GERD HAGEDORN


AKTUELLES 



20.01.2012  Deutschland: Als „unverfroren, um nicht zu sagen, in höchstem Maße unverschämt“, bezeichnet der Bundesvorsitzende des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd-M. Wehner, die Drohung von Hedgefonds, Griechenland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu verklagen.                            „Es bleibt wohl das Geheimnis der Investment-gesellschaften, wie man auf die Idee kommen kann, ein Menschenrecht auf Rendite einzufordern und damit gegen einen Schuldenschnitt in Griechenland vorzugehen“, so Wehner weiter. Es gebe kein Menschenrecht auf Rendite. Das Eigentumsrecht finde seine Grenzen dort, wo das Interesse der Gemeinschaft verletzt werde. Der Vorstoß der Hedgefonds offenbare „ein weiteres Stück vom wahren Gesicht der globalen Finanzmärkte." Die Verantwortlichen der Hochrisiko-märkte wollten „über dem Abgrund spielen, Gewinne einstecken, das Risiko aber vergemeinschaften - das kann nicht sein." Vielmehr, so Wehner, „müssen wir nach den Erfahrungen der letzten Jahre doch überlegen, wie wir die persönliche Haftung der Banker und Börsianer erhöhen.“ (pm) (NL Radio Vatikan, 20.01.2012).

19.01.2012  Rom: Das päpstliche Institut Santa Maria dell´Anima gedenkt des vor sieben Monaten verstorbenen Otto von Habsburg. Am 24. Januar wird ein internationales Symposium mit dem Thema „Zur Persönlichkeit Otto von Habsburgs als christlicher Politiker" stattfinden. Unter den Referenten befinden sich auch der Vizepräsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Rocco Buttiglione, und Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel. Kardinal Christoph Schönborn wird am Abend ein Requiem in Gedenken an Otto v. Habsburg feiern. (kap) (NL Radio Vatikan, 19.01.2012). 

19.01.201  Taiwan:
Die Wiederwahl von Präsident Ma Ying-jeou könnte mithelfen, dass die Kirche von Taiwan ihre Kontakte zur Kirche auf dem chinesischen Festland noch weiter ausbaut.
Das sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Taiwan, Bischof John Hung Shan-chuan. Nach der Wiederwahl des Vorsitzenden der Kuomintang-Partei, der als Pragmatiker gilt, könnten sich außerdem die Kontakte zwischen dem Heiligen Stuhl und Taiwan noch weiter verbessern, so der Erzbischof von Taipeh. Der Vatikan gehört zu den wenigen Staaten weltweit, die Taiwan diplomatisch anerkannt haben. Auch dieser Punkt belastet das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, die keine offiziellen diplomatischen Beziehungen
zueinander unterhalten. (rv) (NL Radio Vatikan, 19.01.2012.
 
19.12.2011  Deutschland: Nur 63 Prozent der deutschen Bevölkerung glauben an Gott.
               59 Prozent glauben zudem, dass Jesus Christus sein Sohn ist. Das ist das Ergebnis einer Emnid-Studie, die von dem Nachrichtenmagazin „Focus“ in Auftrag gegeben und am Sonntag veröffentlicht wurde. In Hinblick auf politische Präferenzen sind Gottgläubige mit 74 Prozent am stärksten bei den Anhängern der christdemokratischen Parteien vertreten. Die Linke kommt mit dem niedrigsten Wert jedoch noch auf 39 Prozent. Auch das Weihnachtsfest findet unter den Deutschen aus religiöser Sicht weiterhin Anklang: Der Umfrage zufolge wollen 46 Prozent den Weihnachtsgottesdienst besuchen. Die Bibel wird dagegen insgesamt nur wenig gelesen. Rund ein Sechstel der Befragten gab an, diese regelmäßig zu lesen. (idea) (NL Radio Vatikan, 19.12.2011).


15.12.2011  Vatikan: Hildegard von Bingen wird Kirchenlehrerin – Erhebung durch Benedikt XVI. im Oktober 2012                                                        
Hildegard von Bingen, die große Mystikerin des Mittelalters wird im Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. zur Kirchenlehrerin erhoben, wie der Vatikanist Andrea Tornielli mitteilte. Der deutsche Papst verglich die prophetischen Visionen der Ordensfrau mit jenen der alttestamentlichen Propheten. Entsprechend oft zitiert er die heilige Hildegard, lobte bereits ihre noch heute aufgeführten Musikkompositionen, aber auch ihren Mut, mit dem sie Kaiser Friedrich I. Barbarossa entgegentrat, dem sie göttliche Ermahnungen mitteilte. 
Benedikt XVI. der “deutschen Prophetin” eng verbunden 
Benedikt XVI. ist der Heiligen des Mittelalters sehr verbunden und beabsichtigt, sie im kommenden Jahr zur Kirchenlehrerin zu erheben. Dabei handelt es sich um einen ausgesprochen seltenen Titel, der Heiligen zuerkannt wird, deren Leben und deren Schriften durch die katholischen Glaubenslehre erleuchtet waren und die zum besseren Verständnis des Glaubens beitragen und daher Lehrer der Kirche sind.
Bisher 33 Kirchenlehrer, davon drei Frauen
Die Kirche hat in ihrer zweitausendjährigen Geschichte 33 Persönlichkeiten diesen hohen Rang zugesprochen. 30 Männern und drei Frauen. Bei ihnen handelt es sich um die heilige Teresa von Avila, die heilige Katharina von Siena und die heilige Therese von Lisieux. Nun wird die heilige Hildegard von Bingen als vierte Frau hinzukommen. Die beiden ersten Frauen ehrte Papst Paul VI. mit diesem besonderen Titel im Jahr 1970. Die kleine Therese wurde von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1997 auf diese hohe Weise ausgezeichnet. Papst Benedikt XVI. empfiehlt die heilige Mystikerin vom Rhein den Frauen von heute als besonderes Vorbild und legt ihnen die Vertiefung in die theologischen Schriften der Heiligen nahe.
Das Leben einer (glaubens)starken Frau
Hildegard war das jüngste von zehn Kindern der Adelsfamilie der Vermessheim. Geboren 1098 in Bermersheim im Rheinland, verstarb sie 1179 im hohen Alter von 81 Jahren. Ihr deutscher Name lässt sich mit „die im Kampf Furchtlose“ übersetzen . Sie wurde ihrem Namen in jeder Hinsicht gerecht. Von ihren Eltern bereits im Alter von acht Jahren für das Ordensleben bestimmt, wurde sie Benediktinerin in der Abtei von St. Disibod, einem Doppelkloster. Zur Magistra der weiblichen Ordensgemeinschaft bestimmt, erlebte das Kloster einen enormen Zuwachs an Berufungen junger Frauen. Die Heilige entschloss sich, ihren Konvent von der männlichen Abtei zu trennen. Doppelklöster waren aus Gründen der Sicherheit und wegen des Lebensunterhalts der Ordensfrauen damals üblich. Hildegard wollte jedoch ein völlig eigenständiges Frauenkloster errichten. Was sie auch tat und zwar in Bingen am Rhein. Dort verbrachte sie den Rest ihres Lebens.
Seit ihrer Kindheit mystische Schauungen
Seit ihrer frühen Kindheit hatte sie mystische Visionen. Sie ließ sie durch Mitschwestern aufschreiben. Aus Furcht, es könnte sich lediglich um Einbildung handeln, suchte sie auch bei Bernhard von Clairvaux Rat, dem damals führenden Theologen. Dieser bestärkte sie in der Echtheit ihrer Schauungen. 1147 erhielt sie die Anerkennung durch Papst Eugen III., der in Trier auf einer Synode einen Text Hildegards verlas.
Der Papst erlaubte der Mystikerin, ihre Visionen zugänglich zu machen und auch öffentlich darüber zu sprechen. Ihr Ruf, eine Außerwählte Gottes zu sein, verbreitete sich rasch. Ihre Zeitgenossen nannten sie ehrfurchtsvoll die „deutsche Prophetin“ oder die „Sybille vom Rhein“.
Ihr Hauptwerk „Scivias“ mit 35 Visionen über die Heilsgeschichte
Die Mystikerin, die für das Volk bereits zu Lebzeiten im Ruf der Heiligkeit stand, wurde nie offiziell kanonisiert. Die Regisseurin Margarethe von Trotta widmete ihrem Leben den Spielfilm „Vision“. In ihrem bekanntesten Werk „Scivias“ (Wisse die Wege) fasste Hildegard von Bingen in 35 Visionen die wichtigsten Ereignisse der Heilsgeschichte zusammen, von der Erschaffung der Welt bis zum Ende der Zeiten. Mit den typischen Zügen weiblicher Sensibilität erklärte die Äbtissin den mystischen Ehebund Gottes mit der Menschheit durch seine Menschwerdung, wie Papst Benedikt XVI. es ausdrückte.
Apokalyptische Visionen über den Antichrist „wenn ein Papst regiert, der die Namen zweier Apostel trägt“
Hildegard hatte ihre Zeit betreffende Schauungen, wie jene über die Häresie der Katharer. Ihre Visionen betrafen jedoch auch apokalyptische Ereignisse der Endzeit, wie jene über den Antichrist, unter dem der Tod unter den Menschen wütet, „wenn auf dem Thron des Petrus ein Papst sitzen wird, der die Namen zweier Apostel trägt“. Oder jene, in der sie andeutet, dass ein zum Christentum übergetretener Moslem zum Kardinal erhoben wird und den rechtmäßigen Papst ermordet, weil er seinen Thron will. Da ihm dies nicht gelingt, ruft er sich zum Gegenpapst aus.
Ordensfrau, Theologin, Botanikerin, Kosmologin und erste Komponistin des Christentums
Hildegard von Bingen war Ordensfrau, Theologin, Kosmologin, Botanikerin und Komponistin. Sie gilt überhaupt als die erste Komponistin des Christentums [?? GH]. Ihr Leben bezeugt die kulturelle Lebendigkeit und geistige Blüte der mittelalterlichen Frauenklöster, die heute verbreiteten Vorurteilen und Fehlmeinungen über das Mittelalter widersprechen. Hildegard wusste Führungspositionen auszufüllen, zu verwalten, zu regieren, zu führen, in weltlicher und geistlicher Hinsicht. Sie verurteilte die Unmoral von Priestern, die durch ihre Sünden „die Wunden Christi offen hielten“. Sie widerstand Fürsten und Bischöfen, aber nicht aus Rebellion und Ungehorsam, sondern aus Gehorsam und für die Erneuerung der Kirche im Glauben. So schreckte sie auch nicht davor zurück, sich dem Kaiser selbst zu widersetzen. Nachdem dieser im machtpolitischen Kampf seiner Zeit zum zweiten Mal einen Gegenpapst ernannt hatte, schrieb ihm die Ordensfrau aus ihrem Kloster: „Oh König, wenn es Dich drängt zu leben, dann höre auf mich oder mein Schwert wird Dich durchbohren.“
Hildegard schuf Geheimsprache für ihre mystischen Schauungen
Die Ordensfrau gilt auch als Patronin des Esperanto, da sie eine der ersten Kunstsprachen entwickelte: Die unbekannte Sprache, eine Geheimsprache mit 23 Buchstaben, die sie für mystische Zwecke gebrauchte. Sie selbst beschrieb sie in einem Kodex, der auch ein Glossar mit 1011 Worten dieser „unbekannten Sprache“ enthält.
Hildegards Heiligsprechung wird noch vor Erhebung zur Kirchenlehrerin erfolgen
Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen ist unter der Leitung von Kardinal Angelo Amato dabei, die Causa Hildegard abzuschließen. Auch wenn die Päpste ihre Verehrung im deutschen Sprachraum erlaubten, so zuletzt Papst Pius XII., wurde die rheinische Mystikerin offiziell nie zur Ehre der Altäre erhoben. Das seinerzeit eingeleitete kanonische Heiligsprechungsverfahren wurde ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod unterbrochen. Es ist anzunehmen, dass Papst Benedikt XVI., der Hildegard in mehreren Ansprachen bereits als Heilige bezeichnete, sie, bevor er sie zur Kirchenlehrerin erhebt, heiligsprechen wird. Text: La Stampa/Giuseppe Nardi (Katholisches.info, 15.12.2011). 
   
15.12.2011   Paul Herzog von Oldenburg: Schafft sich Deutschland ab?
Europaminister Egemen Bagis zufrieden
Wie immer geht die Debatte um die Zuwanderung am Kern des Problems vorbei.
Verschiedene Postionen schwirren seit Tagen durch den Bätterwald. „Zuwanderungsstopp“ ruft Seehofer, „integriert Euch besser, lernt Deutsch, seid Botschafter der Türkei“ , ruft der türkische Europaminister Bagis, „türkische Zuwanderer sind als Fachkräfte nicht zu gebrauchen“ kommt es aus einer anderen Ecke, „ wir benötigen eine kontrollierte Zuwanderung“ schallt es von irgendwo anders.
Doch was sich hier manifestiert ist Angst. Deutschland schafft sich ab, so hat Thilo Sarrazin es auf den Punkt gebracht und die Angst ist berechtigt.
In aller Ruhe kann Racip Erdogan seinen in Deutschland lebenden Landsleuten zurufen, sie mögen doch die Sprache lernen. Das wird die Türken nicht davon abhalten, viel mehr Nachwuchs zu haben und am Ende über die deutsche Gesellschaftsordnung zu triumphieren.
Wir erleben Scharmützel, geführt im Brustton der Überzeugung, Recht zu haben, in einer Schlacht, in der die Verteidigungslinie immer mehr zerbröselt.
Deutschland schafft sich ab, das ist kaum mehr umzukehren, denn wie man den Deutschen wieder klarmachen könnte, daß nur unsere Kinder, die wir nicht mehr haben, das Problem lösen könnten, dieses Thema klammern die Politiker weiter aus.
Denn dann müssten sie sich eingestehen, daß die Debatte ohne moralische Argumente nicht auskommt. Die Spaßgesellschaft liebt die durch die Industrie und Forschung zur Verfügung gestellten Mittel, durch die das Handeln keine Konsequenzen mehr hat. Barrieren sind eingerissen, Spaß dominiert, ICH stehe im Mittelpunkt und im Vordergrund, ICH habe jetzt alles im Griff und kann meinen Trieben nachgehen ohne Einschränkungen in meinem Komfort fürchten zu müssen. Schauen wir einmal in uns hinein – wie oft sind wir schon kleinen Anstrengungen aus dem Weg gegangen. Das Paradies auf Erden wird uns ja täglich suggeriert. Die Folge: Deutschland schafft sich ab!
Der Verlust der christlichen Werte und Prinzipien, die Deutschland zur Blüte gebracht haben, wird uns die Existenz kosten. Von diesen Werten war die Nachkriegsgeneration geleitet, die unter großen Opfern unser Land wieder aus den Trümmern aufgebaut hat. Wie sonst hätte das in so kurzer Zeit von statten gehen sollen? Schon 1958 hatte Deutschland Frankreich und England an Wirtschaftskraft überflügelt. Opfer heißt das Zauberwort, doch zu Opfern ist heute keiner mehr bereit, denn das heißt Einschränkung des Komforts.
Die Mutter, der Vater sie geben ihr jugendliches Spaßleben für die Kinder auf. Kein Schlafen bis in die Puppen, nein: aufstehen, Frühstück vorbereiten, Kinder anziehen, in die Schule bringen, von dort abholen, bei Hausaufgaben helfen, Abendessen zubereiten, Baden, ins Bett bringen. Und zwischendurch aus den kleinen Barbaren Menschenkinder machen, sie erziehen zu sozial verantwortlichen Wesen, die dem Nächsten mit Liebe begegnen, die Verantwortung für das Allgemeinwohl übernehmen wollen, die sich als Mitglied der eigenen Familie in die Gesellschaft, der Familie der Familien, einbringen wollen. Das alles ist ein großes Opfer, das nur Eltern bringen können. Sind wir dazu nicht mehr bereit, wird diese Rolle von den muslimischen Familien in unserer Gesellschaft eingenommen werden, denn die haben genau dieses Bewußtsein, unter völlig verdrehten Vorzeichen natürlich.
Herr Wulf, Frau Merkel, Herr Westerwelle, Familienministerin Schröder, sie alle haben ein gestörtes Verhältnis zu eben gerade diesem Opfer. Der eine verläßt seine Frau und gibt damit ein schlechtes Beispiel, Frau Merkel hat keine Kinder und hat natürlicherweise Probleme, dies zu begreifen, Herr Westerwelle demontiert mit seiner homosexuellen Pseudoehe öffentlich den Ehebegriff und schwächt damit die Familie als Institution. Frau Schröder hat zumindest ihren Partner geheiratet, qualifiziert sich aber ohne Kinder auch nicht sonderlich. Keiner dieser vier ist für einen Muslim ein ernstzunehmender Gesprächspartner, geschweige denn Vorbild.
Deswegen kann Racip Erdogan ruhig eine bessere Integration fordern. Das ändert nichts an der langfristigen Überlegenheit der türkischen Kultur über die Spaßverliebtheit der westlichen Welt.
[Der vorstehende Text von Paul Herzog von Oldenburg stammt aus 2010, ist aber immer noch aktuell außer der Tatsache, dass Kristina Schröder 2011 erstmals Mutter geworden ist. GH]. 
     
29.10.2011  Großbritannien:
Britische Thronerben können künftig Katholiken heiraten, ohne ihren Erbanspruch zu verlieren. Das macht die Aufhebung eines Gesetzes möglich, das bislang die Heirat eines katholischen Partners zum Ausschlusskriterium für die Thronfolge machte. Die katholische Kirche von Großbritannien begrüßte die Aufhebung des Gesetzes. Die Entscheidung beseitige „einen Punkt ungerechter Diskriminierung“, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols, am Freitag in London. Der sogenannte „Act of Settlement“ von 1701 hatte festgelegt, dass ein Thronanwärter seinen Anspruch auf die Krone verliert, wenn er „Gemeinschaft mit dem Sitz oder der Kirche von Rom hält oder sich zur päpstlichen Religion bekennt oder einen Papisten heiratet“. (kna) (NL Radio Vatikan, 28.10.2011). 
   
30.07.2011  Rechtlose Gefangene -
Bis zu 11000 Palästinenser in Israel inhaftiert. Angehörige fordern Besuchsrecht
Von Eva Bartlett, IPS
Seit 1995 versammeln sich jeden Montag Palästinenserinnen aus dem Gazastreifen vor dem Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Gaza-Stadt, um gegen ein von Israel verhängtes Besuchsverbot für Verwandte palästinensischer Gefangener zu demonstrieren. Das vor vier Jahren verhängte Verbot war eine Reaktion auf die Verschleppung des israelischen Soldaten Gilad Shalit. -
Inzwischen kommen zu der Protestaktion wöchentlich mehr als 200 Männer und Frauen in Gaza-Stadt zusammen. Am 11. Juni dieses Jahres unterstützte der Palästinensische Rote Halbmond die Demonstranten dabei, vom Sitz des IKRK zum Park des Unbekannten Soldaten zu ziehen, um gegen die Anordnungen Israels zu protestieren. »Während unsere Söhne im Gefängnis sind, könnten wir Eltern sterben, ohne sie wiedergesehen zu haben«, sagt Umm Ahmed, deren 32jähriger Sohn vor vier Jahren inhaftiert wurde. Laut Berichten des IKRK sind etwa 30 Angehörige von Inhaftierten gestorben, seit Israel die Besuche verboten hat. Eine andere Frau hält ein älteres Foto ihres Sohnes hoch. Der damals 16jährige Teenager trägt ein schwarzes T-Shirt, hat Gel im Haar und lächelt in die Kamera. »Er sitzt seit 20 Jahren und zehn Monaten im Gefängnis. Und seit acht Jahren habe ich ihn nicht mehr sehen dürfen«, klagt sie. -
Im Dezember 2009 hatte der Oberste Gerichtshof Israels im Sinne der Regierung entschieden, den Familien aus dem Gazastreifen kein Besuchsrecht in israelischen Gefängnissen zu gewähren. Zur Begründung hieß es, daß die »Familienbesuche nicht von grundlegender humanitärer Notwendigkeit für die Menschen im Gazastreifen« seien. Im Juni dieses Jahres teilte die israelische Strafvollzugsbehörde mit, daß sie den Gefangenen weitere Rechte aberkannt habe. Sie dürfen sich nicht mehr an Universitäten einschreiben und keine Mobiltelefone benutzen. -
Laut Nasser Farrah von der Vereinigung palästinensischer Gefangener befinden sind zur Zeit mehr als 7000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen. Unter ihnen sind fast 40 Frauen und etwa 300 Kinder. 700 Häftlinge stammen aus dem Gazastreifen. Anderen Schätzungen zufolge sitzen sogar bis zu 11000 Palästinenser in Israel hinter Gittern. Wie Farrah erklärte, kommen außerdem noch Tausende weitere Menschen hinzu, die im Westjordanland festgenommen wurden. Zahlreiche Palästinenser werden auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft gehalten und warten auf ihr Gerichtsverfahren. Viele sitzen zwischen sechs Monaten und sechs Jahren ein. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem erklärte, daß sich im Februar dieses Jahres 214 Palästinenser in Untersuchungshaft befanden. -
Gemäß Artikel 49 der Genfer Konventionen dürfen Menschen nicht unter Zwang aus den besetzten Territorien weggebracht werden. Den Vereinten Nationen zufolge hat Israel aber genau dies getan und seit 1967 mehr als 700000 palästinensische Männer, Frauen und Kinder festgenommen. -
Mehr als 1500 der Gefangenen gelten als schwer krank und erhalten keine angemessene medizinische Behandlung. Einem Bericht der Vereinigung palästinensischer Gefangener aus dem Zeitraum 2010 bis 2011 zufolge wurde bei 20 Häftlingen Krebs, bei 88 Diabetes und bei 25 Nierenversagen diagnostiziert. Mehr als 200 Gefangene seien aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung gestorben. Viele kranke Palästinenser landen hinter Gittern, wenn sie den Checkpoint Eres passieren, um sich außerhalb des Gazastreifens behandeln zu lassen. Sie werden einfach festgenommen, nachdem sie die Grenze mit von israelischen Behörden ausgestellten Passierscheinen überschritten haben. (Junge Welt, 29.07.2011). 
  
23.04.2011  Philippinen:
Tausende Filipinos begehen die Kar- und Ostertage mit öffentlichen Selbstgeißelungen. Einige lassen sich sogar an selbstgezimmerte Kreuze nageln, obwohl die Bischöfe vor diesen Praktiken ausdrücklich warnen. Möglicherweise ist mangelnde religiöse Bildung schuld an dem Massenphänomen, räumte der Bischof von Pampanga ein, in dessen Diözese besonders viele „Kreuzigungen“ stattfinden. Derartige Schauspiele seien „von zweifelhafter theologischer und sozialer Bedeutung“, zitiert die katholische Nachrichtenagentur ucanews den Erzbischof von Jaro, Angel Lagdameo. Der Verantwortliche der Bischofskommission für das Bibel-Apostolat sagte, die meisten Gläubigen, die sich selbst öffentlich geißelten oder gar kreuzigen ließen, seien von der Sorte, die zwar die Taufe empfangen hätten, aber fast nie zur Messe gingen. Schon in den vergangenen Jahren hat die Katholische Bischofskonferenz der Philippinen darauf hingewiesen, dass es keine Notwendigkeit für körperliche Züchtigung gebe, um seinen Glauben zu leben. Beichte, Gebet und Meditation über die Passion seien dazu viel geeigneter. (ucan) (NL Radio Vatikan, 23.04.2011). 

06.04.2011  Polen/Vatikan:
Der letzte kommunistische Diktator Polens, Wojciech Jaruzelski, hält es für möglich, dass Islamisten hinter dem Papst-Attentat von 1981 standen. Das sagte der 87-Jährige jetzt im Gespräch mit einer katholischen italienischen Monatszeitschrift. Ihm scheine die „islamische Piste“ die „logischste“ zu sein, so Jaruzelski. Johannes Paul II. habe nicht nur den Hass der Sowjetunion – damals Polens Verbündete – auf sich gezogen: „Es gab damals auch schon einen radikalen Islam, der den Papst hasste und in ihm den obersten Kreuzfahrer sah.“ Vielleicht sei es ja „kein Zufall“, dass der damalige Attentäter Mehmet Ali Agca, „ein Türke und Moslem war, der schon vorher im Namen des Islam mit dem Mord an Johannes Paul II. gedroht hatte“. Agca verletzte den aus Polen stammenden Papst am 13. Mai 1981 durch mehrere Schüsse schwer; die genauen Hintermänner des Anschlags sind bis heute nicht bekannt. (apic) (NL Radio Vatikan, 06.04.2011). 

06.04.2011  Deutschland:
Mit Philipp Rösler würde die FDP einen Bundesvorsitzenden erhalten, der sich selbst als „gläubigen Christen“ bezeichnet. Der Katholik erklärte sich am Dienstag bei einem Spitzentreffen der Liberalen in Berlin zur Kandidatur auf dem nächsten Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock bereit. Der in Vietnam geborene Augenarzt Rösler hat erst als Erwachsener zum christlichen Glauben gefunden, nachdem er in einem konfessionellen Krankenhaus mit Leiden und Sterben konfrontiert wurde. Vor elf Jahren ließ er sich taufen. Seit 2008 ist Rösler Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Nach seiner Ansicht hat die FDP in den siebziger Jahren mit ihrer ablehnenden Haltung zur Kirche einen Grundfehler begangen. Sie sei Trägerin von Werten; deshalb sei es hilfreich für die Politik, wenn Menschen in einem Glauben verankert seien. Auch nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Christian Lindner ist die Partei nicht mehr „antiklerikal und antireligiös“. Ein moderner Liberalismus müsse „postsäkular” sein, sagte der Politiker der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. (idea) (NL Radio Vatikan, 06.04.2011). 

10.03.2011: 
Das Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, will als politischer Führer zurücktreten. Er bleibe aber weiterhin religiöses Oberhaupt der Tibeter, schreibt die Agentur „Asianews“ an diesem Donnerstag. Der 76-jährige Friedensnobelpreisträger wolle „sich aktiv für die gerechte Sache Tibets“ einsetzen. Das Exilparlament muss dem Rücktritt des Dalai Lama allerdings noch zustimmen. Er habe seit den 60er Jahren immer wieder betont, dass dieser Schritt notwendig sei, sagte der Dalai Lama am Donnerstag anlässlich des 52. Jahrestags des tibetischen Volksaufstands gegen China. Die Regierung in Peking erklärte umgehend, bei der Ankündigung handele es sich um ein Täuschungsmanöver, mit dem die internationale Gemeinschaft hinters Licht geführt werden solle. China marschierte 1950 in Tibet ein. (asianews/online-agenturen) NL Radio Vatikan, 10.03.2011). 
 
09.02.2011  Vatikan:  Eine sogenannte Beicht-App für das iPhone ermöglicht keine sakramentale Beichte. Das betonte an diesem Mittwoch Vatikansprecher Federico Lombardi in einer Pressemitteilung. Bei der Beichte gehe es vor allem darum, dass es eine persönliche Begegnung zwischen dem Priester und dem Beichtenden gebe. Dies sei bei einer „virtuellen Beichte“ nicht der Fall, so Lombardi. Bei der technologischen Anwendung gehe es vielmehr darum, Menschen dazu zu bringen über die Bedeutung der Beichte und ihren Vollzug nachzudenken. Eine sogenannte App ist ein Anwendungsprogramm für Smartphones. – Wie der britische Sender BBC am Dienstag berichtete, begann bereits in der vergangenen Woche der Verkauf der Anwendung „Confession: A Roman Catholic App“. Mit „Confession“ kann sich der Nutzer für umgerechnet 1,59 Euro auf die Beichte vorbereiten, bisher aber nur auf Englisch. (rv) (NL Radio Vatikan, 09.02.2011). 

06.01.2011 Papst Benedikt XVI.: „Universum trägt die Handschrift Gottes“
„Das Universum ist nicht durch Zufall entstanden, wie einige uns glauben machen wollen“: Das hat Papst Benedikt an diesem Donnerstag betont. Bei seiner Heiligen Messe in St. Peter zum Hochfest der Erscheinung des Herrn rief er dazu auf, „die Handschrift Gottes“ im Universum wahrzunehmen: „Hinter der Schönheit der Welt, in ihrem Geheimnis, ihrer Größe und ihrer Rationalität nehmen wir eine ewige Vernunft wahr.“ Der britische Astrophysiker Stephen Hawking hatte im letzten Sommer Aufsehen erregt mit seiner Aussage, eine Erklärung der Welt komme ohne Gott aus. Übrigens – allein durch die Naturbeobachtung wären die Sterndeuter aus dem Osten nie und nimmer bis zum neugeborenen König, den sie suchten, gekommen, so der Papst: Die „Sprache der Schöpfung gibt uns nicht das endgültige Licht.“ Die Sterndeuter hätten vielmehr die Heilige Schrift zu Rate ziehen müssen: „Das Wort Gottes ist der wahre Stern, der uns inmitten der Unsicherheit des menschlichen Redens das Licht der göttlichen Wahrheit anbietet“, so Benedikt XVI. (rv) (NL Radio Vatikan, 06.01.2011). 

21.12.2010  Vatikan:  Die Kirche und das „perverse Ethos" der Welt – Papst kritisiert Heuchelei einer degenerierten Gesellschaft
Gestern hielt Papst Benedikt XVI. seine alljährlich mit großer Spannung erwartete Ansprache beim Weihnachtsempfang für die Römische Kurie. Wie in den vergangenen Jahren nützte der Heilige Vater die Gelegenheit für einen Rückblick auf die zurückliegenden zwölf Monate und die Ereignisse in und rund um die Kirche. Ausführlich ging er dabei auf den Pädophilieskandal einiger Priester ein, der die Kirche gerade im vom Papst gewünschten Priesterjahr erschütterte. Papst Benedikt XVI. gab den Ereignissen gestern allerdings eine neue Lesart.
Er verurteilte erneut mit aller Deutlichkeit das Phänomen, das eine „unvorstellbare Dimension“ angenommen habe und von Priestern begangen wurde, die „das Sakrament in sein Gegenteil verdrehten“. Benedikt XVI. sprach von einer Kirche, deren Antlitz „mit Schmutz bedeckt ist“, von Priestern, die wegen ihrer Schuld „die Wunden Christi offenhalten“ und „beschmutzen“. Doch neben diese vom Papst bereits mehrfach gebrauchten Worte trat ein neuer Gedanke, den Bendedikt XVI. in den vergangenen Monaten nicht so deutlich geäußert hatte.
Neu war die Anklage gegen die Heuchelei, die oft in den vergangenen Monaten unverhohlen hinter den Angriffen gegen die Kirche auftauchte. Der Papst kritisierte das heuchlerische Gehabe, mit dem in völliger Verzerrung der Realität die Kirche als solche als ein Hort von Kinderschändern in der „reinen“ Welt dargestellt wurde. Papst Benedikt XVI. machte deutlich, dass die Welt jedoch keineswegs „rein“ sei. Man könne die Degenerierung nicht verstehen, in die einige Priester geraten seien, wenn man den Zustand der Welt verschweige, der ein solches Phänomen erst möglich gemacht habe.
Die Welt werfe der Kirche eine Schuld vor, der sie sich mit kaum verborgener Heuchelei an erster Stelle selbst schuldig mache. Die individuelle pädophile Schuld, der sich einzelne Priester schuldig gemacht haben, finde ihre Ursache eben nicht in der Kirche, sondern im sexualisierten Zeitgeist der Welt. Seit den 1970er Jahren, so Papst Benedikt XVI., sei die Phädophilie „wie eine dem Menschen und auch dem Kind völlig entsprechende Sache“ theoretisiert worden, und die Gesellschaft sekundierte, „dass es weder etwas in sich Böses noch etwas in sich Gutes gebe“.
Dieser rein weltlichen Sichtweise setzte der Papst – an die Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman erinnernd – die „große rationale Tradition des christlichen Ethos“ entgegen und „die essentiellen und dauerhaften Grundlagen des moralischen Handelns“. Damit sagte der Papst, dass Pädophilie eine Schändung des Priestertums sei, die mit allen Mitteln bekämpft werden müsse. Er sagte aber auch, dass sie Tochter jener degenerierten Verhaltensweise ist, die die Gesellschaft, die heuchlerisch mit dem Finger auf die Kirche zeigt, fördere und verteidige.
(Palazzo Apostolico/Giuseppe Nardi) (Katholisches.info, 21.12.2010). 
 
11.12.2010  Deutsche Leitkultur lässt sich nach Ansicht des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, nicht mit dem „christlich-jüdischen Erbe“ definieren. Eine auf solchen Traditionen basierende „Leitkultur“ widerspreche den Grundwerten der Verfassung und schließe all jene aus, die nicht religiös seien oder einer anderen Religion als Christentum oder Judentum angehörten, sagte er der Katholischen Nachrichtenagentur in Berlin. Kramer warnte davor, durch eine solche Abgrenzung „vermeintliche Gruppensolidarität und -bindung erzeugen“ zu wollen. Das beschwöre menschliche Instinkte, die sich kaum beherrschen ließen. Am Donnerstag hatte sich FDP-Generalsekretär Christian Lindner deutlich für eine Abkehr vom christlich-jüdischen Erbe als Leitkultur ausgesprochen. (kna) (NL Radio Vatikan, 10.12.2010).  -- Dazu muss man wirklich fragen, ob man uns wieder einmal für blöd hält! Wenn der Zentralrat der Juden es für richtig erachtet, auf die Erwähnung der jüdischen Kultur als eines bedeutenden Bestandteils der deutschen Leitkultur zu verzichten, tut er der Wahrheit sogar einen Gefallen. Aber eine Prägung der deutschen Gesellschaft, Kultur und Geschichte vom 5. bis zum 20. Jahrhundert aus dem Geist des Christentums zu leugnen, ist einfach lächerlich. Mit der religiösen Zugehörigkeit von heute hat diese Definition nichts zu tun. Deshalb kann sie redlicherweise auch nicht herangezogen werden. Die von starken "liberalen" Kräften gewollte Zurückdrängung des Christentums durch Diffamierung ist erst neueren Datums und kann höchstens in die Definition einer künftigen individualistischen und hedonistischen "Leitkultur" einfließen, die uns hoffentlich erspart bleibt [GH].

11.12.2010  Europa: Bericht beschreibt „Marginalisierung von Christen“
In Europa wächst die Intoleranz gegen Christen: Das geht aus einem Bericht hervor, der jetzt in Wien vorgestellt wurde. Erstellt hat ihn den 40-seitigen Text ein Dokumentationszentrum, das sich seit fünf Jahren mit dem Thema beschäftigt. Vorgestellt wurde er bei einer OSZE Konferenz in Wien. Man sehe in diesem Zusammenhang auch eine „Marginalisierung von Christen, wenn es um religiöse Symbole geht“: Das beginne mit dem Weglassen des Wortes Weihnachten und der Entfernung der religiösen Symbole aus der Öffentlichkeit und setze sich fort mit der Marginalisierung von christlichen Ideen „oder auch von Persönlichkeiten, die diese Ideen in der Öffentlichkeit vertreten“. Leiterin des Zentrums ist Gudrun Kugler:
„Dass ein christliches Krankenhaus sich eben auch auf die Religionsfreiheit berufen darf, wenn es bestimmte Dinge nicht anbieten möchte. Aber auch, wenn eine christliche Gemeinde jemanden anstellen oder nicht anstellen möchte, der ihrer eigenen Identität entsprechen soll. Hier ist es also ein Problem, wenn Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung oder Gleichbehandlungs-Gesetzgebung in manchen Ländern christlichen Gemeinden dieses Recht abspricht. Wir haben ein großes Problem in Bezug auf Bildung und Elternrechte: dass in vielen Ländern Eltern nicht die Möglichkeit haben, darauf Einfluss zu nehmen, was ihre Kinder lernen, wenn es ihren moralischen Prinzipien widerspricht.“ (rv) (NL Radio Vatikan, 11.12.2010). 

03.12.2010  BDKJ Köln: Der Weihnachtsmann ist abgeschafft ! (?)
Weihnachtsmann, Nikolaus? Viele Menschen und vor allem Kinder können in der heutigen Zeit oft gar nicht mehr unterscheiden, wer eigentlich wer ist. Dabei gibt es bei genauerem Hinsehen eigentlich gar keine Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Herren. Der Weihnachtsmann wurde von der einflussreichen Werbeindustrie für kommerzielle Zwecke erfunden. Der Heilige Nikolaus wiederum ist keine bloße Erfindung. Der Bischof aus Myra, einem Ort in der heutigen Türkei, wirkte am Anfang des 4. Jh. und ist sowohl der Schutzpatron der Kaufleute, Bäcker und Seefahrer als auch der Kinder.
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat es sich auf die Fahne geschrieben, den Nikolaus wieder in den Vordergrund zu stellen und den Weihnachtsmann in Köln kurzerhand „abgeschafft“. Am 6. Dezember, dem Nikolaustag, soll der Heilige gebührend gefeiert werden. 100 Kinder und Lehrer der Kölner Katholischen Grundschule Osterather Straße kommen dazu um 12 Uhr auf die Weihnachtsbühne auf dem Roncalliplatz. Hier wollen sie gemeinsam mit den Besuchern, im Schatten des Kölner Domes, adventliche Lieder singen. Zeitgleich werden auf der Schildergasse von 10 bis 15 Uhr fair gehandelte Schokoladen-Nikoläuse verteilt. Der BDKJ hat auch noch weitere Aktionen rund um das Nikolausfest geplant und umgesetzt. PEK (101203), 03.12.2010. - [Das Anliegen ist sicher begrüßenswert, aber unter   d e m   Logo?? GH].

19.11.2010  Brüssel:  Wenn Kirche zur “priesterfreien Zone” wird mit “kollektivem” statt katholischem Ritus
Vor etwas weniger als einem Jahr berief Papst Benedikt XVI. Bischof André-Joseph Léonard zum Erzbischof von Mecheln-Brüssel und damit zum Primas der Kirche in Belgien. Seither “geschah alles mögliche und unmögliche”, wie der Vatikanist Paolo Rodari anmerkte. Die katholische Kirche machte sich beim reinigenden Pädophilie-Skandal die “totale Transparenz” zu eigen. Zumindest das hörbare Belgien applaudierte der Polizei, als diese in einer erbärmlichen Dan-Brown-Imitation die Gräber der Kardinäle Jozef-Ernest van Roey und Léon-Joseph Suenens schändete. Löwen, die älteste katholische Universität Europas, beantragte offiziell, sich nicht mehr “katholisch” zu nennen, in der Überzeugung, dass es sich heute laizistisch besser existieren lasse. In diesen Tagen schließlich berichteten die Medien bis hin zur New York Times über Buinzingen, einen Ort südlich von Brüssel. Dort wurde eine Bewegung gegründet, die sich als Alternative zur katholischen Kirche versteht und in der die Heilige Messe nicht ein Priester zelebriert, sondern ein Laie spielt.
Nach dem Tod des Pfarrers, fand sich für die Don-Bosco-Pfarrei kein Priester mehr. So beschloss Willy Delsaert, ein pensionierter Eisenbahner, eine eigene “katholische” Bewegung zu gründen, in der die Gläubigen selber die “Messe feiern” und zwar ganz ohne Priester. Die ganze Sache läuft nach einem recht einfach gestrickten Drehbuch ab: Die Gläubigen versammeln sich rund um einen großen Tisch und feiern die “Heilige Messe” nicht nach dem lateinischen, sondern nach einem “kollektiven Ritus”, der weder Hierarchien noch irgendwelchen festen Bestandteile kennt, dafür aber die “totale Improvisation”. “Wer dieses Brot nimmt und isst”, erklärte Delsaert eloquent mit einem Stück Brot in der Hand, “bekundet damit seinen Wunsch nach einer neuen Welt.”
Mit solchen Worten würden – laut New York Times – Delsaert und seine “Pfarrkinder” die “seit Jahrhunderten” von der katholischen Kirche vertretene Glaubenslehre mit einer “priesterlosen” Idee herausfordern.
Neben Buinzingen soll es weitere ähnliche katholische Kirchen ohne Priester geben, die in den vergangenen zwei Jahren in den Niederlanden und in Flandern auftauchten. Die New York Times bezeichnete eine “Kombination von Faktoren” als Ursache des Phänomens und nannte bekannte liberale Positionen: “Priestermangel, Unzufriedenheit mit dem Vatikan über die Ernennung eines konservativen Bischofs [gemeint ist Erzbischof Léonard von Brüssel] und neuerdings das Unbehagen über Versuche, sexuelle Missbrauchsfälle von Priestern zu vertuschen.”
Als Papst Benedikt XVI. Bischof Léonard an die Spitze der Kirche in Belgien berief, tat er dies gerade, um dieser Art von Phänomen entgegenzuwirken. Die einzige Diözese ganz Belgiens, in der die Zahl der Seminaristen zunahm, war jene von Namur, die von Léonard geführt wurde. Keineswegs nur dies qualifizierte ihn dafür, die Führung in der manchmal orientierungslos scheinenden belgischen Kirche übernehmen zu können.
Es ist kein Zufall, dass die Idee einer “priesterfreien” Kirche ohne Priester und Hierarchie gerade in Belgien Anhänger findet. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil propagierten dort selbst führende Kirchenvertreter eine “in der Moderne aufgehende” Kirche, so zum Beispiel der dominikanische Theologe Edward Schillebeeckx.
Schillebeeckx war es, der verschiedene jüngere Theologen seiner Zeit in die Nouvelle Théologie einführte. In den 1960er Jahren beeinflusste er maßgeblich den “Neuen holländischen Katechismus”, in dem katholische Eindeutigkeit einer diffusen Mehrdeutigkeit Platz machte zu Themen wie Sünde, Auferstehung, Eucharistie, Jungfräulichkeit Mariens oder Aufgaben der Kirche und des Papstes.
(Palazzo Apostolico/Giuseppe Nardi, Bild: Palazzo Apostolico) (Katholisches.info, 19.11.2010). 

14.11.2010 Vereinte Nationen:                               Die UNO-Vollversammlung in New York hat sich für ein weltweites Moratorium von Hinrichtungen eingesetzt.
Die Resolution, die mit der Perspektive einer völligen Abschaffung der Todesstrafe vorgelegt wurde, bekam 107 Stimmen; ihnen standen 38 Gegenstimmen und 36 Enthaltungen gegenüber. Die katholische Basisgemeinschaft Sant´Egidio spricht von einem „großen Erfolg“ und einem „unumkehrbaren Trend hin zu einem Ende der Todesstrafe“. Es habe im Vergleich zur letzten Abstimmung dieser Art eine neue Ja-Stimme gegeben, vor allem aber acht Nein-Stimmen weniger. Sant’Egidio habe „direkt an der Veränderung der Position der beiden Länder mitgewirkt, die von Gegnern zu Befürwortern des Moratoriums wurden: der Mongolei und der Malediven“. Diese „mutige Entscheidung“ der zwei Länder zeige u.a., „dass entgegen der landläufigen Meinung Veränderungen auch in Asien und in Ländern mit muslimischer Tradition zu beobachten sind“. Auch in China sei die Zahl der Hinrichtungen „erheblich zurückgegangen“. Wörtlich heißt es in der Erklärung von Sant´Egidio: „Das Klima hat sich insgesamt verändert, von den Vereinigten Staaten bis Indien, und die Zahl der Hinrichtungen hat einen historischen Tiefpunkt erreicht.“ Das sei das „Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft“. (pm) (NL Radio Vatikan, 14.11.2010).  

17.10.2010  Malta:
Maltas Bischöfe haben sich gegen die Einführung der Ehescheidung ausgesprochen.
In einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenschreiben fordern sie dazu auf, die Einstellung zur Ehe zu verändern, nicht aber die Gesetze. Wo die Ehescheidung existiere, sei sie in der Hoffnung eingeführt worden, eine Lösung für gescheiterte Ehen zu finden. Tatsächlich hätten sich die Probleme dadurch aber vervielfacht, heißt es in dem von Erzbischof Paul Cremona OP und Bischof Mario Grech unterzeichneten Schreiben. Dies belegten Studien und Statistiken. Die Kirche wolle ihre Position gegen die Scheidung niemandem aufzwingen, so die Bischöfe. Andererseits sei sie verpflichtet, dem Beispiel Jesu nachzufolgen und seine Lehre zu verkünden. Christen müssten auch in der Frage von Ehe und Scheidung Rechenschaft vor Jesus ablegen. - Malta debattiert derzeit darüber, ob die gesetzlich verbotene Ehescheidung zugelassen werden soll. Zeitungsberichten zufolge soll die Bevölkerung in einem Referendum die Möglichkeit erhalten, eine Parlamentsentscheidung in der Frage zu billigen oder zu verwerfen. Umfragen lassen darauf schließen, dass eine Volksabstimmung ein knappes Ergebnis haben würde. (kna) (NL Radio Vatikan, 17.10.2010). 

23.09.2010  Deutschland:
Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat einem vom Bistum Essen gekündigten Kirchenmusiker Recht gegeben.
Das Bistum habe gegen das Recht auf Privat- und Familienleben verstoßen, als es dem Mann wegen einer außerehelichen Beziehung kündete, so die Richter am Donnerstag in Straßburg. Im Fall eines deutschen Mitarbeiters der Mormonen, dem ebenfalls wegen einer außerehelichen Beziehung von seiner Glaubensgemeinschaft gekündigt wurde, fanden die Straßburger Richter dagegen keinen Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Der von seiner Frau getrennt lebende Kirchenmusiker erwartete mit seiner neuen Partnerin ein Kind. Von deutschen Gerichten wurde die Kündigung des Musikers bis hin zu den höchsten Instanzen als rechtens angesehen; dabei hatten die Richter auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen verwiesen. (kna)(NL Radio Vatikan, 23.09.2010). 

20.08.2010  Mexiko:
Die Zahl der Todesdrohungen und Schutzgelderpressungen gegen Priester nehmen zu.
Auch die Beträge, die Zugehörige der Drogenmafia fordern, erhöhen sich. Mittlerweile liege man bei über 4000 Euro. Das sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Victor Rene Rodriguez Gomez gegenüber der Tageszeitung „El Universal“. Gegen Bezahlung wollten die Erpresser auf körperliche Angriffe verzichten und die Geistlichen am Leben lassen. „Wir leben in Ungewissheit, Furcht und ohne irgendwelche Hilfe“, so ein Priester aus der Diözese Nuevo Laredo. Neben katholischen sind auch die evangelikalen Geistlichen von den Drohungen betroffen. An der Landesgrenze zu den USA ist der Drogenkrieg besonders heftig. Hier sind zuletzt mehr als 100 Helfer evangelikaler Kirchen aus Angst vor den Drohungen geflüchtet. (kipa) (NL Radio Vatikan, 20.08.2010). 

10.08.2010:  Vereinigte Staaten:
Der frühere Erzbischof von Washington warnt vor einer „Ausrottung“ des Christentums im Irak.
Der bald beginnende Abzug von US-Kampftruppen aus dem Irak „darf nicht dazu führen, dass wir uns um die Iraker nicht mehr kümmern, vor allem um die Millionen von Vertriebenen und Flüchtlingen“. Das meinte Kardinal Theodore E. McCarrick jetzt in einem Internetbeitrag. Die USA bräuchten einen Plan, wie sie nach dem Truppenabzug noch Einfluss auf das Geschehen im Irak nehmen könnten, so McCarrick. „Die Angehörigen von Minderheiten im Irak einfach alleinzulassen, ist keine Option“, so der Kardinal wörtlich. „Wir dürfen bei einem Abzug keine humanitäre Krise hinterlassen in der Hoffnung, dass die sich schon irgendwie von selber lösen wird.“ (cns) NL Radio Vatikan, 10.08.2010). 

28.07.2010  Vatikan/Russland:
Die Aufwertung der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und dem Vatikan ist jetzt umgesetzt. Erzbischof Antonio Mennini überreichte als erster Päpstlicher Nuntius in der Russischen Föderation dem Moskauer Außenminister Sergej Lawrow sein Beglaubigungsschreiben. Kurz zuvor war auch am Vatikan die Aufwertung des bisherigen Moskauer Vertreters zum Botschafter vollzogen worden. Nuntius Mennini erinnerte jetzt in Moskau daran, dass Russland und der Heilige Stuhl sich auf internationaler Ebene „oft auf einer Linie wieder finden, etwa wenn es um den Schutz moralischer Werte oder um die Förderung des Friedens geht“. (or/rv) (NL Radio Vatikan, 28.07.2010) 

Unglaubliches staatliches Vorgehen gegen die belgischen Bischöfe!                                      27.06.2010  Vatikan/Belgien: Papst schreibt an Erzbischof Léonard
Papst Benedikt XVI. hat den belgischen Bischöfen seine Nähe und Solidarität bekundet. An diesem Sonntag sendete das katholische Kirchenoberhaupt einen Brief an den Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, Erzbischof André-Joseph Léonard. Mit klaren Worten ging Benedikt XVI. auf die jüngsten Vorgänge in Brüssel ein. Dort hatte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag im Zuge von Ermittlungen in Missbrauchsfällen die in Brüssel im Bischofspalais versammelten Bischöfe neun Stunden lang festgesetzt, ihre Handys und vertrauliche Unterlagen beschlagnahmt und zudem die Gräber von zwei Kardinälen aufgebrochen.                                   Der Papst verurteile den Missbrauch von Minderjährigen durch Kirchenmitarbeiter aufs Schärfste. Die Kirche sei aber bei der Aufklärung zur Zusammenarbeit mit der staatlichen Justiz bereit, betonte der Papst in dem Brief vom Sonntag. Die Form der Untersuchung und insbesondere die Schändung von Gräbern seien jedoch schwerwiegend. – Der belgische Botschafter beim Heiligen Stuhl war am gleichen Tag – also bereits am Donnerstag – in den Vatikan einbestellt worden. (rv) (NL Radio Vatikan, 27.06.2010). 

07.01.2010 Deutschland:
Die beiden großen Kirchen fordern mit Nachdruck einen christlich geprägten Raum der Stille im neuen Großflughafen Berlin Brandenburg International.
Am Montag wollen Kardinal Georg Sterzinsky und Bischof Markus Dröge im Evangelischen Zentrum Berlin-Friedrichshain ihr Konzept für die Flughafenseelsorge  vorstellen. Das Flughafen-Management hatte vor einer Woche erklärt, der Flughafen solle, anders als von den Kirchen favorisiert, keine Kapelle, sondern einen allgemeinen Raum der Stille erhalten. Dieser solle grundsätzlich allen Fluggästen zur Verfügung stehen. Für ihn sei eine Fläche von rund 120 Quadratmetern im Terminal vorgesehen. Der künftige Hauptstadtflughafen, der nach dem früheren SPD-Bundeskanzler Willy Brandt benannt werden soll, geht voraussichtlich Ende Oktober 2011 in Betrieb. Die meisten der großen deutschen Verkehrsflughäfen haben eine Flughafenkirche oder -kapelle, die in der Regel ökumenisch betreut wird. (kna) (NL Radio Vatikan, 07.01.2010).

30.12.2009  Spanien:
Im kommenden Jahr rechnet der spanische Wallfahrtsort Santiago de Compostela mit einem bislang einmaligen Pilgeransturm.
Am Silvestertag wird Erzbischof Julian Barrio die „Heilige Pforte“ der Kathedrale mit drei Hammerschlägen öffnen und damit das „Xacobeo 2010“, das Heilige Jakobus-Jahr, einläuten. Es werde damit gerechnet, dass Millionen Pilger zu diesem besonderen Anlass das Grab des Apostels Jakobus aufsuchen, meldet die Katholische Nachrichtenagentur. Das Heilige Jahr ist das 119. seit der Begründung der Tradition im zwölften Jahrhundert und wird nur dann gefeiert, wenn der Todestag des Apostels, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Erst 2021 wird es wieder so weit sein. (kna) (NL Radio Vatikan, 30.12.2009).  

06.12.2009  Großbritannien:
Der ehemalige Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, hat eine Aufnahme in den britischen Adel abgelehnt.
Der pensionierte Primas der Katholiken in England und Wales wolle keinen Sitz im britischen Oberhaus einnehmen, berichtet der „Sunday Telegraph“. Grund für die Ablehnung des Adelstitels seien innerkirchliche Bedenken gewesen, so Murphy-O'Connor nach Gesprächen mit dem Vatikan. Einige Bischöfe in England und Wales sahen laut Bericht die politische Unabhängigkeit der katholischen Kirche in Gefahr. Andere argumentierten, das Kirchenrecht verbiete es Geistlichen, politische Ämter anzunehmen. Von der anglikanischen Kirche sind 26 Geistliche Mitglieder des britischen Oberhauses. Auch der britische Oberrabbiner Jonathan Sackes wurde dieses Jahr in den Adelsstand aufgenommen. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.12.2009).
 

05.12.2009  Brasilien:
Die hoch über Rio de Janeiro thronende Christus-Erlöser-Statue, der „Cristo Redentor“, ist zum historischen Kulturerbe Brasiliens erklärt worden.
Das mit Podest insgesamt 38 Meter hohe Wahrzeichen der brasilianischen Metropole wurde im Oktober 1931 nach langer Verzögerung und fünfjähriger Bauzeit auf dem Corcovado-Berg eingeweiht. Die mehr als 700 Meter über dem Meeresspiegel errichtete Statue ist ein katholischer Wallfahrtsort und neben dem „Zuckerhut“ eines der beliebtesten Motive für Postkarten aus Rio de Janeiro. Der „Cristo Redentor“ breitet seine Arme mit einer Spannweite von 28 Metern schützend über die am Atlantik gelegene zweitgrößte Stadt Brasiliens aus. (efe) (NL Radio Vatikan, 05.12.2009).

Eine bemerkenswerte Ansprache von Papst Benedikt XVI. an die Internationale Theologenkommission: 

01.12.2009  Papst: „Nicht immer mit demselben Netz fischen“
Benedikt XVI. ist von Beruf „Menschenfischer“ – und Nachfolger des Fischers Petrus vom See Genezareth.  Den Mitgliedern der Internationalen Theologenkommission riet der Papst an diesem Dienstag, „nicht immer mit demselben Netz zu fischen“. Bei der Frühmesse in der Cappella Paolina hielt er den angereisten Theologen eine frei gesprochene Predigt, ausgehend von dem Ruf Jesu: "Ich preise dich, Vater, . . . weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast" (Mt 11,25; LÖk 10,21).
„So geht es ja auch in der Theologie: Da fischt man in den Wassern der Heiligen Schrift mit einem Netz, das nur Fische von einer bestimmten Größe fassen kann – und alle Fische, die zu klein oder zu groß sind, passen nicht hinein, so dass man sich schließlich sagt: Die gibt es gar nicht. Genauso ist es auch mit dem Geheimnis Jesu: Man reduziert den menschgewordenen Sohn Gottes auf einen „historischen Jesus“, eine wirklich tragische Figur, ein Gespenst ohne Fleisch und Knochen – einen, der im Grab geblieben und wirklich tot ist. Die Methode weiß bestimmte Fische zu fangen, aber sie fängt nicht das große Geheimnis ein - weil der Mensch sich selbst zum Maß macht und bestimmte Methoden absolut setzt, die zu den großen Wirklichkeiten einfach nicht passen!“ 
„Die Kleinen, von Maria bis zu den Fischern am See Genezareth, die haben es verstanden“, sagt er, . . . (NL Radio Vatikan, 01.12.2009).

19.11.2009  Deutschland
Der Saarbrücker ehemalige Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl bittet um die Aufhebung seiner Suspendierung vom Priesteramt.
Das berichtet die „Saarbrücker Zeitung“. Der 75-jährige Hasenhüttl hatte am Rand des Ersten Ökumenischen Kirchentags in Berlin 2003 auch Nicht-Katholiken demonstrativ zum Empfang der Heiligen Kommunion eingeladen. Daraufhin suspendierte ihn der damalige Bischof von Trier, Reinhard Marx, vom Priesteramt und entzog ihm 2006 auch die kirchliche Lehrerlaubnis. Marxens Nachfolger als Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, bestätigte im Gespräch mit der „Saarbrücker Zeitung“, dass Hasenhüttl schon im Mai schriftlich um die Rücknahme der Kirchenstrafen gebeten habe. Er habe ihm daraufhin Gesprächsbereitschaft signalisiert. Allerdings bleibe eine Aufhebung an Bedingungen geknüpft, so Ackermann: Hasenhüttl müsse sich u.a. „klar zur katholischen Lehre bekennen“. (sz/kna) (NL Radio Vatikan, 18.11.2009). -

- Hasenhüttl hat es sich wieder anders überlegt. Vorbedingungen will er nicht akzeptieren [GH].

12.10.2009 Hexenverfolgung heute - in Afrika! Augustin Obiora Akubeze, Bischof von Uromi (Nigeria) beklagte am heutigen Vormittag auf der im Vatikan tagenden II. Sondersynode für Afrika die nach wie vor existierende Praxis der „Hexenjagd“. Hexen und Zauberer würden dem Aberglauben nach das Schlimmste über ihre Familien und Gemeinden bringen. Die vermeintlichen Hexen und Zauberer würden ausgesetzt, isoliert, diskriminiert und von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Bisweilen würden sie in den Dschungel gebracht und zu Tode gefoltert oder öffentlich ausgestellt und getötet.
Frauen, die der Hexerei verdächtigt werden, würden in Säure getaucht und vergiftet. Es sei zu Fällen gekommen, in denen zunächst vergiftete Frauen lebendig begraben worden seien.-
Einige der anderen Kirchen würden nicht dabei behilflich sein, den Aberglauben und die Vorurteile zu überwinden, so der nigerianische Bischof. Es sei vorgekommen, dass Mitglieder der pentekostalen Kirche als Hexen verdächtigte Frauen oder Zauberer gefesselt und gefoltert hätten, um sie zu einem Geständnis zu zwingen. Es stellt sich für den Bischof notwendig die Frage, wie es zu derartigen Umtrieben im 21. Jahrhundert kommen könne. Aus diesem Grund habe er die Angelegenheit auch vor die Synode gebracht. (ZENIT [zenitdeutsch@zenit.org]).

01.10.2009  Vatikan/Vereinte Nationen:
In Sachen Kindesmissbrauch sollte man nicht nur auf die katholische Kirche starren, sondern auch die Skandale in anderen Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften in den Blick nehmen.
Das fordert Erzbischof Silvano Tomasi. Der Vatikan-Beobachter bei UNO-Einrichtungen in Genf wurde im Menschenrechtsrat vom Vertreter eines laizistischen Verbands auf Missbrauchs-Skandale in der katholischen Kirche angesprochen. Zur Antwort wies Tomasi darauf hin, dass – anders als die Medienberichterstattung glauben mache – in den USA die meisten Missbrauchs-Skandale in protestantischen Kirchen zu verzeichnen seien. Auch die entsprechenden Skandale innerhalb der jüdischen Gemeinschaften der USA lägen zahlenmäßig deutlich über denen, zu denen es in der katholischen US-Kirche gekommen sei. Tomasi wörtlich: „So wie die Kirche vor ihrer Tür gekehrt hat, sollten das jetzt auch mal andere Institutionen und Autoritäten tun, und zwar mit der gleichen Offenheit den Medien gegenüber!“ (apic) (NL Radio Vatikan, 01.10.2009).
 
29.08.2009  Italien:
Der bekannte Aids-Forscher Edward Green aus den USA hat den Papst verteidigt:
Kondome allein seien im Kampf gegen Aids nicht ausreichend, so der Harvard-Mediziner beim „Treffen für die Freundschaft der Völker“ in Rimini. Letzten März hatte Papst Benedikt XVI. scharfe öffentliche Kritik wegen seiner Ermunterung zu verantwortungsbewusstem Sexualverhalten im Kampf gegen Aids in Afrika geerntet. Green wörtlich: „Als Wissenschaftler war ich erstaunt zu beobachten, wie nahe die Aussagen des Papstes zu den Ergebnissen der jüngsten wissenschaftlichen Entdeckungen sind. Das Kondom verhindert Aids nicht. Nur mit verantwortungs-bewusstem Sexualverhalten kann man die Pandemie in den Griff bekommen.“ Der Heilige Vater habe die Wahrheit gesprochen. Green weiter: „Die regelmäßige Verwendung von Kondome vorzuschlagen, kann sogar den gegenteiligen Effekt haben. Es sei gefährlich, wenn sich eine Person sicher wähne und sich deshalb der Gefahr noch mehr aussetze. „Warum wurde bislang kein Versuch unternommen, die Gewohnheiten der Menschen zu ändern?“ (zenit) (NL Radio Vatikan, 29.08.2009).
 
30.07.2009:                                      
Die Zerstörung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine

Kathpress-Exklusiv: Sensationelles Dokument aus dem Geheimarchiv des Zentralkomitees der KPdSU schafft endgültig Klarheit: Stalin befahl die Liquidierung, Chruschtschow führte sie aus.

Moskau-Wien (KAP) Aufschlüsse über Inszenierung und Ablauf der Liquidierung der griechisch-katholischen Kirche in der westlichen Ukraine im Zeitraum von 1945 bis 1950 vermittelt ein der "Kathpress" exklusiv vorliegendes Dokument, das direkt aus dem Geheimarchiv der Parteiführung im Kreml stammt und der griechisch-katholischen Kirchenführung zugespielt wurde. Damit sind letzte Zweifel beseitigt, dass Stalin und der damalige ukrainische KP-Chef Nikita Chruschtschow persönlich die Liquidierung der "unierten" Kirche steuerten und befahlen. Fachleute waren bereits seit geraumer Zeit davon überzeugt, dass es derartige Regieanweisungen gegeben haben muss, bisher gab es auf Grund der mangelhaften Aktenlage aber keinen schlüssigen Beweis.

Das der "Kathpress" übermittelte Dokument vom 17. Dezember 1945 [siehe unten!] macht gleichzeitig deutlich, dass das "Initiativkomitee zur Wiedervereinigung der griechisch-katholischen Kirche mit der Orthodoxie" - unterstützt durch Staat und Partei [und die russische orthodoxe Kirche! GH] - die führende Rolle bei der Liquidierung spielte. Gründer der Initiative waren die katholischen Erzpriester Gabriel Kostelnyk, Michael Melnyk und Anton Pelwetskyj.
Bereits im Frühjahr 1945 war eine Medienkampagne gegen die Unierten unter dem Schlagwort "Kehrt schleunigst in die Arme eurer wahren Mutter, der orthodoxen russischen Kirche, zurück" gestartet worden. Am 8. April 1945 erschien in der Zeitung "Wolna Ukraina" unter dem Titel "Mit dem Kreuz und dem Messer" ein scharfer Artikel gegen die unierte Kirche und ihre Bischöfe. Nach dieser "Einstimmung" schritt man zur Tat: am 11. April wurden alle unierten Bischöfe in der Westukraine gleichzeitig verhaftet. Später - im Frühjahr 1946 - gab der Moskauer Rundfunk bekannt, die Bischöfe seien wegen Kollaboration mit den Deutschen zu langer Zwangsarbeit verurteilt worden.
Vom 8. bis zum 9. März 1946 tagte in Lemberg (Lwiw) eine sogenannte "Synode der griechisch-katholischen Kirche", die die Union von Brest-Litowsk mit Rom aufkündigte und den Anschluss an das Moskauer Patriarchat beschloss. Bei der Synode war kein rechtmäßiger Bischof der griechisch-katholischen Kirche anwesend; die Bischöfe waren längst interniert. An der Synode selbst nahmen rund 200 Geistliche teil. Ein Dokument hält allerdings fest, dass "unter den Anwesenden die Namen bereits verstorbener Geistlicher genannt" wurden.
Schon vor der Synode wurden die "Chefs" des Komitees im Kiewer Höhlenkloster in die russisch-orthodoxe Kirche aufgenommen. Die bisherigen griechisch-katholischen Priester Pelweztskyj und Melnyk wurden umgehend zu Bischöfen geweiht. Erzpriester Kostelnyk, der eigentliche Drahtzieher, konnte - weil verheiratet - nach den Vorschriften des Kirchenrechtes nicht Bischof werden. Er fiel jedoch schon ein Jahr später einem nie aufgeklärten Mordkomplott zum Opfer.
Das Drama der "Wiedervereinigung" erreichte am 9. Dezember 1946 seinen Höhepunkt: die neuen Bischöfe nahmen zusammen mit den orthodoxen Bischöfen Makarij von Lemberg und Nestor von Mukatschewo "die Abschwörung der lateinischen Häresie" durch 204 Priester entgegen. Die Synode schickte anschließend Huldigungsadressen an Stalin und die Mitglieder der sowjetischen Regierung. Nur rund 30 Prozent des griechisch-katholischen Klerus wechselten unter Druck ins orthodoxe Lager über. Rund 10 Prozent gründeten im Verborgenen die Katakombenkirche. Weitere 10 Prozent gingen ins Exil.
Dem Drama in den Gebieten der westlichen Ukraine folgte die Zerschlagung der katholischen Kirche des byzantinischen Ritus in der Karpato-Ukraine im Jahre 1949. Darüber berichtete detailliert die Moskauer Patriarchatszeitschrift. Dort heißt es, der griechisch-katholische Klerus der Karpato-Ukraine sei "aus Sorge um das Heil der ihm anvertrauten Seelen" in seiner überwiegenden Mehrheit zur Orthodoxie übergetreten. Das gläubige Volk sei "massenweise in den Schoß der orthodoxen Mutterkirche" zurückgekehrt; die Union auch im letzten Winkel ausgerottet. Als Motiv wurde angegeben, die Union habe die Freiheit des Gewissens beeinträchtigt. Da das Volk der Karpato-Ukraine durch die "unsterblichen Heldentaten des russischen und ukrainischen Volkes endlich glücklich von der Jahrhunderte währenden Fremdherrschaft befreit" worden sei, schlage nun die Stunde, "auch die Knechtschaft des Vatikans abzuschütteln".
Auch im polnisch gebliebenen Teil des ukrainischen Siedlungsgebietes wurde die griechisch-katholische Kirche vernichtet (es handelte sich um die Eparchie Peremysl/Przemysl). Bereits im September 1944 war zwischen der UdSSR und der polnischen kommunistischen Regierung ein Vertrag über den "Bevölkerungsaustausch" im ganzen Grenzgebiet unterzeichnet worden. Die auf polnischem Gebiet verbliebene ukrainische Restminderheit - rund 200.000 Personen - wurde im Jahr 1947 im Rahmen der "Aktion Weichsel" mit Gewalt in die Oder-Neiße-Gebiete umgesiedelt.
Verhandlungen zur Wiederzulassung in Wien
Vor 20 Jahren, im Spätherbst 1989, erreichte die katholische Kirche - der Heilige Stuhl, vertreten durch den damaligen Pfarrer und nunmehrigen Generalvikar für die byzantinischen Gläubigen in Österreich, Prälat Alexander Ostheim - in zähen Geheimverhandlungen in Wien mit Repräsentanten der damaligen UdSSR die Wiederzulassung der bis zu diesem Zeitpunkt im Untergrund wirkenden griechisch-katholischen Kirche in der Westukraine. Damit wurde ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte aufgeschlagen. (Kathpress 30.07.2009; Ergänzungen in eckigen Klammern von GH).

Originaltext des Dokuments:

Wortlaut des Briefes des damaligen ukrainischen Parteichefs Nikita Chruschtschow an Stalin über die Liquidierung der "unierten" Kirche

Moskau-Wien (KAP) Ein der "Kathpress" übermitteltes Dokument aus dem Geheimarchiv der einstigen KPdSU vom 17. Dezember 1945 bestätigt nun einen lange gehegten Verdacht: Stalin persönlich hat die Liquidierung der "unierten" griechisch-katholischen Kirche in der Westukraine (und der Karpato-Ukraine) befohlen. "Kathpress" dokumentiert den vollständigen Brief an Stalin mitsamt den Archivnotizen im Wortlaut in einer eigenen Übersetzung:

F 17, o125, d 313
Blatt 29

17.12.1945. ZK WKP (b)

Dem Genossen STALIN J.W. (Josif Wissarionowitsch)

Als ich in Moskau war, habe ich Sie informiert über die geleistete Arbeit zur Zerstörung der unierten Kirche und den Übertritt der unierten Geistlichkeit in die orthodoxe Kirche. Als Ergebnis der geleisteten Arbeit bildete sich aus der Zahl der unierten Geistlichkeit eine "Initiativgruppe". Diese Gruppe schickte an die Adresse des "Sowjet Narodnych Komissarow" (Sownarkom; bis 1946 beibehaltene Bezeichnung für Ministerrat, Red.) der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik folgende Dokumente:

1) Schreiben an den Sownarkom über die Lage der griechisch-katholischen Kirche in der Westukraine.

2) Brief der "Initiativgruppe" an die gesamte Geistlichkeit der griechischen-katholischen Kirche. Dieses Dokument werden sie der Geistlichkeit erst dann übermitteln, nachdem wir die Existenz der "Initiativgruppe" gestattet haben werden.

Bei der Überreichung der Dokumente an den Mitarbeiter des NKWD (Volkskommissariat des Inneren) und Referenten für konfessionelle Fragen beim Sownarkom der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik, Danilenko, haben sie gebeten, bei positiver Entscheidung der Frage den Brief an den Sownarkom nicht eher zu publizieren, bis sie das zweite Dokument an die gesamte Geistlichkeit nach Diözesen verschickt hätten. Alle Dokumente wurden erstellt von Kirchenleuten, bei der Redigierung dieser Dokumente haben unsere Leute in keiner Weise teilgenommen.

Ich sende Ihnen den Text unserer Antwort. Ich denke, dass man ihrer Bitte entsprechen sollte und ihnen damit die Möglichkeit geben sollte, den Brief an die Geistlichen der griechisch-katholischen Kirche zu versenden und erst danach diese Dokumente in den Zeitungen der Westgebiete zu publizieren. Wir haben in den Zeitungen der Republik "gemischte Kolumnen" für die Bevölkerung der Westgebiete eingeführt, in denen man diese Dokumente veröffentlichen könnte.

Ich erwartet Ihre Weisungen.

Wenn Sie irgendwelche Bemerkungen zum Text der unierten Dokumente haben, so können wir über unseren Repräsentanten diese Anmerkungen (in den Text) einfügen. Bezüglich unserer Antwort an die "Initiativgruppe" sollten sie - wie Sie uns raten - den Text mit meiner Unterschrift versehen versenden oder mit der Unterschrift des Bevollmächtigten für Fragen der russisch-orthodoxen Kirche beim Sownarkom der UdSSR.

N. Chrustschow
(Kathpress, 30.07.2009).
 
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Videat Dominus et iudicet !

26.07.2009  Großbritannien:     
                              

Anglikanische Kirchgänger im nordenglischen Blackburn können ab sofort zwischen „männlichen“ und „weiblichen“ Hostien wählen. Seit in der dortigen Kathedrale mit Sue Penfold eine Frau als Domkapitularin tätig sei, gebe es zusätzlich eigens von einem Mann geweihte Hostien, berichtet die Zeitung „The Times“ am Wochenende. Gemeindemitglieder, die keine Frauen in diesem Amt akzeptierten, erhielten auf Wunsch ihre zuvor von einem Mann geweihte Hostie aus einem separaten Gefäß, wenn Penfold den Gottesdienst leite. Gegner verurteilen diese neue Praxis als Diskriminierung. (kna) (NL Radio Vatikan, 26.07.2009) - Da weiß man nicht, worüber man mehr weinen soll: über die Fakten an sich oder über das aus dem Artikel ersichtliche theologische Unverständnis der Beteiligten. Man möchte mit dem heiligen Paulus fragen: "Ist denn Christus geteilt?" (1 Kor 1,13a) --- oder ist er womöglich gar nicht da? [GH].

 
29.06.2009  Kasachstan:
In Astana findet ab dem 1. Juli der zweitägige „Kongress der Weltreligionen“ statt.
                     60 Delegationen aus aller Welt werden in der kasachischen Hauptstadt erwartet, sagte ein Regierungssprecher. Aus dem Vatikan reist der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog an, Kardinal Jean-Louis Tauran. Außerdem sind der orthodoxe Metropolit von Paris, Emmanuel (Adamakis), und der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Ismael Noko, vertreten. Das Judentum vertreten die beiden israelischen Großrabbiner Yona Metzger und Shlomo Amar, den Islam der Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, Muhammad Sayyid al-Tantawi. Am 1. Juli sprechen die Delegierten über die Rolle religiöser Führungspersönlichkeiten beim Aufbau einer Weltordnung, die sich auf Toleranz, Respekt und Zusammenarbeit gründet. Am zweiten Tag des Religionskongresses stehen moralische Werte, Dialog und „Solidarität in Krisenzeiten“ auf dem Programm. Auch internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die UNESCO und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben sich in Astana angekündigt. Der „Kongress der Weltreligionen“ findet zum dritten Mal statt. (kap) (NL Radio Vatikan, 29.06.2009).

31.05.2009  Papst Benedikt XVI. am Pfingstfest: „Kirche muß weniger aktivistisch werden“     „Wenn wir wollen, daß Pfingsten nicht zu einem einfachen Ritus oder einer schönen Erinnerung erstarrt, sondern ein jetziges Heilsgeschehen wird, dann müssen wir uns in die Lage versetzen, Gottes Gabe zu empfangen – durch das Hören seines Wortes. Damit Pfingsten in unserer Zeit neu Wirklichkeit wird, muß die Kirche vielleicht weniger aktivistisch und betender werden...“
„So wie es eine Luftverschmutzung gibt, gibt es auch eine des Herzens und des Geistes, die die spirituelle Existenz vergiftet. Und wie man sich nicht mit Giften in der Luft zufrieden geben darf, darf man sich auch nicht mit einer Verschmutzung  des  Geistes  zufriedengeben! Wie schnell gewöhnt man sich doch an so vieles, was den Geist und das Herz in unseren Gesellschaften vergiftet: zum Beispiel Bilder, die die Lust, die Gewalt oder die Verachtung von Mann und Frau spektakulär vorführen. Das ist eben Freiheit, heißt es dann – ohne daran zu denken, dass das alles den Geist vor allem der jungen Generationen vergiftet und schließlich auch die Freiheit selbst einschränkt. Das Bild vom Herabkommen des Heiligen Geistes im Sturm an Pfingsten läßt uns hingegen daran denken, wie wertvoll es ist, reine Luft zu atmen – mit den Lungen, aber auch mit dem Herzen!“(NL Radio Vatikan, 31.05.2009). --      Konkrete Quellen der geistigen und seelischen Verschmutzung, die der Papst nicht öffentlich zu nennen wagt: Verleumdung anderer als Folge von Missgunst, Neid und  Hass; ferner Propaganda und Indoktrination durch die Medien; Lügen der Politiker . . . [GH].

08.04.2009:  DAS LANGE WARTEN HAT EIN ENDE !  Trier/Rom:  Dr. Stephan Ackermann ist der neue Bischof von Trier  -  Amtseinführung am 24. Mai
Zum neuen Bischof von Trier hat Papst Benedikt XVI. den Trierer Weihbischof Dr. Stephan Ackermann (46) ernannt. Dompropst Prälat Werner Rössel hat die Ernennung am 8. April im Trierer Dom am Ende der Chrisam-Messe bekannt gegeben. Zeitgleich wurde die Ernennung auch in Rom verkündet. Stephan Ackermann folgt als Bischof von Trier auf Reinhard Marx, der seit Februar des vergangenen Jahres Erzbischof von München und Freising ist. Dompropst Rössel gratulierte dem künftigen Bischof von Trier – auch im Namen aller Gläubigen der Diözese: „Der heutige Tag ist ein großer Tag für unser Bistum." Die im Dom versammelten Gottesdienstbesucher schlossen sich den Glückwünschen des Dompropstes mit spontanem Beifall an.

Diözesanadministrator Bischof Robert Brahm hat verfügt, dass aus Anlass der Ernennung des neuen Bischofs in allen Kirchen im Bistum Trier am Ostersonntag 15 Minuten lang die Glocken geläutet werden. Die Trierer Domglocken verkündeten die Ernennung bereits am Ende der heutigen Chrisam-Messe. Am Sonntag wird in den Gottesdiensten ein Schreiben von Diözesanadministrator Brahm und Dompropst Rössel verlesen werden. Am Ende der Heiligen Messen wird das „Te Deum" gesungen. Der neue Bischof von Trier wird am 24. Mai um 15 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes im Trierer Dom in sein Amt eingeführt werden. Bis zur Amtseinführung wird das Bistum weiter von Diözesanadministrator Robert Brahm geleitet.


Stephan Ackermann wurde am 20. März 1963 in Mayen geboren. 1981 trat er in das Priesterseminar in Trier ein. 1983 setzte er sein Theologiestudium in Rom fort, wo er 1987 zum Priester geweiht wurde und 1989 an der Päpstlichen Universität Gregoriana das Lizentiat in Theologie erwarb. Anschließend war er bis 1991 als Kaplan in Bad Breisig (Niederbreisig und Oberbreisig) tätig. Im Herbst 1991 übernahm er das Amt des Subregens am Trierer Priesterseminar. Von dieser Tätigkeit wurde er im Sommer 1998 zur Fertigstellung seiner Doktorarbeit im Fach Katholische Dogmatik freigestellt. Im April 1999 ernannte ihn der damalige Trierer Bischof Dr. Hermann Josef Spital zum Regens der Priesterausbildungsstätte St. Lambert. Im Jahr 2000 wurde er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt im Fachbereich Dogmatik zum Doktor der Theologie promoviert. Seine Doktorarbeit trägt den Titel „Kirche als Person".

Papst Benedikt XVI. verlieh Stephan Ackermann im November 2005 den Titel „Ehrenkaplan seiner Heiligkeit" ("Monsignore"). Am 14. März 2006 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof im Bistum Trier ernannt. Seitdem war er in der ältesten Diözese Deutschlands vor allem für die Visitationen und Firmungen im Visitationsbezirk Trier zuständig. Stephan Ackermann ist Mitglied der Kommission Weltkirche und der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz. Im März 2008 wurde er zum Vorsitzenden der Deutschen Kommission „Justitia et Pax" gewählt. Deren Aufgabe ist die Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bistum-trier.de

Downloads:
Portrait Bischof Dr. Stephan Ackermann
(Newsletter Bistum Trier, 08.04.2009).

 
27.03.2009  Berlin: Papst-Schelte
Merkel sieht keinen Grund für eine Entschuldigung.
Kanzlerin Merkel hat genug von der Debatte über ihre umstrittene Papst-Kritik. Eine erneute Stellungsnahme oder gar – wie von Kardinal Meisner gefordert – eine Entschuldigung lehnt sie ab. (Focus Online 27.03.2009).--                                                             Wer schon nicht weiß, was er tut, wie soll der Einsicht haben in Recht oder Unrecht dessen, was er tut oder sagt? Von einem Protestanten, der Opfer der leider bis heute andauernden Polemik (Konfirmandenunterricht!) gegen die katholische Kirche ist und insbesondere das "Papsttum, vom Teufel gestiftet", wie Martin Luther sich auszudrücken beliebte (und Schlimmeres!), und noch dazu aus einem evangelischen Pfarrhaus in der DDR stammt, kann man wohl nichts anderes erwarten. Und dann ruft sie den Papst zu einem Gespräch auch noch an, als wäre der ihr irgendeine Rechenschaft schuldig, und das auch noch an einem Sonntag!!.  Schlimmer geht nimmer! Deutschland hat Besseres verdient. Bald ist Wahl!

23.01.2009  Vatican goes YouTube
Papst Benedikt XVI. zeigt sich ab sofort regelmäßig auf YouTube. Seit diesem Freitag ist der Vatikan mit einem eigenen Kanal auf YouTube vertreten, der weltweit führenden Onlinevideo-Plattform mit Millionen Nutzern aus aller Welt. Der offizielle Vatikan-Kanal wird täglich Nachrichtenbeiträge über die Aktivitäten des Papstes und das Geschehen im Vatikan zeigen – unterlegt mit Audio-Inhalten und Texten in Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Sein Debüt feierte der Kanal auf einer Pressekonferenz in der Sala Stampa des Heiligen Stuhls in Rom.
Die Nachrichtenclips werden eine Länge von bis zu zwei Minuten haben und jeden Tag produziert. Neuigkeiten über die Geschehnisse im Vatikan werden mit Material vom Fernsehzentrum des Vatikans (CTV) sowie von Journalisten und dem Internetteam von Radio Vatikan (RV) unterlegt. Die Übersetzung in die verschiedenen Sprachen leistet derzeit der katholische Nachrichtendienst H2Onews, der über das alltägliche Geschehen in der Kirche berichtet. Zu Großereignissen sollen auch umfassendere Beiträge im Originalton verbreitet werden.
Zur Eröffnung der neuen Kommunikationsplattform sind erste Videos von Papst Benedikt XVI. zu sehen, darunter die Weihnachtsbotschaft, die Neujahrsansprache an die Diplomaten oder der Besuch Benedikts XVI. bei Radio Vatikan.
Die Medienbotschaft des Papstes wird traditionell zum Fest des Heiligen Franz von Sales vorgestellt, die Kirche gedenkt am 24. Januar des Patrons der Journalisten. Die Botschaft gilt für den katholischen Weltmedientag, der der in den meisten Ländern am Sonntag vor Pfingsten begangen wird. - Papst Benedikt XVI. selbst schreibt übrigens alles mit der Hand, er nutzt (noch) keinen Computer. (rv)(NL Radio Vatiklan, 23.01.2009).

23.01.2009  Auf der Videoplattform YouTube gibt es seit heute einen eigenen Bereich für Papst Benedikt XVI.
Auf diesem Kanal sollen dem Nutzer Texte und Videos von Papstreden wie auch Nachrichten rund um den Pontifex zur Verfügung stehen.
An der Erstellung des Kanals werden sich auch das Vatikan TV Center und Radio Vatikan beteiligen. Die Pressestelle des Vatikans bestätigte diese Meldung bereits und kündigte weitere Informationen an.
Viele Vertreter der Kirche sind davon überzeugt, dass die moderne Technik in der heutigen Zeit unerlässlich sei, um die Frohe Botschaft zu verbreiten. Schon unter Papst Johannes Paul II. hatte der Vatikan begonnen, päpstliche Lehren und Veröffentlichungen auf seine Website zu stellen. (kath.de - Die Woche, 23.01.2009).

17.01.2009  Großbritannien:
Ein christlicher Busfahrer aus Southampton weigert sich, einen Linienbus mit einem atheistischen Slogan zu fahren.
Wie die britische BBC am Freitag meldete, sah Ron Heather bei Dienstantritt die Aufschrift „Es gibt vermutlich keinen Gott. Mach dir keine Sorgen und genieß dein Leben“ auf seinem Bus. Seinen Vorgesetzten sagte er daraufhin, er könne diesen Bus nicht fahren, und verließ den Dienst. Der Vorfall trug sich bereits am vergangenen Samstag zu. Am Montag einigte sich Heather laut BBC mit seinem Arbeitgeber, dass er nur dann einen Bus mit dem Atheisten-Slogan fahren müsse, wenn kein anderer verfügbar sei. In Großbritannien sind gegenwärtig 800 solcher „Atheisten-Busse“ im Einsatz. Die Werbeaktion auf den öffentlichen Verkehrsmitteln geht auf die Atheistin Ariane Sherine zurück, die dabei von der British Humanist Association und „Gotteswahn“-Schriftsteller Richard Dawkins unterstützt wurde. Die Kampagne läuft in England, Schottland und Wales, hat sich inzwischen aber auch schon auf andere europäische Länder wie Spanien ausgebreitet.                             Nach Zeitungsberichten haben sich auch in der italienischen Stadt Genua mehrere Busfahrer geweigert, einen Bus mit Atheismus-Werbung zu lenken. (kna)(NL Radio Vatikan, 17.01.2009).

10.01.2009  Nahost:
Die Schwestern der „Gemeinschaft des Rosenkranzes“ haben am Freitag ihr Haus in Gaza aus Sicherheitsgründen geräumt.
Wie die Nachrichtenagentur „SIR” berichtet, wurden sowohl das Haus als auch die von den Schwestern betriebene und nunmehr geschlossene Schule von den Bomben beschädigt. Vor der Evakuierung hatten die Schwestern berichtet, es sei kaum noch möglich, die Familien aus der Umgebung zu besuchen, um sich ein Bild von deren Lage zu machen. Die Bevölkerung des Gazastreifens verlässt kaum noch ihre Häuser und hat aufgrund der erhöhten Preise Schwierigkeiten, lebensnotwendige Güter zu erwerben. Die Hilfslieferungen erreichen das Krisengebiet nur unter größten Schwierigkeiten. (rv) (NL Radio Vatikan, 10.01.2009).

10.01.2009  Malaysia:
Das katholische Wochenblatt „Herald” darf wieder auf malayisch publizieren, jedoch ohne den Namen „Allah” zu verwenden.
Das hat die Regierung des Landes gestern entschieden, nachdem sie die Publikation der Zeitschrift in der vergangenen Woche verboten hatte. Hintergrund ist die seit Monaten andauernde Kontroverse um die Verwendung des Begriffs „Allah” durch ein nicht-muslimisches Informationsmedium. Die Vertreter des „Herald” hatten zuvor Einspruch gegen die Zensur des Begriffs eingelegt und darauf verwiesen, dass in der Landessprache kein anderes Wort für Gott existiere. Bis zur Verkündung des Urteilsspruchs will die Zeitung die Vorgaben der Regierung akzeptieren. (rv) (NL Radio Vatikan, 10.-01.2009).

07.01.2009  Köln:  Der Erzbischof von Paris, André Vingt-Trois, hat am Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom zu einem neuen Verständnis von Mission in Europa aufgerufen.
„Heute geht es nicht mehr allein darum, die fünf Kontinente zu durchstreifen, um Christus zu verkünden. Wir leben inzwischen zusammen mit einem großen Anteil aller Völker in unserer unmittelbaren Umgebung. Heute ist es nicht mehr Europa, das sich zu den Völkern begibt - die Völker kommen nach Europa.“
Vor allem die Tatsache, dass viele Muslime jetzt in Europa lebten, ist eine Herausforderung an unser Christentum, so der Pariser Oberhirte.
„Für viele ist es die erste Begegnung mit dem Christentum und mit den Christen. Welches Bild geben wir durch unsere Lebensweise von Christus und vom Evangelium?"
Das Christentum im heutigen Europa müsse sich ein paar unangenehme Fragen gefallen lassen, so Kardinal Vingt-Trois, der auch Vorsitzender der  französischen Bischofskonferenz ist:
„Wie steht es um unseren Glauben an Gott, wenn wir nicht mehr fähig sind, den zehn Geboten jenes Bundes treu zu bleiben, an dem wir mit unseren jüdischen Brüdern Anteil haben? Wie leben wir die Achtung vor Gott, wenn wir nicht mehr fähig sind, den Tag des Herrn zu achten und ihn zu heiligen in unserer Teilnahme an der Eucharistie? Wie steht es um unseren Glauben an das Wort Gottes, wenn wir nicht mehr willens sind, den Schatz, den wir empfangen haben, an die kommenden Generationen weiterzugeben? Wie steht es um unseren Glauben an den Schöpfergott, wenn wir seine Geschöpfe missachten, indem wir sie zu Objekten der Lust oder wissenschaftlicher Manipulationen machen?” (rv/domradio) (nach NL Radio Vatikan, 07.01.2009).

02.01.2009  Malaysia:
Wegen des Streits um den Gebrauch des Wortes „Allah” für Gott muss die katholische Kirche Malaysias Einschränkungen hinnehmen.
Ihre Zeitschrift „The Herald” darf vorerst nicht mehr in malaysischer Sprache erscheinen, wie Chefredakteur Lawrence Andrew am Freitag auf Anfrage bestätigte. Das Verbot, das in der Jahreslizenz für die Publikation enthalten ist, gilt demnach bis zum Abschluss eines Gerichtsverfahrens. Dieses soll klären, ob der „Herald” in seiner Bahasa-Malaysia-Ausgabe „Allah” als Übersetzung für den Begriff „Gott” verwenden darf. Ein Urteil wird im Februar erwartet. - Die katholische Kirche hatte Klage eingereicht, nachdem die Regierung dem „Herald” ein „Allah-Verbot” erteilt hatte. Der Begriff dürfe nur von Muslimen verwendet werden, lautete die Begründung. Die Kirche argumentiert dagegen, „Allah” sei das in der Amtssprache Bahasa Malaysia gebräuchliche Wort für Gott und werde auch in der amtssprachlichen Bibel so verwandt. In ihren Publikationen in anderen Sprachen verwendet die Kirche dagegen nicht den Namen „Allah” für Gott. Der „Herald” veröffentlicht in Englisch, Chinesisch, Tamilisch und Bahasa Malaysia. (kna)(NL Radio Vatikan, 02.01.2009). So weit sind wir gekommen! Da muss tatsächlich der islamische Staat den Katholiken Malaysias auf die Sprünge helfen, dass der Allah des Korans nicht der Gott des Neuen Testamentes ist und sein kann! [GH].

27.12.2008  Deutschland:
Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, ist an diesem Samstag zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Geseke ernannt worden.
Er feierte am Nachmittag vor Ort einen Festgottesdienst und im Anschluss sprach er zu den Bewohnern seiner westfälischen Geburtsstadt. Marx habe die Stadt über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht und stets guten Kontakt zu den örtlichen Vereinen und Institutionen gehalten, so die Begründung für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft. (kna) (NL Radio Vatikan, 27.12.2008).

20.12.2008  Vereinte Nationen:
Religionen dürfen nicht öffentlich in Verruf gebracht werden.
Das hat die UNO in einer Resolution erklärt, die am vergangenen Freitag verabschiedet worden ist. Weiter hat sie die Regierungen der Staaten dazu aufgerufen, sich gegen Hass, Diskriminierung und das Schüren von Angst einzusetzen. Mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung gehe auch eine hohe Verantwortung einher, die gewisse Grenzen setzen müsse, so die Vereinten Nationen. (apic) (NL Radio Vatikan, 20.12.2008).

12.12.2008  Deutschland/Vatikan:
Erstmals wurden zwei Weihnachtsmarken gemeinsam von Deutschland und dem Vatikan herausgegeben.
Ein Teil des Erlöses der Postwertzeichen wird der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zugute kommen. Die beiden Briefmarken zeigen jeweils ein Jesus-Bildnis des Renaissance-Künstlers Albrecht Dürer und des Italieners Raffaello Santi. (zenit) (NL Radio Vatikan, 12.12.2008).

24.11.2008  Rom:                                                      Roms Oberrabbiner Riccardo di Segni hat die Absage von Papst Benedikt XVI. an einen interreligiösen Dialog über Glaubensinhalte begrüßt. Man müsse dem Papst für seine Klarstellung danken, sagte di Segni der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Montag). Jede Religion habe unüberschreitbare Grenzen, die respektiert werden müssten. Ein Dialog auf theologischer Ebene sei nicht möglich. Andernfalls erzeuge man nur Missverständnisse und eine „kontraproduktive Rhetorik“, so der Rabbiner. – Benedikt XVI. hatte in einem Vorwort für ein am Dienstag erscheinendes Buch des ehemaligen italienischen Senatspräsidenten und Philosophieprofessors Marcello Pera geschrieben, ein interreligiöser Dialog „im engen Sinn des Wortes“ sei nicht möglich, „ohne den eigenen Glauben in Klammern zu setzen“. Auch der Begriff Multikulturalität besitze eine „innere Widersprüchlichkeit“ und sei politisch wie kulturell nicht umsetzbar. (kna)(NL Radio Vatikan, 24.11.2008).

22.11.2008  Nordkorea:                                      Erstmals ein offizieller Missionar im Land
Es ist eine Premiere für die katholische Kirche in Nordkorea: Erstmals wird seit der Machtübernahme der kommunistischen Partei ein katholischer Priester offiziell in das Land reisen. Es handelt sich um den Franziskanerbruder Paul Kim Kwon-soon. Er wird Ende dieses Monats nach Pjöngjang reisen und dort ein Hilfszentrum eröffnen. Damit möchte die katholische Kirche ein wichtiges Zeichen setzen in dem Land, das an einer schweren Hungerskatastrophe und Armut leidet. Der Generalminister der Franziskaner, Bruder José Rodriguez Carballo, betont gegenüber Radio Vatikan, dass in Nord-Korea weitere Hilfsmaßnahmen notwendig wären.
„Dennoch glaube ich, dass größere Schritte erst einmal mit solchen kleinen Schritten gegangen werden müssen. Die Mission von Bruder Paul ist ein wichtiges Zeichen. Man kann sogar sagen, dass es ein prophetisches Zeichen ist. Denn nach 60 Jahren öffnet Nordkorea wieder seine Türen für die katholische Kirche – wenn auch nur ganz wenig. Ich bin aber trotzdem sehr zufrieden, weil wir dort hingehen, um ein Friedenszeichen zu setzen.”
Sind Christen im Süden Koreas mittlerweile ein akzeptierter Bestandteil der traditionell buddhistisch und konfuzianisch orientierten Gesellschaft, landen sie im Norden allein aufgrund ihres Glaubens zu Tausenden in den gefürchteten Arbeitslagern, wo sie sich unter unvorstellbar grausamen Bedingungen zu Tode schuften. Wird sich das nun ändern? Dazu der Obere der Franziskaner, Bruder José Rodriguez Carballo:
„Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was sich ändern wird. Bruder Paul wird dort vorerst rund 1.500 Arbeiter betreuen und vor allem für ihre Ernährung sorgen. Auch wird er die medizinische Versorgung sicherstellen. Das passt sehr gut zu unserer Berufung. Denn wir möchten vor allem für die Schwächsten in der Gesellschaft dasein. Deshalb glaube ich auch, dass im Augenblick für die katholische Kirche in Nordkorea vor allem ihre Präsenz dort wichtig ist.” (rv) (NL Radio Vatikan, 22.11.2008).

21.11.2008  Vatikan:                                               Der Vatikan weiht am Mittwoch seine deutsche Solarstrom-Anlage ein. Ein Bonner Unternehmen hatte die aus Sachsen stammenden Photovoltaik-Module in den vergangenen Wochen auf dem Dach der Audienzhalle montiert. Die fußballfeldgroße Anlage soll künftig bis zu 300 Megawattstunden jährlich erzeugen; damit will der Vatikanstaat die Entstehung von 225 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid verhindern. Laut Mitteilung aus dem Vatikan nimmt an dem Festakt neben Kardinal Giovanni Lajolo als Regierungschef des Vatikanstaates auch der italienische Physik-Nobelpreisträger Carlo Rubbia teil. (rv) (NL Radio Vatikan, 21.11.2008).

18.11.2008  Vatikan/Vereinigte Staaten:
Der amerikanische Kurienkardinal James Francis Stafford hat scharfe Kritik am designierten US-Präsidenten Barack Obama geübt.
Amerika erlebe derzeit ein „kulturelles Erdbeben”. Obama trete aggressiv, spaltend und apokalyptisch auf, so der Leiter eines vatikanischen Gerichtshofs bei einem Vortrag in Washington. Er fürchte nun einen Niedergang des Respekts vor dem Wert des Lebens. Stafford sagte, die Zukunft unter Obama werde der Agonie Jesu im Garten Gethsemane gleichen. Staffords Äußerungen sind die bisher schärfsten eines Vatikanvertreters seit den Präsidentenwahlen vom 4. November. (cna) (NL Radio Vatikan, 18.11.2008).

04.11.2008  Vatikan/Großbritannien:            Erzbischof Ravasi kritisiert Abschaffung von Weihnachten in der Stadt Oxford
„Lichterfest“ statt Weihnachten: Die englische Gemeinde Oxford hat beschlossen, künftig nicht mehr öffentlich das christliche Fest zu feiern, um andere Religionsgemeinschaften nicht zu verletzen. So lautet die offizielle Begründung des Beschlusses. Deshalb soll künftig am 25. Dezember das winterliche „Lichterfest“ gefeiert werden. Eine „kontraproduktive Entscheidung“ - findet der Kultur-Minister des Vatikans, Erzbischof Gianfranco Ravasi.
„Man hat den Eindruck, dass in Oxford der Dialog mit den Religionsgemeinschaften umgangen werden sollte, und das bewusst. Dort ist man meiner Meinung nach zu weit gegangen, indem man nämlich die eigene Identität verleugnet. Es ist eine bewusste Verneinung der eigenen Geschichte und die Entreißung der Wurzeln der eigenen Kultur. Es ist aber auch kennzeichnend für die gegenwärtige Kultur, dass sie nur oberflächlich ist.“
Auch Juden und Muslime haben mittlerweile in Oxford gegen den Beschluss protestiert.
„Das zeigt, dass es sich nicht um ein interreligiöses Problem handelt. Wir befinden uns alle im selben Boot. Denn auch Juden und Muslime wollen nicht, dass man ihre Feste streicht und durch unpassende Feierlichkeiten ersetzt. Die Festtage sind aber wichtig, um auf das hinzuweisen, was uns ausmacht – nämlich unser Sein. Für Europa bedeutet das, dass man die christlichen Feiertage achtet.“ (rv) (NL Radio Vatikan, 04.11.2008)

07.10.2008  China:
Die Zahl der Christen liegt in der Volksrepublik jetzt höher als die Zahl der Mitglieder in der Kommunistischen Partei.
Das behaupten zumindest statistische Forschungszentren in den USA. Sie beziffern die Zahl der chinesischen Christen auf ca. 130 Millionen. Die Kommunistische Partei, die seit 1949 in China an der Macht ist, kommt hingegen nur auf 74 Millionen Mitglieder. Das Regime in Peking setzt dagegen die Zahl der Christen weit niedriger an: Sie spricht von 21 Millionen. Davon gehörten 16 Millionen zur regime-nahen Protestantischen Vereinigung und fünf Millionen zu ihrem katholischen Gegenstück. (agi) (NL Radio Vatikan, 07.10.2008).

06.10.2008  Russland/Deutschland:
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die Rolle des Petersburger Dialogs für die deutsch-russischen Kirchenkontakte gewürdigt.
Die Gespräche trügen zu einer „weiteren Vertiefung der zwischenkirchlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland“ bei, sagte der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz anlässlich der jüngsten Dialogrunde in der vergangenen Woche in Sankt Petersburg. Beim Petersburger Dialog kommen seit dem Jahr 2001 deutsche und russische Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Medien, Kirchen und Gesellschaft zu Gesprächen zusammen. Ziel ist es, das Vertrauen zwischen beiden Ländern zu stärken. Am jüngsten Treffen vom 30. September bis 2. Oktober nahmen auch Russlands Präsident Dimitri Medwedew und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Die Arbeitsgruppe „Kirchen in Europa“ befasste sich mit den Themen Migration, Generationengerechtigkeit und Familie. Der Gruppe gehören jeweils neun Kirchenvertreter aus beiden Ländern an. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.10.2008).

28.09.2008  Frankreich:                                Französische Schüler würden gerne Religionsunterricht haben. Das ist eines der Ergebnisse einer von der Zeitschrift „La Croix“ veröffentlichten Umfrage. 68 Prozent wünschen sich mehr Informationen über Religionen, 70 Prozent glauben, dass Religionsunterricht zum guten Zusammenleben beiträgt und 57 Prozent, dass man durch Religionsunterricht das politische Tagesgeschehen besser einordnen könne. 78 Prozent der Schüler finden, es sollte möglich sein, „diskrete“ Zeichen der Religionszugehörigkeit in der Schule zu tragen. – Die Ergebnisse sind Teil einer gesamteuropäischen Meinungsumfrage unter 14- bis 16-jährigen Schülern. (apic) (NL Radio Vatikan, 28.09.2008).

25.09.2008  Großbritannien:
Die britische Labour-Regierung will einem Pressebericht zufolge nach 307 Jahren der Diskriminierung Katholiken
wieder zur Thronfolge zulassen. Wie die Tageszeitung „The Guardian“ (Donnerstag) berichtet, ist der Vorschlag Teil einer geplanten Verfassungsreform von Premierminister Gordon Brown. Sie solle nach der kommenden Parlamentswahl beraten werden. Laut einem Gesetz von 1701 sind Katholiken sowie mit Katholiken Verheiratete automatisch von der Thronfolge ausgeschlossen. Die Aufhebung des so genannten „Act of Settlement“ ist ein lange verfochtenes Anliegen der katholischen Kirche. Beendet werden soll laut „Guardian“ auch die traditionelle Bevorzugung männlichen Nachwuchses bei der Thronfolge. (kna) (NL Radio Vatikan, 25.09.2008).

27.08.2008   Deutschland
Der katholische Medienexperte Erwin Müller-Ruckwitt hat die deutschen Diözesen zum Schulterschluss für die Gründung eines kirchlichen Fernsehsenders aufgerufen.          
„Das kann kein Bistum alleine stemmen”, sagte der scheidende Direktor der Hauptabteilung Bildung und Medien der Katholischen Nachrichtenagentur. Der Sender müsse so interessant und breit angelegt sein, dass er unter Hunderten von Sendern nicht zufällig angezappt, sondern bewusst eingeschaltet werde. Nach seiner Auffassung sollten die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) und der „Rheinische Merkur” als „redaktionelle Kompetenzzentren” in die Senderarbeit einbezogen werden: „Diesen Sachverstand sollten wir nutzen.” Ein aus Amerika importiertes Programmprofil könne kein Vorbild sein. Das gelte auch für deutsche Beispiele wie Bibel-TV und K-TV. Außerdem sei zu klären, ob alle 27 Bistümer die Trägerschaft eines solchen Senders übernehmen könnten oder „nach dem Stellvertreterprinzip” einige große Diözesen „mit Medientradition”, gemeinsam mit dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). (kna) (NL Radio Vatikan, 27.08.2009).  -  Man darf gespannt sein, was das werden wird [GH].

12.08.2008  Indien
Im südlichen Bundesstaat Kerala, in dem es viele Christen gibt, wenden sich die Bischöfe gegen einen Gesetzentwurf, der die kinderreichen Familien benachteiligen würde.
„Wir werden auf allen Ebenen protestieren, damit dieser Gesetzentwurf nicht angenommen wird“. Das sagte der syro-malabarische Erzbischof von Trichur, Andrew Thazhath. Der Gesetzentwurf verletze die Verfassung. Allen Ernstes werde vorgeschlagen, dass Ehepaare, die ein drittes Kind haben, umgerechnet 238 Dollar Strafe zahlen müssen. Familien mit mehr als zwei Kindern würden keinen Zugang mehr zum Gratis-Unterricht in den Schulen und zur Gratis-Behandlung in Krankenhäusern haben. (kap) (NL Radio Vatikan, 12.08.2008).

16.07.2008  Deutschland:
Der Herder-Verlag gibt die Schriften Joseph Ratzingers (Papst Benedikts XVI.) neu heraus.
Pro Jahr werden zwei bis drei Bände erscheinen, so dass die Ausgabe in etwa sechs Jahren abgeschlossen sein wird. Als erstes erscheint Band 11: „Theologie der Liturgie. Die sakramentale Begründung christlicher Existenz”. Mehr Informationen unter www.herder.de. (pm) (NL Rdio Vatikan, 16.07.2008).

11.07.008  Schweiz/Europäische Union:
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCCEE) mit Sitz in St. Gallen hat seine Website überarbeitet und neu gestaltet. Dort sind Informationen über die aktuellen Aktivitäten des Rates zu finden. Gleichzeitig sind zahlreiche Textdokumente zu den verschiedenen Arbeitsfeldern des Rates abrufbar. Es sind dies derzeit die Bereiche Umwelt, Buddhismus, Katechese, Ökumene, Europa/Afrika, Islam, soziale Kommunikationsmittel, Migration, Schule, Universität und Berufungen. Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen wird gegenwärtig vom ungarischen Kardinal Peter Erdö (Budapest) präsidiert. Das Sekretariat befindet sich in St. Gallen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 11.07.2008).

01.07.2008  Weltjugendtag Australien:
In Sydney sorgen weitreichende Sondervollmachten der Polizei für den Weltjugendtag (WJT) für Empörung.
Wie am Dienstag bekannt wurde, ermächtigt eine Sonderverordnung der Regierung von New South Wales die Sicherheitskräfte, Weltjugendtags-teilnehmer, die „Ärger” verursachen, festzunehmen und mit umgerechnet 3.300 Euro Geldstrafe zu belegen. Der Begriff „Ärger” ist in der Verordnung allerdings nicht genauer definiert. Bürgerrechtler und Anwälte kritisieren die vage Formulierung. Dadurch könnten WJT-Teilnehmer und Kritiker des Ereignisses zu Opfern polizeilicher Willkür werden. Die Verordnung erlaubt der Polizei auch die Durchsuchung von Personen an Ort und Stelle. Die Präsidentin der Anwaltskammer von New South Wales, Anna Katzmann, nannte die Sondervollmachten „unnötig und widerwärtig”. Der Bürgerrechtler Cameron Murphy sprach von einer potenziellen Quelle für Konflikte zwischen WJT-Teilnehmern und Polizei. Eine Parlaments-abgeordnete spottete, Exhibitionisten würden geringer bestraft.                                                                     Die WJT-Organisatoren distanzierten sich von den Vollmachten. Sie hätten die Regierung „nicht gebeten, der Polizei für den WJT Sonderrechte einzuräumen”. (kna) (NL Radio Vaatikan, 01.07.2008).

18.06.2008  Augsburg:
Der Augsburger Bischof Walter Mixa und der Geschäftsführer der diözesanen Mediengruppe, Dirk Hermann Voß, haben an diesem Dienstag den Startschuss für das Internet-Fernseh-Portal „katholisch1” gegeben. Hinter dem Projekt steht die Augsburger Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag. Unter www.katholisch1.tv ist das gleichnamige TV- Nachrichten-Magazin nun auch rund um die Uhr online zu sehen. Pro Tag werden zwei Sendungen produziert: Nach den Nachrichtensendungen folgt eine „Lesetippsendung für Christen”. Bischof Mixa betonte, das neue Angebot solle kirchlich interessierten Zuschauern eine zuverlässige Informationsquelle im Zukunftsmedium Internet bieten. (pm) (NL Radio Vatikan, 18.06.2008).

02.06.2008  Vatikan/Italien:
Im Frühling 2010 darf das Turiner Grabtuch erneut zur öffentlichen Verehrung ausgestellt werden.
22.03.2008  Russland: Michail Gorbatschow hat sich öffentlich als Christ zu erkennen gegeben.         
[siehe dazu Dementi vom 24.03.2008, ??]
 
Das berichteten mehrere LondonerTageszeitungen. Der frühere General- sekretär des Zentral- komitees der Kommu- nistischen Partei und letzter Präsident der Sowjetunion besuchte am 19. März mit seiner Tochter das italienische Assisi und betete dort etwa eine halbe Stunde lang auf Knien am Grab des Heiligen Franz von Assisi. Beobachter vermuten seit längerem, dass Gorbatschow insgeheim gläubig sei. So habe der frühere US-Präsident Ronald Reagan engen Beratern anvertraut, dass Gorbatschow Christ sei, dies aber geheim halten wolle, berichtet die Zeitung „The Telegraph”. Durch Franz von Assisi sei er zur Kirche gekommen; deshalb sei es wichtig, dass er dessen Grab besuche, erklärte Gorbatschow den Presseberichten zufolge. – Der frühere KP-Chef hatte als Kind die russisch-orthodoxe Taufe empfangen. Seine Eltern waren ebenso Christen wie seine 1999 verstorbene Ehefrau Raissa. 1989 war Gorbatschow mit Papst Johannes Paul II. im Vatikan zusammengetroffen. (idea) (NL Radio Vatikan, 22.03.2008).

16.03.2008  Vatikan: 
Dramatischer Irak-Appell von Papst Benedikt XVI

02.01.2008  Deutschland: Sternsingeraktion Vor dem Kaiserdom in Speyer ist an diesem Mittwoch- vormittag der Start- schuss zur 50. Aktion Dreikönigssingen gefallen. Bei der Auftaktveranstaltung waren rund 2.000 Sternsinger anwesend. Neben den kleinen Königen aus dem gastgebenden Bistum sind Sternsingerdelegationen aus 13 weiteren Diözesen zur Eröffnung der Jubiläumsaktion angereist, unter anderem aus den Bistümern Hamburg, Paderborn sowie München und Freising. Nach der Auftaktveranstaltung zogen die Kinder zu verschiedenen Bildungseinrichtungen und Kirchen in der Speyerer Innenstadt, wo bis zum frühen Nachmittag verschiedene Workshops auf dem Programm standen. In den kommenden Tagen werden bundesweit rund 500.000 Sternsinger in beinahe allen 12.500 katholischen Pfarrgemeinden Deutschlands von Tür zu Tür ziehen, den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus” an die Hauseingänge schreiben und Spenden für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. (pm) (NL Radio Vatikan 02.01.2008).


01.01.2008  Vatikan:  40. Welttag des Friedens  -
40 Jahre Friedens-Botschaften der Päpste


Der erste Januar ist auch Welttag des Friedens – und zwar seit genau vierzig Jahren. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi erzählt, wie alles anfing.
„Im Dezember 1967 wollte Papst Paul VI. den Wunsch der Völker und Regierungen, der internationalen Organisationen und der politischen und sozialen Bewegungen aufnehmen, die den Frieden zu ihrem Ideal machen. Er veröffentlichte deshalb eine Friedensbotschaft „an alle Menschen guten Willens“ und rief sie dazu auf, zum Jahresbeginn einen „Tag des Friedens“ in der ganzen Welt zu feiern. Der Papst betonte dabei, das solle „nicht nur unsere, katholische“ Initiative sein – er wollte, dass „alle wahren Freunde des Friedens sich dem anschließen, als wäre es ihre eigene Idee, und dass sie sich dabei ohne Formzwang äußern“.
Die Welt war damals in zwei Blöcke geteilt, der Kalte Krieg in vollem Schwung. Zu einem wirklich umfassenden, also über die katholische Welt hinausreichenden Friedenstag ist der erste Januar zwar nicht geworden. Aber die Friedensmission der Päpste hat in diesen vier Jahrzehnten zu ihrer Form gefunden, so Jesuitenpater Lombardi.
„In vierzig Jahren haben die Päpste diese Botschaft des Friedens unter den verschiedensten Aspekten behandelt: von der Erziehung über Abrüstung und Völkerrecht bis zur Spiritualität des Rechts, zur Wirtschaft und zum Umweltschutz. Ein riesiger Corpus, ein großer Dienst an der Sache des Friedens.“ (rv) (NL Radio Vatikan, 30.12.2007).


29.12.2007  Vereinigte Staaten:
Immer häufiger finden Archäologen Belege für das Leben Jesu im Heiligen Land. Darauf hat der US-amerikanische Theologieprofessor L. Scott Kellum vom Südöstlichen Baptistischen Theologischen Seminar in Wake Forest (Bundesstaat Nord Carolina) aufmerksam gemacht. Als Beispiel führte er unter anderem die Entdeckung des Hauses von Petrus in Kapharnaum an. Ferner gehörten dazu der Steinsarg des Hohenpriesters Kaiphas, der Jakobsbrunnen, der Teich Siloah, die mögliche Grabstätte des Lazarus sowie ein Fischerboot aus der Zeit Jesu, mit dem 13 Männer auf dem See Genesareth fahren konnten. Diese und zahlreiche andere Funde untermauern die Berichte der Evangelien, so Kellum. (idea) (NL Radio Vatikan, 29.12.2007).


22.12.2007  Großbritannien:

Der frühere britische Premierminister Tony Blair gehört nun der römisch-katholischen Kirche an. Sein Sprecher Matthew Doyle bestätigte der Nachrichtenagentur AFP britische Medienberichte, wonach Blair konvertiert sei. Blair ist am Freitagabend im Rahmen eines Gottesdienstes im kleinen Kreis vom Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, in die katholische Kirche aufgenommen worden. Weitere Angaben wollte er nicht machen. Bereits seit längerem war spekuliert worden, dass der 54-Jährige, der bislang der anglikanischen Staatskirche angehört hatte, zum katholischen Glauben übertreten wolle. Seine Ehefrau Cherie und seine vier Kinder sind katholisch. (afp) (NL Radio Vatikan, 22.12.2007).

 

21.12.2007  Irak:
In der südirakischen Stadt Basra findet in diesem Jahr kein Weihnachtsgottesdienst statt. In Basra befindet sich die wichtigste christliche Kirche des Landes. Die Gemeinde hat die Feier aus Angst abgesagt, radikale Islamisten könnten die Gläubigen auf ihrem Weg in die Kirche Mari angreifen. Das teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag mit. Drei Viertel der 2003 noch rund 5000 aramäisch-sprachigen Christen seien bereits aus Basra geflohen. Gerade in Basra werden die islamischen Regeln und Gesetze offenbar immer strenger ausgelegt, berichtete die Organisation. Presseberichten zufolge seien dort in den vergangenen Monaten mindestens 40 Frauen auf offener Straße getötet worden, weil sie gegen islamische Sitten verstoßen haben, unter ihnen auch viele Musliminnen. (pm) (NL Radio Vatikan, 21.12.2007).

 

16.12.2007  Umfrage zur Religiosität:

Wie hast du's mit der Religion?
Religion ist für die Deutschen wichtiger als bislang angenommen. Das hat eine internationale Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. 70 Prozent der über 18-Jährigen gaben an, dass Religion für sie bedeutsam sei. Fast jeder Fünfte sagte, er sei tiefreligiös. Er besuche regelmäßig Gottesdienste, bete häufig und beschäftige sich intensiv mit religiösen Fragen.
Besonders viele Tiefreligiöse gibt es unter den Katholiken. Mit 27 Prozent sind es dort fast doppelt so viele wie in der evangelischen Kirche. Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Auch in den östlichen Bundesländern sind die Menschen religiöser, als oft vermutet wird. Zwar gehören mehr als zwei Drittel der Ostdeutschen (68 Prozent) keiner Religionsgemeinschaft an, während dieser Anteil im Westen nur bei 15 Prozent liegt. Allerdings sagten 44 Prozent der ostdeutschen Befragten, sehr oft, oft oder gelegentlich über religiöse Themen nachzudenken. 48 Prozent haben ein grundsätzliches Interesse an religiösen Fragen.
Ebenfalls aufschlussreich: Zwischen den Generationen gibt es nur wenige Unterschiede. Das Bild der religiösen Alten und der gottlosen Jugend ist der Studie nach nicht zu halten. Nur jeder Dritte der 18- bis 29-Jährigen ist nicht religiös. Hingegen glauben 41 Prozent von ihnen an Gott und an ein Weiterleben nach dem Tod. Dies sind mehr als in jeder anderen Altersstufe. Von den über 60-Jährigen gehen nur 18 Prozent mindestens einmal pro Woche in den Gottesdienst. Nur jeder Fünfte von ihnen bezeichnet sich selbst als religiös. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) glaubt dagegen, dass es kein Leben nach dem Tod gibt.
Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung befragten die Forscher für den "Religionsmonitor 2008" rund 21.000 Menschen in 21 Ländern zu ihren religiösen Praktiken und Vorstellungen. Den höchsten Anteil Religiöser gibt es der Studie nach in Indien und Nigeria (99 Prozent). In den westlichen Ländern haben die USA die höchsten Werte. Dort sind 89 Prozent der Bevölkerung religiös, 62 Prozent sogar besonders religiös. Am schwächsten verbreitet ist der Glauben in Russland. Nur jeder zweite Russe ist religiös, nur sieben Prozent sind sehr religiös.
(idea) (NL Radio Vatikan, 16.12.2007).


16.12.2007  Papst weiht Altar in Stadtrandkirche
Auch heute noch trifft das Evangelium oft auf Unverständis oder Feindschaft. Das meinte Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntag bei einem Pfarreibesuch. In einer neuen Kirche an der westlichen Peripherie von Rom weihte der Papst feierlich den Altar. Dabei rief er, ausgehend vom Beispiel der frühchristlichen Märtyrer, die Christen zu einem mutigen Glaubenszeugnis auf:
"Auch heute wird - wenn auch in ganz verschiedener Form - die christliche Botschaft angegriffen, und die Christen sind heute nicht weniger als in der Antike aufgerufen, Zeugnis von ihrer Hoffnung zu geben und der Welt Zeugnis von der Wahrheit des einen Retters und Erlösers zu geben. Wir müssen also in der Kenntnis und in der Liebe dessen wachsen, den wir in einigen Tagen in der Freude seines Weihnachtsfestes als Erlöser unserer Welt und Retter erwarten."
Bei der Papstmesse in der Pfarrei "Zu den Märtyrern der Via Portuense" konzelebrierte auch der Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen. Die zur Zeit von Kaiser Diokletian an der Via Portuense hingerichteten Christen gehören zu den Patronen seiner Bischofsstadt Fulda. (rv) (NL Radio Vatikan, 16.12.2007)


12.12.2007  Wetzlar:  

Deutschland bekommt nach Bibel TV (Hamburg) einen weiteren christlichen Fernsehsender. Der Evangeliums-Rundfunk plant ab 2009 einen eigenen digitalen Radio- und Fernsehkanal. Das hat sein Direktor Jürgen Werth bei einer Sondersitzung des Trägervereins am Dienstag in Wetzlar bekannt gegeben. Bei dem Programm rund um die Uhr setze der Sender auf christliches Qualitätsfernsehen. Dazu sollen unter anderem Eigenproduktionen gezeigt werden, so Werth. (pm) (Newsletter Radio Vatikan, 12.12.2007)


03.12.2007  Indonesien:
Der Heilige Stuhl ist bei der UNO-Klimakonferenz als Beobachter vertreten. Der Apostolische Nuntius in Indonesien, Erzbischof Leopoldo Girelli, steht an der Spitze der vatikanischen Delegation. An den UN-Konferenzen, die an wechselnden Orten stattfinden, nehmen überwiegend jene Fachleute teil, die am besten mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sind. (rv)
 

 

03.12.2007  Frankreich:
Am Samstag, dem 8. Dezember, beginnen in Lourdes die 150-Jahr-Feiern des südwestfranzösischen Marienerscheinungsortes. Papst Benedikt XVI. wird Lourdes im kommenden Jahr besuchen. Die Jubiläumsfeiern sollen nach Auskunft des Bischofs von Lourdes Jacques Perriers zeigen, dass das Christentum zukunftsfähig ist. Perrier betonte, fast von Anfang an sei Lourdes im Unterschied zu anderen Pilgerzielen ein internationales Phänomen gewesen. Inzwischen sei der französische Wallfahrtsort nach Jerusalem und Rom der drittwichtigste in der Welt. Bisher wurden in Lourdes 67 Wunderheilungen kirchlich anerkannt. Bereits am 6. Dezember eröffnet der Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum”, Kardinal Paul Josef Cordes, das 2. Internationale Treffen der „Hospitaliers”, die sich in Lourdes der Kranken annehmen. (apic)

 

03.12.2007  Priesterbruderschaft Pius X. in der Eifel                                                                           Die von Rom abgespaltene Priesterbruderschaft Pius X. hat das ehemalige Kloster Gut Reichenstein in der Eifel gekauft und will dort eine Gemeinschaft ansiedeln. Das kündigte der deutsche Distriktobere Franz Schmidberger am Montag an. Er freue sich über die Gründung eines „der Tradition der Kirche verpflichteten neuen Benediktinerklosters im inzwischen neuheidnischen Deutschland”. Die Besitzer von Gut Reichenstein hatte der Priesterbruderschaft die Gebäude im November na ch langen Verhandlungen verkauft. Das Gut liegt etwa 30 Kilometer südlich von Aachen auf dem Gemeindegebiet von Monschau. Bis zur Gründung in drei Jahren sollen sie renoviert werden. Die Gemeinschaft Pius X. war 1970 durch den später durch Rom exkommunizierten Traditionalisten-Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet worden. Um die Wiederaussöhnung mit den Lefebvristen kümmert sich die päpstliche Kommission „Ecclesia Dei”. (kna/pm) (Newsletter Radio Vatikan, 03.12.2007).  

16.05.2007:  Das Armutszeugnis "passend" zu Christi Himmelfahrt:
Die evangelische Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keine Möglichkeit mehr, in die neue EU-Verfassung einen Gottesbezug aufzunehmen. Nach einem Treffen mit hochrangigen Repräsentanten der großen Weltreligionen sagte Merkel in Brüssel, sie könne in dieser Frage keine Hoffnungen machen. Während des deutschen Ratsvorsitzes müsse sie sich darauf konzentrieren, einen Ausweg aus der Verfassungskrise zu finden, um die EU handlungsfähig zu halten. Noch vor kurzem hatte die deutsche Kanzlerin eindeutig für einen Gottesbezug plädiert. (dw/rv) (Newsletter Radio Vatikan, 16.05.2007).


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Benedikt XVI. hat am Ende des heutigen Palmsonntags- gottesdienstes einen dramatischen Friedensappell für das irakische Volk lanciert. Er erinnerte an den vor einigen Tagen bei einer Entführung ums Leben gekommenen chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mossul, Paulos Faraj Rahho.
„Sein schönes Zeugnis der Treue zu Christus, zur Kirche und den Menschen, die er trotz der zahlreichen Bedrohungen nicht im Stich lassen wollte, drängt mich zu einem lauten und sorgenvollen Hilferuf: Schluss mit den Massakern! Schluss mit der Gewalt! Schluss mit dem Hass im Irak! Und zugleich appelliere ich an das irakische Volk, das seit fünf Jahren unter den Folgen eines Krieges zu leiden hat, der das zivile und soziale Leben durcheinander gebracht hat: Geliebtes irakische Volk, erhebe dein Haupt, und baue vor allem du selbst das Leben deiner Nation wieder auf! Mögen die Versöhnung, die Vergebung, die Gerechtigkeit und der Respekt vor dem zivilen Leben der Stämme, Ethnien und religiösen Gruppen der solidarische Weg sein zum Frieden im Namen Gottes!“ (rv) (NL Radio Vatikan, 16.03.2008).

12.03.2008  Italien: Neuer Großmeister der Malteserritter gewählt
Der Malteser-Ritterorden hat einen neuen Großmeister: Die katholische Rittergemeinschaft wählte den 59-jährigen Briten Fra' Matthew Festing am Dienstag in Rom. Somit wird der britische Adlige Nachfolger von Fra' Andrew Bertie, der nach zwanzig Jahren an der Ordensspitze im Alter von 78 Jahren gestorben war. Festing ist der 79. Malteser-Großmeister in der 960-jährigen Geschichte des Ordens.
Der Malteserorden, dessen Ursprünge im 11. Jahrhundert in Jerusalem liegen, ist nach eigenen Angaben mit 12.500 Mitgliedern in 54 Ländern ständig präsent. Er unterhält als eigenständiges Völkerrechtssubjekt diplomatische Beziehungen zu 100 Staaten und hat Ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen, der EU und weiteren internationalen Organisationen. Als seine Aufgabe nennt der Orden medizinische und soziale Projekte aus dem Geist christlicher Nächstenliebe. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 12.03.2008).

08.03.2008  Vatikan:
Der belgische Kardinal Godfried Danneels von Brüssel wird den Papst in Luxemburg vertreten.
Benedikt XVI. schickt ihn als seinen Sondergesandten Mitte Mai nach Luxemburg. Dort wird er an den Feiern zum 1350. Geburtstag des heiligen Willibrord teilnehmen (rv) (NL Radio Vatikan, 08.03.2008).

29.02.2008  Berlin:
Der Zentralrat der Juden erhält in Zukunft mehr staatliche Zuschüsse.
Die Bundesregierung und der Zentralrat einigten sich auf eine Verlängerung des 2003 abgeschlossenen Staatsvertrags. Mit dessen Unterzeichnung am kommenden Montag wird eine Anhebung der staatlichen Finanzhilfe von drei auf fünf Millionen Euro im Jahr beschlossen. Dieter Graumann, stellvertretender Präsident und Finanzdezernent des Zentralrates, beurteilte diesen Beschluss als „ganz großen Schritt“. Durch die Zuwanderung von rund 200.000 Juden aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion seit 1990 seien die organisatorischen Anforderungen an den Zentralrat viel größer geworden. Deshalb werde, wie mit der Bundesregierung verabredet, ein Großteil des zusätzlichen Geldes für eine Personalaufstockung verwendet werden. (faz) (NL Radio Vatikan, 29.02.2008).

08.02.2008  Rom:  Großmeister des Malteserordens am 7. Februar 2008 gestorben
Der Großmeister der Malteser ist tot. Fra' Andrew Bertie starb in der Nacht auf Freitag in einem römischen Krankenhaus. Bertie war 78 Jahre alt; er stand seit zwanzig Jahren an der Spitze des „Souveränen Ritterordens von Malta” mit dem Sitz in Rom. Papst Benedikt XVI. hat in einem Telegramm sein Beileid ausgedrückt; der Verstorbene habe sich durch seinen „Einsatz für die Ärmsten und durch seine Liebe zur Kirche” ausgezeichnet. Rom-Touristen kennen das berühmte Schlüsselloch auf dem Aventin, durch das man auf die Peterskuppel blicken kann. Was viele nicht wissen: Das Grundstück hinter diesem Schlüsselloch gehört einer der ältesten Institutionen des christlichen Abendlandes – dem Malteserorden nämlich. Er ist eine religiöse Laienbewegung, die um das Jahr 1050 in Palästina begann. Bis heute ist sie von adelig-ritterlichem Zuschnitt; sie hat 12.500 Mitglieder und noch viel mehr Freunde und Mitarbeiter, in deutschen Landen etwa den Malteser-Hilfsdienst. Schwerpunkt der Malteser ist auch heutzutage die Sorge für die Kranken. Der Souveräne Hospiz-Ritterorden vom heiligen Johannes von Jerusalem, von Rhodos und Malta – so der volle Titel – ist gleichzeitig, völkerrechtlich gesehen, ein Staat ohne Territorium; er unterhält mit fast hundert Staaten richtiggehende diplomatische Beziehungen. Kirchenrechtlich hat der Großmeister den Rang eines Kardinals; als Laie darf er allerdings nicht am Konklave zu einer Papstwahl teilnehmen. Das Motto der Malteser lautet: „Schutz des Glaubens und Sorge für die Armen”. Fra' Andrew Bertie war (als erster Brite und entfernter Verwandter der Queen) der 78. Nachfolger des ersten Großmeisters Angelo De Mojana. Bereits 1956 war Bertie zum Malteserorden gestoßen und hatte die Ewigen Gelübde abgelegt. Über seine Beisetzung und die Wahl eines Nachfolgers wird in diesen Stunden entschieden. (rv) (nach NL Radio Vatikan, 08.02.2008).

31.01.2008  Frankreich:
Nicolas Sarkozy hat sich für eine Betonung der christlichen Wurzeln in Europa ausgesprochen.
Während einer Konferenz der UMP (Union pour un Mouvement Populaire) in Paris sagte er, es sei ein Fehler gewesen, den Bezug auf das Christentum aus dem Vertrag für eine europäische Verfassung zu streichen. „Es war nicht richtig, unserer Vergangenheit den Rücken zu kehren und unsere Wurzeln zu negieren, die so evident sind”, sagte Sarkozy. Der Laizismus sei in diesem Kontext kein Argument. Man brauche Frankreich nur zu überfliegen, um sich seiner großen Zahl von Kirchen bewusst zu werden. Durch die Negierung der eigenen Vergangenheit könne man auch der Zukunft nicht vorbereitet ins Auge sehen. (ansa) (NL Radio Vatikan, 31.01.2008).  ---  Man höre und staune!! GH.

19.01.2008  Vatikan:
Solarstrom für die Audienzhalle

Der Vatikan will auf dem wellenförmigen Dach der Audienzhalle "Aula Paolo VI." eine Photovoltaik-Anlage installieren. Bereits zum Jahresende soll sie in Betrieb gehen, das bestätigte jetzt Verwaltungschef Kardinal Giovanni Lajolo im Interview mit der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ (Freitagsausgabe). Damit könne der Strombedarf der gesamten Halle gedeckt werden. Anfallender Stromüberschuss werde in das interne Stromnetz des Vatikans eingespeist, so Lajolo. 2.000 Solarmodule sollen installiert werden, die für mehr als 315.000 kWh sorgen. Die Anlage ist das Geschenk einer Bonner Solarfirma. (or/pm) (NL Radio Vatikan, 19.01.2008).

18.01.2008  Deutschland: Beichtgeheimnis in Gefahr?

In Deutschland gibt es Streit um den so genannten Abhörschutz. Das Bundesinnenministerium unter Wolfgang Schäuble überlegt, bei der Reform des BKA-Gesetzes zur Terrorbekämpfung den strikten Abhörschutz nicht nur für Abgeordnete und Strafverteidiger, sondern auch für Geistliche einzuschränken. Das stößt auf scharfen Protest der katholischen Kirche, denn die sieht das Beichtgeheimnis in Gefahr. Selbst wenn es nur um die so genannte Amts-Schweigepflicht des Priesters außerhalb des Beichtstuhls geht, sei das Vorhaben inakzeptabel, sagt der Kölner Domvikar und Beichtseelsorger Oliver Dregger.
„Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die Politik an das Beichtgeheimnis heranwagen wird, denn das Beichtgeheimnis ist in unserem Land durch das Konkordat geschützt. Aber auch wenn es um die Amts-Schweigepflicht des Priesters geht, das heißt, wenn Leute nicht mehr das Gefühl hätten, dem Priester kann ich wirklich vertrauen, dann würden die Menschen nicht mehr zu ihm gehen.”
In der praktischen Seelsorge seien die Übergänge zur Beichte fließend. Eine mögliche Gesetzesänderung hält der Seelsorger für gefährlich. ...
Das Beichtgeheimnis verpflichtet den Beichtvater zum unbedingten Stillschweigen über das, was er in einer Beichte erfahren hat. ...  Die Verletzung des Beichtgeheimnisses wird mit den schwersten Kirchenstrafen bedroht. Das Beichtgeheimnis gilt seit dem 13. Jahrhundert für die gesamte römische Kirche. (domradio) (NL Radio Vatikan, 18.01.2008).

12.01.2008  Türkei:  Feiern zum Paulus-Jahr

Die katholischen Bischöfe in der Türkei haben ihre Planungen für die Feiern zum 2.000. Geburtstag des Apostels Paulus vorgestellt. Das Jubiläum des im antiken Tarsus geborenen Missionars der Urkirche sei für die türkischen Christen von besonderer Bedeutung, heißt es in einem Hirtenwort zum Festtag der Bekehrung des hl. Paulus am 25. Januar. Den Großteil seiner über 11.000 Kilometer langen Missionsreisen habe der Völkerapostel in der heutigen Türkei zurückgelegt. Papst Benedikt XVI. hat für 2008 ein internationales „Paulus-Jahr” ausgerufen. Wenn Paulus heute lebte, würde er die Christen ermutigen, den Dialog mit der islamischen Welt zu verstärken, ohne dabei ihren eigenen Glauben aufzugeben, betonen die Bischöfe. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Wir leben heute mitten in einer muslimisch geprägten Welt, in der der Gottesglaube noch immer sehr gegenwärtig ist, in den traditionellen Formen und zugleich in den Auffassungen der islamischen Religionsgemeinschaften.” Die eigentlichen Feierlichkeiten in der Türkei beginnen am 21. bis 22. Juni, wie der Apostolische Vikar von Anatolien, Luigi Padovese, im Gespräch mit der katholischen US-Nachrichtenagentur CNS sagte. Geplant sei eine Messfeier mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, in Paulus' Geburtsstadt Tarsus. Begleitet werde die Feier von einer nationalen Pilgerreise zu den Wirkungsstätten des Apostels. Von der Lokalregierung in Tarsus erhofft sich Padovese, dass sie den Pilgern die dortige Pauls-Kirche aus dem zwölften Jahrhundert zum Gottesdienst zur Verfügung stellt. Das Gotteshaus ist heute ein Museum. (kna) (NL Radio Vatikan, 12.01.2008).

09.01.2008  Irak:  Einladung des Papstes

Staatschef Nuri al-Maliki hat Papst Benedikt XVI. in den Irak eingeladen. Der Präsident kündigte außerdem nach den jüngsten Bombenanschlägen auf Kirchen verstärkten Schutz für die christliche Minderheit an. „Christen und Muslime kämpfen gemeinsam gegen Terroristen”, so al-Maliki bei einer Begegnung mit dem Apostolischen Nuntius in Bagdad, Francis Assisi Chullikatt. Der Nuntius hatte sich im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR empört über die jüngsten Anschläge auf Kirchen und Klöster in Bagdad und Mossul geäußert. Besonders sorge ihn die Tatsache, dass hinter den Attentaten offensichtlich ein „koordinierter Plan” steckte, sagte der indische Vatikandiplomat. Die Täter hätten es auf zwei außerordentlich wichtige Kirchen abgesehen gehabt: Wenn die Anschläge etwas früher stattgefunden hätten, wäre es zu einem furchtbaren Blutbad gekommen, weil die Gotteshäuser am Epiphaniefest voll von Gläubigen waren. Es sei schwer zu sagen, welche „Botschaft” die Terroristen mit den Anschlägen vermitteln wollten, betonte der Nuntius. Jedenfalls hätten sie klargemacht, dass sie jederzeit zuschlagen können.                          Bis zum Beginn des Irak-Krieges im März 2003 stellten die Christen mit bis zu 800.000 Gläubigen vier Prozent der Bevölkerung. Etwa 50 Prozent von ihnen gehörten der mit Rom unierten chaldäischen Kirche an. Die Hälfte der Chaldäer flüchtete Schätzungen zufolge nach Anschlägen und Entführungen ins Ausland. (asianews/sir) (NL Radio Vatikan, 09.01.2008).


Das hat Benedikt XVI. auf Bitte des Turiner Erzbischofs angeordnet, wie der Papst an diesem Montag Pilgern aus der Region der norditalienischen Stadt persönlich sagte. Minutenlanger Applaus der Audienzgäste folgte der Ankündigung des Papstes. „Wenn der Herr mir Leben und Gesundheit gibt, hoffe ich selbst dabei sein zu können”, fügte Benedikt in freier Rede hinzu. Das Turiner Grabtuch war zuletzt im Heiligen Jahr 2000 öffentlich zu sehen gewesen. Rund eine Million Gläubige waren damals in die norditalienische Stadt gekommen, um das Tuch zu sehen. (rv) (NL Radio Vatikan, 02.06.2008).

30.05.2008  China/Deutschland:
Über die Situation der Christen und der Religionsfreiheit in China ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Vertretern von zwei christlichen Organisationen und dem Missionswerk „Open Doors“ gekommen. 
Kritiker werfen Open Doors vor, Halbwahrheiten und Lügen über die Lage in China zu verbreiten. In einem Informationsblatt sei der Eindruck einer neuen Christenverfolgungswelle erweckt worden. Der Verband China Partner erklärt hingegen, eine neue Verfolgungswelle gebe es ebenso wenig wie eine von Peking gesteuerte „Politik der Christenverfolgung”. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Open Doors „bewusst seine Leser und Spender betrügt”.        In einer Stellungnahme wehrt sich der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, gegen die Vorwürfe. Er betonte, dass es Open Doors speziell um den Dienst an verfolgten Gemeinden gehe, während sich die Kritiker im Dienst der staatlich anerkannten Kirche sähen. (idea) (NL Radio Vatikan, 30.05.2008).

15.05.2008  Spanien:
Bischof Demetrio Fernandez befürchtet eine radikale Säkularisierung in Spanien, falls die geplante Gesetzesreform zur Religionsfreiheit angenommen wird.
Er befürworte zwar eine Reform, schreibt Fernandez in einem Hirtenbrief, die dürfe aber nicht dazu führen, dass die Religion aus dem öffentlichen Leben verdrängt werde. Alle Menschen hätten das Recht, nach ihrem Glauben zu leben, ihre Kinder danach zu erziehen und ihre Überzeugungen mit anderen zu teilen. Deshalb sollte die Regierung in gesundem Maße säkular agieren, dabei alle Religionen gleich stark unterstützten und nicht gegen eine bestimmte vorgehen. Nur mit diesem gesunden Maß an Säkularisation gebe es für die Kirche nichts zu befürchten, schreibt der Bischof. (cna) (NL Radio Vatikan, 15.05.2008).

01.05.2008  Australien:
Die Organisatoren des Weltjugendtags sind besorgt: Die Behörden erteilen für Besucher aus dem Ausland nur schleppend die erforderlichen Einreisevisa.
In den nächsten vier Wochen müssten die Verantwortlichen 100.000 Visa ausstellen, hoffen die Veranstalter des Großereignisses. Nach Agenturangaben könnte die langsame Arbeit der Behörden dazu führen, dass die Zielmarke von 225.000 Pilgern nicht erreicht wird. Nach Zeitungsangaben haben die Einwanderungsbehörden bislang ca. 21.000 Visa genehmigt. Der Weltjugendtag findet vom 15. bis zum 20. Juli in Sydney statt; auch der Papst kommt dazu aus Rom. (ansa) (NL Radio Vatikan, 01.05.2008).

28.04.2008  Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow soll 1979 den Geheimdienst „KGB“ mitbeauftragt haben, Papst Johannes Paul II. zu töten.
Das behauptet der US-Autor John Koehler. Wie eine polnische Zeitschrift berichtet, hat Koehler in einem Moskauer Archiv eine entsprechende Anweisung mit den Unterschriften der neun damaligen Mitglieder des Politbüros der KpdSU gefunden. Kreml- und Vatikanexperten erklärten hingegen, das Dokument sei schon lange bekannt. Das Magazin zitiert das Politbüro-Papier vom November 1979 so: „Es sind alle möglichen Mittel zu nutzen, um eine Neuausrichtung der Politik zu vermeiden, die vom polnischen Papst begonnen wurde, und wenn es notwendig ist, ist nach Mitteln zu greifen, die weiter reichen als Desinformation und Diskreditierung.” Hinter dieser Formulierung verberge sich der Auftrag, den Papst zu töten, so Koehler. Gorbatschow hat einen Mordauftrag immer bestritten. (kna) (NL Radio Vatikan, 28.04.2008).

14.04.2008  Trier:
Historisches Datum gibt Anlass zur nächsten Heilig-Rock-Wallfahrt im Jahr 2012
Vom 13. April bis 13. Mai 2012 wird der Heilige-Rock, die ungeteilte Tunika Christi, zum ersten Mal im neuen Jahrtausend zu sehen sein.
Das hat der Trierer Diözesanadministrator Weihbischof Robert Brahm während der Pontifikalvesper zum Abschluss der Heilig-Rock-Tage 2008, dem Bistumsfest der ältesten Diözese Deutschlands, am Sonntag, dem 13. April im Trierer Dom verkündet. Damit wird die erste Heilig-Rock-Wallfahrt des neuen Jahrtausends fast auf den Tag genau 500 Jahre nach der ersten Zeigung der Tunika Christi in Trier im Jahr 1512 stattfinden.
Grund für den gewählten Wallfahrtstermin ist die historische Bedeutung dieses Datums: zu diesem Zeitpunkt jährt sich die erste Zeigung der Tunika Christi in Trier zum 500. Mal. „Am 14. April 1512 wurde auf Drängen Kaiser Maximilians, der damals anlässlich der Eröffnung eines Reichstages in Trier weilte, der Hochaltar im Ostchor des Domes geöffnet und das Behältnis mit der Tunika Christi entnommen, das dort seit dem 1. Mai 1196 eingemauert war. Wenige Tage später schloss sich eine öffentliche Zeigung der Reliquie an, die sich sozusagen durch eine Initiative ‚von unten’, nämlich aufgrund des Drängens von vielen Gläubigen zur ersten Wallfahrt entwickelte“, erklärte Diözesanadministrator Brahm den historischen Hintergrund. Er wies in seiner Predigt aber auch darauf hin, dass die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 nicht nur ein Ereignis werden solle, das an die Geschichte erinnere. „Ein historisches Datum gibt den Anlass zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Wallfahrt zu einem echten geistlichen Ereignis in unserer Zeitstunde werden wird. Viele Menschen sollen die Kirche dabei lebendig und fromm, engagiert und weltverbunden, ökumenisch offen und auf diese Weise anziehend erleben können – damit sie das Leben haben“, unterstrich Diözesanadministrator Brahm die Bedeutung der kommenden Wallfahrt.

Der Heilige Rock ist eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit. Die Tunika Christi, sein ungeteiltes Gewand, wurde – so berichtet es das Johannesevangelium – nach der Kreuzigung Jesu unter den Soldaten verlost. Die Überlieferung besagt, dass die heilige Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, den Heiligen Rock vom Heiligen Land nach Trier gebracht hat. Der ersten Wallfahrt von 1512 folgten weitere, zunächst jährlich, dann in – auch durch Kriege und politische Auseinandersetzungen bedingt – sehr unterschiedlichen, längeren zeitlichen Abständen. Zur bislang letzten Wallfahrt im Jahre 1996 kamen unter dem Motto „Mit Jesus Christus auf dem Weg“ rund 700.000 Pilger aus aller Welt nach Trier.
Weitere Informationen zum Heiligen Rock und zur Geschichte der Heilig-Rock-Wallfahrten im Internet auf der Website des Bistums Trier.
(Nach Bistum-Newsletter Pressedienst 14.04.2008).

04.04.2008  Tschechische Republik:
Die Regierung in Prag hat dem Kompromiss zur Rückgabe des unter dem Kommunismus verstaatlichten Kircheneigentums zugestimmt.
Alle Mitglieder des Kabinetts trugen den Beschluss mit. Demnach erhalten die Kirchen künftig etwa ein Drittel ihres von den Kommunisten verstaatlichten Eigentums direkt zurück. Für den Rest ist eine finanzielle Entschädigung vorgesehen, die über einen Zeitraum von 60 Jahren ausgezahlt werden soll. Durch die in dieser Zeit auflaufenden Zinsen handelt es sich um einen Betrag von umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro. Der tschechische Staat wird im Gegenzug nicht mehr länger das Gehalt für die kirchlichen Bediensteten bezahlen. (kipa) (NL Radio Vatikan, 04.04.2008).

24.03.2008  Gorbachev Dispels "Closet Christian" Rumors; Says He is Atheist
By Ethan Cole, Christian Post Reporter
Former Soviet leader Mikhail Gorbachev made clear this past weekend that he is an atheist after European news agencies last week claimed that he had confirmed his Christian faith during a visit to the tomb of St. Francis of Assisi in Italy.
Gorbachev, the last communist leader of the Soviet Union, confronted speculations that he had been a closeted Christian during an interview with the Russian news agency Interfax.
"Over the last few days some media have been disseminating fantasies -- I can't use any other word -- about my secret Catholicism, citing my visit to the Sacro Convento friary, where the remains of St. Francis of Assisi lie," Gorbachev said, according to an Interfax article posted Friday.
"To sum up and avoid any misunderstandings, let me say that I have been and remain an atheist," he stated.
Rumors for decades had circulated that Gorbachev was a Christian after he moved to loosen restrictions on religious worship and expressed to a party congress a year before the communist state dissolved that "spiritual rebirth is as essential to society as oxygen," according to the Chicago Tribune.
As a result, media agencies had jumped to conclusions when Gorbachev visited St. Francis’ tomb last Wednesday and was seen kneeling for half an hour in silence at the tomb.
But Gorbachev, who was baptized Russian Orthodox as a child, explained that his visit to the tomb was as a tourist and not a pilgrim. He acknowledged the important role religion plays in society and said he looks forward to visiting Orthodox churches in Russia, Catholic and Protestant churches in the United States and Europe, synagogues in Israel and mosques in the Arab world, according to Interfax.
"But all these years, it has never occurred to anyone to list me among followers of any faith on that basis," Gorbachev noted.
Back in Russia, the Russian Orthodox Church seemed unimpressed with Gorbachev’s visit to St. Francis’ tomb.
"In Italy, he spoke in emotional terms, rather than in terms of faith," a spokesman for the Russian Orthodox patriarch Alexei II told the Russian media.
"He is still on his way to Christianity. If he arrives, we will welcome him."
Editor's note: Perhaps Gorbachev is, and wants to remain, a closet Christian. Ambassador Thomas Melady, former US Ambassador to the Vatican, at an Inside the Vatican dinner in Washington D.C. in December, told others at his table that he found out in about 1990 that Gorbachev had been secretly meeting with John Paul II for 2 years leading up to the fall of the Berlin Wall and communism. The White House had sent Melady to Rome to find out why Gorbachev, on his way to meet with Reagan, was stopping first in Rome. That is when Amb. Melady first learned of this, and he said he credits John Paul II with helping to bring about the democratization of Russia.
Now, if Gorbachev is an atheist, why would he consult with John Paul II above many others?
And why did he recently kneel at the tomb of St. Francis, rather than stand and take photos as a non-pilgrim, tourist would do? Things just don't add up. ("Inside the Vatican" Magazine, 26.03.2008)

23.03.2008  Vatikan:
Taufe eines prominenten Muslims durch den Papst in der Osternacht erregt Aufsehen.
Die Taufe des vom Islam zum katholischen Glauben konvertierten Publizisten Magdi Allam durch Papst Benedikt XVI. hat ein breites Medienecho in Italien ausgelöst. Zeitungen und Nachrichtensendungen meldeten am Sonntag ausführlich den Glaubensübertritt des Vize-Direktors der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera”. Der 55-jährige, der zu den prominentesten Wortführern in der Islam-Debatte des Landes zählt, wurde als Sohn einer muslimischen Familie in Kairo geboren und ist seit 1986 italienischer Staatsbürger. Er war in der Osternacht im Petersdom gemeinsam mit sechs anderen Erwachsenen durch Benedikt XVI. in die katholische Kirche aufgenommen worden.
Der Sprecher des italienischen Islam-Verbands UCOII, Izzedin El Zir, kommentierte in der Tageszeitung „Il Giornale” (Sonntag) die Taufe mit den Worten, Allam sei „frei, seine persönliche Entscheidung zu treffen”. Wichtig sei, so El Zir, „dass jeder seine Religiosität auf friedliche Weise und in Respekt vor den anderen Religionen lebt”. Auf kritische Äußerungen Allams über die UCOII angesprochen, entgegnete der Verbandsvertreter, man akzeptiere „die Kritik, nicht die Lügen”.
Allam selbst legte im „Corriere” (Sonntag) in einem umfangreichen Beitrag die Gründe seiner Konversion dar. Den Übertritt zum Katholizismus nannte er eine „radikale und endgültige Wende” gegenüber seiner Vergangenheit sowie eine Absage an seinen früheren muslimischen Glauben. Er fühle sich befreit „von den Schatten einer Predigt, in der Hass und Intoleranz gegenüber dem 'Anderen', unkritisch als 'feindlich' Verurteilten den Vorrang haben vor der Liebe und dem Respekt vor dem Nächsten”, schrieb der Journalist.
Weiter machte Allam anhaltende Drohungen islamischer Extremisten für seine Entscheidung geltend. Seit fünf Jahren lebe er unter Polizeischutz. Er habe sich gefragt, wie es sein könne , dass er als überzeugter Verfechter eines gemäßigten Islam und Kritiker eines islamischen Extremismus und Terrorismus „im Namen des Islam zum Tode verurteilt” worden sei. Unmittelbar vor der Osternachtfeier am Samstagabend hatte der vatikanische Pressesaal in einer Erklärung den Namen Allams als Taufbewerber bekanntgegeben. Der Publizist wurde darin als „bekannter Journalist ägyptischer Herkunft“ vorgestellt; den muslimischen Hintergrund erwähnte die Mitteilung nicht. „Für die katholische Kirche hat jede Person, die nach eingehender persönlicher Prüfung, einer freien Entscheidung und einer angemessenen Vorbereitung um den Empfang der Taufe bittet, das Recht, sie zu empfangen”, erklärte der Vatikan weiter. Der Papst nehme die Taufen in der Osternacht „ohne Unterscheidung der Person“ vor. (kna) (NL Radio Vatikan, 23.03.2008).