S k u r r i l e s
20.01.2012 Irak:
In Sulaymanya soll eine Begegnungsstätte für Christen und Muslime entstehen. Das von Erzbischof Louis Sako unterstützte Projekt soll von Mönchen und Schwestern geleitet werden und ein Symbol der Hoffnung darstellen. Gemäß den Sitten und Bräuchen des orientalischen Christentums und des Islams sollen in einer umgebauten Kirche Gebetsteppiche ausgerollt werden. Das geht aus der Internetseite terrasanta.net hervor. Das Zentrum soll Gläubige beider Religionen ansprechen und als Ort des Dialogs und des gemeinsamen Gebetes neue Perspektiven aufzeigen. (rv) (NL Radio Vatikan, 20.01.2012). [??GH]
18.01.2011 Polen:
Anlässlich der Feierlichkeiten zur geplanten Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. soll in Polen offenbar eine ungewöhnliche Reliquie aufgestellt werden. Man wolle eine Ampulle mit dem Blut von Benedikts Vorgänger in Krakau ausstellen. Das gab nach Medienberichten der Sprecher der geplanten Gedenkstätte Johannes-Paul-Zentrum, Piotr Sionko, an. Die Idee gehe auf den Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, zurück. Er war langjähriger Freund und Sekretär des 2005 verstorbenen Papstes. Die geplante Ausstellung des Papstblutes ist in Polen umstritten. Als „mittelalterlich“ kritisiert der Jesuit Krzysztof Madel die Aktion. Das Bistum begebe sich mit solchen Aktionen „in die Zeiten eines magischen Katholizismus“ zurück, so Madel nach Angaben der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“. (ap/diverse) (NL Radio Vatikan, 18.01.2011).
30.01.2010 Polen:
Nicht nur in die Seele, auch auf die Finger schaut ein katholischer Pfarrer in Südpolen. Der Priester Grzegorz Sowa hat in seiner Kirche ein Lesegerät für Fingerabdrücke installiert. Das meldet die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ am Freitag. Damit sollen Anwärter für die Firmung ihre Teilnahme am Gottesdienst belegen können. Wer innerhalb von drei Jahren 200 Kirchenbesuche in der Hand habe, werde von einer Firmprüfung befreit. Die Anwesenheit der Jugendlichen in der niederschlesischen Kleinstadt Gryfow Slaski (Greiffenberg) nahe der deutschen Grenze soll dem Bericht zufolge an allen Sonn- und Feiertagen, jeden ersten Freitag im Monat, bei Rosenkranz-Andachten und an allen Adventstagen registriert werden. Die Mehrheit der Eltern habe dem Einsatz des Lesegeräts zugestimmt. Einige befürchteten jedoch Datenmissbrauch. (kipa) (NL Radio Vatikan, 30.01.2010).
15.04.2009 Italien:
Erstmals ist in Rom eine Art „Michelin“-Reiseführer erschienen, der Gottesdienste „testet“. Statt der berühmten „Michelin“-Sterne für Sehenswürdigkeiten vergibt der Autor Camillo Langone (im Hauptberuf Restaurant-Kritiker) aber Kerzen und Messbuch-Symbole. Für sein Buch hat der aus Parma stammende Journalist u.a. die Qualität von Sitzbänken in den Kirchen, aber auch die Kleidung der Priester und das „Niveau“ der Liturgie beurteilt. In der Opus-Dei-Kirche Sant’Eugenio bemängelt der Kirchenführer die Anwesenheit von „furchtbaren Plastikstühlen“ im Kirchenraum, die ihm geradezu „anti-liturgisch“ vorkommen. Die Kirche „Gesu e Maria“ an der Via del Corso erscheint ihm dagegen als eine Oase „der unsterblichen lateinischen Liturgie“. (apic)(NL Radio Vatikan, 15.04.2009).
14.01.2009 PR-Kampagnen:
Tchibo und Esso stoppen umstrittene Werbung
"Unglücklicher Slogan": Tchibo rudert zurück
Die Unternehmen Tchibo und Esso haben nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ eine gemeinsame PR-Aktion gestoppt, die an rund 700 Tankstellen unter dem Slogan „Jedem den Seinen“ für Kaffeesorten warb. Der Slogan spielt mit dem berühmten Spruch „Jedem das Seine“ („suum cuique“) des römischen Philosophen Cato des Älteren. Dieser wurde jedoch von den Nationalsozialisten missbraucht: Er stand über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar.
Tchibo-Sprecherin Angelika Scholz erklärte laut „Frankfurter Rundschau“, das Unternehmen habe „nie die Absicht gehabt, Gefühle zu verletzen“. Sie räumte ein, der Slogan sei „unglücklich“ gewählt. Die Plakate sollten „schnellstmöglich“ wieder abgehängt werden. Esso-Sprecher Olaf Martin sagte der Zeitung, die beauftragte Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, begrüßte die Entfernung des Plakats. Dies sei eine „nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit“ oder ein Beispiel „totaler Geschichtsunkenntnis“.
Tchibo und Esso sind nicht die ersten Unternehmen, die aus historischer Unkenntnis den Satz „Jedem das Seine“ für Werbezwecke verwenden. 1998 bewarb Nokia mit dem Spruch austauschbare Handy-Gehäuse. Die Plakate wurden mit dem Shakespeare-Titel „Was ihr wollt“ überklebt, nachdem unter anderem das American Jewish Commitee dagegen protestiert hatte.
Kurze Zeit später konnte der Handelskonzern Rewe einen Prospekt nicht mehr stoppen, in dem es hieß: „Grillen: Jedem das Seine“. Rewe entschuldigte sich öffentlich. 1999 stoppte die Fastfood-Kette Burger King in Erfurt nach Protesten eine Handzettel-Aktion mit dem Slogan. 2001 warb die Münchner Merkur-Bank auf die gleiche Weise für ihre Kontoführungsmodelle und erntete dafür heftige Kritik. (FAZ.NET 14.01.2009).
17.10.2008 Vereinigte Staaten: Ein Gericht im Bundesstaat Nebraska hat eine Klage gegen Gott abgewiesen. Zur Begründung meinte der Richter, die Anklageschrift könne dem Beschuldigten nicht zugestellt werden, weil er keine Postadresse habe. Ein früherer Senator hatte die Klage letztes Jahr eingereicht. Er warf Gott in dem Text vor, Angst und Zerstörung zu verbreiten. (bbc) (NL Radio Vatikan, 17. 10. 2008).
20.09.2008 Vorschlag aus Tübingen: Der Vatikan könnte Martin Luther (1483-1546) nach Auffassung des katholischen Theologen Bernd Jochen Hilberath zum „Lehrer der Kirche“ erklären. Der Reformator sei zwar kein römisch-katholischer, gleichwohl aber ein „katholischer Theologe“, sagte er am Samstag in Wittenberg. Dessen Anfragen etwa an das Kirchenverständnis seien noch heute von Bedeutung. In der katholischen Kirche tragen 33 Theologen den Ehrentitel Kirchenlehrer, unter ihnen auch drei Frauen. Luther hatte mit dem Wittenberger Thesenanschlag von 1517 die Reformation eingeleitet. Drei Jahre später wurde er wegen seiner Angriffe gegen die Kirche mit dem Kirchenbann belegt und gilt für Katholiken seither als Häretiker. Im Falle einer wechselseitigen Anerkennung der Kirchen sei auch die Exkommunikation Luthers automatisch aufgehoben, betonte Hilberath. In jüngster Vergangenheit war mehrmals über einen entsprechenden Schritt durch Papst Benedikt XVI. spekuliert worden. Der Vatikan hatte dies aber als haltlos bezeichnet. Bis zu einer Anerkennung der Kirchen sei es zwar noch ein weiter Weg, „aber wir sollten die Distanz zu diesem Ziel verkürzen und dabei manches Gepäckstück abwerfen“, unterstrich Hilberath. Der Direktor des Ökumenischen Instituts an der Universität Tübingen äußerte sich bei einem Seminar der Luther-Gesellschaft im Rahmen der Eröffnung der „Lutherdekade“, mit der die evangelische Kirche am Wochenende in Wittenberg das Gedenken zum 500. Jahrestag der Reformation im Jahre 2017 einleitet. (kna) (NL Radio Vatikan, 20.09.2008).
25.05.2008 Vereinigte Staaten:
Drei von vier katholischen Geistlichen in den USA sind übergewichtig. Deshalb verordnen die Bischöfe ihren Priestern mehr Sport, wie die Nachrichtenagentur „Catholic News Service” berichtet. Eine jüngst durchgeführte Studie zur körperlichen Verfassung des Klerus ergab, dass der durchschnittliche Seelsorger erheblich mehr auf die Waage bringt als der Schnitt der US-Bevölkerung. Der Erzbischof von Baltimore, Edwin F. O’Brian, mahnte daraufhin seine Diözesanpriester, sich mehr Erholung zu gönnen und Leibesübungen zu absolvieren. Dies sei sowohl für die Gesundheit wie auch für die kirchliche Mission wichtig. Einige US-Diözesen sind bereits nachgezogen, indem sie den Priestern Fitnessräume zur Verfügung stellten oder klerikale Sportmannschaften ins Leben riefen. (cns) (NL Radio Vatikan, 25.06.2008).
21.05.2008 Vatikan: Expo-Auftritt
Der Heilige Stuhl beteiligt sich an der Expo in Saragossa zum Thema: Wasser und nachhaltige Entwicklung. Was den Vatikan an so einer Ausstellung so sehr interessiert, darum ging es bei der Vorstellung des Pavillons des Heiligen Stuhles in Saragossa am Montag. (rv) (NL Radio Vatikan, 21.05.2008).
04.05.2008 Türkei:
Der türkische Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca will polnischer Staatsbürger werden und im Heimatland von Papst Johannes Paul II. leben.
Außerdem habe Agca, der derzeit noch wegen Mordes an einem Journalisten in einem türkischen Gefängnis sitzt, den Antrag gestellt, den Reist seiner Strafe in Polen zu verbüßen, sagte sein Anwalt der Nachrichten- agentur AP. Das Schreiben sei am Donnerstag bei der polnischen Botschaft in Ankara eingereicht worden. „Ich bin kein Fremder in Ihrem Land, denn der Nationalheld Polens, Papst Karol Wojtyla, ist mein spiritueller Bruder”, schrieb der Türke zur Begründung an den polnischen Präsidenten. – Agca schoss 1981 auf den polnischen Papst und verletzte ihn schwer. Dafür war er 19 Jahre lang in Italien inhaftiert gewesen. Papst Johannes Paul II. verzieh ihm zwar seine Tat, erholte sich aber nie mehr ganz von den Spätfolgen des Attentates. (ap) (NL Radio Vatikan, 04.05.2008).
24.02.2008 Schweiz:
„Der Vatikan will in Europa wieder mitregieren.“ Das hat die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag herausgefunden. In einem Artikel schreibt die Zeitung: „Die katholischen Bischöfe in Frankreich, Spanien und Italien mischen sich seit einiger Zeit wieder laut und selbstbewusst in die Tagespolitik ein.“ Als Beleg gilt u.a. der Einsatz des Pariser Kardinals André Vingt-Trois für den Lebensschutz. (nzz) (NL Radio Vatikan, 24.02.2008).
12.01.2008 Niederlande:
Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol hat die Polizei erstmals einen angeblichen Priester beim Schmuggel von Kokain erwischt. Unter seiner Soutane habe der Mann aus Bolivien bei seiner Festnahme insgesamt drei Kilo Kokain versteckt, so ein Sprecher der Grenzpolizei. Demnach gab er an, in dem südamerikanischen Land ein Kloster zu leiten. Die Beamten kamen dem Kokain auf die Spur, als der angebliche Geistliche am Mittwoch unter Berufung auf religiöse Gründe zunächst keine Zustimmung zur Leibesvisitation geben wollte. An seinen Beinen festgeklebt fanden die Beamten Pakete, die nach Darstellung des Bolivianers heiligen Sand enthielten. Tatsächlich habe es sich jedoch um Kokain gehandelt. (kna) (NL Radio Vatikan, 12.01.2008).
30.12.2007 Russland:
Russlands Präsident Wladimir Putin wird von einer religiösen Sondergemeinschaft des Landes wie ein von Gott Gesandter verehrt. Das berichtet die evangelische deutsche Nachrichtenagentur idea. Die Gruppe Rus' in einem Dorf bei Nischni Nowgorod bete den Politiker mittels einer Ikone an. Die Anhänger glaubten, dass Putin eine Wiedergeburt des Apostels Paulus und des alttestamentlichen Königs Salomo sei. Gott selbst habe Putin als Nachfolger von Boris Jelzin erwählt, der das Land zerstört habe, so die Gruppe. Putin will nach seinem Abschied aus dem Präsidentenamt 2008 den Posten des Ministerpräsidenten übernehmen. (idea) NL Radio Vatikan, 30.12.2007). -- [Vermutlich beten sie Putin ja nicht an, sondern verehren ihn; dieser fundamentale Unterschied ist Protestanten offensichtlich nicht beizubringen, wie man hier wieder einmal sieht. Schade, dass beliebte Vorurteile so fest sitzen. GH].
28.12.2007 Niederlande:
Als „atheistischer Pastor” beschreibt sich ein niederländischer Pfarrer, der nicht an die Existenz Gottes glaubt. Klaas Hendrikse, Pastor einer evangelischen Kirchengemeinde in Middelburg, hat mit seinem Buch „An einen Gott glauben, der nicht existiert – Manifest eines atheistischen Pastors” Furore in den Niederlanden gemacht. Das Werk habe seit dem ersten Erscheinen Anfang November bereits die dritte Auflage erlebt, berichtet die ökumenische Nachrichtenagentur ENI. Gott sei für ihn kein Wesen, sondern ein Begriff für eine Beziehung, erläutert Hendrikse. Wenn jemand sage: „Ich will dich nicht verlassen” und das auch einhalte, dann könne man diese Beziehung als „Gott” bezeichnen. Der Generalsekretär der Protestantischen Kirche in den Niederlanden, Bas Plaisier, kritisierte Hendrikses Einstellung. Er behandle den christlichen Glauben wie Müll, den man in die Tonne werfe. Disziplinarische Schritte will die Kirche aber nicht einleiten. Es sei besser, ihm gegenüber den Gauben zu bezeugen, sagte Plaisier. Hendrikse wirkt seit 20 Jahren als Gemeindepastor. (idea) (NL Radio Vatikan, 28.12.2007).
24.12.2007 Russland:
Russisch-orthodoxe Christen protestieren gegen Coca-Cola-Werbung. Sie werfen dem US-Getränkekonzern vor, sich über den orthodoxen Glauben und die Nationalschätze des russischen Volkes lustig zu machen. Coca Cola habe in der Stadt Nischni Nowgorod Flaschen angeboten, die neben den Kuppeln orthodoxer Kirchen auch Kreuze, teilweise auf dem Kopf stehend, zeigen. Im Satanismus bedeutet das auf dem Kopf stehende Kreuz die Verspottung und Ablehnung des christlichen Symbols. Die Staatsanwaltschaft überprüft nun eine Beschwerde von 440 russisch-orthodoxen Kirchenmitgliedern. (idea) (NL Radio Vatikan, 24.12.2007).
14.12.2007 Chile: Priester zum Beten verurteilt
Weil er im Halteverbot geparkt hat und die dafür fällige Geldstrafe nicht bezahlen kann, ist ein katholischer Priester in Südchile von einem Richter für die Dauer von drei Monaten zur täglichen Rezitation der sieben Buß-Psalmen verurteilt worden. Link zur vollständigen Meldung!
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