
HEILIGES LAND
01.02.2012 Israel/Großbritannien:
Das vielseitige Engagement des Erzbischofs von Canterbury lobt der katholische Patriarchalvikar für Israel, Giacinto-Boulos Marcuzzo. Rowan Williams setze sich auf außerordentliche Weise für den Frieden im Heiligen Land ein und unterstütze den ökumenischen Dialog, erklärte Marcuzzo bei einem interreligiösen Treffen in Nazareth. Außerdem hob er die vortrefflichen Beziehungen des anglikanischen Kirchenoberhauptes zu den Katholiken hervor. Der Erzbischof von Canterbury besucht derzeit das Heilige Land; er nahm am vergangenen Sonntag bei dem interreligiösen Treffen in Nazareth teil. (rv) (NL Radio Vatikan, 01.02.2012).
21.01.2012 Vatikan: Papst Benedikt XVI. versetzt den bisherigen Erzbischof von Tunis als Weihbischof nach Jordanien. Das wurde an diesem Donnerstag in Rom bekannt. Erzbischof Maroun Elias Lahham, der ein gebürtiger Jordanier ist, wird Weihbischof und Patriarchalvikar für Jordanien – und damit Vertreter des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem in Jordanien. Lahham behält den Erzbischof-Titel „ad personam“; er war erst 2010 Erzbischof in Tunis geworden und hatte dort den Beginn des so genannten Arabischen Frühlings miterlebt. In Jordanien wird Lahham Nachfolger von Weihbischof Salim Sayegh, der sein Amt aus Altersgründen aufgibt. (rv) (NL Radio Vatikan, 21-01-2012).
14.01.2012 Jerusalem: Ein Haus für die Christen im Heiligen Land – Aktion um Vertreibung der Christen aus Jerusalem zu verhindern
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem richtete einen außergewöhnlichen Aufruf an „alle Diözesen“ der Welt. Patriarch Fouad Twal ersucht jede katholische Diözese der Welt, einer christlichen Familie des Heiligen Landes ein Haus zu errichten, um den Exodus der Christen aufzuhalten. Der Patriarch stellte die Aktion „Ein Haus für die Christen im Heiligen Land“ beim jährlichen Bischofstreffen der europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen mit den Bischöfen des Heiligen Landes vor, das seit zehn Jahren die Solidaritätsaktionen der Kirche mit der Heimat Jesu koordiniert, wie Bussola Quotidiana berichtete. -
Eine Delegation der ins Heilige Land gereisten Bischöfe besuchte auch die kleine katholische Pfarrei in Gaza, wo einige Hundert Katholiken eingesperrt zwischen Islam und Judentum, zwischen dem Islamismus von Hamas und der israelischen Totalblockade des Gazastreifens, leben. Die Bischöfe bekräftigten ihre Mahnung an die Regierenden, sich für wirklichen Frieden und wahre Gerechtigkeit einzusetzen, „damit auch in diesem geschundenen Teil der Welt die Rechte aller gewahrt werden“. Da Frieden und Gerechtigkeit sich in den konkreten Dingen zeigen, wurde dem Thema Wohnraum für die Christen im Heiligen Land, das der Lateinische Patriarch vorbrachte, große Aufmerksamkeit zuteil.
Das Wohnungsproblem der Christen betrifft mehrere Teile des Heiligen Landes, ist aber in Jerusalem besonders akut. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Jerusalem hat rund 780.000 Einwohner. Davon sind heute amtlich nur mehr knapp 11.600 oder 1,5 Prozent Christen aller Konfessionen, wie das Statistische Zentralamt des Staates Israel kurz vor Weihnachten bekanntgab. 500 Familien dieser kleinen Gemeinschaft verfügen über keine menschenwürdige Unterkunft. Das ist einer von mehreren Gründen, die maßgeblich zur Abwanderung der Christen aus dem Heiligen Land beitragen.
Warum aber herrscht unter Christen eine solche Wohnungsknappheit? In Jerusalem tobt ein erbitterter ethnisch-religiöser Kampf zwischen Juden und Moslems, der auch auf dem Wohnungsmarkt ausgetragen wird. Auf der einen Seite herrscht eine große Wohnungsnachfrage bei der arabischen Bevölkerung, die stark wächst. Die jüdische Stadtverwaltung, die eine Zunahme der nichtjüdischen, moslemischen Bevölkerung in Jerusalem verhindern will, gewährt aber nur tröpfchenweise Baugenehmigungen an die Araber. Gleichzeitig schießen mitten im arabisch-moslemischen Osten der Stadt neue jüdische Wohnviertel wie Pilze aus dem Boden, die an Größe und Standard den Wohnraum, der Moslems und Christen zur Verfügung steht, weit übertreffen. Zusätzlich wird der jüdischen Bevölkerung auch die Errichtung von Zweitwohnsitzen in Eretz Yizrael erlaubt, was die Nichtjuden als zusätzliche Ungerechtigkeit empfinden, während ihre Baugesuche abgelehnt werden. Die vom Staat Israel gelenkte Siedlungspolitik will die demographischen Verhältnisse Jerusalems im jüdischen Sinn beeinflussen. Ein schwerwiegender Eingriff, der auch die Christen der Stadt zwischen die Mühlsteine geraten lässt. Sie gehören dem Großteil der arabischen Bevölkerung an und werden daher von der Stadtverwaltung als Nicht-Juden behindert. - Hinter den politischen Eingriffen der israelischen Behörden steht die Absicht, Jerusalem zur einen und unteilbaren Hauptstadt Israels zu machen. Trotz der internationalen Proteste, die ab und zu erhoben werden, änderte Israel seine Siedlungspolitik in und um Jerusalembisher nicht. Der Marktpreis der Immobilien befindet sich durch die behördlichen Eingriffe auf einem Höchststand. Eine normale christlich-arabische Familie kann ihn sich schlicht und einfach nicht leisten. - Aus diesem Grund sind das Lateinische Patriarchat von Jerusalem und die Franziskanische Kustodie des Heiligen Landes seit einiger Zeit als Bauherren aktiv. Da der Kauf von Grundstücken in Ostjerusalem und seiner Umgebung aus denselben Gründen unmöglich ist, errichten sie auf eigenen Grundstücken, die der Kirche gehören, neue Wohngebäude für die Christen. Es geht nicht um Sozialhilfe, sondern um die Verteidigung der Rechte der Christen in Jerusalem, dazu gehört auch das Recht, als Christen in Jerusalem bleiben zu können. -
In wenigen Wochen wird das Patriarchat 40 neue Wohnungen an ebenso viele christliche Familien in Beit Safafa übergeben, einem arabischen Viertel im Süden von Jerusalem. Die Möglichkeiten der beiden katholischen Einrichtungen des Heiligen Landes sind begrenzt. Alleine sind sie nicht in der Lage, den Bedarf der Christen zu decken. - Ein anderes Projekt, an dem Patriarchat und Kustodie beteiligt sind, ist das Bauprojekt „Steine der Erinnerung“ der Nichtregierungsorganisation ATS Pro Terra Sancta. Mit diesem Projekt wird alte, von Christen bewohnte Bausubstanz, die nicht mehr einer menschenwürdigen Unterbringung entspricht, renoviert. Auf diese Weise sollen diese Gebäude der Immobilienspekulation der jüdischen und moslemischen Seite entzogen werden, die um jeden Quadratzentimeter Wohnraum kämpfen. -
Das alles hat natürlich seinen Preis. Daher richtet der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, seinen Aufruf an alle Diözesen der Welt. Wenn jede Diözese ein Haus für die Christen des Heiligen Landes baut, könnte ein Rauswurf der Christen aus Jerusalem verhindert und könnten die Rechte der Christen wirksam verteidigt werden. Text: Giuseppe Nardi (NL Radio Vatikan, 14.01.2012).
05.01.2012 Naher Osten:
Ab Sonntag treffen sich europäische und amerikanische Bischöfe mit führenden Kirchenvertretern des Heiligen Landes. Das internationale Solidaritätstreffen findet bereits zum 13. Mal statt und dauert bis Donnerstag, 12. Januar. Zur Konferenz eingeladen haben die katholischen Ordinarien des Heiligen Landes unter dem Vorsitz des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal. Während der Gespräche gehe es um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der christlichen Konfessionen in Israel und den Palästinensischen Gebieten sowie um aktuelle Fragen des interreligiösen Dialogs, heißt es in einer Pressemeldung von diesem Donnerstag. Von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz wird der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, an dem Treffen in Jerusalem teilnehmen. (pm) (NL Radio Vatikan, 05.01.2012).
29.12.2011 Bethlehem:
In der Bethlehemer Geburtskirche ist es zu handfesten Streitigkeiten zwischen griechisch-orthodoxen und armenischen Geistlichen gekommen. Die Männer hatten sich gegenseitig vorgeworfen, die Grenze zwischen den Örtlichkeiten der jeweils anderen Gruppe überschritten zu haben. Die Priester und Mönche gingen mit Besenstielen aufeinander los. Die palästinensische Polizei konnte die Streitenden voneiander trennen. Die verschiedenen Glaubensgemeinschaften besitzen in der Geburtskirche je einen Abschnitt, den sie eifersüchtig hüten. Schon in den vergangenen Jahren war es zu ähnlichen Auseinandersetzungen gekommen. (ansa) (NL Radio Vatikan, 29.12.2011).
10.11.2011 Israel:
Die Christen von Beit Jala bei Bethlehem protestieren gegen die Konfiszierung ihrer Gebiete durch die Regierung. Im September hatte ein Gremium beschlossen, in Jerusalem an den Hängen des Stadtgebiets Gilo zahlreiche neue Wohnungen zu erbauen. Deshalb soll die Mauer zu den muslimischen Stadtteilen verlängert und so die Gebiete gegen extremistische Angriffe geschützt werden. Auch die Gebiete und die Kirche von Beit Jala sind davon betroffen. Um gegen das Vorhaben demonstrieren, soll jeden Freitag eine Messe im Freien gefeiert werden. (rv) (NL Radio Vatikan, 10.11.2011).
29.10.2011 Jordanien:
Die Bischöfe des Heiligen Landes wollen eine Kommission für den Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften schaffen. Das ist das Ergebnis ihrer zweitägigen Vollversammlung in Amman. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand nach Angaben des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem von Freitag der Dialog mit dem Judentum und dem Islam. An dem Treffen nahmen die Bischöfe der verschiedenen katholischen Riten in Israel, Jordanien und den Palästinensergebieten teil. Für Israel werden der Bischof von Nazareth, Patriarchalvikar Giacinto-Boulos Marcuzzo, sowie der melkitisch-katholische Erzbischof von Akko, Elias Chacour, für den Kontakt zu Juden und Muslimen zuständig sein. Der Dialog mit den Muslimen in den Palästinensergebieten fällt nach Beschluss der Bischöfe in die Zuständigkeit des Jerusalemer Weihbischofs William Schomali, während der melkitische Erzbischof von Petra, Yasser Ayyash, und der römisch-katholische Bischof von Amman, Selim Sayegh, mit den christlich-muslimischen Beziehungen in Jordanien betraut werden. Ebenfalls auf der Tagesordnung des zweitägigen Treffens standen die christliche Bildung und das Schulwesen im Heiligen Land. (kna) (NL Radio Vatikan, 29.10.2011).
30.07.2011 Jerusalem: Antichristliches Transparent an der Via Dolorosa – Islamische Provokation
“Jesus sagte: Ich bin ein Sklave Allahs. Allah ist mein Herr und dein Herr, deshalb wirst du nur zu Ihm beten.“ So steht es in großen Buchstaben auf einem Transparent in englischer Sprache mitten in Jerusalem.
Der Stelle aus dem Koran ist die Shahada, das islamische Glaubensbekenntnis vorangestellt und daneben ein mahnender Zeigefinger abgebildet samt Hinweis auf die Internetseite www.islam-guide.com. -
Was wie ein normales Werbetransparent aussieht, ist in Wirklichkeit eine beabsichtigte antichristliche Provokation. Das Transparent wurde nicht irgendwo angebracht, sondern auf der Via Dolorsa mitten in Jerusalem jenem Leidensweg, den Jesus nach christlicher Überlieferung zu seiner Hinrichtung gehen mußte. Täglich folgen Tausende von Pilgern aus aller Welt Christus auf diesem Weg von Kreuzwegstation zu Kreuzwegstation bis zum Kalvarienberg, wo er gekreuzigt wurde.
Vor einigen Tagen tauchte das Transparent in der Nähe der 3. Kreuzwegstation an einem Haus des moslemischen Viertels der Altstadt auf. Die Station erinnert daran, daß Jesus das erste Mal unter der Last des Kreuzes gestürzt ist. Hier befindet sich eine katholische Kirche, in der Christen täglich vor dem von morgens bis abends ausgesetzten Allerheiligsten beten.-
Inzwischen wurde ein zweites, identisches Transparent in der Altstadt ausgehängt. Es scheint etwas versteckter, doch der Ort ist nicht weniger bedeutsam. Es befindet sich im Innenhof der Omar-Moschee, jener Moschee, die der Grabeskirche am nächsten liegt. Eine Ironie des Schicksals scheint es, dass ausgerechnet diese kleine Moschee mit einer besonderen Geste des Respekts zusammenhängt, die ein Moslem den Christen gegenüber bekundete. Als Kalif Omar, der zweite Nachfolger Mohameds, 638 als Eroberer Jerusalem betrat, folgte er, laut Überlieferung, nicht der Einladung des Patriarchen Sophronius, in der Grabeskirche zu beten, weil er wusste, dass damit die christliche Basilika nach islamischem Verständnis in einen islamischen Ort verwandelt würde und beansprucht werden müsste. Omar betrat die Kirche deshalb nicht, sondern ließ daneben die nach ihm benannte Moschee errichten. Heute geht von diesem Ort eine Botschaft der Intoleranz gegenüber den Christen aus. -
Während gerade in diesen Tage die Nachricht um die Welt ging, dass in Jordanien eine Moschee nach Jesus (als Propheten) benannt wurde, geht das Geschehen von Jerusalem genau in die entgegengesetzte Richtung. Daran zu erinnern, dass im Koran Jesus als Prophet genannt wird, bedeutet allerdings noch lange nicht, ein Zeichen der Begegnung zwischen Christen und Moslems setzen zu wollen. Vielmehr darf dahinter der Wille zur antichristlichen Polemik vermutet werden. -
Wer steht hinter der Jerusalemer Initiative? www.islam-guide.com ist eine Internetseite zur Verbreitung des Islam unter Nicht-Moslems. Texte stammen vom Saudi Ibrahim Ali Ibrahim, darunter auch ein Kapitel wer Jesus für die Moslems ist. Der Text wurde vom Verlag Darussalem mit Sitz in Riad verlegt. Der Verlag publiziert Bücher über „den authentischen Islam im Licht des Korans und der Hadite in allen führenden Sprachen“. -
Die antichristliche Provokation ist allerdings nicht neu im Heiligen Land. Neu ist sie aber in Jerusalem. Bereits seit Jahren hängen ähnliche Transparente in Nazareth als Folge des Moscheenstreits Ende der 1990er Jahre. Damals wollte eine islamische Gruppe genau neben der Verkündigungskirche eine große Moschee bauen. Die Kirche erinnert an den Ort, an dem der Erzengel Gabriel Maria verkündete, dass sie schwanger und die Mutter Jesu werden würde. Da Nazareth bereits über eine große Zahl von Moscheen verfügt und das Projekt offensichtlich als Provokation gedacht war, hoben die israelischen Behörden die bereits erteilten Baugenehmigungen wieder auf. Geblieben sind in Nazareth die antichristlichen Transparente. In der Stadt gibt es eine lebendige christliche Gemeinschaft, die jedoch zwischen den Mühlsteinen des jüdisch-moslemischen Kampfes mehr und mehr zermahlen wird. Viele einheimische Christen haben das Heilige Land bereits verlassen.
Das Auftauchen derselben Transparente in Jerusalems Altstadt am Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan lässt die Christen der Stadt „wenig Gutes“ erhoffen. (Text: Vatican Insider/Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider; Katholisches.info, 30.07.2011).
18.03.2011 Israel:
Streit innerhalb der griechisch-orthodoxen Kirche um einen Immobilienhandel in Israel. Laut der Ausgabe der Tageszeitung „Haaretz“ von diesem Freitag hat das Patriarchat den größten Teil seiner Landnutzungsrechte an Investoren aus Israel und dem Ausland abgetreten und dafür rund 16 Millionen Euro kassiert. Bei den Grundstücken handelt es sich um 85 Parzellen in bester Lage in Jerusalem. Bereits in der Vergangenheit hatten derartige Geschäfte immer wieder zu Konflikten zwischen arabischem Kirchenvolk und der griechischen Hierarchie geführt. Im Streit um das knappe Land gelten unter Palästinensern der Verkauf oder langfristiges Verpachten an jüdische Israelis als schwerer Verrat. (kna) (NL Radio Vatikan, 18.03.2011).
21.12.2010 Israel:
Die Kirchenführer Jerusalems haben zu Weihnachten jede Form von Gewalt verurteilt und rufen zum Einsatz für den Frieden auf. Vor allem die Kirchen könnten Brücken der Verständigung bauen. Das geht aus einer am Dienstag in Jerusalem veröffentlichten gemeinsamen Botschaft zum Weihnachtsfest hervor. Gewalt könne nie ein Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden zwischen den Menschen sein. Die Weihnachtsbotschaft der dreizehn orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchenführer in Jerusalem ist unter anderem unterzeichnet vom Griechisch-Orthodoxen Patriarchen Theophilos III., dem Lateinischen Patriarchen Fouad Twal und dem Franziskanerkustos Pierbattista Pizzaballa von der Kustodie des Heiligen Landes. Die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung bedarf nach Worten der Kirchenführer einer aktiven Teilnahme der Gläubigen. Daher müssten die Kirchen eine aktive Rolle bei der Umsetzung des Friedens spielen. Als einen Beitrag zu Versöhnung und Frieden werten sie das Engagement der Kirchenführer im Rat der Oberhäupter der Religionsgemeinschaften des Heiligen Landes. Dazu gehören neben Christen, Juden und Muslimen auch Drusen, Bahai und Ahmadiyya. Am 13. Januar wollen rund 30 Religionsführer aus Israel in Rom mit Papst Benedikt XVI. zusammentreffen. (kna)(NL Radio Vatikan, 21.12.2010).
28.09.2010 Nahost-Synode im Vatikan: Hoffnung auf mehr Raum für Christen
Einen neuen Aufbruch für das Christentum im Nahen Osten erhofft sich der ägyptische Islamwissenschaftler Pater Samir Khalil Samir von der anstehenden Nahost-Synode in Rom. Für die Christen im Nahen Osten gehe es um „Sein oder Nichtsein“, sagte der Jesuit bei einer Tagung in Salzburg.
„Werden in dieser Gegend in fünfzig oder hundert Jahren noch Christen da sein? Die Frage ist nicht hypothetisch, sondern eine Realität - aus verschiedenen Gründen: demografischen, politischen, kulturellen Gründen. Wir sehen, dass der Prozentsatz der Christen überall im Nahen Osten geringer wird. In der Türkei beispielsweise gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund zwanzig Prozent Christen – heute sind es nur noch 0,2 Prozent. Das ist hundertmal weniger! Dieselbe Situation sehen wir in Palästina und im Irak durch den Krieg.“
Seit Mitte der siebziger Jahre beobachtet Pater Samir eine deutliche Radikalisierung des Islam. Deshalb seien Christen vielfältigen Diskriminierungen bis hin zu Verfolgungen ausgesetzt. Vor allem die Jugend habe keinerlei Perspektiven im eigenen Land. Da die Christen in der Regel ein höheres Bildungsniveau als die Muslime hätten und vielfach auch Verwandte im Westen, sei die Auswanderung ein logischer Schritt. - Auf Einladung von Papst Benedikt XVI. werden in Rom von 10. bis 24. Oktober Delegierte der sieben katholischen Kirchen des Orients zur Synode zusammenkommen. Darüber hinaus nehmen Beobachter der nicht-katholischen Kirchen des Nahen Ostens sowie auch einige Vertreter von Islam und Judentum an den Beratungen teil. (kap)(NL Radio Vatikan, 28.09.2010).
Hier lesen und hören Sie mehr.
Hier ein ausführlicher Korrespondentenbericht dazu.
11.01.2010 Nahost:
„Die Besatzung, der Sicherheitszaun und die Siedlungen verstoßen gegen unsere Menschenwürde!“ Das sagt Pfarrer John Abu Khalil aus der palästinensischen Stadt Nablus im Westjordanland. Ein kirchlicher Mediendienst befragte ihn zum Besuch, den Bischöfe aus den USA und Europa derzeit den Christen im Heiligen Land abstatten. „In den letzten Weihnachtstagen bekamen nur sehr wenige von uns ein Visum, um nach Jerusalem zu fahren“, so der Pfarrer, der zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. In Nablus, einer Stadt mit 300.000 Einwohnern, gibt es nur noch knapp 700 Christen; weniger als dreihundert von ihnen sind Katholiken. (sir) (NL Radio Vatikan, 11.01.2010).
06.01.2010 Nahost:
Mit Demonstrationen und Pfeifkonzerten ist der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., am Mittwoch in Bethlehem empfangen worden. Mehr als hundert Demonstranten säumten bei der Eröffnung der orthodoxen Weihnachtsfeierlichkeiten den Krippenplatz in der Geburtsstadt Jesu. Auf Transparenten protestierten sie gegen die Veräußerung von kirchlichen Grundstücken an israelische Investoren. Die beim Einzug des Patriarchen in Bethlehem üblicherweise anwesenden Musikkapellen der Pfadfinder waren als Zeichen des Unmutes nicht erschienen. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat hatte ein 43.000 Quadratmeter großes Grundstück beim Kloster „Mar Elias“ zwischen Jerusalem und Bethlehem für 99 Jahre an eine israelische Siedlungsgesellschaft verpachtet. Nach Angaben des Patriarchats war dieser Schritt notwendig, um einer Enteignung durch die israelischen Behörden zuvorzukommen, die das Land für öffentliche Zwecke wie Straßenbau hätten nutzen können. Palästinensische orthodoxe Laienverbände kritisierten dagegen, sie seien nicht über das Geschäft informiert worden. Die Veräußerung von kirchlichen Grundstücken an jüdisch-israelische Investoren gilt unter Palästinensern als Verrat. Deshalb hatten prominente palästinensische Christen aufgerufen, den Auftakt der orthodoxen Weihnachtsfeiern mit Patriarch Theophilos III. zu boykottieren. Die Griechisch-Orthodoxe Kirche stellt in Jerusalem und in den palästinensischen Gebieten die Mehrheit der verbliebenen Christen. Ihr Anteil an der dortigen Bevölkerung beträgt zwei Prozent. Zwischen der griechischen Hierarchie und den arabischen orthodoxen Gläubigen war es auch in der Vergangenheit wiederholt zu Unstimmigkeit wegen der Veräußerung von Immobilien gekommen. Ähnliche Geschäfte hatten 2005 zur Entthronung von Theophilos' Amtsvorgänger Irenäus geführt. Die Griechisch-Orthodoxe Kirche ist aufgrund ihrer langen Tradition eine der größten Immobilienbesitzer in der Heiligen Stadt. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.01.2010).
15.04.2009 Heiliges Land:
Aus Anlass des Papstbesuchs in Jordanien vom 8. bis 11. Mai gibt es jetzt zwei neue Internetseiten. Unter der jordanischen Website können sich Interessierte über die Reise Benedikts XVI. informieren, erklärte die jordanische Tourismusbehörde am Dienstag. Infos gibt es unter anderem zu den einzelnen Stationen der Reise und über die biblischen Stätten Jordaniens. Die Seite ist in neun Sprachen verfügbar. Darunter Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Arabisch. Für den nachfolgenden Reiseabschnitt bis zum 15. Mai nach Israel und in das Westjordanland hat das israelische Tourismusbüro ebenfalls eine Internetseite online gestellt. (apic) (NL Radio Vatikan, 15,04.2009).
15.04.2009 Jerusalem:
Nach dem katholischen Osterfest erlebt Jerusalem nun die orthodoxe Karwoche. Am Dienstag trafen sich die Spitzen der Kirchen, um sich Kar- bzw. Ostergrüße zu überbringen. Die Kirchen feiern wegen unterschiedlicher Kalenderberechnungen das Osterfest nur selten zur gleichen Zeit. Der Kustos des Heiligen Landes, Pater Pierbattista Pizzaballa, und der Lateinische Patriarch, Fouad Twal, bekamen Besuch vom griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos sowie von Bischöfen der folgenden Kirchen: armenisch-orthodox, koptisch, syrisch-orthodox, griechisch-katholisch, evangelisch und reformiert. (rv) (NL Radio Vtikan, 15.04.2009)
05.01.2009: Hintergrundbericht von Sandro Magister über Gaza, Israel und den Vatikan
05.01.2009 Nahost: Friedensgebete und abgesagte Prozessionen
In allen Kirchen des Heiligen Landes haben Gläubige am Sonntag in besonderer Weise für „Gerechtigkeit und Frieden im Land des Friedens“ gebetet. Die 13 Oberhäupter der Kirchen im Heiligen Land hatten bereits am 30. Dezember 2008 in einem gemeinsamen Appell ihre Gläubigen zu diesem Gebetstag für ein Ende des Konflikts um den Gaza-Streifen und für eine „dauerhafte Friedenslösung“ eingeladen. Der Kustos der Franziskaner im Heiligen Land, P. Pierbattista Pizzaballa, sagte im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur Asianews, "in diesen Tagen der Sorge“ sei nur auf das Gebet zu vertrauen. Zugleich berichtete der Kustos, dass im Hinblick auf die Situation alle öffentlichen kirchlichen Veranstaltungen abgesagt seien, auch die feierlichen Prozessionen zum Hochfest von Epiphanie (Dreikönigstag) am 6. Januar. Die Gottesdienste in den Kirchen fänden aber statt. Pizzaballa äußerte seine Befürchtung, dass eine Lösung mit jedem Tag schwieriger wird, den sich die bewaffneten Auseinandersetzungen weiter hinziehen, „weil der Hass und der Rachedurst ständig zunehmen“. Daher sei es wichtig, sofort zu einem Waffenstillstand zu kommen. Es sei zwar richtig, dass die internationale Gemeinschaft Zeit brauche, aber „wenn es den entsprechenden Willen gibt, kann man Lösungen finden“.
In einer gemeinsamen Videobotschaft, die auf der Website der Franziskaner publiziert wurde, riefen der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, der griechisch-katholische (melkitische) Patriarchalvikar von Jerusalem, Erzbischof Youssef J. Zerey, und P. Pizzaballa die Verantwortlichen beider Seiten auf, „sofort die Waffen schweigen zu lassen“. An die palästinensischen Politiker appellierten die Kirchenführer, die „Interessen des Volkes den internen Auseinandersetzungen voranzustellen“. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.01.2008).
17.12.2008 Israel/Vatikan:
Christliche Stätten sollen künftig besser geschützt werden. Das ist das Ziel von Beratungen einer vatikanischen Delegation mit israelischen Regierungsvertretern in Jerusalem. Ein weiterer Verhandlungspunkt sei die Frage der Kirchensteuer im Land. – Die Vatikandelegation leitet der „stellvertretende Außenminister“ des Heiligen Stuhls, Pietro Parolin. (asianews) (NL Radio Vatikan, 17.12.2008).
10.10.2008 Israel: Stürzt die Grabeskirche ein?

Alles wackelt in diesen Tagen: die Wall Street, die Banken – und jetzt auch die Grabeskirche in Jerusalem. Zumindest, wenn man der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz” Glauben schenken soll: Das Blatt sieht das Kloster Deir es-Sultan auf dem Dach der Grabeskirche als akut einsturzgefährdet an. Und Zeitungen in aller Welt haben in den letzten Tagen ausgemalt, was passieren würde, wenn der Bau in sich zusammenfällt: Danach wären auch die Heiligsten Stätten der Christenheit, nämlich der Golgothafelsen und das Heilige Grab Jesu, in akuter Gefahr. Schrillen in der heiligen Stadt der Monotheisten jetzt die Alarm-glocken? Nein, überhaupt nicht, sagt Franziskanerpater David Jaeger von der Kustodie der Heiligen Stätten.
„Momentan: kein Alarm. Die Einrichtungen in Jerusalem sagen, dass es im Augenblick keine wirkliche Einsturzgefahr gibt und dass die Zeitungsartikel zu diesem Thema ziemlich übertrieben sind. Es scheint, dass das nur ein neues Kapitel in dem Streit ist, der seit Jahrzehnten unter zwei Gruppen von Mönchen geführt wird ... keinen Katholiken oder Griechen, sondern unter den Mönchen der koptisch-orthodoxen und der äthiopisch-orthodoxen Kirche.”
Also Fehlalarm in Jerusalem? Oder birgt der Dauerstreit der Konfessionen längerfristig nicht doch auch Sprengstoff für die Grabeskirche?
„Da dürfen wir nicht vergessen: Wenn es wirklich eine Gefahr gibt, dann ist die Regierung in der Pflicht, das Nötige zu tun. Das ergibt sich aus dem so genannten Status quo, der international überwacht wird und den ganzen Komplex der Grabeskirche juridisch regelt. Außerdem hat es in den letzten Jahren immer wieder Restaurierungsarbeiten gegeben, vereinbart von den wesentlichen Gruppen, die sich laut Status quo den Kirchenbereich teilen: das sind die griechisch-orthodoxen Mönche, die Franziskaner der Kustodie des Heiligen Landes und die armenisch-orthodoxen Mönche. Bei den Restaurierungsarbeiten gibt es manchmal ästhetische Divergenzen, die den unterschiedlichen Traditionen geschuldet sind: Die östlichen Christen bevorzugen zum Beispiel das Mosaik, die westlichen hingegen die Malerei. Andere Arten Alarm gibt es im Moment nicht!”
„Ha’aretz” hatte berichtet, Ingenieure hätten den baulichen Zustand des äthiopischen Klosters Deir es-Sultan auf dem Dach der Grabeskirche als „lebensgefährlich” eingestuft. Im Falle eines Einsturzes wären nicht nur die äthiopischen Mönche auf dem Dach gefährdet, die dort in 26 winzigen Steinhütten leben und eine zweistöckige Kirche hüten. Bedroht seien auch die Besucher der darunter liegenden Grabeskirche – vor allem rund um Golgotha und die katholische Helena-Kapelle. (rv)(NL Radio Vatikan, 10.10.2008).
21.06.2008 Nahost/Vatikan:
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Samstag das Rücktrittsgesuch des 75-jährigen Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, angenommen. Sein Nachfolger wurde nach dem Kirchenrecht automatisch Fuad Twal. Er hatte das Oberhaupt der römischen Katholiken im Heiligen Land, Jordanien und auf Zypern bereits seit 2005 als Koadjutor unterstützt. Am Sonntag findet in der Jerusalemer Grabeskirche seine offizielle Amtseinführung statt. (rv)(NL Radio Vatikan, 21.06.2008).
05.06.2008 Zum Auftakt einer weltweiten „Aktionswoche für Frieden im Heiligen Land” hat am Mittwoch in Jerusalem ein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. Ziel der Aktionswoche ist es, den israelisch-palästinensischen Konflikt stärker in das Bewusstsein von Kirche und Öffentlichkeit zu rücken. Sie tut dies mit einem von den Oberhäuptern der Kirchen in Jerusalem formulierten Gebet, das um politisch Verantwortliche bittet, „die bereit sind, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, der den Palästinensern Freiheit garantiert, den Israelis Sicherheit gibt und uns alle aus der Angst befreit”. Evangelische, katholische und orthodoxe Gemeinden in 33 Ländern beteiligen sich an der Initiative des Weltkirchenrates vom 4. bis 10. Juni. (kap) (NL Radio Vatikan, 05.06.2008).
14.05.2008 Israel:
Orthodoxe Christen beten zunehmend auf Hebräisch. Gerade Jüngere seien sehr interessiert am christlich-orthodoxen Erbe im Heiligen Land und an der aramäischen Sprache, die auch Jesus gesprochen hat, bestätigt der Erzpriester der Nikolaus-Kirche in der Jerusalemer Altstadt, Alexander Winogradsky. Die Jugendlichen möchten ein kirchliches Leben haben, das sie nicht von der israelischen Realität trennt, erklärt er in einem Gespräch mit dem Informationsdienst „Orthodoxie Aktuell”. Der Seelsorger sieht es als seine Aufgabe, eine hebräisch-sprachige, christlich-orthodoxe Gemeinde in Jerusalem aufzubauen. Er betont aber, dass in fast allen modernen Sprachen gebetet werde, wenn es nötig sei. Nach Angaben von Winogradsky immigrierten in den vergangen 15 Jahren rund 400.000 Gläubige nach Israel, die als orthodoxe Christen getauft worden sind. (idea) (NL Radio Vatikan, 14.05.2008).
06.05.2008 Nahost:
Die katholische Kirche im Heiligen Land wird sich nicht an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung Israels am 14. Mai beteiligen. Dieser Tag sei für die überwiegend arabischen Christen kein Anlass zum Feiern, sagte der designierte Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fuad Twal, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vielmehr verbänden sie damit „60 Jahre Konflikt, Vertreibungen, Kriege”. Das Anliegen von 1948, mit Israel einen demokratischen Staat mit besonderem jüdischem Charakter zu schaffen, bezeichnete Twal als problematisch. Ein Staat könne entweder demokratisch sein oder einen konfessionellen Charakter beanspruchen. Eine Demokratie lebe von dem Prinzip der Gleichbehandlung ihrer Bürger. Arabische Christen seien eine Minderheit im doppelten Sinn, so Twal. Der Jordanier tritt voraussichtlich im Juni die Nachfolge von Patriarch Michel Sabbah an. (kna) (NL Radio Vatikan, 06.05.2008).
08.03.2008 Jerusalem:
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem tritt zurück. In einem Hirtenbrief, der am Freitag veröffentlicht wurde, kündigt Erzbischof Michel Sabbah seinen Rücktritt für den 19. März an. Das ist das Datum seines 75. Geburtstags. Papst Benedikt habe seinen Rücktritt, den er nach dem Kirchenrecht mit Erreichen der Altersgrenze anbiete, auch angenommen – „und so lege ich meine Mission dankbar in die Hände des Heiligen Vaters zurück“, schreibt Sabbah. Er werde aber auch weiterhin „die Leiden und Hoffnungen der Männer und Frauen dieses Landes und der Gläubigen aller Religionen, die dort wohnen, begleiten“. Der aus Nazareth stammende Palästinenser Sabbah war seit genau zehn Jahren Lateinischer Patriarch von Jerusalem. In diesem Amt folgt ihm nun sein Weihbischof-Koadjutor, Fouad Twal. Twal wurde 1940 im jordanischen Madaba geboren; er stammt aus einem christlichen Beduinenstamm. Als Vatikan-Diplomat arbeitete Twal u.a. in Kairo und Bonn. (apic) (NL Radio Vatikan, 08.03.2008).
13.01.2008 Jerusalem:
Die Franziskaner im Heiligen Land haben ein neues Multimedia-Zentrum eröffnet.
Die Etage im Westjerusalemer „Terra-Santa-College“ ist mit zwei modernen Fernsehstudios, acht Büros, mehreren Computerschnittplätzen sowie Glasfiberleitungen für Live-Sendungen ausgerüstet. Damit solle das Heilige Land für die Menschen in der ganzen Welt besser als spirituelle Quelle erschlossen werden, sagte Franziskaner-Kustos Pierbattista Pizzaballa bei der Einweihungsfeier. Die Verantwortung für das Zentrum wurde der brasilianischen katholischen Gemeinschaft „Cancao Nova“ übertragen. Im Heiligen Land gebe es nicht nur Probleme und Konflikte, wie die meisten Nachrichten glauben machten, so Pizzaballa. Vielmehr berge die Heimat Jesu einen „enormen spirituellen Schatz“, der bekannter werden solle. Zwar habe die Kirche kaum Einfluss auf die Berichterstattung der großen Medien, aber es gebe das „unübersehbare Netz an katholischen Medien in der ganzen Welt“, die nur einen Stützpunkt im Heiligen Land bräuchten. (kna) (NL Radio Vatikan, 13.01.2008).
01.01.2008 Israel:
Zu einem Nahost-Frieden wird auch die Teilung Jerusalems gehören. Das hat der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert jetzt eingeräumt. In einem Zeitungsinterview brach der Politiker durch seine Äußerung mit einem Tabu. Olmert wies darauf hin, dass auch Israels Verbündete von einem künftigen Israel in den Grenzen von 1967 ausgingen. Die Palästinenser, mit denen Olmert derzeit an einem Friedensmodell arbeitet, sehen den arabischen Teil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen Palästinenser-Staates; Israel dagegen spricht offiziell von einem ungeteilten Jerusalem als seiner eigenen Hauptstadt. Der Vatikan wünscht sich einen internationalen Status von Jerusalem; er soll vor allem Pilgern aller Religionen den freien Zugang zu ihren Heiligen Stätten gewährleisten. (rv) (NL Radio Vatikan, 01.01.2008).
26.12.2007 Nahost:
Weihnachten wie im Gefängnis
Frieden in der Geburtsstadt Jesu - den fordert der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah. Auch sein Koadjutor und designierter Nachfolger, Erzbischof Fuad Twal, betont:
„Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch wir eines Tages die Botschaft der Engel auf dem Hirtenfeld verwirklicht sehen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“. Leider fehlt uns seit den vielen Jahren, die der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern nun schon andauernd, dieser gute Wille bei den Menschen: Bethlehem ist eine Art Gefängnis geworden, überall ist die Bewegungsfreiheit für Palästinenser eingeschränkt, unsere Wirtschaft liegt am Boden, und die Armut wächst. Der gute Wille jedoch ist Voraussetzung für den Frieden. Denn der Friede ist eine Gabe Gottes, die den Menschen anvertraut ist. … „Wir sind all jenen, die uns in dieser schwierigen Zeit durch ihre Spenden unterstützen, sehr dankbar – wir Christen sind eine Minderheit von nicht einmal zwei Prozent und wir brauchen diese Hilfe sehr! Aber mehr noch als materielle Güter brauchen wir ein anderes Gut, nämlich den Frieden!
Wir können und wollen uns nicht auf ewig von den Almosen der humanitären Hilfe ernähren. Diese ist notwendig für uns, aber sie ist wie ein Schmerzmittel, das die eigentliche Krankheit nicht heilt. Deshalb sind wir trotz aller Unterstützung am Ende immer etwas enttäuscht - nach wie vor fehlt ja das Wesentliche. So bitten wir all jene, die uns verbunden sind, sich für einen gerechten Frieden einzusetzen.“(rv) (NL Radio Vatikan, 26.12.2007).
16.12.2007 Nahost: Der einzige christliche Fernsehsender im Heiligen Land sendet wieder. Pünktlich zum bevorstehenden Weihnachtsfest hat "El Mahed"-TV seinen Sendebetrieb wieder aufgenommen. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem habe ihm "glaubwürdig finanzielle Unterstützung" zugesichert, sagte der Direktor des Senders, Samir Kumsieh, am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur. "El Mahed"-TV mit Sitz in Bethlehem hatte zum 1. November wegen finanzieller Probleme sein Signal abgeschaltet. - Der griechisch-orthodoxe Direktor will das bisherige Programmschema auch nach dem Neustart beibehalten. Neben christlichen Gottesdiensten verschiedener Konfessionen überträgt "El-Mahed" auch das muslimische Freitagsgebet. In den palästinensischen Gebieten ist das Betreiben eines religiös oder konfessionell gebundenen Kanals verboten. Außerdem sendet der Privatkanal Nachrichten, Diskussionsforen, Glaubensunterweisung und Spielfilme. (kna) (NL Radio Vatikan, 16.12.2007).
12.12.2007 Nahost:
Tief beeindruckt ist ein Team des internationalen Hilfswerks „Kirche in Not” aus dem Heiligen Land zurückgekommen. Acht Tage lang hatten der Präsident und der geistliche Leiter von „Kirche in Not” in Israel und Palästina Gespräche geführt. Mit Schrecken stellten sie dabei in Bethlehem fest, dass wegen der anhaltenden christlichen Emigration viele Häuser von alteingesessenen christlichen Familien „heute leer und verlassen” sind. In einem Statement berichtet die Arbeitsgruppe aber auch von dem Eindruck einer trotz allem lebendigen Kirche. „In den Christen im Heiligen Land lebt greifbar die unmittelbare Tradition der Person und Botschaft Jesu bis heute weiter”, sagte ihnen der palästinensische Erzbischof Elias Chacour. „Einer meiner Vorfahren hätte wohl die Bergpredigt Jesu persönlich hören können”, so Chacour weiter. (pm) (Newsletter Radio Vatikan, 12.12.2007).
Der Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, hat sich in Bethlehem solidarisch mit der dortigen christlichen Gemeinde erklärt. Bei einem Gang entlang der bis zu zehn Meter hohen [sc. israelischen] Sperranlagen sei der Erzbischof “sichtlich geschockt” gewesen, berichtete der Korrespondent der britischen Tageszeitung “Daily Telegraph”. “Wir sind hier, um zu bekunden, dass die Leiden der Menschen hier auch unsere Leiden sind”, wird Williams zitiert. Begleitet wird der Erzbischof auf der viertägigen Pilgerreise von drei weiteren Spitzenvertretern anderer Kirchen in Großbritannien, unter ihnen auch Kardinal Cormack Murphy-O'Connor von Westminister. (kna)
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