Katholische [unierte] Ostkirchen
29.01.2012 Damaskus/Kairo: Der melkitisch-katholische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham, sieht die Zukunft der Christen in Ägypten mit Sorge.
In seiner griechisch-melkitischen Gemeinschaft in Ägypten säßen jetzt viele auf gepackten Koffern bzw. hätten schon den Gang ins Exil angetreten, so der Patriarch. Wörtlich meinte er: „Zwanzig Familien etwa sind schon gegangen. Das ist eine Menge, wenn wir daran denken, dass unsere Gemeinschaft schon auf etwas mehr als 5.000 Personen geschrumpft ist.“ Gregorios III. residiert in der syrischen Hauptstadt Damaskus, hat aber unlängst die Weihnachtsfeiern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geleitet. Auch die koptisch-katholischen und orthodoxen Gemeinden in Ägypten seien von einer „Exilswelle“ betroffen; er wisse sogar von Fällen bei muslimischen Familien. Über die Zukunft seiner Kirche in Ägypten wolle er sich nicht im Detail äußern, dazu sei „das Gefühl von Unsicherheit zu groß“. Gregorios kündigte an, dass die christlichen Kirchen Ägyptens am 21. Februar einen gemeinsamen Verband gründen wollen. Dieser neue Rat solle am 21. Februar erstmals zusammentreten. Der melkitische Patriarch hat sich in Kairo auch mit dem Scheich der muslimischen Universität al-Azhar, Ahmed el-Tayeb, getroffen. Dabei lobte er drei neue Veröffentlichungen der Uni, die als wichtigste Autorität im sunnitischen Islam gilt. In den Texten werde u.a. erwähnt, dass Ägypten ein muslimisches und christliches Land sei, sowie die Bedeutung von Glaubens- und Meinungsfreiheit betont. Ein weiteres Gespräch führte Patriarch Gregorios mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Dabei sprach er sich für einen regionalen islamisch-christlichen Gipfel aus. Seine Idee sei es, einen ständigen Rat von Vertretern beider Religionen einzurichten, der eng mit der Arabischen Liga zusammenarbeite. (apic) (NL Radio Vatikan, 29.01.2012).
13.01.2012 Naher Osten: Bischofstreffen zu Ende gegangen
In Jerusalem ist am Donnerstag das 13. Internationale Bischofstreffen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land zu Ende gegangen. Vom 8. bis 12. Januar haben Bischöfe und Fachleute aus zehn Ländern Europas, Nordamerikas und Südafrikas über die aktuellen Entwicklungen in der Region und die Lage der Christen im Nahen Osten beraten. Eingeladen hatte sie der Präsident der katholischen Bischofskonferenz im Heiligen Land, der Lateinische Patriarch Fouad Twal; Leiter der deutschen Delegation war der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Bei Begegnungen mit katholischen Gemeinden vor Ort bekundeten die Bischöfe ihre Solidarität mit der in schwieriger Situation lebenden christlichen Bevölkerung. Besondere Aufmerksamkeit fand ein Besuch bei der kleinen katholischen Gemeinde in Gaza. Die Messfeier, an der etwa 250 Christen teilnahmen, wurde als starkes Signal weltkirchlicher Solidarität wahrgenommen. Die im Gaza-Streifen regierende Hamas respektiert zwar die dort lebenden Christen, die Islamisierung des Alltags, ablesbar zum Beispiel an der Verschleierung der Frauen in der Öffentlichkeit, lässt die Christen jedoch immer mehr zu Außenseitern der Gesellschaft werden. (pm/dbk) (NL Radio Vatikan, 13.01.2012).
21.12.2011 Irak:
In den vergangenen neun Jahren sind mehr Christen aus dem Irak ausgewandert als in den letzten 200 Jahren zusammen. Darauf macht der chaldäische Weihbischof von Bagdad, Shlemon Warduni, in einem Interview aufmerksam. Heute, neun Jahre nach dem Eingreifen der US-amerikanischen Armee und den folgenden Entwicklungen, lebten vielleicht noch eine halbe Million Christen im Irak. Enttäuscht zeigte sich der Weihbischof vom nun erfolgten Abzug der US-amerikanischen Truppen, die ihrem Auftrag, Frieden zu stiften, nicht nachgekommen seien. „Das internationale Recht besagt, dass Besatzer in den jeweiligen Nationen für Frieden sorgen müssen. Das ist im Irak nicht geschehen.“ (tempi.it) (NL Radio Vatikan, 2ß.12.2011).
17.12.2011 Syrien:
Die drei katholischen Patriarchen in Syrien zeigen sich tief beunruhigt über die anhaltende Gewalt in ihrem Land. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sie von „tiefem Schmerz über das, was vorgefallen ist, Trauer um die getöteten Opfer und Angst vor einer Eskalation der wirtschaftlichen Lage“. Die Patriarchen rufen zur Versöhnung der Syrer untereinander auf und warnen vor einer ausländischen Intervention im Land. Sie fordern den Westen auch zu einem Ende der Sanktionen auf gegen Syrien auf. Ihre Erklärung „ermutigt zu Reformen“, erinnert die Regierung aber „an den nötigen Respekt vor den Prinzipien der Gerechtigkeit, Freiheit, Menschenwürde und der sozialen Gerechtigkeit“. (rv) (NL Radio Vatikan, 17.12.2011).
01.12.2011 Damaskus: Der griechisch-katholische melkitische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham, plädiert dafür, dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad eine „zweite Chance“ zu geben. In Syrien fehle eine wirkliche inhaltliche und personelle Alternative, sagte Gregorios III. der in Würzburg erscheinenden „Tagespost“ vom Donnerstag. Die Popularität des Präsidenten sei immer noch sehr groß. Viele Menschen sähen den Bedarf für Reformen, aber sie dächten auch, es gehe besser mit Assad als ohne ihn: „Zumal man nicht weiß, was nach ihm kommen soll.“ Bei einem Sturz Assads würde Gregorios III. nicht unbedingt eine schlechtere Lage für die Christen befürchten. Diese könnten sich in Syrien grundsätzlich nicht beklagen: In keinem überwiegend islamischen Land gebe es eine so große Freiheit für religiöse Minderheiten wie in Syrien. (kna) (NL Radio Vatikan, 01.12.2011).
15.11.2011 Irak:
Mehr kirchliche Solidarität mit den Christen im Irak fordert der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako. Zugleich übte er scharfe politische Kritik am Westen, der sich zu wenig für demokratische Strukturen stark mache. Erzbischof Sako äußerte sich im Gespräch mit der österreichischen Presseagentur Kathpress am Rande des dritten „Colloquium Syriacum“ der Stiftung „Pro Oriente“, das in diesen Tagen in Wien stattfand. Sako appellierte einmal mehr an die Vertreter der Kirchen, den Irak zu besuchen und durch ihre Präsenz den Menschen vor Ort Hoffnung zu schenken. Der Exodus der Christen aus dem Irak gehe nach wie vor weiter, warnte Erzbischof Sako. Es seien wohl kaum noch viel mehr als 400.000 Christen im Land, einst seien es bis zu einer Million gewesen. (kap) (NL Radio Vatikan, 15.11.2011).
29.10.2011 Jordanien:
Die Bischöfe des Heiligen Landes wollen eine Kommission für den Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften schaffen. Das ist das Ergebnis ihrer zweitägigen Vollversammlung in Amman. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand nach Angaben des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem von Freitag der Dialog mit dem Judentum und dem Islam. An dem Treffen nahmen die Bischöfe der verschiedenen katholischen Riten in Israel, Jordanien und den Palästinensergebieten teil. Für Israel werden der Bischof von Nazareth, Patriarchalvikar Giacinto-Boulos Marcuzzo, sowie der melkitisch-katholische Erzbischof von Akko, Elias Chacour, für den Kontakt zu Juden und Muslimen zuständig sein. Der Dialog mit den Muslimen in den Palästinensergebieten fällt nach Beschluss der Bischöfe in die Zuständigkeit des Jerusalemer Weihbischofs William Schomali, während der melkitische Erzbischof von Petra, Yasser Ayyash, und der römisch-katholische Bischof von Amman, Selim Sayegh, mit den christlich-muslimischen Beziehungen in Jordanien betraut werden. Ebenfalls auf der Tagesordnung des zweitägigen Treffens standen die christliche Bildung und das Schulwesen im Heiligen Land. (kna) (NL Radio Vatikan, 29.10.2011).
12.10.2011 Brooklyn: Offener Brief an Präsident Obama
Verweigertes Treffen mit dem maronitischen Patriarchen Bechara Peter Rai
Am 30. September veröffentlichte der Bischof der Eparchie des hl. Maron von Brooklyn, Gregory Mansour, einen offenen Brief an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama, in dem er die Zurückweisung des Patriarchen Bechara Peter Rai seitens der amerikanischen Regierung kritisiert. - -
Sehr geehrter Herr Präsident,
ich bin außerordentlich enttäuscht über die Zurückweisung des Patriarchen Bechara Peter Rai, der die katholische Führungspersönlichkeit der Maroniten weltweit und einer der respektiertesten christlichen Führungspersönlichkeiten des Libanon und des Mittleren Ostens ist. Das Motto auf seinem Wappen reflektiert seine Persönlichkeit und ruft zur „Einheit und Liebe“ auf. Er hat versucht, etwas zu erreichen, was kein anderer politischer oder religiöser Amtsträger bisher erreicht hat: anderen mit Respekt und Liebe zu begegnen, sich auf keine Seite zu stellen und Brücken zu einer Zukunft zu bauen, die hoffentlich zu Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen im Mittleren Osten führen wird. -
Muslimische und christliche Gruppen haben in ihm einen wahren Vater gefunden, einen Patriarchen. Weil er offen über seine Sorge um die Christen im Mittleren Osten gesprochen hat, wurde er von Ihnen und Ihrer Administration zurückgewiesen. Es ist reine Heuchelei für eine Führungspersönlichkeit der freien Welt, ein Treffen mit Patriarch Rai zu verweigern, vor allem, wenn der Premierminister von Israel Teile des Friedensplanes völlig außer Acht lassen kann, ihm aber ein herzliches Willkommen bereitet wird, und der König von Saudi Arabien, wo die Christen keinerlei Freiheit haben, mit den höchsten Ehren empfangen werden kann. Herr Präsident, Sie ignorieren die Not der Christen im Mittleren Osten! -
Patriarch Rais Warnung bezüglich der Zukunft der Christen in Syrien ist nicht gegenstandslos. Christen befinden sich in gleicher Weise in Gefahr wie die Christen, die vor einigen Jahren im Irak lebten, als zwei Drittel von ihnen aus dem Lande geflohen und bis zu heutigen Tag nicht geschützt sind.
Zu sagen, dass der Patriarch Diktatoren unterstützt und sich auf die Seite von Terroristen schlägt, ist reiner Unsinn. Mit seinem einzigartigen Charisma hat sich Patriarch Rai an alle Libanesen gerichtet, mit denen er Seite an Seite leben muss. Es ist ein schönes soziales Engagement, das ihn als Einzigen auszeichnet und mit dem sich niemand messen kann. Er spricht mit Liebe und beschwichtigt die spaltenden, hasserfüllten Reden vieler. Er schenkt Hoffnung.
Im Mittleren Osten dämmert ein neuer Tag. Der arabische Frühling spielt sich mit der Vision eines Sommers ab, der auf ihn folgen wird. Herr Präsident, Sie müssen mit Patriarch Rai nicht in allem übereinstimmen, aber es ist nicht nötig, ihn zu meiden oder zurückzuweisen. Wenn Sie dies tun, dann zeigen Sie Ihren fehlenden Respekt für ihn und für alle Christen des Mittleren Ostens.
+ Gregory J. Mansour
Bischof der Eparchie des hl. Maron von Brooklyn.
[ZENIT-Übersetzung des englischen Originals] (Zenit.org, 12.10.2011).
05.07.2011 Ukraine:
Das kürzlich gewählte neue Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew, hat Papst Benedikt XVI. in sein Land eingeladen.

Bereits am 26. Juni teilte Schewtschuk das in Lemberg vor 40.000 Menschen bei einem Gedenkgottesdienst zum zehnten Jahrestag des Ukraine-Besuchs von Papst Johannes Paul II. mit. Die Messe fand vor der Kirche der Geburt der Gottesmutter statt. Dort hatte Johannes Paul II. 2001 einen Gottesdienst gefeiert. Schewtschuk hatte sich wenige Tage zuvor in Lemberg auch bereit erklärt, eine Begegnung von Benedikt XVI. und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. vorzubereiten. Seine Kirche verstehe sich als Brücke zwischen den katholischen und orthodoxen Kirchen. Sie wolle ein „vollwertiges Mitglied“ des katholisch-orthodoxen Dialogs werden, so der 41-jährige Großerzbischof. Das Verhältnis beider Konfessionen ist unter anderem durch einen Streit um Kirchenbauten belastet. Dieser Konflikt gilt als wichtiger Stolperstein für eine Begegnung von Benedikt XVI. und Kyrill I. Benedikt XVI. ernannte Schewtschuk im Juni zum Mitglied der Kongregation der Ostkirchen. (kna) (NL Radio Vatikan, 05.07.2011).
03.04.2011 Neu Delhi: Kardinal Vithayathil, Großerzbischof der syro-malabarischen Kirche verstorben
Der Großerzbischof der mit Rom unierten syro-malabarischen Kirche Indiens, Varkey Kardinal Vithayathil ist gestern in Kerala verstorben. Kardinal Oswald Gracias, der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz, bezeichnete den Verstorbenen als “mutigen Führer”, der in einem “intensiven Gebetsleben wurzelte”.
Kardinal Varkey Vithayathil wurde am 29. Mai 1927 als zweites von acht Kindern in Parur geboren. Er stammte aus einer Jursitenfamilie. Sein Vater war Richter am Obersten Gerichtshof. Der Kardinal, mit scharfem Verstand ausgestattet, promovierte in Kirchenrecht. Er trat dem Redemptoristenorden bei und wurde am 12. Juni 1954 zum Priester geweiht. In Rom konnte er seine Studien abschließen. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1990 zum Apostolischen Administrator der Benediktinerabtei Arsivanna in Bengalore. 1997 empfing er auf Wunsch des Papstes die Bischofsweihe. 1999 ernannte ihn dieser zum Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly des syro-malabarischen Ritus. 2001 folgte seine Erhebung in den Kardinalsrang. 2005 nahm er am Konklave teil, das Benedikt XVI. zum Nachfolger des Apostels Petrus wählte.
Kardinal Vithayathil war Vorgänger von Kardinal Gracias als Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz. Er erhob mutig seine Stimme für die Religionsfreiheit und gegen die Verfolgung der Christen. Er erinnerte die Priester immer neu daran, das Evangelium zu verkünden, den Gläubigen zur Stärkung, den Ungläubigen zur Bekehrung.
Der Großerzbischof war ein entschiedener Verteidiger des Lebens. In einem Hirtenbrief wandte er sich entschlossen gegen den Egoismus und den Drang zum leichten Leben, der in vielen Paaren über die Kinderfrage entscheide.
Seine Beerdigung, so Kardinal Gracias, wird ein Tag des Gebets und des Dankes der ganzen indischen Kirche. (Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews) (Katholisches.info, 03.04.2011).
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Pressekonferenz am 29.03.2011: Der neue Großerzbischof der Griechisch-Katholischen Kirche in der Ukraine, Patriarch Swjatoslaw I., will eine strategische Allianz bilden mit allen drei orthodoxen Kirchen in der Ukraine:
30.03.2011 UGCC [=Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche. GH] will build 'strategic alliance' in its relations with Ukrainian Orthodox churches
During his first press conference today at UNIAN information agency, Patriarch Sviatoslav shared his vision of the relations between the Ukrainian Greek Catholic Church and the Ukrainian Orthodox Church-Moscow Patriarchate, the Ukrainian Orthodox Church-Kyivan Patriarchate and the Ukrainian Autocephalous Orthodox Church. He calls it, above all, a constructive dialogue, cooperation and coexistence in an alliance to defend traditional Christian values. It is not about merging.
“Our policy, that is our way of communicating with them, will progress toward a constructive dialogue and cooperation. I would like to share with you my most recent ideas and impressions.
"Right before our synod, I attended an international conference of the very important charitable organization Church in Need in Germany. I was invited to serve a celebratory liturgy according to our rite. Right after the liturgy, a roundtable was held with the participation of the prefect of the Papal Council for Promoting Christian Unity, Cardinal Koch, as well as with the head of the Department of External Church Relations of the Moscow Patriarchate, Metropolitan Ilarion Alfeiev.
"It was a very interesting roundtable where the necessity of a strategic alliance between the Russian Orthodox Church and the Catholic Church was voiced. Obviously, we feel a part of such a strategic alliance. But in what sense? Metropolitan Ilarion explained that it is not about merging or subordinating to someone. 'Strategic alliance' is rather a military term. What does it mean? That we today should jointly defend traditional Christian values.
"Let me quote the Metropolitan Аlfeiev: 'We do not have to struggle against Islam in Europe. But we must struggle for the strength of Christianity. We do not intend to oppose abortions, but we intend to struggle for human life. We do not so much want to struggle against a distorted view on Christianity as for the traditional Christian Evangelical values, which have been brought by the Church of Christ to the modern human since the times of the Apostles. You know, I personally and our whole Church feel very comfortable in such a 'strategic alliance.'
"Moreover, in his greeting address to me, His Beatitude Volodymyr calls me to do just that, to build the Ukrainian society together on the basis of Christian values that are held sacred by our churches in their traditions,” said the head of the UGCC.
Posted by A Komar at 7:35 AM (risu.org.ua, 20.03.2011).
29.03.2011 Ukraine:
Die griechisch-katholische Kirche solle ein Patriarchat werden. Das wünscht sich das neue Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Swjatoslav Schewtschuk.
Er strebe wie schon seine Vorgänger langfristig die Aufwertung des Großerzbistums Kiew-Halytsch zu einem eigenen Patriarchat an. Über diese Frage werde er auch mit Papst Benedikt XVI. sprechen, kündigte Schewtschuk am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der ukrainischen Hauptstadt an. Schewtschuk betonte zugleich, seine Kirche wolle mit der Orthodoxie gut zusammenarbeiten. Die mit Rom verbundene Kirche macht sich seit langem Hoffnungen auf eine Aufwertung zum Patriarchat durch den Vatikan. Der Schritt würde aber nach Ansicht von Beobachtern die Beziehungen zwischen Rom und dem russisch-orthodoxen Patriarchat in Moskau belasten. Darum hatten sich schon Papst Paul VI. und Johannes Paul II. nicht dazu entschließen können [ja leider und sinnloserweise!! GH]. (kna) (NL Radio Vatikan, 29.03.2011).
25.3.2011 Benedikt XVI. gewährt dem neu gewählten maronitischen Patriarchen von Antiochien die „kirchliche Gemeinschaft“. Das teilte das vatikanische Presseamt am Freitag mit. Bechara Rai wird somit offiziell Oberhaupt der Maroniten. Weil die Maroniten eine eigenständige mit Rom verbundene Kirche bilden, bedarf ihr neues Oberhaupt keiner offiziellen „Bestätigung“ oder „Anerkennung“ durch den Papst. In einem Brief an Rai entrichtete Benedikt XVI. ihn seine Glückwünsche zu dessen Amtsantritt. Rai war am 15. März von einer Bischofssynode am Sitz des Patriarchats im libanesischen Bkerke zum 77. Oberhaupt der orientalischen Kirche gewählt worden. Der bisherige Patriarch Nasrallah Sfeir hatte das Amt aus Altersgründen abgegeben. (rv/kipa) (NL Radio Vatikan, 25.03.2011).
25.03.2011 Vatikan/Ukraine:
Der 40-jährige Bischof Swjatoslav Schewtschuk ist neues Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Papst Benedikt XVI. hat die Wahl an diesem Freitag bestätigt. Schewtschuk war bisher Apostolischer Administrator einer argentinischen Diözese. Er wurde am Donnerstag von der Synode in Lviv (Lemberg) gewählt. Der aus der Westukraine stammende Schewtschuk wurde 1994 zum Priester und 2009 zum Bischof geweiht. Von 2002 bis 2005 unterstützte er das bisherige Kirchenoberhaupt, Kardinal Lubomyr Husar, als Sekretär. Danach leitete er für eineinhalb Jahre das Priesterseminar in Lviv. Die Inthronisierungsfeier für das neue Oberhaupt findet Kirchenangaben zufolge am Sonntag in der noch im Bau befindlichen Kiewer Kathedrale statt. Der Kirchenvorsitz ist mit der Leitung des Erzbistums Kiew verbunden. Der 2001 eigentlich auf Lebenszeit gewählte Großerzbischof Lubomyr Husar hatte Anfang Februar aus Gesundheitsgründen sein Amt mit Zustimmung von Benedikt XVI. aufgegeben. (rv/kipa) (NL Radio Vatikan, 25.03.2011).
15.03.2011 Libanon:
Die größte katholische Ortskirche im Nahen Osten hat einen neuen Patriarchen: Bischof Béchara Raï ist im Libanon zum neuen maronitischen Patriarchen von Antiochien gewählt worden. Der bisherige Bischof von Jubeil tritt in diesem Amt an die Stelle von Kardinal Nasrallah Boutros Sfeir, der ein Vierteljahrhundert lang Patriarch gewesen war. Raï ist 71 Jahre alt und war von 1967 bis 1975 auch Leiter des arabischen Programms von Radio Vatikan in Rom. Als Patriarch wird er in Bkerke in der Nähe von Jounieh residieren. Raï wird der 77. Patriarch der maronitischen Kirche und damit verantwortlich für gut drei Millionen Gläubige, davon je ein Drittel im Libanon und im lateinamerikanischen Exil. Die Wahlversammlung im Patriarchenpalast von Bkerke war am vergangenen Mittwoch zusammengetreten. Der neue Patriarch muss nun noch von Papst Benedikt XVI. bestätigt werden. (rv/presse) (NL Radio Vatikan, 15.03.2011).
10.03.2011 Libanon:
Am Aschermittwoch hat im Libanon das Konklave zur Wahl eines neuen maronitischen Patriarchen begonnen. Die Bischöfe entscheiden über die Nachfolge des bisherigen Oberhaupts Nasrallah Boutros Sfeir, der Ende Februar mit fast 91 Jahren zurückgetreten war. Zu der Versammlung im Patriarchatssitz Bkerke unweit der libanesischen Hauptstadt Beirut sind 40 Bischöfe versammelt, die der mit Rom verbundenen maronitischen Kirche angehören. Als Favorit für das Amt gilt der Erzbischof von Beirut, Boulos Matar. Der 70-Jährige, der an der Pariser Sorbonne einen Doktortitel in Philosophie erwarb, leitet das Hauptstadtbistum seit 1996. Chancen geben kirchliche Beobachter laut libanesischen Medien auch Kurienbischof Antoine Andari, dem 61-jährigen Patriarchalvikar. Sfeir war 1986 aus der gleichen Position zum Patriarchen gewählt worden. Die Kurie in Rom habe keinen Vorzugskandidaten signalisiert, schreibt die libanesische Zeitung „The Daily Star“ unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle aus hohen Kirchenkreisen. Es gebe aber den Wunsch nach einem Amtsinhaber, der das Patriarchat modernisiere und mit klareren Strukturen ausstatte. (kipa/rv) (NL Radio Vatikan, 10.03.2011).
01.03.2011 Vatikan/Irak:
Der bisherige Kanzler der syrisch-katholischen Kirchenleitung in den USA, Yousif Abba ist neuer Erzbischof von Bagdad. Papst Benedikt XVI. gab am Dienstag offiziell seine Zustimmung zur Wahl, die die Synode der mit Rom unierten Ostkirche bei ihrer letzten Zusammenkunft getroffen hatte. Weiters bestätigte der Papst die Synoden-Wahl von Boutros Moshe, der künftig das syrisch-katholische Erzbistum Mosul leiten wird. Das syrisch-katholische Patriarchat von Antiochien hat seinen Sitz in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Der Großteil der syrisch-katholischen Gläubigen lebt vatikanischen Angaben zufolge im Irak, nämlich 42.000. Weitere 26.000 sind es in Syrien und rund 55.000 in der Diaspora, vor allem in den USA und in Venezuela. (rv/kna) (NL Radio Vatikan, 01.03.2011).
27.02.2011 Libanon:
In Beirut endet in kirchlicher Hinsicht eine Epoche: Papst Benedikt hat an diesem Samstag den Rücktritt des maronitischen Patriarchen von Antiochien angenommen.
Der 90-jährige Kardinal Nasrallah Sfeir hatte seit April 1986 von Bkerke in einem Beiruter Vorort aus die Geschicke eines Großteils der libanesischen Christen gelenkt. In einem Brief an Sfeir erinnert der Papst daran, dass damals bei seinem Amtsantritt noch Bürkerkrieg im Libanon herrschte. „Ihr habt diese Kirche mit dem brennenden Wunsch nach Frieden für Euer Land geführt; der Frieden ist zurückgekommen, auch wenn er fragil bleibt“, schreibt Benedikt. Er hatte Kardinal Sfeir am Freitag in Audienz empfangen. (rv) (NL Radio Vatikan, 27.02.2011).
10.02.2011 Vatikan/Ukraine:
Papst
Benedikt XVI. hat an diesem Donnerstag den Rücktritt von
Kardinal Lubomir Husar als Großerzbischof von Kyiv-Halyč und Haupt der
griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine angenommen. – Husar: “Staatsführung verweigert Gespräch mit uns”
Papst Benedikt XVI. nahm das Rücktrittsersuchen des griechisch-katholischen Großerzbischofs von Lemberg-Kiew Ljubomyr Kardinal Husar an. Zum Ende seiner Regierungszeit zog der Kardinal eine Bilanz über die Situation in der Ukraine.
Der 77jährige Großerzbischof stand der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche der Ukraine vor. Der Regierung seines Landes machte der Kardinal zum Vorwurf, weiterhin die religiösen Minderheiten zu “ignorieren”.
Die Staatsführung “will nicht mit uns reden”, kritisierte Msgr. Husar die ukrainische Politik auf einer Pressekonferenz in Kiew. Ein ganzes Jahr lang habe sich weder der Staatspräsident noch irgendein Regierungsmitglied zu einem Gespräch bereitgefunden. “Das ist ein Problem, das mit Ruhe und ohne Vereinnahmungen gelöst werden muss”, so Kardinal Husar.
Dennoch hat die Ermahnung einen klaren Adressaten. Seit einem Jahr ist der orthodoxe und kremlnahe Viktor Yanukovich neuer Staatspräsident der Ukraine. “Viele klagen darüber”, so Kardinal Husar, “dass eine Kirche [sc. die russisch-orthodoxe, Anm. katholisches.info] bevorzugt wird und eine Reihe von Privilegien genießt, weil unser Staatspräsident ihr angehört.” Der Großerzbischof lobte zwar die Tatsache, dass das Land ein gläubiges Staatsoberhaupt habe, kritisierte aber den Druck, dem die Griechisch-Katholischen ausgesetzt seien. Der Geheimdienst übe Druck auf katholische Priester aus, um sie zur Zusammenarbeit zu bewegen. Ebenso gebe es erheblichen Druck auf Priester der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats. Deren Priester würden gedrängt, sich dem Moskauer Patriarchat zu unterstellen. “Die Tatsache, dass eine Kirche bevorzugt wird, ist keine Liebesgeste des Staates, sondern eine gefährliche Entwicklung für diese Kirche selbst. Nicht zuletzt, weil sie deren Glaubwürdigkeit in den Augen der Gläubigen unterminiere”, so Kardinal Husar.
Grund für die Rücktrittsbitte an den Papst sei sein Gesundheitszustand gewesen, so Husar. “Ich liege aber noch nicht im Grab”, fügte er scherzend hinzu. Er werde weiterhin “ganz” am Leben der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine mitwirken. “Ich werde vor allem für unsere Kirche beten und möchte gerne vor allem die Jugendlichen und die Arbeiter besuchen”, so der Großerzbischof.
Die vorläufige Leitung des Erzbistums liegt nun in den Händen des Erzbischofs von Lemberg, Msgr. Ihor Vozniak, der eine Synode der griechisch-orthodoxen Bischöfe der Ukraine einberufen wird. Die Synode wird einen neuen Großerzbischof wählen. Zum Abschluss der Pressekonferenz richtete Kardinal Husar einen Appell an die Kirche: “Nicht den laizistischen Versuchungen nachgeben und die Einheit und Heiligkeit der Kirche auf der ganzen Welt bewahren.” -
Msgr. Ljubomyr Husar führte die mit Rom unierten griechischen Katholiken der Ukraine seit 2001. Im Jahr 2005 verlegte er den Sitz des Großerzbischofs von Lemberg nach Kiew. Ein Schritt, der von orthodoxen Kreisen mit Misstrauen beobachtet wurde. Für das Patriarchat von Moskau und aller Reußen ist die Existenz der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche ein Streitpunkt mit der katholischen Kirche. Das Moskauer Patriarchat macht die Lösung zu einer Vorbedingung für ein Treffen zwischen dem Papst und dem Patriarchen. Um ein solches Treffen bemühte sich bereits der polnische Papst Johannes Paul II. vergebens. Die Beziehungen zwischen Rom und Moskau haben sich unter dem deutschen Papst Benedikt XVI. und Patriarch Kirill allerdings deutlich verbessert.
Der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine gehören mehr als fünf Millionen Gläubige an. Ihre Entstehung geht auf das Jahr 1596 zurück, als sich sechs orthodoxe Bischöfe der Ukraine entschieden, mit der katholischen Kirche eine Union einzugehen und sich durch die Kirchenunion von Brest Rom anschlossen. Unter der Führung des Erzbischofs von Lemberg und der Beibehaltung des byzantinischen Ritus löste sich dieser damals zu Polen gehörende Teil von der Orthodoxie. Die sich als griechisch-katholische Kirche konstituierenden Bistümer unterstanden damals allerdings nicht dem Moskauer Patriarchat, sondern dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. -
Der Großerzbischof von Lemberg-Kiew steht dieser unierten Kirche des byzantinischen Ritus vor. Seine Jurisdiktionsgewalt entspricht jener der Patriarchen der anderen mit Rom unierten Ostkirchen. (Asianews/Giuseppe Nardi) (Katholisches.info, 11.02.2011).
27.10.2010 Kiew/Odessa: Interreligiöse Demo gegen Diskriminierung der Unierten
(KAP) Juden, Muslime und Christen haben im ukrainischen Odessa gemeinsam gegen die Diskriminierung der dortigen Griechisch-Katholischen Kirche protestiert. Ihre Spitzenvertreter riefen die Stadtverwaltung auf, ihren Widerstand gegen die Errichtung einer neuen griechisch-katholischen Kirche aufzugeben. Wie lokale Medien weiter berichten, warnten sie in einem gemeinsamen Appell an den Bürgermeister von Odessa vor der "Verfolgung oder Diskriminierung" einer Religionsgemeinschaft.-
Die Verwaltung der mit einer Million Einwohnern drittgrößten ukrainischen Stadt wies bislang alle Anträge der mit Rom unierten Ostkirche auf Zuteilung eines Baugrunds ab. Damit entsprach sie dem Wunsch der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, der die meisten Bürger der Stadt angehören.-
Die Orthodoxen werfen den mit Rom unierten Christen [zu Unrecht] ein aggressives Expansionsstreben vor. Außerdem bezeichneten sie den Bau einer griechisch-katholischen Kirche in Odessa als ungerechtfertigt, weil es dafür zuwenig Gläubige gebe. Unter anderen hatte sich der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion [Alfeyev!], zum Widerstand gegen einen unierten Kirchenbau in Odessa bekannt.-
Dem Appell für den Bau einer griechisch-katholischen Kirche schlossen sich neben der römisch-katholischen Kirche unter anderem mehrere protestantische Kirchen, die progressive jüdische und die muslimische Gemeinde an. In dem Schreiben an den Bürgermeister kritisieren sie, dass den unierten Christen als einziger Glaubensgemeinschaft die Errichtung eines Gotteshauses verwehrt werde. Es gebe eine "Atmosphäre ungesunder Aggressionen".-
Den Medienberichten zufolge beteten Katholiken und Protestanten am Sonntag in ihren Gottesdiensten für die Erlaubnis zum Bau einer unierten Kirche. In der Region Odessa bekennen sich laut unabhängigen Schätzungen rund 10.000 Einwohner zur griechisch-katholischen Kirche.
Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Kardinal Lubomyr Husar, sieht durch die Stadtverwaltung von Odessa den Verfassungsgrundsatz der Gleichberechtigung der Religionsgemeinschaften verletzt. Dieser gelte, egal ob eine Religionsgemeinschaft zehn Millionen oder Tausend Mitglieder habe. (Kathweb.at, 26.10.2010). -- Anmerkung: Der Haupt-Hintertreiber ist ein Hardliner und Ökumenegegner, der orthodoxe Metropolit Agafangel Sawin von Odessa, der einen direkt gewählten Sitz im Stadtrat hat [GH].
16.10.2010 Vatikan: Patriarchen des Ostens wollen den Papst wählen – Sitz im Kardinalskollegium gefordert
Die derzeit in Rom tagende Sondersynode für den Nahen Osten versammelt neben den lateinischen Bischöfen dieser Weltgegend auch die Bischöfe der 23 Ostkirchen, die mit Rom uniert sind, sich also in voller Einheit mit der katholischen Kirche befinden, aber ihre eigenen Riten haben. Neben den zahlreichen existentiellen Problemen der oft kleinen christlichen Gemeinschaften in mehrheitlich islamischen Staaten, brachten die Patriarchen und Bischöfe auch Wünsche mit nach Rom, die sie in diesen Tagen dem Papst vortragen.
Bischof Vartan Waldir Boghossian, der Apostolische Exarch der armenisch-katholischen Kirche für Lateinamerika erhob die Forderung, dass die Patriarchen der katholischen Ostkirchen aufgrund ihrer Stellung als Väter und Oberhäupter von Kirchen sui iuris, die gemeinsam mit der lateinischen Kirche in der katholischen Kirche die Katholizität bilden, ipso facto Mitglieder des Kardinalskollegiums und damit im Konklave Wähler des Papstes sein sollten, ohne die Notwendigkeit, dafür den lateinischen Titel eines Kardinals verliehen zu bekommen. Aus demselben Grund sollten sie auch protokollarisch vor den Kardinälen rangieren.
Sollte Papst Benedikt XVI. diesem Wunsch entsprechen, bekämen die Patriarchen der unierten Kirchen des Ostens einen Rechtsanspruch auf einen Sitz im höchsten und exklusivsten Kreis der katholischen Kirche. Es wäre aber noch viel mehr: Es würde die zentrale Grundregel des Konklaves verändert. Seit einem Jahrtausend wählen ausschließlich Kardinäle den Papst. Diese wiederum werden einzig vom regierenden Papst kreiert, der in seiner Entscheidung völlig frei ist. Das exklusive päpstliche Berufungsrecht wird aber von einer Reihe von Opportunitäten eingeschränkt. Traditionell sind eine Reihe von Erzbischofssitzen mit der Kardinalswürde verbunden. Am Prinzip ändert dies aber nichts. Bisher gibt es im Kirchenrecht keine Form der Einschränkung bei der Ernennung von Kardinälen. Dies wäre in Zukunft der Fall, sollten die Patriarchen der katholischen Ostkirchen automatisch mit ihrer Wahl auch zu Mitgliedern des Kardinalskollegiums aufsteigen. Die Patriarchen werden innerhalb der jeweiligen Ostkirchen gewählt und vom Papst nurmehr bestätigt und damit anerkannt.
Weiter forderte Bischof Boghossian von Rom auch die Aufhebung der territorialen Jurisdiktion der Kirchen der orientalischen Riten. Innerhalb der katholischen Kirche ist lediglich die lateinische Kirche grenzenlos. Die Zuständigkeiten der Ostkirchen sind territorial umrissen. Exarch Boghossian unterstrich seine Forderung auch mit Blick auf die Ökumene: “Die vollständige Jurisdiktion über die eigenen Gläubigen auf allen Kontinenten wäre für die getrennten Brüder die konkrete Vorwegnahme der vollen Einheit.”
In dieselbe Richtung drängte der libanesische Bischof Guy-Paul Noujaim, der an Papst Johannes Paul II. erinnerte, der eine “neue Form” der Ausübung des päpstlichen Primats anregte, die die Mission der Kirche nicht beschädige und an den kirchlichen Formen des ersten Jahrtausends anknüpft, und so den östlichen Christen trotz ihrer rituellen Verschiedenheit erlaubt, sich vollkommen zu Hause zu fühlen. Die mit Rom unierten Kirchen des Ostens wünschen sich von Rom eine Stärkung der Communio. Konkret bedeutet das für sie, dass sie mehr Zuständigkeiten für ihre Patriarchen fordern und das Recht, den Papst wählen zu können. (Katholisches, 16.10.2010, und GH). [Wenn das alles so einfach wäre! Zuvor ist zu klären: was ist die "katholische" und was die "lateinische" bzw. "römische" Kirche? Wie bei den katholischen ("unierten") Ostkirchen, wählt auch die römische Kirche ihr Oberhaupt allein. Dieses ist der Bischof von Rom im Rang eines Patriarchen [des Westens]. Als solcher hat er nun einmal nach altkirchlicher Ordnung den Vorrang vor den anderen Patriarchen und ist das sichtbare Oberhaupt der gesamten katholischen Kirche (Amt des Papstes). Das müssen auch die anderen Patriarchen als verbindliche Regelung akzeptieren. Zur Mitsprache der östlichen Patriarchen im Sinne der communio müsste erst ein Gremium geschaffen werden, das oberhalb der römischen Kardinäle angesiedelt ist, zum Beispiel eine Ständige Synode der katholischen Kirchen-Oberhäupter als Organ einer erweiterten Pentarchie. Dies hätte aber nichts mit der Papstwahl zu tun und auch nichts mit einem Sitz im lateinischen(!) Kollegium der Kardinäle. Die größte praktische Schwierigkeit sehe ich in der übergroßen Unverhältnismäßigkeit des römischen zu den anderen Patriarchaten, wie sie sich nun einmal historisch entwickelt hat. - Bei der Anerkennung von Zuständigkeiten für die eigenen Gläubigen und Territorien besteht allerdings tatsächlich noch Nachholbedarf. - Was das Ganze dann im Rahmen der Ökumene mit den orthodoxen Kirchen bedeuten würde, das muss außerdem sehr wohl bedacht werden! [GH].
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NAHOST-SONDERSYNODE IM VATIKAN 10.-24.10.2010
Offizielle Texte und Dokumente
Zur Eröffnung der Versammlung am 11. Oktober hat S. H. Papst Benedikt XVI. eine sensationelle Rede,
ohne Manuskript, gehalten, in der er ohne falsche Rücksichten und mit
Bezugnahme auf Psalm 82 sowie Kap. 12 der Apokalypse die modernen
"Götter" unserer Zeit demaskiert, die die Menschen knechten und die Welt
dem Untergang weihen:
05.10.2010 Vatikan: Die Christen in Nahost haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aber auch enges Gruppendenken und das Beharren auf Eigenrechten machen ein gemeinsames Auftreten schwierig, sagt Paul Hinder, der Apostolische Vikar in Arabien. Dabei können der liturgische Reichtum und die Traditionsverbundenheit der orientalischen Kirchen der Weltkirche eine „heilsame Mahnung sein“, so der gebürtige Schweizer. Von dem bevorstehenden Treffen der Nahost-Bischöfe in Rom erhofft sich Hinder eine realistische Bestandsaufnahme und Inspiration für die weiteren Schritte vor Ort. (kipa) (NL Radio Vatikan, 05.10.2010).
01.10.2010 Beirut: Maronitischer Patriarch des Libanon warnt vor neuem Krieg – Christen fürchten weitere Schwächung
Im Libanon wächst die Spannung. Die Bischöfe des Landes bereiten sich auf die Reise nach Rom vor, um an der Synode für den Nahen Osten teilzunehmen, doch im Land wächst die Angst vor einem Krieg zwischen Sunniten und Schiiten. Der maronitische Patriarch des Libanon rief die internationale Staatengemeinschaft auf, die “wachsenden Spannungen” ernstzunehmen. Der Konflikt zwischen der sunnitischen Mehrheit und der schiitischen Hisbollah könne in einen neuen Bürgerkrieg münden, so das geistliche Oberhaupt der Christen. --
Der Libanon hatte Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine christliche Bevölkerungsmehrheit. Nach Jahrzehnten des Kriegs und Bürgerkriegs sind sie zu einer Minderheit geworden. Waren die Christen vor wenigen Jahrzehnten noch ein entscheidender politischer Faktor im Land, müssen sie immer mehr erdulden, was die verschiedenen islamischen Gruppen des Landes (Sunniten, Drusen und neuerdings vor allem Schiiten) entscheiden.
Die Mahnung der mit Rom unierten maronitischen Kirche fand Eingang in das Schlussdokument der unter dem Vorsitz von Patriarch Kardinal Nasrallah Sfeir tagenden Bischöfe des Libanon. “Die versammelten Bischöfe erörterten die Lage im Libanon. Sie sind außerordentlich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Landes, die drohen, sich in einen Krieg zu verwandeln.”
Die Gräben zwischen Sunniten und Schiiten vertiefen sich rund um den Sondergerichtshof für den Libanon (TSL) des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Der Gerichtshof soll unter anderem die 2005 erfolgte Ermordung des früheren Premierministers Rafik al-Hariri aufklären.
Während der designierte sunnitische Premierminister Saad Hariri, Sohn des Ermordeten, die Bedeutung des Gerichtshofes unterstreicht, “um das Blut des Märtyrers Hariri nicht zu vergessen”, wirft die schiitische Hisbollah dem Sondergerichtshof vor, “im Sold Israels” zu stehen. Die Hisbollah (Partei Gottes) fürchtet, vom Gerichtshof angeklagt zu werden, in den Mordfall Hariri verstrickt zu sein. Dergleichen wurde vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag nie geäußert. Allein die Möglichkeit lässt jedoch für das labile politische System des Libanon das Schlimmste befürchten. Der maronitische Parlamentsabgeordnete Sleiman Frangieh, ein persönlicher Freund des syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad, warnte vor einigen Tagen, dass eine Anklage gegen die Hisbollah den Krieg zwischen Sunniten und Schiiten im Libanon bedeuten werde. --
Der syrische Außenminister Walid Mouallem erklärte in einem Interview mit dem Wall Street Journal: “Wir sind überzeugt, dass eine Verurteilung der Hisbollah durch den Sondergerichtshof Ursache für Probleme im Libanon sein wird.”
Während in dem kriegsgeplagten Land erneut Krieg in der Luft liegt, bereiten sich die Bischöfe des Landes vor, im Vatikan an der Synode für den Nahen Osten teilzunehmen, die vom 10. bis 24. Oktober stattfinden wird.
Aus diplomatischen Kreisen ist zu erfahren, dass der Sondergerichtshof “noch vor dem Jahresende” die Anklageschrift hinterlegen werde. Politische Beobachter zeigen sich besorgt, ob der Frieden noch solange halten werde. Der Ausbruch von Gewalt würde das Ende der politischen Garantien durch Syrien und Saudi-Arabien bedeuten, die seit dem letzten Krieg eine Koexistenz der verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen im Libanon sicherstellten. Die Christen des Libanon fürchten, in einem Krieg zwischen die Fronten zu geraten und die eigentlichen Leidtragenden zu werden.
(Asianews/GN; http://www.katholisches.info/?p=9637).
28.09.2010 Kiew: Großerzbischof Kardinal Husar beklagt orthodoxe Kampagne gegen Kirchenbau.-
Ukrainische Orthodoxie und Moskauer Patriarchat riefen Stadtverwaltung von Odessa auf, den Bau einer griechisch-katholischen Kirche zu verbieten
(KAP) In der Ukraine sieht sich seit dem Machtwechsel zu Jahresbeginn die (unierte) griechisch-katholische Kirche verstärkt Repressionen ausgesetzt. Jüngster Konfliktpunkt sind die Pläne zur Errichtung einer neuen Kirche in Odessa, gegen die sich die örtliche moskautreue orthodoxe Diözese mit Unterstützung von kommunalen Behörden und Moskauer Patriarchat querlegt. Das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, der Kiewer Großerzbischof Kardinal Lubomyr Husar, sieht deshalb den Grundsatz der Gleichberechtigung der Religionsgemeinschaften durch die staatlichen Organe verletzt.
"Es scheint, als ob nur ein Glaubensbekenntnis Rechte besitzt, die anderen aber nicht", so Husar im Pressedienst seiner Kirche: "Hier geht es nicht nur um die griechisch-katholischen Christen. Es geht darum, dass alle religiösen Organisationen und Kirchen in der Ukraine gleichberechtigt sein sollten." Wenige Tage zuvor hatten sich Vertreter der Unierten an den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch mit der Bitte um Hilfe gewandt.
Die Beschwerde galt einem publizierten Aufruf von Vertretern der orthodoxen Kirche - gemeinsam mit dem Moskauer Patriarchat - an staatliche Behörden, den Bau der griechisch-katholischen Kirche in Odessa zu verbieten. Dazu Husar: "In Odessa haben wir griechisch-katholische Christen, die eine Kirche brauchen, und sie haben sicher ein Recht darauf."
10.000 Unierte allein in Odessa
Laut einer Umfrage vom März 2010, die das "Horschenina"-Institut gemeinsam mit dem Kiewer Internationalen Institut für Soziologie durchführte, bekennen sich allein in Odessa 10.000 Einwohner zur griechisch-katholischen Kirche. Seit 18 Jahren bemühe man sich bereits um ein Grundstück für eine Kirche in Odessa, erinnert der Patriarch.
"Wir haben nichts gegen das Moskauer Patriarchat oder die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, die diesem Patriarchat angehört. Wir haben nichts gegen andere. Wir stehen dafür ein, dass alle anerkannten, registrierten und in der Ukraine vertretenen religiösen Organisationen über die gleichen Rechte verfügen dürfen", unterstrich das Oberhaupt der griechischen Katholiken.
Der Leiter des griechisch-katholischen Ökumene-Komitees in Kiew, Ihor Shaban, hob die Doppelgleisigkeit des Agierens der moskau-orientierten Orthodoxie hervor. Es sei "bemerkenswert", dass die Agitation und Medienkampagne gegen die griechisch-katholische Kirche zeitlich mit der Tagung der Internationalen ökumenischen theologischen Kommission für den orthodox-katholischen Dialog in Wien, "die doch gerade den Dialog und den gegenseitigen Respekt fördern sollte", zusammengefallen sei. (Kathweb Nachrichten, 28.09.2010).
10.08.2010 Die Nahost-Sondersynode im Vatikan kann etwas bewirken, „wenn die Kirchen wieder einiger untereinander werden“. Das meint der Patriarch der katholischen Kopten, Antonios Naguib von Alexandria, im Gespräch mit der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Leider sei in den Ländern des Nahen Ostens das Interesse an der Bischofssynode, die im Oktober in Rom stattfindet, nur gering: „Die Massenmedien hier ignorieren vollkommen dieses für uns wesentliche Ereignis“. Es sei darum auch schwer, den „wenigen, verstreuten Katholiken in der Region ihren Sinn verständlich zu machen“. Die Menschen müssten verstehen, dass es auf der Synode um sie und ihr Schicksal gehe. (or) (NL Radio Vatikan, 10.08.2010).
06.06.2010 Papst Benedikt XVI.: „Maroniten, bleibt eurem Erbe treu!“
Letzter Programmpunkt der dreitätigen Apostolischen Reise nach Zypern war am Sonntagnachmittag ein kurzer Besuch in der maronitischen Kathedrale von Nikosia. Benedikt XVI. würdigte hier besonders die Maroniten, die die größte katholische Ostkirche [westsyrischer Tradition von Antiochien] im Nahen Osten bilden und seit Jahrhunderten in beständiger Einheit mit dem Papst von Rom stehen.
Der maronitische Patriarch, Kardinal Nasrallah Sfeir (90), dankte dem Papst und betete ein Bußgebet der syrischen Liturgietradition. In seiner Ansprache sagte der Papst, die Maroniten hätten oft in der Geschichte Schwierigkeiten gehabt, ihrem besonderen christlichen Erbe treu zu bleiben. Dennoch seien sie dem Glauben ihrer Väter treu geblieben. Eindringlich bat er die Gläubigen, dieses Erbe in Ehren zu halten. (NL Radio Vatikan, 06.06.2010).
25.01.2010 Irak:
Der chaldäische Weihbischof von Bagdad, Shlemon Warduni, hat zu einer Fastenaktion aufgerufen. Unter dem Titel „Fasten wie in Ninive“ soll an die Bekehrung der Stadt Ninive zur Zeit des Propheten Jona erinnert werden. Gleichzeitig sei das Fasten „eine Buße für das ganze Land“, erläuterte der Bischof gegenüber der Nachrichtenagentur sir. Neben dem Verzicht auf Speisen werde man für Frieden, Sicherheit und Stabilität im eigenen Land und auf der ganzen Welt beten. Auch sei das gemeinsame Fasten eine Vorbereitung auf die Synode für den Nahen Osten im Oktober. Sie sei ein bedeutendes Moment für die Kirchen in der von politischen, religiösen und sozialen Schwierigkeiten gebeutelten Region. (sir) (NL Radio Vatikan, 25.01.2010).
13.11.2009 Irak:
Emil Schimun Nona ist neuer Erzbischof der chaldäischen Kirche im nordirakischen Mossul. Papst Benedikt XVI. hat der Wahl des 42-jährigen Geistlichen durch die Synode der irakischen Bischöfe zugestimmt. Das gab der Vatikan an diesem Freitag bekannt. Die Christen in Mossul hätten die Nachricht mit „großer Freude“ aufgenommen, berichtet der kirchliche Pressedienst asianews. Der neue Erzbischof erfülle das Erzbistum „wieder mit Hoffnung“, berichten Kirchenvertreter. - Nonas Vorgänger Paul Faraj Rahho war am 29. Februar 2008 verschleppt und nach zweiwöchiger Geiselhaft ermordet worden. Seither war der Bischofsstuhl vakant. Ein irakisches Gericht verurteilte im Mai 2008 einen angeblich in die Entführung verstrickten El-Kaida-Mann zum Tod. Nona stammt aus der Nähe von Mossul. Nach der Priesterweihe 1991 in Bagdad wirkte er als Seelsorger in seinem Heimatort. Von 2000 bis 2005 studierte Nona an der päpstlichen Lateran-Universität in Rom. Derzeit unterrichtet er Anthropologie im kirchlichen „Babel College“ in Bagdad. (rv/asianews/kna) (NL Radio Vatikan, 13.11.2009).
01.11.2009 Ukraine:
Großerzbischof Kardinal Lubomyr Husar erwägt aus Altersgründen den Rücktritt als Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Es sei besser, die Leitung der mit Rom unierten Kirche bereits zu Lebzeiten abzugeben, sagte der 76-jährige der ukrainischen Wochenzeitung „Zerkalo Nedeli“ am Wochenende. Er wolle nicht „bis zum letzten Augenblick“ im Amt bleiben. Einen Zeitpunkt für einen möglichen Rücktritt nannte das auf Lebenszeit gewählte Kirchenoberhaupt nicht. Ein Nachfolger werde bereits gesucht, so der Großerzbischof von Kiew-Halyc. Husar dementierte allerdings, dass er dem Papst schon seinen Rücktritt angeboten habe. Er unterstrich, zur Aufgabe des Bischofsamtes sei er nicht verpflichtet. - Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine zählt rund fünf Millionen Mitglieder. Wie andere katholische Ostkirchen genießt sie weitgehende Eigenständigkeit. Die Bischofssynode der Kirche wählt nicht nur ihr Oberhaupt, den Großerzbischof, sondern auch die Bischöfe der Eparchien [Bistümer]; der Papst erteilt der Wahl anschließend seine Zustimmung. Die Leitung der Kirche ist seit 2005 an das Amt des Großerzbischofs von Kiew-Halyc gekoppelt. Husar steht den unierten Ukrainern seit Januar 2001 vor. Nur einen Monat später erhielt er die Kardinalswürde. 2005 verlegte er den Hauptsitz vom westukrainischen Lviv (Lemberg) in die Hauptstadt Kiev. (kna) (NL Radio Vatikan, 01.11.2009).
30.07.2009: Zur Zerstörung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine unter den Sowjets: siehe unter "Aktuelles".
01.05.2009 Irak: In Anwesenheit von 18 chaldäischen Bischöfen und vielen Priestern hat im Norden des Landes die Synode der chaldäisch-katholischen Kirche begonnen.
Neben Gebet und Meditation bietet das Treffen Gelegenheit zum Austausch in einem schwierigen Moment für die Kirche und die gesamte Bevölkerung des Landes. Diskutiert wird u.a. die Gefahr einer möglichen Dreiteilung des Landes in einen kurdischen, einen schiitischen und einen sunnitischen Teil. Weitere Themen sind die massenweise Auswanderung bzw. Flucht von Christen sowie die Sicherheitslage. (fides/adnkronos) (NL Radio Vatikan, 01.05.2009).
27.04.2009 Irak:
Im Seminar von Ankawa beginnt am Dienstag die Synode der chaldäisch-katholischen Kirche. Diese ist die größte christliche Gemeinschaft im Irak. Im Mittelpunkt der Arbeiten soll die Situation der Kirche und des irakischen Volkes stehen. Zu den Arbeiten werden 15 Bischöfe erwartet. Die Synode dauert voraussichtlich bis Ende Mai. Die Eröffnung der Synode fällt mit einer neuen Welle der Gewalt zusammen. Diese richtet sich auch gegen Christen. Vergangenen Sonntag sind in Kirkuk zwei chaldäische Frauen und ein syrisch-orthodoxer Gläubiger getötet worden. Außerdem gab es zahlreiche Verletzte. „Feige, terroristische Verbrechen“ nannte der Bischof von Kirkuk, Louis Sako, diesen Anschlag. Der Weihbischof von B agdad, Shlemon Warduni, spricht von einem Widerstreiten vieler gegenläufiger Interessen im Irak. Auch die Ausländer, die in das Land kommen, tragen zur Unruhe bei und machen die Situation nicht einfacher, sagt Warduni. Die internationalen Kräfte seien nicht in der Lage, sich über eine Lösung der Probleme im Irak zu einigen. So bleibe der Irak weiterhin ein gemartertes Land. (asca)(NL Radio Vatikan, 27.04.2009).
26.02.2009 Libanon:
Der armenisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I., und der syrisch-katholische Patriarch Mar Ignatius Joseph III. haben sich für die ökumenische Zusammenarbeit ihrer Kirchen ausgesprochen. Das betonten sie bei einem Treffen in Beirut, dem Amtssitz des neugewählten Patriarchen Mar Ignatius Joseph III. Die Präsenz der Christen im Nahen Osten müsse gestärkt werden, betonten die beiden Patriarchen. Sie erinnerten darüber hinaus an die Gemeinsamkeiten der orientalischen Christen in der Emigration, vor allem in den Vereinigten Staaten, Kanada und Brasilien. Mit Blick auf den Besuch von Aram I. bei Papst Benedikt XVI. im November 2008 äußerte Mar Ignatius Joseph III. weiterhin die Hoffnung auf eine Stärkung der Beziehungen zwischen armenischer und katholischer Kirche. (kap) (NL Radio Vatikan, 26.02.2009).
06.02.2009 Israel:
Der frühere griechisch-katholische (melkitische) Erzbischof von Jerusalem, Hilarion Capucci, ist in sein Geburtsland Syrien abgeschoben worden. Das meldet die israelische Presse am Freitag. Die Armee hatte den 86-Jährigen am Donnerstag an Bord eines Schiffes festgenommen, mit dem Menschenrechtsaktivisten trotz der israelischen Seeblockade Hilfsmaterial in den Gazastreifen bringen wollten. (kna/ansa) (NL Radio Vatikan, 06.02.2009).
22.01.2009 Vatikan:
Mar Ephrem Joseph Younan ist zum neuen syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien gewählt worden. Das meldete die italienische katholische Nachrichtenagentur „SIR” am Donnerstag. Younan war bisher Bischof der syrisch-katholischen Christen in den USA und Kanada mit Sitz in Union City im Bundesstaat New Jersey. Er wurde am Mittwoch von den in Rom zur Synode versammelten Bischöfen seiner Kirche gewählt. Er nahm danach den Namen Mar Ignatius Joseph III. Younan an. Am Freitag will der neue Patriarch seinen Antrittsbesuch bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan machen. Younan ist Nachfolger von Mar Ignatius Bedros VIII. Abd-el-Ahad, der sein Amt aus Altergründen niedergelegt hatte. Die syrisch-katholische Kirche ist ursprünglich im nahöstlichen Raum beheimatet. Bereits in spätosmanischer Zeit gab es aber eine starke Auswanderungsbewegung auf den amerikanischen Doppelkontinent. Von den Ausrottungsmaßnahmen des jungtürkischen Komitees für Einheit und Fortschritt (Ittihad ve Terakki) im Ersten Weltkrieg war die syrisch-katholische Kirche besonders betroffen, vor allem in ihren eigentlichen Heimatgebieten wie Mardin, Urfa, Amida usw. Die offizielle Amtseinführung des neuen Patriarchen soll Mitte Februar am Amtssitz des syrisch-katholischen Patriarchen in Beirut erfolgen. Joseph F. Younan wurde am 15. November 1944 in Hassakeh in Syrien geboren. Nach seiner Priesterweihe 1971 war er zunächst in der Seelsorge seiner Heimat tätig. 1986 wurde er mit dem Aufbau einer syrisch-katholischen Gemeinde im Großraum New York / New Jersey beauftragt. Zwei Jahre später wurde er von der vatikanischen Ostkirchenkongregation offiziell als Koordinator der syrisch-katholischen Geistlichen in den Vereinigten Staaten und Kanada beauftragt, 1991 wurde er zum Apostolischen Delegaten seiner Kirche ernannt. 1995 machte Papst Johannes Paul II. ihn zum ersten Bischof der neugegründeten syrisch-katholischen Eparchie (Diözese) Our Lady of Deliverance of Newark. (kap)(NL Radio Vatiklan, 22.01.2009).
21.01.2009 Ägypten:
Der frühere koptisch-katholische Patriarch Stephanos Ghattas ist an diesem Dienstag im Alter von 89 Jahren in Kairo verstorben. Er war im Jahr 2006 aus Altersgründen von seinem Amt zurückgetreten. Papst Johannes Paul II. hatte Ghattas im Jahr 2001 zum Kardinal berufen. Vor seiner Berufung ins Bischofsamt war Ghattas Professor für Philosophie und Theologie gewesen. Mit seinem Tod hat das Kardinalskollegium noch 189 Mitglieder, von denen 116 berechtigt sind, in einem Konklave den nächsten Papst zu wählen. (kna) (NL Radio Vatikan, 21.01.2009).
17.01.2008 Vatikan: Am Samstag beginnt in Rom eine Synode der syrisch-katholischen Kirche. Die Synodenväter wollen bei dem fünftägigen Treffen einen neuen Patriarchen wählen. Das Treffen begann mit zwei Einkehrtagen unter Leitung des Präfekten der Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri. – Bislang leitete Mar Ignatius Petrus VIII. Abdel-Ahad, die mit Rom unierte syrisch-katholische Kirche. Der Sitz des Patriarchen ist Beirut. Die syrisch-katholische Kirche folgt im Gottesdienst dem westsyrischen Ritus. Liturgiesprache ist das Syrische. (rv)(NL Radio Vatikan, 17.01.2009).
25.10.2008 Vatikan/Synode: Katholische Ostkirchen fordern Frieden Mit einem eindringlichen Friedensappell haben sich die bei der Weltbischofssynode anwesenden Patriarchen und Oberhäupter der katholischen Ostkirchen an den Papst und die Weltöffentlichkeit gewandt. Gerechtigkeit und Religionsfreiheit seien Voraussetzung und Garantie für Frieden, betonten sie in der am Freitag übergebenen Botschaft. Besonders forderten sie für das Heilige Land sowie für den Libanon, den Irak und Indien rechtliche und soziale Bedingungen, die ein Leben in Würde und ohne Diskriminierung erlaubten. Die Kirchenführer äußerten die Hoffnung, dass die Christen an den Ursprungsstätten der christlichen Erlösung leben und bleiben können. Zugleich baten sie um Hilfe für diejenigen, die aus religiösen Gründen zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen wurden. „Wir betrachten es als unsere Pflicht, uns zu Sprechern all derjenigen zu machen, die zu Recht auf Garantien für ein menschenwürdiges Leben und ein akzeptables soziales Zusammenleben warten“, heißt es in dem Schreiben der elf bei der Synode anwesenden Patriarchen und Delegierten. (rv/kna)(NL Radio Vatikan, 25.10.2008).
18.10.2008 Indien/Vatikan: Syro-malabarische Kirche fühlt sich benachteiligt
Ein indischer Kardinal beklagt „Ungerechtigkeiten” gegenüber der syro-malabarischen Kirche innerhalb der Weltkirche. Bei der Bischofssynode im Vatikan referierte Kardinal Varkey Vithayathil über die Lage seiner Ostkirche und sagte, ihr werde das Recht verweigert, den hunderttausenden Migranten in Indien und in den Golfstaaten pastorale Sorge durch ihre eigenen Bischöfe und Priester zu erteilen. Auch erhalte die syro-malabarische Kirche keine neuen Missionsgebiete etwa in Indien oder Afrika. Das sei eine schwerwiegende Ungerechtigkeit, die bei der Weltbischofssynode thematisiert werden sollte. Kardinal Vithayathil ist Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly und Vorsitzender der Synode der syrisch-malabarischen Kirche. Diese ist die zweitgrößte der 21 mit Rom unierten Ostkirchen, gilt als eine der aktivsten und zählt weltweit rund 3,8 Millionen Gläubige. (rv) (NL Radio Vatikan, 18.10.2008). Eine Verzweiflungstat des Kardinals, denn dieses Thema steht absolut nicht auf der Tagesordnung der Synode (leider!). Es ist nicht zu fassen!! Immer noch eine berechtigte Klage gegen die Römische Kurie und ihre latinisierende Politik! Die Syro-Malabaren gehören nicht nur zu den katholischen Ostkirchen, also zur katholischen Weltkirche, sondern stehen wegen der gleichen liturgischen Familie und Kirchenordnung den Chaldäern am nächsten, deren Verfolgung und Vertreibung aus dem Irak wir gerade miterleben müssen, ohne dass offenbar großzügige Hilfe geleistet wird. GH].
13.10.2008 Ukraine
Führer mehrerer christlicher Kirchen haben sich in der Hauptstadt Kiew zu Konsultationen getroffen. An dem Treffen im Basilianerkloster nahm auch der katholisch-ukrainische Großerzbischof von Kiew, Kardinal Lubomir Husar, teil. Thema waren die derzeitige gesellschaftliche Lage im dem Land, Fragen des Staat-Kirche-Verhältnisses und die Schulpolitik. Die Ukraine wird derzeit von einer erneuten, heftigen politischen Krise erschüttert. Folgende Kirchen waren bei dem Treffen vertreten: Die ukrainisch-orthodoxe, die griechisch-katholische, die römisch-katholische, die ukrainische Union evangelischer Kirchen, die Baptisten und die evangelisch-lutherische Kirche. (rv) (NL Radio Vatikan, 13.10.2008).
30.09.2008 Irak:
Der chaldäische Patriarch, Kardinal Emmanuel III. Delly, appelliert in einem Brief an die Regierung, die politischen Rechte der christlichen Minderheit zu respektieren. Delly fordert nach Angaben der Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano” eine Revision des Wahlgesetzes für die Provinzvertretungen. Erst kürzlich hatte das Parlament einen Schutzparagraphen für Minderheiten abgeschafft. Beobachter befürchten nun eine weitere Schwächung der christlichen Minderheit. Ein Vertreter der Vereinten Nationen im Irak bezeichnete die Abschaffung der Schutzklausel als „schwarze Wolke” an einem an sich guten Tag für Irak und die Demokratie. – Auch der Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, fordert eine Revision. Mehrere Hundert Christen demonstrierten in der nordirakischen Stadt für ihr Anliegen. (or/asianews)(NL Radio Vatikan, 30.09.2008).
20.08.2008 Ukraine
Wegen eines Überfalls auf einen griechisch-katholischen Bischof ermittelt die ukrainische Justiz gegen drei ehemalige Basilianermönche. Ukrainische Medien berichteten am Mittwoch, sie hätten versucht, die Bischofsresidenz und eine Kirche im westukrainischen Stryj zu übernehmen und dabei Weihbischof Taras Senkiv und einen Priester tätlich angegriffen. Hintergrund des Konflikts ist ein Richtungsstreit innerhalb der mit Rom unierten Kirche des byzantinischen Ritus. Bei den Dissidenten handelt es sich den Berichten zufolge um frühere Mönche des Basilianerklosters von Pidhirzi bei Lwiw (Lemberg). Sie lehnen die Aussöhnungsbemühungen des Oberhauptes der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Kardinal Lubomyr Husar, gegenüber der Orthodoxie ab. Weil sie sich unerlaubt zu griechisch-katholischen Bischöfen weihen ließen, untersagte ihnen Husar im März jede priesterliche Funktion. Auch ihr Appell an Papst Benedikt XVI., sie als Bischöfe zu bestätigen, blieb erfolglos. (kna) (NL Radio Vatikan, 20.08.2008).
14.07.2008 Vatikan/Ukraine
Nur der Papst könne über die Errichtung eines Patriarchats für die griechisch-katholische (unierte) Kirche in der Ukraine entscheiden; dabei müssten auch die „ökumenischen Auswirkungen” mitbedacht werden. Dies betonte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, bei einer Pressekonferenz am Samstag in Lemberg. In letzter Zeit waren sowohl aus dem kirchlichen und als auch aus dem politischen Bereich Vorstöße erfolgt, um eine Rangerhöhung des unierten „Großerzbischofs von Kiew und Halytsch” - derzeit Kardinal Lubomyr Husar - zum Patriarchen zu erreichen. Kardinal Sandri hielt sich auf Einladung der unierten Bischöfe zu einem Kurzbesuch in der Ukraine auf. In seiner früheren Funktion als Substitut im Staatssekretariat hatte er bereits im Jahr 2001 Johannes Paul II. bei dessen Ukraine-Besuch begleitet. (kap) (NL Radio Vatikan, 14.07.2008).
Kommentar [GH]: Bei der im Vatikan schon viel zu lange vorherrschenden falschen Rücksicht auf die "Ökumene", besonders gegenüber dem intransigenten Moskauer Patriarchat, wird das ukrainische Patriarchat niemals Wirklichkeit, denn die Orthodoxie wird die Unierten niemals anerkennen und der Papst deshalb weiter zögern. Deshalb wiederhole ich, was ich schon früher hier geäußert habe: die griechisch-katholische Kirche der Ukraine sollte sich selbst als Patriarchat konstituieren. Dann wird die Anerkennung schon nach und nach kommen, auch wenn es dauert. Übrigens haben die meisten orthodoxen Kirchen ihre Autokephalie genau auf diese Art gewonnen, allen vorweg: Moskau !!!
12.07.2008 Rumänien:
Die Heilige Synode der rumänisch-orthodoxen Kirche hat einem Bischof vergeben, der die Hl. Kommunion bei einer katholisch-unierten Liturgiefeier empfangen hatte. Die Eucharistie sei kein Mittel auf dem Weg zur Einheit der Kirche, sondern ihr tiefster Ausdruck, so das Kirchenoberhaupt Patriarch Daniel in einer Rede vor der Synode. Der Metropolit von Banat, Nicolae Corneanu, hatte am 25. Mai 2008 bei einer unierten Chrysostomosliturgie in Temeswar die heilige Kommunion empfangen. Auch gegenüber dem Bischof von Oradea, Virgil Bercea, ließen dessen Mitbrüder Gnade vor Recht ergehen. Er hatte an einer unierten „Segnung des Heiligen Wassers” zum Hochfest der Epiphanie teilgenommen. Normalerweise bestraft die Synode Interkommunion und gemeinsame sakramentale Feiern mit Nichtorthodoxen mit der Exkommunikation. (cna) (Nach NL Radio Vatikan, 1.07.2008).
08.07.2008 Ukraine:
Das Regionalparlament von Lviv (Lemberg) fordert vom Vatikan die Aufwertung der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine zum Patriarchat. Die Abgeordneten beschlossen am Dienstag laut ukrainischen Medienberichten einen entsprechenden Appell an Papst Benedikt XVI. Zwei weitere westukrainische Regionalparlamente, Ivano-Frankivsk und Ternopil, wollen den Angaben zufolge gleichlautende Resolutionen verabschieden. Trotz jahrelanger Bemühungen der katholischen Ukrainer verlieh der Vatikan der mit Rom unierten Kirche bislang nicht den Rang eines Patriarchates. Hintergrund sind starke Vorbehalte der russisch-orthodoxen Kirche gegen eine solche Aufwertung der Katholiken. Die Frage gilt als Stolperstein in den Beziehungen des Heiligen Stuhls zum russisch-orthodoxen Patriarchat. In dem Parlamentsbeschluss heißt es laut Berichten, „die Anerkennung des Patriarchates wäre eine wahr haft wichtige Entscheidung für die Kirche“. Zugleich hätten sich die Abgeordneten für die Heiligsprechung der früheren Oberhäupter der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Großerzbischof Andrzej Szeptyckyj (1901-1944) und Kardinal Josef Slipyj (1944-1984) ausgesprochen. Die mit Rom unierte Kirche ist mit rund sechs Millionen Mitgliedern und mehr als 3.300 Pfarreien nach der orthodoxen Kirche die zweitgrößte Konfession in der Ukraine. Im Westen des Landes gibt es mehr Katholiken als Orthodoxe. Die russische Orthodoxie sieht die Ukraine als ihr kanonisches Territorium an. (kna) (NL Radio Vatikan, 08.07.2008).
21.06.2008 Libanon:
Der syrisch-katholische Bischof Flavien-Joseph Melki – er ist Patriarchalvikar für den Libanon mit Sitz in Beirut – hat den Westen zu einem stärkeren Engagement für die Christen in seinem Land aufgerufen. Er wünsche sich, dass Europa die Christen im Libanon unterstütze, sagte Melki am Donnerstag in Hamburg. Die Kirche im Westen dürfe ihre Wurzeln im Orient nicht vergessen. „Die Wiege des Christentums darf nicht zu einem Ort ohne Christen werden”, mahnte der Bischof. Die Lage der Kirchen im Libanon bezeichnete der Bischof als schwierig. Sie seien durch die aktuelle politische Situation in Bedrängnis. Das lange Zeit friedliche Miteinander der Religionen sei inzwischen stark gestört. Schuld daran sei auch die schiitische Hizbollah, sie sei ein „Staat im Staate” und von der Regierung des Landes nicht zu kontrollieren. Der Bischof beklagte darüber hinaus eine generelle Benachteiligung der Christen in der arabischen Welt. Bei der rechtlichen Stellung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gebe es in den Ländern des Orients eine „extreme Schieflage”. Christen hätten nicht die gleichen Rechte wie Muslime. Umso unverständlicher sei es, wie großzügig Europa den Muslimen alle Rechte einräume. Melki hatte sich zuvor auch in Österreich aufgehalten und war u.a. in Wien und in Heiligenkreuz an die Öffentlichkeit getreten. (kap) (NL Radio Vatikan, 21.06.2008).

(Aus dem Rundbrief der A.K.M. Slavorum Apostoli, 15.06.2008, S. 7).
10.05.2008 Slowakei:
Das weltweit erste Kloster byzantinischer Klausur-Redemptoristinnen ist im ostslowakischen Vranov nad Toplou v Lomnici eingeweiht worden. An dem Festgottesdienst unter Vorsitz des griechisch-katholischen Metropoliten von Presov, Jan Babjak, nahmen neben fünf Bischöfen und einer großen Zahl von Gläubigen und Ordensleuten auch der Generalobere des Redemptoristen, der US-Amerikaner Joseph Tobin, teil. Die sechs ersten Konventsmitglieder stammen aus der Slowakei und begannen vor sechs Jahren in der Nähe von Presov mit dem Ordensleben auf Basis eines Provisoriums. Finanziert wurde der Klosterbau mit Unterstützung der Redemptoristinnen vor allem aus Irland und Belgien. (kathpress) (NL Radio Vatikan, 10.05.2008).
23.04.2008 Vatikan / Athen:
Der Heilige Vater hat einen alten Freund von mir, den ostkirchlichen Priester und Wissenschaftler Prof. Dr. Dimitrios Salachas, am Fest des hl. Georg zum Apostolischen Exarchen für die griechischen Katholiken des byzantinischen Ritus ernannt und zum Titularbischof von Carcabia.
Das Exarchat zählt unter schwierigen Bedingungen 2.300 Katholiken mit 10 Priestern und 14 Ordensleuten. Der neuernannte Bischof, der selbst dem byzantinischen Ritus angehört, ist 1939 in Athen geboren und wurde 1964 zum Priester geweiht. Er war bisher - und wird es hoffentlich bleiben - Mitglied der offiziellen Theologischen Kommission des Vatikans für den ökumenischen Dialog mit den orthodoxen Kirchen.
Im Amt des Exarchen, der seinen Sitz in Athen hat, folgt er dem bisherigen Bischof Anarghyros Printesis nach, der 33 Jahre lang das Exarchat geleitet hat und nun wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Amt scheidet. (Nach Vatican Information Service, 23.04.2008).
Dem neuen Exarchen die herzlichsten Glückwünsche: Eis polla eti, despota! AXIOS ! AXIOS ! AXIOS !
Die Bischofsweihe findet statt am Samstag, dem 24.05.2008, um 10:00 Uhr in der Kirche der Hlst. Dreifaltigkeit, Acharnon-Str. 246, Athen.
Am Sonntag, 25.05.2008 feiert der neue Exarch seine erste Pontifikalliturgie um 09:30 Uhr in derselben Kirche. (GH).
08.04.2008 Ukraine:
Im Wechselspiel zwischen West und Ost
Politisch stellt sich die Ukraine im Augenblick die Frage, ob sie der EU und der Nato beitreten soll. Damit muss der 48-Millionen-Staat auch seine Einstellung gegenüber dem Westen und seinem großen Nachbarland Russland neu überdenken. Auch kirchlich gesehen steht die Ukraine im Wechselspiel zwischen den Herausforderungen der Westkirche und den Problemen der Ostkirchen. Das ist auch dem Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine bewusst. Kardinal Lubomir Husar betont gegenüber Radio Vatikan: „Uns stehen alle Wege offen, um uns weiter entwickeln zu können. Doch wir müssen sehr viel daran arbeiten. Ohne Anstrengung und ohne die Gnade Gottes kommen wir aber ohnehin nicht weiter.”
Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist eine byzantinische Kirche, die aber mit Rom uniert ist. Während der Sowjetzeit wurde sie brutal unterdrückt.
„Die Situation der Kirchen in der Ukraine mehr als 15 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion und somit der Wiedergeburt des Christentums zeigt, dass es viele hoffnungsvolle Zeichen gibt. In diesen 15 Jahren ist es uns mit der Gnade Gottes gelungen, einige Fortschritte zu verzeichnen, die zu einer Normalisierung des Lebens unserer Kirchen geführt hat. Selbstverständlich muss noch einiges unternommen werden.”
Ein EU- oder Nato-Beitritt der Ukraine wäre nicht nur für das slawische Land selbst eine Bereicherung. Auch der Westen kann Vieles von der Geschichte dieses Landes lernen, sagt Kardinal Husar.
„Die Ukrainer haben meiner Meinung nach das Verdienst, dass sie die Gnade Gottes während der Unterdrückungszeit nicht vergeudet haben. So ist es ein großes Wunder – aber nicht als Heilung verstanden – dass aus der Gnade Gottes eine zukunftsweisende Einstellung entstanden ist. In diesem Sinne können wir unseren Mitbrüdern in der ganzen Welt dienen.” (rv) (NL Radio Vatikan, 08.04.2008).
03.04.2008 Libanon:
Die maronitischen Bischöfe haben die anhaltende politische Krise im Land beklagt. Die Wirtschaft im Libanon werde nachhaltig zerstört, die Abwanderung vor allem junger Menschen bedrohe die Zukunft des Landes. Die Politiker sollten umkehren und im Sinn des Gemeinwohls handeln, erklärten die Bischöfe zum Abschluss ihrer monatlichen Vollversammlung. Kardinal Nasrallah Sfeir beklagte in seiner Erklärung die Beschlagnahmung christlichen Eigentums in einigen Regionen des Libanon. Die Bischöfe unterstützten ausdrücklich die Verhandlungen der Arabischen Liga, so der Patriarch der Maroniten. (asianews) (NL Radio Vatikan, 03-04-2008).
19.03.2008 Indien
Kasten sind auch innerhalb der katholischen Kirche ein Problem. Das ist das Ergebnis einer Studie im Staat Tamil Nadu im Süden Indiens. Eine Erhebung unter Ordensleuten ergab, dass 43 Prozent der Befragten in ihrer Gemeinschaft Diskriminierungen aufgrund ihrer Kastenzugehörigkeit erlebt hätten. So würden sich beispielsweise Seilschaften bilden und Versetzungen von der Kastenzugehörigkeit abhängig gemacht. 70 Prozent gibt an, dass sich das Problem nicht auf Klöster beschränke, sondern das ganze Leben der Kirche präge. 54 Prozent der Befragten hätten sich nicht für einen Weg im Orden entschieden, wenn sie um die Kasten-Problematik im Innern der Kirche gewusst hätten. Die Studie ist von Paul Raj erstellt, einem Mitglied des Ordens des Heiligen Gabriel. Seine Ergebnisse gründen auf 550 Interviews mit Ordensleuten 53 verschiedener Kongregationen. Im Staat Tamil Nadu leben insgesamt 13.000 Ordensfrauen und –männer. (apic) (NL Radio Vatikan, 19.03.2008).
30.01.2008 Slowakei:
Örtliche Medien haben die von Papst Benedikt XVI. kürzlich vorgenommene Neuordnung der griechisch-katholischen Diözesen in der Slowakischen Republik als „historisches Ereignis” gewürdigt. Die Erhebung der bisherigen Eparchie Presov zur Metropolie, die Aufwertung des bisherigen Exarchats Kosice zu einer Eparchie, vor allem aber die Errichtung einer neuen Eparchie in der Hauptstadt Pressburg (Bratislava), bedeutet für die griechisch-katholische Kirche einen Quantensprung in der öffentlichen Wahrnehmung, berichtet die Nachrichtenagentur kathpress. Verbunden damit sei eine enorme pastorale Herausforderung. Denn während die insgesamt rund 250.000 Mitglieder zählende Kirche in der Ostslowakei fest verankert sei, handle es sich bei der neuen Eparchie um eine Diasporagegend. Im Ballungsraum Bratislava leben mittlerweile rund 25.000 griechisch-katholische Christen. Von den 376 Priestern im aktiven Dienst arbeiten hier 13. - Mit Eparchie bezeichnet man in der Ostkirche eine Diözese, die Metropolie entspricht dem Erzbistum. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.02.2008).
03.02.2008 Vatikan:
Seine Seligkeit Mar Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad ist als Patriarch der syrisch-katholischen Kirche von seinem Amt zurückgetreten. Papst Benedikt XVI. nahm den Amtsverzicht an und berief ein aus drei Erzbischöfen bestehendes Komitee, das bis zur Wahl eines Nachfolgers das Patriarchat leitet. Ignace Pierre Abdel-Ahad wurde 1930 im syrischen Aleppo geboren. Bis 2001 war er syrisch-katholischer Bischof von Jerusalem. Danach wurde er zum Nachfolger des als Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen an die Römische Kurie gewechselten Patriarchen Ignace Moussa I. Daoud gewählt. Als Patriarch nahm er den Namen Ignace Pierre VIII. an. Der Sitz des Patriarchen der syrisch-katholischen Kirche von Antiochia [Antakya, Türkei], die ihren Gottesdienst nach altorientalischem [westsyrischem] Ritus feiert, ist in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die mit Rom unierte Gemeinschaft zählt rund 50.000 Mitglieder. (rv/agi) (nach NL Radio Vatikan, 03.02.2008).
01.02.2008 Vatikan/Ukraine:
Papst Benedikt XVI. ermuntert die Katholiken in der Ukraine zu mehr Zusammenarbeit .
Sie sollten sich doch wenigstens einmal im Jahr mit den Bischöfen des römischen Ritus treffen, empfahl er an diesem Freitag den Oberhirten des östlichen Ritus aus der Ukraine. Nach mehr als 70 Jahren waren sie erstmals wieder zum Ad-limina-Besuch in Rom. Mit Nachdruck bat Benedikt auch um brüderliche Beziehungen zu den orthodoxen Christen. Seit Jahrhunderten schon seien sich in der Ukraine Katholiken und Orthodoxe im täglichen Leben nahe. Misserfolge dürften den Enthusiasmus bei der Suche nach der Einheit nicht bremsen. Auf den erneuten Ruf der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine nach einer Aufwertung zum Patriarchat ging Papst Benedikt in seiner Ansprache nicht ein. (rv) (NL Radio Vatikan, 01.02.2008).
Hinweis zum Verständnis: Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums haben sich in der Ukraine 3 (!) orthodoxe, mehr oder weniger selbstständige Kirchen gebildet, die miteinander rivalisieren! Die innerorthodoxen Streitigkeiten sind vor allem jurisdiktioneller Art.
Man muss es einmal klar sagen: Die orthodoxen Empfindlichkeiten sind rein ideologischer Natur, in der Sache unbegründet und gegen den Willen Jesu Christi zur Einheit seiner Jünger. Letztlich haben sie ihre Ursache in der bedauerlicherweise schon mehr als ein Jahrtausend alten Verweigerungshaltung der Orthodoxie, mit Rom zu einer wirklichen Einigung und Anerkennung der westlichen Kirche zu kommen.
Rom täte gut daran, unter diesen Umständen und nach all seinen ökumenischen Vorleistungen in den letzten zehn Jahrhunderten, in aller christlichen Liebe Klartext zu reden und das zu tun, was universalkirchlich notwendig ist, ohne falsche Rücksichtnahmen. Denn auf wirkliche Kircheneinheit mit der Orthodoxie durch Vorleistungen zu hoffen, ist genauso wenig realistisch wie die bekannten griechischen Kalenden. (02.02.2008 GH).
30.01.2008 Vatikan/Slowakei:
Die griechisch-katholischen Christen in der Slowakei haben jetzt eine Kirche „sui iuris” (eigenen Rechts). Papst Benedikt erhob am Mittwoch die bisherige Eparchie von Prešov zur Metropolie, und den dortigen Bischof zum Erzbischof und Metropoliten. Gleichzeitig unterstellte er die Eparchie von Bratislava und Košice (vorher im niedrigeren Rang eines „Exarchats”) dem Metropoliten von Prešov als Suffraganbistümer.
Die mit Rom unierten Ostkirchen haben ein eigenes Kirchenrecht und genießen größere Eigenständigkeit als Metropolien der lateinischen Kirche. Bisher gibt es zwei solcher Metropolien: die äthiopische mit Sitz in Addis Abeba und die ruthenische mit Uschhorod in der Ukraine. (rv) (NL Rado Vatikan, 30.01.2008).
Erstaunlich und erfreulich: Gemeinsame Kirche für Orthodoxe und Melkiten in Syrien von beiden ostkirchlichen Patriarchen eingeweiht:
Die neu errichtete Kirche der heiligen Apostel Petrus und Paulus in der Stadt Dummar bei Damaskus wurde vor kurzem von den beiden zuständigen Oberhäuptern ihrer Kirchen, Ignatios IV., dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, und von Gregorios III., dem griechisch-katholisch-melkitischen Patriarchen von Antiochien, gemeinsam geweiht. Eine solche Aktion orthodoxer und östlich-katholischer (unierter) Patriarchen ist bisher einmalig. Die Kirche dient beiden Pfarreien gleichzeitig, allerdings kann die Liturgie nicht gemeinsam gefeiert werden, solange die volle Kircheneinheit nicht wiederhergestellt ist. Trotzdem wird die ökumenische Einstellung der beiden Patriarchen, auf katholischer Seite im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils, hierdurch unter praktischen Beweis gestellt. Es geht also auch ganz anders als in Russland! Besonders Gregor III. ist in Deutschland und darüber hinaus sehr bekannt geworden als der langjährige Patriarchalvikar von Jerusalem Lutfi Laham. Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass es sich hier nicht um eine "Simultankirche" handelt, wie wir sie auf Grund historischer Gegebenheiten in Deutschland kennen, denn diese neue Kirche wurde von Anfang an gemeinsam für beide Gemeinden errichtet und gemeinsam geweiht. So ist sie ein wirklicher Schritt auf dem Weg zur Einheit! (aus Katholiki, Athen, 07.02.2006).
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