GERD HAGEDORN


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 AUS DEN ALT-ORIENTALISCHEN KIRCHEN

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01.02.2012  Wien: Papst Shenouda III. bekommt den „Kardinal-König“-Preis 2012. Die Stiftung ehrt damit das unermüdliche Bemühen des Oberhauptes der koptisch-orthodoxen Kirche um ein „friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben von Kopten und Muslimen“. Als Vorsitzender des Rates der Kirchen im Nahen Osten habe Shenouda III. wichtige Impulse zu Religionsfrieden und christlicher Ökumene gesetzt. So heißt es in einer Begründung der „Kardinal König-Stiftung". Die Auszeichnung wird an Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft verliehen, die sich in besonderer Weise für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzten. (kap) (NL Radio Vatikan, 01.02.2012). 

06.01.2012  Ägypten: Drohgebärden überschatten koptisches Weihnachtsfest
Im Zeichen der politischen Unsicherheit steht das Weihnachtsfest der koptischen Christen in Ägypten. So erklärt etwa der koptisch-orthodoxe Bischof von Nag Hammadi, Kyrillos Antonios, ihm seien erneut Anschläge auf Kirchen in Nag Hammadi angedroht worden. Außerdem wurde eine Einladung des koptischen Papstes und Patriarchen Shenouda III. an alle Minister und führenden Parteifunktionäre - auch die islamischen - zur Teilnahme an der Heilig-Abend-Liturgie in der Kairoer Markuskathedrale abschlägig beschieden. Es sei verboten, an christlichen Gottesdiensten teilzunehmen, jede Religion solle ihre Feste „allein feiern, ohne Vermischung der Religionen“, hieß es etwa in Presseerklärungen seitens der muslimischen Funktionäre. (kna/rv) (NL Radio Vatikan, 06.01.2012). 

06.01.2012  Deutschland:
Das Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, hat vor einer Christenverfolgung durch Islamisten auch in Deutschland gewarnt. Diese versuchten, „die Welt zu erobern, sie wollen Dominanz erreichen», sagte Damian den Dortmunder „Ruhr Nachrichten”. Dabei sei ihnen jedes Mittel recht. Die Kopten hätten Verfolgung etwa bei den vergangenen Weihnachtsfeierlichkeiten in Düsseldorf erfahren. Parallel hätten dort Salafisten DVDs verteilt, in denen der Islam als die einzig wahre Religion dargestellt worden sei. In Deutschland leben rund 6.000 koptisch-orthodoxe Christen. (kna) (NL Radi9o Vatikan, 06.01.2012).  

14.12.2011  Ägypten:
Die Christen in Ägypten werden eine Sondersteuer ablehnen. Das hat der koptisch-katholische Kurienbischof Youhanna Golta in der populären TV-Sendung „Masr al-Jadida“, zu Deutsch „Das neue Ägypten“, betont. Über den Auftritt berichtete die österreichische Stiftung „Pro Oriente“ am Mittwoch. In den letzten Wochen hatten salafistische Politiker erklärt, die Christen müssten entweder die von der alten islamischen Ordnung vorgeschriebene Sondersteuer „Jizya“ zahlen oder das Land verlassen. Bischof Golta sagte dazu wörtlich: „Das werden wir bis zum Martyrium ablehnen.“ (kap) (NL Radio Vatikan, 14.12.2011). 

11.11.2011  Ägypten:
Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche und der islamischen Al-Azhar-Universität haben beschlossen, ein neues Gesetz für den Bau von religiösen Stätten zu entwerfen. Bislang hatten die bestehenden Gesetze den Bau bzw. die Reparatur koptischer Kirchen extrem erschwert. Mit dem neuen Gesetz sollen auch bisher als illegal geltende Kirchen anerkannt werden. Die Vertreter hatten in den vergangenen Tagen Gespräche geführt. Im Juni war vom ägyptischen Militärrat bereits ein Entwurf vorgelegt worden. Die koptische Kirche hatte diesen jedoch abgelehnt. (asianews) (NL Radio Vatikan, 10.11.2011). 

02.11.2011  Ägypten:
Der koptisch-orthodoxe Papst, Patriarch Shenouda III., hat eine offizielle kirchliche Zählung der Christen in Ägypten angeordnet, um regierungsoffiziellen Darstellungen über die Christenzahl zu begegnen. Für die Zählung werden Komitees in den einzelnen koptischen Diözesen verantwortlich sein, wie die Wiener ökumenische Stiftung „Pro Oriente“ unter Berufung auf ägyptische kirchliche Kreise am Mittwoch berichtet. Demnach sollen nicht nur die koptisch-orthodoxen Christen, sondern auch die Gläubigen der anderen christlichen Kirchen in Ägypten gezählt werden. In der Ära Mubarak war regierungsoffiziell die Zahl der Christen mit nur 3,3 Millionen – also rund vier Prozent der Bevölkerung – angegeben worden. Shenouda III. hatte diese Zahl im Jahr 2008 zurückgewiesen und daran erinnert, dass nach kirchlichen Unterlagen allein die koptisch-orthodoxe Kirche mindestens zwölf Millionen Mitglieder habe. Im Jahr 2009 bezifferte eine US-Studie den Anteil der Christen in Ägypten mit fünf Prozent der 80 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung. (kap) (NL Radio Vatikan, 02.11.2011). 

31.10.2011  Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche hat den diesjährigen Augsburger Friedenspreis erhalten. Papst Shenouda III. von Alexandrien konnte aber an der Feier am Samstag nicht persönlich teilnehmen. Er wurde durch das Oberhaupt der Kopten in Deutschland, Bischof Anba Damian, vertreten. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wird dem koptischen Papst-Patriarch für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen den christlichen Konfessionen sowie zwischen Christen und Muslimen in Ägypten verliehen. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, erinnerte als Laudator an die andauernden Konflikte zwischen Muslimen und Christen in Ägypten. Es sei an der Zeit, „unzweideutig für die Religionsfreiheit einzutreten“, erklärte Huber. (pm/kap) (NL Radio Vatikan, 31.10.2011). 

29.10.2011  Türkei:
Die aus dem 10. Jahrhundert stammende weltberühmte armenische Heilig-Kreuz-Kathedrale auf der Insel Akhtamar im ostanatolischen Van-See hat durch das Erdbeben von 23. Oktober einen Sprung in der Kuppel bekommen. Das berichten türkische und armenische Medien am Samstag. Wie die Zeitung „Zaman“ schreibt, sei außer dem Sprung kein weiterer Bauschaden aufgetreten. Allerdings gebe es weiterhin Nachbeben, und erst wenn diese vorbei seien, werde eine detaillierte Bestandsaufnahme möglich sein. Die armenisch-apostolische Kathedrale von Akhtamar genießt einen hervorragenden Platz innerhalb der mittelalterlichen armenischen Kunst und Architektur. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war sie einer der wichtigsten Pilgerorte der Armenier und Sitz eines eigenen Katholikos. Nach den Pogromen an den Armeniern in Ostanatolien war die Kathedrale dem Verfall preisgegeben. 2006/07 wurde sie auf Betreiben der Regierung in Ankara restauriert und dient seither als Museum. 2010 erteilte Kulturminister Ertugrul Günay dem armenisch-apostolischen Patriarchat Istanbul die Erlaubnis, einmal pro Jahr einen Gottesdienst in Akthamar zu feiern. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.10.2011). 

25.08.2011  Ungarn:
Papst Shenouda III. hat die erste koptische Kirche Budapests geweiht.
Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche ist zu einem viertägigen Ungarn-Besuch in dem osteuropäischen Staat eingetroffen. Im Rahmen des Besuchs nahm Shenouda III. auch an der Festmesse zum ungarischen Nationalfeiertag teil und traf mit Staatspräsident Pal Schmitt zusammen. Die Katholische Peter-Pazmany-Universität zeichnete Papst Shenouda zudem mit einem Ehrendoktorat für sein Lebenswerk aus. Der Budapester koptischen Gemeinde gehören rund 90 Familien an. Unter ihnen gibt es nicht nur in Ungarn lebende Vatikan Ägypter, sondern auch Christen aus anderen arabischen Ländern, sowie gebürtige Ungarn. (kap) (NL Radio Vatikan, 25.08.2011). 

11.08.2011  Ägypten:
Das regierende Militär zeigt kein Interesse am Schutz der christlichen Minderheit. Das beklagen deutsche Menschenrechtler. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert deshalb die deutsche Bundesregierung dazu auf, die Lage der Kopten in Ägypten nicht aus dem Blick zu verlieren. Berlin müsse die Sicherheit der großen christlichen Minderheit „wirkungsvoll einfordern“, schreibt die IGFM nach Ausschreitungen gegen Kopten im oberägyptischen Gouvernement Minya in der Nacht des 8. August. (pm) (NL Radio Vatikan, 11.08.2011). 

09.08.2011  Ägypten: Augsburger Friedenspreis für den koptischen Papst Shenouda
Papst Shenouda III. von Alexandrien, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, erhält den Preis des Augsburger Hohen Friedensfestes 2011.

Das gab Oberbürgermeister Kurt Gribl am Montag bekannt. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wird dem koptischen Papst für seine Verdienste als Brückenbauer zwischen den christlichen Konfessionen sowie zwischen Christen und Muslimen in seiner Heimat Ägypten verliehen. Er soll sie im Oktober im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses entgegennehmen. Joachim Schroedel, Seelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, kommentiert die Entscheidung im Gespräch mit dem Münchner Kirchenradio. (muenchner kirchenradio/kna) (NL Rdio Vatikan, 09.08.2011). 

01.07.2011  Eriwan/Armenien:
Vatikan-Delegation besuchte Armenien, den ersten christlichen Staat der Welt
Eine katholische Delegation unter der Leitung von Kardinal Gianfranco Ravasi besucht Armenien. Der Kaukasusstaat war der erste christliche Staat, denn im Jahr 301 wurde das Christentum offiziell zur Staatsreligion erhoben. Dort befindet sich auch der Berg Ararat, auf dem laut biblischer Überlieferung die Arche Noah nach der Sintflut landete. Die Gespräche sollen der Vertiefung der Beziehungen und der Zusammenarbeit zwischen der Armenischen Apostolischen Orthodoxen Kirche und der römisch-katholischen Kirche dienen.
Die Armenisch-Apostolische Kirche trennte sich im Jahr 506 von der Gesamtkirche. Ausschlaggebend dafür waren historische Gegebenheiten, vor allem die Tatsache, dass das Königreich Armenien nicht [mehr] zum (ost)römischen Reich [Byzanz] gehörte und daher nicht 451 am Konzil von Chalkedon teilnahm. -
Kardinal Ravasi, Vorsitzender des Päpstlichen Kulturrats, traf mit Patriarch Garegin II., dem Katholikos aller Armenier, zusammen. „Die Begegnungen waren sehr herzlich, freundschaftlich, aber klar, was die Bewahrung des armenischen Kulturerbes und die Zusammenarbeit in dieser Frage anbelangt“, so Pater Theodore Mascarenhas, der den Kardinal begleitete. -
Gesprächsthema waren auch die christlichen Minderheiten in den angrenzenden, mehrheitlich islamischen Staaten, die dem Druck der jeweiligen Regierungen ausgesetzt sind. Es ging dabei um technische und rechtliche, aber auch um grundsätzliche Fragen. Ein wichtiger Punkt sind die Kirchen, die sich im Besitz der Armenisch-Apostolischen Kirche oder anderer christlicher Konfessionen befinden, aber nicht für den Gottesdienst genutzt werden dürfen. Kardinal Ravasi sicherte Unterstützung zu. Er werde die Frage dem Heiligen Stuhl zur Kenntnis zu bringen. -
Die vatikanische Delegation besuchte auch die Kathedrale von Etschmiadsin, der Mutter aller armenischen Kirchen und Sitz des Katholikos und betete dort mit dem armenischen Bischof Hovakim und Hunderten von Gläubigen, die zusammenströmten, um den Segen zu empfangen. -
Auch die politischen Gespräche verliefen „ermutigend“, so mit Kulturminister Hasmik Poghosyan über die Zusammenarbeit auf kultureller Ebene, und mit Ministerpräsident Tigran Sargsyan, der die Bedeutung des christlichen Glaubens und der christlichen Werte als „Herzstück der bilateralen Beziehungen“ zwischen dem Heiligen Stuhl und Armenien bezeichnete. Er zeigte sich „sehr interessiert“ am „Vorhof der Völker“, einer vom Päpstlichen Kulturrat initiierten Veranstaltung für den Dialog mit den Atheisten. Ministerpräsident Sargsyan zeigte Interesse, die Veranstaltung auch in Eriwan durchzuführen. (Asianews/Giuseppe Nardi) (Katholisches.info, 01.07.2011). 

20.06.2011  Ägypten:
Die Militär-Regierung Ägyptens hat einen Gesetzesentwurf präsentiert, durch den die Baugenehmigung für Kirchen leichter erteilt werden soll. Bisher wird die Zustimmung vom Präsidenten der Republik benötigt. Der Entwurf sieht nur ein Urteil des Regionsgouverneurs vor, das innerhalb von drei Monaten erfolgen muss. Kirchenbauvorhaben konnten sich in Ägypten bisher über Jahrzehnte hinziehen. Der Bischof von Oberägypten, Kyrillos Kamal William Samaan, zeigte sich am Montag in einem Interview mit der Hilfsorganisation „Kirche in Not“ erfreut über die Entwicklung. Entscheidend für das Zusammenleben der Religionen in Ägypten sei die konstituierende Wahl des Parlaments im Herbst. Die Islamisten würde im Vorfeld erkennbar an Zustimmung in der Bevölkerung verlieren. (pm) (NL Radio Vatikan, 20.06.2011). 

09.06.2011  Türkei:
Im Südosten der Türkei, im Tur Abdin, ist vor wenigen Tagen ein Kloster der syrisch-orthodoxen Kirche wiedereröffnet worden. Das Kloster Mor Augin wurde im 4. Jahrhundert gegründet, in der Blütezeit lebten dort mehr als 350 Ordensmänner. Mor Augin war ein bedeutendes spirituelles Zentrum, von dem aus Klöster bis in den Irak hinein gegründet wurden. Vor hundert Jahren lebten dort noch zwölf Mönche, 1970 starb der letzte. Seither stand das Kloster leer, der Großteil des weitläufigen Gebäudekomplexes am Südhang des Berges Izlo verfiel. (kap) (NL Radio Vatikan, 09.06.2011). 

23.04.2011  Österreich/Armenien
Ökumenischer Aufruf zum Gedenken an die Armenier:
Vertreter der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Syrisch-Orthodoxen Kirche und des Armenisch-Katholischen Mechitaristenordens haben alle Kirchen in Österreich dazu eingeladen, am Ostersonntag in besonderer Weise der Opfer des Völkermordes an den Armeniern zu gedenken und in den Gottesdiensten für sie zu beten. Das berichtet Kathpress. Zwischen 1915 und 1918 wurden im damaligen Osmanischen Reich rund 1,5 Millionen Armenier und Angehörige anderer christlicher Minderheiten ermordet. Der 24. April, der in diesem Jahr auf den Ostersonntag fällt, ist bei den Armeniern der Tag des Gedenkens an die Opfer der Massaker. (kap) (NL Radio Vatikan, 23.04.2011).   

22.04.2011  Ägypten/Österreich:
Eine zerstörte Kirche der koptischen Christen wird zu Ostern wiedereröffnet. Das berichtet ein Sprecher der koptisch-orthodoxen Diözese in Wien am Karfreitag der Agentur Kathpress. Die Kirche der „Zwei Märtyrer“ im Süden der Hauptstadt Kairo ist bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Kopten und Muslimen Anfang März nieder gebrannt worden. Nach Protesten der koptischen Gemeinschaft hatte der Oberste Militärrat Ägyptens beschlossen, das Gotteshaus aus eigenen Mitteln wieder aufzubauen. Dass das Projekt innerhalb nur eines Monats verwirklicht wurde, werde in koptischen Kirchenkreisen als „eindrucksvoller Beweis des guten Willens“ gewertet. (kap) (NL Radio Vatikan, 22.04.2011).   

16.04.2011  Ägypten:
Fast 100.00 Kopten haben an diesem Samstag in Kairo für Demokratie und Religionsfreiheit demonstriert.
Auch viele Muslime hätten sich dem Marsch angeschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Aina. „Wir wollen einen säkularen, demokratischen Staat und eine Verfassung ohne religiöse Klauseln. Und wir wollen Gesetze, die Diskriminierung verbieten“, sagte Pater Mettias Nasr, der die Demonstration mitorganisierte. „Wir wollen allen Menschen zeigen, dass die Kopten präsent sind und faire und gesetzliche Forderungen haben“, so der Geistliche weiter. Organisiert hat den Marsch die koptische Bewegung „Maspero“ anlässlich des 40. Todestages von neun Kopten, die am vergangenen 9. März von Muslimen bei Erstürmung eines Viertels in einem Kairoer Vorort ums Leben kamen. (aina) (NL Radio Vatikan, 16.04.2011).  

24.02.2011  Ägypten: Kopten drängen nicht auf Abschaffung der Scharia
Der koptische Papst Shenouda III. und die katholischen Bischöfe Ägyptens drängen nicht auf eine Abschaffung der Scharia. Das stellte der Bischof von Assiut, Kyrillos William, gegenüber dem vatikanischen Fidesdienst klar. Artikel 2 der derzeitigen ägyptischen Verfassung bezeichnet die Scharia als Hauptquelle der Rechtssprechung. Es sei „nicht der Moment“, an eine Überarbeitung zu denken, so Bischof William. Vergangene Woche habe die Spitze der koptisch-katholischen Kirche bei einem Treffen in Kairo vereinbart, dass die Bischöfe keine Abschaffung des betreffenden Artikels in der Verfassung fordern würden, „weil das die Gefühle der Moslems verletzten würde“. Später werde man allerdings fordern, Garantien für die nichtmuslimischen Minderheiten einzufügen, so William. (fides) (NL Radio Vatikan, 24.02.2011). 

09.02.2011  Deutschland/Türkei:
"Mit Bestürzung“ haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland das Urteil gegen das Kloster Mor Gabriel aufgenommen. Mit dem Urteil des Kassationsgerichtshofes in Ankara seien Eigentumsrechte des Klosters annulliert und dem Staat große Teile des klösterlichen Grundbesitzes übertragen worden. Das schreiben die Kirchenvertreter in einer gemeinsamen Pressemeldung von diesem Mittwoch. „Nach unserer Auffassung ignoriert der Kassationsgerichtshof in seiner jüngsten Entscheidung, dass das Kloster seinen Grundbesitz durch gültige Urkunden nachweisen kann, die noch von der Vorinstanz als Eigentumsnachweise anerkannt worden waren“, heißt es darin weiter. Man begrüße die Absicht des Klosters, Einspruch gegen das Urteil zu erheben. „Wir erwarten von der türkischen Regierung eine Lösung, die den rechtsstaatlichen Standards entspricht, die von allen Kandidaten für einen Beitritt zur Europäischen Union erfüllt werden müssen“, so die Kirchenvertreter weiter. In der Erklärung bitten sie die deutsche Bundesregierung, bei der türkischen Regierung stärker Religionsfreiheit für Kirchen und Christen in dem Land anzumahnen. (pm) (NL Radio Vatikan, 09.02.2011).  

04.02.2011  Ägypten: Neues Massaker an Kopten
Erneut ist es in Ägypten zu einem Massaker an christlichen Kopten gekommen. Darauf macht die von Deutschland aus operierende „Gesellschaft für bedrohte Völker“ aufmerksam. Zwei koptische Familien seien von Anhängern radikal-islamischer Gruppen in einem Dorf der Provinz Minya 200 Kilometer südlich von Kairo ermordet worden. Die Bluttat habe sich bereits am 30. Januar ereignet; elf Menschen seien ums Leben gekommen, darunter ein dreijähriges Mädchen. Dass das Massaker erst jetzt bekannt wird, führt der Verband auf die derzeitigen „Informationssperren der ägyptischen Behörden“ zurück. Auch aus anderen Teilen Ägyptens würden Übergriffe auf Geschäfte von Kopten gemeldet. Angehörige der Minderheit berichteten, im Zuge der in mehreren ägyptischen Städten eskalierenden Gewalt würden besonders Geschäfte von Kopten geplündert. Präsident Hosni Mubarak treibt aus Sicht des Verbands „ein unwürdiges und gefährliches Spiel, wenn er die Gewalt gegen die christliche Minderheit eskalieren lässt, um sich dann als Retter vor dem wachsenden Einfluss der Muslimbrüder zu präsentieren“. Mubarak hatte am Donnerstagabend erklärt, nur sein Regime könne Chaos und Anarchie in Ägypten verhindern. (pm 04.02.2011 sk) (NL Radio Vatikan, 04.02.2011). 

04.02.2011 Vatikan: „Kircheneinheit war größer als angenommen“
Der ökumenische Dialog zwischen der katholischen und den orientalisch-orthodoxen Kirchen macht Fortschritte: Die Angehörigen der offiziellen Dialogkommission, die in der Vorwoche in Rom zu ihrem jährlichen Treffen zusammenkamen, konnten mit einem überraschenden Ergebnis ihres intensiven Austausches aufwarten. Die Kommunikation sowie die gelebte Einheit der einzelnen Kirchen in vorkonstantinischer Zeit waren – gerade in Krisenzeiten – größer als bisher angenommen. Das sagte der Salzburger Kirchenhistoriker und Berater des Päpstlichen Einheitsrates, Dietmar Winkler.
„Von diesem offiziellen Dialog der Kirchen geht eine Strahlkraft aus, die gerade auch den stockenden katholisch-orthodoxen Dialog positiv beeinflussen könnte. Bei der Dialog-Tagung der internationalen Kommission wurde die gelebte Kircheneinheit unter den Kirchen der ersten fünf Jahrhunderte bis zur Trennung nach dem Konzil von Chalkedon (451) diskutiert. Der Dialog hat nicht nur wegen der dort herrschenden vertrauensvollen Atmosphäre Vorbildcharakter, auch inhaltlich kann er den katholisch-orthodoxen Dialog, der zuletzt bei einer Dialog-Tagung in Wien zur Primatsfrage ins Stocken geriet, neu ausrichten.“ (kap) (NL Radio Vatikan, 02.02.2011). 

29.01.2011  Türkei:  Syrisch-orthodoxes Kloster Mor Gabriel unterliegt im Rechtsstreit
Der Oberste Gerichtshof der Türkei hat Ländereien des christlichen Klosters “Mor Gabriel” in Südostanatolien dem türkischen Staat zugesprochen. Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag sieht darin ein “Sinnbild für die Verdrängung des Christentums”.
Wie der Stiftungsvorsitzende des Klosters, Kuryakos Ergün am Donnerstag mitteilte, entschieden die Richter in Ankara in dem bereits seit Jahren andauernden Rechtsstreit um die Länderreien nun zugunsten des türkischen Schatzamtes. Details seien noch unklar, das Kloster warte auf den offiziellen Bescheid, meldet die Katholische Nachrichtenagentur (KNA).
Das Kloster “Mor Gabriel” war bereits im vierten Jahrhundert gegründet worden. Mit der Klage hatte das türkische Schatzamt seinen angeblichen Anspruch auf einige Felder in der Umgebung des Klosters durchsetzen wollen.
Die Klage wurde im Juni 2009 von einem Gericht in der südosttürkischen Stadt Midyat zurückgewiesen und ging daraufhin an das Berufungsgericht in Ankara. “Verdrängung des Christentums aus der Türkei”          Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag äußerte sich am Freitag besorgt über das Urteil. Ute Granold, Sprecherin des Stephanuskreises für Religionsfreiheit, bezeichnete die Gerichtsentscheidung als einen “schweren Schlag für das Kloster”.
Immer wieder habe sich das Kloster gegen Versuche wehren müssen, seinen Grundbesitz zu enteignen. Es sei zu befürchten, “dass es sich bei dem nun gesprochenen Urteil um den Beginn einer Entwicklung handelt, die das Kloster in seiner Existenz bedroht”, so Granold. Granold wies darauf hin, dass auch der aktuelle Fortschrittsbericht der EU-Kommission auf “eklatante Mängel im Bereich der Religionsfreiheit” hingewiesen hat.
Die Existenz der christlichen Gemeinschaft in der Türkei sei zum Beispiel auch dadurch bedroht, dass es nicht erlaubt sei, “ihren Nachwuchs an Geistlichen auszubilden oder Unterricht in der Sprache der Minderheiten zu erteilen”.
Die Sprecherin der Unionsfraktion für Menschenrechte, Erika Steinbach, sieht die Situation des Klosters als “geradezu symbolhaft für die schwierige Lage der Christen in der Türkei”. Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig sei, so bedeute es einen “schweren Rückschlag für die Christen in der Türkei und lässt für die Zukunft wenig Gutes erwarten”. Steinbach weiter in einer Pressemeldung: “Sinnbildlich steht der Entzug von Grund und Boden des Klosters ‘Mor Gabriel’ für die Verdrängung des Christentums in der Türkei.” Die Streitigkeiten zwischen dem Kloster, seinen Nachbardörfern und türkischen Behörden um seine Grundstücksgrenzen begann vor drei Jahren im Zuge von Landvermessungsarbeiten zur Erstellung von Grundbüchern nach den Vorgaben der Europäischen Union. In einigen Verfahren wurde für, in anderen gegen das Kloster entschieden. (Katholisches.info, 27.01.2011). -  Siehe auch unten: 25.03.2009, 29.04.2009 und 19.12.2008!

23.01.2011  Beispiel für die Ökumene: Treffen der Dialogkommission in Rom
Im Zeichen der Ökumene steht das jährliche Treffen der offiziellen Dialogkommission zwischen der katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen; es wird in Rom am kommenden Montag eröffnet. Papst Benedikt wies am Sonntag beim Angelusgebet auf das Treffen hin. Im Mittelpunkt der einwöchigen Tagung steht die Frage nach der Kircheneinheit und der Kommunikation zwischen den Kirchen im 5. Jahrhundert. Zum anderen soll auch die Rolle des Mönchtums behandelt werden. Der orientalisch-orthodoxen Delegation gehören unter anderem Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche, der syrisch-orthodoxen Kirche und der armenisch-apostolischen Kirche an. Der katholischen Delegation gehören auch Vertreter der orientalischen unierten Kirchen an, so der koptisch-katholischen, der syrisch-katholischen, der armenisch-katholischen, der maronitischen, der syro-malabarischen, der syro-malankarischen und der äthiopisch-katholischen Kirche. (kap) (NL Radio Vatikan, 23.01.2011). 

Der koptische Patriarch Ägyptens verzichtet auf öffentliche Zelebration am Hochfest der Epiphanie
19.01.2011  Kairo: Mit anderen Ostkirchen feiern die Kopten Ägyptens heute Epiphanie, das Fest der Erscheinung des Herrn. Der Patriarch der orthodoxen Kopten, Papst Shenouda III., entschloss sich wegen der anhaltenden Angriffe gegen die ägyptischen Christen, dieses Hochfest nicht wie gewohnt in Alexandria zu zelebrieren. Die Nachricht wurde von der Kairoer Tageszeitung Al Ahram bekanntgegeben. Begründet wurde dieser Schritt auch mit der Trauer, in der die Christen Alexandrias nach dem Terroranschlag zum Jahreswechsel leben.
Der Patriarch bleibt in Kairo, wird aber auch dort nicht öffentlich in der Kathedrale von Abbassiya zelebrieren. Patriarch Shenouda III. ist 87 Jahre alt. Er kehrte erst vor zwei Tagen aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurück, wo er sich zu Kontrollen seines Gesundheitszustandes aufhielt. Er wird heute allerdings seine traditionelle Mittwochs-Audienz und -Predigt halten.
Shenouda hatte bereits früher angedroht, aus Protest gegen die sozialen und rechtlichen Diskriminierungen der Christen in Ägypten, keine Hochfeste und keine anderen bedeutenden Ereignisse mehr öffentlich zu zelebrieren. Derzeit sind Gespräche zwischen der Koptischen Kirche und dem Staat im Gange. Hauptthema sind die Genehmigungen neuer Kirchenbauten, die rechtlich schon sehr restriktiv bedhandelt werden und praktisch durch den Boykott und die Schikanen von Behörden unmöglich sind.
(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (Katholisches.info, 19.01.2011).   

11.12.2010 Ägypten:
Das Oberhaupt der koptischen Christen, Papst Shenouda III., kritisiert die ägyptischen Sicherheitsbehörden.
Bei einer Katechese in der Kairoer Markus-Kathedrale äußerte er sich erstmals ausführlich zum Streit um den unterbrochenen Bau einer Kirche in einem Vorort von Kairo; bei Zusammenstößen zwischen Kopten und Sicherheitskräften waren dabei vor über zwei Wochen ein Kopte getötet und über 150 verhaftet worden. „Koptisches Blut ist nicht billig“, äußerte Shenouda. Und auf die Frage, was die Kirche für die Verhafteten tue, meinte er: „Wir tun in dieser Angelegenheit unser Bestes.“ Papst Shenouda zeigte sich verärgert über die Eskalation der Gewalt, an der die Sicherheitskräfte nicht unschuldig gewesen seien. (aina) (NL Radio Vatikan, 11.12.2010). 

27.10.2010  Ägypten:
Das geistliche Oberhaupt der koptischen Christen Ägyptens, Papst Schenuda III., hat sich bei den Moslems des Landes entschuldigt.

Der koptische Papst und Patriarch Amba Shenuda III.

In einem Fernsehinterview bedauerte er Äußerungen des koptischen Bischofs Bishoy, die zu Unmut bei  Moslems geführt hatten. Bishoy (Bild links) hatte geäußert, dass einige Verse des Korans erst nach dem Tod Mohammeds in diesen eingefügt worden seien. In den fraglichen Versen wird die göttliche Natur Jesu bestritten. Nach islamischer Überzeugung empfing Mohammed alle Verse des heutigen Korans in Visionen durch den Erzengel Gabriel. „Ich bedaure, wenn die Gefühle unserer islamischen Brüder verletzt worden sind“, so Papst Schenuda wörtlich. Immer wieder kommt es zwischen Moslems und den christlichen Kopten, die bis zu zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachen, zu Schwierigkeiten. Bischof Bishoy hatte letzte Woche auch heftigen Widerspruch ausgelöst, als er der Zeitung „Al-Masri el-jom“ angeblich sagte, Muslime seien „nur Gäste“ in Ägypten. Dazu meinte Schenuda, die Presse habe seinen Mitbruder wohl falsch zitiert: „Wir sind die Gäste, weil Moslems hier in der Mehrheit sind.“ Die Kopten sehen sich als direkte Nachfahren der ägyptischen Urbevölkerung aus der Zeit der Pharaonen. (ap) (NL Radio Vatikan, 27.09.2010). Kommentar von GH: Nach der bei uns herrschenden "political correctness" (einer "correctness", die mit der tatsächlichen Wahrheit nichts zu tun hat!!), dürfen nur die Muslime weltweit behaupten, die Christen hätten die Bibel, also das Wort Gottes, gefälscht! Dies ist natürlich Unsinn. Gemeint ist wahrscheinlich der legale Prozess der Kanonbildung der Heiligen Schrift, wobei apokryphe und andere Schriften nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden. Das war lange vor Mohammed! - Im Übrigen hat Amba Bishoy Recht, und Papst Shenuda bestreitet das auch nicht, denn der heutige Koran ist keineswegs vom Himmel gefallen, sondern geht in seinem verbindlichen Text allein auf die Redaktion des Kalifen Uthmann (Othmann, 644-656) zurück. Nur sagen darf man das nicht!

20.09.2010  Türkei:
Tausende Armenier haben im ostanatolischen Van am Sonntag ihren ersten Gottesdienst in der Region seit fast einem Jahrhundert gefeiert. „Es war eine ganz wunderbare Feier“, sagte Bischof Aram Atesyan, der Vize-Patriarch und amtierendes Oberhaupt der armenischen Kirche in der Türkei, hinterher. An dem Gottesdienst in der rund 1.000 Jahre alten Heilig-Kreuz-Kirche auf der Insel Akdamar im Van-See nahmen rund 4.000 Menschen teil - überwiegend armenische Besucher aus Istanbul, Armenien, dem Nahen Osten, den USA und Europa. Auch kurdische und türkische Bewohner von Van sowie internationale Ehrengäste waren anwesend. Weil die rund 1.000 Jahre alte Kirche nur 50 Personen fasst, wurde die Feier nach außen übertragen. Die aus dem 10. Jahrhundert stammende Heilig-Kreuz-Kirche war in den vergangenen Jahren von der türkischen Regierung restauriert und 2007 fertiggestellt worden. Im historisch stark armenisch geprägten Van leben seit der Vertreibung der Armenier im Ersten Weltkrieg keine Angehörigen dieser Volksgruppe mehr. Bis 1915 machten die Armenier in der Stadt fast die Hälfte der Bevölkerung aus. Insgesamt fielen in Anatolien mehrere hunderttausend Menschen den Pogromen zum Opfer; Armenien und viele westlichen Staaten stufen dies als Völkermord ein. (kna) (NL Radio Vatikan, 20.09.2010).

07.08.2010  Nach 30 Jahren Wiedereröffnung von zwei syrisch-orthodoxen Kirchen in der Türkei
(Ankara) Hunderte von syrischen Christen kamen aus aller Welt, um gestern an der Neuweihe zweier Kirchen teilzunehmen. Nach 30 Jahren wurden zwei syrisch-orthodoxe Kirchen in Midyat Yemisli im Bezirk Mardin in der südöstlichen Türkei wiedereröffnet. Die Kirchen von Mor Esayo und Mor Kuryakus waren Ende der 70er Jahre durch die türkischen Behörden geschlossen worden. 72 syrisch-orthodoxe Familien finanzierten die Restaurierung und führten sie nun durch.
Die Kirche Mor Esayo stammt aus dem 4. Jahrhundert, Mor Kuryakus aus dem 6. Jahrhundert. Die Weihe wurde durch Bischof Mor Timetheos Samule Aktas von Turabdin vorgenommen. Die syrisch-orthodoxe Kirche zählt heute in der Türkei nur mehr rund 5000 Gläubige.-
An der Zeremonie nahm Tuma Celik, der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der Syrer in Europa teil. In seiner Ansprache sagte er: „Die Syrer, die fern ihrer Heimat leben, sind in ihrem Geist und Denken anwesend. Sie wollen zurückkehren und in ihrer Heimat begraben werden.“ Gleichzeitig erinnerte er daran, daß die Syrer von der türkischen Verfassung nicht anerkannt sind, und forderte eine entsprechende Änderung. Celik zeigte sich überzeugt, daß die Syrer zurückkehren und an Zahl schnell wieder wachsen würden, wenn die Regierung in Ankara auch in ihrer Gegend Infrastrukturen schaffen würde. (Asianews/GN,
http://www.katholisches.info/?p=9180 vom 06.08.2010). 

31.05.2010  Ägypten:
Das Oberste Verwaltungsgericht in Kairo hat einem koptischen Gläubigen gegen seinen Patriarchen Recht gegeben.
Papst Shenouda III. wurde dazu verurteilt, die kirchliche Wiederverheiratung von Geschiedenen zu erlauben. „Laut Gesetz darf auch ein Christ sich neu verheiraten, und die Verfassung garantiert ihm das Recht auf Gründung einer Familie“, heißt es in der Urteilsbegründung. Gegen den Richterspruch ist keine Berufung mehr möglich. In Ägypten ist eine zivilrechtliche Heirat nur dann gültig, wenn sie auch religiös geschlossen wird. Patriarch Shenouda hat jetzt angekündigt, er werde sich dem Urteil nicht beugen. „Niemand kann uns zwingen“, argumentiert er: „Ein Zivilgericht kann nicht ins religiöse Recht eingreifen.“ Viele Kopten kritisieren die strengen Bedingungen, die ihre Kirche für eine kirchliche Wiederheirat von geschiedenen Personen stellt. Auch Bürgerrechtsverbände haben sich in letzter Zeit dieser Kritik angeschlossen. (afp) (NL Radio Vatikan, 31.05.2010). 

04.05.2010  Türkei:
Die armenische Kirche in der Türkei muss die für diesen Monat geplante Wahl eines neuen Patriarchen voraussichtlich verschieben.
        Grund dafür ist, dass der türkische Staat sie noch nicht genehmigt hat - obwohl schon seit Anfang des Jahres ein entsprechender Antrag der armenischen Kirche vorliegt. Wie der Wahlausschuss der Kirche in Istanbul jüngst weiter mitteilte, reagierte das türkische Innenministerium bisher nicht auf den Antrag, den die Kirche am 14. Januar 2010 gestellt hatte. Die Wahl eines Patriarchen-Koadjutors, der dem schwerkranken Amtsinhaber Mesrob II. zur Seite gestellt werden soll, war ursprünglich für den 12. Mai vorgesehen. Dieses Datum dürfte nun nicht mehr zu halten sein. (domradio) (NL Radio Vatikan, 04.05.2010).

08.01.2010  Vatikan: Betroffen über Morde in Ägypten
Nach dem blutigen Anschlag von Nag Hammadi hat der Vatikan Betroffenheit und Solidarität mit der koptischen Kirche in Ägypten bekundet.
Jedes ungerechte Leiden von Christen sei eine „Wunde am Leib Christi“, die allen Gläubigen gemeinsam sei. Das schreibt der für Ökumene zuständige Kurienkardinal Walter Kasper an das Oberhaupt der koptischen Kirche, Papst und Patriarch Schenuda III. Angesichts von Unterdrückung müssten Christen aller Konfessionen Einigkeit zeigen und „gemeinsam den Frieden suchen, den nur Christus geben kann“, so der Kardinal in seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft. Bei dem Attentat nach der Weihnachtsmesse am späten Mittwochabend, mit der die Kopten am 7. Januar ihr Weihnachtsfest beginnen wollten, waren neun Menschen getötet worden; bis auf eine Ausnahme, einen islamischen Wachmann, waren sie alle koptische Christen. Behördlichen Quellen zufolge handelte es sich bei dem Angriff um einen Racheakt von Muslimen. (or/la croix/pm) (NL Radio Vatikan, 09.01.2009). 

19.10.2009  Ägypten:
Ein koptischer Christ ist wegen einer angeblichen Affäre seines Sohnes mit einer Muslima in Südägypten getötet worden.
Wie die Polizei mitteilte, sei er bei einem Spaziergang durch seinen Heimatort Attaleen von Unbekannten erschossen worden. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Hintergrund des Angriffs seien Gerüchte gewesen, der Sohn des Opfers habe Fotos von seiner Freundin im Internet veröffentlicht. (ap) (NL Radio Vatikan, 19.10.2009).
 
27.06.2009  Ägypten:
Die koptisch-orthodoxe Kirche in Ägypten ist gegen Pilgerreisen ihrer Mitglieder nach Israel. Nach Einschätzung des koptischen Papstes Schenuda III. könnten muslimische Ägypter mit Zorn reagieren, wenn sie in Pässen israelische Visa fänden, sagte der koptisch-orthodoxe Generalbischof für Deutschland, Anba Damian, am Donnerstagabend in Potsdam. Eine Reise nach Israel könnte in Ägypten immer noch als Provokation angesehen werden, erklärte Damian. In seinem Land seien die Kopten von Religionsfreiheit noch weit entfernt. Christen würden dort im Alltag häufig diskriminiert. (kna) (NL Radio Vatikan, 27.06.2009).
 
23.05.2009  Türkei:
Das syrisch-orthodoxe Kloster St. Gabriel in der Südosttürkei hat einen Rechtstreit über dem Kloster zustehende Ländereien gewonnen.
St. Gabriel drohte die Enteignung der über 1.600 Jahre alten Ländereien, weil radikal-muslimische Kräfte das Land für sich beanspruchten. Ein türkisches Gericht hat am Freitag entschieden, dass das Kloster nicht enteignet werden könne, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Der Fall habe in der Türkei eine Diskussion über die Rechte religiöser Minderheiten ausgelöst. Die Regierungspartei AKP erklärte, man habe insgesamt die Rechte religiöser Minderheiten gestärkt. Die EU und die USA fordern jedoch weitergehende Maßnahmen. (reuters) (NL Radio Vatikan, 23.05.2009).

29.04.2009  Türkei:
In den Streit um eines der ältesten christlichen Klöster der Welt hat sich jetzt der türkische Regierungschef eingeschaltet.
Recep Erdogan mahnt die Behörden, im Landstreit mit dem syrisch-orthodoxen Kloster Mor Gabriel im Südosten Anatoliens eine gütliche Einigung zu suchen. Das im Jahr 397 gegründete Kloster streitet mit den Bewohnern umliegender Dörfer sowie den Behörden um Landbesitz. Kritiker sagen, dieser Streit diene dem Staat nur als Vorwand, um das Kloster mit seiner langen Tradition weiter zu schwächen. Mor Gabriel ist das Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen der Türkei; doch wegen jahrzehntelanger Schikanen und Übergriffe haben die meisten von ihnen die Region bereits verlassen. Viele von ihnen leben mittlerweile in Deutschland im Exil. (faz) (NL Radio Vatikan, 29.04.2009).

26.01.2009  Deutschland/Türkei:
In Berlin haben am Sonntag mehr als 4.500 Menschen für mehr Religionsfreiheit und Menschenrechte in der Türkei demonstriert.
An der Demonstration nahmen Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der amtierende Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche für Deutschland, Mor Julius Hanna Aydin, teil. Aktueller Anlass der Demonstration ist die drohende Enteignung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel. Nach Angaben der vor allem von syrisch-orthodoxen und aramäischen Gruppen getragenen „Aktion Mor Gabriel“ fürchtet das Kloster um seine Existenz, weil drei Vorsteher benachbarter muslimisch-kurdischer Dörfer versuchten, sich Land aus dem Klosterbesitz anzueignen. Sie wollten Teile als Weideland nutzen. Die dortigen Christen würden in einem „absurden juristischen Kesseltreiben malträtiert“. Zahlreiche christliche Dörfer im Tur Abdin seien mit ähnlichen Prozessen konfrontiert“, sagte ein Sprecher der Aktion. Zweck dieser Prozesse könne nur die endgültige Vertreibung der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei sein. (kna) (NL Radio Vatikan, 26.01.2009)

19.12.2008:  Die Türkei will ihre letzten Aramäer vertreiben. Das Kloster Mor Gabriel, geistliches Zentrum der syrischen Kirche, wird mit einer Prozessflut überzogen:
Lesen Sie dazu bitte das erhellende Interview in WELT ONLINE.

10.12.2008  Schweiz:
Mit der „Silbernen Rose des heiligen Nikolaus“ wird der armenische Patriarch Mesrob von Konstantinopel (Istanbul) geehrt.

Dies teilten das Ökumenische Institut der Universität Freiburg und das Ostkirchliche Institut Regensburg am Dienstag mit. Mesrob bezeuge in heraus-ragender Weise die Einheit von Glaube und Vernunft sowie  von wissenschaftlich-theologischer Arbeit und Verkündigung des Evangeliums, so die Begründung. Der Patriarch habe nicht zuletzt angesichts der politischen Spannungen zwischen Armeniern und Türken seit dem Ende des Osmanischen Reiches ein schwieriges Amt inne. - Preisträger der vergangenen Jahre waren Metropolit Kirill von Smolensk und Kaliningrad (2006), Äbtissin Iosefina des rumänischen orthodoxen Klosters Varatec (2007) und der Untersekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Eleuterio Fortino (2008). Die Silberne Rose will akademische und kirchliche Ehrung zugleich sein. (kipa) (NL Radio Vatikan, 10.12.2008).

08.12.2008  Libanon:
Das Oberhaupt der armenisch-orthodoxen Kirche von Kilikien, Aram I., hat Papst Benedikt XVI. vorgeschlagen, sich auf einen gemeinsamen Termin für das Osterfest zu einigen.
In einer Erklärung sprach er von kalendarischen, nicht aber lehrgebundenen Unterschieden. Ein gemeinsames Osterfest könne ein Zeichen für die Einheit der Christen darstellen und den ökumenischen Dialog voranbringen, so Aram I. – Die römisch-katholische Kirche feiert Ostern nach dem Gregorianischen Kalender. Die Mehrheit der orthodoxen Kirchen richtet das Osterfest am Julianischen Kalender aus. (apic) (NL Radio Vatikan, 08.12.2008).

22.11.2008  Vatikan:

Große Erwartungen an den Besuch des Armenischen Katholikos von Kilikien



Der armenisch-apostolische Katholikos Aram I. von Kilikien wird am kommenden Montag zu einem offiziellen Besuch bei Papst Benedikt XVI. erwartet. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper. Bei seiner am Sonntag beginnenden Visite wird Aram I. von sechs Erzbischöfen und zwei Bischöfen begleitet. Es sei ein wichtiger Besuch, der die Beziehungen der katholischen Kirche mit der armenisch-apostolischen Kirche verstärken wird, so Kardinal Kasper gegenüber Radio Vatikan.
„Der Besuch des Katholikos und Patriarchen Aram I. ist weit mehr als ein bloßer Höflichkeitsbesuch. Er kommt nicht zum ersten Mal nach Rom. Vielmehr ist sein Besuch ein guter Anlass, mit ihm über wichtige Fragen zu sprechen. Es geht um ökumenische Fragen und um interreligiöse Fragestellungen. So ist ja der Einfluss der Muslime im Libanon – wo die Kirchen des Nahen Ostens stark präsent ist – sehr groß geworden. Die Kirchenoberhäupter im Libanon haben dort traditionsgemäß einen wichtigen Einfluss. So ist auch Aram I. dort eine hoch angesehene Persönlichkeit.”
Die armenische Kirche sucht auch Unterstützung für die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern. Im Zusammenhang mit den armenischen Unabhängig-keitsbestrebungen und dem Ersten Weltkrieg wurde eine große Zahl von Armeniern im Osmanischen Reich, aus dem die heutige Republik Türkei entstand, getötet. Die Türkei sagt aber, dass es sich nicht um einen Genozid gehandelt habe. Dazu Kardinal Kasper:
„Es kommt nicht auf die Definition des Terminus ,Genozid’ an. Es ist vielmehr von Bedeutung, dass viele Tausende von Menschen umgebracht wurden. Die katholische Kirche muss in erster Linie auf der Seite der Opfer stehen. Ob der Heilige Stuhl dazu beitragen kann, die Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien zu verbessern, das kann ich nicht beurteilen. Wir hoffen aber, dass man über alte Probleme und Feindschaften hinwegkommen kann. Das ist ein wichtiges Anliegen für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten.”
Auf dem Programm steht ferner ein Besuch Arams I. in der Bartholomäus-Kirche in Rom. Am Dienstag wird dort der armenische Katholikos eine Reliquie in Erinnerung an die kilikischen Märtyrer niederlegen. Die Basilika auf der Tiber-Insel ist besonders dem Gedenken an Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts gewidmet. (rv/kap) (NL Radio Vatikan, 22.11.2008).


20.10.2008  Ägypten:
Papst Schenuda III. (85) ist wieder in Kairo. Nach über vier Monaten Behandlung in den USA kehrte das Oberhaupt der koptischen Christen an seinen Amtssitz zurück. Schenuda hatte sich einen Oberschenkelhals- bruch zugezogen, der in Cleveland (Ohio) behandelt wurde. – In Ägypten sind schätzungsweise sechs bis zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Kopten. (apic) (NL Radio Vatikan, 20.10.2008).

12.10.2008 Deutschland/Ägypten:                          Der deutsche Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche, Anba Damian, hat zur Solidarität mit den Christen in Ägpten aufgerufen. Die wichtigste Unterstützung seien dauerhafte Kontakte zu kirchlichen Gruppen. In Lörrach würdigte er Gemeindepartnerschaften und regelmäßige Besuche deutscher Jugendlicher in ägyptischen Klöstern und Kirchen als Zeichen der Solidarität mit der bedrängten Minderheit. In Ägypten sind etwa 90 Prozent der 79 Millionen Einwohner Muslime; der christliche Anteil wir auf acht bis zehn Prozent geschätzt. (idea ) (NL Radio Vatikan, 12.10.2008).

01.08.2008  Ägypten:
Der koptische Papst Schenuda III. wird am Sonntag 85 Jahre alt.
Als Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche mit weltweit rund zwölf Millionen Mitgliedern steht er seit 1971 einer der ältesten und wichtigsten christlichen Kirchen vor. Seit langem engagiert sich Schenuda III. im ökumenischen Dialog. Innerhalb der koptischen Kirche gibt es allerdings Stimmen, die ihm allzu enge Kontakte nach Rom und zu Protestanten vorwerfen. In Ägypten hat Schenuda in seiner Amtszeit die pastorale Arbeit wesentlich ausgebaut. Die fast ausgestorbenen koptischen Klöster zählen nun teils wieder Hunderte Mönche. In den vergangenen Jahren kam es in Oberägypten wiederholt zu gewaltsamen Übergriffen auf die christliche Minderheit. (kipa) (NL Rdio Vatikan, 01.08.2008).

18.06.2008  Ägypten:
Die Koptische Kirche hat an Präsident Hosni Mubarak appelliert, für die Sicherheit von Christen zu sorgen. Nach dem Mord an vier Christen in Kairo am 28. Mai 2008 haben sich die Spannungen zwischen Muslimen und Christen weiter verschärft. Bewaffnete Muslime griffen am 31. Mai ein Kloster in der rund 210 Kilometer südlich von Kairo gelegenen Ortschaft Deir Abu Fana in der Provinz Minya an. Drei Mönche wurden verschleppt, misshandelt und zum Teil schwer verletzt, bevor sie befreit werden konnten, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen mit. Einen anschließenden friedlichen Protestmarsch von rund 300 Kopten habe die Polizei unter Einsatz von Schusswaffen aufgelöst. – Christen stellen schätzungsweise rund acht Prozent der etwa 79 Millionen ägyptischer Staatsbürger. In ihrer Mehrheit sind die Christen Kopten, vor allem orientalisch Orthodoxe. Es gibt aber auch koptische Katholiken. Die griechisch-orthodoxen, griechisch-katholischen und protestantisch-arabischen Christen bilden jeweils nur kleine Gemeinschaften. (idea) (NL Radio Vatikan, 18.06.2008).
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Absurde islamistische Unterstellungen und bewusste Fehlinterpretationen einer engagierten, erfolgreichen und funktionierenden Pastoral, Katechese und Diakonie zwecks Diskriminierung der relativ wenigen Ur-Christen Ägyptens, die mit Gottes Hilfe die islamische Eroberung und Zwangskonversion bis heute überlebt haben, und deren Bildung und monastisch geprägte Spiritualität die Aversion der Muslime hervorruft [GH]:                         

11.06.2008  Ägypten:
Die radikal-islamistische Gruppe „Gamaa Islamiya” beschuldigt die koptische Kirche, einen Parallelstaat in Ägypten aufgebaut zu haben.
In den dreißig Jahren des Pontifikats von Papst Schenuda III. hätten die sozialen Angebote der Kopten und die vielfältigen Kontakte ins Ausland zu einer Abspaltung vom Rest der Gesellschaft geführt, berichtet die Zeitung „Al Hayat”. - In letzter Zeit war es vermehrt zu Angriffen auf Kopten gekommen, zuletzt im Christenviertel von Kairo, mehrere Menschen starben bei dem Angriff auf einen christlichen Juwelier. (efe) (NL Radio Vatikan, 11.06.2008).

04.05.2008  Vatikan:
Armenischer Katholikos zu Besuch beim Papst
Der Patriarch und Katholikos aller Armenier, Karekin II., wird vom 6. bis 11. Mai 2008 den Vatikan besuchen. Das bestätigte der vatikanische Pressesaal an diesem Samstag. Karekin hat eine enge Verbindung mit Deutschland: Ende der 1970er-Jahre studierte er in Bonn und leitete die Armeniergemeinde in Köln. Seit 1999 ist er das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche mit Sitz in Etschmiadzin bei Eriwan. Karekin II. wird am 6. Mai in Rom eintreffen. Am Mittwoch wird er bei den Papstgräbern beten und für einen kurzen Gebetsmoment bei der Statue des Heiligen Gregor des Erleuchters innehalten. Bei der Generalaudienz wird er von Papst Benedikt XVI. empfangen. Karekin erhält dann an der Päpstlichen Universität der Salesianer die Ehrendoktorwürde im Bereich „Jugendseelsorge”. Außerdem wird er an mehreren Konferenzen in Rom teilnehmen. Am Freitag wird ihn Papst Benedikt zu einer Privataudienz empfangen. Auch ein gemeinsamer Wortgottesdienst der beiden Kirchenoberhäupter ist vorgesehen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind die Beziehungen zwischen der Armenisch-Apostolischen und der katholischen Kirche intensiver geworden. Karekin hatte Johannes Paul II. mehrmals getroffen und sich positiv über die ökumenischen Gespräche geäußert. Karekin II. ist der 132. Katholikos der Armenisch- Apostolischen Kirche. Ein weiterer armenisch-aposto- lischer Katholikos leitet das Katholikat von Kilikien. Die Armenische Apostolische Orthodoxe Kirche ist eine altorientalische Kirche mit heute sechzehn Millionen Gläubigen in zwei Katholikaten in Etschmiadzin und Sis, zwei Patriarchaten in Jerusalem und Konstantinopel sowie rund 30 Diözesen, davon neun in Armenien. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 04.05.2008).

27.03.2008  Äthiopien:
Die mittelalterlichen Felsenkirchen von Lalibela bekommen Schutzdächer gegen Witterungs- schäden.
Die fünf so genannten „Shelters“ aus je einem Stahlgerüst mit Zeltdach für die am meisten gefährdeten Felsenkirchen von Lalibela sollen in zirka einem Monat fertiggestellt sein. Die Kosten in Höhe von neun Millionen Euro trägt zu einem großen Teil die EU. Die Felsenkirchen sind seit 1978 Weltkulturerbe. Lalibela gilt als das Jerusalem Afrikas. Der Namens- geber der Stadt, König Lalibela, der das „neue Jerusalem“ im Hochland Äthiopiens errichten wollte, regierte von 1190 bis 1220. Tausende von Steinmetzen meißelten während seiner Regierungszeit ein Weltwunder aus dem roten Basalt: elf Felsenkirchen, die bis heute der wichtigste Wallfahrtsort für die äthiopischen Christen sind. Die Kirchen, Krypten, Galerien und Grotten sind in tiefen Gräben verborgen wie geheime Schatzkammern. (kap) (NL Radio Vatikan, 27.03.2008)

26.03.2008  Ägypten

Der Patriarch von Venedig, Kardinal Angelo Scola, ist am Dienstag in Kairo mit dem koptischen Papst Shenouda III. zusammengetroffen. Man habe über die Situation der Christen in Ägypten und über den christlich-islamischen Dialog gesprochen, hieß es im Anschluss in einer Pressemitteilung. Die Atmosphäre bei der Begegnung sei „sehr herzlich” gewesen. Außerdem traf Scola mit dem katholischen Patriarchen Antonios Naguib zusammen. Er leitet die kleine mit Rom unierte koptisch-katholische Kirche. Scola befindet sich derzeit auf einer Pilgerreise auf den Spuren des Heiligen Markus. Die Tradition besagt, dass der Diözesanpatron von Venedig, der Evangelist Markus, auch Gründer der ägyptischen Kirche mit Sitz in Alexandrien ist. (rv) (NL Radio Vatikan, 26.03.2008).

01.03.2008  Vatikan/Äthiopien
Papst Benedikt XVI. hat einen Kardinallegaten für die Feierlichkeiten zum neuen Jahrtausend in Äthiopien entsandt.
Er ernannte dazu den Präfekten der Missionskongregation, den indischen Kurienkardinal Ivan Dias. Vom 2. bis 4. Mai 2008 feiert die unierte äthiopische Kirche das „neue christliche Jahrtausend“ im Rahmen eines nationalen eucharistischen Kongresses in Addis Abeba. Äthiopien folgt dem diokletianischen Kalender. Deswegen war die Jahrtausendwende am 11. September des vergangenen Jahres, also knapp sieben Jahre später als im gregorianischen Kalender. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 01.03.2008).
Zur Jahrtausendwendfeier der Orthodoxen Äthiopischen Kirche am Meskel-Fest (Kreuzauffindung) im September 2007 das hier folgende Bild aus ONE, Dezember 2007, S. 5:


In der Bildmitte das Oberhaupt der Äthiopischen Orthodoxen Kirche, Patriarch Abune Paulos (mit Mitra), links im Bild der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel als ranghöchster Vertreter der getrennten byzantinischen Orthodoxie.

26.02.2008  Vatikan:
Kurienkardinal Tarcisio Bertone reist nach Armenien und Aserbaidschan.
Das wurde an diesem Dienstag im Vatikan bekannt gegeben. Der Kardinalstaatssekretär will am 2. März zu seiner Reise aufbrechen und zunächst in Armenien mit dem Oberhaupt der armenischen Kirche, Katholikos Karekin II., zusammentreffen. Am 6. März reist er nach Aserbaidschan weiter, um mit Religionsführern zu sprechen und in Baku eine neue Kirche einzuweihen. Am 9. März wird die Nummer Zwei des Vatikans in Rom zurückerwartet. Die Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan sind gespannt; 1988 kam es im aserbaidschanischen Sumbait zu einem Pogrom an Armeniern. Derzeitige Streitpunkte sind die Regionen Nachitschewan (eine aserbaidschanische Enklave in Armenien) und Nagornij-Karabach (eine armenische Enklave in Aserbaidschan). (rv/kathpress) (NL Radio Vatikan, 26.02.2008).

22.02.2008  Vatikan:
Papst Benedikt XVI. hat einen Platz im Vatikan nach dem Begründer der armenischen Nationalkirche benannt.
Die Zeremonie zu Ehren des Heiligen Gregor „des Erleuchters” fand an diesem Freitag statt. Der Platz befindet sich in einem nördlich an den Petersdom angrenzenden Hof. Benedikt XVI. würdigte Gregor als Gründer der ersten Nationalkirche in der Geschichte des Christentums. Dieses Ereignis präge noch nach über 17 Jahrhunderten die Identität des armenischen Volkes. (rv) (NL Radio Vatikan, 22.02.2008).

09.02.2008  Ägypten: 
Das Oberste Verwaltungsgericht erlaubt zwölf Moslems, offiziell zu ihrem ursprünglichen christlichen
Glauben und zur Gemeinschaft der koptischen Kirche Ägyptens zurückzukehren.        Als Kopten waren sie zeitweise zum Islam übergetreten, wollten dann aber wieder zum christlichen Glauben zurückkehren. Das Gericht erlaubte, dass die Religionszugehörigkeit in den Ausweisen der zwölf Männer wieder mit „christlich” angegeben wird. Das entsprechende Recht war kürzlich von einem anderen Gericht einem Moslem, der zum Christentum übergetreten war, verweigert worden. Der Verteidiger der zwölf Kopten sprach von einem „historischen Urteil”. Allerdings ordneten die Richter auch an, dass in den Ausweisen festgehalten wird, dass die Männer zeitweise Moslems gewesen seien. Im Gerichtssaal in Kairo kam es nach dem Urteilsspruch zu Applaus; Kopten riefen: „Es lebe die Justiz!” Die Regierung soll versucht haben, zu verhindern, dass sich das Verwaltungsgericht mit dem Fall der zwölf Religionswechsler befasst. In Ägypten soll es derzeit noch über vierhundert ähnlich gelagerte Fälle geben. (adnkronos) (nach NL Radio Vatikan, 09.02.2008).


13.11.2007  Ägypten:        Der koptisch-orthodoxe  Papst Schenuda III. von Alexandrien ist nach zwei Tagen aus dem Krankenhaus in Kairo entlassen worden.
Papst Schenuda musste sich wegen Gallensteinen und leichtem Fieber behandeln lassen, erklärten ein Bischof und das medizinische Personal. Damit widersprachen sie Angaben, wonach das 84-jährige Kirchenoberhaupt vergangenen Sonntag ins Koma gefallen sei. Papst Schenouda III. steht seit 1971 der koptisch-orthodoxen Kirche vor, die zwölf Millionen Mitglieder zählt. (ap) (Newsletter Radio  Vatikan, 13.11.2007). 

12.02.2007  Kairo:


    

Links der koptische Papst, Patriarch Schenuda III. von Alexandrien, mit  Gerd Hagedorn in seiner Residenz  in Kairo

                                                                                                           
Rechts der äthiopische
Patriarch, Abunä Paulos, von Addis Abeba

Zum ersten Mal seit ihrem Zerwürfnis sind Vertreter der koptischen und der äthiopischen Kirche zusammengetroffen. Im äthiopisch- orthodoxen Kirchenzentrum in Opfikon bei Zürich führten die Kirchenmänner mehrstündige Gespräche. Über deren Inhalte ist laut Nachrichtenagentur Kipa aber noch nichts bekannt. Zu einem völligen Bruch der Kirchengemeinschaft zwischen dem koptischen und dem äthiopischen Patriarchen kam es 1994. Der koptische Patriarch Schenuda III. hatte für das von Äthiopien unabhängig gewordene Eritrea eigene Bischöfe geweiht und einen Patriarchen für Asmara ernannt. Die Äthiopier brachen daraufhin alle Beziehungen zu Schenuda ab. (kipa) (nach Newsletter Radio Vatikan, 12.02.2007).

 

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Erstaunlich und erfreulich:
                                 Gemeinsame Kirche für Orthodoxe und Melkiten in Syrien von beiden ostkirchlichen Patriarchen eingeweiht:

Die neu errichtete Kirche der heiligen Apostel Petrus und Paulus in der Stadt Dummar bei Damaskus wurde vor kurzem von den beiden zuständigen Oberhäuptern ihrer Kirchen, Ignatios IV., dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, und von Gregorios III., dem griechisch-katholisch-melkitischen Patriarchen von Antiochien, gemeinsam geweiht. Eine solche Aktion orthodoxer und östlich-katholischer (unierter) Patriarchen ist bisher einmalig. Die Kirche dient beiden Pfarreien gleichzeitig, allerdings kann die Liturgie nicht gemeinsam gefeiert werden, solange die volle Kircheneinheit nicht wiederhergestellt ist. Trotzdem wird die ökumenische Einstellung der beiden Patriarchen, auf katholischer Seite im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils, hierdurch unter praktischen Beweis gestellt. Es geht also auch ganz anders als in Russland! Besonders Gregor III. ist in Deutschland und darüber hinaus sehr bekannt geworden als der langjährige Patriarchalvikar von Jerusalem Lutfi Laham. Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass es sich hier nicht um eine "Simultankirche" handelt, wie wir sie auf Grund historischer Gegebenheiten in Deutschland kennen, denn diese neue Kirche wurde von Anfang an gemeinsam für beide Gemeinden errichtet und gemeinsam geweiht. So ist sie ein wirklicher Schritt auf dem Weg zur Einheit! (aus Katholiki, Athen, 07.02.2006).

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