alexij war zuletzt im Juni 1997 anlässlich der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV2) in Österreich. (kap) (NL Radio Vatikan, 25.08.2008).
24.08.2008 Russland:
Eine „massive Liberalisierung“ einiger protestantischer Kirchen des Westens beklagt der Leiter des Außenamts der Russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad. „Bibelfeindliche Tendenzen“ griffen auf immer mehr protestantische Gemeinschaften über, so Kyrill. Er wirft ihnen vor, gleichgeschlechtliche Ehen zu segnen und bekennenden Homosexuellen die Pastorenwürde zu verleihen oder sie „sogar“ zu Bischöfen zu weihen. Dies meldet die von der Orthodoxen Kirche in Deutschland herausgegebene Zeitschrift „Orthodoxie aktuell“ (Dortmund) unter Berufung auf russische Quellen. Dem Blatt zufolge kritisiert Kyrill insbesondere die US-amerikanische Episkopalkirche, die Teil der anglikanischen Kirchengemeinschaft ist, und die Lutherische Kirche von Schweden. Die Russisch-orthodoxe Kirche verzichte inzwischen auf Kontakte zu beiden Kirchen, teilte der Metro polit mit. Stattdessen suche sie Bündnispartner unter denjenigen protestantischen Gemeinschaften, die den „Traditionen des Evangeliums“ treu geblieben seien und ähnliche moralische Positionen wie die russische Orthodoxie verträten. Gemeinsam wolle man einer drohenden „militanten Säkularisierung“ entgegenwirken. (idea) (NL Radio Vatikan, 24.08.2008).
05.08.2008 Russland:
Das orthodoxe Moskauer Patriarchat drängt auf eine baldige Verurteilung des bolschewistischen Regimes, damit das russische Volk nicht mehr mit den Verbrechen der Sowjetzeit gleichgesetzt werden kann. Der Prominentenfriedhof an der Kremlmauer sei nicht am Platz und Denkmäler „für kriminelle bolschewistische Führer à la Lenin“ hätten nichts im Herzen der Städte zu suchen. „Wir sollten in Russland unsere Haltung zum bolschewistischen Regime, das die Macht eroberte und dem Volk harte Leiden auferlegte, eindeutig klären“, sagte der Erzpriester. In dieser Frage sollten die Russen den Ukrainern oder Esten zuvorkommen. Er habe Verständnis für die Bestrebungen in der Ukraine oder Estland, sowjetische Symbole aus der Öffentlichkeit zu verbannen, betonte Tschaplin: „Die Ukrainer oder Esten wurden unter diesen Symbolen unterdrückt. Aber das traf auf alle Menschen in der Sowjetunion zu.“ Zugleich betonte der Erzpriester, dass man das bolschewistische Regime und die Sowjetunion als Staat auseinanderhalten müsse. Es habe durchaus „gute und schlechte Momente“ gegeben: „Ich meine, dass niemand unser Recht in Frage stellen kann, die Symbole des Sieges im Zweiten Weltkrieg, einschließlich der Flagge mit dem roten Stern, zu verwenden.“Der stellvertretende Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Erzpriester Wsewolod Tschaplin, betonte, es sei auch notwendig, die roten Sterne von den Kremltürmen abzumontieren. (NL Radio Vatikan, 05.08.2008).
03.08.2008 Rumänien:
Die orthodoxe Kirche hat einem Bischof vergeben, der in einer katholischen Messfeier die hl. Kommunion empfangen hatte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Apic. Vor seinen Amtsbrüdern hatte der orthodoxe Metropolit des Banat, Nicolae Corneanu, seine Geste ausführlich begründet. Der Kommunionempfang des orthodoxen Bischofs bei der Weihe einer griechisch-katholischen Kirche in Timisoara Ende Mai hatte zu einer erregten Debatte geführt. Die rumänisch-orthodoxe Kirche betont in einer Erklärung, es sei keinem orthodoxen Gläubigen erlaubt, in der Kirche einer anderen christlichen Konfession an der Kommunion teilzunehmen. Wer dem zuwider handle, verliere die „Glaubenseinheit mit der orthodoxen Kirche“. Eine Rüge der Kirchenführung ging nicht nur an den 83-jährigen Metropoliten, sondern auch an den orthodoxen Bischof von Oradea. Dieser hatte im Januar nach Agenturangaben mit seinem griechisch-katholischen Amtskollegen konzelebriert. Die griechisch-katholische Kirche ist mit Rom verbunden, feiert die Liturgie aber nach byzantinischem Ritus. Immer wieder kommt es zwischen ihr und der rumänisch-orthodoxen Kirche zu Unstimmigkeiten. Dabei geht es u.a. um den Besitz der katholischen Kirche, der 1948 von den Kommunisten enteignet worden war. Die orthodoxe Kirche verweigert nach Agentur-angaben die Rückgabe. In Rumänien gehören 87 Prozent der Gläubigen zur orthodoxen Kirche. (apic) (NL Radio Vatikan, 03.08.2008).
01.08.2008 Zypern:
Die orthodoxe Kirche von Zypern verstehe sich als Vorkämpferin der Wiedervereinigung der Inselrepublik. Dies betonte Erzbischof Chrysostomos II., das Oberhaupt der Kirche von Zypern, bei einer Begegnung mit dem zypriotischen Präsidenten Demetrios Christofias. Chrysostomos II. sagte, er stimme mit den Anstrengungen von Präsident Christofias für eine Wiedervereinigung der Insel überein. Er sei nicht länger in Sorge, dass diese Anstrengungen für die griechisch-orthodoxen Christen der Insel nachteilig seien. Am 3. September wird Christofias mit dem „Präsidenten“ der nur von der Türkei anerkannten „Türkischen Republik von Nord-Zypern“ (Kibris) zusammentreffen. Der Kommunist Christofias gilt als Hoffnungsträger einer baldigen Vereinigung der geteilten Insel. Seit der türkischen Invasion von 1974 gibt es auf dem hauptsächlich griechischen Zypern die „Türkische Republik Nordzypern“. (kap) (NL Radio Vatikan, 01.08.2008).
30.07.2008 Ukraine:
Ein überaus positives Resümee des orthodoxen Gipfeltreffens in Kiew zieht Metropolit Michael Staikos von Österreich. In der ukrainischen Hauptstadt hatten sich am Wochenende der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der Moskauer Patriarch Alexij II. getroffen. Der Wiener Metropolit Staikos gehörte der Delegation des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel an. Anlass des Patriarchengipfels waren die Feierlichkeiten zum 1.020-Jahr-Jubiläum der „Taufe der Kiewer Rus'“.
Bartholomaios und Alexij hatten dabei am Sonntagabend in einem 50-minütigen persönlichen Gespräch im Kiewer Höhlenkloster vereinbart, dass man sich gemeinsam für ein Ende der Spaltungen der orthodoxen Kirche in der Ukraine einsetzen wolle. Zugleich sollten auch die Spannungen zwischen Moskau und Konstantinopel abgebaut werden. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine hatten sich - unter tatkräftiger Mithilfe von Politikern - neben der ukrainischen orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zwei weitere, schismatische Jurisdiktionen etabliert: das so genannte „Kiewer Patriarchat“ sowie die „ukrainische autokephale orthodoxe Kirche“. Die seit Jahren bestehende Spannung zwischen dem Patriarchat Moskau und dem Ökumenischen Patriarchat Konstantinopel wurden durch diese Vorgänge noch verschärft. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress sprach Metropolit Staikos nun von einem „Neuanfang für beide Kirchen“, der durch die Begegnung der Patriarchen in Kiew nun möglich sei. Das Treffen sei in einer sehr positiven Atmosphäre erfolgt. Freude und Erleichterung seien im Anschluss daran bei allen Teilnehmern spürbar gewesen. Wieder einmal habe sich gezeigt, dass Konflikte, die durch große Entfernungen und dadurch fehlende Kommunikation verstärkt werden, durch das persönliche Gespräch an Brisanz verlieren. Staikos wörtlich: „Schnelle Lösungen wird es keine geben, aber es können neue Wege gesucht werden, und was bisher unmöglich erschien, kann jetzt möglich werden.“ In den Dialog, der schon im Herbst aufgenommen werden soll, würden alle relevanten Gruppierungen einbezogen. Das beziehe sich auch auf den Staat: Der ukrainische Staat habe ein Recht auf eine einheitliche Kirche für seine Bürger. In einem ersten Schritt gelte es nun, die gegenwärtige Situation genau zu analysieren und auf der Grundlage des Kirchenrechts Konzepte zu erarbeiten, „die von allen Seiten angenommen werden, die daran Interesse haben“. (kap) (NL Radio Vatikan, 30.07.2008). - Wieso hat ein Staat ein Recht auf eine einheitliche Kirche?? [GH]
28.07.2008 Ukraine: Bartholomaios und Alexij feiern gemeinsam
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. und der orthodoxe Moskauer Patriarch Alexij II. sind am Sonntag gemeinsam aufgetreten. In Kiew feierten sie den Festgottesdienst zum 1.020-Jahr-Jubiläum der „Taufe der Kiewer Rus“. Damit erinnerten sie an den entscheidenden Anstoß zur Christianisierung u.a. im heutigen Russland. An der Litugie vor der Statue des Fürsten Wladimir (960-1015) nahmen in der ukrainischen Hauptstadt tausende Menschen teil, darunter der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko.
Es war ein spezieller Moment in der inner-orthodoxen Ökumene, und er wurde von allen ukrainischen Radio- und Fernseh-Kanälen direkt übertragen. Das Verhältnis von Bartholomaios und Alexij ist nämlich gemeinhin von Spannungen gezeichnet – Stichworte: Estnische Kirche, Schisma in der ukrainischen Orthodoxie, Versuche von Kiewer Politikern, eine sogenannte autokephale orthodoxe ukrainische Kirche zu gründen – ohne Abhänigkeit von Moskau. Jetzt aber ein neuer, respektvoller Ton: Bartholomaios I. von Konstantinopel würdigte den Moskauer Patriarchen mit herzlichen Worten. Sein „geliebter Bruder“ habe in einer „extrem feindseligen Umwelt“ während der Herrschaft des Atheismus die „göttlichen Gaben der Taufe“ unter großen Opfern verteidigt. Der Kampf des Moskauer Patriarchen sei allen bekannt, Alexij sei wahrhaft ein „Zeuge des Glaubens“. Ansonsten, so gab der Ökumenische Patriarch zu verstehen, sei das Jubiläum der „Taufe der Kiewer Rus“ ein dringender Appell zur Einheit der Orthodoxen untereinander.
Präsident Juschtschenko hatte Bartholomaios am Samstag unverhohlen aufgefordert, die Errichtung einer vom politischen und kirchlichen Moskau unabhängigen orthodoxen Nationalkirche in der Ukraine zu unterstützen. Doch Bartholomaios ging nicht darauf ein, sprach stattdessen von der Pflicht zur Einheit. In diesem Appell weiß er sich mit Alexij II. einig. Beide Patriarchen bemühten sich in Kiew, keinen Zwist aufkommen zu lassen. Nur Stunden nach der Kiewer Demonstration der Eintracht sind allerdings alte Gräben wieder aufgebrochen. Der ukrainische Präsident gibt auf seiner Homepage an, Bartholomaios unterstütze eine von Moskau unabhängige ukrainische Kirche. Dem widerspricht ein Vertreter des Moskauer Patriarchats: Bartholomaios habe ausdrücklich die Zuständigkeit Moskaus für die orthodoxen Gläubigen in der Ukraine anerkannt. (kap/apic/ap) (NL Radio Vatikan, 28.07.2008).
26.07.2008 Ukraine: „Orthodoxe, vereinigt euch!“
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ist am Freitag in Kiew eingetroffen. Dort will er an den 1.020-Jahr-Feiern der „Taufe der Kiewer Rus“ teilnehmen. Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen der ukrainischen Hauptstadt sagte Bartholomaios I., er sei gekommen, um mit den Ukrainern für die Vereinigung der Orthodoxen im Land „in einer Kirche“ zu beten. In der Ukraine gibt es gleich drei verschiedene orthodoxe Gemeinschaften. Das Verhältnis der drei seit 1991 konkurrierenden orthodoxen Kirchen der Ukraine hatte sich im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zuletzt weiter angespannt.
Das osteuropäische Land gilt als Musterbeispiel für das Verhältnis und Zusammenleben der West- und Ostkirchen. An den Feierlichkeiten in Kiew wird auch der russisch-orthodoxe Patriarch von Moskau, Alexij II., teilnehmen. Bartholomaios I. freue sich auf die Konzelebration mit Aleksij II. am Sonntag, sagte der Ökumenische Patriarch. Bartholomaios erinnerte in seiner ersten Ansprache daran, dass die Kirche von Konstantinopel die „Mutterkirche“ der Ukraine sei. Vor zehn Jahrhunderten sei die Kirche von Konstantinopel diese „Mutter“ geworden, und sie bleibe es auch heute „und für immer“. Das Moskauer Patriarchat hingegen betrachtet die Ukraine als ihr „kanonisches Territorium“. Deshalb unterstrich der Ökumenische Patriarch, dass er als „Prediger der Einheit, der Versöhnung und des Friedens“ gekommen sei. Höhepunkt des Staatsaktes ist ein Gedenkgottesdienst am Sonntag auf dem Wladimirhügel in der Nähe des Dnjepr, den Bartholomaios I. gemeinsam mit dem Moskauer Patriarchen Alexij II. von Moskau zelebrieren soll. Zu den Feiern werden die Oberhäupter von zahlreichen orthodoxen Landeskirchen sowie der mit Rom unierten griechisch-katholischen und der römisch-katholischen Kirche der Ukraine erwartet. (kap/rv) (NL Radio Vatikan, 27.07.2008).
23.07.2008 Ukraine:
Das osteuropäische Land bereitet sich auf das 1020-Jahre-Jubiläum der Christianisierung vor. Die Christianisierung der Rus' sei „eines der wichtigsten Momente der Weltgeschichte“, schreiben die katholischen Bischöfe in einer Botschaft, denn die Christianisierung in der Ukraine sei der Beginn für das slawische Christentum. Die am 27. Juli geplante Feier wird ökumenisch sein. So werden neben katholischen Würdenträgern u.a. auch der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., und der russisch-orthodoxe Patriarch, Alexij II., erwartet. Derweil haben die ukrainischen Behörden ein am Vortag geplantes Rockkonzert auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew verboten, um eine „würdige Feier“ zu gewährleisten. – Die Christianisierung in der Ukraine erfolgte laut der traditionellen Historiographie unter Fürst Wladimir im Jahre 988. Der Patriarch von Konstantinopel schickte damals Geistliche nach Kiew, die die einheimischen Einwohner im Wasser des Dnipro tauften. (rv/sir/ria novosti) (NL Radio Vatikan, 23.07.2008).
10.07.2008 Bosnien-Herzegowina:
Der Interreligiöse Rat des Landes verlangt die Rückgabe des orthodoxen Priesterseminars von Sarajevo. Das von den titokommunistischen Behörden nach 1945 enteignete Gebäude des Priesterseminars müsse „in natura” zurück-gegeben werden; eine finanzielle Ablösung sei nicht zulässig, so die Erklärung. Unterzeichner sind Kardinal Vinko Puljic, der orthodoxe Bischof Vasilije (Kacavenda) von Zvornik-Tuzla, Rais-ul-ulema Mustafa Ceric und der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Jakob Finci. (kap) Der bosnische Staat solle das Gebäude der serbisch-orthodoxen Kirche zurückgeben. Auch die anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften hätten ihre Gebäude wiedererhalten, heißt es in einer Erklärung des Interreligiösen Rates. Die „Passivität” des bosnischen Staates bei diesem Prozess sei „enttäuschend”. (NL Radio Vatikan, 10.07.2008).
28.06.2008 Russland: Die Versammlung der russisch-orthodoxen Bischöfe in Moskau hat den beiden Metropoliten Diomid von Anadyr und Tschukotka die Weihegewalt abgesprochen. Das berichtet die russische Agentur „Interfax”. Patriarch Alexij II. warf Diomid „religiösen Eifer ohne Vernunft” vor. Zum Auftakt der Erzbischofssynode lieferten sich am Dienstag Anhänger beider Lager eine Schlägerei mit Kruzifixen, Fäusten und Ikonen. Daraufhin forderten Diomid und seine Anhänger den Rücktritt von Alexij II. wegen dessen angeblicher Regierungsnähe. Die Anhänger Diomids forderten am Freitag, die „Demokratie nicht als politisches System” anzuerkennen. Sie treten für die Wiedereinführung der Monarchie ein. Die Gipfelteilnehmer sprachen auch einem Weggefährten Diomids die kirchliche Weihegewalt ab, nachdem der Geistliche die Gläubigen in einem offenen Brief aufgefordert hatte, den Namen des Patriarchen nicht mehr in der Liturgie zu nennen. Alexij II. hatte die Kirche auf der alle vier Jahre organisierten Versammlung zu Geschlossenheit aufgerufen. (pm) (NL Radio Vatikan, 28.06.2008). - Die Nennung des obersten Hierarchen bei der Liturgie ist bei Orthodoxen wie Katholiken das Bekenntnis zur Einheit mit ihm in der Kirche [GH].
24.06.2008 Russland:
Die russisch-orthodoxe Kirche sieht im Vatikan trotz vieler ungelöster Probleme ihren Hauptverbündeten beim Schutz der christlichen moralischen Werte in der Welt von heute.*) Das betonte der Vorsitzende des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchates, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, in einem Interview für die offizielle Webseite der Erzbischofsversammlung der russisch-orthodoxen Kirche. Wörtlich sagte er: „In diesem Sinne erscheint der Dialog mit der römisch-katholischen Kirche als besonders aussichtsreich.” Ihm zufolge bietet der Dialog „große Möglichkeiten für den gemeinsamen Schutz der traditionellen christlichen moralischen Werte, für den richtigen Aufbau der sozialen und der familiären Beziehungen sowie für den Schutz der Menschenrechte”. Kyrill sehe die größten Bedrohungen für die christliche Weltmoral in „der Offensive der Ideologie des militanten Säkularismus” – der Verdrängung der Religion aus der öffentlichen in die private Sphäre sowie in „der massiven Liberalisierung vieler christlicher Gemeinschaften”, etwa der protestantischen Kirchen, die homosexuelle Verbindungen segnen und bekennende Homosexuelle zu Bischöfen weihen. Allerdings gehe es in den Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche immer noch ungelöste Probleme, sagte Metropolit Kyrill. Er nannte dabei den unbereinigten Konflikt zwischen den orthodoxen und den griechisch-katholischen Gläubigen (der katholischen Kirche des byzantinischen Ritus) in der Westukraine sowie die „unberechtigte Ausdehnung der Mission” der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche auf die traditionell orthodoxen Regionen. (ria novosti) (NL Radio Vatikan, 24.06.2008).
*) Es wäre schön - und an der Zeit, dass die katholische Kirche das Spiel durchschaut und sich dafür "bedankt", vom Moskauer Patriarchat als nützlicher Idiot für dessen Ziele missbraucht zu werden. Das ist kein Umgang zwischen Kirchen! [GH].
24.06.2008 Russland:
Kirche und Staat müssen bestimmte Fragen ihrer sozialen Partnerschaft lösen, wie etwa die Einführung von Religionsunterricht an den Schulen. Das sagte der Vorsitzende des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, in einem Interview der Webseite der russisch-orthodoxen Erzbischofsversammlung. Das fünftägige Treffen der russischen Oberhirten beginnt an diesem Dienstag in Moskau. Vor vier Jahren hatte die letzte Erzbischofsversammlung stattgefunden. Seither hat die Kirche, Kyrill zufolge, eine „positive Dynamik” in die Gestaltung der Beziehungen zwischen Gesellschaft und Staat gebracht – trotz des Widerstandes von Kräften, die „keine aktive Präsenz der Kirche im Leben des Volkes” befürworten. Er sei überzeugt, dass die geistig-moralischen Grundwerte die Basis für den gesellschaftlichen Schulterschluss vor dem Hintergrund verschiedener Bedrohungen bilden. Der Bischof sieht eine wichtige Aufgabe der Kirche darin, „der Welt ein Zeugnis vom christlichen Glauben, von der Unbestreitbarkeit des evangeliumsgemäßen moralischen Ideals zu geben”. Metropolit Kyrill betonte zugleich, die russisch-orthodoxe Kirche akzeptiere „keine doktrinäre und keine religiös-ethnische Verein-heitlichung”. (ria novosti) (NL Radio Vatikan, 24.06.2008).
21.06.2008 Rumänien:
In dem osteuropäischen Land organisieren sich orthodoxe Priester in eigenen Gewerkschaften. Im Mai haben 20 Geistliche der Rumänisch-Orthodoxen Kirche den „Schutzbund der Mutter Gottes” und 35 weitere die Gewerkschaft „Guter Hirte” gegründet. Sie wollen sich für bessere Bezahlung einsetzen sowie für das Recht, Angelegenheiten der Gemeinde ohne Zustimmung der Diözese zu regeln. Das berichtet die ökumenische Nachrichtenagentur „ENI”. Der Vizepräsident von „Guter Hirte”, Nicolae State, erklärte, zwischen der kirchlichen Obrigkeit und den Gemeindepriestern tue sich ein „Abgrund” auf. Die Kirchenleitung verurteilte die Gründung der Gewerkschaften. Priester sollten die vorgesehenen innerkirchlichen Kanäle nutzen, um ihren Nöten Gehör zu verschaffen, erklärte Constantin Stoica, Sprecher des Bukarester Patriarchats. Er räumte ein, dass manche Priester Schwierigkeiten hätten, materiell über die Runden zu kommen, besonders jene mit Familien. Aber diese Probleme könne man innerhalb der Kirche lösen. Die Gewerkschaftsgründer ließen sich von einem „Geist der Auflehnung” in Versuchung führen, erklärte das Patriarchat. Sie entfernten sich so von der Kirchenordnung und der Gemeinschaft. Ein Priester sei kein Angestellter einer Firma. Er könne nicht streiken und sich etwa weigern, Kinder zu taufen, Paare zu trauen, Beichten zu hören, Tote zu beerdigen oder das Abendmahl zu feiern, weil sein Gehalt zu gering sei. Laut ENI zahlt in Rumänien der Staat einen Teil des Priestergehalts; den Rest muss die Gemeinde des Geistlichen aufbringen. Von den 23 Millionen Einwohnern Rumäniens gehören 86,7 Prozent zur orthodoxen, 4,7 Prozent zur katholischen und 3,2 Prozent zur reformierten Kirche. 0,3 Prozent sind Muslime und 14.000 Juden. (idea) (NL Radio Vatikan, 21,06.2008).
19.06.2008 Russland:
Die russisch-orthodoxe Kirche hat den Streit um eine eigenständige orthodoxe Kirche in Estland wieder aufleben lassen. In einer offiziellen Stellungnahme aus Moskau heißt es, „die Kirche von Estland werde weder von der russisch-orthodoxen Kirche noch von einer anderen orthodoxen Kirche anerkannt.“ Nach Angaben der Agentur „CWNews“ wollen die Esten einen eigenen Bischofssitz und eine eigen Synode einrichten. Die russisch-orthodoxe Kirchenführung steht mit ihrem Standpunkt gegen die Entscheidung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Am Bosporus wurde der estländischen orthodoxen Kirche bereits 1996 die kanonische Eigenständigkeit zuerkannt. Für gewöhnlich werden die Entscheidungen des Ökumenischen Patriarchates von allen anderen orthodoxen Kirchen akzeptiert. (cwn) (NL Radio Vatikan, 19.06.2008).
18.06.2008 Serbien:
Die Universität der serbischen Stadt Nis wird in diesem Jahr eine orthodoxe theologische Fakultät bekommen. Das hat der Senat der Universität beschlossen. Das Studienkonzept orientiert sich an dem der Universität Belgrad, wobei auch Erfahrungen ähnlicher Fakultäten in Russland, Griechenland, Rumänien und Bulgarien berücksichtigt werden. Als Studienrichtungen sind „Allgemeine Theologie” und Religionspädagogik vorgesehen. Die Stadt Nis hat eine hohe gesamtkirchliche Bedeutung, weil hier - im einst römischen Naissus - um das Jahr 280 Kaiser Konstantin der Große geboren wurde. Der Kaiser leitete die offizielle Christianisierung des Römischen Reiches ein. (kap) (NL Radio Vatikan, 18.06.2008).
31.05.2008 Deutschland:
Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, haben eine friedliche Lösung der Kosovo-Krise angemahnt. Steinmeier rief Kyrill bei einer gut einstündigen Begegnung am Freitag in Berlin dazu auf, seine Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen auf dem Balkan zu nutzen und eine Eskalation zu vermeiden, wie eine Außenamts-Sprecherin sagte. Kyrill habe bekräftigt, dass Gewalt keine Lösung sei.
Der Metropolit hält sich für die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung der russischen Auferstehungs- kathedrale in Berlin-Charlottenburg sowie für die Grundsteinlegung eines orthodoxen Männerklosters in Deutschland auf. Im brandenburgischen Götschendorf (Uckermark), einem 200-Einwohner-Ort, entsteht das erste orthodoxe Männerkloster in Westeuropa in einem früheren Schloss zusammen mit einem Kirchenneubau. (kna) (NL Radio Vatikan, 31.05.2008).
30.05.2008 Österreich:
Der Bischof der russisch-orthodoxen Diözese in Wien, Hilarion (Alfejew), fordert eindringlich deren rechtliche Anerkennung. Derzeit wird von Seiten des Staates auf Grund des Orthodoxengesetzes von 1967 allein die Diözese des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel offiziell anerkannt. Hier gebe es laut Bischof Hilarion „dringenden rechtlichen Handlungsbedarf”, da sich die Realität seit der Verabschiedung des Orthodoxengesetzes deutlich geändert habe. Die russisch-orthodoxe Kirche in Österreich verzeichnet seit Jahren ein enormes Wachstum. Allein innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich den Angaben zufolge die Zahl der Gemeindemitglieder verdoppelt. Insgesamt leben derzeit in Österreich rund 400.000 orthodoxe Christen. Vom 20. bis 23. Dezember dieses Jahres wird das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexij II., Österreich besuchen. Wie der Wiener russisch-orthodoxe Bischof Hilarion am Donnerstag im Gespräch mit „Kathpress” betonte, ist die Weihe der restaurierten Wiener russischen Nikolauskathedrale Anlass des Besuches des Patriarchen. Es handle sich um einen Pastoralbesuch bei der ständig wachsenden russisch-orthodoxen Gemeinde in Österreich, es werde aber auch starke ökumenische Akzente geben. (kap) (NL Radio Vatikan, 30.05.2008).
22.05.2008 Deutschland/Türkei:
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel erhält für seine Verdienste um die Ökumene und den Dialog den Klaus-Hemmerle- Preis. Der von der Fokolar-Bewegung vergebene Preis wird am kommenden 12. Juni in Istanbul verliehen. Patriarch Bartholomaios, so die Begründung für die Preisverleihung, engagiere sich seit über dreißig Jahren in der Förderung des ökumenischen Dialogs und habe auch seine Verbindungen nach Deutschland immer wieder genutzt, um die Beziehungen zur evangelischen und katholischen Kirche zu stärken. Außerdem habe er auch in ökumenisch schwierigen Zeiten gute Kontakte zu den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gepflegt. (pm) (NL Radio Vatikan, 22.05.2008).
21.05.2008 Serbien:
Die serbische orthodoxe Kirche weist Berichte über eine Art Putsch an ihrer Spitze zurück. Pressemeldungen, nach denen der erkrankte Patriarch Pavle I. „gestürzt” worden sei, seien „falsch intoniert”. Pavle sei weiterhin Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche. Die „Frankfurter Allgemeine” hatte am Dienstag gemeldet, die wirkliche Macht in der serbisch-orthodoxen Kirche sei „längst” an Metropolit Amfilohije von Montenegro übergegangen. (rv/pm) (Nl Radio Vatikan, 21.05.2008).
20.05.2008 Russland:
Nach einem Sekten-Drama in der russischen Ortschaft Pensa hat die russisch-orthodoxe Diözese von Kemerowo und Nowokusnezk ein Zentrum zur Bekämpfung des Sektierertums eingerichtet. Das teilte der Sprecher der Pressestelle der Diözese, Jewgeni Kobjakow, am Montag der Nachrichtenagentur „RIA Novosti” mit. Im November vergangenen Jahres hatten sich 35 Menschen, darunter vier Kinder, in einen im voraus gebauten Erdbunker im Gebiet Pensa zurückgezogen. Sie wollten dort auf den Weltuntergang warten, der angeblich im Mai eintreten sollte. Russisch-orthodoxe Mönche und Priester versuchten, Kontakt zu der Sekte aufzunehmen. Deren Anhänger wollten jedoch nicht mit ihnen sprechen. Am vergangenen Freitag haben die letzten neun Einsiedler den Bunker verlassen. (ria novosti) (NL Radio Vatikan, 20.05.2008).
19.05.2008 Falschmeldung der FAZ: Serbien:
Die Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirche haben den schwerkranken Patriarchen Pavle I. gegen seinen Willen entmachtet und selbst die Führung der serbischen Kirche übernommen.
Die Heilige Synode habe ab sofort alle Aufgaben des 93-jährigen Patriarchen übernommen, teilte die Kirche am Wochenende mit. Im Oktober werde ein neues Kirchenoberhaupt gewählt, sollte Pavle weiter krank sein, berichteten Zeitungen in Belgrad. Zuvor hatte der seit fast 18 Jahren im Amt befindliche Patriarch, der sich seit sechs Monaten in einer Klinik behandeln lässt, Berichten zufolge den Rücktritt verweigert. Er sei auf Lebenszeit gewählt, habe Pavle den Abgesandten der Bischöfe am Krankenbett erklärt. Nach einer mehrtägigen Blockade wegen der ungeklärten Frage der Kirchenführung habe das Kirchenparlament seine Arbeit aufgenommen, hieß es in der Erklärung der Synode. Nachdem sich die beiden Lager der dogmatischen und der gemäßigten Bischöfe lange nicht auf einen Vorsitzenden hatte einigen können, werde zunächst Bischof Amfilohije aus Montenegro dieses höchste Gremium der serbischen Orthodoxie leiten, hieß es. Amfilohije gilt als Anführer der Dogmatiker und als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die Nachfolge Patriarch Pavles. (faz) (Nach NL Radio Vatikan, 19.05.2008).
13.05.2008 Vereinigte Staaten:
Die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche (ROCOR) hat ein neues Oberhaupt: Erzbischof Hilarion (Kapral) von Sydney wurde in New York zum Metropoliten und Ersthierarchen der ROCOR gewählt. Die Wahl bedarf noch der Bestätigung durch den Moskauer Patriarchen Alexij II. Erzbischof Hilarion wurde 1948 in Kanada geboren und 1977 zum Priester geweiht. Ab 1984 war er Bischof von Manhattan, ab 1996 Erzbischof von Sydney. Seit 2006 ist er stellvertretender Vorsitzender des Heiligen Synods der Auslandskirche. Die Auslandskirche hatte sich nach der bolschewistischen Revolution 1922 von Moskau gelöst. Nach 1998 kam es zu einer Wiederannäherung an das Moskauer Patriarchat. Am 17. Mai 2007 wurde der „Akt der kanonischen Einheit” formell in Moskau unterzeichnet. Die Zahl der Gläubigen wird auf mindestens 500.000 geschätzt. Die Auslandskirche hat mehr als 400 Pfarrgemeinden sowie Frauen- und Männerklöster in mehr als 40 Ländern der Welt. (kap) (NL Radio Vatikan, 13.05.2008).
07.05.2008 Russland
Der neue Präsident Dmitri Medvedev will an der „Vertrauens-Beziehung“ zur russisch-orthodoxen Kirche festhalten. Das erklärte er nach seiner Amtseinführung am Mittwoch bei einer Begegnung mit Patriarch Alexij II. von Moskau. Die engen Beziehungen zwischen Staat und orthodoxer Kirche in Russland seien „zum Wohl des ganzen Landes“, so Medvedev. Der Patriarch bekräftigte, seine Kirche sei zu weiterer Kooperation bereit, „denn wir haben das selbe Vaterland, die selbe Geschichte*), die selbe Zukunft“. (afp) (NL Radio Vatikan, 07.05.2008).
*) besonders die Geschichte von 1917 bis 1989!! [GH].
15.04.2008 Russland:
Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexij II., hat die UNO um Schutz für die Kirchen im Kosovo gebeten. Weiterhin bat er um sicheren Zutritt auf Gebiete im Kosovo, die der orthodoxen Gemeinde „heilig” seien. Beim Treffen mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon in Moskau, sagte Alexij II., er hoffe, dass die UNO selber den orthodoxen Christen den Zutritt zu ihren heiligen Plätzen garantieren werde, die sich auf dem Territorium des Staates befinden, der sich erst im Januar als unabhängig erklärte. (apic) (Nl Radio Vatikan, 15.04.2008).
10.04.2008 Russland:
Zur Amtseinführung des neuen russischen Staatspräsidenten Dmitrij Medwedew wird am 7. Mai in der Verkündigungskathedrale im Kreml ein feierlicher Gottesdienst stattfinden. Das kündigte der Moskauer Patriarch Alexij II. bei den Feiern zum 500. Jahrestag der Weihe der berühmten Kreml- Kathedrale an. Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale im Kreml war bis zur Februarrevolution 1917 die Hauskirche der russischen Zaren gewesen. (kap) (NL Radio Vatikan, 10.04.2008).
03.04.2008 Bosnien-Herzegowina:
Die Unesco will den Wiederaufbau der orthodoxen Kathedrale von Mostar unterstützen. Der Generalsekretär der UNO-Organisation versprach internationale Hilfe für das einst berühmte Gotteshaus. Wie beim Aufbau der im 1993 im Bosnienkrieg zerstörten Alten Brücke wolle man eine internationale Spendenkampagne starten. Der Wiederaufbau der Kathedrale bedeute den Wiederaufbau von ganz Mostar, sagte der serbisch orthodoxe Bischof für Herzegowina. Die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit wurde zwischen 1863 und 1873 gebaut. Im Juni 1992 wurde sie in Brand gesetzt und gesprengt. Die Kirche gehörte zu den größten orthodoxen Gotteshäusern auf dem Balkan. (sok) (NL Radio Vatikan, 03.04.2008).
28.03.2008 Schweiz
Abgesandte der orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und von Moskau haben sich am Mittwoch in Zürich getroffen. Dabei ging es nach Agenturangaben um die verworrenen Verhältnisse der orthodoxen Kirche in Estland. Der Streit über orthodoxe Gruppen in Estland hatte letztes Jahr auch ein vatikanisch-orthodoxes Dialogtreffen im nord- italienischen Ravenna schwer belastet. Umstritten ist der Status der so genannten „Apostolisch-Orthodoxen Kirche Estlands”. Sie wurde vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel in einer Region eingerichtet, die die russische Orthodoxie als ihr „kanonisches Territorium” ansieht. Die Meinungs- verschiedenheiten sind eine schwere Belastungsprobe für die Einheit der orthodoxen Kirchen. (sir) (NL Radio Vatikan, 28.03.2008).
16.03.2008 Schweiz: Die orthodoxen Gemeinden von Zürich haben mit einer Vesper am Sonntag, 16. März, in der Kirche Hagios Dimitrios gemeinsam den „Sonntag der Orthodoxie“ begangen. Dabei feierten die beiden seit über 70 Jahren neben- und gegeneinander bestehenden russischen Pfarreien erstmals zusammen. Sie haben somit die im Mai 2007 beschlossene Wiedervereinigung zwischen dem Patriarchat Moskau und der Emigrantenkirche „ausserhalb Russlands“ für die Schweiz praktisch vollzogen.
Der „Sonntag der Orthodoxie“ wird auch Sonntag der heiligen Ikonen genannt. Er erinnert an das siebte Ökumenische Konzil von Nizäa im Jahr 787, das die Ikonenverehrung in der Ostkirche nach dem byzantinischen Bildersturm wiederhergestellt hat. Das Fest fällt immer auf den ersten Fastensonntag nach ostkirchlichem Kalender.
Seine interorthodoxe Feier geht auf den Athener Erzbischof Hieronymos I. (1967-1973) zurück, der in der königlichen Hauskapelle eine Vesper in allen Sprachen der Orthodoxie eingeführt hat. Später kam diese Tradition nach Wien und jetzt nach Zürich, das ursprünglich kirchlich zur Metropolie von Österreich gehörte. (kipa) (NL Radio Vatikan, 16.03.2008).
03.03.2008 Vatikan:
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel wird am kommenden Donnerstag mit dem Papst zusammentreffen. Bartholomaios I. wird von Benedikt XVI. in dessen Bibliothek empfangen werden, anschließend ziehen sie sich zu einem kurzen Gebet in die Kapelle des Apostolischen Palastes zurück. Zum letzten Mal waren die beiden beim Internationalen Friedenstreffen in Neapel vergangenen November zusammengekommen; am 30. November 2006 war Benedikt XVI. zu Gast im Phanar, dem Amtssitz von Bartholomaios. - Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie erhält am Dienstag im italienischen Triest die Ehrendoktorwürde, am Donnerstag nimmt er in Rom an den Jubiläums-Feierlichkeiten des Päpstlichen Orientalischen Instituts teil. Der Patriarch promovierte in den 1960er Jahren an dieser von Jesuiten geleiteten Hochschule. (rv) (NL Rdio Vatikan, 03.03.2008).
03.03.2008 Die orthodoxe Kirche wehrt sich weiterhin gegen die Unabhängigkeit des Kosovo. Bischof Artemije von Raska-Prizren hat dem orthodoxen Klerus im Kosovo jeglichen Kontakt mit den Angehörigen der neuen EULEX-Mission, den Institutionen in Pristina und Vertretern jener Staaten untersagt, die die einseitig ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben. Das berichtet der Belgrader Sender „B-92“. In der Weltorthodoxie wächst seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo Mitte Februar der Unmut über das Verhalten der USA und der Europäischen Union. Die Oberhäupter der orthodoxen Kirchen in Polen, Tschechien und in der Slowakei versicherten am Wochenende dem Belgrader Patriarchen Pavle I. ihre Solidarität. (kap) (NL Radio Vatikan, 03.03.2008).
01.03.2008 Serbien:
In der Weltorthodoxie wächst der Unmut über das Verhalten der USA und der Europäischen Union in Sachen Kosovo. Oberhäupter der orthodoxen Kirchen Polens sowie Tschechiens und der Slowakei richteten Solidaritätsadressen an den serbischen Patriarch Pavle I. Wörtlich heißt es in dem Schreiben des polnischen Metropoliten: „In diesen schweren Momenten, da Ihnen ein Teil des geliebten Vaterlandes entrissen wurde, tritt die ganze polnische orthodoxe Kirche im Gebet an Ihre Seite“. Die orthodoxe Kirche Polens drücke auf diese Weise ihre Solidarität mit dem serbischen Volk aus und teile dessen Schmerz und dessen Leiden. Ähnlich lauten die Schreiben der anderen Kirchenoberhäupter. Patriarch Pavle I. befindet sich seit Monaten im Krankenhaus; vor seiner Wahl zum Patriarchen war er viele Jahre Bischof des Kosovo. In letzter Zeit hat sich der Zustand des Patriarchen gebessert; am Mittwoch empfing er eine Delegation der georgischen orthodoxen Kirche und dankte ihr für die Unterstützung des georgischen Katholikos-Patriarchen Elias II. in der Kosovo-Frage. (kap) (NL Radio Vatikan, 01.03.2008).
18.02.2008 Griechenland:
Zum Amtsantritt des neuen orthodoxen Erzbischofs von Athen sind offenbar keine hochrangigen Vertreter der katholischen Kirche eingeladen worden. Nach ihren Angaben habe schon eine Vatikan-Delegation für Athen festgestanden; jetzt solle offenbar nur ein katholischer Priester aus Athen zur Einführung von Erzbischof Hieronymus kommen. Die katholische Bischofskonferenz von Griechenland fürchte, dass der neue Erzbischof weniger aufgeschlossen für ökumenische Kontakte sein könnte als sein verstorbener Vorgänger Christodoulos. (agi) (NL Radio Vatikan, 18.02.2008).
15.02.2008 Serbien:
Die serbisch-orthodoxe Kirche zeigt sich enttäuscht über die erwartete Lossagung der albanisch dominierten Provinz Kosovo von Serbien. „Bei allem Respekt für die Rechte all derjenigen, die in der Provinz Kosovo-Metohija leben” sei es notwendig, dass die Region Bestandteil des serbischen Staates bleibt, aber „höchstmögliche Autonomie” erhält, hieß es in einer Erklärung der Heiligen Synode. Jede andere Lösung bedeute das „Zertreten der elementaren Menschenrechte, der Charta der Vereinten Nationen und aller relevanten internationalen Konventionen”. Die Unabhängigkeitserklärung werde den Kosovo langfristig in ein „Krebsgeschwür nicht nur des Balkans, sondern ganz Europas” verwandeln, fürchten die serbischen Bischöfe. (kap) (NL Radio Vatikan, 15.02.2008).
16.03.2008 Schweiz: Sonntag der Orthodoxie
07.02.2008 Athen: Zum neuen Erzbischof von Athen und Ganz Griechenland wurde heute der Metropolit von Theben und Levadeia, Hieronymos, gewählt.
Bereits im zweiten Wahlgang wurde er mit 45 von 74 abgegebenen Stimmen gewählt. Der neue Erzbischof Hieronymos ist 1938 in Oinophyta (Böotien) als Ioannis Liapis geboren. Er absolvierte das Studium der Archäologie und das der Theologie in Athen und ging dann zu weiteren Studien nach Graz, Regensburg und München. Im Jahre 1967 wurde er zum Priester geweiht und zum Generalvikar (1967-1978) des damaligen Metropoliten von Theben und Levadeia berufen. 1978 wurde Hieronymos Erster Sekretär der Heiligen Synode von Griechenland, bis er 1981 die Bischofsweihe erhielt und selbst zum Metropoliten von Theben und Levadeia berufen wurde. Schon 1998 bei der Wahl seines Vorgängers Christodoulos zum Erzbischof von Athen hatte er die zweitmeisten Stimmen erhalten.
Herzliche Glückwünsche dem neuen Erzbischof und der Kirche von Griechenland! Ιερωνύμου του Μακαριωτάτου και Θεοπροβλήτου Αρχιεπισκόπου Αθηνών kαι Πάσης Ελλάδος Πολλά τα Έτη !
(Athanasios + GH 07.02.2008).
07.02.2008 Athen:
Heute Vormittag tritt die Heilige Synode der orthodoxen Kirche Griechenlands in der Hauptstadt Athen zusammen, um den Nachfolger für den verstorbenen Erzbischof Christodoulos zu wählen als "Erzbischof von Athen und ganz Griechenland", wie sein offizieller Titel lautet. Nach der Feier der Göttlichen Liturgie in der Kathedrale von Athen, beginnen die Wahlen um 10 Uhr MEZ. Dazu schirmen sich die Mitglieder der Versammlung strikt von der Außenwelt ab. Laien haben weder Zutritt noch Stimmrecht. Die 75 wahlberechtigten Bischöfe wählen das neue Oberhaupt mit Zweidrittelmehrheit im ersten Wahlgang oder danach mit einfacher Mehrheit. Man erwartet, dass die Wahl schon heute erfolgreich ist. Große Chancen werden dem Metropoliten Efstathios von Sparta eingeräumt. (GH).
31.01.2008 Athen:
Tausende Gläubige gaben dem am Montag verstorbenen Erzbischof von Athen und Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Christodoulos, die letzte Ehre.
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., leitete den Trauergottesdienst in der Kathedrale von Athen. Oberhäupter und Delegierte vieler orthodoxer und nichtorthodoxer Kirchen, darunter Gesandte des Vatikans, die Spitzen des griechischen Staates und der Politik
sowie Diplomaten vieler Länder nahmen an dem zweistündigen Verabschiedungs- gottesdienst für das Kirchenoberhaupt teil. Den Weg des offenen Sarges durch die Straßen Athens zum Ersten Friedhof der Stadt säumten Tausende Gläubige aus ganz Griechenland und spendeten dem vorüberziehenden Toten aufbrandenden Applaus als Dank für seinen Dienst an Kirche, Volk und Vaterland. Christodoulos war am Montag im Alter von 69 Jahren an den Folgen einer Leberkrebs-Erkrankung gestorben. Nach seinem Tod hatte die griechische Regierung eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Die Heilige Synode der Kirche Griechenlands wird nun innerhalb von 20 Tagen einen neuen Erzbischof wählen. (afp; Radio Vatikan; Gerd Hagedorn; Bilder: Greektown Community).
30.01.2008 Russland/Estland/Istanbul:
Russische und estnisch-orthodoxe Kirche treffen sich voraussichtlich bald zur Versöhnung
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat Vertreter der beiden Kirchen für nächsten Monat an einen Tisch gebeten. Die estnisch-orthodoxe Kirche hatte sich 1996 von der russischen Mutterkirche gelöst. Die Delegation des Moskauer Patriarchats hatte bei der ökumenischen Dialogrunde vergangenen Oktober in Ravenna die Tagungverlassen, da der Metropolit von Tallinn ebenfalls anwesend war. Moskaus Antwort auf die Einladung Bartholomaios' I. steht noch aus, Beobachter halten sie aber für sicher. Ein Ort für die Begegnung steht noch nicht fest. (asianews) (NL Radio Vatikan, 30.01.2008).
29.01.2008 Serbien:
Der serbisch-orthodoxe Bischof von Prizren bittet Deutschland, die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anzuerkennen. In Berlin führte Bischof Artemije in diesen Tagen Gespräche mit Politikern, um sie auf den Ernst der Lage im Kosovo aufmerksam zu machen. Eine Unabhängigkeit des Kosovo, der völkerrechtlich zu Serbien gehört, aber eine mehrheitlich albanische Bevölkerung hat, wäre ein Bruch des internationalen Rechts, so Artemije. Die serbisch-orthodoxe Kirche fürchtet vor allem um das Los ihrer Gläubigen im Kosovo. Der Bischof betonte, es müsse alles getan werden, um die Lage im Kosovo zu verbessern, nicht um sie noch zu verschlimmern. In den letzten 15 Jahren unter UNO-Verwaltung seien bei „terroristischen Akten” im Kosovo 150 orthodoxe Kirchen zerstört worden. (pm) (NL Radio Vatikan, 29.01.2008).
29.01.2008 Vatikan:
Papst Benedikt schickt eine Kardinals - Dele- gation zur Beerdigung des orthodoxen Erzbischofs von Athen.
Erzbischof Christodoulos war am Montag in der griechischen Hauptstadt verstorben; er wird am Donnerstag dort beigesetzt. Den Vatikan vertreten bei den Trauerfeiern Kardinal Paul Poupard, der Nuntius in Griechenland und Bischof Brian Farrell vom Päpstlichen Einheitsrat. In einem Telegramm drückt Papst Benedikt an diesem Dienstag sein Beileid zum Tod von Christodoulos aus. Der Verstorbene habe „eine neue Ära der herzlichen Zusammenarbeit” mit den Katholiken möglich gemacht. Er sei mit der orthodoxen Kirche Griechenlands imGebet verbunden, sagte Papst Benedikt XVI. (rv) (NL Radio Vatikan, 29-01-2008).
28.01.2008 Ein griechisch-orthodoxer Christ aus Deutschland schreibt: Das Oberhaupt der griechischen Kirche, Erzbischof Christodoulos, ist heute
Morgen um 05:15 griechischer Ortszeit nach schwerem Krebsleiden verstorben.
Die Beerdigung des 69-Jährigen Geistlichen soll am kommenden Donnerstag [31. Januar] stattfinden. Die Gläubigen können drei Tage lang in der Kathedrale von
Athen dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen. In Griechenland wurde eine dreitägige Staatstrauer verkündet. Schulen sollen am Donnerstag
ausfallen, Konzerte und Veranstaltungen werden auf nächste Woche vertagt.
Christodoulos trat seine Amtszeit am 29. April 1998 an. Als Höhepunkt seiner Amtszeit gilt der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Mai 2001 in Athen. Es war der erste Besuch eines Papstes in Griechenland seit der Trennung der beiden Kirchen vor tausend Jahren. Als erster griechischer Erzbischof besuchte Christodoulos im Dezember 2006 dann auch den Vatikan. (Anastasios Manoussopoulos, 28.01.2008).
28.01.2008 Griechenland: Erzbischof Christodoulos verstorben
Das Oberhaupt der orthodoxen Christen Griechenlands ist tot: Erzbischof Christodoulos von Athen starb Montag früh nach langer Krankheit in der griechischen Hauptstadt. Dies berichtet das staatliche Fernsehen. Der 69-jährige hatte Leber- und Darmkrebs. Christos Paraskevaides – das war der bürgerliche Name, unter dem er im Januar 1939 in Xanthi geboren wurde. Im April 1998 wählte ihn die Heilige Synode der griechischen orthodoxen Kirche zum Oberhaupt. In knapp zehn Jahren Amtszeit baute Christodoulos vor allem die Spannungen mit dem Vatikan ab: Der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Mai 2001 in Athen gilt als einer der Höhepunkte seines Wirkens. Es war der erste Besuch eines Papstes in Griechenland seit der Trennung der beiden Kirchen im Jahr 1054. Als erster griechischer Erzbischof besuchte Christodoulos dann im Dezember 2006 Rom. Er traf dort mit dem neuen Papst Benedikt zusammen. In einer gemeinsamen Erklärung unterstrichen beide Kirchenmänner ihren Willen zu einer weiteren ökumenischen Annäherung. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, in Liebe und Wahrheit die vielfältigen Schwierigkeiten und schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit zu überwinden“, so die Erklärung. Entschieden forderten beide eine fruchtbare Zusammenarbeit zur Wiederentdeckung der christlichen Wurzeln Europas. Bei seinem Amtsantritt hatte Christodoulos als Reformer gegolten, und rasch gewann er sich viele Sympathien. Doch mit vielen Äußerungen brachte er auch Teile der Öffentlichkeit gegen sich auf – sein Spitzname daher: „Erzbischof Donnerschlag“. Anfang 2005 musste der Erzbischof eine Reihe von Skandalen in seiner Kirche hinnehmen… und einen spürbaren Vertrauensverlust beim Kirchenvolk. Er entschuldigte sich im Februar 2005 öffentlich für den entstandenen Schaden und Glaubwürdigkeitsverlust. Die Synode der griechischen orthodoxen Kirche wird innerhalb von 20 Tagen einen neuen Erzbischof wählen. 97 Prozent der Griechen bekennen sich zur griechisch-orthodoxen Staatskirche. (kap) (nach NL Radio Vatikan, 28.01.2008).
29.01.2008 Vatikan:
Papst Benedikt XVI. sendet ein persönliches Beileidstelegramm mit einer Botschaft an die Orthodoxe Kirche Griechenlands (L'Osservatore Romano, 30.01.2008).
28.01.2008 Griechenland: Der Vatikan würdigt das orthodoxe Kirchenoberhaupt
Im Vatikan ist Eleuterio Fortino vom Einheitsrat zuständig für die Kontakte zur griechisch-orthodoxen Kirche. Er würdigt gegenüber Radio Vatikan das verstorbene Kirchenoberhaupt.
„Er war ein Mann der Kirche, der sein Volk geliebt hat und der mit Großherzigkeit sein Hirtenamt ausgeübt hat als Erzbischof von Athen und Primas der Kirche von Griechenland. Er hat mit Umsicht, aber zugleich beharrlich, das Gespräch gesucht. Sein Anliegen war es, in der Pastoral das Bewusstsein zu stärken für die drängenden kulturellen und ökumenischen und sozialen Probleme des Landes.“
Fortino unterstreicht das bleibende Vermächtnis von Christodoulos: „Von ihm wird die Erinnerung bleiben, dass er die Kontakte der griechischen Kirche mit der restlichen christlichen Welt gefördert hat. Das kann man insbesondere über das Verhältnis mit Rom sagen. Als Johannes Paul II. auf den Spuren des Heiligen Paulus nach Athen gepilgert ist, war er es, der für den herzlichen Empfang des Papstes durch die Heilige Synode verantwortlich war. Er war zusammen mit Johannes Paul II. auf dem Aeropag zur Erinnerung an die Rede des Heiligen Apostels an die Athener. Damals wurde auch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.“
Das Begräbnis von Christodoulos findet am Donnerstag statt.
Von einem „schweren Verlust für die Ökumene” spricht auch die katholische Bischofskonferenz Griechenlands. Die katholische Gemeinschaft teile die Trauer ihrer orthodoxen Landsleute, so der katholische Erzbischof von Naxos, Nikolaos Printezis. Der verstorbene Metropolit habe die katholischen Bischöfe immer als „Brüder im Episkopat” betrachtet; er sei ein „mutiger Hirte” gewesen. Printezis war auf der katholischen Maristen-Schule von Athen ein Klassenkamerad des Verstorbenen gewesen. (rv/kap) 
28.01.2008 Athen:
Am heutigen Montag, um 05.15 Uhr Ortszeit, wurde der Ersthierarch der Kirche von Griechenland, Seine Seligkeit Erzbischof Christodoulos, nach langem, schweren Leiden heimgerufen in die ewigen Wohnungen des Reiches Gottes.
R.I.P.
22.10.2008 Russland/Georgien
Der Patriarch vermittelt:
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Rolle des georgisch-orthodoxen Katholikos, Elias II., bei der Aussöhnung zwischen Moskau und Tiflis gewürdigt. Bei einer Begegnung mit dem Katholikos in Tiflis versicherte der Außenminister, dass sowohl Präsident Wladimir Putin als auch der Moskauer Patriarch Alexij II. die Bemühungen des Oberhaupts der georgisch-orthodoxen Kirche hoch schätzten. In Moskau wisse man das „aufrichtige Interesse” des georgischen Patriarchen „an der Vertiefung der Freundschaft zwischen Georgien und Russland” und der „Überwindung kurzfristiger Probleme” zu würdigen, so Lawrow. Katholikos Elias betonte, dass die Probleme zwischen den beiden historisch verbundenen Nationen „so rasch wie möglich” gelöst werden müssen. Das gelte auch für restriktive Visa-Bestimmungen. (kap) (NL Radio Vatikan, 22.01.2008).
20.01.2008 Griechenland:
Der Gesundheitszustand des griechisch- orthodoxen Erzbischofs Christodoulos von Athen und ganz Griechenland hat sich weiter verschlechtert. Das teilte der Sprecher des Kirchen-Oberhauptes jetzt mit. Der krebskranke Erzbischof war im vergangenen Oktober in den USA operiert worden, seitdem wird er in Griechenland weiterbehandelt. 2001 hatte der als konservativ geltende Kirchenmann Papst Johannes Paul II. in Athen empfangen. Im Dezember 2006 traf er mit Papst Benedikt XVI. in Rom zusammen. Bei dieser Gelegenheit unterzeichneten die beiden Kirchenoberhäupter eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihren Willen zur ökumenischen Zusammenarbeit bekundeten. (rv) (NL Radio Vatikan, 20.01.2008).
05.01.2008 Georgien:
Die orthodoxe Kirche des Landes hat die Wähler in Georgien aufgefordert, bei den Präsidentschaftswahlen an diesem Samstag ihre Stimme abzugeben. Die Menschen sollten einen Kandidaten wählen, „der die Religion und die heiligen Stätten in Georgien respektiert”, empfahl der Großkatholikos-Patriarch der georgisch-orthodoxen Kirche, Ilia II. Das Kirchenoberhaupt feierte in diesen Tagen sein 30. Amtsjubiläum und seinen 75. Geburtstag. Derweil ruft das georgische Patriarchat alle politischen Kräfte auf, die Kirche nicht in politische Prozesse einzubeziehen. (ria novosti) (NL Radio Vatikan, 05.01.2008).
29.12.2007 Serbien:
Das serbisch-orthodoxe Patriarchat hat der russisch-orthodoxen Kirche gedankt. Das Moskauer Patriarchat unterstütze die Haltung der serbischen Kirche im Bezug auf die Kosovo-Verhandlungen, sagte der Bischof Hrizostom von Bihac-Petrovac. In den vergangenen Tagen besuchte der Präsident des Moskauer internationalen Fonds „Einheit der orthodoxen Völker”, Walerij Aleksejew, das serbisch-orthodoxe Patriarchat in Belgrad und war dort mit Bischof Hrizostom zusammen getroffen. Der Präsident der einflussreichen orthodoxen Organisation betonte im Gespräch mit Bischof Hrizostom, dass die Frage des Kosovo sowie der Verbleib der serbischen Bevölkerung in ihren Wohnorten die Hauptaufgabe sowohl Serbiens als auch Russlands sei. Das Kosovo mit seiner Geschichte sei ein „Heiligtum für die ganze orthodoxe Welt”, sagte Aleksejew. Der Präsident des Fonds „Einheit der orthodoxen Völker” hatte Belgrad auf dem Weg ins bosnische Banja Luka besucht, wo er Gespräche mit dem dortigen Bischof Jefrem Milutinovic und Vertretern der Regierung der „Republika Srpska” führte. In Banja Luka soll im Februar 2008 die nächste Versammlung des internationalen Fonds „Einheit der orthodoxen Völker” stattfinden. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.12.2007).
27.12.2007 Russland:
In Moskau wurden im zu Ende gehenden Jahr mehr als 100 orthodoxe Kirchen neu eröffnet. Dies geht aus sta tistischen Unterlagen hervor, die Patriarch Alexij II. bei einem Diözesantreffen des Moskauer Klerus vorgelegt hat. Demnach gibt es derzeit in der russischen Hauptstadt 851 orthodoxe Kirchen und Kapellen einschließlich der unter staatlicher Verwaltung stehenden Gotteshäuser im Kreml, während es im Jahr 2006 erst 730 waren. Nach Angaben des Patriarchen wurden 25 in bolschewistischer Zeit enteignete Gotteshäuser noch immer nicht zurückgegeben. Trotz der imposanten Zahlen machen Beobachter darauf aufmerksam, dass der Stand vor der Machtergreifung der „Mehrheitsfraktion” (Bolschewiki) der russischen Sozialdemokratie 1917 noch nicht erreicht ist: Damals gab es in der russisch-orthodoxen Kirche landesweit 97.000 Kirchen, 1.500 Klöster und 57 Priesterseminare. (kap) (NL Radio Vatikan, 27.12.2007).
23.12.2007 Zypern: Chrysostomos I. ist verstorben
Das frühere Oberhaupt der zyprisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Chrysostomos I., ist am Samstag [=22.12.2007] im Alter von 80 Jahren verstorben. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Der seit November 2007 amtierende Nachfolger Chrysostomos II. sagte in einer ersten offiziellen Stellungnahme, „das Andenken des Verstorbenen und sein Wirken für Kirche und Nation werde immer in Ehren gehalten werden“. Chrysostomos I. leitete die Kirche von 1977 bis 2006. Nach einem Sturz im Jahr 2000 hat er sich nie wieder richtig erholt. Eine Sondersynode setzte ihn wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes im Herbst vergangenen Jahres ab.
Die zypriotische Kirche gilt als einflussreich und wohlhabend. Sie ist seit dem fünften Jahrhundert autokephal, also in der Gemeinschaft der Orthodoxie eine selbstständige Kirche.
(afp 23.12.2007 mc) (NL Radio Vatikan, 23.12.2007).
13.12.2007 Russland:
Das Tandem Medwedew-Putin ist „ein Segen für Russland”. Das glaubt der russische Patriarch Alexij II. Mit Dmitri Medwedew als künftigem Präsidenten und Wladimir Putin als Ministerpräsident werde die engagierte Politik der vergangenen Jahre fortgesetzt, erklärte Alexij in einer Fernsehbotschaft. Russland sei von der internationalen Gemeinschaft anerkannt, und er, der Patriarch, schätze Putins Einsatz für das Wohl des Landes und des Volkes. Präsidentschaftskandidat Medwedew hatte angekündigt, er werde im Fall seiner Wahl zum Präsidenten Putin zum Ministerpräsidenten ernennen. Beobachter rechnen allgemein mit Zustimmung. Die russisch-orthodoxe Kirche hatte Putins Regierung stets unterstützt. (afp) (Newsletter Radio Vatikan, 13.12.2007).
11.12.2007 Russland:
Die Russisch-Orthodoxe Kirche unterstützt den Ersten Vizepremier Dmitri Medwedew als Kandidat für das russische Präsidentenamt. Patriarch Alexij II. werde sich demnächst dazu äußern, sagte der Pressesprecher des Moskauer Patriarchats, Wladimir Wigiljanski, der russischen Nachrichtenagentur „Ria Novosti“ am Montag Abend. Die Kandidatur sei der Russisch-Orthodoxen Kirche genehm, so der Sprecher. Die Russisch-Orthodoxe Kirche sehe in den Worten und den Taten des Ersten Vizepremiers „die Einsicht in die kirchlichen Probleme und den Wunsch, auch künftig eine Zusammenarbeit zu betreiben, die den gemeinsamen Zielen und Aufgaben der Kirche und des Staates entsprechen wird”. Der russische Vize-Ministerpräsident Dmitri Medwedew als Nachfolger von Staatschef Wladimir Putin wurde am Montag bekannt gegeben. Der Vorschlag, den 42-jährigen Medwedew für die Wahl zu nominieren, kam offiziell von Boris Gryslow, dem Chef der Kreml-Partei „Einiges Russland”. Das Gespräch Gryslows mit Putin wurde vom staatlichen Fernsehen übertragen. (ria novosti/ap) (Newsletter Radio Vatikan, 11.12.2007). [ohne Kommentar! GH]

14.11.2007 Serbien:
Der 93-jährige serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle I. erhält mit dem montenegrinischen Metropolit Amfilohije (Radovic) einen Vikar. Metropolit Amfilohije wurde am Dienstag als dienstältestes Mitglied der Heiligen Synode der serbischen Kirche mit der Aufgabe betraut, dem Patriarchen bei "Erledigung der täglichen Aufgaben" behilflich zu sein. Entsprechend der kirchlichen Verfassung werde die vorläufige Stellvertreterfunktion des montenegrinischen Metropoliten "keineswegs die künftige Patriarchenwahl präjudizieren", wurde in einer Pressemitteilung betont. In der serbischen Öffentlichkeit wird schon seit einigen Wochen über den Gesundheitszustand des Patriarchen spekuliert. Patriarch Pavle I. wurde im Dezember 1990 in sein Amt gewählt. Zuvor hatte er mehrere Jahrzehnte lang im Kosovo seinen Dienst versehen. (kap) (Newsletter Radio Vatikan, 14.11.2007).
14.11.2007 Russland:
Russische Sekte wartet in einer Höhle auf den Weltuntergang (jesus.de / epd) - Russische Sektenmitglieder haben eine Höhle gegraben, um dort den Weltuntergang zu erwarten. Wie die Internetzeitung newsru.com am Mittwoch berichtete, drohten sie gegenüber den Behörden mit Selbstverbrennung, wenn jemand versuchen sollte, sie gewaltsam aus dem unterirdischen Versteck zu holen. Die Höhle liegt nahe der Ortschaft Nikolskoje im Gebiet Pensa an der Wolga, etwa 700 Kilometer südöstlich von Moskau.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft halten sich 29 Personen, darunter vier Kinder, in der Höhle auf. Die Sektenmitglieder nennen sich die «wahre russisch- orthodoxe Kirche» und haben schriftlich versichert, sich freiwillig in der Höhle aufzuhalten. Sie haben Brunnen, Schlafnischen und sogar Räumlichkeiten für eine Küche gegraben. Zudem legten sie einen großen [!!] Lebensmittelvorrat an. Der Sektenführer «Vater Pjotr» verkündete seinen Anhängern das baldige [??] Ende der Welt.
Die Staatsanwaltschaft leitete wegen «Bildung einer gegen das Persönlichkeitsrecht einzelner Bürger verstoßenden Gemeinschaft» ein Ermittlungsverfahren ein. Darauf steht eine Haftstrafe von maximal drei Jahren. Polizisten bewachen den Eingang der Höhle, um die öffentliche Ordnung zu überwachen. Wegen der Gefahr der Selbstverbrennung sahen die Behörden bis Mittwoch von einer Zwangsevakuierung ab.
Dies ist ein Artikel von Jesus.de. ©11/2007 Copyright by Bundes-Verlag GmbH.
10.10.2007 Türkei:
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ist zu politischen Gesprächen in Ankara eingetroffen. Gestern wurde er von Präsident Abdullah Gül empfangen. Ein Gespräch mit Premier Recep Erdogan sei „zu 99 Prozent wahrscheinlich”, sagte der Sprecher des Patriarchats, Dositheos Anagnostopoulos, der „Süddeutschen Zeitung”. Die Wiedereröffnung der 1971 geschlossenen Theologischen Hochschule auf der Insel Chalki werde „das brennende Thema bei den Gesprächen” sein, so der Sprecher. Laut Berichten der türkischen Presse hat es im Konflikt um die Priesterausbildung jedoch keine Fortschritte gegeben. Gül erneuerte in dem Gespräch demnach den Vorschlag der Regierung, ein christliches Seminar an einer der staatlichen theologischen Fakultäten zu eröffnen. Das hatte das Patriarchat schon in der Vergangenheit abgelehnt. Brüssel und Washington drängen auf eine Wiedereröffnung der vor 36 Jahren geschlossenen Hochschule auf der Marmara-Insel Chalki. Dass dies bisher nicht geschehen ist, wird von Beobachtern als wichtiges Indiz interpretiert, dass die Religionsfreiheit in der Türkei noch immer nicht gegeben ist. (kap) (nach Newsletter Radio Vatikan, 10.10.2007).
30.09.2007 Türkei:
Mit Nachdruck fordert das Ökumenische Patriarchat in Istanbul die neu gewählte türkische Regierung auf, den Status des Patriarchats rechtlich anzuerkennen. Nach Meinung des Sekretärs der Heiligen Synode, Archimandrit Elpidophoros Lambriniadis, müsse "die de-facto-Existenz des Patriarchats auch de jure anerkannt werden". Ohne diese Anerkennung seien dem Patriarchat „in jeder Hinsicht die Hände gebunden" und ein offizieller Dialog mit dem Staat zur offenen Frage des Kirchenbesitzes sei nicht möglich, so der Archimandrit.
Außerdem sinke die Zahl der griechisch-orthodoxen Gläubigen wie auch anderer Minderheitenkirchen in der Türkei durch die Emigration weiter, so dass „dringender Handlungsbedarf" bestehe. Er habe den Eindruck, dass die Untätigkeit der Regierung in dieser Frage eine “bewusste Taktik" darstelle, um das Patriarchat weiter zu schwächen. Das Gerichtsverfahren gegen Patriarch Bartholomaios I. wegen des Gebrauchs des Titels „Ökumenischer Patriarch" bei einer Rede im Juli sei zwar unlängst eingestellt worden. Es sei aber nicht zugleich zu einer offiziellen Anerkennung des Patriarchats als Rechtsperson gekommen.“ (kap) (Newsletter Radio Vatikan, 30.09.2007).
12.09.2007 Rumänien:

Daniel Ciobotea wurde am 22.07.1951 geboren und studierte u.a. in Straßburg und Freiburg. Dort war der heutige Kardinal Karl Lehmann einer seiner Lehrer. Seit siebzehn Jahren ist er Metropolit der Moldau und der Bukovina, mit Sitz in Iasi.
(kap 13.09.2007 sk) (Radio Vatikan, 13.09.2007). -- Ad multos annos ! [GH]
Im Streit um den Titel des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel stellt die türkische Justiz ihre Ermittlungen gegen Bartholomaios I. ein.
Zu einer strafrechtlichen Verfolgung des Patriarchen wegen einer Rede im Juli bestehe kein Anlass, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Istanbul laut türkischen Medienberichten mit. Die Staatsanwaltschaft von Beyoglu ermittelte seit Juli gegen Bartholomaios I., weil er in einer Ansprache beim Welttreffen der Ökumenischen Jugend in Istanbul seinen Anspruch auf den Titel des „Ökumenischen” Patriarchen bekräftigt hatte. Das Oberste Berufungsgericht der Türkei hatte ihm in einem Grundsatzurteil im Juni das Recht abgesprochen, diese Bezeichnung zu führen. (kna) (Newsletter Radio Vatikan, 12.09.2007).
24.08.2007 Türkei:
Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hat den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel zum Verhör einbestellt, weil er trotz eines Gerichtsurteils an seinem traditionellen Titel festhält. Das berichten türkische Medien. Patriarch Bartholomaios I. soll in einem Ermittlungsverfahren aussagen, das die Staats- anwaltschaft wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch führt. Sollte der 67-Jährige angeklagt und dann auch verurteilt werden, droht ihm eine einjährige Haftstrafe. Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantin- opel ist traditionell Ehrenoberhaupt von mehr als 300 Millionen orthodoxen Christen in aller Welt. (kna) (Newsletter Radio Vatikan, 24.08.2007). -- Ein absurdes Unternehmen der Türkei, das wieder einmal die Christenfeindlichkeit dieses Staates zeigt. Der Patriarch von Konstantinopel führte den Titel "Ökumenisch" schon mehrere Jahrhunderte, bevor Konstantinopel von den Türken 1453 erobert wurde. Bis heute hat es in der Türkei niemanden gestört! [GH]
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Die russisch-orthodoxe Kirche hat eine „Stärkung des russischen Staates“ gefordert. Das Moskauer Patriarchat stellte dabei ein Modell – die so genannte „Russische Doktrin“ – für die wirtschaftliche und politische Entwicklung Russlands vor. Der „Außenminister“ des Moskauer Patriarchats, Metropolit Kyrill, rief die Parteien des Landes zur „Entwicklung von mehr nationalen geistigen Werten“ auf. Wörtlich sagte er: „Die Rückgabe der gesetzmäßigen Einnahmequellen an den Staat und der sozialen Gerechtigkeit an das Volk müssen zu Hauptaufgaben einer wirklich nationalen russischen Elite werden“. Mehrere Wissen- schaftler kritisieren die „Russische Doktrin“ des Moskauer Patriarchats und fordern, dass sie sich aus Politik und Wissenschaft heraushalten sollte. (russland aktuell) (Newsletter Radio Vatikan, 22.08.2007). -- [So wird die russische Kirchenpolitik immer klarer ...! GH]
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Zum zweiten Mal in vier Monaten hat Ankara den Besuch des neuen Erzbischofs von Zypern in Istanbul verhindert. Das neue Oberhaupt der orthodoxen Kirche Zyperns, Erzbischof Chrysostomos II., wollte vom 17. bis zum 21. August seinen Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomaios I. machen. Ursprünglich war das rein religiöse Treffen für Mai angesetzt; Ankara sagte es damals mit der Begründung möglicher politischer Konsequenzen für die anstehenden Wahlen ab. Die christlichen Minderheiten im Land zeigten sich besorgt über die abermalige Verhinderung des Treffens zwischen den beiden Oberhirten. Der wiedergewählte türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hatte gesagt, er wolle sich für die Vollmitgliedschaft in der EU und für das Recht der religiösen Minderheiten in der Türkei einsetzen. (asianews) (Newsletter Radio Vatikan, 14.08.2007).
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01.08.2007 Türkei:
Pensionierte Militärs sollen einen Anschlag auf den Ökumenischen Patriarchen von Kon- stantinopel, Bartholomaios I., geplant haben.
Das ergaben Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Istanbul, wo das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen residiert. Bei der Überprüfung des Computers eines Verdächtigen sei ein detaillierter Plan zu einem Mord an Bartholomaios entdeckt worden. Die Gruppe, die sich „Verband nationaler Kräfte” nenne, habe auch den armenischen Patriarchen Mesrop und einen jüdischen Banker umbringen wollen. Eine Zeitung schreibt dem Netzwerk pensionierter Militärs zahlreiche Kontakte zu nationalistischen Organisationen zu. Es habe auch über Waffen verfügt, die aus Armeedepots stammten. Derweil hat die griechische Außenministerin in Brüssel ihre EU-Kollegen auf die Schwierigkeiten des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel mit dem türkischen Staat hingewiesen. Ein Statement der Außenministerin und des Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei kritisiert ein türkisches Gerichtsurteil, das Bartholomaios verbieten will, das Wort „Ökumenisch” in seinem Titel zu führen. (asianews) (Newsletter Radio Vatikan, 01.08.2008)
Dazu auch die Meldung vom 29.06.2007, ausgerechnet am Hochfest von Peter und Paul, aus der Türkei:
Das türkische Höchstgericht hat dem spirituellen Führer der orthodoxen Christen, Patriarch Bartholomaios von Istanbul, verboten, den Titel „Ökumenisch” zu gebrauchen. Gemäß dem Urteil untersteht das Patriarchat vollständig den türkischen Gesetzen und ist nicht dazu berechtigt, einen universalen Titel zu tragen, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung”. Das Patriarchat sei eine Institution einer religiösen Minderheit in der Türkei. Der Titel „Ökumenisch” in Bezug auf das Patriarchat hat in Ankara immer wieder für Unbehagen gesorgt. Die Regierung sah in der Führung der griechisch-orthodoxen Kirche ein trojanisches Pferd Griechenlands. Nationalistische und fundamentalistische Kreise hingegen fürchteten, „internationale dunkle Kräfte” wollten das Patriarchat in eine vatikanähnliche Zentralstelle der Orthodoxie in Istanbul verwandeln. (kipa) (Newsletter Radio Vatikan, 29.06.2007) -- Anmerkung hierzu: Der Titel "Ökumenischer Patriarch" ist heute ein rein kirchlicher Ehrentitel und bezieht sich auf die christliche oikoumene des Römischen Reichs, hat also mit politischen Ambitionen nichts zu tun, ursprünglich allerdings sehr wohl mit innerchristlichen Machtansprüchen, besonders gegenüber Rom, heute manchmal auch innerhalb der Orthodoxie. Die Argumentation des Obersten Gerichts der Türkei ist also unsinnig und ein Beweis islamischer Hilflosigkeit und Unsicherheit. (GH)
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31.07.2007: Patriarch Teoctist von Rumänien ist gestorben
Der orthodoxe Patriarch von Rumänien, Teoctist I., ist tot. Der 92-Jährige starb gestern Nachmittag in Bukarest. Teoctist war eine der markantesten Gestalten der europäischen Christen- heit und ein inspirierter Förderer der Ökumene.
Seit 1986 hatte Teoctist, der aus dem Nordosten Rumä- niens stammte, den Patriarchenstuhl in Bukarest inne. Damit stand der hagere Mönch mehr als 20 Jahre lang an der Spitze der drittgrößten orthodoxen Kirche der Welt. Teoctists Einstellung zum Diktator Nicolae Ceausescu war umstritten, nach dem Fall des kommunistischen Regimes 1989 aber gewann er als Ökumeniker Profil. 1999 machte er Papst Johannes Paul II. einen Besuch in Rumänien möglich - ein wichtiger Durchbruch für den Papst, der damit erstmals ein mehrheitlich orthodoxes Land bereiste. Hunderttausende von Rumänen riefen während der Begegnung der beiden Kirchenführer „Unitate, Unitate! (Einheit, Einheit!).” Die Visite öffnete dem Papst später dann auch die Türen für einen Besuch in Griechenland. 2002 kam Teoctist als Gast des Päpstlichen Einheitsrates zu Gesprächen mit Johannes Paul II. nach Rom.
Seiner orthodoxen Kirche hinterlässt Teoctist vor allem das Projekt einer „Kathedrale der nationalen Aussöhnung”, das bislang aber noch Standort- und Geldschwierigkeiten hat. Präsident Traian Basescu würdigt in einem Beileidstelegramm Teoctists „Weisheit” und „Ausgewogenheit”. Der kommende Freitag, Tag der Beisetzung des Patriarchen, soll zu einem nationalen Trauertag erklärt werden, kündigte die Regierung an. 87 Prozent der Rumänen gehören zur orthodoxen Kirche.
In rund drei Monaten wird die rumänische orthodoxe Kirche einen neuen Patriarchen wählen. Bis dahin wird der Metropolit von Iasi, Daniel (Ciobotea), interimistisch die Leitung der rumänischen Kirche übernehmen. Die sterblichen Überreste Teoctists sind derzeit in der orthodoxen Kathedrale von Bukarest aufgebahrt; dort nehmen nach Medienberichten Hunderte von Menschen von ihm Abschied, viele mit Kerzen in der Hand.
(reuters/kap/afp) (Newsletter Vatikan, 31.07.2007).- R.I.P. Am 12. September 2007 soll der neue Patriarch gewählt werden [GH].
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Russland: Versöhnung mit Auslandskirche
90 Jahre lang getrennt – seit gestern ist die russisch-orthodoxe Kirche wieder vereint: Ein historisches Ereignis in Moskau. Es gab eine symbolträchtige Unterzeichnung des Aktes über die Aufnahme der kanonischen Gemeinschaft in der Erlöser-Kathedrale am Roten Platz. Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Alexej II., und Metropolit Lawr von der Russisch-Orthodoxen Auslandskirche von Ostamerika und New York, zogen bei Glockengeläut in die Kathedrale ein: „Die kirchliche Spaltung und die seit der Revolution und dem Bürgerkrieg vererbte Konfrontation in der Gesellschaft wird überwunden, die Kirche gefestigt”, sagte der Patriarch bei seiner Ansprache. Auch der katholische Erzbischof in Moskau, Tadeusz Kondrusiewicz, freut sich über die neue Einheit der orthodoxen Brüder. ... Die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche spaltete sich in den 1920er-Jahren von der Heimatkirche ab, als ein Teil der Geistlichen gemeinsam mit anderen Emigranten Russland verließ. Heute zählt die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche 13 Erzbischöfe, etwa 320 Gemeinden und mehr als 20 Klöster in verschiedenen Teilen der Welt. (rv) (nach Newsletter Radio Vatikan, 18.05.2007).
Griechenland:
Der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Athen, Christodoulos, will in die- sem Jahr der Einladung des Papstes in den Vatikan folgen. Das kün- digte der Ersthierarch der orthodoxen Kirche Griechenlands gestern an. "Wir haben beschlos- sen, den lange fälligen Besuch im Laufe dieses Jahres wahr zu machen", sagte Christodoulos dem Mailänder Erzbischof Dionigi Tettamanzi, der mit einer katholischen Delegation Athen besucht hatte. Eine solche Visite war zuvor mehrfach am Widerstand der orthodoxen Synode gescheitert. Papst Benedikt XVI. hatte die Einladung seines Vorgängers im vergangenen Herbst erneuert. Die orthodoxe und die katholische Kirche haben die Spaltung des Jahres 1054 trotz einiger ökumenischer Fortschritte bisher nicht überwinden können. Ein Besuch Christodoulos' im Vatikan wäre deshalb ein wichtiges ökumenisches Signal. (afp) (Newsletter Radio Vatikan, 15.02.2006).






