I S L A M
siehe auch das Menü "Christenverfolgung" aller Jahre!
20.01.2012 Mali:
Trotz heftiger Proteste von Menschenrechts-organisationen hat Präsident Amadou Toumani Touré das neue Familiengesetz unterzeichnet. In dem vom Parlament im Dezember verabschiedeten Text heißt es u.a., die Frau schulde dem Ehemann Gehorsam. Ursprünglich war geplant, die Frauenrechte mit dem neuen Gesetz zu stärken. Massiver Druck muslimischer Organisationen führte aber zu einer deutlich anderen Grundtendenz des Textes. Er setzt das Heiratsalter von Frauen auf 16 Jahren herunter, Männer sind erst ab 18 Jahren ehefähig. Außerdem wird der Mann als das einzige Oberhaupt der Familie bezeichnet. Vergangenes Wochenende hatten 50.000 Muslime für ein Inkrafttreten des Gesetzes demonstriert. (misna) (NL Radio Vatikan, 20.01.2012).
19.91.2012 Ägypten:
Der Großimam der Al-Azhar-Universität von Kairo wird künftig von der Regierung unabhängiger sein. Das ergibt sich aus einem Gesetzesentwurf, den die Kairoer Regierung am Donnerstag gebilligt hat. Künftig soll die leitende Persönlichkeit der islamischen Universität nicht mehr vom ägyptischen Präsidenten ernannt werden, wie das seit den fünfziger Jahren der Fall war. Stattdessen dürfen die Dozenten den Großimam künftig in geheimer Abstimmung wählen. Die Al-Azhar-Universität gilt als eine der wichtigsten Autoritäten im sunnitischen Islam weltweit. (ap) (NL Radio Vatikan, 19.01.2012).
08.01.2012 Malaysia:
Der Islamminister eines malaysischen Bundesstaates ist aus der islamischen Partei PAS ausgeschlossen worden, weil er gegen Christen hetzte. Das melden malaysische Medien am Sonntag. Beobachter gehen davon aus, dass Hasan Ali jetzt auch sein Amt als Islamminister verliert. Ministerposten könnten nur von Mitgliedern der Regierungsparteien besetzt werden. Hasan Ali ist in Malaysia einer der Anführer einer Hetzkampagne gegen Christen, die von islamischen Organisationen mit engen Verbindungen zur Regierung betrieben wird. Erst vor wenigen Tagen hatte er den Christen vorgeworfen, sie planten eine Untergrundeinheit zur Bekehrung von Muslimen. (kna) (NL Radio Vatikan, 08.01.2012).
14.12.2011 Politikwissenschaftler: „Islamismus und Demokratie vertragen sich nicht“
Sehr skeptisch zur politischen Entwicklung im Nahen Osten hat sich der deutsche Politikwissenschaftler Bassam Tibi geäußert. Bei einem Vortrag am Dienstagabend warnte er in Wien die westlichen Staaten davor, die Scharia in ihre jeweilige Politik einfließen zu lassen. Das wäre das Ende Europas, so Tibi.
„Die Muslimbrüder und die Organisation „Milli Görüs“ haben im Westen bereits gut ausgebildete Netzwerke und sind mit den gesetzlichen Gegebenheiten bestens vertraut. Mit Islamisten gibt es keinen Dialog. Islamismus und Demokratie vertragen sich nicht.“
Die Aufstände in der arabischen Welt seien anfangs nicht islamistisch geprägt gewesen. Es seien auch Kräfte am Werk gewesen, „die wirklich Demokratie und Freiheit wollten“. Doch, sehe es jetzt so aus, dass der Arabische Frühling „keine Demokratie“, und der folgende Scharia-Staat „nichts Positives hervorbringen“ werde. Der auf den Arabischen Frühling folgende Winter werde „sehr frostig“ werden.
„Es fehlen im Nahen Osten schlicht die geschichtlich gewachsenen Voraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft. Demokratisches Bewusstsein bedeutet u.a., dass man bereit sein müsse, mit anderen die eigene Macht zu teilen und zugleich auch Minderheiten entsprechend zu schützen. Demokratie heißt nicht: Herrschaft der Mehrheit.“
Der Politikwissenschaftler syrischer Herkunft hatte erst vor wenigen Monaten eine ernüchternde Bilanz seines Bemühens gezogen, einen modernen europäischen Islam zu schaffen. Er habe für sein Anliegen Anhänger gefunden, und sie hätten voriges Jahr in Deutschland eine Bewegung gegründet: den Verband europäisch-demokratischer Muslime, sagte Tibi in einem Interview der „Kleinen Zeitung“:
„Aber ich muss offen sagen, dass Islamisten in Europa, auch hier bei Ihnen in Österreich, stärker sind als wir.“
(kap 14.12.2011 mg) (NL Radio Vatikan, 14.12.2011).
08.11.2011 Neu Delhi: Islamische Fatwa verbietet, den Geburtstag zu feiern
Die bekannteste Koranschule Indiens, eine der bedeutendsten der Welt, verurteilte das Feiern des Geburtstages. Es handle sich um eine „Tradition des Westens“, die der Scharia widerspreche. Die Islamschule Darul Uloom Deoband im indischen Bundesstaat Uttar Pradesch verurteilte mit einer Fatwa den Geburtstag zu feiern und rief damit eine entsprechende islamische Vorschrift in Erinnerung.
Die Koranschule gilt als wichtigster Bezugspunkt der indischen Moslems. Die Fatwa bekräftigt, dass der Islam den Moslems verbietet, Traditionen des Westens zu übernehmen.
Die Fatwa wurde auf die Frage eines Studenten erlassen. Dieser hatte gefragt, ob der Geburtstags von Sayed Ahmed Khan, des Gründers der islamischen Universität von Aligarh, begangen werden könne. Die zuständige Fatwa-Abteilung der Koranschule antwortete mit einer Fatwa und erklärte, dass das Feiern eines Geburtstages gegen das islamische Gesetz, die Scharia verstoße.
Maulana Abul Kasim Naumani, der Vize- Kanzler von Darul Uloom Deoband, gab die Fatwa bekannt. Naumani teilte zudem mit, dass die Koran-Schule nicht einmal das Geburtsfest des Propheten Mohammed feiert. Die Deoband haben als Schule und damit Richtung im Islam vor allem auf dem gesamten indischen Subkontinent und in Afghanistan großen Einfluß. Sie gehören der Rechtsschule (Madhhab) des Imam Abu Hanifa an. Das wichtigste Zentrum ist die Koranschule von Deoband, rund 140 Kilometer nordöstlich von Neu Delhi. Sie wurde 1865 von Hājjī Muhammad ‘Abīd Husayn gegründet. Sie wurde weltweit zu einer der bedeutendsten Ausbildungsstätten des Islam. An der Einrichtung studieren 1500 angehende Imame.Das Geburtstagsverbot untersagt es Moslems auch, Weihnachten als nichtreligiöses Fest zu feiern, da es das Geburtsfest von Jesus Christus ist. Die Internetseite Islamweb.net nennt acht Gründe, weshalb es Moslems verboten ist, Geburtstage, und deshalb auch Weihnachten, zu feiern. Unter Achtens: Geburtstage (also auch Weihnachten, das Ursprung des Brauches ist, den Geburtstag zu begehen) „zu feiern widerspricht der Sunna unseres Propheten. Der Prophet war bemüht, der Lebensweise der Juden und Christen zuwiderzuhandeln (…). Aus diesem Grunde bat er Allah darum, die Gebetsrichtung zu ändern (…) Deshalb ist es nicht erlaubt, christliche Feste zu feiern, ihnen beizuwohnen, oder sich in irgend einer Weise daran zu beteiligen, wie etwa durch gegenseitiges Beschenken, Beglückwünschen oder den Handel mit Waren, die zu solchen Festen benötigt werden, sowie Werbung.“
Unter Sechstens heißt es: „Das Feiern solcher Feste bedeutet, die Christen in ihren unislamischen Riten nachzuahmen, dies gehört zu den schlimmsten im Islam verbotenen Sünden, und wer dies tut, ist zu tadeln. In diesem Zusammenhang sagte der Prophet: ‚Wer Leute nachahmt, der gehört zu ihnen.‘ Deshalb unterbindet der Islam alles, was den Muslim dazu verführen kann, ihre Religion anzunehmen und zu ihnen überzulaufen.“
(Text: Asianews/Giuseppe Nardi; Bild: Asianews) (Katholisches.info, 08.11.2011).
05.11.2011 Vatikan: Der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, Federico Lombardi, bestätigt nicht die Presseberichte über eine Glückwunschnachricht Papst Benedikts an den Präsidenten der ägyptischen al-Azhar-Universität, Scheich al Tayyeb. Die ägyptische Tageszeitung al-Ahram hatte berichtet, dass der Scheich die Glückwünsche des Papstes zum islamischen Opferfest abgelehnt habe. „Es ist nicht bekannt, dass der Papst eine Nachricht an den Scheich geschickt hat. Daher ist nicht klar, auf was sich die ägyptische Presse bezieht“, sagte Lombardi gegenüber der Presseagentur Adnkronos. Stattdessen bestätigte Lombardi die Presseberichte über den Besuch des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Michael Fitzgerald, bei Scheich al Tayyebh. Dieser habe seine persönlichen Glückwünsche überbracht, jedoch nicht die des Papstes. Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog schickt jedes Jahr zum Fastenmonat Ramadan eine Grußbotschaft an Muslime in aller Welt. Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und der al-Azhar-Universität von Kairo sind derzeit gestört. Auslöser war die Forderung des Papstes vom Januar, Ägypten solle Religionsfreiheit gewährleisten. (adnkronos) (NL Radio Vatikan, 05.11.2011).
10.09.2011 Der Hamburger Weihbischof ist für den Bau neuer Moscheen in Deutschland. Zugleich rief Weihbischof Hans-Jochen Jaschke die Christen dazu auf, die Eröffnung solcher Bauten symbolisch zu unterstützen. Er halte es für vorstellbar, dass Christen den Muslimen zur Eröffnung einer neuen Moschee als Zeichen der religiösen [!! GH] Verbundenheit ein Geschenk machten, sagte der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für den interreligiösen Dialog der Tageszeitung „Die Welt“. Die Menschen müssten spüren, dass Glaube etwas mit Schönheit und Kultur zu tun habe, so Jaschke. (kna) (NL Radio Vatikan, 10.09.2011). - Unglaublich! Der Herr Bischof hat offenbar weder eine Ahnung vom Islam noch von der Kirche Jesu Christi und ihrem Verhältnis zu anderen Religionen. Schade drum! [GH].
01.09.2011 Libyen:
Das neu entstehende Libyen droht einen fundamentalistischen Kurs einzuschlagen. Davor warnen Beobachter, auf die sich die katholische Presseagentur „Asianews“ stützt. So bezeichne der Verfassungsentwurf des Übergangsrates Libyen als einen islamischen Staat unter dem Gesetz der Scharia. Dazu komme die Weigerung der Übergangsregierung, internationale Kräfte wie die UNO-Blauhelme auf libyschem Boden zuzulassen. Beobachtern zufolge gehören überdies viele Rebellen islamistischen Gruppen an, deren Hauptziel die Schaffung eines islamischen Staates und nicht Demokratie und Menschenrechte seien. (asianews) (NL Radio Vatikan, 01.09.2011).
23.04.2011 Österreich:
Der Leiter des ökumenischen Institutes „Pro Oriente“, Hans Marte, ist skeptisch gegenüber den Chancen eines Religionsdialoges zwischen Christen und Muslimen. „Alle unsere Partnerkirchen im Nahen Osten halten einen Religionsdialog mit dem Islam für sinnlos“, sagte Marte. Dabei gehe es den Christen ausschließlich um gleiche Bürgerrechte und Religionsfreiheit“, berichtete Marte der „Wiener Zeitung“ über schlechte Erfahrungen der Minderheitskirchen in muslimisch dominierten Ländern. Die koptischen Christen in Ägypten würden mitteilen, „man könne mit den Muslimen ebenso wenig reden wie mit den Kommunisten. Es fehle eine eigentliche Theologie, sie zitierten nur, was im Koran stehe“. Eine Ausnahme bilde die islamische Akademie in Ankara, wo seit etwa drei Jahren eine wissenschaftliche Herangehensweise „vorsichtig gestattet“ werde. (kap) (NL Radio Vatikan, 23.04.2011).
14.04.2011 Ägypten/Vatikan:
Ein Vatikanvertreter und der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmad al-Tayyeb, haben sich am vergangenen Dienstagmorgen offenbar zu Gesprächen getroffen. Das berichtet die Agentur „Adnkronos“ unter Berufung auf lokale Quellen. Al-Tayyeb habe die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen der Kairoer Universität und dem Heiligen Stuhl an eine offizielle Entschuldigung des Papstes geknüpft und damit dem Wunsch des Kairoer sunnitischen Klerus Ausdruck verliehen, heißt es auf der islamischen Internetseite „al-Youm al-Sabaa“ nach Angaben von Adnkronos. Der Groß-Imam habe weiter präzisiert, die Beziehungen zwischen Katholiken und Muslimen blieben gut; nur der Dialog mit dem katholischen Kirchenoberhaupt sei eingefroren. Die Al-Azhar-Universität hatte ihre Gespräche mit dem Heiligen Stuhl Ende Januar 2011 abgebrochen. Anlass waren Papst Benedikts Rufe nach mehr Schutz für Kopten in Ägypten, die er nach dem blutigen Anschlag von Alexandria vorbrachte, sowie eine grundsätzliche Skepsis der Universität gegenüber Benedikts Haltung zum Islam. Andere Beobachter werten den Abbruch des Dialogs als Gefälligkeit der sunnitischen Gelehrten gegenüber dem damaligen Machthaber Hosni Mubarak. (adnkronos) (NL Radio Vatikan, 13.04.2011).
Und hier noch einmal die gleiche Meldung des Magazins "Katholisches" zum Vergleich mit der von Radio Vatikan. Bilden Sie sich bitte selbst ein Urteil [GH]!
13.04.2011 Kairo: “Moderater” Islam verweigert weiter Gespräche mit Vatikan
Bei einem Treffen mit dem Apostolischen Nuntius wiederholte der Großiman El-Tayeb die Vorwürfe gegen den Vatikan. Er kritisierte den Heiligen Stuhl, weil Papst Benedikt XVI. an die Regierung appellierte, die Christen besser vor Verfolgung und Diskriminierung zu schützen.
Die Al-Azhar-Universität von Kairo, deren Großimam El-Tayeb ist, präsentiere sich gerne, so Asianews, als “moderates Gesicht des Islam”. Doch in Wirklichkeit verfolge sie die “harte Linie” gegen den Vatikan. --
El-Tayeb wiederholte gegenüber dem Nuntius diese harte Linie. Al-Azhar werde an den interreligiösen Gesprächen mit dem Vatikan erst wieder teilnehmen, wenn der Papst sich für seine “Kritik” am Islam entschuldigt. Den Zorn des ägyptischen Islam löste der Appell Benedikts XVI. nach dem Attentat auf die koptische Kathedrale von Alexandria aus.
Das Gespräch zwischen dem Botschafter des Heiligen Stuhls, Michael Girard, und dem Großimam fand gestern in Kairo statt. Der Großimam bezeichnete die Beziehungen zum Vatikan als “normal”. Gleichzeitig verlangte er aber erneut eine “offizielle Entschuldigung” des Papstes. Erst dann könne über die Wiederaufnahme von Gesprächen nachgedacht werden.
Die katholische Kirche lehnt eine Entschuldigung ab, “da der Papst in keiner Weise den Islam beleidigt” habe. Benedikt XVI. habe “den Schutz der Christen gefordert, wie es seine Pflicht” sei. Ägyptens Christen unterstützen den Standpunkt des Vatikans. Aus koptischen Kreisen sei zu hören, dass “die islamische Forderung nach einer Entschuldigung ein Skandal” sei. Sie entspreche der “Unterwerfungslogik, die der Islam für Nicht-Moslems” vorsehe.
Der Botschafter des Vatikans habe von seinem Gesprächspartner eine Erklärung darüber verlangt, “weshalb die Gewalt gegen Christen in Ägypten” fortgesetzt werde.
In ägyptischen Kirchenkreisen, so Asianews, bewerte man das Verhalten von Al-Aszhar als “zwiespältig”. Einerseits präsentiere sich die Universität als “moderates Gesicht des Islam”, das sich vom “radikalen Gesicht” unterscheide. Die bisherigen Interreligiösen Gespräche seien jedoch vor allem eine “Fassade der Höflichkeiten” gewesen, da die islamische Seite alle “heißen Eisen” vermied und über Freundlichkeiten nicht hinausging. Der Vatikan habe “daraus gelernt” und weiche nicht von seinen “klaren Positionen ab”.
Der Sturz Mubaraks habe gezeigt, wie instabil die politischen Verhältnisse Ägyptens seien. Die ohnehin prekäre Lage der Christen stehe auf des Messers Schneide, da die islamistischen Kräfte gestärkt worden seien. Dies erkläre, so Asianews, zum Teil das Verhalten von Al-Azhar, schließlich gehe es darum, wer morgen die Macht am Nil innehaben werde.
(Asianews/Giuseppe Nardi) (Katholisches.info, 13.04.2011).
Die Organisation der Islamischen Konferenz hat vor dem UNO-Menschenrechtsrat eine Verurteilung der Koranverbrennung durch einen evangelikalen Pastor in den USA verlangt. Die Vereinigten Staaten sollten gegen derartige „Aktionen von religiösem Hass und Gewalt“ vorgehen. Das forderte der pakistanische Diplomat Zamir Akram für die islamische Organisation mit 57 Mitgliedsstaaten am Dienstag in Genf. Zehn Jahre nach der Weltrassismuskonferenz von Durban seien noch immer viele Schritte gegen religiöse Intoleranz zu tun. Am Sonntag hatte der Prediger Wayne Sapps in seiner Kirche im US-Bundesstaat Florida eine Koranausgabe verbrannt. (kna) (NL Radio Vatikan, 23.03.2011).
GH: Trotz aller Vorbehalte, die man haben kann: eine völlig idiotische, unnötige und unchristliche Aktion fanatischer Protestanten in USA: 21.03.2011 Vereinigte Staaten:
Eine christliche [?] Gemeinschaft hat am Sonntag in einer Kirche [?] eine Koran-Ausgabe verbrannt. An der Aktion nahm auch der Geistliche Terry Jones teil, der schon einmal mit einer Koran-Verbrennung gedroht hatte. Auf starke Proteste hin hatte Terry im letzten Herbst dann doch davon Abstand genommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Afp“ machten Gemeindemitglieder in der Kirche von Gainsville im US-Bundesstaat Florida zunächst dem Heiligen Buch der Moslems den Prozess. Nach acht Minuten Beratung hätten sie den Koran dann zum „Tod durch Verbrennen“ verurteilt, ihn mit Benzin übergossen und verbrannt. An der Aktion nahmen etwa dreißig Menschen teil. Jones erklärte, das sei ein „einmaliges Ereignis“ gewesen. Ursprünglich hatte er eine Koran-Ausgabe am vergangenen 11. September verbrennen wollen, dem Jahrestag der islamistischen Attentate von 2001. (afp) (NL Radio Vatikan, 21.03.2011).
12.03.2011 Deutschland
Gegenüber dem Islam herrschen in zahlreichen europäischen Ländern große Vorbehalte. Laut einer am Freitag in Berlin vorgestellten Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erklärte rund die Hälfte der Befragten in acht europäischen Ländern pauschal, der Islam sei „eine Religion der Intoleranz“ [und zwar in jeder Beziehung! GH]. Knapp 80 Prozent stimmten der Aussage zu: „Die muslimischen Ansichten über Frauen widersprechen unseren Werten“. Nach Angaben der Autoren ist eine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in Europa weit verbreitet. Das betreffe neben islamfeindlichen Einstellungen auch rassistische, antisemitische, sexistische und homophobe Haltungen. Für die Studie „Die Abwertung der Anderen - Eine europäische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung“ von Wissenschaftlern der Universitäten Bielefeld wurden 2008 in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Portugal, Polen und Ungarn jeweils rund 1.000 Personen ab 16 Jahren befragt. (kna/online agenturen) (NL Radio Vatikan, 12.03.2011).
02.03.2011 Pakistan: Blasphemie-Streit: Der pakistanische Minister für Minderheiten, Shahbaz Bhatti, ist ermordet worden.
Bhatti gehörte der regierenden Volkspartei PPP an. Er hatte noch im vergangenen Monat Änderungen am Blasphemie-Gesetz gefordert, um den weit verbreiteten Missbrauch zu stoppen. Der Christ hatte gesagt, wegen seiner Kritik an dem Gesetz erhalte er Todesdrohungen. Er sei aber bereit, notfalls für seine Haltung zu sterben.
Taliban bekennen sich zur Tat
Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen hinterließen die Attentäter ein Flugblatt am Tatort, bevor sie die Flucht ergriffen. Darauf habe sich eine Taliban-Gruppe aus der Provinz Punjab („Tehrik Taliban Fidayan Mohammad Punjab“) zu der Tat bekannt, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Weiter habe es auf dem Flugblatt geheißen, all jene, die Änderungen am Blasphemiegesetz forderten, würden getötet werden.
29.01.2011 Ägypten/Vatikan: Nicht nur eine „Kommunikationspanne“
Unterdessen gab es im diplomatischen Konflikt zwischen der Kairoer Al-Azhar-Akademie und dem Vatikan eine neue Wendung: Die Aussetzung des Dialogs mit dem Vatikan von Seiten der Kairoer Al-Azhar-Akademie beruht auf einem „Kommunikationsproblem“ – verfälschende arabische Presseberichte sind schuld. So interpretiert jedenfalls der koptisch-katholische Patriarch Kardinal Antonios Naguib die Situation. Die islamische Theologenhochschule habe nicht auf die Originaltexte zurückgegriffen und die Entscheidung allein auf Grundlage von arabischen Presseberichten gefällt, so Naguib am Donnerstag im Interview mit dem katholischen Pressedienst Sir. Die Al-Azhar-Universität hatte den seit 1998 bestehenden offiziellen Dialog mit dem Vatikan in der vergangenen Woche ausgesetzt. Als Grund wurden Äußerungen des Papstes über den Islam genannt. Also alles nur ein Missverständnis? (rv/kipa/adnkronos) (NL Radio Vatikan, 29.01.2011).
22.01.2011 Rom: Al-Azhar bricht Dialog mit Vatikan ab – Die wahren Hintergründe
Die Entscheidung der islamischen Al-Azhar-Universität von Kairo, den Dialog mit dem Vatikan einzustellen, scheint viele überrascht zu haben. Es besteht die Gefahr, dass sie einen Konflikt zwischen den Christen und den Moslems zur Folge hat. Der vom Vatikan stets bemüht geführte Dialog mit dieser führenden Einrichtung des sunnitischen Islam setzte bereits in den 1990er Jahren ein. Auf moslemischer Seite wurde er von Imam Muhammad Sayyed Tantawi unterstützt, der am 10. März 2010 verstarb.

Seit dem 19. März ist Mohammed Ahmed al-Tayyeb [Bild] Imam der Universität, der am 1. Januar Papst Benedikt XVI. kritisierte, als dieser nach dem Massaker an koptischen Christen mehr Schutz für die Christen forderte. Al-Tayyeb wies dies als “Einmischung” in innerägyptische Angelegenheiten zurück.
Die Krise reicht jedoch vor Januar zurück. Kurz vor einem Treffen hatte die islamische Universität verlangt, dass ein Mitglied der vatikanischen Delegation aus dieser entfernt würde. Es handelte sich um Msgr. Khaled Boutros Akasheh (Jahrgang 1954, Priesterweihe 1978), einen Jordanier und Islamexperten, seit 1994 Mitglied des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog. Er war bisher für die Beziehungen zur islamischen Universität zuständig.
Wahre Gründe werden verschleiert
Msgr. Akasheh zählt zu den qualifiziertesten Islamkennern. Er gehörte dem katholisch-islamischen Forum von 2008 an, das nach dem Brief von 138 Islam-Vertretern als Reaktion auf die berühmte Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. folgte. Er bemüht sich auch um Kontakte und Gespräche mit islamischen und kulturellen Organisationen im Iran.
Der Vatikan stellte fest, dass in den schriftlichen Abkommen, die die Grundlage des Dialogs bilden, ausdrücklich festgehalten wurde, dass jede Delegation das Recht hat, in völliger Freiheit ihre Mitglieder zu bestimmen. Die Al-Azhar-Universität beharrte jedoch auf der Entfernung von Msgr. Akasheh aus der Delegation, andernfalls – so die Drohung – würde der Dialog abgebrochen.
Die Spannungen und die Drohungen, die Beziehungen einzufrieren oder abzubrechen sind also wesentlich älter als es nun scheinen mag. “Ein Grund für die Ablehnung von Msgr. Akasheh wurde nie genannt”, schreibt Pater Bernardo Cervellera, der Direktor von Asianews. Im Vatikan geht man davon aus, dass die islamische Seite niemanden sich gegenüber haben will, der perfekt Arabisch versteht, der selber Araber ist und der den Islam sehr gut kennt. Msgr. Akasheh ist ein profunder Korankenner.
Die Kritik am Papst wegen dessen Solidarität mit der koptischen Gemeinschaft Ägyptens wirkt vorgeschoben. “Dahinter scheint man andere Gründe zu verstecken, niederträchtigere Gründe”, wie Cervellera für Asianews analysiert.
Enge Verbindung von Al-Azhar zur politischen Macht
Zu beachten sei vor allem auch die enge Verbindung von Al-Azhar mit der politischen Macht in Ägypten. Die Universität unterstütze traditionell die Machthaber, so Pater Cervellera. Ägyptens mächtiger Mann, Hosni Mubarak, gilt als moderater islamischer Führer, der bemüht ist, sein Land einer Entflechtung von Staat und Religion zuzuführen. Eine Forderung, die auch die koptischen Christen erheben, die auf sozialer und rechtlicher Ebene diskriminiert werden. Aus diesem Grund betreibt Mubarak seit einiger Zeit die politische Ausgrenzung der Islamisten, vor allem der Moslembruderschaft. Mit Blick auf die nächsten Präsidentenwahlen bemüht sich Mubarak jedoch, die Moslems nicht vor den Kopf zu stoßen und Signale in deren Richtung auszusenden, die auf wohlwollende Aufnahme rechnen dürfen. Die Kritik am Vatikan erfüllt genau diesen Zweck: den christlichen Papst angreifen und damit auch den Westen meinen; die Frustrationen der Moslems gegen den (sogenannten) "christlichen" Westen bedienen. Die Al-Azhar-Universität scheint in ihrer Treue zur Macht auf diesen Zug aufgesprungen zu sein.
“Welche Folgen kann die Entscheidung von Al-Azhar haben?”, fragt sich Pater Cervellera. “Die Universität wird fast vollständig von Saudi-Arabien finanziert. Sie vertritt einen sehr traditionellen Islam und wird von vielen islamischen Institutionen als ‘zu verstaubt’ und wenig aktuell gesehen. Während in den Straßen Tunesiens und in der arabischen Welt um die Zukunft der Gesellschaft im Nahen Osten gekämpft und gelitten wird, wobei man sich mit den Fragen der Menschenrechte, der Demokratie, des Despotismus, der Wirtschaft und der Armut befasst, zog es Al-Azhar vor, lediglich festzustellen, dass der Islam gegen Selbstmord sei. Damit wurden indirekt jene Unglückseligen verurteilt, die sich in Tunis in ihrer von Armut und Ungerechtigkeit verursachten Verzweiflung selbst verbrannt hatten. Gerade diese Vorfälle führten jedoch zu einem Sturm des Protestes, der Staatspräsident Ben Ali zu Fall brachte und den Nahen Osten erschüttert.” (Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (Katholisches.info, 22.01.2011).
21.01.2011 Vatikan. Hintergrund: Was steckt hinter der Absage aus Ägypten?
Einen Tag nach der Absage aus Kairo ist das Schweigen im Vatikan geradezu ohrenbetäubend. Niemand will sich beim Heiligen Stuhl zu der Entscheidung der Kairoer Al-Azhar-Universität äußern. Die wichtigste Lehrautorität im sunnitischen Islam hatte am Donnerstag ihren Dialog mit dem Vatikan „auf Eis gelegt“. Ein Mitglied des Al-Azhar-Rates äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur „Adnkronos“ zu den Gründen der Krise. Aus Abdel Muti al-Bayoumis Äußerungen wird deutlich, dass Al-Azhar nicht nur über die Rufe Benedikts XVI. nach mehr Schutz für koptische Christen aufgebracht ist. Diese wiederholten Appelle des Papstes hatten in den letzten Tagen auch schon den Zorn der ägyptischen Regierung auf sich gezogen, die deswegen ihre Vatikanbotschafterin „zu Konsultationen“ nach Kairo zurückrief. Einige Beobachter sehen im Schritt von Al-Azhar denn auch einfach einen Gefallen, den die Uni dem Regime von Hosni Mubarak macht. (rv/adnkronos) (NL Radio Vatikan, 21.01.2011).
20.01.2011 Ägypten: Dialog wird „eingefroren“
Die islamische Universität al-Azhar in Kairo hat ihren Dialog mit dem Vatikan „eingefroren“. Das teilt ein Statement der Universität an diesem Donnerstag mit. Der Generalsekretär der wichtigsten Lehrautorität im sunnitischen Islam, Ali Abdel Dayem, erklärt, die Maßnahme habe etwas „mit den islamkritischen Äußerungen von Papst Benedikt XVI. in jüngster Zeit“ zu tun. Al-Azhar wehrt sich gegen den Eindruck, als ob Moslems im Nahen Osten die Gläubigen anderer Religionen unterdrückten. Papst Benedikt XVI. hatte nach dem blutigen Anschlag auf christliche Kopten in Alexandria zu Jahresbeginn wiederholt deutlich zu Religionsfreiheit aufgerufen. Das hatte al-Azhar und die ägyptische Regierung verstimmt; die Führung in Kairo rief ihre Vatikanbotschafterin kürzlich „zu Konsultationen“ zurück. (ansa/rv) (NL Radio Vatikan, 20.01.2011).
13.01.2011 „Der Papst hat die Pflicht, für den Schutz der Gläubigen einzutreten"
Interview zu den Protesten Kairos gegen den Papstappell zugunsten der Christen
ROM/ LAWRENCEVILLE, New Jersey (ZENIT.org).- Im Kairoer Außenministerium sind die Diplomaten anhaltend über die Äußerungen des Papstes zum Anschlag auf Christen im ägyptischen Alexandria verstimmt. Die Worte des katholischen Oberhauptes werden dort als „nicht hinnehmbare" Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ägyptens betrachtet. Der Heilige Stuhl nehme nach dem Anschlag auf die Kopten Anteil an den Empfindungen ganz Ägyptens, hieß es daraufhin in einer Stellungnahme des Vatikans. Der Heilige Stuhl teile die Befürchtungen einer möglichen Eskalation und begrüße die Bemühungen der Regierung, die genau diese vermeiden wolle. -
Michaela Koller fragte den deutsch-amerikanischen Mittelost-Historiker Professor Wolfgang G. Schwanitz von der Rider University in Lawrenceville, New Jersey, nach den Hintergründen der Entrüstung. Schwanitz ist international gefragter Experte für ägyptische Außenpolitik und Islampolitik westlicher Staaten. Die Aufregung in Kairo hält er für unangebracht. -
ZENIT: Nachdem der Papst erneut an die Regierungen islamischer Staaten, insbesondere des Irak, Pakistans und Ägyptens appelliert hatte , "sich dafür einzusetzen, dass ihre christlichen Mitbürger in Frieden leben können", zeigt sich die ägyptische Diplomatie nun entrüstet und wertet die Stellungnahme als Einmischung in innere Angelegenheiten. Können Sie das nachvollziehen?
--Prof. Schwanitz: Die Entrüstung ist nachvollziehbar, aber unangebracht. Sie ist durchaus keine Einmischung in innere Angelegenheiten. In der globalen Gesellschaft hat jeder das Recht, seine Meinung zu unhaltbaren Verhältnissen zu sagen, die zur Ermordung von Kopten in Alexandria geführt haben. Heute sind wir alle miteinander verbunden. Und der Papst hat die Pflicht, für den Schutz und das Wohlbefinden der Gläubigen einzutreten, insbesondere auch der christlichen Minoritäten in islamischen Ländern. Leben und Alltag von Kopten sind am Nil speziell seit den 1970er Jahren unerträglich geworden.
Ägyptens Christen dienen seither immer öfter als Blitzableiter für ungelöste Probleme. Viele wandern nun aus, darunter nach Amerika. Andere Minderheiten, etwa Juden, sind bereits seit den 1950er Jahren vertrieben worden oder emigriert. Das sind die Trends in islamischen Ländern. Einst blühende Gemeinden mit ihren schönen Synagogen sind untergegangen, abgesehen von Marokko. Das spricht nicht gerade für die oft bemühte Toleranz. Sollen wir etwa mundtot zusehen, wie Christen das gleiche Schicksal ereilt?
ZENIT: Ist die Rückberufung der Botschafterin zu "Beratungszwecken" nicht ein überzogenes Signal des Protests? Immerhin ist dies ja bei weitem kein singulärer Appell gewesen.
--Prof. Schwanitz: Kairo versucht, im Vatikan einen Sündenbock für das eigene Unvermögen zu finden. Eine typische Reaktion. Genau wie Pakistans Islamisten, die des Papstes völlig berechtigte Kritik am umstrittenen Blasphemie-Gesetz, das „Gotteslästerung" unter Strafe stellt, als Teil einer „päpstlichen Verschwörung" hinstellen wollen, „um die Weltreligionen gegeneinander auszuspielen." So die Worte des Abgeordneten Sahibzada Fazal Karimt von der Pakistanischen Muslimliga in Islamabad. Eine Christin seines Landes, Mutter von fünf Kindern, ist zum Tode durch den Strang verurteilt worden, weil sie sich angeblich negativ über den Islam geäußert habe. Ein Kritiker des diesbezüglichen Blasphemiegesetzes, der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, ist durch seinen islamistischen Leibwächter ermordet worden.
Und der Papst, der am Montag die Abschaffung des Blasphemie-Gesetzes forderte, wird nun als globaler Verschwörer porträtiert? Er spricht genau das aus, was viele zum Verzweifeln bringt: immer neue Vorwände zu schaffen, Ungerechtigkeit und Gewalt gegen die religiösen Minderheiten zu provozieren. Regieren durch den Mob ist unakzeptabel. Der Vatikan setzt ein mutiges Zeichen, sich ungerechten Praktiken zu widersetzen. Alle Gesellschaften ringen heute mit ähnlichen Problemen. Aber es gibt keine Entschuldigung mehr dafür, diese auf dem Rücken von Minderheiten auszutragen.
ZENIT: Wie ist eigentlich die Behauptung des Großscheichs der Universität Al Azhar einzustufen, der sagte, hinter dem Anschlag steckten fremde Mächte, wobei er ausdrücklich Israel nannte. Scheut er sich, die Salafiten zu benennen?
--Prof. Schwanitz: Ich würde es nicht auf Salafiten oder andere Fundamentalisten reduzieren. Es geht allgemeiner um militante Islamisten. Soll der Großmufti etwa Leute aus den eigenen radikalen Reihen anpranger; wäre das nicht zu viel verlangt? Leider führen die Hinnahme von vermehrten Übergriffen auf Kopten, ein uraltes Element in Ägyptens Mosaik, neue Generationen in veränderten Umständen an. Früher pflegte die einheimische Elite solche Angriffe lautstark zurücku weisen und zu stoppen. Aber Ägyptens liberale Garden, die ihre koptischen Brüder und Schwestern zu achten und die Religion aus der Politik zu halten suchten, sind kaum mehr am Ruder. Und Präsident Mubarak vermag es nicht allein. Seit vier Jahrzehnten, seit dem massiven Aufkommen von radikalen Intoleranten, droht der einst führende ägyptische Liberalismus völlig unterzugehen.
Ägyptens Kopten haben immer eine herausragende Rolle in der Landes- und Weltpolitik gespielt. Denken sie zum Beispiel an Boutros Ghali, vor dem Ersten Weltkrieg Premier in Kairo. Oder an seinen gleichnamigen Enkel, über ein Dutzend Jahre Staatsminister für Auswärtiges in Ägypten und Co-Architekt des Friedensabkommens von Camp David - dann in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre UN-Generalsekretär. Doch wenn es so weitergeht, gibt es im Land der Pyramiden bald keine Christen mehr. Wer möchte schon in ständiger Angst in die Kirche gehen und seine Kinder ohne gesicherte Zukunft aufwachsen lassen? (Zenit.org, 13.01.2011).
06.01.2011 Ägypten: Groß-Imam für Religionsfreiheit
Der Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee in Kairo, Ahmad Al-Tayyeb, hat sich angesichts des jüngsten Anschlags gegen koptische Christen nachdrücklich zur Religionsfreiheit bekannt. „Ich glaube fest, dass die religiöse, ethische und kulturelle Freiheit ein heiliges Gesetz ist”, sagte Al-Tayyeb in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera” (Donnerstagsausgabe). Gott habe dem Menschen die Freiheit gegeben, nach seinem Gewissen zu entscheiden. Auch die Menschen dürften daher anderen Menschen nicht eine Religion oder eine Lebensweise vorschreiben, sagte Al-Tayyeb. Er nahm auch zu dem von ihm erhobenen Vorwurf Stellung, Papst Benedikt XVI. habe in seiner Verurteilung des Anschlags von Alexandria muslimische Opfer von Terror und Gewalt ignoriert. Er befürchte, dass die Worte des Papstes in Ägypten und im Nahen Osten insgesamt “eine negative politische Reaktion” hervorrufen könnten, sagte er. (kipa) (NL Radio Vatikan, 06.01.2011).
23.12.2010 Blinder islamischer Hass gegen Christen: Blasphemie des Weihnachtsfestes (zur Kenntnisnahme und zum Nachdenken!!):
Großbritannien:
"Weihnachten ist ein Fest der Sünde." Das behauptet eine Organisation
radikaler Muslime in London. Wie die Tageszeitung „Daily Mail“
berichtet, listen die Organisatoren in einer Plakataktion „die zwölf
Sünden von Weihnachten“ auf. Das Fest sei mitverantwortlich für
Alkoholmissbrauch, Promiskuität, Vergewaltigung, häusliche Gewalt,
Pädophilie und Vandalismus. Eine weitere Beleidigung sei die „behauptete
Botschaft“ von Weihnachten, dass „Gott einen Sohn hat". Weiter heißt
es: „Der Islam schützt uns vor all diesen Sünden. Wir haben Ehe,
Familie, Ehre, Würde, Sicherheit, Rechte für Männer, Frauen und Kinder.“
Der Initiator der Kampagne, Abu Rumaysah, sagte der „Daily Mail", ihm
mache es nichts aus, wenn er Christen dadurch beleidige: „Weihnachten
ist eine Lüge, und als Muslime ist es unsere Pflicht, dies
anzuprangern", so der 27-Jährige. Er hoffe, dass die Posteraktion die
Menschen erkennen lasse, dass der Islam die einzige Möglichkeit sei,
solche Missstände zu vermeiden, und sie zur Bekehrung bringe. In Teilen
Londons waren die Plakate bereits am Donnerstag zu sehen. (kipa) (NL
Radio Vatikan, 23.12.2010).
23.12.2010 Kairo/Frankfurt: Religionsminister bestätigt Todesstrafe für Abfall vom Islam
Der Konvertit Mohammed Ahmed Hegazy und die Anwälte, die ihn vertreten, können jederzeit Opfer eines Anschlags werden, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Hegazy wurde am 25. August mit einem Scheich der Al-Azahr Universität, Youssef al-Badri, im Fernsehen interviewt. Al-Badri forderte darin erneut die Todesstrafe Hegazys. Auch die ehemalige Dekanin der Hochschule für Frauen der Al-Azhar Universität, Souad Saleh, verlangte die Enthauptung des Konvertiten. Selbst der ägyptische Minister für religiöse Angelegenheiten, Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk, beteiligt sich an der Eskalation und beharrt öffentlich auf der Legalität der Todesstrafe für Konvertiten. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM appelliert an Präsident Mubarak, sich „unverzüglich einzuschalten und den Schutz des Konvertiten und seiner Anwälte sicherzustellen“.--
In den arabischen Medien forderten zwei Al-Azhar- Religionswissenschaftler, Scheich Youssef al-Badri, sowie Souad Saleh, die Todesstrafe für den Konvertiten Mohammed Ahmed Hegazy. Der 25jährige Journalist konvertierte vor vier Jahren zum koptischen Christentum und wollte Anfang August 2007 in seinen Ausweispapieren den Religionseintrag ändern lassen. Seinen Religionswechsel fühlte Hegazy durch den Großmufti Ägyptens Dr. Ali Goma’a gestützt, der sich zu Konvertiten relativ tolerant äußerte. Sie würden von Gott selbst im Jenseits bestraft werden, so Goma’a, aber eine weltliche Strafe sei, auch durch den Koran, unzulässig.
Diese Äußerungen wurden von Religionswissenschaftlern der Al-Azhar-Universität heftig kritisiert. Saleh erklärte in der Zeitung al-Quds al-arabi die Fatwa Goma’as für wertlos. Hegazy hätte es nicht bei seiner Apostasie belassen, sondern mit seinem Bekenntnis den Islam verspottet und verleugnet. Dies verdiene, so Saleh, den Tod. Im gleichen Artikel befanden die Religionswissenschaftler Scheich Gad Mawli Ibrahim sowie Scheich Youssef al-Badri die Auslegungen des Muftis für ungültig und ohne inneren Gehalt. Der Konvertit hätte mit seinem öffentlichen Bekenntnis zum Christentum dem Islam den Krieg erklärt, erklärte al-Badri.
Minister schließt sich Religionsgelehrten an: Ägyptens Minister für religiöse Angelegenheiten, Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk, insistierte in einem Interview mit der Tageszeitung "Egypt Today" auf der Legalität der Todesstrafe für Konvertiten. Mit der Bekanntgabe ihrer Konversion seien sie eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Dies sei, so Zakzouk, dem Hochverrat gleichzusetzen, welcher mit dem Tod bestraft werde. Folglich müsse man die Konversion mit der gleichen Strafe belegen. (PM/ LS) (Katholisches.info, 23.12.2010).
21.12.2010 Niederlande:
In Rotterdam ist am Wochenende die größte Moschee Westeuropas eingeweiht worden. Die Es-Salam-Moschee wurde von Scheich Hamdan Bin Rashid Al Maktoum aus Dubai finanziert. Je zwei 50 Meter hohe Minarette flankieren die Moschee. Im rund 2.000 Quadratmeter großen Gebetsraum, der von einer 25 Meter hohen Kuppel überspannt wird, haben 3.000 Männer Platz. Durch einen separaten Eingang haben auch Frauen Zutritt. Sie können in einem anderen Stockwerk durch ein Loch in der Wand die Gebete des Imam hören. Muslime untereinander, aber auch Muslime und Nicht-Muslime hätten während der 14-jährigen Bauzeit über das Bauwerk gestritten. Der Vorstand der Moschee sei nicht demokratisch gewählt worden oder es seien Günstlinge des Scheichs. Einige Muslime möchten wieder in ihrer alten Moschee beten; diese wurde jedoch nach der Eröffnung der neuen gemäß den Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung geschlossen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 21.12.2010).
01.12.2010 Bagdad: Nein zu einem Christen-Reservat im Irak – Schiiten bieten verfolgten Christen Hilfe an
Der Heilige Stuhl versuchte alles, um 2003 den Ausbruch des Zweiten Irakkrieges zu verhindern. Das Land an Euphrat und Tigris wurde dennoch zum Kriegsschauplatz und ist seither ein Tummelplatz für jede Form des Terrorismus. Die kleine, noch vorhandene christliche Minderheit in diesem Land, in dem einmal das Christentum blühte, wurde halbiert. Al-Kaida erklärte den letzten Christen offen den Krieg. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Nachrichten über Attentate, Morde und Verfolgungen aus dem Irak eintreffen. Die Christen sind inzwischen das Hauptziel eines islamischen Extremismus, der mit Terroraktionen den Irak “christenfrei” bomben will.
Die USA hatten nach der Besetzung des Landes den Plan vorgelegt, für die Christen im Norden des Irak eine christliche Enklave zu schaffen, eine Art von Reservat. Die Christen, allen voran der Heilige Stuhl und die mit Rom unierten Kirchen des Orients, lehnten das Projekt entschieden ab. “Wir leben seit 2000 Jahren in diesem Land”, erklärte dazu ein Bischof der Chaldäer. “Und wir haben eine jahrhundertelange Erfahrung im Zusammenleben mit dem Islam. Wir geben unser Land nicht auf.”
Nach den jüngsten Attentaten von Al-Kaida kamen Hilfsangebote für die bedrängten Christen von den Schiiten. Die Behörden von Najaf, einer heiligen Stadt der Schiiten 160 Kilometer südlich von Bagdad, boten den Christen ihre Hilfe an und riefen sie auf, den Irak nicht zu verlassen. “Wir haben die Christen gebeten, nicht ins Ausland abzuwandern.” Mit diesen Worten zitiert der Journalist Roberto Fabbri in der Tageszeitung Il Giornale Sheich Faid al-Shamri, den Präsidenten des Provinzparlaments von Najaf. “Wir haben ein Rundschreiben an alle Provinzen verschickt und sie aufgefordert, es allen christlichen Staatsbürgern zu ermöglichen, bei uns Wohnung und Arbeit zu finden. Es handelt sich um Initiativen, die weder im Widerspruch zur Verfassung noch zur islamischen Lehre stehen, die uns verpflichten, für die Sicherheit der Christen zu arbeiten und sie vor Angriffen zu schützen.” -
Najaf ist damit die erste Provinz des Irak, die offiziell zugunsten der vom islamischen Terrorismus verfolgten irakischen Christen Stellung nimmt und ihnen im Namen der Einheit des Staates Hilfe anbietet. Der Al-Kaida-Terrorismus entstammt dem sunnitischen Islam, der auch im schiitischen Islam einen Feind sieht. Die Schiiten, die rund 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind die stärkste Religionsgemeinschaft des Irak und daher an der Aufrechterhaltung der Einheit des Staates interessiert.
Auch der Rektor der Universität von Kufa, einer anderen heiligen Stadt der Schiiten in der Provinz Najaf, richtete ein Hilfsangebot an die verfolgten Christen. “Wir sind bereit”, sagte Abdel Razzaq al-Isa, “für die christlichen Dozenten eine Arbeit zu suchen und die christlichen Studenten an unserer Universität aufzunehmen”. Die Universität von Kufa unterstütze damit die Initiative der Provinzverwaltung von Najaf, erklärte Al-Isa, “denn es ist unsere Absicht, die Einheit des Irak zu bewahren.” Deshalb werde die Universität den “christlichen Studenten, die auf der Flucht vor dem Terrorismus zu uns kommen, alle öffentlichen Dienste zur Verfügung stellen.” (Sacri Palazzi/Giuseppe Nardi) (katholisches.info, 01.12.2010).
20.11.2010 Pakistan:
Bei der nächsten Parlamentssitzung soll ein Gesetzesvorschlag für eine Revision des umstrittenen Blasphemie-Paragraphen vorgelegt werden. Das gab die muslimische Abgeordnete Sherry Rehman in einer Mitteilung bekannt, die dem vatikanischen Fidesdienst vorliegt. Die Gesetzesinitiative soll nach verschiedenen gescheiterten Anläufen ein erneuter Versuch sein, das Gesetz zu überarbeiten, das für eine Beleidung von Mohammed oder dem Koran die Todesstrafe vorsieht. Das Gesetz wird in Pakistan häufig gegen Angehörige von Minderheiten instrumentalisiert, aber auch im Streit von Moslems untereinander. Derzeit steht der Blasphemie-Paragraph wegen des Todesurteils gegen die Christin Asia Bibi wieder im Zentrum der nationalen und internationalen öffentlichen Debatte. Für eine Freilassung der Verurteilten hat sich auch Papst Benedikt XVI. öffentlich eingesetzt. (fides) (NL Radio Vatikan, 20.11.2010).
12.11.2010 Türkei:
Das Religionsamt in Ankara hat einen neuen Leiter. Die Stelle Ali Bardakoglus übernahm an diesem Donnerstag dessen bisheriger Stellvertreter Mehmet Görmez. Die Amtszeit des Leiters dieser Behörde ist auf fünf Jahre begrenzt. Spekulationen über andere Gründe für den Wechsel wurden dementiert. Das Religionsamt verwaltet alle Moscheen in der Türkei und beschäftigt rund 100.000 Geistliche. In dem laizistischen Land ist das Amt formal für den sunnitischen Islam zuständig. (kipa) NL Radio Vatikan, 12.11.2010).
06.10.2010 Europäische Union:
Zunehmende Christenverfolgung bzw. Schikanen gegen Christen in mehreren Erdteilen beklagen Experten und Repräsentanten christlicher Kirchen und Gemeinschaften. Es bestehe die Gefahr, dass das Christentum in seiner Ursprungsregion ausgelöscht werde, sagte der irakische Erzbischof Louis Sako von Kirkuk am Dienstag im Europaparlament in Brüssel. Deshalb sei nicht nur Unterstützung für die verbleibenden Christen nötig, sondern vor allem auch eine klare politische Vision, um den Irak zu Versöhnung, Menschenrechten und friedlicher Koexistenz zu bringen, so der Erzbischof weiter. Die internationale Gemeinschaft müsse dafür die Verantwortung übernehmen. Sako und die weiteren Redner äußerten sich bei einer Veranstaltung, die von den Fraktionen der Konservativen und der Christdemokraten im Europaparlament sowie der EU-Bischofskommission COMECE gemeinsam organisiert worden war. (kipa) (NL Radio Vatikan, 06.10.2010).
05.10.2010 Indonesien: Nur 27,6 Prozent akzeptieren Nicht-Moslems als Lehrer – 57,8 Prozent sind gegen den Neubau von Kirchen

(Jakarta) Die Moslems Indonesiens werden immer intoleranter gegenüber anderen Religionen. Dies geht aus einer Untersuchung der Islamic National University (UIN) von Jakarta hervor, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Zu den Zeichen für diese Intoleranz gehört die Ablehnung nicht-islamischer Professoren durch islamische Studenten an staatlichen Schulen und der Widerstand gegen den Neubau von Kirchen und nicht-islamischen Gebetsstätten.
Die Untersuchung vergleicht Erhebungsdaten des Zeitraums 2001 bis 2010. Sie wurde vom Zentrum für das Studium des Islam und der Gesellschaft der UIN durchgeführt. Das Zentrum befragte alljährlich 1200 moslemische Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr.
Laut den von Jajat Burhanudin, dem Direktor des Studienzentrums, vorgestellten Daten sprachen sich 57,8 Prozent gegen den Neubau von Kirchen und anderen nicht-islamischen-Gebetsstätten aus. 2001 lag dieser Anteil erst bei 40,5 Prozent.
2010 akzeptierten nur 27,6 Prozent der Befragten nicht-islamische Lehrpersonen für ihre Kinder. 2007 lag der Anteil bei 33,5 Prozent.
Für Burhanudin ist die Zunahme der moslemischen Intoleranz eng mit dem islamischen Fundamentalismus verknüpft. Die Ausbreitung des Fundamentalismus in mehreren Regionen des Landes führt er auf das Fehlen einer entschiedenen Politik zurück, diesem Vormarsch Einhalt zu gebieten durch Stärkung der moderaten Kräfte. Zudem nehme die Zahl der islamischen Schulen zu, an denen die Lehrer „emotionale Aufrufe“ gegen die Nicht-Moslems des Landes verbreiten. Diese Lehrkräfte würden, so der Direktor des Studienzentrum der Nationalen Islamischen Universität, außerhalb der bekannten islamischen Organisationen handeln und seien daher für Schul- und Regierungsbehörden nur schwer kontrollierbar. (Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (http://www.katholisches.info/?p=9678 05.10.2010). [Bedenklich ist die Tendenz, die sich auch weltweit zeigt, zu immer größerer und aggressiverer Intoleranz gegen Christen! Und das in einem Land, das vor wenigen Jahren noch als besonders tolerant galt! GH].
28.09.2010 Iran: Bücherverbrennung! Öffentlichkeit misst mit zweierlei Maß
Aufschrei gegen angekündigte Koran-verbrennung, aber Schweigen zu tatsächlicher Bibelverbrennung
LAKE FOREST, USA, 27. September 2010 (ZENIT.org/idea).- Bei Verbrennungen religiöser Bücher misst die Weltöffentlichkeit offenbar mit zweierlei Maß. Während eine angedrohte Koranverbrennung durch eine absolut nicht repräsentative kleine christliche Gemeinschaft in den USA weltweit Empörung auslöste, blieb das Verbrennen von Hunderten von Bibeln
im Iran ohne Reaktion aus Politik, Kirchen und Religionsgemeinschaften. Darauf machte der Informationsdienst Assist (Lake Forest/US-Bundesstaat Kalifornien) am vorigen Donnerstag aufmerksam.
Anfang Juni hatte der Informationsdienst Farsi Christian News Network (FCNN) gemeldet, dass
Sicherheitskräfte der Islamischen Republik Iran Ende Mai in der westiranischen Grenzstadt Sardasht (Provinz
West-Aserbaidschan) Hunderte Alte und Neue Testamente beschlagnahmt und verbrannt hätten. Dies gehe aus Internetveröffentlichungen der paramilitärischen Revolutionsgarden und von Morteza Talalei, Mitglied des Stadtrats von Teheran, hervor. Hunderte Bibeln seien von Aserbaidschan aus eingeschmuggelt worden. Sie sollten im Land verteilt werden, doch seien diese „pervertierten Torahs und Evangelien" beschlagnahmt und verbrannt worden.
Im Unterschied zu der für den 11. September geplanten, aber kurz vorher abgesagten Koranverbrennung durch Pastor Terry Jones aus Gainesville im US-Bundesstaat Florida, nahm die Weltöffentlichkeit kaum Notiz von der
iranischen Bibelverbrennung. Es gab keine wahrnehmbare Reaktion aus Politik, Kirchen und
Religionsgemeinschaften. Gegen die geplante Koranverbrennung hatten hingegen Staatslenker wie US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso protestiert wie muslimische Verbände und christliche Vertreter. (communication & presse - revue de presse, Luxembourg, 28.09.2010).
28.09.2010 Nahost-Synode: Hoffnung auf mehr Raum für Christen
Einen neuen Aufbruch für das Christentum im Nahen Osten erhofft sich der ägyptische Islamwissenschaftler Pater Samir Khalil Samir von der anstehenden Nahost-Synode in Rom. Für die Christen im Nahen Osten gehe es um „Sein oder Nichtsein“, sagte der Jesuit bei einer Tagung in Salzburg.
„Werden in dieser Gegend in fünfzig oder hundert Jahren noch Christen da sein? Die Frage ist nicht hypothetisch, sondern eine Realität - aus verschiedenen Gründen: demografischen, politischen, kulturellen Gründen. Wir sehen, dass der Prozentsatz der Christen überall im Nahen Osten geringer wird. In der Türkei beispielsweise gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund zwanzig Prozent Christen – heute sind es nur noch 0,2 Prozent. Das ist hundertmal weniger! Dieselbe Situation sehen wir in Palästina und im Irak durch den Krieg.“
Seit Mitte der siebziger Jahre beobachtet Pater Samir eine deutliche Radikalisierung des Islam. Deshalb seien Christen vielfältigen Diskriminierungen bis hin zu Verfolgungen ausgesetzt. Vor allem die Jugend habe keinerlei Perspektiven im eigenen Land. Da die Christen in der Regel ein höheres Bildungsniveau als die Muslime hätten und vielfach auch Verwandte im Westen, sei die Auswanderung ein logischer Schritt. - Auf Einladung von Papst Benedikt XVI. werden in Rom von 10. bis 24. Oktober Delegierte der sieben katholischen Kirchen des Orients zu einer Synode zusammenkommen. Darüber hinaus nehmen Beobachter der nicht-katholischen Kirchen des Nahen Ostens sowie auch einige Vertreter von Islam und Judentum an den Beratungen teil. (kap) (NL Radio Vatikan, 28.09.2010).
Hier lesen und hören Sie mehr
Hier ein ausführlicher Korrespondentenbericht dazu.
27.09.2010 Ägypten:
Das
geistliche Oberhaupt der koptischen Christen Ägyptens, Papst Schenuda
III., hat sich bei den Moslems des Landes entschuldigt.

Der koptische Papst und Patriarch Amba Shenuda III.
koptischen Bischofs Bishoy, die zu Unmut bei Moslems geführt hatten. Bishoy (Bild links)
hatte geäußert, dass einige Verse des Korans erst nach dem Tod
Mohammeds in diesen eingefügt worden seien. In den fraglichen Versen
wird die göttliche Natur Jesu bestritten. Nach islamischer Überzeugung
empfing Mohammed alle Verse des heutigen Korans in Visionen durch den
Erzengel Gabriel. „Ich bedaure, wenn die Gefühle unserer islamischen
Brüder verletzt worden sind“, so Papst Schenuda wörtlich. Immer wieder
kommt es zwischen Moslems und den christlichen Kopten, die bis zu zehn
Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachen, zu Schwierigkeiten.
Bischof Bishoy hatte letzte Woche auch heftigen Widerspruch ausgelöst,
als er der Zeitung „Al-Masri el-jom“ angeblich sagte, Muslime seien „nur
Gäste“ in Ägypten. Dazu meinte Schenuda, die Presse habe seinen
Mitbruder wohl falsch zitiert: „Wir sind die Gäste, weil Moslems hier in
der Mehrheit sind.“ Die Kopten sehen sich als direkte Nachfahren der
ägyptischen Urbevölkerung aus der Zeit der Pharaonen. (ap) (NL Radio
Vatikan, 27.09.2010). Kommentar von GH:
Nach der bei uns herrschenden "political correctness" (einer
"correctness", die mit der tatsächlichen Wahrheit nichts zu tun hat!!),
dürfen nur die Muslime weltweit behaupten, die Christen hätten die
Bibel, also das Wort Gottes, gefälscht! Dies ist natürlich Unsinn.
Gemeint ist wahrscheinlich der legale Prozess der Kanonbildung der Heiligen Schrift,
wobei apokryphe und andere Schriften nicht in den Kanon der Bibel
aufgenommen wurden. Das war lange vor Mohammed! - Im Übrigen hat Amba
Bishoy Recht, und Papst Shenuda bestreitet das auch nicht, denn der
heutige Koran ist keineswegs vom Himmel gefallen, sondern geht in seinem
verbindlichen Text allein auf die Redaktion des Kalifen Uthmann (Othmann, 644-656) zurück. Nur sagen darf man das nicht! 01.09.2010 Vatikan: Stellungnahme des Vatikans zu dem skandalösen Aufruf von Ghaddafi in Rom, Europa solle sich zum Islam bekehren, in der italienischen "Repubblica" von heute durch den Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker (Pressedienst des Bistums Luxembourg "communication & presse", hier leider nur in Französisch). Bitte Geduld beim Herunterladen!
Im Jahr 2007 durfte Papst Benedikt XVI. nicht an der römischen Universität La Sapienza sprechen, obwohl er eingeladen war, weil einige Studenten und Dozenten im Namen des Laizismus gegen seine Anwesenheit protestierten. In diesen Tagen nun erhob sich nicht der geringste Protest derselben Studenten und Dozenten gegen die Verletzung der damals propagierten Laizität, als der libysche Staatschef und Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi dem nichtmuslimischen Westen Nachhilfeunterricht in Sachen Islam und Koran erteilte. Dies geschah nicht etwa bei einem Privatbesuch, sondern im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs in Italien, und nicht irgendwo, sondern in Rom, dem Zentrum der katholischen Christenheit mit den Gräbern der Apostelfürsten.Die Tageszeitung L'Avvenire der italienischen Bischofskonferenz nahm mit eindeutigen Worten Stellung gegen Gaddafis “Show”. Der Chefredakteur der Tageszeitung schrieb in seinem Leitartikel:
“Man möchte sich fragen, welchem Staatsvertreter eines christlichen Staates erlaubt würde, in einem mehrheitlich muslimischen Land zu predigen und zu taufen. Die Frage ist natürlich unsinnig. Vor allem, weil es keinen christlichen Politiker gibt, dem es in den Sinn käme, so etwas zu tun. Solches ist nicht einmal christlichen Missionaren und Priestern erlaubt, während es einfachen Christen – mit Ausnahmen – sogar verboten ist, sich überhaupt als Christen erkennen zu geben oder zu bekennen.
Im toleranten Italien mit seiner tiefverwurzelten christlichen Tradition und der Fähigkeit zu einer positiven Laizität war es Gaddafi hingegen möglich, der “Pflicht” eines jeden Moslems zur “Bekehrung der Ungläubigen" nachzukommen. Der Auftritt Gaddafis erbrachte jedenfalls den Beweis, wie sehr selbst in einem als moderat eingestuften Islam die politische und religiöse Ebene miteinander verwoben sind. Das allerdings ist wirklich eine Lehre für den Westen.”
Giuseppe Nardi (http://www.katholisches.info/?p=9369; Bild: flickr. com/rogimmi).
Ein Interview als Kommentar dazu:
31.08.2010 Rom: Europa 2050 islamisch? – Professor P. Samir: “Wir müssen aufwachen!” – “Welches Europa wollen wir?”
(Rom) Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi predigte in Rom den Islam und sagte Europa eine islamische Zukunft voraus. Der italienische Journalist Luigi Geninazzi (Avvenire) führte dazu ein Interview mit dem international renommierten Islamexperten Professor P. Dr. Khalil Samir. Der Jesuit ägyptischer Herkunft ist Dozent am Päpstlichen Orientinstitut in Rom, an der Katholischen Universität von Mailand und an der Universität von Beirut sowie Berater des Vatikans.
Frage: Gaddafi kommt nach Rom und sagt, dass der Islam früher oder später die Religion Europas sein wird. Wenn einer nach Tripolis ginge und die libyschen Bürger einladen würde, sich taufen zu lassen, was würde geschehen?
Es gäbe einen fürchterlichen Aufstand und der arme Prediger würde sofort verhaftet und wegen des Verbrechens des Proselytismus verurteilt. Libyen, wie jedes andere islamische Land, darf man nicht einmal betreten, wenn auch nur der Verdacht besteht, man wolle missionieren. Aber das, was den Christen dort verboten ist, ist die Pflicht der Moslems. Nicht nur für jeden einzelnen Gläubigen, sondern auch für die Staaten. …
Frage: Manche halten den Auftritt Gaddafis für einen lächerlichen Blödsinn, andere für eine Provokation. Wie sehen Sie den Fall?
Erinnern wir zunächst daran, dass Gaddafi es gewohnt ist, solche Reden zu halten. Das letzte Mal tat er dies vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 23. September des vergangenen Jahres. Die islamischen Völker bewundern ihn, weil er auf der ganzen Welt den Islam predigt. Bei seinem römischen Auftritt behauptete er, daß der Islam die letzte Offenbarungsreligion ist und daher das Judentum und das Christentum ersetzt habe. Kein Moslem kann dem widersprechen.
Frage: Er fügte aber auch hinzu, dass Europa dazu bestimmt ist, islamisch zu werden. Ist das ernst zu nehmen?
Sagen wir so, es handelt sich keineswegs um eine aus der Luft gegriffene Vorhersage. Ich wäre vorsichtig, dies einfach als einen hingeworfenen Satz abzutun. Die Europäer haben eine sehr niedrige Geburtenrate, mit einem Schnitt von 1,38 Geburten. Das entspricht der Hälfte der Geburtenrate der Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten, und das sind zu einem großen Teil Moslems.
Die Demographen sagen voraus, dass bis 2050 ein Viertel der Bevölkerung Europas Moslems sein werden. Wenn der Trend sich nicht ändert, wird Europa in absehbarer Zeit mehrheitlich von Moslems bewohnt sein. Sollte die Türkei Mitglied der EU werden, würde dies bedeuten, dass ein erheblicher Teil der islamischen Welt, zumindest soziologisch betrachtet, Teil Europas wäre.
Und dann ist da noch der kulturelle Faktor: In Europa nimmt das praktizierte Christentum ab, während religiöse Gleichgültigkeit um sich greift. Das Christentum wird häufig belächelt oder behindert, während der Islam in Europa immer lautstärker und intoleranter auftritt,
Frage: . . . während wir einen schönen Beweis unserer Toleranz geliefert haben, indem wir Gaddafi in Rom seine Reden halten ließen …
So ist es, und ich sage das ohne jede Ironie. Auch wenn ich mir erlaube hinzuzufügen, dass Rom nicht der Hyde Park ist, sondern das Zentrum der katholischen Christenheit. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir uns den von Gaddafi ausgesprochenen Provokationen werden stellen müssen. Wir müssen aufwachen! Die Frage muss lauten: Welches Europa wollen wir? Hat Europa nur wirtschaftlich betrachtet Wert und Einfluss?
Frage: Vielleicht kann Gaddafi gerade deshalb in Rom über den Islam sagen, was er will: Libyen ist ein wichtiger Wirtschaftspartner, da ist es besser, sich nicht querzulegen …
Ich verstehe solche Überlegungen. Wir müssen aber konsequent handeln. (…) Wenn Gaddafi zu uns kommt, dann spricht er nicht nur von Geschäften, sondern tritt auch mit der Haltung eines islamischen Predigers auf. Jemand sollte ihm zu verstehen geben, dass Geschäfte für uns nicht alles sind.
(Avvenire/GN; http://www.katholisches.info/?p=9371).
27.08.2010 Vatikan an Moslems: „Lasst uns gemeinsam Gewalt stoppen“:
Der Vatikan ruft die Muslime dazu auf, gemeinsam mit den Christen die interreligiöse Gewalt zu überwinden. Grund für solche Gewalt seien nicht selten Diskriminierungen aufgrund der Religionszugehörigkeit, heißt es in einer Botschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Das Schreiben ist von Kardinal Jean-Louis Tauran unterzeichnet, dem Verantwortlichen des Papstes für den interreligiösen Dialog. (rv) (NL Radio Vatikan, 27.08.2010).
20.08.2010 Nigeria:
Im islamischen Norden des Landes greifen in Zukunft striktere Maßnahmen zur Geschlechtertrennung. In dem halb-autonomen Bundsstaat Yobe müssen verheiratete Männer und Frauen zukünftig in getrennten Transportmitteln fahren. Dazu werden spezielle Dreiräder in Umlauf gebracht, die von den Frauen zu nutzen sind. Diese Praxis sei in islamischen Staaten durchaus verbreitet, sagte eine Regierungssprecherin. Die Scharia verbiete es, dass verheiratete Frauen der Öffentlichkeit „vorgeführt“ werden, hieß es zur Begründung. Es widerspreche auch den Prinzipien des Islam, wenn eine Frau neben einem Mann sitze, der nicht der eigene Ehemann sei. (apic) (NL Radio Vatikan, 20.08.010).
13.08.2010 Malaysia: Im Bundesstaat Kelantan gibt es seit Donnerstag zwei Währungen. Dort ist nämlich jetzt der islamische Dinar als Parallelwährung zur Landeswährung Ringgit anerkannt worden. Außer einer Goldmünze sollen laut Medienberichten auch Silberlinge in Umlauf gebracht werden. Die Einführung der islamischen Nebenwährung bedeutet eine Weltpremiere. Die beiden Münzen stehen vor allem bei konservativen Muslimen hoch im Kurs, weil sie durch ihren Materialwert gedeckt sind und damit angeblich unabhängig vom westlichen Zinssystem verwendet werden können, das nach islamischem Sharia-Recht als unislamisch gilt. Bislang kam der Dinar nur bei Transaktionen im Internet zum Einsatz oder wurde als Medaille gehandelt. Streng gläubige Muslime in Malaysia bezeichnen die Einführung der neuen Währung als „historischen Moment, der den Beginn des Aufstiegs des Islam und des Niedergangs des Kapitalismus“ markiere. (kipa/ap) (NL Radio Vatikan, 13.08.2010).
10.08.2010 Ägypten:
Ein Bissen und ein Schluck in der Öffentlichkeit können vom Beginn des Ramadan am Mittwoch bis zum 8. September jetzt auch in Ägypten zur Bestrafung führen. Darauf weist die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ hin. Sie empfiehlt Touristen Zurückhaltung bei der Nahrungsaufnahme oder beim Rauchen in der Öffentlichkeit vor Sonnenuntergang. Im Sommer 2009 hatte das ägyptische Innenministerium erstmals eine Kampagne zur Einhaltung der Abstinenz von Essen, Trinken und Rauchen während des Ramadan durchgeführt. In Südägypten war es Ende August 2009 zu hunderten Verhaftungen von öffentlichen „Ramadan-Brechern“ durch die Polizei, z.B. von auf Straßen rauchenden Jugendlichen, gekommen. Der Verband appelliert an Staatspräsident Hosni Mubarak, Inhaftierungen und anschließende Bestrafungen als Angriff auf die verfassungsmäßig garantierte persönliche Freiheit zu unterbinden. Schließlich sei Ägypten kein homogener islamischer Staat, da mindestens 12% der Bevölkerung Kopten seien. (pm) (NL Radio Vatikan, 10.08.2010).
30.12.2009 Großbritannien
Der Westen muss dem radikalen Islam wenn nötig auch militärisch die Stirn bieten. Das meint der ehemalige anglikanische Bischof Michael Nazir-Ali zur aktuellen Afghanistan-Debatte. Man dürfe die zerstörerischen Fähigkeiten des Islam ebenso wenig unterschätzen wie dessen Wunsch, die Welt nach eigenem religiösen Bild neu zu schaffen, schreibt der gebürtige Pakistani in einem Beitrag für das englische Magazin „Standpoint“ (Standpunkt). Ausdrücklich befürwortet Nazir-Ali die von US-Präsident Barack Obama geplante Aufstockung amerikanischer Streitkräfte in Afghanistan. Menschen dürften in einer globalisierten und hoch mobilen Welt eigene Interessen nicht nur an der „Türschwelle“ verteidigen, so Nazir Ali wörtlich. - Der 59-Jährige hat am 1. September 2009 sein Bischofsamt aufgegeben, um sich verfolgten Christen und der Auseinandersetzung mit dem Islam zu widmen. Nazir-Ali musste als 35-Jähriger aus Pakistan fliehen, weil ihm muslimische Extremisten nach dem Leben trachteten. (idea/kath.net) (NL Radio Vatikan, 30.12.2009). -- Ich denke, dass Nazir-Ali weiß, wovon er spricht und wofür er mit seiner Entscheidung einsteht. Hut ab! Meine eigenen und historische Erkenntnisse decken sich damit. Zwischen "einfachen" Muslimen und Islamisten zu unterscheiden, kann als Selbstbetrug sehr gefährlich werden. Der streitbare Islam, der sich dafür bestens auf den Koran berufen kann, versteht seinerseits nur die Sprache militärischer und politischer Gewalt [GH].
11.12.2009 Deutschland:
Der Islam macht mehr als drei Vierteln der Deutschen Sorge. Nur 22 Prozent der Bundesbürger sehen kein Problem mit dem muslimischen Glauben und glauben auch nicht, dass er sich zu stark in unserer Gesellschaft ausbreitet. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Dimap-Umfrage für das ARD-Morgenmagazin. Danach äußerten 39 Prozent der Befragten ein wenig Sorge, 36 Prozent machen sich große Sorgen um eine Expansion des Islam. Unterdessen ergab eine Umfrage der „Berliner Morgenpost“, dass eine knappe Mehrheit der Berliner ein Minarettverbot nach Schweizer Vorbild ablehnt. Danach sind 53 Prozent der Hauptstadtbewohner dagegen, Muslimen generell zu untersagen, ihre Gotteshäuser mit Turmbauten zu schmücken. 40 Prozent teilen hingegen die Meinung der Mehrheit der Schweizer und wären für ein Verbot. Wie im Nachbarland ist die Ablehnung solcher Bauten der Muslime dort am größten, wo wenige Menschen muslimischen Glaubens leben. Waren das in der Schweiz die ländlichen Kantone, sind es in Berlin die östlichen Bezirke. (kna) (NL Radio Vatikan, 11.12.2009).
22.01.2009 Italien:
Innenminister Roberto Maroni will islamische Massengebete vor Kirchen verhindern. Der Politiker der rechten Regierungspartei Lega Nord hat die Behörden angewiesen, Demonstrationen und Gebete an Plätzen „von besonderer sozialer, symbolischer oder religiöser Bedeutung” künftig zu verbieten. Ob und wie die Regelung im Einzelfall angewendet wird, liegt nach Aussage Maronis im Ermessen von Präfekten und Bürgermeistern. Hintergrund der Initiative waren die kürzlichen Unterstützungsdemonstrationen für den Gazastreifen. Ein Massengebet von 5.000 Muslimen vor dem Mailänder Dom hatte Anfang Januar in ganz Italien für Proteste gesorgt. Eine Abordnung von muslimischen Autoritäten hatte sich hinterher beim Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi entschuldigt. (pm)(NL Radio Vatikan, 22.01.2009).
05.01.2009 Vatikan/Bahrain:
Der König von Bahrain hat der katholischen Kirche ein Grundstück geschenkt, um in dem Golfstaat ein weiteres Gotteshaus zu errichten. Erst am 18. Dezember hatte Papst Benedikt XVI. gegenüber dem neuen – und ersten - bahrainischen Botschafter beim Heiligen Stuhl den Wunsch nach der Errichtung einer Kirche geäußert. Im Königreich Bahrein leben rund 80.000 Katholiken, vor allem aus Asien eingewanderte Arbeiter. Bahrain war der erste Golfstaat, der 1939 den Bau einer katholischen Kirche erlaubte. Die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem arabischen Königreich haben im Jahr 2008 bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Neben dem Amtsantritt des bahrainischen Botschafters am Vatikan kam es im Juli 2008 auch zu einem Treffen mit dem König, Hamad bin Isa Al Khalifa. Dabei lud dieser den Papst offiziell nach Bahrain ein. (asianews) (NL Radio Vatikan, 05.01.2009).
17.12.2008 Vatikan:
Christentum und Islam müssen in gesellschaftlichen Fragen zusammenarbeiten und können voneinander lernen. Das bekräftigt der Abschlussbericht des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog und der „World Islamic Call Society“. Das interreligiöse Treffen ging nach dreitägigen Beratungen in Rom an diesem Mittwoch zu Ende. Das Schlussdokument fordert die religiösen Führer beider Seiten auf, Jugendliche vor religiösem Fanatismus zu warnen. Weiter sollten sie fundamentale Werte, wie Gerechtigkeit und Solidarität, vermitteln und bewahren helfen, so der Text. (rv) (NL Radio Vatikan, 17.12.2008).
05.12.2008 Saudi-Arabien:
Zum islamischen Hadsch, der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka, werden diesmal zwei Millionen Muslime erwartet. Das stellt die saudischen Organisatoren auch dieses Jahr wieder vor immense logistische Herausforderungen. Besonders schwierig gestaltet sich die Unterbringung der Pilger. Viele islamische Gläubige bemängeln den Charakter der Massenveranstaltung als zu unandächtig. - Jeder Muslim sollte mindestens einmal im Leben als Pilger in die Geburtsstadt des Propheten Mohammed reisen. (misna) (NL Radio Vatikan, 05.12.2008).-- Ich dachte immer zum Heiligtum der Kaaba? [GH].
27.11.2008 Marokko: Theologischer Dialog „sehr schwierig“
Der Dialog zwischen Christen und Moslems in Nordafrika tritt auf der Stelle. Das beobachtet der Erzbischof von Rabat, Vincent Landel, der gleichzeitig Vorsitzender der marokkanischen Bischofskonferenz ist. In Tanger treffen sich in diesen Tagen die Oberhirten des Maghreb zum Meinungsaustausch.
„Unsere Länder sind islamisch, und die christlichen Gemeinden winzig klein – sie setzen sich durchwegs aus Fremden zusammen. Viele schwarzafrikanische Flüchtlinge sind darunter oder Europäer, die für zwei, drei Jahre ins Land kommen, um hier zu arbeiten. Der Dialog mit den Moslems ist in den vergangenen Jahren weder gewachsen noch geschrumpft. Man kennt sich zu wenig. Wir können den Dialog im Alltag führen, das ist die Basis jeder Freundschaft. Erst nachher kann ein spiritueller Dialog entstehen.“
Viel schwieriger, sagt der marokkanische Erzbischof, sei ein Dialog über grundlegende Glaubensfragen zwischen Christen und Moslems – ein theologischer Dialog.
„Das haben wir auch neulich beim interreligiösen Gipfel im Vatikan gesehen. Wir Christen debattieren ja über unseren Glauben, über theologische Fragen – die arabische Welt hat das nie getan. Die Medien unserer Länder haben dieses Treffen nicht im Mindesten thematisiert. Weder in den Zeitungen, noch im Fernsehen, noch im Radio: Nirgendwo! Dieser Dialoggipfel wurde bei uns als eine Frage der Kirche gesehen mit ein paar theologischen Gelehrten, eine Angelegenheit von Spezialisten, sonst nichts.“ (rv) (NL Rasdio Vatikan, 27.11.2008).
22.11.2008 Deutschland:
Muslime müssten die historisch gewachsene Trennung von Kirche und Staat in Europa akzeptieren. Das sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Samstag bei der Verleihung des Eugen-Biser-Preises in München. Wörtlich sagte Schäuble, der Islam in Europa müsse sich „ein Stück weit europäisieren”. Das bedeute auch den Verzicht auf einen sozialen oder politischen Absolutheitsanspruch. Doch auch die Deutschen seien dazu aufgefordert, Muslimen beim „Heimisch-Werden” zu helfen, meinte Schäuble. Der Islam müsse in Deutschland als Teil der Lebenswirklichkeit anerkannt werden. – Die christliche Eugen-Biser-Stiftung hat drei muslimische Würdenträger ausgezeichnet. Der Großmufti von Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric (54), der jordanische Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal (42) und Scheich Al-Habib Ali Zain Al-Abidin Al-Jifri (37) erhielten am Samstag in der Hofkirche der Münchner Residenz den Eugen-Biser-Preis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihren Beitrag zur Verständigung zwischen Muslimen und Christen. (kna)(NL Radio Vatikan, 22.11.2008).
01.11.2008 Vatikan:
Hinter verschlossenen Türen tritt am kommenden Dienstag das „Katholisch-Islamische Forum“ zu seiner ersten Sitzung zusammen. Die Tagung an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ist die Antwort auf die Erklärung von 138 islamischen Theologen und Rechtsgelehrten vom letzten Jahr. Die Planungen im Päpstlichen Dialograt laufen auf Hochtouren und unter strikter Diskretion. Bislang wurden weder Tagesordnung noch Teilnehmerliste publik. Bekannt ist nur das Thema: „Gottesliebe - Nächstenliebe". In den bis Donnerstag dauernden Beratungen soll es um theologische und spirituelle Grundfragen, aber auch um Themen wie Menschenrechte und gegenseitigen Respekt gehen. Es handelt sich um den ersten wissenschaftlichen Dialog-Anlauf der beiden Religionen nach der „Regensburger Rede“ von Papst Benedikt. Die Vorlesung vom September 2006 hatte in der islamischen Welt zunächst zu Aufruhr und Polemik geführt, dann aber auch ernsthafte Reflexionen und neue Perspektiven eingeleitet. (kap) (NL Radio Vatikan, 01.11.2008).
18.10.2008 Saudi Arabien:
Die Imame sind nicht in der Lage, die Jugend vom Extremismus fernzuhalten. Das beklagte der Innenminister des Emirats, Prinz Naif, während eines Treffens mit Universitätsdozenten in Mekka. Die über 15.000 Moscheen des Landes seien zwar die besten Orte, um die Jugend auf die richtige Bahn zu leiten. Doch hätten die Imame – mit Ausnahme der Geistlichen der beiden heiligen Moscheen in Mekka und Medina - in ihrer Aufgabe versagt. Saudi Arabien kämpft schon seit einiger Zeit auch mit öffentlichen Kampagnen gegen den Fundamentalismus. (asianews)(NL Radio Vatikan, 18.-10.2008).
08.10.2008 Sudan:
Ein neues islamisches Rechtsgutachten (Fatwa) verbietet Muslimen, bei der Wahl im kommenden Jahr einen Christen zu wählen. Das berichtet die Zeitschrift „Memri”. Dabei sei zu beachten, dass die sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) ihren christlichen Parteivorsitzenden und Vizepräsidenten des Sudans, Salva Kiir Mayardit, für die Präsidentschafts-wahlen ins Rennen schickt. Die im Südsudan verbreitete SPLA ist nichtarabisch und nichtmuslimisch, im Gegensatz zum überwiegend muslimisch-arabischen Nordsudan. 2005 schloss die SPLA einen Friedensvertrag mit der sudanesischen Regierung ab. Die Fatwa stehe im Widerspruch zum Abkommen von 2005, heißt es in der Zeitschrift. Sie sei ein Versuch der Partei des sudanesischen Präsidenten, Umar Hasan Ahmad al-Baschir, „die Religion für politische Zwecke auszunutzen”. (L'Osservatore Romano) (NL Radio Vatikan, 08.10.2008).
26.09.2008 Iran:
Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte” fordert deutsche Proteste gegen ein neues Gesetz im Iran. Dieses sieht für den Abfall vom Islam, „Ketzerei” und „Zauberei” die Todesstrafe vor. Das Gesetzgebungsverfahren ist weit vorangeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Der Gesetzentwurf war in einer ersten Lesung am 9. September im iranischen Parlament mit großer Mehrheit gebilligt worden. Rechtskräftig kann das Gesetz aber erst werden, wenn auch der islamische Wächterrat ihm zugestimmt hat. Der im deutschen Göttingen ansässige Menschenrechtsverband befürchtet, dass sich durch das Gesetz die Verfolgung von christlichen Konvertiten und islamischen Reformern noch weiter verschärfen wird. (pm) (NL Radio vatikan, 26.09.2008).
26.09.2008 Ägypten:
Der bekannteste Konvertit des Landes, Mohammed Ahmed Hegazy, schwebt offenbar in akuter Lebensgefahr. Darauf weist die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte” hin. Hegazy und seine Familie würden von islamistischen Fundamentalisten, die seinen Glaubenswechsel zum Christentum als Verrat am Islam betrachten, bedroht und verfolgt. Nachdem er am 29. Januar dieses Jahres einen Gerichtsprozess verlor, in dem er dafür kämpfte, dass er offiziell als Christ anerkannt würde, beantragt Hegazy nun ein Berufungsverfahren. Mohammed Ahmed Hegazy hatte sich im Alter von 16 Jahren dazu entschieden, vom Islam zum Christentum zu wechseln. Als er und seine Frau acht Jahre später ein Kind erwarteten, beantragte er im August 2007 die staatliche Anerkennung seines Religionswechsels, damit sein Kind christlich getauft werden kann. Nach der Scharia, dem islamischen Recht, gilt jedes Kind eines muslimischen Vaters automatisch auch als Muslim. Als Hegazy das Recht auf Religionswechsel verweigert wurde, klagte er im Oktober 2007 gegen diese Entscheidung. Der Fall erregte viel Aufsehen – Hegazys Gesicht wurde durch die Medien in ganz Ägypten bekannt. Am 29. Januar 2008 entschied das Gericht in Kairo, dass es für einen Muslim gegen das Gesetz sei, den Islam zu verlassen. Nur der Wechsel von anderen Religionen in den Islam sei zulässig. Seit er für sein Recht auf Religionsfreiheit öffentlich eintritt, muss Hegazy mit seiner Frau und seiner Tochter offenbar im Untergrund leben, da islamische Fundamentalisten versuchen, sie zu töten. In den letzten acht Monaten musste die Familie nach Angaben des Menschenrechtsverbands fünfmal umziehen. Im Oktober 2007 es einer Gruppe von Fundamentalisten fast gelungen, Hegazy aufzuspüren. Einer seiner Anwälte habe seine Adresse weitergegeben. (pm) (NL Radio Vatikan, 26.09.2008).

Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel in Midyat
29.08.2008 Türkei:
Mit Strafprozessen wegen rechtswidriger Ansiedelung wollen drei kurdische Dörfer gegen eines der ältesten christlichen Klöster der Welt vorgehen. Wie die liberale türkische Zeitung „Radikal” berichtete, zeigten die Ortsvorsteher im Bezirk Midyat das syrisch-orthodoxe Mor Gabriel wegen Aneignung fremden Bodens an. Das Kloster stehe auf ihrem Weideland. Der Gemeindevorstand von Mor Gabriel wies laut Bericht darauf hin, dass das Kloster schon seit dem Jahr 397 dort steht, also Hunderte von Jahren vor Gründung des ersten kurdischen oder türkischen Dorfes. (kna) (NL Rdio Vatikan, 29.08.2008). -- Man beachte die Mentalität !! [GH].
15.08.2008 Saudi-Arabien:
Eine junge Frau ist von ihrem Vater mit dem Tod bestraft worden, weil sie sich zum Christentum bekehrt hat. Die Tochter hatte außerdem Artikel mit christlichen Inhalten im Internet veröffentlicht. Der Vater ist Mitglied der sogenannten „Kommission zur Förderung der Tugend und gegen das Laster“, einer Art Sittenpolizei in Saudi-Arabien. Seine Tat wird als „Ehrverbrechen“ mit einer Gefängnisstrafe von maximal drei Jahren geahndet. Der Vorfall ist nach Meinung von Beobachtern Ausdruck für die noch immer sehr konservative Mentalität in einem Land, das in letzter Zeit erste Schritte der Öffnung gegenüber anderen Religionen unternommen hatte. Im November letzten Jahres hatte sich der König Abdallah Bon Abdelaziz mit Papst Benedikt getroffen. (ansa/rv) (NL Radio Vatikan, 15.08.2008).
12.08.2008 Philippinen:
Tausende von Einwohnern der Insel Mindanao sind nach Kämpfen zwischen Armee und islamischen Rebellen auf der Flucht. Nach Angaben der Behörden haben in dem Krisengebiet im Süden der Philippinen etwa 130.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Armee hatte in den letzten Tagen eine Offensive gestartet, nachdem sich islamische Separatisten geweigert hatten, mehrere vor allem von Christen bewohnte Dörfer zu räumen. Zu wie vielen Toten und Verletzten es bei der Offensive gekommen ist, ist noch unklar. Eigentlich hatte vor genau einer Woche ein Friedensabkommen für den blutigen Konflikt zwischen Regierung und islamischen Separatisten unterzeichnet werden sollen. Der Text hatte Moslems auf Mindanao mehr Rechte in Aussicht gestellt. Daraufhin hatten christliche Politiker aber das Oberste Gericht in Manila angerufen und Recht bekommen. (rv) (NL Radio Vatikan, 12.08.2008).
01.08.2008 Syrien:
Der syrische Großmufti hat Papst Benedikt XVI. nach Damaskus eingeladen. „Ich wäre sehr glücklich, wenn der Heilige Vater die Einladung zum Besuch Syriens im Paulus-Jahr annehmen würde“, sagte Ahmad Badr-ed-din Hassoun bei einer Begegnung mit Journalisten im Rahmen einer Reise des Römischen Pilgerwerks. Damaskus sei die Hauptstadt des Paulus-Jahres, erinnerte der Großmufti im Hinblick auf das Bekehrungserlebnis des Völkerapostels. Er würde sich sehr freuen, dem Papst persönlich darlegen zu können, was er vor dem Europa-Parlament zu Beginn des Jahres über die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs gesagt habe, betonte der Großmufti. Der Heilige Stuhl müsse mitwirken, wenn es darum gehe, „die Blume des Friedens“ im Nahen Osten zu pflanzen. (kap) (NL Radio Vatikan, 01.08.2008).
30.07.2008 Frankreich:
Zum 54. Mal hat in einem kleinen Dorf in der Bretagne eine christlich-islamische Prozession stattgefunden, die auf der Welt einzigartig ist. Die „procession de Vieux-Marché“ wurde von dem französischen Orientalisten Louis Massignon ins Leben gerufen. Dem römisch-katholischen Konvertiten, der 1949 mit Erlaubnis von Papst Pius XII. zur griechisch-katholischen melkitischen Kirche übertrat und dort die Priesterweihe erhielt, waren Ähnlichkeiten zwischen einem Volkslied aus der Bretagne und der 18. Sure des Korans aufgefallen. Darin geht es um die Legende der heiligen „Siebenschläfer von Ephesus“. (apic u.a.)(NL Radio Vatikan, 30.07.2008).
21.06.2008 Libanon:
Der syrisch-katholische Bischof Flavien-Joseph Melki – er ist Patriarchalvikar für den Libanon mit Sitz in Beirut – hat den Westen zu einem stärkeren Engagement für die Christen in seinem Land aufgerufen. Er wünsche sich, dass Europa die Christen im Libanon unterstütze, sagte Melki am Donnerstag in Hamburg. Die Kirche im Westen dürfe ihre Wurzeln im Orient nicht vergessen. „Die Wiege des Christentums darf nicht zu einem Ort ohne Christen werden”, mahnte der Bischof. Die Lage der Kirchen im Libanon bezeichnete der Bischof als schwierig. Sie seien durch die aktuelle politische Situation in Bedrängnis. Das lange Zeit friedliche Miteinander der Religionen sei inzwischen stark gestört. Schuld daran sei auch die schiitische Hizbollah, sie sei ein „Staat im Staate” und von der Regierung des Landes nicht zu kontrollieren. Der Bischof beklagte darüber hinaus eine generelle Benachteiligung der Christen in der arabischen Welt. Bei der rechtlichen Stellung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gebe es in den Ländern des Orients eine „extreme Schieflage”. Christen hätten nicht die gleichen Rechte wie Muslime. Umso unverständlicher sei es, wie großzügig Europa den Muslimen alle Rechte einräume. Melki hatte sich zuvor auch in Österreich aufgehalten und war u.a. in Wien und in Heiligenkreuz an die Öffentlichkeit getreten. (kap) (NL Radio Vatikan, 21.06.2008).
31.05.2008 Deutschland:
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) will Muslimen im Umgang mit Finanzprodukten helfen. Dazu hat er ein Konzept zur Begutachtung islamischer Finanzprodukte entwickelt, wie der ZMD am Freitag in Köln mitteilte. Das Zertifikat solle Muslimen helfen, mit ihrem Vermögen „auf islamische Weise umzugehen“. Zugleich könne es Banken und anderen Institutionen helfen, ihre Finanzierungs- und Anlageangebote auf Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Islam zu überprüfen. Der Zentralrat wolle dazu beitragen, dass auch Muslime in Deutschland „islamkonform in die Finanzwelt integriert werden“. Trotz eines geschätzten Vermögens von 20 Milliarden Euro unter den 3,5 Millionen Muslimen in Deutschland gebe es bisher kaum Angebote von Banken für diese Klientel, hieß es. Mit dem Angebot einer Zertifizierung sollten die deutschen Finanzinstitute ermuntert werden, dies zu ändern, unterstrich ZMD-Vorsitzender Ayyub Axel Köhler. (kna) (NL Radio Vatikan, 31.05.2008) --
Hintergrund: Den Muslimen ist das Zinsnehmen verboten. (GH)
20.05.2008 Pakistan:
Die sofortige Freilassung aller ohne Beweise wegen Blasphemie angeklagten Christen hat die Allianz für Minderheiten in Pakistan gefordert. Das Blasphemiegesetz werde in vielen Fällen missbraucht, um Gegner aus der Welt zu schaffen, sagte der katholische Abgeordnete Shahbaz Bhatti, Präsident der „All Pakistan Minorities Alliance”, gegenüber dem Pressedienst Asianews. Laut dem betreffenden Artikel im Strafgesetzbuch wird für die „Entweihung” des Islam, Mohammeds oder des Koran lebenslange Haft oder die Todesstrafe verhängt. Ausreichende Beweise würden jedoch so gut wie nie erhoben, so der Politiker. Das Blasphemiegesetz schwebe „wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Minderheiten”. (asianews) (NL Radio Vatikan, 20.05.2008).
16.05.2008 Katar:
In der Hauptstadt des Emirats Katar, Doha, ist eine Dialog-Konferenz der Religionen zu Ende gegangen. An ihr hatten hochrangige Katholiken, Kopten, Evangelikale, Moslems und auch Juden teilgenommen. Katholischer Vertreter war Kardinal Jean-Louis Tauran vom Päpstlichen Dialograt. Ein US-Professor erklärte gegenüber „Al Jazeera”, er sei vor allem dankbar für die vielen kleinen, aufschlussreichen Gespräche am Rand der Konferenz. Der Sender betonte, die Teilnahme zahlreicher jüdischer Rabbiner an dem Treffen sei für ein arabisches Land ohne Beispiel. Von schiitischer Seite seien hingegen nur wenige gekommen. Die siebte „Konferenz der Religionen” von Doha soll im Mai nächsten Jahres stattfinden. Erst vor kurzem konnte in der Hauptstadt Katars die erste katholische Kirche des Landes eingeweiht werden. (rv) (NL Radio Vatikan, 16.05.2008).
14.05.2008 Türkei:
Der Vorsitzende der katholischen Bischofs- konferenz in der Türkei, Bischof Luigi Padovese, hat erneut auf das Problem des fehlenden kirchlichen Rechtsstatus in der Türkei hingewiesen. Der Agentur „kathpress” sagte er wörtlich: „Wir existieren de facto, aber nicht de jure”. Das Fehlen jeglicher rechtlicher Anerkennung sei das „zentrale Problem und das Hemmnis für jede weitere Stärkung des Christentums in der Türkei”. Greifbar werde dies vor allem im alltäglichen religiösen Leben, wie etwa bei der Anstellung von Seelsorgepersonal. Derzeit müssen Priester und Ordensleute ihr Visum jährlich erneuern lassen. Auch spiele der Rechtsstatus bei der Rückgabe von Kirchengütern eine Rolle. „Wem sollte der Staat die Güter auch zurückgeben, wenn wir offiziell nicht existieren?”, erklärt der Bischof. Zudem sei die Kirche nicht in das kulturelle Leben integriert. Da man allein auf ausländische Priester angewiesen sei, werde die Kirche von vielen als Fremdkörper im Land betrachtet. Vom Gelingen der Integration werde der Fortbestand des Christentums in der Türkei abhängen, glaubt Padovese. (kap) (NL Radio Vatikan, 14.05.2008).
05.04.2008 Saudi-Arabien:
Mit großer Mehrheit hat die Nationale Ratsversammlung Saudi-Arabiens einen Antrag abgelehnt, der die Achtung nicht-islamischer Religionen und Symbole zum Inhalt hatte. Die vom König eingesetzte Volksvertretung wies den Antrag Ende März mit 77 gegen 33 zurück. So heißt es in einem Kommentar der in Riad erscheinenden englisch- sprachigen Zeitung „Arab News“. Die Nachteile über- wögen die Vorteile, hieß es zur Begründung. Die Anerkennung nicht-monotheistischer [!!] Religionen stehe nicht im Einklang mit dem Islam, der in Saudi-Arabien Staatsreligion ist. Außerdem hätte der Antrag den Bau von Gotteshäusern für solche Religionen erlaubt. Saudi-Arabien gilt als das strengste islamische Land. Jedes christliche Symbol, der Kirchenbau sowie die Ausübung des christlichen Glaubens sind selbst in Privaträumen verboten. Allerdings hat sich König Abdullah, der als „Hüter der Heiligen Stätten“ von Mekka und Medina fungiert, Ende März öffentlich für einen Dialog des Islam, des Judentum und des Christentums ausgesprochen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kommt es in Saudi- Arabien immer wieder zu schweren Ausschreitungen der Religionspolizei und anderer Sicherheitskräfte gegen religiöse Minderheiten. Diskriminierung oder Verfolgung drohe allen, die nicht dem sunnitischen Islam wahhabitischer Prägung folgen. Besonders betroffen sind die acht Millionen Gastarbeiter in dem 27 Millionen Einwohner zählenden Land. Darunter sind mehr als eine Million katholische Filipinos. Sie müssen unter anderem den islamischen Fastenmonat Ramadan einhalten, dürfen aber hohe christliche Feste wie Weihnachten und Ostern nicht feiern. Wiederholt hat die Religionspolizei Gottesdienste in Privaträumen gestürmt, Christen verhaftet und ausgewiesen. (idea) (NL Radio Vatikan, 05.04.2008).
05.04.2008 Pakistan:
Ein christlicher Parlamentsabgeordneter hat die Gleichbehandlung von Minderheiten in dem überwiegend muslimischen Land gefordert. „Wir wollen ein modernes und demokratisches Pakistan, in dem jeder Bürger gleich behandelt wird“, erklärte der Vorsitzende der Pakistanischen Minderheiten-Allianz, Shahbaz Bhatti, am 29. März im Parlament in Islamabad. Nicht-Muslime fühlten sich oft wie Bürger zweiter Klasse. Von den 156 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, 3 Prozent Christen und 1,8 Prozent Hindus. Bhatti regte unter anderem an, dass religiöse Feste der Minderheiten offiziell anerkannt und beachtet werden. Außerdem trat er für die Abschaffung diskriminierender Rechtsvorschriften ein. Seit 1986 ist in Pakistan ein so genanntes Blasphemiegesetz in Kraft, das die Beleidigung des Islam mit der Todesstrafe bedroht. Seither wurden mindestens 23 Menschen aus diesem Grund hingerichtet. Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass oft falsche Vorwürfe zur Anklage von Christen führen. (idea) (NL Radio Vatikan, 05.04.2008).
02.04.2008 Libanon:
Christentum und Islam sind nicht miteinander zu kombinieren, sondern zwei unterschiedliche und in einigen Punkten sogar entgegengesetzte Religionen. Das betont der Jesuitenpater Samir Khalil Samir. Er wäre „sehr gerne gleichzeitig Moslem und Christ – aber das geht nicht”, so Islam-Experte Samir. Die Moslems leugneten „die essentiellen Dogmen des Christentums”, was „ihr gutes Recht” sei. Man solle aber nicht versuchen, Unvereinbares zu vermischen; stattdessen solle die eine Religion die andere in ihrer Verschiedenheit respektieren. In einem Aufsatz für die Nachrichtenagentur Asianews antwortet der in Beirut lebende Priester auf Äußerungen eines saudischen Moslemvertreters. Anwar Ashiqi vom Riader Zentrum für strategische Nahost-Studien hatte geäußert, der Islam erkenne das Christentum und Jesus an. Das Christentum müsse aber auch den Propheten Mohammed anerkennen – „erst dann können wir offizielle Verhandlungen über den Bau einer Kirche in Saudi-Arabien aufnehmen”. Pater Samir sieht dahinter ein „Missverständnis”, in gewisser Weise sogar eine Art „Erpressung”. Er rät dazu, Moslems und Christen sollten „als gute Freunde oder sogar Brüder zusammenleben, die anderen als anders anerkennen und sich über diese Vielfalt sogar freuen”. (asianews) (NL Radio Vatikan, 02.04.2008).
01.04.2008: Die friedlichen Demonstrationen von Christen in Mossul und Umgebung werden seit der Ermordung ihres Erzbischofs jeden Abend in den Kleinstädten durchgeführt, obwohl sich dort immer wieder islamistische Milizionäre in provokanter Weise blicken lassen. Sie verlangen Aufklärung über die Mörder und die Hintergründe. Bei den Umzügen werden Bilder der kirchlichen Märtyrer der letzten Jahre mitgeführt. Unter den Christen, die in den vergangenen Jahren ermordet wurden, sind viele, die sich gegen eine Entführung zur Wehr gesetzt hatten bzw. nicht zum Islam konvertieren wollten. In den letzten zwei bis drei Jahren haben die islamistischen Extremisten im Bereich von Mossul viele Methoden der Einschüchterung von Christen entwickelt. Neben den Schildern „Kauft nicht bei Christen” bedienen sich die jugendlichen Handlanger der Extremisten vor allem der SMS. Immer wieder erhalten Christen auf ihren Handys Botschaften mit dem Text: „Verschwindet oder wir schneiden euch die Gurgel durch”.
Zehntausende von Christen haben in den letzten Jahren nach Drohungen den Irak verlassen; oft sind sie in Nachbarländer geflüchtet. Ein Arzt aus Bagdad ist mit seiner Frau in das jordanische Amman geflohen, nachdem er einen Drohbrief von Islamisten an seiner Haustür fand.
„Viele Familien bekommen solche Drohbriefe. Darin steht: Wenn ihr nicht Moslems werdet, töten wir euch. Das Bagdader Stadtviertel Dora war von assyrischen Christen besiedelt. Wenn Sie heute dahin gehen, werden Sie kaum noch einen Christen finden. Die meisten wurden einfach vor die Wahl gestellt: Werdet Moslems oder sterbt. Viele sind deshalb geflohen; einige landeten hier, andere gingen in den Norden des Irak, wo es sicherer ist. Einige sind in Bagdad geblieben, aber in andere Viertel umgezogen, die etwas sicherer scheinen. Dora ist jetzt leer von Christen. Und auch viele Kirchen wurden angegriffen.”
- Zwischenfrage: Wer sind diese Leute, die die Christen bedrohen?
„Terroristen. Die haben es speziell auf die Christen abgesehen.”
- Aber woher kommen die Terroristen? Sind es Schiiten, sind es Ausländer?
„Die Leute sagen: Die kommen von draußen. Aber wir kennen ihre Nationalität nicht: ob Saudi-Arabien, Syrien oder Sudan... Die Amerikaner haben einige der Terroristen geschnappt und festgestellt: Die kommen ja von überall her. Saudis zum Beispiel.” (rv/kap) (nach NL Radio Vatikan, 01.04.2008).
Die Muslime kommen ihrem schon vor Jahren erklärten Ziel immer näher, den Nahen Osten christenfrei zu machen! Amerika bietet mit seinem Krieg im Irak dazu die Gelegenheit. Und Europa faselt von Integration und Verständigung und Wiederaufbau. Da müssten erst einmal ein paar heikle, aber ganz grundsätzliche Fragen zum Islam geklärt werden! Der islamistische Terror hat seinen Ursprung und findet seine Nahrung in der Religion, leider! Das muss man klar sehen und darf den Verbrechern nicht das Feld überlassen. [GH].
29.03.2008 Italien:
Ex-Muslim wehrt sich gegen Instrumentalisierung
Der in der Osternacht im Vatikan getaufte Ex-Muslim hat sich gegen Gewalt im Namen der Religion ausgesprochen. „Ich war nie für Religionskriege”, betont der ägyptischstämmige italienische Journalist Magdi Allam in einem offenen Brief in der Tageszeitung „Corriere della Sera”. Man könne und müsse den Dialog mit allen Moslems führen, die „ohne wenn und aber die fundamentalen Menschenrechte teilen” und sich für das Zusammenleben aller Menschen einsetzen. Sein Übertritt zum katholischen Glauben sei instrumen- talisiert worden, kritisiert Allam. Man habe ihm schaden und den Papst beschuldigen wollen. Sich selbst bezeichnete der ehemals moderate Muslim als „Freigeist”, der er auch als Katholik bleiben wolle. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi habe Recht, wenn er sage, die früheren Äußerungen seien die Privatmeinung Allams gewesen. Keinesfalls wolle er die Haltung des Vatikans beeinflussen, schreibt der stellvertretende Direktor des Corriere. Unterschrieben ist der Brief mit Magdi Cristiano Allam. (pm) (NL Radio Vatikan, 29.03.2008).
26.03.2008 Saudi-Arabien
Jüdische Vertreter begrüßen den Vorstoß König Abdallahs von Saudi-Arabien zu einem Dialog der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Der ashkenasische Großrabbiner von Jerusalem, Jona Metzger, sagte am Mittwoch, er gebe seinen Segen zu allen Initiativen, die „Blutvergießen vermeiden wollten”. Der sephardische Großrabbiner, Shlomo Amar, sagte, die Idee eines interreligiösen Dialogs sei zu begrüßen, wenn denn ein ehrlicher Wille dazu vorhanden sei. - König Abdallah von Saudi-Arabien hat nach Angaben der saudischen Zeitung Al-Sharq al-Awsat jedenfalls „grünes Licht” von den Ulemas seines Landes, also den islamischen Religionsgelehrten, erhalten. Beobachter bewerten den Aufruf zum Dialog als Signal für eine mögliche Wende in der restriktiven Religionspolitik des Landes. - Allerdings macht die katholische Nachrichtenagentur Asianews auch auf Widersprüche in der saudischen Religionspolitik aufmerksam. So habe erst vergangene Woche ein Beratungsgremium mit Zweidrittelmehrheit sich gegen eine UNO-Resolution zum Schutz der Religionsfreiheit ausgesprochen. - Abdallah, der auch als „Hüter der Heiligen Stätten” von Mekka und Medina in dem streng islamischen Land fungiert, hatte den Vorstoß in einer Rede bei einem Empfang für Teilnehmer eines japanisch-islamischen Kulturforums am 24. März in Riad formuliert. (apic/afp) (NL Radio Vatikan, 26.03.2008).
25.03.2008 Vatikan:
Reaktionen auf Taufe eines Moslems
Dass der Papst in der Osternacht einen früheren Moslem getauft hat, führt zu Reaktionen in der islamischen Welt. Benedikt XVI. hatte im Petersdom den italienischen Journalisten Magdi Allam getauft; der Vize-Direktor der Tageszeitung „Corriere della Sera”, dessen Familie aus Ägypten stammt, ist schon seit längerem ein offener Kritiker von islamischem Fundamentalismus.
„Al Quds al-arabi”, eine extreme arabische Tageszeitung, die in London verlegt wird, nimmt das Ereignis auf die Seite eins. Ihre Schlagzeile lautet: „Der Papst ruft bei Moslems Befremden hervor, weil er einen Ex-Moslem tauft, der Israel stützt und für seine Aversion gegen den Islam bekannt ist.” Die in Kairo erscheinende „Al-Masri al-jaum” behauptet, Allam sei für den italienischen Geheimdienst tätig und beleidige die Araber und Moslems immer wieder. Der Fernsehsender „al-Arabiya” nennt Magdi Allam „einen der umstrittensten Journalisten Italiens”, während auf der Internetseite der Tageszeitung „Al Shark Al-Awsat” die Formulierung steht, das Wasser, das Papst Benedikt auf Allams Kopf gegossen habe, sei „wie Benzin auf das Feuer des Zusammenstoßes der Zivilisationen”.
Nun sind allerdings empörte Kommentare in der arabischen Presse nicht immer zum Nennwert zu nehmen: Ressentiments, die durch jahrhundertelange Demütigungen genährt werden, machen sich traditionell in scharfen Worten Luft. Mit dem Sturm nach der Regensburger Rede des Papstes sind diese Kommentare überhaupt nicht zu vergleichen. Hinzu kommt, dass Allam sich tatsächlich oft mit eigenwilligen Meinungen exponiert hat; so gehörte er vor fünf Jahren zu den eifrigsten Befürwortern des Irak-Kriegs. Seinen Übertritt zum Christentum schildert der Journalist als persönliche Angelegenheit, als „langen inneren Weg”. Die Reaktionen in der islamischen Gemeinschaft Italiens sind denn auch verhalten: „Eine freie Wahl, die wir respektieren”, sagt der bekannte Moslem-Vertreter Mario Scialoja.
Derweil hat der vatikanische „Dialog-Minister” Kardinal Jean-Louis Tauran die Taufe Allams während der Osternacht verteidigt. „Die Gewissensfreiheit ist ein Grundrecht”, sagte der Präsident des Päpstlichen Dialogrates einer Tageszeitung. Zudem mache der Papst bei der Auswahl der Täuflinge während des Ostergottesdienstes keinen Unterschied. (repubblica/rv) (NL Radio Vtikan, 25.03.2008).
14.03.2008 Senegal:
Der alarmierende Anstieg von Islamfeindlichkeit gerade in Europa und den USA bedroht den Weltfrieden und die Sicherheit in der Welt. Zu diesem Ergebnis kamen die Vertreter von 57 mehrheitlich islamischen Staaten auf ihrer Konferenz im Senegal. Für einen erfolgreichen Kampf gegen den Terrorismus könne man nicht an ihnen vorbei-agieren. Die Konferenz rief den Westen dazu auf, Schritte gegen Islamfeindlichkeit zu unternehmen. Gleichzeitig drängt sie die islamische Welt, sich als zuverlässiger, toleranter und friedlicher Partner zu zeigen. (asianews) (NL Radio Vatikan, 14.03.2008).
28.02.2008 Katar:
Kurz vor Ostern wird in dem Land auf der Arabischen Halbinsel die erste katholische Kirche eingeweiht. Die der Gottesmutter Maria gewidmete
Kirche
soll als Gotteshaus den etwa 140.000 Gläubigen zur Verfügung stehen, die sich als Gastarbeiter in dem muslimischen Land aufhalten. Die Kirchweihe wird am 14. März 2008 von Kardinal Ivan Dias vorgenommen, dem Präfekten der vatikanischen Missionskongregation. Unter den Konzelebranten ist Bischof Paul Hinder von Arabien. Die Kirche steht am Stadtrand von Doha auf einem großen Grundstück, das Scheich Abdullah ibn Khalifa al-Thani zur Verfügung gestellt hatte. Der Fürst hatte sich in den vergangenen Jahren einer Politik des Dialogs zugewendet und war für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Katar und dem Heiligen Stuhl mitverantwortlich. Auf dem Grundstück sollen fünf weitere christliche Kirchen entstehen. (ansa) (nach NL Radio Vatikan, 28.02.2008). -- Wie man sieht, ist die Kirche kaum als solche zu erkennen, ein Zugeständnis an die islamischen Behörden. Dies könnte auch eine Anregung sein für einen zurückhaltenderen Bau von Moscheen in Deutschland und Europa. Ebenso das Verbot eines Kreuzes und der Glocken! [GH].
23.02.2008 Vatikan/Deutschland:
Kurienkardinal Walter Kasper beurteilt den christlich-islamischen Dialog weiterhin als schwierig. Man solle sich in dieser Hinsicht keine Illusionen machen, sagte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates am Freitag bei einer Veranstaltung der Akademie der Wissenschaften in Mainz. Muslime hätten vom Koran her ein anderes Verständnis vom Menschen. Er betonte, die katholische Kirche wolle den Dialog und die Zusammenarbeit mit den gemäßigten Muslimen. Mit den Radikalen sei dies allerdings nicht möglich. Man dürfe keine falsche „Harmonie-Idee“ entwickeln, so Kasper. Auch dürfe man den Islam und das Judentum nicht auf eine Stufe stellen. Das Christentum sei ohne die jüdische Religion nicht denkbar, der Islam hingegen sei eine nachchristliche Religion. (kna) (NL Radio Vatikan, 23.02.2008).
18.12.2008 Ägypten:
Die TV- und Radioprogramme in der Arabischen Liga sollen „Islamischen Werten“ entsprechen. In den Mitgliedsstaaten wurden jetzt „ethische Richtlinien“ für Satellitenprogramme eingeführt. Diese sollen die traditionellen Werte der arabischen Gesellschaft bestärken. Es seien Sendungen verboten, die im Widerspruch zu monotheistischen Religionen stehen oder Staatsführer beleidigen. Außerdem sei es untersagt, zum Rauchen oder zum Alkoholkonsum zu animieren sowie „obszönes oder erotisches Material“ zu senden. Bei Verstößen können die 22 Länder, die der Liga angehören, den Medien die Lizenz entziehen. (faz) (NL Radio Vatikan, 18.02.2008).
05.02.2008 Großbritannien:
Ein Bischof der anglikanischen Kirche von England hat Todesdrohungen erhalten. Der Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, hatte davor gewarnt, dass sich einige überwiegend von Muslimen bewohnte Stadtviertel zu „Tabu-Zonen” für Bürger anderen Glaubens entwickelten. Er wurde jetzt unter Polizeischutz gestellt, berichtet die Londoner Zeitung „The Times”. Der gebürtige Pakistani hatte in der Londoner Zeitung Sunday Telegraph vom 6. Januar Kritik an den Folgen einer „Multi-Kulti-Gesellschaft” geübt. Er beklagte den Verlust der christlichen Identität Großbritanniens. Man habe es den eingewanderten Bürgern erleichtert, in abgegrenzten Gemeinschaften zu leben, nur ihre eigenen Sprachen zu sprechen und ohne Beziehungen zur Bevölkerungsmehrheit zu existieren. Das Christentum als öffentlicher Glaube sei auf dem Rückzug. (idea) (NL Radio Vatikan, 05.02.2008).
16.01.2008 Zypern:
Die griechisch-orthodoxe Kirche von Zypern will die türkische Regierung vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof verklagen
Das bestätigte der zypriotische Primas, Erzbischof Chrysostomos II., im Gespräch mit Journalisten. Er befürchte die Profanierung mehrerer hundert Kirchen im türkisch besetzten Norden der Insel. Auch wolle man gegen die Auflage der dortigen Behörden klagen, orthodoxen Gläubigen den Zutritt zu den Kirchen zu verweigern. Nach Angaben der orthodoxen Kirche wurden im Zuge des 1963 offen ausgebrochenen Zypern-Konflikts und der türkischen Besetzung des Nordteils der Insel 1974 insgesamt 133 der 520 christlichen Kultstätten entweiht. 78 Kirchen habe man zu Moscheen umgewidmet, andere würden als Militärdepots, Krankenhäuser oder Ställe genutzt. Dabei seien an die 15.000 Ikonen entwendet und illegal auf den Kunstmarkt gebracht worden. Bei einem Besuch im Vatikan bat Chrysostomos II. im vergangenen Jahr auch Papst Benedikt XVI. um Unterstützung. Ferner appellierte er an die EU, bei der Türkei auf Einhaltung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit zu drängen. Im April und im August 2007 verweigerten die türkischen Behörden Chrysostomos II. wiederholt die Einreise. (kna) (Newsletter Radio Vatikan, 16.01.2008).
30.12.2007 Vatikan: Religionsgespräche
Das Jahr 2008 hält eine Menge wichtiger Termine für das Gespräch der Religionen bereit. Das sagt der Präsident des Päpstlichen Rates für den Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran. Im Gespräch mit der Vatikanzeitung „L'Osservatore Romano” nennt Tauran als erstes das sich abzeichnende Treffen von Papst Benedikt mit einer Delegation der 138 Moslem-Persönlichkeiten, die dieses Jahr einen Brief an den Papst und andere christliche Führer geschrieben hatten. Der Kardinal bestätigt, dass erste Gespräche zur Planung dieses Treffens wohl im Februar oder März stattfinden werden. Im Lauf des Jahres seien außerdem Gespräche von Vatikan- Vertretern mit der Kairoer Al-Azhar-Universität geplant sowie mit dem „Königlichen Institut für interreligiöse Studien“ in Amman und einem islamischen Dachverband in Libyen. Tauran erklärte, er wolle auch nach Asien reisen, „um die großen religiösen Traditionen dieses Kontinents aus der Nähe kennen zu lernen“. (rv)
Islamgelehrte nehmen Einladung an
Führende Islamvertreter nehmen die Gesprächs- einladung des Papstes in den Vatikan an. Das geht aus einem Schreiben an Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone hervor. Als Antwort auf das schriftliche Dialogangebot der 138 islamischen Gelehrten vergangenen Oktober hatte der Vatikan eine Begegnung mit führenden Vertretern vorgeschlagen.
„Wir sind gerne zu einem solchen Treffen bereit”, schreibt Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal mit Datum vom 12. Dezember. Der Leiter des Aal al Bayt-Instituts für islamisches Denken in Amman war der Initiator des ersten Briefes an die christlichen Kirchen. Bertone hatte im Namen des Papstes darauf geantwortet und zu einer Begegnung im Vatikan eingeladen. Zur Organisation und der Absprache einzelner Schritte werde eine islamische Delegation nach Rom reisen; ob im Februar oder März 2008 könnten Bertone und sein Stab entscheiden, so Talal.
Im Namen aller 138 Gelehrten danke er dem Papst für das Mut machende Antwortschreiben. Die jüngste Audienz für den König von Saudi-Arabien werte die islamische Welt als weiteren Beitrag zum Dialog. Talal zitiert Papst Benedikt, wenn er die drei Hauptthemen des christlich-islamischen Gesprächs nennt: Achtung der Menschenwürde, Kenntnis der jeweils anderen Religion und gemeinsamer Einsatz, diesen Geist an die nachwachsenden Generationen weiter zu geben. Allgemeine Grundlage des Dialogs seien die Zehn Gebote; Interpretationsunterschiede seien Anlass zum gegenseitigen Respekt, nicht zum „trennenden Disput”.
In einer bisher einmaligen Geste hatten die Islamvertreter ihren „christlichen Nachbarn” auch Weihnachts- und Neujahrswünsche übersandt.
„Historisch” nannte auch Kardinal Jean-Louis Tauran, päpstlicher Verantwortlicher für den Dialog zwischen den Religionen, das bevorstehende Treffen in Rom.
„Wir erwarten drei Vertreter aus dem Kreis jener, die den Brief unterschrieben haben, um gemeinsam mit ihnen die Begegnung mit dem Papst vorzubereiten. Gleich nach den Feiertagen beginnen wir mit der Zusammenarbeit, um dieses Treffen zu konkretisieren, einen genauen Termin zu finden, je nach den Zeitplänen beider Gesprächsparteien. Auf beiden Seiten gibt es guten Willen. Ich bin wirklich sehr zuversichtlich, was dieses Treffen angeht.” (rv) (NL Radio Vatikan, 28.12.2007).
12.12.2007 Europa/Schweiz:
Die Kirchen wollen stärker mit Moslems in Europa zusammenarbeiten. Das schreiben die Konferenz Europäischer Kirchen, Genf, und der Rat Europäischer Bischofskonferenzen, St. Gallen, in einem gemeinsamen Statement nach einer gemeinsamen Konferenz in Berlin. Christliche Gruppen in ganz Europa sollten noch stärker den Kontakt zu Moslems aus ihrer Umgebung suchen. Der jüngste Dialog-Brief von 138 islamischen Intellektuellen sei ein guter Ausgangspunkt, um zu Klarheit über Differenzen und zu gemeinsamen Standpunkten in der Gesellschaft zu finden. (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 12.12.2007). -- Was wird das geben?? Was wird es nützen? (GH)
09.12.2007: Sat-7 startet ersten christlichen Kinderkanal für den arabischen Raum
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Der neue Sender, der wie sein Muttersender über Satellit verbreitet wird, werde im Dezember zum Beispiel viele Zeichentrickfilme mit christlichem Inhalt, den „Jesus-Film“ für Kinder und Interviews mit Kindern senden, die dazu befragt werden, worin sie die wahre Bedeutung von Weihnachten sehen.
In der arabischen Welt leben den Angaben zufolge hundert Millionen Kinder, von denen die Hälfte Zugang zum Satellitenfernsehen hat. Diese Kinder würden sich oft dem Fernsehen als Fluchtmöglichkeit aus ihrem konfliktgeladenen Alltag zuwenden.
Der christliche Kinderkanal könne Hoffnung und neue Ideen verbreiten und ein Ort sein, an dem junge Zuschauer ihr Herz für die christliche Botschaft öffnen. „Unser Ziel ist es, einen sicheren Platz für Kinder anzubieten, an dem sie innerlich wachsen können“ zitiert „Kirche in Not“ die Programmdirektorin von SAT-7, Rita El Mounayer, „ein Ort, wo sie die fröhliche und helle Zukunft erfahren, die Gott für sie bereithält“.
Arabische Kinderkanäle zeigen anti-christliche Gewalt
Bisher gebe es laut Frau El Mounayer mindestens sechs arabische Kinderprogramme, von denen viele anti-christliche und Gewalt verherrlichende Sendungen zeigten, das Märtyrertum im radikal-islamischen Sinn glorifizierten, und es sogar für die Kinder selbst als richtigen Weg darstellten. Demgegenüber solle der neue christliche Kinderkanal die Botschaft der Liebe und der Vergebung verbreiten.
SAT-7 ist ein christlicher Satelliten-Fernsehsender, der seit 1996 von Christen verschiedener Konfession aus dem Nahen Osten und Nordafrika gemacht wird. Er will die christliche Botschaft nach eigenen Angaben in jedes Haus im Nahen Osten bringen. Die Zentrale von SAT-7 befindet sich auf Zypern, die Redaktion in Ägypten und die Produktionsfirmen unter anderem im Libanon. (jesus.de, 09.12.2997).
03.12.2007 Vatikan: „Den Worten müssen Taten folgen”
Vergangenen Donnerstag hat Papst Benedikt XVI. auf den Brief der 138 islamischen Gelehrten geantwortet und sie zum Dialog eingeladen. Der Brief war sowohl im Westen, wie auch in der islamischen Welt auf positive Resonanz gestoßen.
Peter Hünseler ist Leiter der Islam-Arbeitsstelle der Deutschen Bischöfe in Frankfurt (Cibedo); er sieht die Initiative auf dem derzeitigen politischen Hintergrund im Nahen Osten. Dem Papst gehe es vor allem um die Sicherung des Friedens.
„Ich glaube, die Sorge um den Frieden ist der tiefe Beweggrund der 138 islamischen Gelehrten, denn sie fürchten um den Frieden im Nahen Osten, und sie kennen das große moralische Gewicht des Papstes in diesen Fragen. Sie haben das ja 2003 vor dem Ausbruch des Irakkriegs erlebt, wie der Papst sich mit aller Kraft für den Frieden eingesetzt hat. Das ist sehr positiv angekommen im Nahen Osten, und nun befinden wir uns ja in einer ähnlichen Situation, zumindest sehen das die arabischen Staaten dies so.”
Im Nahen Osten wird derzeit vor allem ein Schlag gegen den Iran befürchtet.
„Die sehr starke Betonung des Friedens hat mich darauf gebracht, dass hier jetzt versucht wird, mit den Christen ins Reine zu kommen und eine gemeinsame Basis bezüglich des Friedens zu finden, um möglicherweise gewappnet zu sein, wenn es zu Feindseligkeiten um Iran herum kommt.”
Allerdings müssen den Worten der islamischen Gelehrten auch Taten folgen, so Hünseler.
„Ich meine, dass die 138 islamischen Gelehrten diesen Appell an die Christen zur Zusammenarbeit, auch nach Innen gesagt haben. Da müssen die islamischen Gelehrten aufstehen und widersprechen, wenn Osama Bin Laden von Kreuzfahrern und dem Krieg gegen den Westen spricht. 'Der Westen ist nicht unser Feind, Christen sind nicht unsere Feinde, und wir haben eine gemeinsame Aufgabe.' Erst dann wird das, was sie dort geschrieben haben auch ehrlich.”
Mehr Informationen zum islamisch-christlichen Dialog finden Sie unter www.cibedo.de (rv) (Newsletter Radio Vatikan, 03.12.2007).
Der Leiter des Amts für Religionsangelegenheiten in der Türkei, Ali Bardakoglu, erhofft sich vom Besuch (2006) Papst Benedikts XVI. einen Beitrag dazu, "dass Menschen in verschiedenen Kulturkreisen Verständnis füreinander entwickeln”. Die islamische Welt sei offen für Kritik, erklärte Bardakoglu in einem Interview des "Spiegel”: “Wir sind bereit zu einer intellektuellen Diskussion über das Verhältnis von Glauben und Vernunft, von Religion und Gewalt.” Zugleich bekräftigte er seine Kritik an der Regensburger Vorlesung des Papstes, die ein "stark von Vorurteilen behafteter Angriff auf die drei Grundpfeiler des Islam” gewesen sei. (kna)
Papst-Attentäter Ali Agca hat seine Entlassung aus der Haft beantragt. Wie der türkische Nachrichtensender NTV gestern meldete, legte sein Anwalt damit Beschwerde gegen eine Entscheidung des Obersten Berufungsgerichts ein. Es hatte Agcas vorzeitige Entlassung im Januar bereits nach einer Woche rückgängig gemacht. Sein Mandant sei bereits viel zu lange im Gefängnis, argumentierte Anwalt Mustafa Demirbag. Agca wolle dabei sein, wenn Papst Benedikt XVI. bei seiner Visite Ende November in Istanbul die Hagia Sophia besucht. Agca hatte 1981 auf dem Petersplatz in Rom auf Johannes Paul II. geschossen und den polnischen Papst schwer verletzt. Für das Attentat saß er 19 Jahre lang in italienischen Gefängnissen, bevor er im Jahr 2000 in die Türkei abgeschoben wurde. Dort hatte er noch eine lebenslange Haftstrafe wegen der Ermordung des Journalisten Abdi Ipekci im Jahr 1979 abzusitzen. Im Januar wurde er freigelassen, weil die Justiz seine Haft in Italien auf die türkische Strafe anrechnete. Das Berufungsgericht hob diese Entscheidung kurz darauf aber auf: Agca müsse noch bis 2010 hinter Gittern bleiben. (kna) (Newsletter Radio Vatikan, 18.1.2006).
Einige Unionspolitiker halten die Türkei für nicht europatauglich. Jüngster Beleg für diesen Eindruck ist in ihren Augen der Verzicht auf einen offziellen Empfang in der Türkei für Papst Benedikt XVI. Mit dieser Verweigerung wolle die türkische Regierung den Papst ganz bewusst brüskieren. Das äußerte heute in Berlin der Kardinal-Höffner-Kreis, ein Forum engagierter Christen innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. (kna) (Newsletter Radio Vatikan, 07.11.2006).
Hier geht's zu einem interessanten Artikel (Die Presse, 14.11.2006) über die andauernde Diskriminierung der Christen in der Türkei aus der Sicht des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios' I. von Konstantinopel: Klick !
17.11.2006: Während Islamisten versuchen, die Vatikanwebsite zu hacken (Paranews, 13.11.2006), um den Papst für seine Regensburger Rede zu strafen, wird der Dialogversuch im Islam diskutiert. Auf der einen Seite erschien ein Artikel über christliche Missionierung in der Türkei, in dem das Christentum scharf angegriffen wird. Unter anderem beklagt der Autor, dass die Christen den Islam nicht als einzig wahre Religion anerkennen. Darum, und weil Christen auch nicht an den Koran glauben, sei das Christentum keine Religion. Ein Dialog sei nicht möglich, weil Muslime nur mit anderen Religionen reden könnten. (kath.de Wochenrückblick).
[GH] Hier zeigt sich deutlich das wahre Dilemma: Christen und Muslime funken auf ganz verschiedenen Wellenlängen. Was soll da "Toleranz" ausrichten, wenn es aus Sicht des Islam nicht um ein Miteinander, sondern um Entweder/Oder geht? Da die Muslime sich nicht auf die christliche Dialog-Kultur des 21. Jahrhunderts einlassen wollen und können, bleibt uns nur, in aller Deutlichkeit die Wahrheitsfrage zu stellen, die Reihen zu schliessen und den Rest Gott zu überlassen. Unsere Politiker und die Journalisten aller Medien, soweit sie uns ihre ungläubigen, antichristlichen und antikirchlichen Positionen der Voreingenommenheit verkünden, sollten vorher genau diese im Lichte der objektiven Wahrheit und ihrer eigenen subjektiven Motive hinterfragen. Und die selbsternannten weich- gespült-katholischen "Vordenker" sollten sich klar machen, dass sie nicht die Gedanken Gottes denken, sondern Gedanken des Profits (z.B. Öl, EU-Eintritt der Türkei, der von der Mehrheit der Türken konsequenterweise selbst abgelehnt wird!!), Gedanken des Vorteils, der Anpassung und des Klüngels ("Diplomatie"!). Sie schaden nicht nur dem Christentum (worüber sich übrigens nicht nur die Muslime freuen), sondern auch Europa, und führen uns mit größter Wahrscheinlichkeit in schreckliche Zeiten. Der Balkan ist eine Warnung, ebenso die prekäre Situation der Christen in allen islamischen Ländern, mit Ausnahme vielleicht von Syrien. Warum hört man nicht auf die Stimme derjenigen, die sich wirklich auskennen? Nur, weil es der Papst ist oder die Kurie oder Bischöfe, die warnen? Wir Christen sind Teil der Gesellschaft und haben gerade in diesem Punkt einiges aus der langen Erfahrung mit dem Islam zu sagen. Hier läge auch genau die Zielrichtung des Konzilsauftrags zu stärkerer Mitarbeit der Laien, nicht aber darin, sich innerhalb der Kirche inkompetent in alles einzumischen, auf penetrante Weise unerfüllbare Forderungen immer wieder zu erheben und un-heilsame Unruhe zu stiften nach der Art des teuflischen Durcheinanderwerfers, des diabolos. Papst Benedikt XVI. hat gerade erst wieder, wenn auch mit nicht so drastischen Worten wie ich, darauf hingewiesen. - Und dann das heute vielfach beklatschte Argument, das man leider immer wieder hört, obwohl es kein unsinnigeres gibt: Die Türkei sei die Brücke Europas zum Islam!" Davon kann keine Rede sein, wenn man an die Geschichte, die religiösen Überzeugungen des Islam, die jahrhundertealten Aspirationen der Türkei und die eindeutigen heutigen Bestrebungen denkt! Genau umgekehrt wird es kommen! Das wäre zwar nicht im Sinne Europas, aber es gibt ja nun einmal nur die doppelte Funktion bei einer Brücke: das Hinüber und das Herüber. Die Türkei soll die Brücke für den Islam in Europa werden! Der Gegenverkehr wäre leicht zu stoppen! (18.11.2006).
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18.12.2006: Die Regensburger Vorlesung des Papstes ist von der Universität Tübingen zur “Rede des Jahres 2006” gewählt worden. Mit der Auszeichnung wolle das “Seminar für Allgemeine Rhetorik” eine Rede würdigen, die ein ungewohntes Maß an weltweiter Aufmerksamkeit errungen und eine Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit religiösen Fundamentalismen formuliert habe – jenseits tagespolitischer Meinungen und Rücksichten. Thema dieser gezielt missverstandenen Rede sei das Verhältnis von Vernunft und Glauben im Christentum gewesen und die Bekräftigung christlicher Überzeugung, dass vernünftig zu handeln dem Wesen Gottes entspreche. Im Zeitalter religiöser Fundamentalismen, aber auch eines esoterischen Religionsverständnisses, bedeute die meisterhaft gebaute Rede des Papstes eine “höchst engagierte, argumentativ präzise und historisch gesättigte Ortsbestimmung christlichen Glaubens aus griechischem Geist“, hieß es in der Begründung. Benedikt beeindrucke durch einen ungewohnt persönlichen und zugleich reflektierten Redegestus, der darauf aus sei, andere mit Mitteln der Vernunft zu überzeugen. Das sei in einer für die akademische Redegattung ‚Vorlesung’ vorbildlichen, gedanklich konzentrierten, dabei immer historisch anschaulichen und argumentativ überzeugenden Weise geschehen, in der sich eben jene “Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken” äußert, die einst der vom Papst zitierte Kaiser Manuel von einem Gläubigen erwartete. Dabei zeige sich der Papst auch darin griechischem Denken mit seiner Kraftquelle, der agonalen Streitkultur, verpflichtet, dass er seine Thesen mutig und entschieden, also ohne die oft als Dialog getarnte Bereitschaft zu Beschwichtigung und Anpassung vorgetragen habe. Die Auszeichnung "Rede des Jahres" wird seit 1998 vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen vergeben und ging seitdem unter anderem an Martin Walser, Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit. Mit diesem Preis würdigt das Seminar für Allgemeine Rhetorik jährlich eine Rede, die die politische, soziale oder kulturelle Diskussion entscheidend beeinflusst hat. (pm) (Newsletter Radio Vatikan, 18.12.2006).
Eine solche weltweite Reaktion auf seine akademische Vorlesung an der Universität Regensburg hatte Papst Benedikt XVI. sicher nicht erwartet - und sicher auch nicht beabsichtigt.
[GH] Man darf, was für die abendländische Kultur eigentlich selbstverständlich ist , einzelne Worte nicht aus dem Zusammenhang reißen. Es ist erst recht unredlich, ein einleitend angeführtes historisches Zitat als die eigene Meinung des Vortragenden auszugeben. Der Papst hat ja mehr als deutlich gemacht, dass Gewalt und Religion sich nicht vertragen.
Diese Erfahrung hat auch die Kirche selbst machen müssen. Deshalb hat der damalige Papst Johannes Paul II. bei einer ganz besonderen Gelegenheit, nämlich im Heiligen Jahr 2000 seit der Geburt Christi, ein Schuldbekenntnis für die katholische Kirche abgelegt, das historische Fehlverhalten ihrer Mitglieder bedauert und bereut und die Betroffenen aller Jahrhunderte um Vergebung gebeten. Kam darauf eine Antwort?? Wenn also heute immer noch der Kirche die Vertreibung der Muslime aus Spanien oder die Kreuzzüge vorgeworfen werden, als wäre sie an allem schuld, dann ist die Heuchelei der Betreffenden nicht zu überbieten und macht unendlich traurig. Denn sie zeigt, dass der Akt der Kirche, der einmalig war und ist, überhaupt keine Wirkung unter den Menschen hat. Da bleibt nur die Hoffnung auf Gott. Es gibt keine Religion auf der Welt, die sich je zu einem vergleichbaren Akt durchgerungen hätte, auch keinen Staat oder eine ähnliche Organisation! Auf die katholische Kirche aber wird blind vor Wut eingeprügelt, als sei sie die Ausgeburt des Bösen. Für den, der die Geister zu unterscheiden weiß, wirft dies vor allem ein bestimmtes Licht auf die Betreffenden selbst. So hier auf die ewig pubertierenden, angeblich katholischen Kritiker(innen), die jedes Maß vermissen lassen, und auf jene Muslime, die gerade durch ihr Verhalten zeigen, dass ihre Religion eben doch auf Gewalt setzt. Frieden kennt der Islam nur für Muslime!
So war es immer und ist es bis heute. Bevor die Muslime aus Spanien vertrieben werden konnten, wie waren sie denn dorthin gekommen? Sie hatten doch zunächst das ganze blühende christliche Nordafrika zerstört und das Christentum ausgerottet und dann von dort aus das christliche Spanien mit kriegerischer Gewalt erobert auf ihrem Weg nach Europa und hatten die Christen, die sie nicht umgebracht hatten oder die nicht hatten fliehen können, zum Islam zwangsbekehrt. Die Reconquistà war also nur eine Reaktion der Gewalt auf Gewalt, und zwar in erster Linie des spanishen Königs, nicht der Kirche. Unter diesem Gesetz von der endlosen Spirale der Gewalt sind auch die Kreuzzüge zu sehen. Ein Krieg ist immer grausam und unmenschlich und unverantwortlich, wie uns erst in diesen Tagen wieder von Israel schrecklich vor Augen geführt worden ist.
Die Stätten des Heiligen Landes und schließlich das ganze tausendjährige christliche oströmische Kaiserreich (Byzanz) wurden von den fanatisierten Scharen des Islam, die das Schwert des Propheten auf ihrer Fahne trugen, in jahrhundertelangen Kämpfen nach und nach erobert und unterjocht, und zwar grausam und blutig. D a s war die Voraussetzung der Kreuzzüge! Noch heute, nach mehr als 500 Jahren, haben Christen in islamischen Ländern keine volle Freiheit, werden sogar oft unterdrückt! Man muss die Geschichte von ihren Anfängen her und in ihrem Verlauf sehen und darf nicht nach Belieben nur die eine oder andere Begebenheit herausgreifen. Selbst Christen sind auf dem historischen Auge heute so blind, dass sie der Propaganda der Opfer, die in Wirklichkeit Täter waren, erliegen. Es würde genügen, den Koran zu lesen und die historische Entwicklung des Islam von Mohammed an zur Kenntnis zu nehmen - bis zu den Schulbüchern von heute!
Nun hat der Papst, sozusagen als "Aufhänger" für seine Vorlesung als Professor in Regensburg vor einem hochkarätigen akademischen Publikum, eine Bemerkung des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos (1391-1420) aus dessen Werk "Gespräche mit einem Perser" zitiert, wonach der Kaiser feststellt, dass der Islam seinen Glauben mit Gewalt verbreite. Zu dieser Einschätzung kam Manuel II. auf Grund seiner eigenen leidvollen Erfahrung mit den Muslimen. Und wenn man auf die ganze bisherige Geschichte schaut, muss man ihm leider zustimmen. Das hören Muslime, die von Kindheit an anders indoktriniert werden, natürlich nicht gerne, aber auch der Islam muss sich der Geschichte, seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart, stellen und sie aufarbeiten. FÜR DIE FEHLER DER VERGANGENHEIT KANN KEIN HEUTE LEBENDER HAFTBAR GEMACHT WERDEN, AUCH NICHT DER PAPST UND NICHT DIE HEUTIGE KATHOLISCHE KIRCHE UND AUCH NICHT DIE MUSLIME, es sei denn, sie wollten die Verbrechen der Vergangenheit in Wort und Tat fortführen. Und danach sieht es auf islamischer Seite leider aus.
In den Medien zeigen sich wieder einmal die völlig unzulänglichen aber leider üblichen Muster blinder Voreingenommenheit gegenüber der katholischen Kirche: Gewisse Kreise freuen sich, besonders nach dem so harmonisch und erfolgreich verlaufenen Besuch Benedikts XVI. in Bayern, dem Papst gleich wieder eins auswischen zu können, oder aber die Partei der ach so unterdrückten Muslime ergreifen zu können, um sich bei denen anzubiedern, die einen Vorwand gesucht und gefunden haben, derzeit am lautesten zu schreien. In beiden Fällen spielt die Wahrheit leider keine Rolle.
Gewiss, man hätte von dem eigentlich so sensiblen Papst vielleicht erwarten können, dass er wegen einer möglichen, gewollten Fehlinterpretation seiner Absichten auf das an sich harmlose Zitat verzichtet hätte. Wer ihm aber aus dieser Falle, in die er getappt ist, einen Strick drehen will, muss Form und Inhalt seines Vortrags böswillig uminterpretieren. Das derzeitige Verhalten der meisten Muslime und vieler islamischer Staaten zeigt ja gerade, dass die Bemerkung des byzantinischen Kaisers Manuel II. immer noch aktuell ist. Und das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat des Papstes kommt den Fanatikern in ihren eigenen (schlechten) Absichten mehr als gelegen. Die "Rechtleitung" ist weiter entfernt denn je. GOTT siegt nicht durch Gewalt und Hass!
Zusatz vom 16.09.2006 [GH]: Man kann es ja verstehen, wenn der Papst um des lieben Friedens willen mit seiner Erklärung vom heutigen Tage und weiteren Äußerungen eingelenkt hat. Der Sache wäre aber wohl besser gedient gewesen, wenn der Papst auch deutlich darauf hingewiesen hätte, dass die ganze Aufregung, genau wie bei den Mohammed-Karikaturen, nur inszeniert war, und zwar zu seinem Nachteil, um die muslimischen Massen gegen den Westen, sprich: die Christenheit, zu mobilisieren. Einer solchen unver- schämten Erpressung, die beliebig wiederholbar ist und bereits auf einem anderen Gebiet zu Lasten des deutschen Volkes praktiziert wird, hätte er nicht nachgeben dürfen, erst recht nicht, wenn die echten Muslime wirklich friedfertig sein sollten. Nicht der Papst hat die Muslime beleidigt, sondern durch ihre böswilligen Unterstellungen haben die Muslime den Papst und die Christen und die Wahrheit beleidigt. Warum sagt das keiner?
In diesem Zusammenhang sei noch empfehlend hingewiesen auf einen bemerkenswert objektiven und ungewohnt hämefreien Beitrag von Claus Christian Malzahn: Carrell, Rushdie, Ratzinger - wer kommt als nächstes?, in SPIEGEL Online vom 16.09.2006.
Kardinal Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofs-konferenz, hat sich am 19.09.2006 zu einer deutlicheren Stellungnahme durchgerungen (FOCUS Online).
Hier noch der Link zu einem interessanten Beitrag von FOCUS-Online-Redakteur Ingo Thor über die Papstvorlesung in Regensburg und die übertriebenen Reaktionen darauf im Islam.
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Mahner für eine »Leitkultur«: Bassam Tibi verlässt Deutsch- land
(jesus.de / kep) - Der Politologe und Islamforscher Bassam Tibi hat eine vernichtende Bilanz der deutschen Integrationspolitik gezogen. Bei der Debatte um Integration werde das Thema Werte ausgeblendet. Diese bildeten aber den Kern der Leitkulturdebatte, sagte Tibi bei einer Podiumsdiskussion in Berlin.
Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) weiter berichtet, kündigte der Wissenschaftler zudem an, Deutschland zu verlassen und in die USA überzusiedeln. "Ich habe es aufgegeben", sagte Tibi. Der in Damaskus geborene 62-jährige Islamforscher lebt seit 1962 in Deutschland. Er erhielt vor mehr als 30 Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit und legte die syrische ab.
"Leisetreterei auch unter Christen"
Bassam Tibi hat in den vergangenen Jahren immer wieder eine "Leitkultur für Deutschland" gefordert und den Westen aufgerufen, dem radikalen Islam mit deutlichen Worten entgegenzutreten. Zum fünften Jahrestag der Attentate in New York am 11. September kritisierte Tibi in einem Interview im "Deutschlandradio", es gebe eine Leisetreterei sowohl von christlicher als auch von säkularer Seite in Europa.
Die Europäer müssten lernen, zu ihren Werten zu stehen. Der Professor an der Universität Göttingen betonte weiter, weltweit würden die Religionen an Einfluss und Macht gewinnen. Dies gelte nicht nur für den Islam. Hierzulande werde das jedoch nicht wahrgenommen.
"Leitkultur": Von Tibi gefordert, von Merz angestoßen
Der CDU-Politiker Friedrich Merz hatte vor sechs Jahren in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der Union die Debatte um eine "Leitkultur" entfacht und dabei die Forderung des Islamwissenschaftlers Tibi nach einer "Leitkultur für Deutschland" aufgegriffen. Der Göttinger Wissenschaftler Tibi hatte gesagt: "Unsere Gesellschaft braucht wie jede andere Gesellschaft auch einen Wertekanon... Für Deutschland ist eine Leitkultur dringend geboten."
Der Unionspolitiker Merz hatte im Rahmen der Zuwanderungsdebatte gefordert, dass sich Zuwanderer der "deutschen Leitkultur" anpassen müssten. Damit sei zum Beispiel unvereinbar, Islam-Schulen außerhalb der deutschen Schulaufsicht zu unterhalten oder Mädchen zwangsweise zu verheiraten.
Quelle: jesus.de / Christliches Medienmagazin Pro (25.09.2006)
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Al Qaida Die Nummer Zwei des Terrornetzwerks "Al Qaida", Ajman al-Zawahiri, hat sich erneut mit einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. In dem via Internet veröffentlichten Band beschimpft der Stellvertreter des Terroristenchefs Osama bin Laden Papst Benedikt XVI. wegen dessen Äußerungen zum Islam als Scharlatan. Der Papst habe absichtlich den Islam attackiert, als er behauptete, dieser habe nichts mit der Vernunft zu tun. Weiter forderte er den Papst und alle Christen auf, sich zum Islam zu bekehren. (dw/afp) (Newsletter Radio Vatikan, 30.09.2006)
Irak
Die Anschläge auf die christliche Minderheit im Land nehmen zu. Grund hierfür sind der Beginn des islamischen Fastenmonat Ramadan und die weiterhin angespannte Situation nach der Vorlesung des Papstes in Regensburg. Nach Angaben des Hilfswerks "Open Doors" seien in wenigen Tagen mehrere Christen getötet, andere entführt und misshandelt worden. In Mossul erzwangen Extremisten von Christen die Verurteilung des Papstzitates. Auch in anderen Großstädten kam es zu Anschlägen auf Kirchen und Geistliche. Im Irak leben rund 650.000 Christen; 95 Prozent der Einwohner sind Muslime. (idea) (Newsletter Radio Vatikan, 30.09.2006) - mehr dazu unter Christenverfolgung!
Ein vernünftiger Vorschlag aus Ägypten:
Der Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo hat zur Lösung des Karikaturen-Streits ein weltweit gültiges Verbot von Beleidigungen religiöser Empfindungen vorgeschlagen. Führende Vertreter der Weltreligionen, darunter er selbst und Papst Benedikt XVI., sollten einen entsprechenden Text verfassen, sagte Groß-Imam Mohammed Sayyed Tantawi bei einem Treffen mit dem dänischen lutherischen Bischof Karsten Nissen. Die Al-Azhar-Universität in Kairo ist die höchste Autorität des sunnitischen Islams. (kp) (Newsletter Radio Vatikan, 09.02.2006).
25.10.2007 Europäische Union:
Die EU verlangt von der Türkei, die Religions- freiheit zu garantieren.
Diese Forderung sprach EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn im Europaparlament aus.
Auch müsse den Kirchen gestattet sein, Eigentum zu besitzen und ihren Klerus auszubilden. Die Europaabgeordneten kritisierten außerdem ein Urteil des türkischen Höchstgerichts, nach dem der Patriarch Bartholomäus I. nicht den Titel „Ökumenisch”
führen darf. Die Europaparlamentarier lehnten aber einen Antrag mehrheitlich ab, in dem von der Türkei die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern geforderte wurde. (kap) (Newsletter Radio Vatikan, 25.10.2007